Reisebericht MSC Magnifica 5 Tage Nordland: Mein Fazit


    Meine fast 5-tägige Kreuzfahrt auf der MSC Magnifica von Hamburg nach Hamburg über Helgoland, Dover und Amsterdam liegt nun in der Vergangenheit, fünf schöne Tage wie ich finde, auch wenn die eine oder andere Sache während der Reise nicht so rund gelaufen ist, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte. So war es natürlich schade und für manch einen auch ärgerlich dass wir auf Helgoland nicht ausbooten konnten und somit ein ungeplanter Seetag auf dem Programm stand, dennoch war die Entscheidung des Kapitäns gerechtfertigt, denn bei Windstärke 7 und stärkeren Böen muss man nicht unbedingt tendern und die Gefahr eingehen, dass etwas passiert.

    Ich hatte das Gefühl, dass dies ein Grund war für einige Passagiere an Bord der MSC Magnifica in den Krümeln zu suchen um weitere Punkte zu finden MSC Kreuzfahrten im Vergleich zu anderen Reedereien schlecht darzustellen. Ich fragemich immer, kann man die einzelnen unterschiedlichen Konzepte eigentlich vergleichen und will man das überhaupt? Oder macht man sich damit vielleicht auch selbst ein wenig den Urlaub kaputt, der ansonsten hätte echt schön werden können…



    Warum stelle ich mir solche Fragen in meinem Fazit und warum erwähne ich das? Es ist ganz einfach, mir sind an Bord einige Passagiere begegnet, die absolut nichts zufrieden stellen konnte. Viele davon waren Stammfahrer, allerdings nicht bei MSC sondern bei einer anderen Reederei. Man empörte sich darüber, dass man vorgeschrieben bekommt was man abends anzuziehen hat, man störte sich daran, dass es feste Tischzeiten und einen festen Tisch gibt, demnach passte dann auch das Essen nicht welches angeboten wurde und dass die Getränke zu den Mahlzeiten nicht inklusive sind, sei auch eine Frechheit. Was fällt mir dazu ein? Schlecht informiert oder falsch beraten, denn das könnte man bereits vor betreten des Schiffes wissen und wenn einem dieses Konzept nicht zusagt, dann sollte man lieber mit einem anderen Schiff waren, was den eigenen Vorstellungen mehr entspricht, statt alle anderen Passagiere an Bord darüber zu informieren wie schlecht doch alles bei MSC sei.

    Nun aber zu meinem ganz eigenen Eindruck von der MSC Magnifica und der Kreuzfahrt die ich mit ihr unternommen habe.

    Sauberkeit

    Eins muss man MSC echt lassen, an der Sauberkeit auf dem gesamten Schiff gibt es nichts zu beanstanden. Die Kabine war sowohl bei Anreise als auch die restlichen Tage der Kreuzfahrt immer tip top in Ordnung. Auch gern vergessene Ecken, wie Bilderrahmen oder unter dem Bett waren frei von Staub und Schmutz. Die Kabine wurde zwei Mal täglich gemacht und dies sehr gründlich, es gab täglich frische Handtücher auch dann wenn man ein benutztes Handtuch aufgehängt hat wurde es ausgetauscht. Die „versehentlich“ unters Bett geratene benutzte Windel wurde entdeckt und beseitigt und auch der Mülleimer den wir auf den Balkon stellten, um unangenehme Geruchsbildung in der Kabine zu verhindern, wurde täglich zwei Mal geleert. Was ich ein wenig vermisste war, dass der Cabinsteward sich nicht am ersten Abend persönlich kurz vorstellte, wie ich es von anderen Schiffen und auch von der MSC Fantasia kenne. So wusste ich nicht wirklich wer von den vielen überaus freundlichen Reinigungskräften, die auf unserem Deck rumschwirrten, für unsere Kabine zuständig war und wem ich am Ende ein Trinkgeld überreichen sollte.

