AIDAdiva: Forschungsprojekt auf Weltreise mit HEAT Nord
- Annika
Das Kreuzfahrtschiff „AIDAdiva“ der Reederei AIDA Cruises befindet sich seit 10. November 2025 auf einer 133-tägigen Weltreise. Im Rahmen des Evolution-Projekts von AIDA Cruises hatte die HEAT Nord GmbH auf dem Schiff während eines Werftaufenthaltes im Februar vorigen Jahres in Marseille drei Seekastenkühler mit dem thermischen Bewuchsschutz iTAS (integriertes Thermal Antifouling System) installiert. Mit dem weltweit erstmaligen Einbau auf einem Kreuzfahrtschiff soll untersucht werden, ob iTAS-Kastenkühler auch auf modernsten Seefahrzeugen zur Effizienzsteigerung in den Kühlsystemen eingesetzt werden können. Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes von HEAT Nord und AIDA Cruises ist es, das Kühlsystem des Schiffes energetisch zu optimieren und die Kühlleistung durch neue Einbauvarianten zu steigern. Das Forschungsprojekt wird vom Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern gefördert. „Wöchentlich erreichen uns jetzt Messdaten von Bord des AIDA-Schiffes, die Aufschluss über die korrekte Funktion des iTAS-Bewuchsschutzes geben“, sagt Gunter Höffer, Geschäftsführer und Inhaber der HEAT Nord GmbH.
Mit dem von HEAT Nord entwickelten und patentierten thermischen Bewuchsschutz iTAS bietet das Unternehmen aus Stäbelow bei Rostock eine technische Lösung, die den Effekt nutzt, dass Mikroorganismen bei einer Umgebungstemperatur höher als 65° Celsius absterben. Dank des thermischen Bewuchsschutzes sinkt der Wartungs- und Reinigungsaufwand für Seekastenkühler beträchtlich. Seit 2008 wurde durch den Einsatz von iTAS-Kastenkühlern auf Schiffen der Schadstoffeintrag durch herkömmlich verwendete Kupferanoden und Chemikalien in die Meeresgewässer um mehr als 200 t verringert.
Zum Beispiel ist der in Hamburg gebaute neue Laderaumsaugbagger „Osteriff“ der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) mit insgesamt zwölf iTAS-Kastenkühlern ausgestattet, erklärt Geschäftsführer Höffer. Seit gut zwei Jahren bewährt sich die innovative Technik auch auf zwei in China gebauten Mehrzweck-Spezialschiffen der niederländischen Reederei Spliethoff. Diese verfügen über 450-Tonnen-Kräne, mit denen direkt vom Schiff aus Monopiles in Offshore-Windparks vor Australiens Küste aufgebaut werden. Dies war einer der Hauptgründe für die Entscheidung der Reederei Spliethoff zugunsten der innovativen Seekastenkühlung mit dem thermischen Bewuchsschutzsystem iTAS von HEAT Nord.
Um die Position auf dem internationalen Schiffbaumarkt zu festigen und auszubauen, kooperiert HEAT Nord mit der niederländischen Firma Reikon BV in Vertrieb und Service im sehr wichtigen niederländisch-belgischen Markt. Neben dem Schiffsneubau engagieren sich die Spezialisten aus Stäbelow verstärkt im Reparatur- und Service-Sektor. Erst kürzlich waren sie involviert in ein Reparaturprojekt der norwegischen Reederei Utkilen in Gdansk (Danzig) in Polen. Ein zusätzliches Engineering-Büro mit vorrangig maschinenbaulicher Kompetenz gibt es seit September 2024 im niedersächsischen Emden. „Obwohl der zivile Schiffbau in Deutschland stark rückläufig ist, sehen wir optimistisch in die Zukunft“, erklärt abschließend Geschäftsführer und Inhaber Gunter Höffer.
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