Südspanien 2010 – Streiks in sämtlichen Gassen

Südspanien 2010 – Streiks in sämtlichen Gassen

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Disclaimer: Dies ist eine Episode von „Barb’s Reisegeschichten“, sie dient der allgemeinen Unterhaltung und hat nichts mit dem aktuellen Zeitgeschehen zu tun.

Da Ben unbedingt mal nach Gibraltar wollte, nachdem sie ihn vor 40 Jahren nicht rein gelassen hatten ohne Visum, haben wir das all inclusive RIU Chiclana bei Jerez de la Frontera für 2 Wochen für September/Oktober 2010 gebucht.  Natürlich sollten wir sehr früh von Hannover fliegen (6:30) und so sind wir einen Tag früher angereist und haben mal wieder im Maritim am Flughafen übernachtet. Blöderweise war grade Messe und so haben wir den TUI Sonderpreis von €84,- nicht gekriegt, sondern mussten €255,- berappen. Naja, was soll’s.

Am 22.09.10 machten wir uns also mit dem Taxi zum Bahnhof Bremen auf  den Weg, eigentlich wollten wir ja diesmal von Vegesack aus fahren, aber da wurden grade die Schienen repariert und es verkehrte nur ein Bus bis Burg, das war uns dann doch zu blöde. In Bremen Hbf waren wir noch kurz in der 1. Klasse Lounge  und sind dann auf den Bahnsteig. Gott sei Dank war sehr schönes Wetter und so waren die 14 Minuten Verspätung vom Zug nicht so schlimm, wir haben auch noch gute Plätze ergattert und sogar den Anschluß an die S-Bahn zum Flughafen nicht verpaßt, immerhin!

In Hannover sind wir dann gleich zum Vorabend Check-in Schalter, da stand natürlich schon eine lange Schlange und man mußte €3,- Gebühr pro Person bezahlen, aber dann muß man wenigstens morgens nicht so früh da sein. Im Hotel haben wir wieder unser übliches Zimmer  mit Sprudel und Bademänteln gekriegt, das war wenigstens mal erfreulich. Am nächsten Morgen sind wir dann um 4:50 aufgestanden und ohne zu frühstücken zum Gate marschiert.  Bei der Sicherheit hatten sie scheinbar ihre komischen 5 Minuten, sie haben jedenfalls mein ganzes Handgepäck ausgepackt und dann hat so’n Typ meine Pillen und Pülverchen noch mit einem Sondergerät gescannt. Damit ist er dann nach hinten verschwunden  und kam erst nach ca. 5 Minuten wieder, wir wurden schon ganz nervös. Aber irgendwie schienen sie doch eingesehen zu haben, daß ich keine Bombe zusammenmixen wollte und haben uns dann gehen lassen, puuuhhh!  

Um 6:30 sollten wir abfliegen und das Einsteigen ging auch um 6:10 los. Als wir 6:30 alle im Flugzeug waren, machte der Kapitän eine Durchsage, daß die Fluglotsen in Frankreich streiken und wir deshalb noch 15-20 Minuten auf unseren Abflug warten müßten. Aus den 15-20 Minuten wurden dann letztendlich 1.5 Stunden und wir wurden immer genervter. Hinzu kam dann noch, daß wir einen Umweg über Sardinien, Mallorca und Ibiza fliegen mußten, da über Frankreich natürlich gar nichts ging und so hatten wir dann alles in allem 2.5 Stunden Verspätung.

Aber das war vielleicht gar nicht so schlecht, denn im Hotel konnten wir dann gleich unser Zimmer beziehen (3. Stock ganz oben) und zu Essen gab’s auch noch was, da das Mittagsbuffet immer bis 15:30 ging. Nachdem wir die Koffer ausgepackt hatten, haben wir erst mal die Hotelanlage erkundet, besonders das Angebot und die Lage der Bars hat uns natürlich interessiert. Und, oh Freude,  es gab tatsächlich Ballantines Whisky und guten Sherry für mich, endlich mal, nachdem ich woanders immer nur Wein trinken mußte.

Die erste Nacht war nicht so doll weil Ben mal wieder das totale Hicksen gekriegt hat, weil er was für ihn Unverträgliches gegessen hatte und mich die ganze Nacht wachgehalten hat.
Naja, ab dem 2. Abend ging’s dann besser und wir konnten gut schlafen, jeden Morgen bis 8:30 weil es erst um 8:15 hell wurde. Und die Balkontür konnten wir nachts auch aufmachen, da hörte man schön das Meer rauschen und es war angenehme Luft im Zimmer. 

