Costa Concordia wird nicht wieder in See stechen


    Costa Concordia wird nicht noch einmal für Carnival Corp & plc in See stechen, sagte Micky Arison  am Freitag in einem seiner ersten Interviews nach der Havarie, das berichtet der „Seatrade Insider“. Arison beschrieb auch das „schreckliches Gefühl“ als er das erste mal über den Unfall hörte und betonte das Durchhaltevermögen der Marke Costa und lobte die Mannschaft für die Evakuierung von mehr als 4.000 Menschen nach dem Unfall.

    Costa Concordia / © Costa Kreuzfahrten

    Costa Concordia / © Costa Kreuzfahrten



    Arison sagte, dass die Kosten für die Reparatur der Concordia größer wären, als der Wert des Schiffes. Das Schiff ist im Eigentum der Konsortialbanken, die entscheiden, ob sie verschrotten oder verkaufen.



    Er erklärte auch, warum er nicht auf die Insel Giglio gekommen ist: er fühlte, dass er in dieser Situation in Miami bleiben muss, um alle Marken des Unternehmens zu überwachen. Im Mittelpunkt in Italien stand der Costa Chef Pier Luigi Foschi. Der Carnival Vice Chairman Howard Frank ging in das Land und traf sich mehrere Male mit den Familien der Opfer.

    „Frank konnte diesen Schritt in einer zurückhaltende Weise tun“, sagte Arison, „während mein Besuch eher störend gewesen wäre“.

    Der Carnival Chef war bisher noch nicht in Giglio gewesen, er hat seit dem Unfall Miami nicht verlassen können.

    Arison war in St. Barts in der Nacht vom 13. Januar, wo er über einen Tweet erfahren hat, dass etwas mit einem Costa Schiff nicht in Ordnung ist. Er kontaktierte Foschi, der auch auf einer Kreuzfahrt in der Karibik war und hatte ebenfalls vor kurzem von einem ernsten Problem in Giglio erfahren.

    „Es ist ein schreckliches Gefühl“, sagte Arison und beschrieb wie es ihm Leid tut, dass so etwas passieren konnte. „Wir haben um die 100 Schiffe im Betrieb, aber ich konnte mir niemals vorstellen, dass so etwas wie dies geschehen kann.“

    Abgesehen von Foschi, eilten am Montagmorgen nach dem Unfall alle CEOs des Carnival Unternehmens nach Miami für ein Sonder-Meeting. Arison sagte, er profitierte von den Ratschlägen und Ideen der Manager, wobei auch die Idee für eine unternehmensweite Sicherheitsprüfung erlassen wurde, welche 2 Tage später offiziell bekannt gegeben wurde.

    „Besonders diejenigen, die bereits eine Kreuzfahrt unternommen haben, kennen die Fakten, dass Kreuzfahrten sicherer sind, als die meisten Transportarten“, sagte Arison. „Die Hauptursache dessen, dass die Menschen die letzten Wochen keine Kreuzfahrten gebucht haben, ist nicht die Frage der Sicherheit, sondern die Erwartung, dass die Preise noch niedriger werden.“

    Er denkt, es gibt wenig Grund anzunehmen, dass die Buchungen nach den letzten Zahlen schlechter werden und man kann einen leichten Anstieg im Laufe des Jahres 2012 erwarten. Eine großangelegte Diskontierung der Preise ist unwahrscheinlich.

    Auf die Andeutung, dass Carnival Cruise Lines die am stärksten von Concordia-Unfall betroffen wäre (weil es die meisten Neubucher vermelden kann) erwiderte Arison; „In Wirklichkeit wurde die Carnival Marke am wenigsten belastet. Die Marke präsentiert sich in der Kreuzfahrtenbranche im Jahresvergleich von Jahr zu Jahr besser.“

    Er verteidigte auch die Bedeutung und das Durchhaltevermögen der Marke Costa, trotz der Gerüchte von seinem Niedergang: „In Italien, Argentinien und Brasilien ist das Bewusstsein der Marke Costa genauso stark, wie bei Coca-Cola, und Costa hat eine riesige Basis der wiederkehrenden Kunden, was eine grosse Unterstützung ist.“

    Laut Umfragen in Italien zeigen die Verbraucher weiterhin Interesse an Costa, da viele dies mit einem schönen Urlaub und hohem Stellenwert verbinden. „Die Marke Costa wird wiederkommen, und das stärker denn je!“, sagte Arison.

    Es kann ein oder zwei Jahre dauern, bis sich die Buchungen normalisieren, insbesondere in Italien und Deutschland, die als am stärksten betroffenen Märkte gelten, aber Arison glaubt, dass der Aufschwung früher kommen wird.

    Jetzt ist es am wichtigsten das Costa-Marketing neu anzukurbeln und zu entscheiden, wie und wo neu gestartet wird. Die Costa US-Webseite ist nun wieder in Betrieb gesetzt worden, die italienische bleibt noch weiterhin eingefroren.

    Was das Wrack der Concordia selbst betrifft, sagte Arison, dass die Vorschläge zur Beseitigung in einem 10-12 monatigen Prozess ziemlich enttäuschend sind. Obwohl es noch zu früh ist um sicher zu sagen, ist es unwahrscheinlich, dass das Schiff zerschnitten werden kann, da dies ein höheres Umweltrisiko darstellen könnte.

    Der Carnival Chef erläuterte mit einem Ausdruck von tiefem Trauer seine Gefühle über Concordia, und seine Anerkennung für die Bemühungen der italienischen Behörden, der Menschen in Giglio und der Crew.

    Zu den Seatrade Insidern sagte Arison, er sei sehr stolz auf die Costa Mitarbeiter, die 20-Stunden-Tage gearbeitet haben um für die Opfer und Kunden zu tun, was sie konnten. „Um die Moral der Mannschaft unserer Schiffe zu steigern entsenden wir Nachrichten zu den Schiffen, dass wir unsere Crew unterstützen.“

    „Es war für uns emotional ein überwältigendes Ereignis“, sagte Arison.

    Zusammen mit dem falschen Eindruck, dass die Marke Costa vom Markt gehen könnte, gab es auch Meldungen über die Besatzung. Darüber denkt der Carnival Chef, dass die Concordia Crew ungerechte Kritik erfahren musste. Sie verdienen Anerkennung für die Evakuierung von mehr als 4.000 Seelen, sagte Arison und fügte hinzu, dass die meisten, wenn nicht alle, sich entsprechend während des Ausnahmezustands verhielten.

    „Sie könne eine Evakuirung von 4.000 Menschen sicher nicht gewährleisten, ohne die vielen heldenhaften Besatzungsmitgliedern!“, fügte er hinzu.

    © (deutsche Übersetzung von Seatrade Insider)

    Bergung

    Die Bergung der Costa Concordia startet am 16.9 um sechs Uhr. Hier findet ihr diverse Webcams und einen Livestream.

    Costa Concordia Bergung geglückt

    • Die Parbuckling-Aktion hat funktioniert. Die Costa Concordia steht auf der Plattform



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