    Kabine 12150 MSC Magnifica

    Kabine 12150 MSC Magnifica



    Auch die öffentlichen Bereiche des Schiffes waren immer sauber. Auf anderen Schiffen habe ich es schon erlebt, dass abends am Pooldeck oder in diversen Bars sehr viele Tische noch nicht abgeräumt waren und Müll unter den Liegen lag. Solche Ecken suchte man auf der MSC Magnifica vergeblich, egal wann und wo man sich auf dem Schiff aufhielt, es war immer alles sauber und aufgeräumt, auch sah man über den Tag überall Reinigungskräfte bei der Arbeit, die Handläufe von Fingerabdrücken befreiten, saugten und Glasscheiben sowie Fahrstühle polierten.

    Restaurants und Speisen

    Auf der MSC Magnifica oder besser gesagt generell auf allen MSC Kreuzfahrtschiffen gibt es fast durchgängig die Möglichkeit Speisen zu sich zu nehmen. In der Zeit zwischen 6.00 Uhr in der Früh bis 2.00 Uhr in der Nacht hat man ununterbrochen die Möglichkeit in den öffentlichen Bereichen des Schiffes etwas ohne Aufpreis zu essen zu bekommen. Bis 3.00 Uhr in der Nacht ist die Pizza Lieferung in die Kabine mögliche, gegen einen Aufpreis. Lediglich in der Zeit von 3.00 bis 6.00 Uhr ist man auf die Erdnüsse der Minibar angewiesen.

    Die Essenszeiten vor allem in der Cafeteria Sahara und im L’Oasi gehen nahtlos ineinander über ohne dass zwischenzeitlich das Restaurant vorübergehend geschlossen ist. Die Speisen bestehen in erster Linie aus Dingen für den schnellen Hunger zwischendurch, man findet Pizza, Pasta, Hamburger, Hot Dogs, frische Salate, frisches Obst, diverse Desserts und unterschiedliche Fleischgerichte vom Grill. Qualitativ sind die Speisen in Ordnung, besser Essen kann man allerdings ganz klar in den beiden Hauptrestaurants L’Edera und Quattro Venti. Der Service im Buffetrestaurant L’Oasi und in der Cafeteria Sahara lassen teilweise etwas zu wünschen übrig, so dauerte es teilweise sehr lange bis man nach Getränken gefragt wurde, teils kamen die Kellner nur auf Zuruf. Das wunderte mich schon etwas, beim Beobachten des Geschehens fielen mir allerdings Dinge auf, die das teils erklärten.

    Wie bereits beschrieben sind die Übergänge zwischen den einzelnen Mahlzeiten fließend und so kommt man gerne schon mal fünf Minuten vor 12.00 zum Mittagessen um sich noch kostenfreie Säfte von der Frühstücksstation zu besorgen, damit man zum Mittagessen nicht die kostenpflichtigen Getränke trinken muss. Mit den Frühstückssäften fürs Mittagessen deckt man sich auch gerne großzügig ein. Im Schnitt 7 von 10 Gästen lehnen die Nachfrage von Kellnern ob sie was zu trinken möchten dankend ab. Es ist natürlich ein schwieriger Zwiespalt für die Crew auf der einen Seite nicht aufdringlich zu sein, auf der anderen Seite  aber einen zuvorkommenden Service zu leisten.

    Auf meiner Kreuzfahrt mit der MSC Fantasia sind mir solche Dinge nicht aufgefallen, dort war der Gästekreis im allgemeinen aber auch internationaler.

    Das Restaurant L’Edera kannte ich nur vom Frühstück, dort nimmt man das Frühstück nicht in Buffetform ein, sondern bestellt a la carte seine Speisen zum Tisch. Ich persönlich finde dies grad mit Kind etwas angenehmer, da man nicht aufstehen muss um Speisen zu holen und somit mehr Ruhe am Tisch ist. Die Auswahl der Speisen war groß, es gab eigentlich nichts was man nicht bekam demnach vergleichbar mit dem Angebot beim Buffet, nur dass man eben das Essen gebracht bekommt. Am 3. Tag wusste man dort bereits, dass ich lieber Tee anstelle von Kaffee trinke was ich sehr aufmerksam fand.

