Teneriffa 2010 – Der Eyjafjallajökull schlägt zu

Teneriffa 2010 – Der Eyjafjallajökull schlägt zu

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Disclaimer: Dieser Beitrag von „Barb’s Reisegeschichten“ dient lediglich der Unterhaltung und hat nichts mit dem aktuellen Zeitgeschehen zu tun.

Anfang 2010 entdeckte ich ein tolles Schnäppchen bei TUI im Internet: 7 Tage Teneriffa ab Bremen im RIU Hotel Buena Vista, alles inklusive für €558,- pro Person. Und da ich schon immer mal so’n Schnäppchen buchen wollte, wie andere das jetzt immer tun, konnte ich da natürlich nicht dran vorbeigehen.

Kurzer Anruf im Reisebüro und schon war’s gebucht! Da wir mit XL Airways fliegen sollten und die Platzreservierung trotz unserer TUI Card leider bei denen nicht umsonst ist, habe ich auch noch kurzer Hand übers Internet Plätze in Reihe 1  (B+C) für €10,- pro Person und Strecke dazu reserviert. 

Der Flug ging gnädiger Weise erst um 12:40 Uhr und so konnten wir noch bequem zu Hause frühstücken, bevor dann um 9:15 Uhr unser Taxi kam, um uns zum Flughafen zu bringen (Kostenpunkt: €56,-).  Natürlich waren wir viel zu früh da wie immer, aber lieber zu früh als zu spät ist unsere Devise, so’n Flugzeug nur noch von Weitem zu sehen, ist irgendwie nicht so prall. Nachdem dann endlich 2 Stunden vor Abflug der Schalter aufgemacht hatte, konnten wir unsere Koffer einchecken und das mit den vorgebuchten Plätzen auf Reihe 1 hatte auch geklappt, große Erleichterung! 

Nun konnten wir uns gemütlich in das Flughafenrestaurant setzen und warten. Ich habe noch einen großen Salat gegessen und Ben trank sein übliches Bier. Der Flug ging  30 Minuten verspätet los, aber das ist ja schon normal und fast pünktlich. Außerdem hat der Kapitän ein paar Kohlen extra auf’s Feuer geschmissen und wir sind  mit nur 5 Minuten Verspätung in Teneriffa Süd gelandet. Unsere Koffer kamen Gott sei Dank auch mit und da ich die Lidl Reklame im Flughafen sehenswert fand, habe ich natürlich gleich ein Bild gemacht, mit dem Resultat, mir einen Anschiß vom Sicherheitsmenschen einzufangen, grrr. Nach einer wortreichen Entschuldigung meinerseits hat er es aber auf sich beruhen lassen, puuuh, Glück gehabt.

Dann nix wie den TUI Schalter gesucht und  zum Transfer Bus Nr. 34 gerollt. Zum Glück waren wir im Flughafen nochmal auf dem Klo, denn die Fahrt dauerte über 45 Minuten, weil unser Hotel natürlich das letzte war, das angefahren wurde. Aber unsere Blasen haben tapfer durchgehalten. Im Hotel kriegten wir das gewünschte Zimmer (Familienzimmer mit Meerblick, ganz oben), das hatte ich natürlich vorher per e-mail klargemacht, nachdem uns Bekannte netter Weise vorher gesagt hatten, welche Zimmer die Besten sind. 

Die erste Nacht war aber nicht so gut, weil Ben das Abendessen nicht besonders bekommen ist und er den totalen Schluckauf hatte. Und übergeben hat er sich die Nacht auch zweimal, ade Nachtruhe! Ich habe  die meiste Zeit auf dem Sofa im Wohnzimmer verbracht, damit ich wenigstens etwas schlafen konnte, aber doll war das irgendwie nicht. 

Den nächsten Tag hat Ben  dann mit wiederkehrenden Hicksanfällen verbracht und so gut wie nichts gegessen. Aber wir sind tapfer spazieren gegangen, haben auch gleich ein Internetcafe gefunden (50 Cent für 20 Minuten, im Hotel wollten sie €1 für 15 Minuten) und anschließend noch unsere Liegen auf dem schönen Balkon getestet. Da hatten wir von morgens bis nachmittags um 16:30 Uhr Sonne, das war auch gut so, denn die ersten Tage kurz nach Ostern war das Hotel knallvoll und so gut wie keine Liege am Pool mehr zu kriegen. Einige Gäste haben ja tatsächlich morgens um 7:15  Uhr im Dunkeln Liegen reserviert, nee also ehrlich, so’n Streß fang ich gar nicht erst an, da waren wir doch heilfroh über unser „Balkonien“. 

