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AIDA feiert am kommenden Wochenende 30. Geburtstag. Passend dazu blicken wir einmal auf alle 16 AIDA Schiffe aus 30 Jahren Reedereigeschichte. Darunter die drei Neubauten aus den Anfangszeiten, zwei gebrauchte Kreuzfahrtschiffe, von denen eins nicht mehr auf den Weltmeeren fährt, und die heutige AIDA Flotte aus insgesamt elf Kussmundschiffen.
Der heutige Marktführer bei Kreuzfahrten in Deutschland ging in den 1990er Jahren aus der Deutschen Seereederei hervor. Bei der ehemaligen DDR Reederei entschloss man sich für große Investitionen in Kreuzfahrtschiffe. Im August 1994 wurde der erste Neubau bei Kvaener Massa Yards im finnischen Turku (heute: Meyer Turku) beauftragt. Das Schiff namens AIDA mit dem charakteristischen Kussmund des Künstlers Feliks Büttner am Bug wurde am 7. Juni 1996 im Seehafen Rostock getauft.
Das im Jahr 1996 als AIDA mit dem Beinamen Das Clubschiff in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff wurde im Jahr 2001 zur AIDAcara, da zwei Neubauten im Anmarsch waren. Auf der Aker MTW Werft in Wismar wurden bis 2002 die AIDAvita und bis 2003 die AIDAaura gebaut. Die baugleichen Schwesterschiffe waren eine leichte Weiterentwicklung im Vergleich zum allerersten AIDA Schiff. Diese drei Schiffe prägten in den ersten zehn Jahren die Marke AIDA.
Insgesamt fuhren AIDAcara, AIDAvita und AIDAaura jeweils rund 20 Jahre lang für die Rostocker Reederei. Die Schiffe mit Platz für etwas mehr als 1.000 Gäste boten eine familiäre Atmosphären und hatten viele Fans in der AIDA Community. Die Kreuzfahrten vor dem Stillstand durch die Coronapandemie im Frühjahr 2020 waren schlussendlich die letzten Reisen von AIDAcara und AIDAvita für AIDA Cruises, was damals noch niemand wusste. Nur AIDAaura durfte nach der Pandemie nochmal neu starten, wurde allerdings im Herbst 2023 ausgeflottet.
Zum 30. Geburtstag von AIDA sind die drei Schiffe aus den Anfangszeiten abseits des deutschen Kreuzfahrtmarktes unterwegs. Die ehemalige AIDAcara fährt als Astoria Grande mit überwiegend russischen Gästen, ex-AIDAvita ist nach Schwierigkeiten in China derzeit als Blue Dream Melody in Beihai aufgelegt und ex-AIDAaura nahm im Anschluss an einem Umbau im Frühjahr 2024 als Celestyal Discovery den Betrieb für eine Reederei aus Zypern auf.
Dieses Schiff dürften nur langjährige AIDA Fans auf dem Zettel haben: Die alte AIDAblu. Sie wurde bereits im Jahr 1990 von Fincantieri als Crown Princess an Princess Cruises ausgeliefert und trug nach knapp 2 Jahren als A-ROSA Blu ab 2004 für drei Jahre den Kussmund am Bug. Das gebrauchte Schiff sorgte dafür, dass AIDA die damalige Nachfrage nach Kreuzfahrten in Deutschland bedienen konnte.
Mit Beginn der Neubauten von der Meyer Werft im Jahr 2007 wurde das Schiff an die mittlerweile eingestellte Schwestergesellschaft Ocean Village aus Großbritannien weitergegeben. Im November 2020 endete die Geschichte der alten AIDAblu auf den Weltmeeren. Nach einigen Eigentümerwechseln wurde das Schiff in einem Alter von 30 Jahren im indischen Alang verschrottet.
Im Jahr 2007 begann die Auslieferung der AIDA Baureihe mit den meisten Schiffen. Das Typschiff AIDAdiva mit dem charakteristischen Theatrium von Deck 9 bis 11 in der Mitte des Schiffes war wegweisend für die Entwicklung von AIDA Cruises. Seitdem verfügte jeder AIDA Neubau über ein Theatrium. Bis 2013 wurde jährlich ein neues Schiff aus der Sphinx Klasse an AIDA Cruises ausgeliefert. AIDAbella (2008) und AIDAluna (2009) waren weitgehend baugleich zu AIDAdiva. Bei den abschließenden vier Schiffen AIDAblu (2010), AIDAsol (2011), AIDAmar (2012) und AIDAstella (2013) handelt es sich um eine Weiterentwicklung dieser Generation.