    Zu Stoßzeiten in denen viele Passagiere gleichzeitig zum Frühstück kamen wirkte das Team im L’Edera teils etwas unorganisiert, man hatte den Eindruck dass bei zu vielen Gästen schnell der Überblick verloren geht, doch mit etwas Geduld und Zeit im Gepäck, was man ja für gewöhnlich im Urlaub hat, bekam man immer das was man wollte in einer ansprechenden Qualität gepaart mit einem freundlichen Service.

    Im Restaurant Quattro Venti nahmen wir unser Abendessen ein, zu einer festen Zeit an einem festen Tisch. Das Abendessen wird hier  a la carte serviert und man kann sich ein eigenes Menü zusammen stellen. Man hatte jeden Abend seine festen Kellner, die einen mit einem Lächeln begrüßten. Am Service im QuattroVenti habe ich nichts zu bemängeln, freundlich, organisiert und mit System. Die Wartezeiten zwischen den Gängen waren angemessen und die Qualität der Speisen war gut, vor allem der Fisch war immer sehr köstlich.

    Oft habe ich auf der MSC Magnifica gehört und auch auf Facebook in Kommentaren gelesen, dass man den „Fraß“ bei MSC nicht essen könne, was soll ich dazu sagen, das war nun meine zweite Kreuzfahrt mit einem Schiff von MSC Kreuzfahrten, ich lebe noch und verhungert bin ich auch nicht. Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden. An Bord ist mir aufgefallen,dass vor allem die Passagiere über das Essen schimpften, die sich auch an vielen anderen Dingen störten, an der Tischzeit, am Dresscode, dass Helgoland ausgefallen ist… Die Qualität der Speisen entspricht garantiert keinem Sterne-Restaurant, da stimm ich zu, aber ich würde behaupten, dass die Qualität der Speisen einem normalen italienischen Standard entspricht, wie man ihn auch in einem vergleichbaren Restaurant in Italien oder Spanien findet und damit meine ich sicherlich auch nicht den Edel-Italiener wie man ihn hier teils in Deutschland kennt.

    Preis-Leistungsverhältnis

    Womit wir bei einem Thema wären das man nicht außer Acht lassen sollte, wenn man als Passagier gewisse Ansprüche stellt. Möchte man mit einem 5 Sterne plus Kreuzfahrtschiff fahren, dann muss man dies auch bezahlen. MSC Kreuzfahrten bieten im allgemeinen Vergleich einen fairen Preis für ihre Kreuzfahrten und sind nicht überteuert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und man bekommt für das was man bezahlt einen angemessenen Service und eine entsprechende Qualität.

    Gesamteindruck

    Mein Gesamteindruck von der MSC Magnifica ist durchaus gut. Das Schiff ist sehr ansprechend, bietet jede Menge Unterhaltung und das für jeden Geschmack. Mir gefällt das Konzept von MSC Kreuzfahrten, dass Elemente einer klassischen Kreuzfahrt wie zum Beispiel das Gala-Dinner und ein gewisser Dresscode zum Abendessen eingehalten werden, die Schiffe aber dennoch Familien tauglich sind und auch eine Vielzahl an Programm und Möglichkeiten für die kleinsten Passagiere an Bord bieten.

    MSC Magnifica

    MSC Magnifica

    Ich bin auch auf Grund meiner Reise mit der MSC Fantasia mit einer gewissen Erwartungshaltung an Bord der MSC Magnifica gegangen, die größtenteils befriedigt wurde, klar gab es die ein oder andere Sache, die nicht so rund lief, doch darüber kann man wie ich finde hinweg sehen, wenn die Basics an Bord stimmen, nämlich die Sauberkeit und die Freundlichkeit der Crew. Auch machen ganz oft die Mitreisenden an Bord die Stimmung und Atmosphäre an Bord aus, so kann aus einem Traumschiff auch schnell mal eine Horrorkreuzfahrt werden und aus einem rostigen Klumpen eine Traumreise.

    MSC Kreuzfahrten Reiseberichte: Nordland-Kreuzfahrt mit MSC Magnifica

     

     



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