A-ROSA Aqua Köln Chris

A-ROSA Aqua Kreuzfahrt während Corona: Reisebericht Rhein Erlebnis Kurs Amsterdam – 30.08. – 06.09.2020

[Christopher reist auf eigene Kosten]

A-ROSA Donna Reisebericht Rhein Erlebnis Kurs Amsterdam vom 30.08.2020 – 06.09.2020  | Route: Köln – Hoorn – Zaanstad – Amsterdam – Rotterdam – Middelburg (anstatt Antwerpen) – Gent – Nijmegen – Köln / Autor: Christopher

Es ist für mich nun die zweite Kreuzfahrt seit Beginn der Corona-Pandemie und mittlerweile ist es meine dritte Flusskreuzfahrt, somit bezeichne ich mich schon als ein wenig erfahren was diese Reiseform angeht.
Generell eine der ersten Kreuzfahrten seit Beginn der Corona-Krise mit der A-ROSA Aqua. Mit der 2009 in Dienst gestellten A-ROSA Aqua geht es in einer Woche über den Rhein, das Ijsselmeer und das Rhein-Maas-Delta in die Niederlande und nach Belgien und schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt Köln.

Was ich auf dieser Reise erlebe und welche Besonderheiten es bezüglich der Corona-Pandemie gibt, könnt ihr meinen nachfolgenden Reisebericht entnehmen, der während der Reise stetig aktualisiert wurde. 
Auf Grund der aktuellen Situation in Antwerpen und der Eingruppierung als Risikogebiet, wird die belgische Stadt nicht angefahren. Leider hat A-ROSA vorab keine Alternative benannt, erst an Bord erfuhr man, dass es einen alternativen Halt im niederländischen Middelburg geben wird.

Hinweis: Leider gibt es zur Zeit technische Probleme mit der Darstellung der Bilder, diese werden aktuell nicht alle angezeigt. Sobald dieser Defekt behoben ist, werden auch alle Bilder zu sehen sein.

Route: Rhein Erlebnis Kurs Amsterdam
Ursprünglicher Reiseverlauf:

Route: Rhein Erlebnis Kurs Amsterdam
Angepasster Reiseverlauf:

Inhaltsverzeichnis

Sonntag, 30. August 2020: Köln

Heute ist es endlich wieder soweit und für mich startet eine Kreuzfahrt – auch wie beim letzten Mal handelt es sich um eine Flusskreuzfahrt; eine Reiseform, die sich in der aktuellen Corona-Zeit gut realisieren lässt. 
In Köln geht es auf die 2009 in Dienst gestellte A-ROSA Aqua, die uns in den nächsten Tagen zu verschiedenen Zielen in den Niederlanden und Belgien bringt. Es handelt sich um meine zweite Kreuzfahrt seit Beginn der Corona-Pandemie.

Dieses Mal ging es mit dem Auto nach Köln und wir hatten vorab einen Parkplatz in der Nähe der Anlegestelle von der A-ROSA Aqua in der Nähe der Severinsbrücke gebucht. Im Rahmen der Arbeitsteilung hatten wir das so gemacht, dass einer mit dem Gepäck vor Ort wartete und der andere das Auto zum Parkplatz brachte und dann zu Fuß zum Anleger gelaufen kam (Haltestelle Drehbrücke). 

Der Check-In-Prozess startete ab 14:00 Uhr und sah so aus, dass man zunächst die Koffer an der Pier abgab und dann den ausgefüllten Gesundheitsfragebogen abgab und als nächsten Schritt wurde die Körpertemperatur kontaktlos gemessen. Auch dieses Mal lag meine Temperatur unter dem Wert, der maximal zulässig ist, um die Reise anzutreten, sodass ich die A–ROSA Aqua betrete durfte. Was schon beim Check-In auffiel war, dass es sich um keine kleine Anzahl von Passagieren handelte, sondern dass das Schiff gut ausgelastet ist. Bereits einige Zeit vorab war diese Reise auch als „ausgebucht“ bei A-ROSA gekennzeichnet. Es wird also die nächsten Tage interessant werden, wie die Corona-Bestimmungen mit einen Schiff in nahezu Vollauslastung umgesetzt werden können.

Nach dem Einchecken wurden wir direkt gebeten in die Weinwirtschaft auf Deck 2 am Heck des Schiffes zu kommen, um die Tischzeit für das Abendessen abzuklären. Ursprünglich wurden wir für die erste Tischzeit vorgesehen, doch wir fragten, ob wir auch die zweite Essenszeit ab 20:00 Uhr erhalten können und siehe da, es war möglich, sodass uns das mehr entgegen kam.

Die Koffer wurden automatisch zu unserer Kabine mit französischen Balkon auf Deck 2 gebracht und somit hatten wir genug Zeit das gute Wetter auf dem Sonnendeck zu genießen. 

Ein Mitarbeiter ging von Tisch zu Tisch, um Kaffee und Kuchen anzubieten, somit wurde die Kaffee- und Kuchenzeit auch auf dem Sonnendeck angeboten – ein wenig nervig waren lediglich die Wespen, die in Massen vertreten waren, aber das gehört ja in diesem Sommer mit dazu. 
Leider war es nach dem Einchecken nicht mehr möglich das Schiff zu verlassen, sodass ich das Schiff nicht wie geplant verlassen konnte, um weitere Bilder vom Schiff oder direkt gegenüberliegenden A-ROSA Flora zu machen. Das war ärgerlich und zwar auch weil vorab nicht kommuniziert wurde, dass man das Schiff nach dem Check-In das Schiff nicht mehr verlassen durfte, das hätte man besser kommunizieren können und meiner Meinung nach auch müssen.

Kurz vor uns verließ die A-ROSA Flora Köln und möchte uns somit Platz für ein einfaches Auslaufen. Gegen 16:30 Uhr verließen wir dann unseren Liegeplatz in der Nähe der Severinsbrücke bei einem Sonnen-Wolken-Mix und wir nahmen Kurs Rheinabwärts vorbei am Kölner Dom unter der Hohenzollernbrücke entlang in Richtung Düsseldorf. Es war ein schönes erstes Auslaufen auf dieser Reise, welches wir genossen. Die Sicherheitseinweisung, die gesetzlich vorgeschrieben ist, wurde für die Gäste der ersten Tischzeit um 17:00 Uhr und für die Gäste der zweiten Tischzeit um 18:00 Uhr in der Lounge durchgeführt. Im Anschluss folgten weitere Informationen zum Bordleben in Zeiten des Coronavirus und danach gab es noch den ersten Teil der Ausflugspräsentation. Erst hier erfuhr man, dass Antwerpen nicht angelaufen wird, sondern alternativ Middelburg.

Den frühen Abend nutzten wir dafür unsere Koffer auszupacken und uns sozusagen häuslich einzurichten. Kurz vor dem Abendessen passierten wir auch die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen Düsseldorf.

Um 20 Uhr stand dann das erste Abendessen auf dem Plan und bei der Wahl der zweiten Essenszeit bekamen wir Tisch Nummer 16 zugewiesen. Anders als auf meiner letzten Reise mit der A-ROSA Donna im Juli 2020 war es so, ist es nun an Bord so, dass man auch mit anderen Gästen an einen Tisch platziert wird, allerdings handelt es sich dabei jeden Abend um die selbe Konstellation. A-ROSA bewirbt es in dem Film zu dem Bordleben in Corona-Zeiten so, dass man so gewährleisten könne, dass man beim Abendessen lediglich mit einem weiteren Hausstand in Kontakt kommt. 
Erstmal ist das in den aktuellen Zeiten etwas befremdlich, aber es geht schon. Mit unseren Tischnachbarn haben wir ein gutes Los gezogen, was natürlich wenn man jeden Abend zusammen an einem Tisch ist, auch nicht ganz unwichtig ist, dass das passt.

Da wir bereits bei der Tischzeitenvergabe am Nachmittag ausgewählt hatten, was wir Abends essen möchten, war dieser Schritt also erledigt und so lief alles sehr geordnet ab, auch der Getränkeservice war sehr aufmerksam. Die Speisen waren allesamt schmackhaft und wir hatten eine gute Wahl getroffen. Auch eine Nachbestellung wurde klaglos und zügig erfüllt.

Den weiteren Abend verbrachten wir dann in der Lounge bzw. im sogenannten Café/Restaurant, einem an die Bar angrenzenden Bereich. Leider wurde dieser Bereich vom Servicepersonal eher vernachlässigt, aber nachdem wir ein wenig auf uns aufmerksam machten, hat auch das geklappt. Der eigentliche Loungebereich war den Abend über gut besucht, denn auf das Außendeck verirrte sich niemand mehr, nachdem es auch anfing zu regnen.
Getränkebestellungen waren bis um Mitternacht möglich, auch ein Unterschied zu meinen letzten Reise auf der A-ROSA Donna, wo es um 22:30 Uhr schon hieß „Last Order“.

Kurz nach Mitternacht war es dann soweit und wir zogen uns auf unsere Kabine zurück und läuteten die Nachtruhe ein.