Seit dem Frühjahr 2025 läuft ein groß angelegtes Investitionsprogramm für die Sphinx Klasse, die mittlerweile von AIDA als Selection Generation bezeichnet wird. Der Umbau von AIDAdiva, AIDAbella und AIDAluna mit zahlreiche neuen Features und Designänderungen ist bereits abgeschlossen. In den nächsten zwei Wintersaisons gehen noch AIDAmar und AIDAblu sowie AIDAsol und AIDAstella jeweils für sieben Wochen bei Chantiers Naval de Marseille ins Trockendock.
Diese sieben AIDA Schiffe mit Platz für circa 2.500 Gäste sind eine wichtige Säule des Erfolgs für AIDA Cruises. Sie bilden seit vielen Jahren das Rückgrat der Flotte und werden wohl noch mindestens bis weit in die 2030er Jahre für den deutschen Marktführer unterwegs sein.
Das Wachstum des deutschen Kreuzfahrtmarkts hielt in den 2010er Jahren an, weshalb AIDA sich mit einer neuen Schiffsgeneration für den nächsten Schritt entschloss. Im August 2010 wurden zwei neue Schiffe aus der Hyperion Klasse bei Mitsubishi Heavy Industries im japanischen Nagasaki bestellt. Eine Entscheidung, die im Laufe der Folgejahre für kontroverse Diskussionen sorgte, da man nicht mehr auf die stark ausgelastete Meyer Werft aus Papenburg setzte.
Die japanische Bauwerft hatte erhebliche Schwierigkeiten beim Bau beider Schiffe, sodass die Auslieferungstermine im März 2015 und März 2016 nicht eingehalten werden konnte. Das erste Schiff wurde schließlich im Mai 2016 beim Hamburger Hafengeburtstag auf den Namen AIDAprima getauft und im Juni 2017 folgte das baugleiche Schwesterschiff AIDAperla. Die Neubauten waren als Allwetter-Familienschiffe geplant. Erstmals eingeführt wurden der Beach Club, der Activitybereich Four Elements und noch vieles mehr.
Ende 2018 kam mit AIDAnova das weltweit erste LNG Kreuzfahrtschiff auf den Markt. Es wurde auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg gebaut und noch vor Auslieferung bei einem Festival im Werfthafen getauft. Mit Platz für etwa 6.000 Gäste wurde AIDAnova mit Abstand zum größten Schiff der Flotte. An der ein oder anderen Stelle ist die sogenannte Helios Klasse wiederum eine Weiterentwicklung der Vorgängerschiffe AIDAprima und AIDAperla.
Die Auslieferung des zweiten Schiffes AIDAcosma im Jahr 2021 wurde aufgrund der Coronapandemie aus dem Frühjahr ans Jahresende verschoben, da die Meyer Werft ihr Auftragsbuch streckte. Indienststellung und Taufe erfolgten dann im Frühjahr 2022 in Hamburg. Mit dem neuen Außenbereich Ocean Deck am Heck an Stelle des Four Elements ist AIDAcosma im Gegensatz zu AIDAnova eher für wärmere Fahrtgebiete gebaut. Das jüngste Flottenmitglied fährt derzeit saisonal im westlichen Mittelmeer und auf den Kanaren.
Aufbauend auf dem Erfolg der AIDA Selection, einer Produktlinie die zwischenzeitlich mit den drei AIDA Schiffen aus den Anfangszeiten eingeführt wurde, stieß im Herbst 2019 die AIDAmira zur Flotte hinzu. Sie kam als Costa neoRiviera von der italienischen Schwestermarke, um erstmals Reisen im neuen Fahrtgebiet Südafrika & Namibia anzubieten. Der Start nach einer nur einmonatigen Umbauphase verlief äußerst holprig und erforderte im Anschluss an die Taufe sogar Reiseabsagen.
Schlussendlich fuhr AIDAmira nur von Ende 2019 bis zum Stopp aller Kreuzfahrten durch Corona im Frühjahr 2020 mit Gästen für AIDA. Als Teil der Kussmundflotte war das Schiff länger aufgelegt als in Dienst. Im Januar 2022 folgte der Verkauf an die Ambassador Cruise Line aus Großbritannien, wo die ehemalige AIDAmira bis heute unter dem Namen Ambition fährt.
Die Entwicklung von AIDA Cruises wird auch in den nächsten Jahren weitergehen. Am 7. April 2025 bestellte die Rostocker Reederei dazu zwei Schiffe aus einer neuen Generation bei Fincantieri in Italien. Die Nachfolger der Helios Klasse werden im Frühjahr 2030 und zur Wintersaison 2031/32 auf den Markt kommen. Viele Details sind noch in Planung und werden erst in den nächsten Jahren bekanntgegeben.
Mehr dazu unter: „AIDA Neubauten ab 2030: Alle Informationen zur neuen Schiffsgeneration„
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