Beim TUI Info Treff haben wir dann gleich Ausflüge nach Gibraltar und Ronda gebucht, selber zu fahren hatte ich keinen Nerv und teuer war das auch nicht (ca. €50 p.P. pro Fahrt, da kann man nicht meckern). Die Tage im Hotel verliefen dann ziemlich gleichmäßig, bis 8:30 schlafen, Frühstück um 9:15, Pool von 10.20 bis 13:15, Mittagessen, Pool bis 17:00 oder 18:00, dann ein Abendspaziergang.  Meist hatten wir strahlenden Sonnenschein, nur an einem Tag war es bewölkt, da haben wir dann vormittags einen langen Marsch am Strand gemacht und sind nachmittags noch nach Novo Sancti Petri gegangen, da war ein Shopping Center mit Supermarkt und Internet Cafe, sehr praktisch.

Der Ausflug nach Gibraltar war am 1. Montag, Abfahrt um 7:30 (großes Gestöhne von Ben).  Also, Aufstehen um 6:00, Frühstück, nochmal aufs Klo und ab geht die Post im Bus. Nachdem wir 45 Minuten Leute in den verschiedenen Hotels eingesammelt hatten und es langsam hell wurde, ging’s dann auch wirklich los Richtung Gibraltar. Unterwegs war Kaffee/Pinkelpause bei einem Restaurant, da hingen die dicken Serranoschinken von der Decke. Aber gekauft haben wir keinen, man hat ja schließlich nur 20kg Freigepäck! 

In Gibraltar  angekommen wurden wir auf Minibusse verteilt. Wir sind dann zum Europa Point gefahren, von wo aus man Afrika sehen kann und dann auf den Felsen mit den Affen, wo wir auch noch eine Tropfsteinhöhle besichtigt haben. Nicht so überwältigend, aber wir sind schließlich von Carlsbad Caverns (USA) verwöhnt. Die Affen haben uns in Ruhe gelassen und ich konnte einige ganz gut Fotos machen. Dann gings wieder zurück zu dem Busparkplatz und wir hatten fast 3 Stunden Freizeit, Natürlich waren wir hungrig und ich habe mir eine Salat und ein belegtes Sandwich gekauft und wir haben dann zusammen bei Burger King gegessen, wo Ben mit zwei riesigen Triple XXL Burgern gekämpft hat.

Anschließend war Sightseeing/Shopping angesagt, die engen Gassen haben uns fasziniert, echt nichts für große Autos! Und in einem Schnapsladen haben wir doch tatsächlich zwei Flaschen besten Lawson Whisky für 7.35 Pfund/Liter gekriegt, große Freude!

Auf der Rückfahrt gab’s dann noch einen Halt in Tarifa, dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Nicht so überwältigend, aber doch ganz sehenswert (und vor allen Dingen hatten sie ein Klo im Hafengebäude!).

Zurück im Hotel waren wir dann um 18:30, grade rechtzeitig um sich zum Abendessen fertig zu machen, gefolgt von Sherry/Whisky natürlich!

Unser zweiter Ausflug war dann am 2. Sonntag, diesmal nach Ronda in den Bergen. Abfahrt morgens um 7:45 (wieder Geschrei von Ben, aber er wollte schließlich da hin). Aufstehen wie gehabt um 6:00, Frühstück, nochmal aufs Klo. Diesmal hielt sich das einsammeln der Teilnehmer in Grenzen und wir konnten so ziemlich bald starten.

Ben kriegte erst mal einen Schock verpaßt, weil der Reiseleiter sagte, daß der Plan sich ändert und wir von Banditen überfallen werden.  Aber natürlich war das nur ein Scherz, in Grazalema, ein weißes Dorf in dem wir Halt machen sollten, fand ein Bandolero Fest mit Aufführungen statt und deshalb hatten wir da länger Aufenthalt und sind als erstes nach Ronda gefahren statt dort hin.  Ronda war absolut sehenswert und sehr fotogen, besonders die Schlucht und die Römerbrücke. Bloß leider war es ziemlich kalt und windig und wir hatten keine Jacken mit.Da ich nicht krank werden wollte, habe ich mir dann eine €6 Pullover in einem Ramschladen   gekauft, nicht besonders toll, aber er erfüllte seinen Zweck.

Mittagessen gab’s bei McDonalds, Gott sei Dank waren wir relativ früh da, denn die Dame hinter der Theke war das Lahmste, was ich je gesehen habe. Aber schließlich und endlich haben wir doch noch gekriegt was wir wollten und Bier hatten sie auch, ganz zu Bens Freude.  Um 13:00 war wieder Treffen mit der Gruppe und nach einem Gänsemarsch durch die Stadt waren wir dann im Bus unterwegs nach Grazalema, ein weißes Dorf in den Bergen. Die Haarnadelkurven waren schon ziemlich beängstigend und ohne Randbegrenzungen, aber ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Der Busfahrer war ziemlich gut zu unserem Glück. Grazalema selber war ganz sehenswert, aber zwei Stunden Zeit war hier definitiv zu viel.