Montag, 31. August 2020: Hoorn

Am heutigen letzten Tag im August, also dem 31.08.2020, stand zunächst einmal ein halber Flusstag auf der Agenda, das heißt man konnte zumindest gefühlt ausschlafen. Um 8 Uhr klingelte der Wecker und dies war auch gleichzeitig die Zeit, zu der das Frühstück begann. Bis um 09:30 Uhr hatte man dann Zeit das Frühstück einzunehmen. Anders als beim Abendessen verfolgt A-ROSA derzeit das Konzept beim Frühstück und Mittagessen keine festen Tischzeiten in Gruppen aufgeteilt zu vergeben, sondern man kommt zu den Öffnungszeiten und sucht sich einen Tisch seiner Wahl aus – vorausgesetzt natürlich es gibt noch Platz, was sich an diesem Morgen beim Frühstück schon schwierig gestaltete. Letztlich hatten wir noch das Glück, dass ein Tisch in der Weinwirtschaft noch frei war, die Bereiche des eigentlichen Restaurants und des Café/Restaurant-Bereichs waren voll besetzt.
Grundsätzlich ist es so, dass man pro Kabine auch nicht alleine an einem Tisch sitzt, sondern sich auch eine weitere Personen aus einer anderen Kabine dazu setzten können, was zugegebenermaßen bei vielen auch zur Verwirrung geführt hat, denn damit hat keiner – auch ich nicht – damit gerechnet. Zur Kontaktnachverfolgung muss lediglich ein kleiner Zettel mit Name, Kabinennummer und Uhrzeit ausgefüllt werden, das wars dann schon und man sitzt somit mit weiteren Mitreisenden relativ eng an einem gemeinsamen Tisch. Zwischendurch wurden einige Tische freigelassen, die als Abstandshalter zwischen den besetzten Tischen fungierten, somit also um den Mindestabstand von 1,5 Meter zu wahren. Allerdings führt man dieses System dann damit ad absurdum, dass die Personen aus zwei Kabinen direkt nebeneinander an einem Tisch sitzen. Für mich stellt das dann doch einen Widerspruch dar. Ich bin wirklich nicht über empfindlich, aber die Logik hinter diesem System erschließt sich mir nicht. Natürlich ist man flexibler, wenn es keine festen Tischzeiten beim Frühstück und beim Mittagessen gibt, jedoch stößt das jetzt angewendete System auch schnell an seine Grenzen zwecks begrenzter Sitzplätze im Restaurantbereich. Im Film zum Bordleben in Corona-Zeiten wirbt A-ROSA damit, dass man sicherstellt, dass man nur mit den Bewohnern einer weiteren Kabine auf der ganzen Reise beim Abendessen in Kontakt kommt, das ist ach so. Allerdings kommt man dann möglicherweise beim Frühstück und beim Mittagessen jeden Tag mit wechselnden Kabinen in Kontakt, warum man dann so viel Wert darauf legt, dass das beim Abendessen nicht so ist, kann ich nicht nachvollziehen, aber nun zurück zum Frühstück.
Auf dem Tisch stand bereits eine Kanne Kaffee, eine Auswahl mit Wurst und Käse, sowie eine Schüssel u.a mit Butter, Margarine, Nutella, Marmelade bereit. Beim Servicepersonal konnte man dann noch Eierspeisen, Säfte und Joghurt, Müsli, Quark etc. bestellen. Später wurden dann auch noch Croissants angeboten. Insgesamt konnte man erkennen, dass die Crew scheinbar mit der Anzahl der Gäste doch überfordert war, denn teilweise ging es doch etwas drunter und drüber, aber alles im Rahmen, jedoch mit kleinen Dingen könnte man das schnell verbessern.
Vieles ist auch der baulichen Architektur des Schiffes geschuldet, welches nicht für einen A-La-Carte-Service und dann auch noch mit Abstand gebaut wurde. Laut Informationen der Crew ist die Auslastung dieser Reise 75% in Bezug auf Vollauslastung. Das wäre derzeit die maximal zulässige Quote, somit befinden sich 150 Personen auf der Reise bei einer zulässigen Passagieranzahl von Vor-Corona-Zeiten 202. Letztlich ist dieses Konzept sicherlich auch so genehmigt, denn sonst könnte A-ROSA das so nicht durchführen, aber für mich hat es seine deutlichen Ecken und Kanten. Die Crew ist sehr bemüht und freundlich und versucht alles so umzusetzen, wie es vorgesehen ist, aber kommt dann verständlicherweise an die Grenzen des Machbaren.

Nach dem Frühstück ging es dann gleich erstmal auf das Sonnendeck, um die Fahrt auf dem viel befahrenen Amsterdam-Rhein-Kanal zu genießen. Das Wetter zeigte sich von seiner wechselhaften Seite, ein Sonnen-Wolken-Mix bei ca. 19 Grad herrscht an diesem Vormittag vor. Je nachdem ob gerade die Sonne schien oder sie durch Wolken verdeckt war und dann noch Wind aufkam, war der sogenannte „Zwiebellook“, was die Kleidung betraf, angebracht.

In der Nähe von Amsterdam verließen wir dann den besagten Kanal und steuerten auf die Oranjeschleusen zu, die den Amsterdam-Rhein-Kanal und den Nordseekanal vom Markermeer / IJsselmeer trennt. Vor der Schleuse mussten wir noch eine gewisse Zeit warten, bevor wir an der Reihe waren. Ein Schleusenvorgang im eigentlichen Sinne wird hier nicht vollzogen, also es gibt kein Heben oder Senken des Schiffes, sondern bei dieser Schleuse geht es darum, dass man den Wasserstand im Nordseekanal halten und gleichzeitig verhindern möchte, dass zu viel Salzwasser vom Nordseekanal in das Markermeer gelangt.

Der eigentliche Vorgang dauerte nicht lange, jedoch informierte der Kapitän nach dem Passieren der Schleuse, dass wir auf Grund von niedrigen Wasserständen des Rheins und dem Warten vor den Oranjeschleusen unseren heutigen Hafen Hoorn erst gegen 14:30 Uhr, also 2,5 Stunden später als geplant, erreichen werden.

Während der Fahrt auf dem Markermeer / IJsselmeer fühlt es sich schon fast ein wenig wie bei einer Hochseekreuzfahrt an, denn teilweise hat man um sich herum kein Land mehr, sondern lediglich Wasser gesehen.

Da sich die Ankunft also verspätete entschieden wir uns auch noch dafür an Bord Mittag zu essen. Hier griff dann wieder das oben beschriebene Konzept und wie erwartet kam es auch zu Wartezeiten bei der Platzwahl. Nach einer kurzen Wartezeit hatten wir die Wahl, ob wir uns mit an einen anderen Tisch dazu setzen wollten oder noch ein wenig mehr Wartezeit in Kauf genommen werden muss, bis ein Tisch abgeräumt, desinfiziert und wieder neu eingedeckt wurde. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Das Mittagessen wählt man, anders als das Abendessen nicht beim Frühstück aus, sondern bestellt am Platz, was man essen möchte. Es handelt sich hierbei um ein 3-Gänge-Menü, welches gut geschmeckt hat.

Etwas früher als geplant, gegen 14 Uhr erreichten wir dann Hoorn und haben sehr zentrumsnah, eher schon im Zentrum der kleinen Stadt festgemacht. Auf Grund der verspäteten Ankunft wurde das Landgangsende auf Mitternacht verlängert, somit blieb genug Zeit die Stadt zu erkunden.
Selbiges taten wir dann auch auf eigene Faust und das kann man dort wirklich gut machen. Einfach an Land gehen und sich treiben lassen und ohne konkreten Plan kann man die Stadt fußläufig sehr gut erkunden. In vielen Straßen sind sehr viele ältere Gebäude zu sehen, die teilweise von der Fassade her etwas nach vorne geneigt sind – ein interessanter Anblick. Hoorn strahlt auch in den kleinsten Gassen einen speziellen Charme aus, der sehr einladend ist.
Das Hafengebiet, der Platz Roode Steen, das Westfries Museum und einige Kirchen und generell die Gassen rund um den Roode Steen Platz sind nur einige Sehenswürdigkeiten, die es hier gibt. Insgesamt soll es hier 365 Denkmäler geben und damit ist Hoorn die dritte Denkmalstadt von Nordholland nach Amsterdam und Haarlem. Zugegebenermaßen ist Hoorn nicht besonders groß, man darf sich also nicht zu viel vorstellen, wir waren nichts desto trotz sehr überrascht von der Stadt und ihrem Flair. Es gibt auch einige Geschäfte, die zum Shoppen einladen, wenn man das denn möchte. Bezüglich des Coronavirus gibt es hier nicht viele Auflagen außer, dass in Restaurants maximal 2 Personen am Tisch sitzen dürfen, eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gibt es auch in Innenräumen nicht.

Obwohl Regen angekündigt war, hat es glücklicherweise nicht geregnet und es gab weiterhin den Sonne-Wolken-Mix bei knapp unter 20 Grad – könnte also besser und auch schlechter sein.

Gegen 18:20 Uhr waren wir dann zurück am Schiff. Zwischenzeitlich lagen vier Flusskreuzfahrtschiffe in zwei Päckchen in Hoorn an. Neben uns hat die Alina von Phoenix Reisen angelegt und an einem zweiten Liegeplatz lag die Swiss Crown und die Excellence Countess.
In unserem Fall mit der Alina war es so geregelt, dass wir Gäste der A-ROSA Aqua einen separaten Eingang nahmen und die Gäste der Alina einen anderen nahmen, um sich möglichst nicht zu begegnen. Da die Gäste der Alina aber von Deck 3 auch auf das Sonnendeck auf Deck 4 der A-ROSA Aqua gehen mussten, begegnete man sich zwangsläufig auch im Treppenhaus, doch wurde hier speziell darauf geachtet, dass man die Abstände eingehalten hat.

An Bord angekommen, gingen wir zunächst noch ein wenig auf das Sonnendeck, um noch ein paar Sonnenstrahlen zu tanken, bevor es dann zurück zur Kabine ging, um uns für das Abendessen frisch zu machen. Um 20 Uhr ging es dann auch pünktlich zum Abendessen. Hier gab es ja kein Problem mit der Kapazität der Tische, denn es gibt zwei Essenszeiten (18:00 Uhr und 20:00 Uhr) und man hat jeden Abend seinen festen Tisch mit einer weiteren festen Kabine oder je nach Zuweisung des Tisches auch alleine. 
Die Menüfolge hat man bereits beim Frühstück gewählt und schließlich wurde auch alles so serviert wie bestellt. Auch an diesem Abend war das Essen durchweg von einer guten Qualität und schmackhaft.

Nach dem Essen hielten wir uns mit Jacke bewaffnet noch ein wenig auf dem Sonnendeck auf, doch für die Dauer war das auch nichts, denn zugegebenermaßen ist es schon recht frisch draußen. Nach ein paar Drinks bei guter Musik in der Lounge – bisher bin ich wirklich positiv angetan von der Leistung des DJs, der Musik für ein breites Publikum spielt – ging es dann auch ins Bett. Morgen geht es dann zunächst nach Zaanstad, wo die Liegezeit nur von 06 Uhr bis 12 Uhr vorgesehen ist, danach geht es dann weiter in die niederländische Hauptstadt Amsterdam.

Dienstag, 01. September 2020: Zaanstad und Amsterdam

Heute standen gleich zwei Ziele auf dem Plan – zunächst am Vormittag Zaanstad und nach einer kurzen Überfahrt die niederländische Hauptstadt Amsterdam. Folglich sollte es ein langer Tag mit vielen Eindrücken werden.

