Reisebericht Princess Daphne auf Norwegen-Kreuzfahrt (mit Kind)


    Ob man ein Schiff für eine Familienkreuzfahrt mit Kind empfehlen kann oder nicht kann man wohl am ehesten dann beurteilen, wenn man selbst eine Kreuzfahrt mit Kind auf dem jeweiligen Kreuzfahrtschiff unternommen hat. Aus diesem Grund haben wir die MS Princess Daphne von Classic International Cruises, die von Ambiente Kreuzfahrten vermarktet wird, einmal etwas genauer unter die Lupe genommen und auf ihre Kinder- bzw. Familientauglichkeit getestet.

    Eine Woche, ganze acht Tage also, ging es für mich, gemeinsam mit meinem 4-jährigen Sohn Leon auf eine Südnorwegen-Kreuzfahrt von und bis Bremerhaven. Die Stationen dazwischen mehr als interessant, darunter Flam, Geiranger, Molde, Andalsnes, Bergen und zwei Seetage, die ja auf einem klassischen Kreuzfahrtschiff gerne auch mal für Familien mit Kindern zu einer kleinen Herausforderung werden können, da Kinderbetreuung und spezielle Spielzimmer für Kinder hier meist nicht angeboten werden.



    Leon auf der Princess Daphne in Bremerhaven

    Leon auf der Princess Daphne in Bremerhaven



    Wir machten uns nun also am Samstag, den 18. August 2012 schon in den frühen Morgenstunden mit dem Auto auf den Weg in Richtung Hamburg von wo aus es dann mit dem Zug weiter gehen würde. Im IC Richtung Bremen fanden wir ein schickes und gemütliches Abteil, das wir uns mit einer jungen Frau teilten, welche sich bereits am Bahnsteig bereit erklärte uns mit dem schweren Koffer zu helfen. Nach einer einstündigen Fahrt stiegen wir dann in Bremen um in einen extrem überfüllten Metronom, teilten uns den ca. 5 Quadratmeter großen Eingangsbereich mit ca 20 weiteren Passagieren und erdrückten und zerquetschten uns gegenseitig ein wenig. Während der Fahrt lernten wir bereits die ersten Passagiere der Princess Daphne kennen und freuten uns dank der netten Damentruppe nun noch mehr auf unsere Kreuzfahrt.

    Viel zu früh am Columbus Cruise Center angekommen schlugen wir uns dort erst mal die Zeit tot, nachdem wir die Koffer bereits abgeben konnten. Bei einem Glas Cola, einem Stück Apfelkuchen und heranfahrenden Reisebussen und Taxen verging die Zeit wie im Flug und schon konnte pünktlich um 14:30 Uhr der Check In und die Einschiffung beginnen. Die Schalter wurden nach Decks und Kabinennummern aufgeteilt um einen schnellen und reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. 10 Minuten später befanden wir uns bereits an Bord der Princess Daphne, wo uns eine nette Dame auf unsere Kabine begleitete und auch das Gepäck, welches bereits vor der Kabine stand, stellte sie hinein.

    Beim Koffer auspacken klopfte es an unserer Tür, unsere Kabinenstewardess Swetlana stellte sich vor, informierte uns darüber dass im Restaurant ein Imbiss sowie Kaffee und Kuchen serviert wird, brachte uns eine Kinderrettungsweste für Leon und kontrollierte diese auch auf ihre Passform – sehr vorbildlich wie ich finde!

    Pünktlich um 16:30 legten wir in Bremerhaven ab und genossen das Auslaufen aus dem Hafen. Erst nachdem wir uns bereits auf See befanden, nämlich um 17:30 Uhr fand an Bord der Princess Daphne die obligatorische Seenotrettungsübung statt. Mit den Rettungswesten unterm Arm ging es zu den Sammelstationen wo alle Passagiere auf ihre Anwesenheit kontrolliert und sicherheitshinweise durchgegeben wurden. Außerdem führte man das richtige Anlegen der Rettungswesten vor bevor es im Anschluss zu den einzelnen Rettungsbooten ging. Hier war die SNRÜ dann acuh beendet.

    Um 18:30 Uhr lud Linda Brummer, die Kreuzfahrtdirektorin, auf ein Wort in die Admiral’s Lounge ein und stellte ihr Team und das Schiff mit einer großen Portion Humor und einigen Kreuzfahrt-Anekdoten vor. Im Anschluss ging es dann auch schon ins Restaurant wo man das Abendessen servierte – mehrgängige Menüs, die man sich a la carte zusammenstellen konnte. Leon servierte man freundlicherweise einen Hamburger mit Pommer und zum Nachtisch ein Eis worüber er sich sehr freute.

