Hochzeitsreise mit Hindernissen: Kenia 1980

Hochzeitsreise mit Hindernissen: Kenia 1980

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Disclaimer: Meine Reisegeschichten aus vergangenen Jahren dienen der Unterhaltung und beziehen sich nicht auf aktuelles Zeitgeschehen!

Vor 40 Jahren um diese Zeit waren wir auf Hochzeitsreise in Kenia. Falls ihr mal was anderes lesen wollt, als immer nur das C-Wort, bitteschön: Kenia 1980

– Hochzeitsreise mit Hindernissen –

Im Januar 1980 haben wir geheiratet und nach der kirchlichen Trauung im April gings dann auf Hochzeitsreise nach Kenia, 3 Wochen zum 2 Wochen Preis, da dort angeblich Regenzeit war. Aber mein meteorologisch gebildeter Mann hat gesagt, die fängt erst später an, fahren wir! Und wie so oft hatte er natürlich Recht, wir hatten vielleicht 3 Tage Regen in den 3 Wochen.

Dafür war aber die Anreise um so dramatischer. Ben hatte noch geunkt, wenn die hier im Flugzeug (Charter, ich verrate nicht den Namen des Vogels) Getränke umsonst verteilen, stürzen wir ab! Hätt er man lieber nicht sagen sollen, denn kurz vor der Landung in Mombasa wurden plötzlich Gratisgetränke verteilt. Und dann kam auch schon die Durchsage 

„Meine Damen und Herren, weil in Mombasa der Blitz ins Flughafenfeuer eingeschlagen hat, müssen wir leider abdrehen und in Nairobi landen“.

Von wegen Blitz ins Flughafenfeuer!! Das Bugrad des Fliegers ging nicht komplett raus und wir haben in Nairobi eine Notlandung mit allem Zick und Zack hingelegt! Inklusive Schaumteppich und dem ganzen Brimborium. Der Flugkapitän hat sich dermaßen aufgeregt, daß er bei der Landung einen Herzanfall kriegte und auf der Bahre rausgetragen werden mußte.

Wir armen Passagiere durften dann die kulinarischen Genüsse des Flughafenrestaurants kennenlernen, 40 Plätze für 400 hungrige und durstige Reisende, essen in Etappen! Es gab Steaks mit Bohnen und je nach Schicht kriegte man etwas Schuhsohlenartiges oder fast rohes Fleisch. Aber immerhin, wir lebten noch und so’n Flughafenrestaurant haut einen nicht so schnell um, was uns nicht umbringt macht uns nur härter. Schließlich waren wir ja damals schon regelmäßig gegen Typhus geimpft!

In Mombasa kamen wir dann mit fast 12 Stunden Verspätung an, es mußte erst eine neue Crew nach Nairobi eingeflogen werden, da die alte ihre Flugzeit überschritten hatte. Die Neuen erholten sich grade am Strand und waren natürlich hocherfreut, gleich wieder arbeiten zu dürfen. Entsprechend freundlich war dann auch der Ton auf dem Flug zu unserem Ziel. Aber immerhin, die Landung hat perfekt geklappt und das Flughafenfeuer sah auch vollkommen intakt aus.

Nach diesem Monsterflug hatte ich dermaßen dicke Beine, daß ich die ersten Tage auf der Liege am Pool nur verkehrtherum gelegen habe, die Füße hoch auf dem Kopfteil.

Gott sei Dank war das Hotel schön, ein Robinson Club „Baobab“, sehr leckeres Essen (morgens und mittags Buffet, abends serviert an 8-ter Tischen) und gute Unterhaltung.
Und manchmal setzte sich auch ein Affe mit an den Tisch, echt wahr! Die wurden zwar von extra dafür angeheuerten Massai Kriegern regelmäßig vertrieben, aber so’n Affe ist ja nicht blöd und weiß, wo’s was Gutes gibt.

Apropos gut, mir ging es gar nicht so doll. Zuerst hatte ich viel zu wenig getrunken und kriegte davon schon Ausschlag an den Händen. Ben hatte das richtig erkannt und mir umgehend eine Alsterwasserkur verordnet, das habe ich natürlich brav gemacht bis ich mich total gluckerig gefühlt habe und nicht mehr konnte. Aber der Ausschlag war weg! Von da an habe ich regelmäßig getrunken, aber mehr Wasser, Bier ist im warmen Klima nicht so mein Ding.

Bei unserem ersten Ausflug (Stadtrundfahrt Mombasa) kriegte ich dann dermaßen Bauchschmerzen, daß wir vorzeitig abbrechen mußten. Ich bin zurück auf unser Zimmer und habe mich gekrümmt. Mein armer Mann hat verzweifelt nach Rat gesucht (er wußte natürlich es war der Blinddarm) und jeder, den er fragte, hat ihm erstmal was zu Trinken eingeflößt. Als er dann endlich mit ziemlicher Schlagseite wiederkam, war ich natürlich total wütend, weil er mich solange alleine gelassen hatte.

