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EU lehnt Phoenix-Kreuzfahrtschiff für Flüchtlinge ab!

Phoenix Reisen bot MS Albatros für die Unterkunft von Flüchtlingen an
 
Mehrere deutsche Medien berichteten heute, dass der Bonner Reiseveranstalter Phoenix Reisen eines seiner Schiffe für die Unterkunft von Flüchtlingen und Migranten von griechischen Inseln angeboten hat. Konkret soll es sich dabei um die MS Albatros handeln, die so wie alle anderen zur Flotte gehörenden Schiffe zurzeit temporär außer Dienst gestellt wurde. Grund hierfür ist selbstverständlich die weltweite Coronavirus-Krise. Zuletzt hatte das kleine Kreuzfahrtschiff am vergangenen Dienstag seine Gäste in Bremerhaven ausgeschifft und ist heute in Emden eingelaufen, wo ein außerplanmäßiger Werftaufenthalt vorgesehen ist.
 
Konkret soll es sich so zugetragen haben, dass der Phoenix Reisen-Gründer Johannes Zurnieden anbot Flüchtlinge und Migranten von den griechischen Inseln zum Selbstkostenpreis auf der MS Albatros unterzubringen. Der Selbstkostenpreis liege bei Vollbelegung bei ungefähr 45 bis 65 Euro pro Person inklusive Verpflegung. Er soll weiter ausgeführt haben, dass es leichter als in einem Hotel sei, einzelne Gäste oder Gruppen voneinander zu trennen oder zu ­kontrollieren, wer kommt und geht.

Das Angebot wurde dann von der Abgeordneten und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Katarina Barley an die EU-Kommission vermittelt. In einem Brief an die EU-Kommission soll Barley geschrieben haben, dass es sich um eine konkrete, machbare und schnell umsetzbare Lösung handle. Auch im Hinblick auf eine Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in den überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wäre dies eine denkbare Lösung.

Die EU-Kommission in Brüssel hat dieses Angebot nun abgelehnt, da es bessere und günstigere Möglichkeiten der Hilfe gäbe. In leer stehenden Hotels an Land könne man mehr Menschen zum gleichen Preis unterbringen.
Indes regt sich bei den Griechen Widerstand gegen diesen Vorschlag, da man leerstehende für Touristen vorgesehene Unterkünfte nicht für Flüchtlinge zur Verfügung stellen wolle, sodass von dort der Ruf nach einer „Schiff-Lösung“ größer wird.
 
Summa summarum gibt es zwar mehrere Vorschläge die Situation für die Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln zu verbessern und auch mit dem Angebot von Phoenix Reisen gab es einen kreativen und für die Kreuzfahrtbranche sehr speziellen Vorschlag, aber letztlich hat sich für die Menschen vor Ort noch nichts getan. 

In Bezug auf Phoenix Reisen könnte man jedoch mit dem gemachten Angebot darauf schließen, dass das Unternehmen davon ausgeht, dass die Kreuzfahrtschiffe noch eine ganze Zeit außer Betrieb sein werden. Die Albatros ist heute erst in Emden eingetroffen. Bis sie im östlichen Mittelmeer angekommen wäre, Flüchtlinge aufgenommen und eine Zeit lang beherbergt hat und dann wieder für den Gästebetrieb hergerichtet ist, könnte sie es wohl zeitlich nicht schaffen ab dem 11.05.2020 die Reise „Iberische Halbinsel & Nordsee“ ab Monaco anzutreten [dies ist gemäß heutigem Stand die erste Reise, die die MS Albatros wieder mit Gästen unternehmen soll]. 

Kreuzfahrten mit Phoenix Reisenab
MS Albatros, MS Artania, MS Amadea und MS Deutschland von Phoenix Reisen beim Vierfachanlauf in Bremerhaven am 31.07.2016 / © Phoenix Reisen

Klassische Kreuzfahrten mit Phoenix Reisen

ganzjährig

weltweite Kreufzahrten mit MS Amadea, MS Albatros, MS Artania und MS Deutschland

Klassische Kreuzfahrten, deutsche Bordsprache, relativ kleine Schiffe

5 Kommentare gepostet

  1. Nach der „Vermietung“ hätte dann eine Vollsanierung auf Steuerzahlerkosten angestanden oder der Weg nach Alang. Ich habe Bilder gesehen, wie solche „Unterkünfte“ nach Abzug der Nutzer aussahen.

  2. Zu den Phoenix Reiseplänen ist doch jetzt schon zwischen den Zeilen auf der Website zu lesen, dass bis Ende Juni nichts geht. Die aufgelisteten Touren, die nach derzeitigen Stand starten sollen, kann man umbuchen nach Ultimo. Das macht keinen Sinn, denn wenn 50% umbuchen würde das Schiff ja halb leer losfahren. Das ist wohl kaum kostendeckend. Also Salamitaktik und alle zwei Wochen eine Reise mehr absagen in der Hoffnung, dass die Kunden von selbst stornieren oder umbuchen und die Kohle im Unternehmen bleibt. Meine Meinung.

    • Die werden allesamt auch halbleer losfahren. Alles andere als Salami-Taktik wäre Selbstmord. Klar kann man bis Ende Dezember absagen, aber was ist wenn Du Anfang Juli fahren kannst, dann hast Du ein Problem. Niemand weiß was kommt.

      • Das meinte ich nicht. Ich denke es ist realistisch betrachtet klar, dass bis Ende Juni keine cruise stattfindet. Also könnte man diese Abfahrten auch absagen. Von bis Dezember 2020 hatte ich nichts geschrieben. .. und nein ich bin für klare Verhältnisse, man hängt in der Schwebe zwischen Bangen und Hoffen, findet die cruise statt oder nicht, soll ich was umbuchen oder noch warten. Wenn klar ist das die Reise nicht stattfindet, kann man sich nach 2021 orintieren. Nicht alle sind Rentner. Viele müssen ihren Urlaub in der Firma zumindest mit Kollegen absprechen und manchmal ist nur eine Planung ein ganzes Jahr im voraus möglich.

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