Bereits am frühen Morgen erreichte die A-ROSA Aqua den Liegeplatz in Zaanstan. Die Ankunft war für 6 Uhr terminiert und das Ablegen des Schiffes für 12 Uhr, sodass das Landgangsende für 11:30 Uhr angekündigt wurde. Somit blieb nicht so viel Zeit Zaanstad und die Umgebung zu erkunden, schlussendlich ist es aber so, dass die Zeit für uns ausreichend war.
Obwohl wir also bereits um 6 Uhr in Zaanstad am Anleger in der Prins Hendrikkade anlegten, war das Frühstücken – wie jeden Tag – zwischen 8 Uhr und 9:30 Uhr möglich. Das bedeutet, dass wenn man bereits früher von Bord möchte, das ohne Frühstück tun muss.
Wir entschieden uns, wie die meisten anderen Gäste auch, das Frühstück mitzunehmen und danach von Bord zu gehen.
Ähnlich wie am Vortag überzeugte und das Frühstück vom Konzept her nicht, auch wenn wir wieder Glück hatten und den selben Platz in der hintersten Ecke der Weinwirtschaft ergattern konnten. Die restlichen Plätze waren erwartungsgemäß belegt.
Auch dieses Mal waren wir alleine zwar alleine am Platz, aber mit den ganzen weiteren Tellern und Gläsern, die man so im Laufe des Frühstücks bekannt, bekommt man schon zu zweit Platzprobleme auf dem Tisch. Wie das dann mit vier Leuten aus zwei verschiedenen Kabinen hinbekommt weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Kurz vor 9 Uhr haben wir dann die A-ROSA Aqua verlassen mit dem Plan im Kopf das in der Nähe befindliche Freilichtmuseum Zaanse Schans aufzusuchen. Dies wurde auch von A-ROSA als Ausflug angeboten, jedoch entschieden wir uns dafür das auf eigene Faust zu erledigen. Um dort hinzukommen – ca. 9 km entfernt – haben wir uns für die Uber-Variante entschieden. Die Bestellung des Fahrzeugs samt Fahrer ging sehr einfach und war mit einer sehr geringen Wartezeit verbunden. Der Fahrer war mittels einer Plexiglasscheibe vom der Rücksitzbank, auf der wir Platz nahmen, getrennt. Des Weiteren wurde Mundschutz getragen. Nach nur 11 Minuten Fahrt waren an unserem Ziel Zaanse Schans angekommen. Die Fahrt kostete uns vom Anleger dort hin lediglich 14,63€ und war somit deutlich günstiger als eine reguläre Taxifahrt.

Vor Ort war es bezüglich der Anzahl an Menschen, die vor Ort waren sehr überschaubar. Wir waren scheinbar bei den ersten Besuchern des Tages. Das eigentliche Museum (Eintritt 15€) öffnet erst um 10 Uhr, doch das war sowieso nicht das Ziel unserer Reise, sondern der frei zugängliche Außenbereich. Hier werden quasi alle Klischees erfüllt, die zu Holland existieren. Es gibt einige Windmühlen, eine Fabrik für Holzschuhe, eine Käserei, Schafe und viel „plattes Land“ zu sehen – lediglich eine Tulpenfarm gibt es nicht vor Ort. Das Wetter an diesem Vormittag war auch wirklich passabel mit blauem Himmel und Sonne, sodass wir durch Zaanse Schans schlenderten und das ganze auf uns wirken ließen. Ich habe dann die Gelegenheit genutzt eine der Mühlen zu besichtigen (5€ p.P.), hierbei handelte es sich um eine Farbmühle. Die Ausstellung im Innern mit dem Prospekt in deutscher Sprache in Kombination war eine nette Sache – gleiches gilt für den Ausblick von oben. Auf Grund der steilen Leitern im Innern ist eine Belichtung nicht für jeden möglich. Auch im Innern gibt es keine Maskenpflicht, aber an jeder Stelle wird an die Abstandsregel von 1,5 Meter erinnert.

Unser Aufenthalt vor Ort betrug ca. 1,5 Stunden. Das reicht auch, es sei denn man möchte noch die kleinen Fabrikkäuser oder das Museum besuchen. Von Zaanse Schans aus ging es wieder mit Uber in Richtung Zaanstad – genauer gesagt nach Zaandam. Das ist etwas verwirrend mit Zaanstad und Zaandam. Letztlich ist es so, dass Zaanstad ein größeres Gebiet ist und Zaandam ein Teil davon ist, in dem auch das Schiff anliegt und sich auch eine Einkaufsstraße und das architektonisch interessante Stadthaus befindet, welches unseres nächstes Ziel war. Fahrtstrecke von Zaanse Schans zum Stadhuis sind etwa 6 km und in 9 Minuten waren wir dort. Preis = 9,26€.

Das Stadthaus mit seiner speziellen Architektur kann man sich auf jeden Fall auch mal anschauen und zum Beispiel mit einem Bummel über die direkt angeschlossene Einkaufsstraße verbinden. In Anbetracht der Corona-Zeit wurde hier ein Einbahnstraßensystem eingeführt, an das sich die meisten Menschen gehalten haben. Vom Ende der Einkaufsstraße gelangt man in ca. 10 Minuten zurück zum Schiffsanleger. Gegen 11:10 Uhr waren wir zurück am Schiff – somit 20 Minuten vor dem Landgangsende. An Bord angekommen waren wir zufrieden mit unserem morgendlichen Ausflug und auch, dass alles so gut und problemlos mit Uber geklappt hat (Fahrten für insgesamt 23,89€).

Um 12 Uhr stand dann das Mittagessen auf unserer Agenda. Hier haben wir relativ zügig auch einen Platz gefunden, jedoch blieben wir im Gegensatz zum Frühstück nicht alleine, sondern zwei weitere Gäste kamen zu uns an den Tisch. Wie bereits erwähnt, das ist im Konzept von A-ROSA so vorgesehen. Lediglich das Kontaktverfolgungsformular muss ausgefüllt werden, das wars dann. Das Mittagessen bestellt man nicht vor, sondern wählt vor Ort aus der Karte zwischen zwei Vorspeisen, 3 Hauptgerichten und 2 Desserts. Mit meiner Essensauswahl war ich auch absolut zufrieden.

Zwischenzeitlich hat die A-ROSA Aqua auch den Liegeplatz in Zaanstad verlassen und steuerte Richtung Amsterdam. Das Wetter war zwar zwischenzeitlich etwas bedeckt und wenn Wind aufkam war es auch etwas frisch, jedoch haben wir die kurze Fahrt (ca. 1 Stunde) auf dem Sonnendeck verbracht. Auf dem Weg nach Amsterdam passierten wir auch eine der zahlreichen Klappbrücken, die es hier gibt, die extra für uns hochgeklappt wurde und der Straßenverkehr warten musste.

Gegen 13:30 Uhr erreichten wir dann unseren zentral gelegenen Liegeplatz in der Nähe des Amsterdamer Hauptbahnhofs – Amsterdam Centraal.
Nach einem kleinen Nickerchen verließen wir die A-ROSA Aqua um 14:45 Uhr für eine individuelle Stadterkundung. Da von uns noch keiner jemals in Amsterdam war, hatten wir uns vorab ein paar Sehenswürdigkeiten herausgeschrieben, die wir unbedingt sehen wollten und so zogen wir durch den Bahnhof Amsterdam Central hindurch in Richtung Innenstadt. Direkt am Bahnhof beginnenden schließt sich die Straße Damrak an, folgt man dieser kommt man unweigerlich an der Oude Kirk, dem Palais op de Dam (Königliche Residenz) und Madame Tussauds vorbei. Durch verschiedene andere Gassen ging es dann für uns weiter in Richtung der Grachten und vorbei am Munttoren auf den Blumenmarkt. Hierunter stellten wir uns jedoch etwas anderes vor. Letztlich handelt es sich um einen Markt, der auf Touristen eingestellt ist und man bekommt dort alle möglichen Samen und Blumenzwiebeln, nicht jedoch frische Blumen.
Von dort aus sind wir dann vorbei an der Heineken Experience zum Reismuseum gelaufen. Ein wirklich schönes Gebäude und für Freue von Museen sicherlich sehr interessant, doch uns genügte der äußere Anblick. Weiter ging es dann entlang des Grachtenrings wieder in Richtung Innenstadt. An vielen Ecken gab es wirklich tolle Gebäude zu sehen und durch die Kanäle anbei wurden es auch oft schöne Fotomotive. Nach einer kurzen Pause gastronomischer Art verschlug es uns dann noch zum Nieuwmarkt. Auch hier handelt es sich um ein schönes Viertel mit viel Gastronomie und schönen Gebäuden. Insgesamt waren in Amsterdam schon viele Menschen unterwegs und nicht jeder nah es mit dem Abstand halten so genau, sodass man selbst mehr darauf achten musste. Im Vergleich zur „normalen“ Zeiten in Amsterdam mit einer Vielzahl von Touristen war es deutlich leerer, aber es waren auch einige Einheimische und auch Touristen unterwegs. Auf jeden Fall muss man jedoch darauf aufpassen, dass man nicht von einem Fahrrad erfasst wird, denn die gibt es hier zuhauf und die Fahrer sind oftmals nicht besonders rücksichtsvoll, auch nicht beim Überaueren der „Fahrradautobahnen“.

Zwischenzeitlich hatten wir bereits einige Schritte „gesammelt“ und entschieden uns dafür langsam aber sicher zurück zum Schiff zu gehen, wo wir gegen 19 Uhr eintrafen. Da am Abend noch einmal die Sonne schön rauskam, haben wir die letzten Sonnenstrahlen noch auf dem Sonnendeck genossen, bevor es dann pünktlich um 20 Uhr zum Abendessen ins Restaurant zu unserem Tisch Nummer 16 ging. Das Abendessen hatten wir bereits beim Frühstück ausgewählt. An diesem Abend standen Spezialitäten aus Holland und Belgien auf dem Plan. Ganz so entspannt konnten wir das Essen an diesem Abend jedoch nicht genießen, da man zwangsläufig immer wieder auf die Uhr schaute, wenn man pünktlich um 21 Uhr zum Treffpunkt des Abendausfluges sein wollte. Das Essen war insgesamt wieder von einer guten Qualität. Vom Ablauf her hakte es leicht an der ein oder anderen Stelle, sodass die Nachspeise erst ca. 5 Minuten vor 21 Uhr serviert wurde. Ein richtigen Genießen der belgischen Waffel war somit nicht mehr drin.

