In 23 Tagen um die Welt

In 23 Tagen um die Welt

Disclaimer: Meine Reisegeschichten aus vergangenen Jahren dienen der Unterhaltung und beziehen sich nicht auf aktuelles Zeitgeschehen!

Ein weiterer Beitrag meiner Reihe „Barb’s Reisegeschichten“,  diesmal auch mit vielen Bildern!

In 23 Tagen um die Welt: Dezember/Januar 1982/83
Frankfurt – Singapur – Auckland – Fidschi  – West Samoa – Tahiti – Los Angeles –  Frankfurt

Eigentlich waren wir 1982 schon zweimal auf Reisen gewesen, aber als wir eine Flugweltreise bei Airtours im Katalog entdeckten, gab es kein Halten mehr. Genug Urlaubstage waren noch vorhanden und das kleine Liquiditätsproblem wurde mit einem Überbrückungskredit  bis zum bevorstehenden Weihnachtsgeld ausgeglichen. In 23 Tagen um die Welt, zwar mit einer Gruppe, aber der Preis und die Ziele  waren so verlockend, daß wir gebucht haben.

Mitte Dezember ging’s los und schon auf dem Flughafen Frankfurt haben wir uns bei unserem Reiseleiter, einem Professor aus München, ziemlich unbeliebt gemacht, weil wir eigenmächtigerweise Plätze selbst reserviert haben, ohne bei seiner Gruppe zu sitzen. Wir sind nun mal keine Herdentiere, sondern selbständig denkende und handelnde Menschen, tut mir leid, Herr Professor.

In Singapur angekommen haben wir uns natürlich auch gleich wieder abgesetzt, keinen seiner fakultativ angebotenen Ausflüge (gegen Aufpreis) mitgemacht, sondern unser eigenes Besichtigungsprogramm gestartet. Danach waren wir ganz unten durch, aber wen stört das?

Irgendwie hatte ich bloß damals noch nicht gewußt, daß es in Singapur jeden Nachmittag regnet und so mußte ich mir einen Regenschirm kaufen, ein roter gefiel mir besonders. Als wir aus dem Laden rauskamen, spannte ich ihn gleich auf und wunderte mich kurze Zeit später, daß mir rote Soße an den Beinen runter lief. Ich wollte schon die Panik kriegen, von wegen, Hilfe, ich blute, bis mir dann auffiel, daß der soeben erworbene Schirm wohl nicht ganz farbecht war und so langsam immer heller wurde.

Unser Hotel war das Century Park Sheraton mit einem tollen Frühstücksbuffet und am erstens Morgen meinte ein Mitreisender, etwas dunkel aussehendes Gebackenes sei Schwarzbrot,  schnitt sich davon eine ordentliche Scheibe ab und tat Leberwurst drauf. Das Gesicht, als er reinbiß und sich das vermeintliche Schwarzbrot als Kuchen entpuppte, werde ich nie vergessen. Die Geschmackskombination war anscheinend doch zu abenteuerlich!! 

In Auckland/Neuseeland angekommen, wurden wir in einem Bus zu einer Ferienhaussiedlung gefahren, wo jedes Pärchen ein eigenes Haus zugewiesen bekam. Nur leider wurde es nachts ziemlich kalt und ich habe gefroren, aber nachdem man uns zusätzliche Decken gegeben hatte, konnte ich einigermaßen schlafen, schließlich war  ja Weihnachten! Die Häuser standen weit auseinander und zum Essen hat uns ein Minibus abgeholt. An Heiligabend gab’s eine Grillparty am Strand und am ersten Feiertag das traditionelle Christmas Dinner mit komischen Hütchen auf dem Kopf und Sternsingern, wie das nun mal dort so üblich ist, für uns etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch schön.

Natürlich haben wir auch die Geysire in Rainbow Springs besichtigt, der Schwefelgeruch war zwar ekelhaft, aber der Anblick doch ziemlich beeindruckend. Aber leider war ich durch den permanenten Jetlag immer so müde, daß ich bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit auf der Rückbank des Ausflugsbusses eingeschlafen bin und somit von Neuseeland nicht soviel gesehen habe, wie ich eigentlich wollte.

Beim Weiterflug nach Fidschi kamen wir über die Datumsgrenze und hatten den 28.12. doppelt, Abflug am 28.12, Ankunft 27.12., sieht irgendwie komisch aus im Paß, wie eine kleine Zeitreise. Übernachtung war im Hotel „The Fijian“, wunderschön in einem tropischen Garten. Bloß beim Frühstück war es oft schwierig, mal Kaffee nachgeschenkt zu bekommen, da das Personal sich in Zeitlupentempo bewegte, man hätte den Kellnerinnen  leicht im Laufen die Schuhe besohlen können, aber schlauerweise trugen sie nur Gummilatschen.

