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Bei AIDA und vielen weiteren Reedereien aus dem Massenmarkt existiert unter einigen langjährigen Gästen weiterhin der Wunsch nach kleineren Schiffe, wie es sie früher einmal gab. Dieser Wunsch geht in meinen Augen weit an der Realität am Kreuzfahrtmarkt vorbei und missachtet, dass sich dieser in den letzten Jahren fortlaufend weiterentwickelt hat.
Kleinere Schiffe in der Größenordnung mit circa 1.000 Gästen an Bord wird es in absehbarer Zeit nur bei Reedereien aus dem Luxusbereich mit entsprechend höheren Preisen geben. Beispielsweise AIDA Cruises hat mit AIDAcara, AIDAvita und AIDAaura die drei Schiffe aus den Anfangszeiten der Reederei zwischen 2021 und 2023 verkauft. Die drei kleinsten AIDA Schiffe hatten durchaus ihre Fans, würden allerdings heutzutage kaum noch in die Flotte der größten deutschen Kreuzfahrtreederei passen.
Für die nächsten zehn bis 15 Jahren werden die sieben Kreuzfahrtschiffe aus der Sphinx Klasse, welche circa 2.500 Gäste fasst und aktuell im Zuge der AIDA Evolution modernisiert wird, die kleinsten Schiffe der Flotte sein. Die nächsten zwei Neubauten mit Auslieferung im Frühjahr 2030 und im Herbst 2031 werden sich größenmäßig zwischen AIDAprima und AIDAperla sowie AIDAnova und AIDAcosma einordnen. Ambitionen zum Bau kleinere AIDA Schiffe sind derzeit nicht bekannt und auch äußerst unwahrscheinlich.
Grundsätzlich gilt: Je größer ein Kreuzfahrtschiff, desto geringer sind für die Reederei bei guter Buchungslage die Kosten pro Gast. Kleinere Schiffe erfordern somit eine höhere Zahlungsbereitschaft auf Seiten der Kunden. Gleichzeitig gibt es meist weniger Restaurants, Entertainment und Aktivitätsmöglichkeiten an Bord, was die Rechtfertigung eines höheren Preises bei einer Mehrheit der Reisenden erschweren dürfte. Diese Argumentation lässt sich auch auf viele weitere Kreuzfahrtmarken im Massenmarkt wie zum Beispiel Mein Schiff und MSC anwenden. In diesem Segment wird es in absehbarer Zeit kaum noch Schiffe mit unter 2.000 Gästen an Bord geben.
Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass kleinere Kreuzfahrtschiffe durchaus Vorzüge haben. Der Umgang an Bord ist oftmals familiärer, die Wege sind kürzer und Routen vielfach abwechslungsreicher. Von der Schiffsgröße hängen schließlich auch die möglichen Hafenanläufe sowie Küsten- und Kanalpassagen ab. Wer am deutschen Kreuzfahrtmarkt in den nächsten Jahren die Vorzüge kleiner und klassischer Kreuzfahrtschiffe genießen möchte, muss wohl auf die Hochseeflotte von Phoenix Reisen, MS Hamburg von Plantours Kreuzfahrten oder MS Vasco da Gama von nicko cruises setzen.
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