Den bereits erwähnten Abendausflug haben wir vorab bei A-ROSA im Internet reserviert und es handelte sich um eine Abendliche Grachtentour durch Amsterdam. Der Preis für diesen zweistündigen Ausflug betrug pro Erwachsenen 35. Vom Liegeplatz der A-ROSA Aqua aus ging es dann für die Gruppe in ca. 5 Minuten Fußweg zu einem nahe gelegenen Anleger, an dem das Grachenboot wartete. In dem Boot war jede zweite Sitzreihe abgesperrt und zwar bezüglich der linken und rechten Sitzreihen jeweils versetzt. Während des Ausflugs galt außerdem die Pflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Von einigen Reisenden wurde dies trotz vorher eindeutig kommunizierten Bedingungen kurz in Frage gestellt, jedoch vom Kapitän des Grachtenboots schnell abmoderiert, denn er erhält dann bei einer Kontrolle eine entsprechende Geldstrafe und ein Fahrverbot und siehe da, Thema erledigt. 

Mit dem Grachenboot fuhren wir dann mit dem Reiseleiter, welcher sehr gutes Deutsch sprach, in das erstaunlich lange Grachtensystem ein und lernten dabei viel über die Geschichte, sowie zu Land und Leuten. Da es in Amsterdam auch schon länger eine große Wohnungsknappheit gibt, sind Hausboote sehr beliebt. Insgesamt gibt es ca. 2500 Stück davon in der ganzen Stadt verteilt – von der Wasserseite aus auch sehr interessant anzuschauen. Vorbei an historischen Gebäude wie dem Anne-Frank-Haus, alten Lagerhäusern und weiteren Sehenswürdigkeiten fuhren wir von Gracht zu Gracht – hauptsächlich auf der bekannten Prinsengracht. Mit vielen Informationen und wissenswerten Details bepackt endete die abendliche Grachtenfahrt dort, wo sie begonnen hatte. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Ausflug, der sicherlich auch mit der Qualität des Reiseleiters steht oder fällt. Hat man die Stadt tagsüber von der Landseite aus erkundet ist es eine tolle Kombination das abends von der Wasserseite aus zu machen. Somit kann ich den Ausflug uneingeschränkt empfehlen.
Um kurz nach 23 Uhr waren wir dann zurück auf der A-ROSA Aqua und die Crew war auch schon kurz vor dem Abschluss der Auslaufvorbereitungen, denn das Landgangsende war auch mit 23 Uhr kommuniziert worden. Glücklicherweise hatte die Bar noch geöffnet, sodass wir noch einen Absacken einnahmen, bevor es dann nach einem langen Tag mit vielen Erlebnissen in einem sehr müden Zustand ins Bett ging.

Mittwoch, 02. September 2020: Rotterdam

Rotterdam ist die zweitgrößte Stadt der Niederlande und ein Besuch in dieser Stadt war für den heutigen zweiten Tag im September 2020 vorgesehen. Die Liegezeit der A-ROSA Aqua in Rotterdam war von 8 Uhr bis 14 Uhr – somit Landgangsende um 13:30 Uhr – vorgesehen.

Wie sollte der Tag auch anders starten als mit dem Frühstück, mit dem ich bereits seit Beginn der Reise etwas auf „Kriegsfuß“ stehe, aber es führt nunmal kein Weg dran vorbei. Heute sollte es aber ein bisschen besser laufen als die vergangenen Tage. Schon beim Betreten des Restaurants wurden wir von einer Mitarbeiterin darauf hingewiesen, welchen Tisch sie als nächstes zum Frühstück neu herrichten wird. Es handelte sich um zwei Plätze an dem langen Tisch in der Mitte des Restaurants. Ich nenne diesen gerne „Kapitänstisch“ – natürlich ist das nicht wirklich so, dass hier „Captains Dinner“ oder Ähnliches stattfindet. Kaum sahen wir an dem Tisch ging alles sehr schnell bezüglich Desinfizieren, neu Eindecken und Bestellungen für Eierspeisen, Joghurt, Müsli, Croissants etc. Das war wirklich mal ein Lichtblick in dem Frühstückssystem. Allerdings ändert das nichts an der Qualität der Backwaren, insbesondere der Brötchen und des Brots. Leider ist es so, dass insbesondere die Kaiserbrötchen, die es hier wie Sand am Meer gibt, teilweise hart wie ein Stein sind. Das mag zum einen an der Aufbackprozedur an sich liegen, aber meiner Meinung nach ist die Qualität der Ware im untersten Segment anzusiedeln. Auch das Brot ist oftmals bereits sehr ausgetrocknet und nur auf Nachfrage und Verfügbarkeit kann man sich ein etwas besseres dunkles Körnerbrot bestellen. Die süßen Backwaren wie Croissants und sonstige Teilchen sind hingegen von einer guten Qualität. Weiterhin hat man als Gast leider keinen Überblick, welche tagesaktuellen Waren Speisen wie z.B. Würstchen oder Frikadellen angeboten werden. Dies ist nicht deklariert und das Personal weiß dies leider jeden Morgen aufs neue nicht, was es denn heute gibt. Abwechslung gibt es nur diesbezüglich und bei der Zusammenstellung des Wurst-/Käsetellers. Sonst gibt es bei den Joghurts, dem Fruchtsalat und den Gemüsesticks jeden Tag das Gleiche. Leider komme ich bereits jetzt zu dem Punkt wo ich eine Steigerung beim Frühstück wirklich abgehakt habe, hier wir meiner Meinung nach am falschen Ende gespart und das Konzept führt zur Überforderung der Mitarbeiter. Alle sind sehr bemüht, auch trotz teilweise mangelnder Deutschkenntnisse, doch man merkt, dass alle ständig auf Achse sind, um etwas zu erledigen, aber so kommt man auf keinen grünen Zweig, hier ist Nachholbedarf.

Das Wetter machte an diesem Tag einen wirklich guten Eindruck – blauer Himmel, keine Wolke am Himmel und Sonnenschein. Gegen 9:20 Uhr verließen wir dann die A-ROSA Aqua um Rotterdam auf eigene Faust zu erkunden. Der Liegeplatz des Schiffes war direkt an der Willemsbrug, sodass der Zugang zur Innenstadt sehr einfach zu finden und nah war. In unmittelbarer Nähe schon nach Überqueren der ersten größeren Straße befindet sich das alte Hafengebiet und die bekannten Kubushäuser. Schon alleine von außen sind die Häuser interessant anzusehen, doch dazu später mehr. Von dort aus ging es dann zur nahe gelegenen Markthalle, die jedoch noch nicht geöffnet hatte, und dann weiter zur St. Laurenskerk. Weiter ging es dann durch zahlreiche Einkaufsstraßen – es gibt wirklich eine Vielzahl von Geschäften, die zum Shopping einladen – zum Rotterdamer Hauptbahnhof „Rotterdam Centraal“, der für seine besondere Architektur bekannt ist. Das Gebäude ist in der Tat sehenswert und zunächst vermutet man gar nicht, dass es sich um einen Bahnhof handelt. Zu Fuß setzen wir dann unseren Weg fort zur Erasmusbrücke. Hierbei handelt es sich doch über eine größere Distanz, sodass immer mehr Schritte „auf die Uhr“ kamen. An der Brücke angekommen entschieden wir uns diese zu überqueren und am Hafengebiet links der Maas entlang zu spazieren. Auf dieser Seite liegt auch das Cruise Terminal für Hochseekreuzfahrtschiffe. Auf Grund der aktuellen Situation war natürlich keins vor Ort. Aus Richtung Erasmusbrücke kommend ging es dann durch das Hafengebiet, in dem sich Sportboote etc. befinden, in Richtung Willemsbrug zurück. Kurz vor der markanten Brücke mit ihren roten Pfeilern, befindet sich noch ein interessantes Industriedenkmal, nämlich die ehemalige Eisenbahnbrücke „De Hef“. Hierbei handelt es sich um eine Brücke, dessen Mittelteil nach oben verschiebbar war, um höheren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Brücke ist zwar schon länger außer Betrieb, da es für die Bahnstrecke mittlerweile einen Tunnel gibt, jedoch wurde beschlossen sie als Industriedenkmal stehen zu lassen. In unmittelbarer Nähe knüpft dann die Willemsbrug an, die wir überquerten und somit sozusagen wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, jedoch ging es für uns noch nicht zurück aufs Schiff, sondern nochmal zur Markthalle, denn dort wollten wir eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Wir entschieden uns für eine Portion Pommes und eine mit Käse gefüllten Krokette – typische Dinge für Holland. Beides war sehr lecker und insbesondere als Mittagssnack gut geeignet. Zurück Richtung Schiff gehend, legten wir noch einen Stopp bei den Kubuswohnungen ein, denn eine davon kann man besichtigen und das hat mich dann schon interessiert, wie man da wohl so wohnt. Der Eintritt beträgt 3,00€ p.P. Eine Wohnung besteht aus drei Etagen und es wird quasi jeder Winkel genutzt, da der Wohnraum sehr knapp bemessen ist. Durch die gekippte Bauweise wollte man möglichst viel Platz auf kleinen Raum schaffen. Es handelt sich um einen kompletten Gebäudekomplex, der in den 80er Jahren entstanden ist und ist so konzipiert, dass die Häuser als „Bäume“ auf einem Stahlbeton-Stamm errichtet wurden. Auch hier gilt keine Maskenpflicht, sondern es wird auf die Abstandsregel gesetzt. Zu der Zeit als ich da war, war das auch kein Problem, denn die meiste Zeit war ich der einzige Besucher. Sollten dort mehr Personen die Wohnung gleichzeitig besichtigen, so stelle ich mir das schon schwierig vor.

Mit dieser Erfahrung reicher ging es dann zurück zur A-ROSA Aqua, wo wir gegen 13 Uhr eintrafen und direkt das Sonnendeck ansteuerten, welches wir nur mit kurzen Unterbrechungen mal verließen und auf Grund des guten Wetters dort bis kurz vor dem Abendessen dort verlieben. Direkt nach dem Ablegen fand eine moderierte Hafenrundfahrt durch Rotterdam statt, die man natürlich auch am besten draußen verfolgen konnte. Von der Willemsbrug aus ging entsprechend in Richtung Erasmusbrücke und stadtauswärts in Richtung Industriehafen von Rotterdam. Immer wieder meldete sich die Gastgeberin mittels Lautsprecherdurchsage und vermittelte so interessante Informationen zu den Bauwerken, die links oder rechts an uns vorbeizogen – u.a. auch zur ehemaligen Zentrale der Holland America Lina und dem Hotelschiff „SS Rotterdam“. Auch zur Entstehung der verschiedenen Teile des Industriehafens, der sich zum größten Hafen in ganz Europa entwickelt hat, wurde einiges erklärt. Der Hafen hat wirklich eine sehr große Weite und man sag unzählige Schiffe, die den Hafen ansteuerten, ihn verließen oder Be- bzw. Entladen wurden. Das was war dabei sahen, war jedoch nur die „Spitze des Eisbergs“, denn bei den einzelnen Hafenbereichen z.B. für Container, Erdöl, Erdgas, Lebensmittel etc. konnte man nur erahnen wie groß die Bereiche wohl sind. 