Die Schmerzen gingen dann aber von alleine wieder weg, zu Hause bin ich natürlich zum Arzt und wurde kurz danach am Blinddarm operiert. Der war chronisch verstopft und wenn der mir in Kenia geplatzt wäre, gut Nacht Marie! Das Zentralkrankenhaus von Mombasa sah nicht grade sehr einladend aus.

Der Rest von unserer Hochzeitsreise war weniger dramatisch, wir haben noch eine schöne Safari gemacht, 3 Tage Tsavo West und Amboseli Nationalpark. Leider ohne ein einziges Rhinozeros zu sehen, aber dafür gab’s Elefanten und Löwen und die sogar aus nächster Nähe. Gott sei Dank hatten die grade ein Zebra verspeist, sodaß Touristenfleisch wohl nicht mehr appetitanregend wirkte und wir gefahrlos mit dem Safaribus an sie ranfahren konnten. Dafür wurde aber der Bus vor uns von Affen überfallen, die haben der einen Touristin die Handtasche geklaut und erst nach längeren Anstrengungen des Fahrers wieder rausgerückt.

Ein Ausflug nach Malindi stand auch noch auf dem Programm, unterwegs gab’s eine Schlangenfarm zu besichtigen und mutig wie ich bin, habe ich mir auch eine von den Monstern um die Schultern legen lassen. Ein Erlebnis, das man nicht unbedingt wiederholen muß, wie ein kalter Muskel, der sich auf einem bewegt. Aber was tut man nicht alles für ein gutes Photo!

Die Unterhaltung im Hotel war wie in Clubhotels halt so üblich, Ringelpietz mit Anfassen. Ben hat aber zusätzlich noch zu der Kinderanimation beigetragen, indem er sie angestiftet hat, die Tausendfüßler, die es reichlich dort gab, nach Größe zu sortieren (maximale Länge fast 25 cm!). Die Kinder fanden’s toll, die Eltern weniger (iiihhhhh!). Die Kids haben aber nicht verraten, wer der Urheber dieser Idee war, Schwein gehabt!

Als wir heil und ohne Notlandung wieder in Deutschland angekommen waren, habe ich gesagt, wenn unsere Ehe schon so anfängt, kann’s ja nur noch besser werden! Nun, besser wurde sie, aber die Reisen, die wir dann gemacht haben (jedes Jahr mindestens zwei), wurden nicht weniger aufregend oder interessant. Mein Mann hat eben das Marco Polo Gen, wenn er länger als ein halbes Jahr zu Hause ist, wird er unruhig!

11 Kommentare zu „Hochzeitsreise mit Hindernissen: Kenia 1980“

      1. Ursula Ollram

        Jambo, nach 36 mal Kenya muss ich leider sagen, solche Abendteuer haben wir nie erlebt, Oder soll ich sagen, Gottseidank. Wir sind nicht nur am Strand gelegen sondern haben oft Reisen ins innere Kenyas, in den Norden, gemacht. Immer mit Einheimischen Transportmittel. Doch einmal sind wir zwischen Wamba und Mararal von 2 wüsten Gestalten mit Kalaschnikofs überfallen worden. Den Maassai haben sie weggenommen was sie hatten und auch dem Chauffeur aber uns liessen sie unbehelligt. Wenn die gewusst hätten was wir mit hatten, die hätten den Boden geküsst….In Mararal macht diese Geschichte natürlich die Runde , wir wurden nicht bestohlen weil dann gleich die „Kavallerie“ angefahren käme und „nur“ bei ein paar Maassai nicht, das ist dort ja landesüblich….Also heuer war es das letzte Mal Kenya, da wir auch schon in einem Alter sind 79/82 und mein Mann heuer sehr krank mit DENGUE FIEBER wurde von einem Stich der Tiger Mücke. So nix Kwaheri sondern good bye….

  1. Danke für den erfrischenden Bericht in einer eher trockenen Zeit :-) war seeehr kurzweilig
    mal ne Frage: In Nairobi… der Kapitän…lebte aber noch) „Spass*, Du schriebst „Bahre“, die aber ist für <tote, für Lebende nimmt man "Tragen"

  2. Edgar Staudte

    Kenya ist ein wunderbares Land man muss ins Land reinfahren um das Land und die Menschen kennenlernen. Ein Flugzeug kann kaputt gehen das kann überall passieren und es gibt Flüge von Nairobi nach Mombasa oder Ukunda für wenig Geld da muss man nicht 12 Stunde warten aber das ist typisch Charterflieger

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