Die nächste Tage verliefen dann immer nach dem gleichen Muster: Aufstehen um 8:30 Uhr, gemütlich frühstücken, langer Spaziergang die Promenade lang (mit vielen Steigungen!), ausruhen und sonnen auf Balkonien, Mittagessen, wieder Balkonien, Marsch zum Internetcafe, Duschen und umziehen, Abendessen und ab in die Bar. Schlafengehen kurz vor 22:30 Uhr.

Bis auf den Tag natürlich, für den wir einen Ausflug auf den Teide gebucht hatten, schließlich wollte ich ja noch mehr interessante Bilder machen. Da hieß es raus aus den Federn um 7:00 Uhr, Frühstück  8:00 Uhr  (vorher gab’s nix) und dann auf den Ausflugsbus gewartet, der um 9:10 Uhr vor dem Hotel abfahren sollte. Der fuhr aber merkwürdigerweise 5 Minuten zu früh, Pech für die 4 Leute, die nicht da waren.

Na egal, wir setzten uns jedenfalls auf die Rückbank, da ist ja meistens viel Platz. Dachten wir – aber nachdem der Bus fast eine Stunde lang Ausflugsteilnehmer in den verschiedenen Hotels eingesammelt hatte und bis auf den letzten Platz alles besetzt war, inklusive 5 Leute auf der Rückbank, ist mir der Kragen geplatzt und wir haben das ganze abgebrochen. Nix wie raus aus der Sardinenbüchse!

Wir waren passender Weise grade in Playa Las Americas  und so konnten wir noch schön rumlaufen und alles besichtigen. Und ein paar schöne Bilder habe ich auch noch gekriegt. Zurück zum Hotel sind wir dann mit dem Taxi gefahren (€15,-) und waren noch rechtzeitig zum Mittagessen da. 

Später haben wir von anderen Ausflugsteilnehmern erfahren, daß die ganze Sache ein totaler Flop war und wir froh sein konnten, nicht mitgefahren zu sein. Es hatte die ganze Zeit geregnet und auf dem Teide hat man so gut wie nichts gesehen. Oben wurde eine Stunde Pause gemacht, der Bus war aber abgeschlossen obwohl es saukalt war  und die Leute mußten sich zum Aufwärmen in ein Cafe begeben, wo natürlich ein Kaffee €3.50 kostete.

So gesehen waren die €47,50, die wir in den Wind geschossen hatten, gar nicht so schmerzhaft, in Playa Las Americas war es schöner und wärmer! Ach ja, und statt um 14:00 Uhr, wie angekündigt, kam der Ausflug erst um 16:00 zurück, also nix mit Mittagessen, das hätte mich noch zusätzlich geärgert, da das unsere Hauptmahlzeit ist, abends ist eher karg.

Wie gesagt, die anderen Tage, liefen immer nach demselben Muster und waren recht erholsam, obwohl ich von den vielen Steigungen zuerst ziemlichen Muskelkater in den Waden hatte, aber das trainiert! Einmal hatten wir 10 Minuten Regen und auch die drauf folgende Nacht, aber das war nicht so schlimm, der Rest war eigentlich ziemlich sonnig.

Am Donnerstag, 15. April, war unser Rückflugtag. Eigentlich war Checkout 11:00 Uhr, aber nachdem wir gefragt hatten, durften wir bis 13:00 Uhr ohne Mehrkosten im Zimmer bleiben und nachdem ich die Koffer gepackt hatte, habe ich mich nochmal zum Abschied auf Balkonien gesonnt, Ben hat noch ’ne Runde geschlafen. Um 13:00 gab’s nochmal  Abschiedsmittagessen, für Ben hatte ich vorsichtshalber eine Dose Thunfisch in Olivenöl mitgenommen (meine Notration wie immer), damit er nicht wieder was Falsches erwischt wegen seiner Lebensmittelintoleranzen, an Reisetagen ist das fatal.

14:15 kam dann der Transferbus und nachdem wir, wie auf dem Hinweg, alle TUI Hotels abgeklappert hatten, kamen wir endlich zum Flughafen. Mit unseren vorgebuchten Plätzen auf hat wieder alles geklappt (juchhuh!) und wir konnten schön in Reihe 1 sitzen. Diesmal war der Fensterplatz nicht belegt (wir hatten Mitte und Gang, wie immer) und so konnten wir alle 3 Plätze für uns benutzen, sehr praktisch.