Die Moderation und unsere Passage durch den Rotterdamer Hafen dauerte ca. 1,5 Stunden an, bis wir dann die Nieuwe Maas verließen und in die Oude Maas einbogen. Die Idee und die Umsetzung das so zu machen hat mir echt gut gefallen und die Fahrt aufgewertet. Insgesamt hat mir auch die Stadt Rotterdam ganz gut gefallen und ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Das Wetter war weiterhin gut mit viel Sonnenschein, jedoch auch einigen Wolken. Immer wenn die Sonne unverdeckt war reichte ein T-Shirt vollkommen aus, war die Sonne hinter dickem Wolken, musste man sich teilweise doch etwas drüber ziehen. Nichts desto trotz gab es keinen besseren Platz diesen halben Flusstag an Deck zu verbringen. Die Bedienung mit Getränken hat auch gut funktioniert und so verfolgten wir die Fahrt durch die Niederlade bis ca. 19:30 Uhr. Zwischendurch passierten wir auch noch eine sehr stark befahrene Schleuse, die Volkeraksluizen. Dort warteten bereits einige Schiffe auf ihre Passage und wir gesellten uns dazu. Während des Schleusenvorgangs waren noch 3 andere Schiffe mit uns in der Schleuse, somit ist klar, dass jede einzelne Schleusenkammer eine große Dimension hat. In einem Bereich der Schleuse können auch Schiffe passieren, die höher sind. Dafür wird dann eine Klappbrücke geöffnet, über die die A29 führt. Es ist schon interessant welche Maßnahmen hier ergriffen werden, um den Schiffsverkehr auch mit besonderen Schiffen möglich zu machen.

Pünktlich um 20 Uhr ging es dann zum Abendessen ins Restaurant. Hier lief es vom Ablauf her wieder gut und geordnet ab. Bis auf das Hauptgericht war ich mit dem Essen auch soweit zufrieden. Ein Fischfilet auf meinem Teller war wirklich so lange gegart worden, dass es hart war – das war wohl bei vielen Gästen an diesem Abend so. Das besagte Filet war auch sehr dünn, sodass das quasi schon vorprogrammiert ist. Das zweite Fischfilet – Thunfisch – war sehr stark an der Grenze zum Trockensein, aber das war noch im Rahmen.

Den weiteren Abend ließen wir dann in der gut gefüllten Lounge bei ein paar Drinks und netten Gesprächen ausklingen. Um kurz nach Mitternacht war es dann Zeit fürs Bett, um den erlebnisreichen Tag zu beenden.

Donnerstag, 03. September 2020: Middelburg

Eigentlich wäre die nächste Station unserer Reise „Rhein Erlebnis Kurs Amsterdam“ die belgische Stadt Antwerpen gewesen, doch da die Region Antwerpen vom deutschen Auswärtigen Amt als Corona-Risikogebiet eingestuft ist, wurde diese Destination nicht angesteuert. Am Einschiffungstag in Köln am vergangenen Sonntag wurde bekannt, dass wir wir alternativ nach Middelburg fahren werden. Leider wurde dies von A-ROSA vorab nicht kommuniziert, sodass wir uns vorab Zuhause nicht auf diese Destination vorbereiten konnten, aber während der Reise konnten wir das dann nachholen. Außerdem gab es von A-ROSA statt eines ausgearbeiteten Hafenführers – verständlicherweise lag dieser nicht vor, da die Destination normalerweise nicht angelaufen wird – eine ausgedruckte Karte der Innenstadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Die Liegezeit in Middelburg war von 8 Uhr morgens bis 22:00 Uhr geplant – Langgangsende: 21:30 Uhr, somit blieb genug Zeit die Hauptstadt der Provinz Seeland zu erkunden.

Heute gingen wir etwas später, gegen 9 Uhr, zum Frühstück. Einen Platz hatten wir relativ schnell im Bereich des Café/Restaurants. Dort waren einige Tische frei, jedoch waren diese alle noch mit den Hinterlassenschaften der Vorgänger belegt. Wir konnten uns jedoch schnell setzten und der Tisch wurde nach und nach für uns hergerichtet. Das Frühstück war leider vom Ablauf her katastrophal. Man kann sagen, dass eigentlich gar nichts funktioniert hat und die von mir kritisierten Brötchen heute am schlechtesten waren – hart wie ein Stein trifft es ganz gut. Auf Nachfrage bekommt man jedoch auch dunkles Brot und dunkle Brötchen, die dann doch etwas besser sind. Passend zu dem mäßigen Frühstückserlebnis hat es draußen angefangen stark zu regnen. Daher beschlossen wir erst noch ein bisschen an Bord zu bleiben, bevor wir zur Stadterkundung aufbrechen wollten.

Gegen 11:45 Uhr haben wir dann die A-ROSA Aqua verlassen, die sehr zentrumsnah in Middelburg angelegt hatte. Mittlerweile hatte sich das Wetter auch etwas gebessert. Es hat aufgehört zu regnen und ein Sonnen-Wolken-Mix bei Temperaturen um die 20 Grad herrschte den ganzen Tag vor – also durchaus akzeptables Wetter.

Wir hatten keinen konkreten Plan im Kopf welche Sehenswürdigkeiten wir in welcher Reihenfolge besuchen wollten, sondern wir einfach „auf gut Glück“ losgezogen und das kann man in Middelburg auch ganz gut machen. Die Innenstadt besteht aus vielen schönen Gassen und Gebäuden, die es zu entdecken gilt. Fast hinter jeder Ecke gibt es etwas Schönes zu sehen.
Glücklicherweise war an diesem Wochentag auch Markt auf dem Marktplatz. Viele Händler mit lokalen Spezialitäten hatten ihre Stände aufgebaut. Auf dem Markt war auch einiges los, sodass es teilweise nicht so einfach war den 1,5 Meter Abstand einzuhalten. Die Händler sprachen auch fast alle deutsch, denn es fiel auch gleich auf, dass viele deutsche Touristen vor Ort waren – teilweise dachte man fast man wäre in Deutschland. Auf dem Markt wurden viele Dinge angeboten, die typisch für Holland sind – Käse, Kibbeling, Frikandel, Pommes, Waffeln, Blumen usw. Wir lieben es ja über Märkte zu schlendern und lokale Spezialitäten zu probieren und so haben wir das in Middelburg auch gemacht. Über den Tag verteilt gab es dann bei uns frisch gebackene Karamell-Waffeln, Kibbeling, Pommes und Frikandel – natürlich nicht große Portionen und nicht jeder eine eigene Portion, denn so kann man mehr verschiedene Dinge probieren. Ebenso interessant ist es auch mal einen lokalen Supermarkt zu besuchen.

In der Innenstadt kann man sich sehr gut zurückecht finden und alles ist fußläufig erreichbar. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Stadthaus (Stadhuis), der Lange Jan (Kirchturm) / Abteilkirche und die Kloveniersdoelen. Rund herum befinden sich sehr viele Geschäfte, die zum Shoppen einladen und auch sehr viele gastronomische Betriebe.
Wir haben uns dazu entschieden den Kirchturm „Lange Jan“ zu erklimmen. Dazu gilt es 207 Stufen pro Richtung zu bewältigen. Der Eintritt beträgt 4,00€. Auf Grund des Coronavirus ist die maximale Gruppengröße pro halbe Stunde auf 15 Personen begrenzt. Glücklicherweise hatten wir keine Wartezeit.
Es gibt keine Aussichtsplattform, die sich im Freien befindet, sonder es handelt sich um einen Innenraum mit einem fast 360 Grad Rundblick. Von oben hat man einen sehr guten Blick auf Middelburg und auch auf die umliegende Gegend. Bekanntermaßen sind die Niederlade ja sehr flach, sodass das gute für die Sicht ist. Der Blick reichte bis nach Vlissingen, eine Stadt in der Nähe an der Nordsee. Man konnte sogar größere Containerschiffe in der Ferne erkennen.

Gegen 18 Uhr waren wir dann zurück auf der A-ROSA Aqua und zogen das Fazit, dass Middelburg eine wirklich schöne Alternative für Antwerpen ist und A-ROSA somit eine gute Wahl getroffen hat.

Spontan haben wir damit geliebäugelt die Zeit bis zum Abendessen mit einer Nutzung des schön gelegenen Whirlpools zu überbrücken. Auf Grund der Corona-Bestimmung ist eine Nutzung des Whirlpools nur mit maximal 2 Personen aus einer Kabine gleichzeitig nutzbar, sodass eine Reservierung erforderlich ist. Wir fragten somit an der Rezeption nach, ob noch ein Zeitfenster verfügbar ist und siehe da, der Slot zwischen 19 Uhr und 20 Uhr war noch frei, den wir uns dann gleich gesichert haben. Ebenfalls an der Rezeption erhält man Bademäntel und Badeschlappen. Diese sind nicht in den Kabinen vorrätig und werden genauso wie ein Strandtuch nur auf Nachfrage ausgegeben.

Pünktlich um 19 Uhr sind wir dann durch den SpaROSA zum Whirlpool gegangen, den wir durch die Reservierung logischerweise für uns alleine hatten, somit war es sehr entspannend. Der Pool hat eine angenehme Wassertemperatur und die Sprudelfunktion kann jederzeit eingeschaltet werden.

Kurz vor 20 Uhr haben wir uns dann frisch für das Abendessen gemacht. Das Essen stand unter dem Motto „Rhein trifft Donau“. Der Service war wie jeden Abend sehr gut, doch die Speisen an sich waren eher durchschnittlich. Ein besonderer Reinfall war für mich als Süßspeisenfan das Dessert. Ich hatte mich für den „frisch gebackenen Kaiserschmarrn“ entschieden und der war leider alles andere als frisch gebacken. Der Kaiserschmarrn war eiskalt und folglich kein Genuss. Nachdem ich das reklamiert hatte, wurde mir als Alternative der Käseteller angeboten – den gibt es jeden Abend – und kein neuer Kaiserschmarrn. Vermutlich war klar, dass alle weiteren Teller bereits vorbereitet waren und ebenso kalt waren. Also sagen wir mal so, das Essen war schon mal besser auf der Reise.