Weiter ging’s mit Air New Zealand nach West Samoa in das legendäre Hotel von Aggie Grey. Es war schon leicht runtergekommen, so richtige Südseeromantik und als ich bei einem etwas undefinierbarem Frühstücksgericht zu meinem Mann sagte: „Das rutscht wie nackte Mäuse“, wurde meinem Sensibelchen sofort schlecht und er rannte stehenden Fußes zum Klo, um die vermeintlichen Mäuse wieder loszuwerden.

Die Bar dort war auch sehr interessant, ab und zu verschwand die Dame mit einem Kunden zum Briefmarken angucken oder so, irgendwie mußte ja das Gehalt aufgebessert werden. Apropos, in West Samoa kann man leicht feststellen, welchen Beziehungsstatus eine Frau hat. Die Blume links im Haar heißt, man ist noch frei, rechts bedeutet verheiratet und in der Mitte vom Kopf zeigt an, daß man  verzweifelt aufgegeben hat, aber so haben wir niemanden gesehen, irgendwas geht immer.

Auf der Weiterreise nach Tahiti mit  Polynesian Airlines sollte eigentlich nur ein kurzer technischer Stop auf der kleinen Insel Niue durchgeführt werden, aber leider platzte bei der Landung ein Reifen und da dort keine Ersatzteile vorhanden waren, mußte unsere Gruppe eine Nacht im Hotel bleiben, bis der erforderliche Reifen eingeflogen worden war. Kurz bevor das Flugzeug auf der Landebahn zum Stehen kam, öffnete die Stewardeß schon die Gepäckfächer über den Sitzen und ein Aktenkoffer fiel raus, meinem Mann direkt in den Nacken, wodurch er erst mal k.o. ging.

Doch Glück im Unglück, da wir unangekündigt im einzigen Hotel der Insel übernachten mußten und nicht genug für unsere Gruppe frei war, haben wir wegen des lädierten Zustands meines Mannes eines der wenigen freien Zimmer bekommen, der Rest  mußte am Pool schlafen. Als mein Mann  dann langsam wieder zum Leben erwachte, habe ich von der Bar jede Menge neuseeländisches Steinlager Bier herangeschleppt, um den Schmerz zu bekämpfen. Hat auch gewirkt, denn wir haben gut geschlafen. Natürlich habe ich auch noch ein Tank Top von Niue besorgt, wir wußten ja vorher noch nicht mal, daß es diese Insel überhaupt gab und sowas ist einzigartig.

Weiterflug dann mit einem Tag Verspätung nach Tahiti mit Aufenthalt über Silvester im Hotel Tahiti Beachcomber. Ein tolles Hotels und damals noch bezahlbar, doch heutzutage wollen sie sage und schreibe fast 700€ für eine Übernachtung!

Natürlich haben wir uns wieder auf eigenen Faust auf die Inselerkundung gemacht und am Silvestermorgen einen Leihwagen genommen. Da die Getränkepreise im Hotel sehr hoch waren, haben wir uns unterwegs in einem Supermarkt  eingedeckt, das war wirklicher ein genialer Schachzug. Denn nach dem Silvesterdinner wurden in der Bar die Getränkekarten ausgetauscht und plötzlich kostete alles das Doppelte mit der Begründung „wegen Silvester“. Natürlich sind wir sofort gegangen  und haben uns an unseren Vorräten auf dem Zimmer erfreut, das hat dann doppelt so gut geschmeckt, so einen Nepp unterstützen wir doch nicht.  

Die letzte Station auf unserer Weltumrundung war Los Angeles, das erste Mal  USA für uns, viele weiter Male sollten noch folgen, aber das wußten wir zu dem Zeitpunkt natürlich nicht. Wir haben gleich wieder eine Leihwagen gemietet und sind runter an die Grenze zu Mexiko nach San Diego gefahren. Die riesigen Wohnwagen unterwegs und die Autos waren einfach toll und die verglasten Wolkenkratzer mit den außenliegenden Fahrstühlen in Los Angeles haben uns fasziniert.

23 Tage waren viel zu kurz für eine Weltumrundung, aber nach dieser Zeit waren wir leider schon wieder zurück, voll von Eindrücken und ziemlich k.o. Eine Weltreise in östlicher Richtung, bei der die Tage kürzer statt länger werden, ist nicht unbedingt erholsam, aber es war zumindest unvergeßlich!

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