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Drei Todesfälle nach Virusausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff m/v Hondius

Hondius Oceanwide Expeditions / © Andrew Peacock
Hondius Oceanwide Expeditions / © Andrew Peacock

Auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff m/v Hondius von Oceanwide Expeditions aus den Niederlanden ist es zu einem tödlichen Virusausbruch gekommen. Drei Passagiere sind an den Folgen akuter Atemwegserkrankungen verstorben, eine weitere erkrankte Person wurde positiv auf das Hantavirus getestet. Das Expeditionsschiff liegt derzeit vor der Küste der Kapverden, wo sich die lokalen Behörden und die Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem Ausbruch befassen.

Bestätigt ist das Hantavirus als Auslöser noch nicht in allen Fällen. Auf einer Reise von Ushuaia in Argentinien auf die Kapverden kam es zu den schwerwiegenden Krankheitsverläufen. Zunächst zeigte ein 70-Jähriger Patient Symptome, der wenig später verstarb. Seine Leiche befinde sich aktuell auf der britischen Atlantikinsel St. Helena. Seine Frau wurde ebenfalls mit ausgeschifft und verstarb auf dem Heimweg, als sich ihr Gesundheitszustand drastisch verschlechterte. Eine weitere Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verstarb am 2. Mai 2026 auf der m/v Hondius. Die Todesursache ist bislang noch nicht geklärt. 

Am 27. April erkrankte auch ein weiterer Passagier, ein britischer Staatsbürger, schwer und wurde nach Südafrika ausgeschifft. Der Patient befindet sich auf der Intensivstation in Johannesburg. Sein Zustand sei weiterhin kritisch, aber stabil. Bei diesem Patienten konnte eine Variante des Hantavirus festgestellt werden. Primär werden Hantaviren durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen. In häufigen Fällen können diese zu schweren Krankheitsverläufen führen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch sei jedoch äußerst selten.

Laut des aktuellen Lageberichts von Oceanwide Expeditions (siehe unten) benötigen nun auch zwei Crewmitglieder aus Großbritannien und der Niederlande dringend medizinische Versorgung.

Bereits seit dem gestrigen Sonntag liegt das Expeditionsschiff vor dem Hafen von Praia auf den Kapverdischen Inseln. Aktuellen Medieninformationen zufolge wurde es dem Schiff jedoch von den lokalen Behörden untersagt im Hafen von Praia anzulegen. Das Unternehmen prüfe nun eine Weiterfahrt nach Gran Canaria oder Teneriffa, um hier einen Anlauf zu realisieren. Laut Oceanwide Expeditions wurden die Hygienemaßnahmen hochgefahren und die Gäste werden informiert und unterstützt.

Die Liste von Personen an Bord der MV Hondius umfasst insgesamt 8 deutsche Staatsangehörige (7 Passagiere + 1 Crew), einer der Passagiere ist verstorben. Oceanwide selbst hatte diese Liste veröffentlicht. 

Update 6. Mai 2026: Hantavirus auf m/v Hondius: Erste medizinische Evakuierungen mit Spezialflugzeugen – zum Artikel.

Update 10. Mai 2026: Hantavirus-Schiff m/v Hondius hat Teneriffa für Ausschiffungen erreicht – zum Artikel.

Update 13. Mai 2026: m/v Hondius nimmt nach medizinischen Ausschiffungen Kurs auf Rotterdam – zum Artikel.

Aktueller Lagebericht von Oceanwide Expeditions vom 04.05.2026 um 13:30 Uhr

Oceanwide Expeditions hat weiterhin mit einer ernsten medizinischen Situation an Bord der m/v Hondius zu kämpfen, die sich derzeit vor der Küste von Kap Verde befindet.

Ein kurzer Überblick über den zeitlichen Ablauf der medizinischen Situation an Bord der m/v Hondius:

Am 11. April verstarb ein Passagier an Bord. Die Todesursache konnte an Bord nicht festgestellt werden. Am 24. April wurde dieser Passagier auf St. Helena von Bord gebracht, wobei seine Ehefrau die Rückführung begleitete.

Am 27. April wurde Oceanwide Expeditions darüber informiert, dass sich der Zustand der Ehefrau während der Rückreise verschlechtert hatte und sie später verstorben war. Beide Passagiere waren niederländische Staatsangehörige. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bestätigt, dass diese beiden Todesfälle mit der aktuellen medizinischen Situation an Bord in Zusammenhang stehen.

Am 27. April erkrankte ein weiterer Passagier schwer und wurde medizinisch nach Südafrika evakuiert. Diese Person wird derzeit auf der Intensivstation in Johannesburg behandelt und befindet sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Dieser Passagier ist britischer Staatsangehöriger. Bei diesem Patienten wurde eine Variante des Hantavirus festgestellt.

Am 2. Mai verstarb ein weiterer Passagier an Bord. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Dieser Passagier war deutscher Staatsangehöriger.Zudem befinden sich derzeit zwei Besatzungsmitglieder mit akuten Atemwegsbeschwerden an Bord, eines mit leichten und eines mit schweren Symptomen. Beide benötigen dringend medizinische Versorgung. Diese Besatzungsmitglieder sind britischer und niederländischer Staatsangehörigkeit. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden keine weiteren Personen mit Symptomen identifiziert.

Bei den beiden noch an Bord befindlichen Personen, die medizinische Versorgung benötigen, wurde das Hantavirus bislang nicht bestätigt. Es ist auch nicht erwiesen, dass das Virus mit den drei Todesfällen im Zusammenhang mit dieser Reise in Verbindung steht. Die genaue Ursache und ein möglicher Zusammenhang werden derzeit untersucht. Der einzige bestätigte Fall von Hantavirus ist daher der Passagier, der medizinisch evakuiert wurde und nun in Johannesburg behandelt wird.

Das Schiff befindet sich weiterhin vor der Küste von Kap Verde. An Bord befinden sich 149 Personen aus 23 verschiedenen Ländern. Die Ausschiffung der Passagiere, die medizinische Evakuierung und die medizinische Untersuchung erfordern die Genehmigung der örtlichen Gesundheitsbehörden sowie die Abstimmung mit diesen. Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben das Schiff besucht und die Situation beurteilt. Der medizinische Transport der beiden erkrankten Personen an Bord hat noch nicht stattgefunden.

Oceanwide Expeditions arbeitet eng mit lokalen und internationalen Behörden zusammen, darunter die WHO, das RIVM, die zuständigen Botschaften und das niederländische Außenministerium. Gleichzeitig werden Vorbereitungen für eine mögliche medizinische Rückführung und die nächsten Schritte getroffen. Als Anlegehäfen für die Ausschiffung werden Las Palmas oder Teneriffa in Betracht gezogen, wo weitere medizinische Untersuchungen und Maßnahmen durchgeführt werden könnten.

An Bord werden strenge Vorsichtsmaßnahmen getroffen, darunter Isolationsmaßnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung. Alle Passagiere wurden informiert und werden unterstützt.Oceanwide Expeditions steht in engem Kontakt mit den direkt Betroffenen und ihren Familien und leistet, wo möglich, Unterstützung.

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