Gleich im Anschluss an das Abendessen fand in der Lounge die Gewinnausschüttung der Tombola statt. Wir hatten zwar keine Lose verkauft, aber waren trotzdem neugierig welche Preise es zu gewinnen gab. Von einem Gutschein für einen aufpreispflichtigen Cocktail bis zum Hauptpreis – eine vom zweiten Kapitän individuell gestalteten Seekarte der Reise – war einiges dabei.

Den weiteren Abend verbrachten wir mit einigen interessanten Gesprächen und mit Verweilen an Deck. Besonders interessant waren auch die Streckenabschnitte, bei denen Brücken für unsere Durchfahrten „weichen“ mussten – Dreh- oder Klappbrücken, es ist schon ein interessanter Vorgang, wenn der Verkauf auf Grund einer Schiffsdurchfahrt angehalten wird.

Kurz vor Mitternacht passierten wir die niederländische Hafenstadt Vlissingen, in der sich auch eine Yachtwerft befindert. Hier standen ein paar sehr interessante Yachten, die sich im Bau befanden. Schließlich erreichten wir dann die Schleuse in Vlissingen und da dann auch Regen einsetzte entschieden wir uns ins Bett zu gehen und den Tag zu beenden. Auf der Kabine angekommen hatten wir den Schleusenvorgang bereits beendet und es ging es ein Stück raus auf die offene Nordsee – auch etwas besonderes mit einem Flusskreuzfahrtschiff.

Freitag, 04. September 2020: Gent

Die einzige belgische Stadt, die auf dieser Reise angesteuert wurde, stand am heutigen Freitag auf dem Routenplan – Gent. Die kommunizierte Liegezeit war mit 6 bis 16 Uhr angegeben – Landgangsende: 15:30 Uhr. Im Vergleich zum offiziellen Fahrplan gemäß A-ROSA Internetseite handelt es sich um eine Verschiebung und auch Einkürzung – 7 Uhr bis 17:30 Uhr wurde ursprünglich beworben. Ein Grund hierfür wurde nicht kommuniziert, jedoch muss man natürlich bei einer Schiffsreise immer wieder flexibel reagieren, wenn sich gewissen Parameter wie z.B. Wasserstände, Schleusenzeiten etc. ändern. Allerdings wäre eine Kommunikation schon sinnvoll.

Bereits vorab hatten wir geplant nicht Gent, sondern die in der nähe befindliche Stadt Brügge zu erkunden. Bevor wir uns jedoch auf den Weg dort hin machten, ging es wie morgens üblich zum Frühstück. Dort waren wir gegen 8 Uhr und heute bestätigte sich wieder, dass der Frühstücksservice tagesformabhängig ist. Wir fanden sehr schnell einen Platz und wurden aufmerksam bedient. Die üblichen Mankos wie die Brötchen- und Brotwaren und die geringe Abwechslung bei den Wurst- und Käsespezialitäten blieben natürlich bestehen.

Gegen 8:45 Uhr verließen wir dann die A-ROSA Aqua, die im Industriehafen von Gent fest gemacht hatte (Rigakaii). Von dort aus sind es ca. 3 km bis zum Beginn der Innenstadt und rund 5 km bis zum Bahnhof Gent-Sint-Pieters. Zu letzterem Ziel mussten wir erstmal, um dann weiter auf eigene Faust mit dem Zug nach Brügge zu kommen. An der Pier standen keine Taxis, die auf Kunden warteten, auch im näheren Umkreis gibt es keinen Taxistand. Wir haben dann mit zwei Mitreisenden, die ebenfalls das Ziel Brügge hatten, ein Taxi gerufen, welches ca. 10 Minuten nach dem Anruf vor Ort war. Alternativ besteht auch die Möglichkeit von der Rezeption ein Taxi rufen zu lassen.

Der Taxifahrer hat für den Weg zum Bahnhof eine Fahrtstrecke durch die Innenstadt von Gent genommen, sodass man auch noch ein paar schnelle Impressionen von dieser Stadt bekommen hat. Das, was ich gesehen habe, sah auch vielversprechend aus. Während der Taxifahrt herrscht die Pflicht zum Bedecken von Mund und Nase. Die Taxifahrt, die ca. 15 Minuten andauerte, kostete 13,50€.

Am Bahnhof Gent-Sint-Pieters angekommen besorgten wir uns zunächst die passende Fahrkarte für Hin- und Rückfahrt – diese kostet pro Erwachsenen in der zweiten Klasse 13,40€. Die Züge fahren sehr regelmäßig mehrfach in der Stunde. Wir entschiedenen uns gegen den früher fahrenden Regionalzug und für den IC, der um 10:02 Uhr abfuhr. In Brügge kamen wir dann um 10:30 Uhr an. Vom Bahnhof kann man die Innenstadt von Brügge zu Fuß in ca. 15 bis 20 Minuten erreichen. Gleich am Bahnhof fiel auf, dass die meisten Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch im Freien trugen. Zum Zeitpunkt der Reise gab es eine festgelegte Zone, in der das Tragen einer Maske verpflichtend vorgeschrieben war. Das war für uns auch eine neue Erfahrung, aber lässt sich alles gut machen. Gleich zu Beginn fiel auf, dass hinter jeder Ecke ein schönes Gebäude zu finden ist. Somit stellten wir sehr schnell fest, dass die Leute, die uns vorab gesagt hatten, dass Brügge eine sehr schöne Stadt ist, absolut recht haben. Auch in Reiseführern wird ja konstant nur positiv über Brügge berichtet.
Den Bereich der historischen Innenstadt kann man sehr gut zu Fuß erkunden. Wir hatten keinen konkreten Plan was wir alles sehen wollten und ließen uns somit einfach von unseren Augen und Intuitionen leiten. Unter anderem kamen wir auf dem Marktplatz (Grote Markt), dem Turm Belfried, dem Rathaus, der Liebfrauenkirche, der Heilig-Blut-Basilika und einem Teil des Beginenhofs vorbei. Auch viele Geschäfte laden zum Stöbern ein – natürlich gibt es auch besonders viele Geschäfte, die belgische Schokolade verkaufen.
Außerdem entschieden wir uns noch dafür eine kleine Bootsfahrt auf den Grachten zu machen. Die Fahrt kostete pro Person 10€ und dauerte ca. 35 Minuten an. Vom Wasser aus hat man nochmal eine ganz andere Perspektive auf die schönen Gebäude der Stadt. Der Bootsführer hat über Lautsprecher Informationen zu den Sehenswürdigkeiten in Flämisch, Französisch und Englisch bekanntgegeben. Somit hatten wir damit auch viele Dinge erfahren, die wir sonst hätten nachlesen müssen. Eine solche Bootstour kann ich wirklich empfehlen. Vor Ort gibt es zahlreiche Anbieter, die alle die gleichen Touren zu den gleichen Preisen anbieten. Durch die aktuelle Situation sind auch deutlich weniger Touristen vor Ort als sonst üblich, somit hatte man keine langen Wartezeiten bei Gastronomie oder Sehenswürdigkeiten und auch ausreichend Platz um einen selbst herum.

Leider war die Zeit vor Ort natürlich begrenzt durch die Liegezeit der A-ROSA Aqua in Gent, doch ein Programmpunkt durfte bei einem Besuch in Belgien nicht fehlen – der Besuch eines Waffelhauses. Mehr oder weniger zufällig fanden wir ein sehr gutes – House of Waffles. Dort gab es für mich eine Kombination namens Chocolate Madness, eine Brüsseler Waffel mit Schlagsahne, Schokoladeneis und Schokoladensauce. Für mich als Fan von süßen Speisen ein absolutes Highlight. Die Waffel mit allen Komponenten, insbesondere die selbst hergestellte Schokoladensauce, war sehr lecker.

Da das Landgangsende für 15:30 Uhr vorgesehen war, hatten wir leider nicht so viel Zeit vor Ort, allerdings konnten wir einen guten ersten Eindruck von Brügge gewinnen.
Zurück nach Gent nahmen wir den IC um 14:10 Uhr, der um 14:36 am Bahnhof Sint-Pieters ankam. Mit Mitreisenden teilten wir uns wieder ein Taxi direkt zurück zum Schiff. Für diese Fahrt fielen 18,90€ an.

Nachdem wir die Landgangskarten abgegeben hatten, zog es uns direkt aufs Sonnendeck, auf dem wir dann fast konstant den Nachmittag und frühen Abend verbracht haben. 

Das Schöne ist ja bei einer Flusskreuzfahrt auch die Landschaft, die an einem vorbeizieht. Man hat sozusagen immer etwas zu sehen. Das Wetter lud auch zum Verweilen auf dem Außendeck ein – Sonnen-Wolken-Mix bei ca. 20 Grad.

Kurz vor dem Abendessen kehrten wir auf unsere Kabine zurück, um uns für das Abendessen frisch zu machen. Kurz vor 20 Uhr kam dann wieder die tägliche obligatorische Durchsage mit den aktuellen Coronamaßnahmen an Bord, die aber jeden Tag gleich lauteten. Beispielsweise wird da auf das regelmäßige Händewaschen, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung etc. hingewiesen.

Um 20 Uhr ging es dann ins Restaurant zum Abendessen. Das Thema des Abends war mediterranes Essen. Zusätzlich entschieden wir uns dafür für diesen Abend die Weinbegleitung hinzuzubuchen. Das kostete 12,90€ pro Personen und serviert wurden zwei hochwertige Weine – ein Weiß- und ein Rotwein. Deutlich merkt man dann den Unterschied zwischen dem inkludierten Wein und dem aufpreispflichtigen Wein. Die Speisen beim heutigen Abendessen waren allesamt lecker und von einer guten Grundqualität.

Den weiteren Abend verbrachten wir auch wieder auf dem Sonnendeck. Mit einer Jacke bewaffnet ließ es sich sehr gut aushalten. Es gab auch wieder interessante Schleusenvorgänge zu beobachten. An diesem Abend beendeten wir diesen Abend bereits etwas vor Mitternacht.
Über Nacht steuern wir nun unseren letzten Hafen dieser Reise Nijmegen in den Niederlanden an.

Samstag, 05. September 2020: Nijmegen

Der heutige Samstag ist der letzte komplette Tag dieser Reise und dieser war fast ausschließlich ein Flusstag, jedoch auch nur fast, da es ein kurzes Zeitfenster für einen Landgang gab.

