Kreuzfahrt auf der MS AtHomia

Kreuzfahrt auf der MS AtHomia

bild2-kf-ms-athomia

Dieses Jahr haben wir eine Reise auf der MS AtHomia zum Super-Billig-Vario-Flex-Sparpreis ab 15.März gebucht, Route ist eine Fahrt ins Blaue, auch weithin bekannt als Fahrt ins Ungewisse.

Aber ich glaube, das machen wir nicht wieder, irgendwie ist das alles nicht so prall hier.

Hier mal meine Beurteilung:

 

Kabine: Wir haben zwar eine Mehrzimmer-Suite, aber aufräumen und saubermachen muß man selber, sowas!

Sauberkeit: Das Bad ist ja ganz okay, aber Staub sehe ich doch hier und da in den Räumen und erst die Fenster! Unmöglich, das Personal kriegt bestimmt kein Trinkgeld. 

Hygiene: Da wird allerdings höllisch aufgepaßt! Zu Anfang der Reise gab es ja noch Desinfektionsmittel wenn man wieder an Bord ging, mittlerweile aber nur noch Seife. Die Kapitänin hat uns aufgefordert, mindestens beim Händewaschen zweimal „Happy Birthday“ zu singen, damit das auch wirkt. Ich mache das aber vorsichtshalber dreimal, allerdings bin ich wohl am Ende der Reise dann nachhaltig gestört, weil ich jedes Mal, wenn ich „Happy Birthday“ höre, einen unwiderstehlichen Waschzwang verspüre.

Apropos Personal: Von Service keine Spur, Essen muß man sich selber besorgen, ist zwar ganz schmackhaft, aber irgendwie doch nicht so das Gelbe vom Ei. Irgendwie ist alles ohne Mehl und Hefe und Nudel gibt’s auch so gut wie nie, scheint mir, als ob es Probleme mit dem Nachschub gibt.

Apropos Nachschub, das Klopapier ist streng rationiert warum auch immer. Am besten, man geht beim Landgang ins Gebüsch, Servietten sind noch reichlich da.

Getränke: Es gibt nur zwei Sorten Bier, Mineralwasser, zwei Sorten Whisky (Scotch) und eine angebrochene Flasche italienischen Cognac, der auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Wenigstens ist es all-inclusive, aber bei der mageren Auswahl ist das schon ziemlicher Hohn.

Route: Bis jetzt liegen wir ja immer noch fest, das Auslaufen verzögert sich Tag um Tag mit immer wieder neuen Ausreden, skandalös!

Landausflüge: Da wir immer noch am selben Fleck liegen, sind nur kurze Trips in die Umgebung möglich zu so namhaften Orten wie „Hünertshagen“, „Heilshorn“, Meyenburg“ o.ä., total die Action da. Allerdings werden die nur „Auf eigene Faust“ angeboten, mit einem alten Opel Astra Kombi, dafür sind dann auch nur die Benzinkosten zu zahlen, auftanken muß man selber.

Mitreisende: wir kennen nur die von unter uns, denen gehen wir aber aus dem Weg, man weiß ja nie, was die so haben, der eine hustet immer so komisch.

Internet: Ich hab ’ne Flat für 39,88 € im Monat gebucht (inkl. Telefon), funktioniert einigermaßen, aber oft ziemlich lahm.

Spa und Fitness: Das Spa verdient nicht den Namen, besteht nur aus einer Dusche und einer Badewanne, die Zusätze muß man sich auch noch selber besorgen. Als Fitnessgeräte gibt es nur ein paar mickrige 2,5 kg Hanteln, die schon im Schrank verstaubt waren, einen Uralt Crosstrainer, der meines Erachtens eher zum Betten auslüften geeignet ist und eine Faszien Rolle, das war’s. Wenigstens kostet das nix extra, aber so richtig zum Benutzen lädt das nicht ein.

Unterhaltung: Entweder man singt selber (um Gottes Willen, bloß nicht), hört Radio oder guckt TV, Videos im Internet stehen auch noch zur Verfügung, aber im Allgemeinen ist das alles ziemlich einschläfernd, müde ist man hier sowieso andauernd.

Fazit: Das machen wir nicht wieder, Sparpreis hin oder her, nächstes Mal wird geklotzt, nicht gekleckert. Aber wenn man nur wüßte, wie lange das hier noch so vor sich hin kleckert, ätzend!

Jetzt kostenlos Mitglied in unserer Facebook-Community werden

Mehr Kreuzfahrt News

3 Kommentare gepostet

  1. Also die Bilder von den Landausflügen sehen doch ganz einladend aus, da habe ich schon schlimmeres gesehen. Gehe ich recht in der Annahme das es in der „Suite“ nicht mal einen eingeschränkten Meerblick gibt?

  2. … die Route kommt mir irgendwie bekannt vor. 🥴 Irgendwie war Mauritius& Madagaskar im Januar/ Februar da prickelnder. Na vielleicht „demnächst“ wieder. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

    Schönes Wochenende!
    Gruß
    Uli

  3. Ich finde der „Reisebericht“ hilft einem sich mal wieder zu besinnen was man eigentlich an Bord für nen Luxus hat. Ich musste so an unser eigenes Zuhause denken und wie oft wir die Fenster „nicht“ putzen ;-) und dann an alle Meckerer auf den Schiffen die sich wegen jeder Kleinigkeit aufregen, die Meisten aber zuhause wahrscheinlich das Wenigste davon selber umsetzen…

    Diese Zeiten – so schlimm sie auch sind – helfen einem gut beim Besinnen was wir da eigentlich sonst gerade im Urlaub (und auch sonst in vielen Lebenslagen) haben und die Ansprüche teils viel zu hoch und ungerecht sind.

    Meine Hoffnung: Normalisierung so gut es geht, Umdenken bei Unternehmen und vor allem auch Gästen.

    So viel wie derzeit gemeckert wird über die Anbieter mit Parolen wie #niewieder ist nicht mehr schön anzusehen… ich hoffe es trennt sich tatsächlich die Spreu vom Weizen und die Meckerer sortieren sich endlich selber aus ;-)

    Dann wird es wieder entspannt auf den Schiffen der Weltmeere wenn die Kopfschüttler endlich mal zuhause bleiben … dann aber auch wirklich ;-)

    Mir hat der „Reisebericht“ sehr viel Spaß gemacht – ich finde aber es steckt trotz Spaß auch eine tiefere Botschaft drin die mich persönlich sehr zum Grübeln gebracht hat…
    Passt nicht ganz zum Thema- aber das hat der Text bei mir ausgelöst :-)

    Danke für den tollen Text und die viele Arbeit hier ins SuK Team :-) Durchhalten!!!!!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht


*