    Da wir schon sehr müde waren genossen wir an Deck noch den wunderschönen Sonnenuntergang und sahen der Queen Mary 2 auf der Höhe von Helgoland dabei zu wie sie und entgegen kam und an uns vorbei fuhr.

    Uns so endete auch schon unser erster Tag unserer Kreuzfahrt mit der Princess Daphne – ein schöner Tag wie wir beide fanden. Auch einige andere Kinder haben wir bereits an Bord gesichtet.

    Seetag und Action für Kids on Cruise

    Nachdem wir natürlich am Abend zuvor bereits das Tagesprogramm für unseren zweiten Tag an Bord der MS Princess Daphne studiert haben, freuten wir uns umso mehr auf unseren ersten Seetag, denn Action war angesagt. Nicht nur für die erwachsenen Passagiere, die mit Sport und Vorträgen bei Laune gehalten wurden, sondern auch und vor allem den Kids, Teens & Twens wurde jede Menge geboten.

    Doch zunächst starteten wir unseren Tag bei einem ausgiebigen Frühstück in Buffetform im Restaurant, so dass wir gestärkt in den Tag starten konnten, denn um 10.00 Uhr stand für uns schon der erste Termin auf dem Programm:

    Crewmitglieder spielen mit den Kids auf dem Freideck der Princess Daphne

    Crewmitglieder spielen mit den Kids auf dem Freideck der Princess Daphne

    Kennenlerntreffen der Kreuzfahrtkids mit Jenny in der Neptun Bar

    Von der Neptun Bar auf Deck 2 aus ging es direkt weiter auf das äußerst großzügig gestaltete Pooldeck, denn hier hatten die Kinder an Bord der Princess Daphne genügend Platz um sich bei Bewegung und diversen Ballspielen ausgiebig kennen zu lernen. Fängt ein Kind den Ball muss es die Frage des Werfers beantworten und darf anschließend den Ball mit einer neuen Frage weitergeben. So wussten die Kinder schnell mit wem sie es zu tun hatten, wie die anderen Kinder heißen, wie alt sie sind, wo sie herkommen und was sie so für Vorlieben haben. Der blaue oft bemängelte „Gummimatten-Belag“ auf dem Pooldeck, der einigen wohl ein Dorn im Auge zu sein scheint, stellte sich hierbei als großer Vorteil heraus – rutschfest und weich gepolstert musste man sich so keine allzu großen Sorgen um Stürze machen, lediglich um den Ball, der hin und wieder der Reling sehr nahe kam und das eine oder andere Mal auch auf einem Deck tiefer landete.

    Nachdem der Körper der Kinder nun gefordert war wurde es Zeit auch etwas für das geistige Wohl zu tun und so ging es um 11.00 Uhr fließend über zu

    Tischspiele für Kreuzfahrtkids im Club

    Im Club auf Deck 4 gibt es eine kleine Internet-Ecke, gemütliche Sitzgruppen und vier große Tische die zum Spielen einladen. In einer Vitrine findet man diverse Karten-, Brett-, und Würfelspiele, die man nicht nur im Club spielen sondern bei Bedarf auch gerne ausleihen kann.

    Für die Kinder war das Detektiv-Spiel Cluedo angesagt, bei dem man ein Verbrechen aufdecken muss. Grundsätzlich wird das Spiel für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, was vom Schwierigkeitsgrad und vom Verständnis her auch nachzuvollziehen ist. Für die Kreuzfahrtkids an Bord der Princess Daphne stellte das allerdings kein Problem dar, so bildeten die etwas älteren Kinder, teils schon 16 und 17 Jahre alt, mit den jüngeren Kindern Teams, so dass jeder die selbe Chance hatte am Ende zu gewinnen. Auch wenn am Ende das Verbrechen nicht aufgeklärt werden konnte, so sah man den Kindern deutlich an dass sie Spaß hatten, und eben genau das war doch die Hauptsache.

    Nach einer ausgiebigen Mittagspause für die Kinder, die einige wahrscheinlich auch dazu nutzten die Augen für ein Weilchen zu zumachen, ging es um 16.00 Uhr auch schon weiter mit dem Kinderprogramm auf der Princess Daphne:

    Sport und Spiel mit Jenny

    Treffpunkt war auch diesmal wieder die Neptun Bar auf Deck 2, allerdings blieben die Kids nicht lange dort sondern gingen gemeinsam weiter nach oben,aufs oberste Deck, wo zum einen viel Platz war und eine blauer Teppich eventuelle Stürze gut auffangen konnte.