Der Tag begann wie jeder andere auch mit dem Frühstück, welches an diesem Tag vom Service her wieder ganz gut war und sogar etwas Abwechslung beinhaltete, denn es gab zum Mal Lachs zum Frühstück bzw. generell eine Fischspezialität. Die sonstigen Speisen waren sozusagen wie immer.

Die Ankunft in unserem letzten Hafen der Reise, Nijmegen in den Niederlanden, war gemäß aktualisiertem Reiseplan für 10:00 Uhr vorgesehen. Der Kapitän informierte jedoch darüber, dass sich die Ankunft um ca. 1 Stunde verzögern wird, da man bei der nächtlichen Fahrt durch Wartezeiten an den Schleusen eben diese Stunde verloren hatte. Das Landgangsende wurde entsprechend angepasst und auch eine Stunde nach hinten geschoben. Ob man nun eine Stunde später oder früher in Nijmegen ist, machte für uns keinen Unterschied, somit war für uns diesbezüglich alles in Ordnung. Nicht nachvollziehbar ist aber für mich die deutliche Einkürzung des Aufenthalts in Nijmegen. Diese Reise wird mit einer Ankunft von 9 Uhr und einer Abfahrt von 13 Uhr beworben und verkauft – auch das ist kurz, aber besser als der nun so durchgeführte Halt in Höhe von 2 Stunden. Da das Landgangsende auch noch 30 Minuten vor dem Auslaufen des Schiffes vorgesehen ist, bleiben also im Endeffekt 90 Minuten Zeit für den Landgang übrig. Zu dieser nicht unerheblichen Änderung gab es keinerlei Information im Vorfeld oder an Bord. Dies unterstreicht das Kommunikationsproblem von A-ROSA, das meiner Meinung nach in verschiedenen Punkten vorliegt. Es geht in erster Linie nicht einmal um die Änderung an sich, sondern um die Nicht-Kommunikation. Genau das selbe verfolgte auch nicht bei den geänderten Zeiten und der Verkürzung des Aufenthalts in Gent. Möglicherweise gab es auch nautische oder organisatorische Gründe für diese Änderungen, jedoch sollte man die Gäste auch davon in Kenntnis setzen.

Um 11 Uhr erreicht dann die A-ROSA Aqua die niederländische Kleinstadt Nijmegen und legte sehr zentrumsnah an. Mittlerweile hatte sich schon die überwiegende Zahl der Passagiere auf dem Sonnendeck versammelt, denn von dort aus konnte man an diesem Tag das Schiff verlassen. Vorrang hatten hierbei noch die A-ROSA-Ausflugsgäste, jedoch konnte man nichts desto trotz relativ zügig das Schiff verlassen und zügig trifft quasi für den gesamten Landgang in Nijmegen zu, denn wie gesagt hatte man nur 90 Minuten Zeit. Für uns ging es dann in die nicht weit entfernte Innenstadt, wo wir die Sehenswürdigkeiten St. Stevenskerk, die Latinse School, Grote Markt, die Waag und das historische Rathaus in aller Kürze auf uns wirken ließen. Am heutigen Samstag war außerdem Markttag in der Innenstadt und somit auch ein bisschen „Gewusel“ auf den Straßen. Schließlich entschieden wir uns noch dafür nicht das Mittagessen an Bord einzunehmen, sondern auf dem Markt nochmal die Chance zu nutzen leckeren Kibbeling zu essen. Danach war es dann auch schon wieder Zeit ein letztes Mal an Bord der A-ROSA Aqua zu gehen. Das Landgangsende war schließlich schon um 12:30 Uhr. Ein bisschen kam man sich bei diesem verkürzten Aufenthalt vor wie eine asiatische Reisegruppe, die irgendwo „ausgesetzt“ wurde, ein enges Zeitfenster hat und nur schnelle ein paar Fotos gemacht werden können und dann weiter gefahren wird. Somit kann man aber sagen, dass man vor Ort war. In Nijmegen benötigt man sicherlich keinen ganzen Tag zur Erkundung, doch die ursprünglich geplante Dauer wäre schon sinnvoll gewesen.

Zurück an Bord nahmen wir auf dem Sonnendeck Platz und genossen dort die Ruhe, da fast alle anderen Passagiere beim Mittagessen waren, und die Sonne, die sich zwischendurch immer mal wieder kurz versteckte, aber zum Großteil präsent war. Etwas verwundert war ich darüber, dass an der Gangway auf dem Sonnendeck bei dieser Situation kein Desinfektionsspender aufgebaut wurde.

Am weiteren Nachmittag gab dann in der Lounge eine nautische Fragestunde mit einem der Kapitäne, die ich jedoch nicht besucht hatte.

Bereits vorab hatten wir uns für diesen Tag noch einmal einen Zeitraum im Whirlpool reserviert. Dieser war von 16 bis 17 Uhr und somit während der Fahrt auf dem Rhein. Durch die Lage des Pools direkt am Bug hat man wirklich einen tollen Blick und kann so die vorbeiziehende Landschaft wunderbar genießen. Den Whirlpool darf man ja sowieso maximal nur mit zwei Personen (aus einer Kabine) benutzen, sodass man darin auch ausreichend Platz hat. Den Bereich mit den Liegen draußen hingegen können jedoch auch noch andere Gäste nutzen, genauso wie den Innenbereich des SPArosa und das Fitnessstudio.

Nach dem Pool-Aufenthalt ging es dann für uns wieder auf das Sonnendeck, wo wir noch die Sonnenstrahlen und die vorbeiziehende Landschaft genossen.

Vor dem Abendessen erledigten wir noch das, was am Ende der Reise unvermeidlich ist: das Kofferpacken. Wenigstens braucht man bei der Abreise anders als bei der Anreise nicht darüber nachzudenken was mit einpackt, sondern es muss einfach alles wieder mit.

Um 20 Uhr stand dann das Farewell-Dinner auf der Agenda. Am Eingang zum Restaurant standen dann der Kapitän und der Hotelmanager und haben einen schönen Abend gewünscht und zusätzlich gab es an diesem Abend auch vorab ein Glas Sekt.

Mit meiner heutigen Essensauswahl war ich sehr zufrieden, denn die Speisen an diesem Abend waren wirklich lecker und auch vom Service her lief alles gut und die Mitarbeiter waren wie jeden Abend sehr freundlich. Summa summarum war es kulinarisch gesehen ein guter Abschluss der Reise. Den restlichen Abend verbrachten wir auf Grund der doch stark gefallenen Temperaturen zur Abwechslung in der Lounge. Dort führten wir noch einige nette und interessante Gespräche mit Mitreisenden, mit denen wir im Verlauf der Reise vermehrt Kontakt hatten. Die Zeit verging wie im Flug und so machten wir in sozusagen „den Abschluss“ in der Lounge. Um kurz nach Mitternacht ging es dann auf die Kabine, wo wir dann noch die Koffer vor die Kabinentür stellten und dann den Tag beendeten. Über Nacht fährt die A-ROSA Aqua dann zum Ausgangspunkt der Reise nach Köln.

Sonntag, 06. September 2020: Köln / Fazit

Jede Reise hat einmal ein Ende und das war dann am heutigen Sonntag erreicht. Planmäßig sollte die A-ROSA Aqua um 6 Uhr den Liegeplatz in Köln (Deutzer Hafen) erreichen, doch dies war erst später gegen 7:30 Uhr der Fall. Da wir individuell abreisten mussten wir das Schiff bis um 9 Uhr verlassen. Die anderen Abreisegruppen mit Transfers z.B. zum Kölner Hbf waren auch in verschiedene Zeitfenster eingeteilt – auch hier war das letzte Zeitfenster um 9 Uhr, sodass ab diesem Zeitpunkt bis zum erneuten Check-In am Nachmittag das Schiff leer von Gästen war.

Wir waren gegen 8 Uhr ein letztes Mal auf dieser Reise frühstücken und das lief sehr entspannt ab, da zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Leute frühstückten oder sogar viele schon von Bord waren. Es gab somit genug Auswahl an freien Tischen. Die Auswahl war an diesem Tag nicht reduziert, sondern es gab das übliche wie jeden Morgen.

Nach dem Frühstück ging es nochmal kurz zurück zur Kabine, um unser Gepäck zu holen. Die Rechnung kam bereits über Nacht und war korrekt, sodass ich ein Exemplar unterschrieben an der Rezeption abgegeben habe. Gegen 8:40 Uhr haben wir dann die A-ROSA Aqua über das Sonnendeck verlassen. Mit diesem Schritt war dann diese Flussreise offiziell beendet.

Fazit

Zunächst einmal das Wichtigste vorab: Wir hatten einen wirklich schönen Urlaub und auch in Corona-Zeiten lässt sich eine Flusskreuzfahrt wirklich gut und sicher absolvieren. Das steht und fällt jedoch damit, dass sich alle an die Regeln halten.

Die angelaufenen Destinationen haben uns sehr gut gefallen und waren allesamt Neuland für uns. Alle Ziele haben ihre Berechtigung und sind sehenswert. Besonders interessant fand ich schon alleine die Fahrtstrecke über verschiedene Flüsse und Kanäle mit ihren jeweiligen Besonderheiten wie z.B. Schleusen und Brücken, die für die Durchfahrt „weichen“ mussten.

Die Alternative Middelburg statt Antwerpen war von A-ROSA sehr gut gewählt worden – ein wirklich schönes Städtchen mit Flair. Leider hat A-ROSA den Alternativhafen nicht vor der Reise kommuniziert, sodass man sich hätte darauf vorbereiten können. Allerdings handelt es sich bei Middelburg auch um ein Ziel, welches man auch spontan erkunden kann. Dass wir nicht nach Antwerpen fahren werden war mir bereits vorab bekannt, doch dass es nach Middelburg geht wurde dann an Bord im Rahmen der Sicherheitsunterweisung kommuniziert. Dass aber auch die Zeiten für Gent und Nijmegen angepasst wurden, wurde nicht erwähnt. Das könnte man nur an einem kleinen Zettel namens „Fahrplanänderung“, der in der Nähe des Ausflugsschalters angebracht war, nachlesen. Hier sind wir auch bereits bei einer großen Schwachstelle von A-ROSA, die meiner Meinung nach sehr offensichtlich ist: Kommunikation. Wie bereits erwähnt wurde vorab nicht kommuniziert, dass wir statt nach Antwerpen nach Middelburg fahren werden. Dass wir nicht nach Antwerpen fahren wusste ich auch nur auf Nachfrage. Sonst könnte man bis zum Beginn der Reise davon ausgehen, dass man dort hin fährt. Natürlich ist es absolut zu begrüßen, dass man kein Ziel in einem Corona-Risikogebiet angesteuert, da es andernfalls zu entsprechenden Nachteile für Passagiere und Crew kommt. Doch nicht nur dort zeigt sich das Manko mit der Kommunikation.

