Doppelherz: Neuer Seenotretter SK35 bekommt Motoren


    Zwei kräftige Herzen schlagen für neuen 28-Meter-Seenotrettungskreuzer – Die Seenotretter lassen das Typschiff einer völlig neu entwickelten Klasse bauen. Die Taufe und Indienststellung ist zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS Ende Mai 2015 geplant.

    Einbau der beiden zusammen fast 4000 PS starken Maschinen für den Seenotrettungskreuzer der neuen 28-Meter-Klasse der DGzRS. Für den ersten Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot einer neuen 28-Meter-Klasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden zwei kräftige Herzen schlagen. Auf der Fr. Fassmer-Werft in Berne-Motzen haben die Schiffbauer am Mittwoch, 21. Januar 2015, die beiden zusammen fast 4.000 PS starken Fahrmaschinen eingebaut. Die DGzRS beabsichtigt, die neue Rettungseinheit zu ihrem 150-jährigen Bestehen am 30. Mai 2015 zu taufen. Auf einer besonderen Internetseite ist zu verfolgen, wie der Neubau entsteht.



    Der völlig neu konstruierte 28-Meter-Seenotrettungskreuzer ist als leistungsfähiger Nachfolgetyp für die bewährte 27,5-Meter-Klasse vorgesehen (BERLIN, HERMANN HELMS u. a.). Den Auftrag zum Bau der ersten drei Einheiten hat die DGzRS an die Fassmer-Werft vergeben.

    Die Motoren werden in den SK35 eingesetzt / © DGzRS

    Die Motoren werden in den SK35 eingesetzt / © DGzRS



    2000 PS bringt ein Motor des neuen Seenotkreuzers (SK35) / © DGzRS

    Ca. 2000 PS bringt ein Motor des neuen Seenotkreuzers (SK35) / © DGzRS

    Das Typschiff der 28-Meter-Klasse mit der internen Bezeichnung SK 35/TB 39 ist für die Station Amrum bestimmt. Dort soll es im Zuge der Modernisierung der Rettungsflotte die 23,3 Meter lange VORMANN LEISS mit Tochterboot JAPSAND ersetzen, den dienstältesten Seenotkreuzer an der schleswig-holsteinischen Westküste (Baujahr 1985). Gemeinsam mit den in den vergangenen Jahren in Dienst gestellten Seenotkreuzern der Nachbarstationen wird der Neubau diesen Teil der viel befahrenen Deutschen Bucht absichern.

    Die Eckdaten der neuen Klasse:

    • Länge über Alles: 27,90 Meter
    • Breite über Alles: 6,2 Meter
    • Tiefgang: 2,00 Meter
    • Geschwindigkeit: 24 Knoten (ca. 45 km/h)
    • Besatzung: 9/4 Pers. (Stamm/Einsatz)
    • Antrieb: zwei Propeller, je 1.440 kW/1.958 PS = 2.880 kW/3.916 PS
    • Verdrängung: 120 Tonnen

    In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne werden die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich führen. Im Gegensatz zu den jüngsten Vorgängerneubauten wird es sich dabei jedoch nicht um schnelle Festrumpfschlauchboote (RIB = Rigid Inflatable Boat) handeln. Denn für ein den Anforderungen der DGzRS genügendes vollwertiges Tochterboot mit geschlossener Kajüte in RIB-Bauweise sind die neuen 28-Meter-Seenotkreuzer zu kurz. Sie erhalten deshalb moderne Weiterentwicklungen der jüngsten Tochterboote der bestehenden 27,5-Meter-Klasse (VEGESACK, CASPAR).

    Jubiläumswebsite
    Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden Seenotrettungskreuzer und Tochterboot im bewährten Netzspantensystem vollständig aus Aluminium gebaut, als Selbstaufrichter konstruiert und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Freunde und Förderer der DGzRS können in einem umfangreichen Werft-Tagebuch mit Bildergalerien und Videos auf der Jubiläumswebsite verfolgen, wie der neue Seenotkreuzer entsteht.

    Ebenfalls in diesem Jahr abgeliefert wird ein weiteres Seenotrettungsboot der bewährten 9,5-/10,1-Meter-Klasse. Auch diese neue Rettungseinheit, die in Rostock entsteht, soll zum Jubiläum 150 Jahre DGzRS getauft und in Dienst gestellt werden. Ihre künftige Station steht noch nicht fest. Mehr Informationen gibt es hier.

    Die DGzRS setzt derzeit von 54 Stationen in Nord- und Ostsee rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote ein. Die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Such- und Rettungsmaßnahmen. Trotz aller Technik: Im Mittelpunkt des Rettungswerkes steht nach wie vor der Mensch. Ohne die freiwillige Bereitschaft der Seenotretter zu ihren nicht selten gefahrvollen Einsätzen wäre die Arbeit der DGzRS auch heute nicht denkbar. Jahr für Jahr fahren die Einheiten der Rettungsflotte mehr als 2.000 Einsätze auf Nord- und Ostsee.



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