    Nach ein paar Sportübungen zum Aufwärmen und Dehnen, zwar war es sehr sonnig aber dennoch auch windig auf der Nordsee, konnten die Spiele auch direkt schon beginnen. Vier Stühle, die Pirateninseln darstellten, steckten das Spielfeld ab, in der Mitte ein große Liege, die die Polizeiinsel mit Gefängnis darstellte. Ein Kind war nun Polizist, welches die anderen Piraten fangen musste bevor diese sich auf die schützenden Pirateninseln retten konnte.

    Dieses Spiel war im Laufe der Reise so beliebt bei den Keuzfahrtkids geworden, dass man auch oft außerhalb der Betreuungszeiten beobachten konnte, wie die Kreuzfahrtkids sich oben am Schornstein trafen um es wieder zu spielen.

    Anschließend war es dann auch wieder Zeit ein bisschen was fürs Köpfchen zu tun und so lud Jenny in der Piano Bar ein zum

    Kinderquiz

    Hier wurden die Kids mit ihrem Wissen wirklich gefordert, denn die Fragen waren selbst für manchen Erwachsenen wohl kaum zu beantworten, oder wisst ihr in welchem Land Schnabeltiere definitiv nicht vorkommen? Auch wenn die Kinder oft mit unwissenden Augen da saßen, so wussten sie doch nach dem Quiz um einiges mehr und konnten auf ihrer Kreuzfahrt mit der Princess Daphne sogar noch allerhand lernen. Zudem gab es für jede richtig beantwortete Frage ein Bonbon, erstaunlich zu beobachten war hierbei dass die Kids diese nicht unkontrolliert in ihre Münder schoben sondern den Großteil in die Taschen stopften um diese für „schlechte Zeiten“ zu bunkern.

    Nun war der Tag auch schon fast rum, wobei das Highlight nun natürlich noch bevorstand: der Kapitäns Empfang mit anschließendem Gala-Dinner und der großen Willkommens-Show in der sich alle zukünftigen Künstler der Reise mit einer kurzen Darbietung vorstellten.

    Für die Kinder gab es eine spezielle Kinderkarte, auf der Lieblingsgerichte wie Hamburger, Chicken Nuggets, Fischstäbchen, Bratwurst, Spaghetti und Co zu finden waren, so dass auch die Kleinsten ihre kulinarischen Highlights während der Kreuzfahrt erleben durften.

    Sognefjord und Flam

    Unser dritter Tag an Bord der MS Princess Daphne begann bereits sehr früh inmitten des Sognefjords. Der Sognefjord ist mit einer Länge von 204 Kilometern nicht nur der längste Fjord Norwegens sonder auch der tiefste mit einer unglaublichen Tiefe von 1.330 Metern im Mittelbereich. Mein Tag startete etwas früher als der von Leon, nämlich gegen 6.00 Uhr bei einem traumhaften Sonnenaufgang. Leon hingegen musste nach der langen Show am Vorabend erst einmal ausschlafen, wobei ausschlafen an Bord der Princess Daphne nur bedingt möglich ist, da es meist nur, so auch an diesem Tag, bis 9.00 Uhr Frühstück gibt.

    Nachdem wir uns mit Cornflakes und leckerem Saft für den Tag gestärkt haben dauerte auch nicht lang, bis der erste und an diesem Tag auch zugleich letzte Programmpunkt für die Kreuzfahrtkids anstand:

    Schatzkarte basteln auf der Princess Daphne

    Schatzkarte basteln mit Jenny

    Mit einer Menge Zeitungspapier, vielen verschiedenen Stiften, jeder Menge Wasserfarben, Klitzersteinen und Co trafen sich die Kinder also um 10.00 mit Jenny in der Spielothek um eine große Schatzkarte zu basteln. Während die kleinen Piraten wild drauf los pinselten, versuchten die etwas größeren Kinder, teils schon Jugendliche etwas System in das Farben-Wirrwarr zu bringen – sei nur zu hoffen, dass sie am Ende noch wissen wo denn jetzt tatsächlich der Schatz versteckt hat.

    Für die Kinder, die zwar mit in der Spielothek waren, Schatzkarten basteln aber nicht so wirklich interessant ist, bietet die Spielothek zwei große Flachbildfernseher mit angeschlossenen Spielekonsolen. Spiele konnte man sich hierfür an der Rezeption ausleihen, sowohl für „große Kinder“ als auch für die etwas Kleineren – von Autorennen, über Harry Potter bis hin zu Singstar war echt alles dabei.