Bereits zu Beginn der Reise wurde seitens des Kapitäns auch einfach entschieden, dass man nach dem Check-In das Schiff nicht mehr verlassen darf, damit man pünktlich abfahren kann. Der Grundgedanke dahinter ist verständlich, jedoch ist es auch hier wieder die Nicht-Kommunikation vorab, die störend ist. Bis zur geplanten Abfahrt waren es noch 90 Minuten Zeit und da darf man das Schiff nicht mehr für 15 Minuten verlassen und noch ein paar Fotos zu machen ist schon merkwürdig.

Über die Verspätung in Hoorn und in Nijmegen wurde entsprechend informiert. Hierbei handelte es sich um Auswirkungen durch den niedrigen Wasserstand und Warten an Schleusen. Mit so etwas ist auf dem Fluss immer zu rechnen und ist nichts Ungewöhnliches.

Das von A-ROSA gewählte Konzept in Zeiten von Corona kann ich in einigen Punkten nachvollziehen, in anderen jedoch nicht. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in den öffentlichen Innenbereichen zum bis Erreichen einen Sitzplatzes ist mittlerweile keine Besonderheit mehr und es handelt sich um eine notwendige Maßnahme, die für mich absolut kein Problem oder eine Belastung darstellt. Zum Großteil haben sich die Passagiere auch an die Regeln gehalten. Oftmals waren es die gleichen Personen, die zufällig gerade in dem Moment in denen man ihnen begegnet die Maske „vergessen“ haben.
Die Regelungen bezüglich der Mahlzeiten kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Zum Abendessen wird man in zwei Sitzungen eingeteilt, was absolut in Ordnung und sinnvoll ist, beim Frühstück und Mittagessen gibt es keine Sitzungen und es herrscht freie Platzwahl.
Im Film zum Bordleben in Corona-Zeiten wird explizit darauf hingewiesen, dass man viel Wert darauf legt, dass man beim Abendessen im Laufe der Reise nur mit einer weiteren Kabine in Kontakt kommt. Das sei essentieller Bestandteil des Hygienekonzepts. Beim Frühstück und Mittagessen hingegen ist es sogar vorgesehen, dass man mit anderen Passagieren in Kontakt kommt und die Mahlzeiten einnimmt. Lediglich ein Papier zur Kontaktverfolgung ist auszufüllen. Somit kommt man zwangsläufig mit vielen weiteren Personen in engen Kontakt. Warum man dann  explizit darauf Wert legt, dass man beim Abendessen immer mit den gleichen Personen isst, kann ich nicht nachvollziehen. Paradox finde ich auch, dass zwischendurch Tische wegen Einhaltung der Abstände frei gelassen werden, jedoch statt diese Tische zu besetzen, dann Personen aus anderen Kabinen direkt mit einem am Tisch sitzen. Besonders angespannt war die Situation meistens beim Frühstück. Dafür wurde das Restaurant, der Cafe´-Bereich und die Weinwirtschaft genutzt und die Kapazität hat nicht ausgereicht. Auf Grund der Bedienung am Platz war an einem regulären „4er-Platz“ nicht genug Platz für 4 Personen. Zwei Aufschnittteller, Teller mit Eierspeisen, Weck-Gläser, Saftgläser, Butter, Marmelade etc. – da wird es sehr schnell sehr eng.

Die Qualität der Frühstückswaren ist nicht besonders hoch. Es handelt sich um preisgünstige Massenware. Insbesondere die Brötchen sind qualitativ im untersten Segment anzusiedeln. Dunkles Brot, das A-ROSA Vitality Brot, erhielt man in der Regel nur auf Nachfrage und Verfügbarkeit – doch dieses Brot war wenigstens von einer ordentlichen Qualität. Beim Frühstück bestand weiterhin das Problem, dass man gar nicht wusste, was es alles gab und wenn man nicht weiß was es alles gibt, kann man es auch nicht bestellen. Oftmals wussten die Servicekräfte selbst nicht was es gibt. Das galt insbesondere für die täglich wechselnden Frühstücksspezialitäten. Wenn man nachfragte was es heute gibt, kam in der Regel erstmal keine Antwort und man musste nachfragen. Mal gab es Würstchen, mal gab es Frikadellen, aber so etwas wie Pancakes oder Waffeln, die es auf anderen A-ROSA-Schiffen gibt, gab es auf der Aqua nicht. Im Laufe der Reise erfuhr man dann zufällig von anderen Gästen, dass man auf Nachrage auch Streichwurst bestellen kann oder auch Fischspezialitäten. Angeboten wird das alles nicht und da sind wir wieder beim Thema Kommunikation. Leider war es auch so, dass das eingesetzte Personal größtenteils auch nicht besonders gut Deutsch und manche sogar auch nicht Englisch verstand. Das macht es insbesondere beim Frühstücksservice, wo man alles mögliche ordern muss ohne eine Übersicht zu haben was es tagesaktuell gibt, nicht einfacher. Alle Mitarbeiter waren immer sehr bemüht, freundlich und ständig unter Strom am Arbeiten, doch man hat deutlich gemerkt, dass sie das Konzept an die Belastungsgrenze führt. Auch hier ist das beste Beispiel das Frühstück. Waren Gäste mit dem Frühstück fertig waren zwar die Plätze wieder frei, doch es gab dann viele Tische sie aussahen wie „Schlachtfelder“. Die Mitarbeiter kamen teilweise gar nicht dazu die Plätze sauber zu machen und neu einzudecken.

Kulinarisch gesehen waren das Mittagessen und das Abendessen in aller Regel schmackhaft und von einer ordentlichen Qualität. Klar gab es auch „Ausreißer“ nach oben und unten.

Das System, dass man sich beim Frühstück für die gewünschten Speisen zum Abendessen entscheidet, ist absolut nachvollziehbar und stellt für mich keine Einschränkung dar.

Das Schiff fuhr auf unserer Reise mit einer Auslastung von 75%, was 150 Personen entspricht. Gefühlt waren es zu viele Personen für dieses Konzept auf diesem Schiff. Bauartbedingt ist das Schiff darauf ausgelegt auf sehr begrenztem Raum möglichst viele Sitzplätze zu realisieren. Das ist in der aktuellen Zeit natürlich eher von Nachteil, sodass sich sicherlich das Konzept auf anderen Schiffen besser realisieren lässt, aber alle sind sehr bemüht und man merkt auch, dass alle Crewmitglieder froh sind, dass es endlich wieder einen Gästebetrieb gibt.

Eine geringe Auslastung würde jedoch auch für die Servicekräfte etwas Entspannung in die Abläufe bringen, jedoch ist natürlich eine höhere Auslastung wirtschaftlich gesehen von Vorteil.

Die Flächen, die von den Gästen besonders oft angefasst wurden, wie z.B. Geländer, die Reling, Türgriffe, Tische etc. werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert. Zudem wird auch vermehrt darauf geachtet, dass sich die Gäste die Hände desinfizieren und im Treppenhaus die vorgeschriebene durch Pfeile angezeigte Laufrichtung einhalten.
Das Sparosa ist bis auf die Sauna nutzbar. Im Fitnessbereich durften sich maximal 3 Personen aufhalten und im Whirlpool maximal 2 Personen aus einer Kabine. Kommuniziert wurde jedoch nicht, dass man an der Rezeption vorab ein Zeitfenster buchen muss – das habe ich nur durch Zufall erfahren – es handelt sich jedoch um eine sinnvolle Maßnahme, damit es dort geordnet abläuft. Insgesamt war das Schiff in einem sehr guten Zustand – egal ob innen oder außen. Es sieht so aus, dass man die Zeit des Stillstands genutzt habe.

Die Qualität der Getränke und die Zubereitung war stets sehr gut und insgesamt lief es mit dem Barservice durchaus stets gut. 

Das Unterhaltungsprogramm an Bord beschränkt sich auf Ausflugspräsentationen und die Prime Time, die in zweimal am Abend gezeigt wird. Hierbei handelt es sich um eine Talk-Runde mit unterschiedlichen Personen von Bord. Weiterhin spielt der DJ an jedem Abend Musik mit verschiedenen Mottos. Getanzt werden darf dazu nicht. An einem Nachmittag gab es außerdem eine nautische Fragestunde. Besonders gut hat mir bei der Ausfahrt aus Rotterdam die moderierte Hafenrundfahrt gefallen, da man dort viele Informationen zum Hafen und der Stadt erhalten hat und somit die reine Fahrt über diese Strecke aufgewertet hat.

Insgesamt war es erst die dritte Reise an Bord der A-ROSA Aqua seit Beginn der Corona-Pandemie, sodass das Team am Bord verständlicherweise noch nicht so gut eingespielt war und Schwachstellen im Konzept in Corona-Zeiten schnell offensichtlich wurden. Ich gehe davon aus, dass es nun mit jeder durchgeführten Reise etwas besser wird und wie gesagt waren alle Mitarbeiter bemüht und stets freundlich, doch man hat ihnen auch angemerkt, dass sie am Limit arbeiten. Möglicherweise werden deshalb auch Frühstück und Mittagessen nicht in mehreren Tischzeiten angeboten, da das die Arbeitszeiten nochmal erhöhen würde, doch dann kommt man zu dem Punkt, dass es an Bord zu wenige Mitarbeiter geben könnte.

Die Reise an sich mit den Destinationen kann ich absolut empfehlen und ich möchte die Zeit auch nicht missen, aber das Konzept in Corona-Zeiten passt für mich nicht in allen Punkten. Sicherlich kann man jedoch schon mit kleinen Verbesserungen viel erreichen, um das Produkt A-ROSA Flusskreuzfahrten in der aktuellen Zeit noch attraktiver zu machen und möglicherweise auch Hochseekreuzfahrt-Gäste dauerhaft als Kunden zu gewinnen.

P.S.: Meine Kritik ist auch stets konstruktiv gemeint und wurde von mir an Bord auch schon in diversen Gesprächen angesprochen.

A-Rosa Flusskreuzfahrten: Angebote & Buchung

Die Reisen werden angeboten von der Kreuzfahrtlounge Apensen

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