Falscher AIDA Arzt muss drei Jahre ins Gefängnis


    Der Hochstapler von der AIDA muss ins Gefängnis – Krankenpfleger fälschte sich zum Schiffsarzt

    Nach der Verhaftung des falschen AIDA Arztes im Dezember 2015 musste sich der gelernte Krankenpfleger vor Gericht verantworten.



    Neben Narkosen und Organentnahmen im Krankenhaus fuchste sich der Angeklagte auch zum Schiffsarzt bei AIDA durch. Nach dem sich der Arzt einen neuen Ausweis ausstellen lassen wollten, auf dem ein zweiter Name eingetragen werden sollte, prüfte man seine Dokumente und stellte fest, dass es sich nicht um einen richtigen Arzt handelt. Der falsche Schiffsarzt wurde umgehend von der Bundespolizei festgenommen als er Nachhause geflogen war.

    So wurde der 41-jährige nun am gestrigen Montag zu drei Jahren Haft verurteilt. Er wurde wegen Titelmissbrauchs, Betrug und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

    AIDA Bordhospital - der Arbeitsplatz des falschen Schiffsarzt

    AIDA Bordhospital – der Arbeitsplatz des falschen Schiffsarzt



    Es seien weder bei AIDA noch in den Krankenhäusern in welchen er praktizierte zu Schaden gekommen sagte der Richter. Sein Glück soll gewesen sein, dass es nirgendwo zu Komplikationen gekommen sei, denn dann hätte der Angeklagte nicht eingreifen können, so der Vorsitzende Richter.

    Die Anwälte des falschen Arztes hatten eine Bewährungsstrafe beantragt, die Staatsanwaltschaft verlangte 3 Jahre und 10 Monate Haft. Offen ist, ob Rechtsmittel eingelegt werden. Bis zur Rechtskraft des Urteils ist der Krankenpfleger unter Meldeauflagen auf freiem Fuss.

    Einzig seine Krankenpfleger-Ausbildung war korrekt in seinem Lebenslauf. Zu gerne hat er sich als Intensivmediziner und Anästhesist ausgegeben. Als Dozent hat er zudem auch noch Vorträge gehalten und vor Medizinern referiert. Das funktioniert durch gefälschte Dokumente, die ihm eine Einstellung bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation eingebracht hatte. Insgesamt habe er an 57 Organentnahmen teilgenommen und 41 Narkosen durchgeführt. Sein Zeugnis der Stiftung sprach ihm ein äußerst fundiertes und ausgezeichnetes Fachwissen aus.

    Als falscher AIDA Arzt behandelte der Krankenpfleger über 1200 Patienten auf hoher See. Hätte er nun auf seinen zweiten Vornamen auf dem Arztausweis verzichtet, wären es wohl noch deutlich mehr geworden.

    Im übrigen legte der Mann ein umfangreiches Geständnis ab und entschuldigte sich bei allen Menschen die er behandelt hat und deren Vertrauen er missbraucht hat. Er wollte niemandem schaden, er wollte helfen, so seine Worte. Sein Verdienst waren über die Zeit rund eine halbe Millionen Euro.



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