    Um 11.00 Uhr erreichten wir Flam, wo wir den Rest des Tage verbingen würden. Flam ist ein kleiner beschaulicher Touristenort mit ca. 450 Einwohnern und liegt am innersten Teil des Aurlandsfjord, welcher ein Teil des Sognefjord ist. Flam kann man auch mit kleinen Kindern sehr gut auf eigene Faust erkunden, viel zu sehen gibt es allerdings nicht, so dass es schwer sein könnte den ganzen Tag dort zu verbringen. In wenigen Gehminuten von den Anlegestellen der Tenderboote entfernt befindet sich ein kleiner Spielplatz mit Schaukeln, Rutsche und einem Spielhaus.

    Wir entschieden uns dennoch spontan dazu doch noch einen Ausflug zu buchen, nämlich die Fahrt mit der Flambahn nach Myrdal. Die Fahrt mit der Flambahn eignet sich recht gut für Familien mit Kindern, da keine weiteren Strecken zu Fuss zurück gelegt werden müssen, auf die Mitnahme eines Kinderwagens kann man so mit gutem Gewissen verzichten. Die Fahrtzeit nach Myrdal hoch und zurück beträgt in etwa zwei Stunden, während der  zwei kurze Stopps zum Fotografieren und Beine vertreten eingelegt.

    Der erste Stopp ist der beeindruckende Wasserfall Kjosfoss, wo man vom Sprühregen auch gerne mal etwas feucht wird. Der zweite und letzte Stop ist dann Myrdal selbst, was eigentlich auch nur aus einem Bahnsteig und einer schönen Aussicht auf ein paar schneebedeckte Berge besteht.

    Die Fahrt an sich bietet schöne Ausblicke auf die Landschaften und das Flamsdal und ist durchaus sehenswert, allerdings auch nicht das spannendste und aufregendste was man während einer Reise erleben kann. Perfekt natürlich, wenn man die Umgebung in kurzer Zeit sehen will ohne sich groß bewegen zu müssen, ansonsten würde ich eher einen Ausflug empfehlen, der die Fahrt mit der Flambahn mit weiteren Programmpunkten verbindet.

    Relativ spät kamen wir dann mit dem letzten Tender zurück an Bord der Princess Daphne, wo noch ein leckeres Abendessen und anschließend die Gesangsshow „Souvenirs, Souvenirs…“ mit dem Künstler Eric Emmanuele auf uns wartete bevor wir dann völlig erschöpft und übermüdet ins Bett fielen.

    Pizza backen und Geiranger Fjord

    Der 4. Tag unserer Kreuzfahrt mit der MS Princess Daphne hatte wohl schon im Vorfeld den Ruf weg das Highlight unserer Reise zu sein, immerhin würden wir nach Geiranger fahren, die Destination auf die wir uns schon lange im Voraus freuten. Doch bevor wir wir gegen Mittag in den Geirangerfjord einfahren und am Nachmittag Geiranger erreichen würden stand noch einiges an Programm auf unserem Tagesplan, daher stärkten wir uns zu Beginn des Tages, wie an jedem Morgen, erst einmal am reichhaltigen Frühstücksbuffet.

    Leon schaut hinab vom Dalsnibba auf den Geiranger Fjord wo die Princess Daphne vor Anker liegt

    Leon schaut hinab vom Dalsnibba auf den Geiranger Fjord wo die Princess Daphne vor Anker liegt

    Pünktlich um 10.00 gab es dann für die Kreuzfahrtkids an Bord der Daphne das allmorgendliche Sportprogramm bei dem mal wieder so richtig ausgelassen getobt werden durfte.

    Lustige Spiele mit Jenny

    wurde es genannt, doch wir wussten alle dass unsere Kinder mal wieder so richtig ins Schwitzen kommen würden. Da wurde gesprungen und gerannt, getobt und gehüpft – da hätte sich manch ein eingesessener Kreuzfahrer gewiss mal eine Scheibe abschneiden können. Auch das heiß geliebte Spiel der Kids mit den Piraten- und der Polizeiinsel wurde wie jeden Morgen gespielt. Für dieses Spiel sagte die Kids sogar den nächsten Programmpunkt, in dem sie Zaubertricks lernen sollten, freiwillig ab.

    Bis genau 11.30 Uhr hielten sie tapfer durch, doch dann hörte man bereits die ersten Mägen knurren und es war Zeit für das Highlight des Tages:

    Pizza backen mit dem Küchenchef

    Heute duften sich die Kinder an Bord der Princess Daphne ihr Mittagessen selbst machen, denn während in einem separaten Raum auf dem einen Tisch jede Menge Pizzalaibe zu sehen waren, entdeckte man auf einem anderen und noch viel größeren Tisch jede Menge Zutaten um damit die Pizzen zu verfeinern.

