Costa Concordia Unglück: Entschädigung


    Genau 2 Wochen nach dem Schiffsunglück der Costa Concordia vor der Insel Giglio, hat die Reederei Costa Crociere mit italienischen Verbraucherverbänden eine Pauschalentschädigung für die 3200 Passagiere der Concordia ausgehandelt. Jeder Passagier soll 11.000 Euro für seine Wertgegenstände, Gepäck und für die seelische Beeinträchtigung durch das Kreuzfahrtschiffunglück erhalten. Des weiteren sollen weitere 3000 Euro pro Kopf ausgezahlt werden für die Heimreise und die Reisekosten an sich.

    Costa Concordia / © Costa Kreuzfahrten


    Costa Concordia / © Costa Kreuzfahrten

    Der italienische Reiseindustrieverband Astoi Confindustria teilte diese Zahlen heute mit, der Verband hatte die Verhandlungen mit Costa Crociere koordiniert.



    Die Geldsumme von 14.000 Euro soll die Entschädigung für verlorene Wertgegenstände, Gepäck, seelische Beeinträchtigung sowie für die Rückreisekosten und den Reisepreis an sich sein. Wer das Geld annimmt verzichtet zeitgleich auf eine Klage gegen Costa Kreuzfahrten beziehungsweise die Carnival Corporation.

    In wie weit die Vereinbarung für alle Gäste aus allen Nationen gilt ist bisher unklar. Klar hingegen ist das auch Kinder entschädigt werden, so würde eine 4-köpfige Familie 44.000 Euro Schadensersatz für das Unglück erhalten. Die Entschädigung „liegt über den Entschädigungsgrenzen internationaler Vereinbarungen und der gültigen Gesetze“, hieß es in der Mitteilung von Astoi Confindustria.

    Andere Verbraucherschützer empfahlen hingegen das Angebot von Costa Crociere nicht anzunehmen und sich erst von einem Arzt durchchecken zu lassen. Einige Verbraucherschützer bereiten zudem eine Sammelklage gegen die Costa-Mutter Carnival Corporation in Amerika vor, sie fordern für jeden Passagier 125.000 Euro Schadensersatz.

    Mitteilung von Costa Kreuzfahrten

    Costa Crociere hat ein Entschädigungsangebot für Gäste vorgelegt, die von dem tragischen Unglück der „Costa Concordia“ am 13. Januar betroffen und nach Hause zurückgekehrt sind. Zugleich drückt Costa Crociere tiefste Anteilnahme für die Familien der Opfer sowie tiefstes Mitgefühl für die Familien der Vermissten aus.
    Für Familien, die Angehörige durch diesen schweren Unfall verloren haben, die verletzt wurden oder bei denen eine medizinische Behandlung erforderlich war, wird es ein separates Angebot geben, das die individuellen Umstände berücksichtigt.

    Die Entschädigung für Gäste, die zwischenzeitlich nach Hause zurückgekehrt sind, setzt sich wie folgt zusammen:

    • Eine Einmalzahlung von 11.000 Euro pro Person als Entschädigung für alle materiellen und immateriellen Schäden einschließlich des Verlusts von Gepäck und persönlichen Gegenständen, psychischen Leiden, Schock und der Verlust der Urlaubsfreuden
    • Erstattung der Kosten für die Kreuzfahrt einschließlich Hafengebühren
    • Erstattung der Ausgaben für An- und Abreise, sofern diese zusammen mit der Kreuzfahrt gebucht waren und noch nicht erstattet wurden
    • Volle Erstattung der zusätzlichen Kosten, die entstanden waren, um zur Einschiffung sowie nach Hause zu gelangen
    • Erstattung der Kosten für etwaige medizinische Behandlungen im Zusammenhang mit dem Unglück
    • Erstattung der Bordausgaben, die während der Kreuzfahrt getätigt wurden

    Der Umfang des Erstattungspaketes geht über das hinaus, was derzeit die internationalen Entschädigungsregeln und Gesetze vorsehen. Die Einmalzahlung von 11.000 Euro wird allen Gästen angeboten, auch Kindern jeden Alters, die gratis an der Kreuzfahrt teilnahmen.

    Costa wird diesen Betrag auch nicht reduzieren, wenn persönliche Versicherungen des Reiseteilnehmers bereits eine Regulierung einzelner Posten vorgenommen haben sollten. Gegenstände, die sich im Safe der Kabine befanden, werden nach Bergung des Schiffes an die Eigentümer übergeben. Zudem hat Costa Crociere psychologische Hilfe zugesagt. Gebuchte Gäste, die ihre Costa Kreuzfahrt nun nicht mehr antreten möchten, haben die Möglichkeit bis zum 7. Februar 2012 kostenfrei vom Reisevertrag zurückzutreten.

    Alle betroffenen Gäste erhalten in der kommenden Woche detaillierte Informationen über die weitere Abwicklung, die über eine speziell eingerichtete Serviceabteilung erfolgt.



    2 Kommentare

    1. Vincent sagt:

      Schon schlimm! Ich denke das könnte allgemein Auswirkung auf die Buchungen für Kreuzfahrten haben, da jetzt wesentlich mehr Leute akut verunsichert sind.

      • Pascal Wepner sagt:

        Kurzfristig eventuell, langfristig sehe ich da keine größeren Rückgänge. Wer sich informiert und das nicht unbedingt bei den sensationsgeilen Medien die keine Ahnung haben, wird schnell feststellen das Schiffsreisen die sichersten Reisen sind.


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