Wir waren ca. 60 Minuten unterwegs, da kam eine Durchsage vom Kapitän:“Meine Damen und Herren, leider müssen wir Ihnen mitteilen daß wir wegen der Aschewolke des isländischen  Vulkans Eyjafjallajökull nicht nach Bremen zurückfliegen können, da alle Flughäfen in Norddeutschland  mittlerweile geschlossen sind. Wir werden sie statt dessen nach Baden-Baden-Rastatt bringen, von wo aus Sie dann mit Bussen zurück nach Bremen gebracht werden.“

Na, Mahlzeit! Da kriegen wir schon mal super Plätze und sofort wird der Flug um eine Stunde verkürzt. War natürlich große Diskussion im Flugzeug aber machen konnten wir ja nix. 22:30 Uhr war die Landung in Baden-Baden-Rastatt (riesiger Flughafen, haha) und es dauerte geschlagene 45 Minuten bis wir endlich unsere Koffer hatten. Als wir endlich raus zu den drei Bussen kamen, waren die schon randvoll mit lauter meckernden, total genervten Leuten. Da hätten mich keine zehn Pferde reingekriegt! Gott sei Dank hatte noch ein Sixt Schalter auf und so haben wir uns kurzentschlossen ein Auto gemietet, einen Renault Clio, flottes Wägelchen!

Und nachdem wir das Teil auch nach 10 minütigem Suchen in der Kälte im Dunklen auf dem Parkplatz gefunden hatten, ging’s dann genau um Mitternacht los Richtung Heimat. Ich bin die ganze Zeit gefahren, das war natürlich kein Automatikwagen wie zu Hause, beim ersten Start hab ich ihn gleich mal abgewürgt. Ben kann doch nicht mehr kuppeln, wegen seines Knies. Außerdem hatte er sich einige Biere im Flugzeug genehmigt, ich hatte auch erst mit Prosecco geliebäugelt, es dann aber doch gelassen – zum Glück! Also, um Mitternacht ging’s los. Das Wägelchen fuhr echt flott und ich bin lange Strecken mit 160 km/h durch die Nacht gedüst. Gott sei Dank war nicht so viel Verkehr, zwar waren unheimlich viele Laster unterwegs, aber wenig Pkws.

Geregnet hat es nur ein bißchen und auch nur kurz so um Frankfurt rum, da war ich echt froh, denn bei Regen fahre ich wirklich nicht gerne. Wir haben drei Pinkelpausen gemacht und einmal getankt und je näher ich der Heimat kam, um so froher war ich, nicht in einem von den Bussen zu sitzen, das hätte doch mindestens 8 Stunden gedauert und auf Klo zu gehen, wann man wollte, war ja da auch nicht drin (meine „Fans“ wissen von meiner Konfirmandenblase, haha). 

Kurz hinter Hannover sagte dann der Bordcomputer „Abgassystem prüfen“, die rote Anzeige ging einfach nicht wieder aus und ich kriegte echt schon etwas Panik, daß wir kurz vor dem Ziel aufgeben müssen. Aber das Auto hat durchgehalten und um 5:45 Uhr morgens sind wir auf den Hof bei uns zu Hause gefahren. Echte Rekordzeit, für die 650 km haben wir 5 Stunden und 45 Minuten gebraucht, ha! Tiefflug über die Autobahn im Dunkeln und ich war überhaupt nicht müde.  

Aber dann zu Hause hat’s mich natürlich wie ein Hammer getroffen und nachdem wir die Koffer raufgeschleppt hatten, haben wir uns erst mal bis 8:30 Uhr ins Bett gelegt.  Nach dem Frühstück haben wir den Leihwagen in Bremen  bei Sixt abgegeben, eingekauft und bei McDonalds Mittag gegessen, im Kühlschrank herrschte nämlich gähnende Leere. 

Später gab’s dann noch die Rechnung für unsere Heimreise mit Hindernissen, €166,- plus Benzin, naja. Unser Schnäppchen war dann gar nicht mehr so’n billiges Schnäppchen, aber was kann man schon erwarten, wenn wir mal ganz harmlos ’ne Woche nach Teneriffa wollen???     

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