    Pizzabacken auf der Princess Daphne mit den Kindern

    Pizzabacken auf der Princess Daphne mit den Kindern

    Nachdem sich die Kreuzfahrtkids Hände geswaschen und desinfiziert haben, sich Kochmützen und Schürzen umgebunden hatten konnte es auch schon losgehen. Der Küchenchef erklärte die wichtigsten Dinge, die man beachten muss – nicht zu viel Sauce und keine hohen Berge mit Zutaten bauen!

    Die Kids und auch die wenigen Erwachsenen die bei dem Spektakel dabei waren hatten einen riesen Spaß und das Ergebnis konnte sich anschließend auch sehen lassen. In einer gemeinsamen großen Runde mit Fanta, Cola und 7up genossen die Kinder abseits von ihren Eltern ihre selbst gemachte Pizza und werden dieses Highlight an Bord der Princess Daphne wohl so schnell auch nicht wieder vergessen.

    Gesättigt und gestärkt ging es dann auch schon raus auf die Decks, um das Einlaufen und die Ankunft in Geiranger zu beobachten, wirklich eine atemberaubende und faszinierende Landschaft wird einem hier geboten. Gegen 15.00 Uhr machte der Kapitän den Anker fest, wir lagen vor Geiranger auf Reede und es konnte getendert werden.

    In Geiranger wurde der Tag mit einem Ausflug zur Adlerkehre und auf den Berg Dalsnibba dann perfekt gemacht. Selbst die Kinder von denen man dachte dass sie im Bus wahrscheinlich direkt erst mal einschlafen würden, saßen mit großen Augen und absolut begeistert an den Fensterscheiben.

    Der Ausflug „Berg Dalsnibba und Adlerkehre“ dauert ca. 3,5 Stunden und ist für Familien mit Kindern und auch Kleinkindern absolut geeignet. Es müssen keine weiten Strecken zu Fuß zurück gelegt werden, denn während des Ausfluges befindet man sich hauptsächlich im Bus. Langeweile kommt aber garantiert nicht auf, denn auch für Kinder ist es viel zu interessant was sich da außerhalb des Busses mit den vielen Reißbächen und Wasserfällen abspielt. Zudem gibt es einige Fotostopps, die genügend Zeit bieten sich eine wenig die Füße zu vertreten und auch mal eine Toilette aufzusuchen.

    Am Abend zurück an Bord ging es dann auch schon munter weiter. Wer dachte dass die Kreuzfahrtkids nach dem Abendessen direkt ins Bett fallen, der irrte, denn in der Spielothek wurde der Disney Film „Cap und Capper“ für die Kinder vorgeführt.

    Doch irgendwann haut es jeden Pirat einmal um, und so landeten auch wir um kurz vor Mitternacht in unseren gemütlichen Betten.

    Molde und Andalsnes

    Der 5. Tag an Bord der MS Princess Daphne klang sehr vielversprechend und bot von Beginn an sehr unterschiedliche Möglichkeiten den Tag zu gestalten. Für die einen war mit Sicherheit der absolute Ausflugsstress angesagt, andere verließen das Schiff in Molde und gingen erst in Andalsnes wieder an Bord, oder man machte es so wie wir und man lebte einfach nur ohne Termindruck, ohne jegliche Programmpunkte in den Tag hinein. Denn an Tag 5 haben wir gleich zwei Destinationen besucht – Molde und Andalsnes.

    In Molde legten wir schon sehr früh am Morgen an, so früh, dass wir zu dieser Zeit noch in den Betten lagen und uns gerade nochmal umdrehten. Zum ersten Mal während dieser Reise legten wir direkt an der Pier an und mussten nicht tendern, was das ein- und aussteigen natürlich um ein vielfaches vereinfacht, vor allem schon deswegen, weil es nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Nach dem Frühstück machten wir uns also auf den Weg Molde zu erkunden, auf eigene Faust. Viel Zeit blieb uns allerdings nicht, denn um 12.00 Uhr mussten wir schon wieder an Bord sein.

    Molde ist bekannt als die Stadt der Rosen, wobei man eigentlich oberhalb des 62. Breitengrad mit einer solchen Vegetation nicht mehr rechnet. Das Geheimnis liegt in den Bergen, die Molde vor Nord- und Seewinden schützen und im mildernden Einfluss des Golfstroms. Die Aussicht und die Lichtverhältnisse in Molde sind für ihre unglaubliche Schönheit bekannt, die man wohl am besten vom Varden aus begutachten kann, einem 407m hohen Aussichtspunkt, von wo aus man bei klarer Sicht einen Blick auf die 87 schneebedeckten Gipfel werfen kann, die jenseits des Moldefjords liegen.

