CEO der Norwegian Cruise Line Holdings: „Die Kreuzfahrtindustrie wird sich sehr, sehr gut erholen“

CEO der Norwegian Cruise Line Holdings: „Die Kreuzfahrtindustrie wird sich sehr, sehr gut erholen“

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Frank Del Rio, CEO der Norwegian Cruise Line Holdings Ltd., äußert sich zur Zukunft der Kreuzfahrtbranche

In dieser Woche gibt es viel von dem drittgrößten Kreuzfahrtkonzern der Welt, der Norwegian Cruise Line Holdings (NCLH), zu berichten. Zunächst hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft des Unternehmens geäußert, dass es nicht sicher sei, ob NCLH die derzeitige Coronavirus-Krise wirtschaftlich überleben könnte. Es erfolgte eine Warnung an Anleger und Investoren. Eine Insolvenz des Konzerns und anschließendem Neuaufbau wäre denkbar gewesen.

Anschließend wurde bekannt, dass sich das Unternehmen 2 Milliarden US-Dollar zusätzliches Kapital besorgt habe, was nun dafür ausreiche, um das Überleben des Unternehmens für 1 Jahr ohne Kreuzfahrten sicherstellen zu können. Auch darüber berichteten wir bereits. Zusätzlich kündigte NCLH am Donnerstag an, mit zusätzlichen Aktiengeschäften weiteres Kapital zu sichern, sodass die dann vorhandene Liquidität insgesamt für 18 Monate ausreichen würde.

Gegenüber der Zeitung „USA Today“ hat sich nun der CEO (Chief Executive Officer = Vorstandsvorsitzender) der Norwegian Cruise Line Holdings Ltd. Frank del Rio zu der Zukunft des Unternehmens und der der Kreuzfahrtbranche im Allgemeinen geäußert.
Frank del Rio geht demnach davon aus, dass sich die Kreuzfahrtindustrie sehr, sehr gut erholen wird. Seine Aussage stütze sich zum einen darauf, dass es weiterhin starke Buchungen für 2021 gebe und das trotz der schlechten Nachrichten rund um das Coronavirus in Verbindung mit Kreuzfahrten. Auch würde man kaum zusätzliche Rabatte anbieten und fast kein Marketing betreiben und trotzdem gebe es für das kommende Jahr stabile Buchungszahlen. 
Weiterhin gebe es positive Signale von einer Hauptzielgruppe für Kreuzfahrten: Senioren. Es handle sich zwar um eine Hochrisikogruppe für Kreuzfahrten, dennoch äußern sich viele ältere Menschen positiv zur Kreuzfahrt und sie wollten schnellstmöglich wieder Reisen auf Schiffen unternehmen.
„Diese Leute haben Bucket-Listen“ (= Liste mit Dingen, die man im Leben unbedingt gemacht haben will), sagte Del Rio. „Ihre Lebensweise wird sich nicht durch einem Virus ändern. Sie haben fast alles überlebt, was das Leben für sie an Herausforderungen gestellt hat. Sie sind schlau. Sie wissen, was getan werden muss, um sich selbst zu schützen. Und sie sind zuversichtlich, dass wir alles Menschenmögliche tun, um sie zu schützen.“. Der CEO geht davon aus, dass sich die Kreuzfahrtbranche insgesamt schneller erholen werde als Hotels oder Fluggesellschaften.

Del Rio glaube, dass sich die Kunden auch zukünftig sehr wohl fühlen werden, denn alle Elemente, die eine Kreuzfahrt ausmachen, werden auch künftig vorhanden sein. Dazu gehören ein gutes Preis-Leistungsverzeichnis, die vielen Ziele, hervorragendes Essen und eine tolle Zeit zu haben. Nichts desto trotz müsse es Änderungen geben, die oftmals Dinge sein werden, die man auch im täglichen Leben mit dem Coronavirus zu beachten habe. 
Denkbar wäre es wären Maßnahmen wie das Tragen von Masken, Abstandsregeln, weniger Tische in den Restaurants, kein Selbstbedienungs-Buffet mehr und insgesamt weniger Gäste an Bord. Möglich wären auch Routenänderungen.

Frank del Rio möchte dem Bericht von USA Today zufolge jedoch derzeit noch keine konkreten Maßnahmen nennen, um keine Ängste bei den Gästen zu schüren und keine Spekulations-Debatte anzuheizen. Klar ist jedoch, dass sich etwas ändern müsse und so werden bereits firmenintern Maßnahmen entwickelt, die bei einem Neustart des Kreuzfahrtbetriebs greifen könnten. Wichtig dabei sei, dass sich das Coronavirus nicht wieder auf Kreuzfahrtschiffen ausbreite.

Wichtig sei es, dass die finanziellen Angelegenheiten des Konzerns nun geregelt seien und die Liquidität für eine lange Zeit ausreiche. Nun könne man sich darauf konzentrieren attraktiv für die Kunden zu bleiben. Wirtschaftlich befindet sich die Kreuzfahrtbranche in der schwersten Krise seit ihrem Bestehen.

Dazu wann die Schiffe des Konzerns, zu dem die drei Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises gehören, wieder in den regulären Betrieb gehen könnten, will sich Frank del Rio nicht festlegen. Die Carnival Cruise Line als großer Konkurrent des Unternehmens wolle ab dem 01. August wieder Reisen anbieten – Grundlage hierfür sei die „No-Sail-Order“ der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, die möglicherweise im Juli ausläuft. Ob das so kommt wird die Zeit zeigen.
Firmenintern wird man sicherlich ein Datum anvisieren, jedoch nicht öffentlich äußern. 
Nach aktuellem Stand wurden alle Kreuzfahrten des Konzerns bis Ende Juni 2020 abgesagt.

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1 Kommentar gepostet

  1. Ja, wenn man 2,4 Billionen USD von GoldmannSachs gekriegt hat, kann man sich etwas Erholung schon leisten. Wenn auch die beiden PrivatInseln in der Karibik als Pfandgut gegeben worden sind. Dies gilt aber nicht fuer kleinere Redereien. Die meisten werden die Kriese nicht ueberleben, glaube ich. Aber wir werden es sehen, vielleicht wird die ganze Branche komplett anders verteilt. Es gab auch Fragen wegen Treibstoff, angeblich duerfn alle Kreuzfahrtschiffe gar kein Schweroel mehr benutzen.

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