Deilmann-Zwillinge müssen ins Gefängnis


    Die Deilmann-Schwestern, Hedda und Gisa Deilmann (48), standen bis zuletzt vor dem Landgericht in Lübeck. Dort ging es seit Mai 2016 um die ehemalige Reederei Deilmann, die sie von ihrem Vater im Jahr 2003 nach dessen Tot übernommen hatten.

    In der Reederei sind die beiden Frauen als Geschäftsführerinnen tätig gewesen, bevor die großen Heuschrecken, dem Laden endgültig den Gar ausgemacht hatten. Sie wurde nun heute verurteilt, jeweils zwei Jahre und neun Monate Haft, ohne Bewährung. So jedenfalls wird es von den Lübecker Nachrichten berichtet, die bereits mehrfach über den Prozess geschrieben hatten. In dem Prozess ist um nicht gezahlte Erbschaftssteuer und falsche eidesstattliche Angaben der Schwestern gegenüber einem Gerichtsvollzieher gegangen, so der Anwalt von Hedda Deilmann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte der Schwestern wollen Revision beantragen. (Anm. Haftstrafen zur Bewährung können nur bei einem Strafmaß bis max. 2 Jahren erfolgen)



    2010 hatte die Reederei Deilmann unter der Leitung der Zwillinge Insolvenz anmelden müssen. Das Gericht habe die Schwestern der versuchten Steuerhinterziehung, des Bankrotts und der falschen eidesstattlichen Versicherung für schuldig befunden, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Durch die Insolvenz verloren sie nicht nur die Reederei Deilmann von ihrem Vater, sondern auch das ehemalige ZDF Traumschiff – die MS Deutschland.

    Hedda Deilmann soll mitunter auch noch bevor die Insolvenz angemeldet wurde, 742.000 Euro bei ihrer Mutter auf dem Konto geparkt haben. Ein Treuhandvertrag abgeschlossen im Jahr 2008, sicherte ihr die Gelder zu. Aus diesem Grund wurde auch der Hausnotar von Deilmann verurteilt zu einem Jahr und neun Monaten Haft wegen Steuerhinterziehung, allerdings zur Bewährung. Die Mutter der Deilmann-Zwillinge erhielt ebenso ein Jahr und neun Monate auf Bewährung für den Versuch der Steuerhinterziehung. D

    Die Erbschaftssteuer in Höhe von rund 430.000 Euro sei von den Schwestern inzwischen komplett bezahlt worden, die Anwälte versuchten durch diesen Umstand einen Freispruch zu erreichen, das Gericht folgte dem Wunsch nicht.

    DEUTSCHLAND in Salaverry Peru / © Deilmann

    DEUTSCHLAND in Salaverry Peru / © Deilmann



    Die Anwälte der Deilmann-Zwillinige argumentierten viel und weitreichend, allerdings ließ der vorsitzende Richter nun keine Argumente mehr zu. Es sollen rund 30 Millionen Euro im Erbtopf des Vaters gewesen sein, die Anwälte sagten allerdings, dass die Reederei derart überschuldet war, so dass nichts mehr überblieb.

    Ein Versuch die Sache mit einem Vergleich zu beenden schmetterte der Richter ab, man habe das in früheren Zeiten bereits probiert, die Vorwürfe gehen bis ins Jahr 2004 zurück, das habe damals schon nicht funktioniert.

    Nach dem die Schwestern nach der Insolvenz die Reederei wie auch das Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland“ verloren hatten, ging es für das Schiff nie wieder richtig bergauf. Die nächste Insolvenz folgte, die Reederei Deilmann wurde abgewickelt, die Mitarbeiter gekündigt. Die MS Deutschland ist mittlerweile verkauft und reist im Winter unter dem Namen „World Odyssey“ als schwimmende Universität über die Weltmeere. In den Sommermonaten ist sie als MS Deutschland für Phoenix Reisen im Kreuzfahrtdienst.

    Fraglich ist ob auch die Investoren die nach den Deilmann-Schwestern der Reederei dann komplett das Genick gebrochen haben, auch noch zur Verantwortung gezogen werden und sich im rechtlichen Sinne schuldig gemacht haben beim zweiten und endgültigen Untergang der Reederei Deilmann. Aurelius und Callista Private Equity, beide aus München, hatten nach einander die Reederei inne und legten mitunter eine Anleihe auf die mit der MS Deutschland besichert war – allerdings war und ist die MS Deutschland niemals 100 Millionen Euro wert gewesen zu diesem Zeitpunkt, als ein Gutachten für die Besicherung der Anleihe erstellt worden ist.

     



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