    Wir machten einen Spaziergang durch die Stadt, vorbei am Rathaus wo sich ein schöner kleiner Springbrunnen befindet der die Bronzeskulptur „Rosekipen“ umgibt. Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Gang zum Wasser, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf den Fjord und die umliegenden Inseln sowie die anlegenden Kreuzfahrtschiffe hat. Nach einem längeren Aufenthalt dort, den wir einfach in Stille genossen ging es auch schon langsam wieder zurück aufs Schiff, wo ein leckeres Mittagessen auf uns wartete – heute mal in Form von Buffet am Pool, nachdem wir die letzten Tage unser Mittagessen immer nur im Restaurant einnahmen. Das Wetter an diesem Tag lud allerdings dazu ein, an der frischen Luft zu speisen.

    Nicht viel Zeit verging nach dem Essen und wir legten bereits in Andalsnes ein, auch hier gingen wir relativ zeitig von Bord, schließlich wollte man ja ein bisschen was sehen. Der Ort selbst hat 2000 Einwohner und liegt am Isfjord bietet allerdings so direkt keine wirklichen Highlights für Touristen, wodurch Andalsnes auch eher ein Ausgangspunkt für Ausflüge ins Umland ist.

    Dennoch spazierten wir eine Weile durch die Gassen und Strassen, kehrten aber schon recht bald zurück zum Wasser, wo es ähnlich wie in Geiranger hinter einem großen Troll ein sehr leckeres Softeis zu kaufen gibt. Für 35 Norwegische Kronen, was umgerechnet ca. 5 Euro sind, bekommt man eine riesige Portion. Nicht weit davon ein kleiner Brunnen umgeben von ein paar Bänken, wo man es sich gemütlich machen und sein Eiß und die Sonne genießen kann.

    Zurück an Bord machten wir uns noch ein bisschen schick und gingen auch schon ziemlich bald zum Abendessen, was wirklich jeden Abend aufs neue ein kulinarisches Highlight war, denn das Essen an Bord der Princess Daphne ist wirklich vorzüglich.

    Die Show des Abends eine Hommage an Edith Piaf, gesungen von der Sängerin Sarah Laux, die mit ihrer Darbietung „Nein, ich bereue nichts – Non, je ne regrette rien!“ die Herzen der Passagiere berührte. Sarah Laux zeichnet sich vor allem durch ihr wahnsinniges Gefühl in ihrer Stimme aus, authentisch und gefühlvoll zauberte sie mit Sicherheit die eine oder andere Träne in die Augen iher Zuhörer.

    Nach der Show gab es dann um 23.15 Uhr noch ein großes Galabuffet im Restaurant, welches man natürlich auch vorab fotografieren durfte. Wirklich schön gemacht, mit einigen Kunstwerken, die eigentlich viel zu schade waren zum essen.

    Und so endete auch der 5. Tag auf unserer Südnorwegen-Kreuzfahrt. Am Folgetag würden wir dann auch schon die letzte Destination auf dieser Tour bereisen – Bergen!

    Schiffsbrücke und Bergen

    Der 6. Tag unserer Kreuzfahrt mit der MS Princess Daphne war der letzte Tag an dem wir Land sehen würden, bevor wir in zwei Tagen bereits wieder Bremerhaven erreichen. Auf dem Programm für diesen Tag stand Bergen, die zweitgrößte Stadt Norwegens mit rund 220.000 Einwohnern. Bergen würden wir gegen Mittag erreichen und bis dahin standen für die Kreuzfahrtkids noch einige tolle Dinge auf dem Tagesprogramm.

    Nach dem Frühstück trafen sich die Kinder gemeinsam mit Jenny um 9.30 Uhr in der Spielothek, aber nicht um die Playstation unsicher zu machen – Singstar war in den letzten Tagen sehr beliebt geworden – sondern um bunte und für  Norwegen typische Trollmasken zu basteln.

    Mit ganz viel Zeitungspapier, schützenden Tüten, Gips und Wasser machten sich die Kleinen und auch Großen an die Arbeit und „kleisterten“ sich gegenseitig ein. Während die einen das uper lustig fanden, standen andere wiederum, so wie Leon, eher verdutzt neben dran und beobachteten das Ganze lieber mit einem gewissen Sicherheitsabstand.

    Viel Zeit blieb auch nicht zum Basteln, denn um 10.00 Uhr kam die Kreuzfahrtdirektorin Linda Brummer plötzlich in der Spielothek vorbei und hatte eine große Überraschung für die Kinder und Jugendlichen im Gepäck. Alle gemeinsam machten sie sich nun auf den Weg zur

    Brückenbesichtigung für Kinder

    Das war natürlich ein absolutes Highlight für die Kinder an Bord der Princess Daphne, den Kapitän an seinem Arbeitsplatz besuchen zu dürfen. Zunächst erklärte ihnen Linda natürlich, dass sie auf der Brücke leise sein müssen und natürlich nichts anfassen dürfen. Gemeinsam mit Linda erklärte der Kapitän Jose Valente den Kindern dann die einzelnen Geräte und für was er und seine Offiziere diese brauchen. Die Kreuzfahrtkids löcherten sowohl Linda als auch den Kapitän natürlich mit unzähligen Fragen und bekamen auf alles eine Antwort.