Nachdem wir alle Bilder gemacht hatten, haben wir uns dann in eine Bar verzogen und haben erst mal Kaffee/Soda/Bier getrunken und reichlich Gebrauch vom Klo gemacht. Als wir um 16:00 endlich in den Bus stiegen, fing es an zu regen, aber wir waren grade schon drin, ha! Auf dem Rückweg hat der Reiseleiter extra für uns noch eine Pinkelpause arrangiert und so konnten wir in Ruhe auf die Heimkehr warten, die war auch wieder um 18:30, genau richtig zum Abendessen und zur Bar, natürlich.

Ach ja, am 1. Mittwoch war noch Generalstreik in Spanien angesagt. Die Angestellten, die im Hotel waren, kamen betont in Freizeitkleidung und haben so nebenbei ihre Arbeit gemacht. Das Zimmermädchen hat Nachmittags auch noch die Betten neu bezogen und beim Essen gab’s Plastikteller und Becher, aber richtiges Besteck und Tassen. Abends an der Bar gab’s leider nur Bier und Softdrinks und so sind wir wieder zurück ins Restaurant, weil sie da wenigstens auch Wein für mich hatten. Einige von den Gästen waren ganz schlau und haben sich leere Wasserflaschen mit Rotwein abgefüllt und mitgenommen, man muß sich nur zu helfen wissen! 

Alles in allem waren es sehr schöne Tage und wir sind knackbraun geworden. Die spanische Armada zum Wochenende, wenn hunderte von Spaniern ins Hotel einfallen, haben wir auch gut überlebt und am 07.10.10 war dann die Heimreise angesagt. Abholung sollte um 16:00 sein, wir haben zwar nach late check-out gefragt, aber das war leider nicht möglich.  Also haben wir nach dem Frühstück die Koffer gepackt und uns um 12:30 zum Mittagessen begeben. Da haben wir uns bis 15:30 häuslich niedergelassen und dann so langsam den Weg zum Ausgang genommen.

Der Transfer und der check-in am Flughafen hat gut geklappt, aber natürlich ging unser Flug 40 Minuten zu spät, da das Flugzeug nicht rechtzeitig ankam und auch noch die totale Verwirrung bei den Boarding Gates herrschte. Aber schließlich und endlich ging es dann doch los, während des Fluges hat Ben noch heißen Kaffee über den Arm gekriegt, aber dank seiner schnellen Reaktion hielt sich der Schaden in Grenzen.

Gelandet sind wir um 22:40, wie gesagt, 40 Minuten zu spät. Leider hatte unser blauer Koffer irgendwie einen Schlag abgekriegt und der Griff zum Ziehen ließ sich nicht mehr rausziehen, Mist! Und so’n blöder Zöllner wollte uns dann noch filzen, aber nachdem Ben ihm klargemacht hatte, daß wir aus Spanien kommen (EU!) mußte er dann doch einen Rückzieher machen. Im Maritim konnten wir wieder unser übliches Zimmer beziehen, diesmal nicht nur mit Sprudel und Bademänteln, sondern auch mit einem Obstkorb! So langsam gehören wir wohl zu den VIP’s. Die Nacht war ziemlich unruhig für mich, ich konnte einfach nicht richtig schlafen. Aber es war auch sehr heiß im Zimmer, die Klimaanlage hatte ihren Namen nicht verdient. 

Um 8:00 sind wir am nächsten Morgen aufgestanden und ich habe was zu essen bei Edeka im Flughafen gekauft. Das Hotel hatte mir auch noch einen Wasserkocher hingestellt und so konnte ich mir Tee kochen. Um 10:06 ging’s  mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof Hannover und – natürlich – hatte unser Zug 20 Minuten Verspätung. Aber wir hatten es noch gut, der auf dem Nachbarbahnsteig hatte 2.5 Stunden Verspätung, weil sich einer vor den Zug geschmissen hatte, das scheint in letzter Zeit wohl Mode zu werden. Um 12:10 sind wir dann in Bremen HBf eingelaufen, rein ins Taxi und ab nach Hause. Anschließend zu McDonalds, vorher hatten wir noch das Nötigste für den nächsten Tag bei Lidl eingekauft. Abends gab’s nochmal Bier/Sherry zum Abgewöhnen und dann war der Urlaub zu Ende, wie immer natürlich nicht ganz ohne Stolpersteine, aber was will man erwarten, wenn wir verreisen?   

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