    Besuch auf der Brücke der Princess Daphne

    Besuch auf der Brücke der Princess Daphne

    Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto durften dann die Kinder alle noch durch das große Fernglas sehen und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Langsam näherten wir uns nämlich Bergen und da hieß es sowohl für den Kapitän und seine Offiziere als auch für die Fjordlotsen an Bord höchste Konzentration.

    Aber das war auch noch nicht alles was an Programm an diesem Vormittag für die Kinder an Bord geboten wurde, denn direkt im Anschluss traf man sich erneut mit Jenny zur großen

    Schatzsuche

    Mit einer Karte machten sich die fleißigen Piraten in zwei Teams auf die Suche nach verschiedenen Hinweisen und natürlich nach dem großen Schatz. Auf dem kompletten Schiff wurde gesucht und gerätselt und von einem Hinweis zum nächsten gerannt, schließlich wollten beide Teams als erstes den Schatz finden, welcher scheinbar nicht schwer genug versteckt war, denn nach einer guten halben Stunde kamen die Kids zurück, die Taschen voll mit Süßigkeiten und einigen wirklich tollen Spielsachen.

    Nach dem Mittagessen welches bei uns heute sehr klein ausfiel, legten wir auch schon bald in Bergen an und gingen recht zeitig von Bord um die Stadt zu erkunden. Unser Ziel war es mit der Floyenbahn auf den 320 Meter hohen Floyen zu fahren um die Aussicht über ganz Bergen zu genießen. Den Weg bis zur Station sollte man allerdings nicht unterschätzen, verwöhnt von den ganzen kleineren Destinationen die wir in den letzten Tagen besuchten, wo man alles in wenige Gehminuten erreichte, lief man nun vom Pier bis zur Floyenbahn eine gute halbe Stunde. Doch es gab auch einiges zu sehen, die bunten Holzhäuser, die wohl das häufigste Postkartenmotiv von Bergen darstellen, den Torget, der Fischmarkt von Bergen, und viele viele Schiffe die im Hafen lagen.

    An Bord der Princess Daphne dann erst mal stärken am Kuchenbüffet, immer wieder sehr lecker, und anschließend ein Nickerchen.

    Am Abend hieß es dann um 19.00 Uhr „Sail-Away-Party“ auf dem Pooldeck bei traumhaftem Wetter und Sonnenschein, und das wo Bergen doch die regenreichste Stadt der Welt ist mit weit über 200 Regentagen im Jahr. Wir hatten Glück und sind den ganzen Tag bis auf einen leichten kurzen Schauer komplett trocken geblieben.

    Während der Auslaufparty präsentierte das Duo Harmony deutsche Schlager passend zu dem Gläschen Sangria auf das wir eingeladen wurden, während die Vision of the Seas gerade vor unserer Nase Bergen wieder verließ. Kurze Zeit später machten wir uns dann ebenso auf den Weg hin aufs offene Meer.

    Nach dem Abendessen gab der Kabarettist Klaus-Peter Grap seine humorvollen Betrachtung des Alltäglichen „Grap-pap-a-la-pap“ zum Besten und brachte die Passagiere der Daphne zum lachen.

    Mit einem breiten Grinsen im Gesicht verabschiedeten wir uns also von diesem herrlichen Tag bevor wir am nächsten Morgen die Nordsee begrüßten.

    Ein Seetag Richtung Heimat – letzter Tag

    Es war nun also so weit, der letzte Tag an Bord der Princess Daphne war angebrochen, ein Tag auf See, ein Tag an dem man genügend Zeit hatte die Kreuzfahrt durch die Norwegischen Fjorde ein wenig Revue passieren und die Eindrücke sacken zu lassen. Doch bevor wir uns erlauben ein abschließendes Fazit abzugeben möchten wir euch noch mitnehmen auf die Nordsee, bei nicht mehr ganz so strahlendem Wetter in Richtung Bremerhaven.

    Ein letztes Mal hieß es an diesem Tag Rückengymnastik mit Hanne-Lore und „Walk a Mile“ mit Axel rund ums Schiff, Programmpunkte die sicherlich der eine oder andere vermissen wird sobald es wieder dauerhaft festen Boden unter den Füßen gibt. Man gewöhnt sich ja sehr schnell an Dinge, vor allem wenn man sie in so äußerst netter Gesellschaft erlebt.

    Auf See Richtung Heimat

    Auf See Richtung Heimat

    Nach dem Frühstück wurde es dann zum ersten Mal Zeit sich mit der Abreise am nächsten Tag zu beschäftigen, die Gepäckbanderolen für die Koffer lagen im Bodreisebüro bereit. Grün für individuell abreisende Gäste, rot für den Bustransfer zum Hauptbahnhof Bremen und viele weitere bunte Farben für die Reisegruppen die mit an Bord waren. An dieser Stelle sollte auch einmal eine ganz spezielle Reisegruppe erwähnt werden, eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilten: Parkinson! Ich finde es toll, wenn Menschen sich von ihrer Krankheit nicht unterkriegen lassen und eine solche Reise unternehmen. Zwar gibt es auf Kreuzfahrtschiffen, so auch auf der Princess Daphne, ein Hospital so dass eine gewisse medizinische Versorgung gewährleistet ist, allerdings birgt es natürlich immer ein gewisses Risiko mit sehr speziellen Krankheiten solche Reisen zu unternehmen. So wie ich es mitbekommen habe, konnte die Gruppe auf der Daphne eine unbeschwerte Zeit an Bord genießen während die Crew auf unaufdringliche Art und Weise auf die besonderen Bedürfnisse der Gruppe Rücksicht nahm.

    Doch nun weiter im Programm, denn das war am Seetag noch lange nicht zu Ende, hier noch ein bisschen Sport, dort noch ein kleines Quiz und dann konnte man sogar was gewinnen – eine Medaille am Pool bei der Bord Olympiade! Feiern und Anstoßen konnte man danach natürlich auch, beim besten Bier der Welt, dem Freibier! Es war Frühschoppen-Zeit auf dem Pooldeck, wo auch für das leibliche Wohl in Form von Weißwurst, Brezeln und Leberkäs gesorgt wurde. Leider war der Wettergott ein wenig traurig über die Tatsache, dass wir uns schon wieder auf der Rückreise befanden, so dass er unsere Freiluft-Party mit diversen Regenschauern beendete. Aber so schlimm war das nicht, denn wer noch nicht satt war konnte im Restaurant das letzte Mittagessen der Reise genießen.

    Im Anschluss wurde es dann auch Zeit zum ersten Mal ganz offiziell einen Rückblick zu machen, so stellte der Kameramann Thomas in der Admiral’s Lounge das Logbuch der Kreuzfahrt vor, oder einfach gesagt, den gedrehten Film zur Reise, den man natürlich auch käuflich erwerben konnte.

    Und während sich die einen nach Kaffee und Kuchen wieder sportlich betätigten mit Kegeln oder Beckenbodengymnastik, so trafen sich die Betroffenen zu einem Vortrag von Detlev Friedriszik „Alles vorbei? – Diagnose: Parkinson“

    Wir machten uns derweil schick für den Abend, denn der Kleidungsvorschlag für den heutigen Abend war festlich und so langsam wurde glaube ich jedem klar, dass die Kreufahrt gen Ende ging. Beim Abendessen verabschiedeten sich die Kreuzfahrtdirektorin Linda Brummer und der Kapitän Jose Valente von den Passagieren, begleitet von einem stimmungsvollen und festlichen Auftritt der Crew. In diesen Momenten wurde wohl jedem Gast an Bord bewusst wie eng verbunden die Crew miteinander ist und wieviel Spaß die Damen und Herren bei der Arbeit haben. Hier wurde gefeiert und gelacht, gejubelt und angefeuert – ein wirklich schöner Anblick!

    Anschließend ging es dann noch zur großen Abschieds-Show, wo die Künstler der Reise Eric Emanuele, Sarah Laux, Klaus-Peter Grap, das Duo Harmony und die Clipper Band nochmal ihr bestes gaben, nachdem zuvor die Seekarte der Kreuzfahrt verlost wurde.

    Nun hieß es Abschied nehmen, von allen den netten Menschen, die man auf der Reise kennen gelernt hatte, und die man vielleicht am nächsten Morgen nicht mehr sehen würde, wenn es dann endgültig in Bremerhaven „Good bye Princess Daphne“ heißt!


    Anmerkung: Der Reisebericht ist aus dem Jahr 2012. Die MS Princess Daphne wurde leider mittlerweile verschrottet. Es war eine ihrer letzten Fahrten, bevor sie nach Alang zum abwracken geschleppt wurde.



    1 Kommentar

    1. Claus sagt:

      Schade Ambiente war eine nette kleine Gesellschaft!

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