Gast verklagt AIDA wegen Corona-Absage einer Kreuzfahrt

Gast verklagt AIDA wegen Corona-Absage einer Kreuzfahrt

St. John's Antigua
St. John's Antigua
Es gibt ja Kreuzfahrt-Gäste mit Anstand und Vernunft und es gibt Kreuzfahrt-Gäste, da glaubt man manchmal gar nichts mehr. Letztere Spezies hat AIDA Cruises vor Gericht gezogen, da sich AIDA erdreistet hatte, Asien-Kreuzfahrten zum Pandemie-Beginn im Februar 2020 abzusagen. AIDA konnte nicht sicherstellen, dass die Reise wie geplant stattfinden kann, da bereits Häfen geschlossen und Schiffe abgewiesen hatten. Auch die Sicherheit der Gäste wäre nicht im normalen Ausmaß darstellbar gewesen.
 
Zum Hintergrund: Im Februar kam Corona groß raus, Schiffe hatten zum Teil Fälle an Bord, Häfen hatten geschlossen und Schiffe abgewiesen. Weshalb es nur logisch und konsequent war, folgende Reisen abzusagen. AIDA war hier sehr frühzeitig mit den Absagen in Asien, da sind Mitbewerber noch mit neuen Gästen losgefahren und waren dann verwundert, dass sie nicht weit kamen.
 
Eine Kundin sah das allerdings anders. Es habe keinen Reisehinweis gegeben vom auswärtigen Amt, daher klagte sie auf entgangene Urlaubsfreuden. Sie kam allerdings nicht weit mit ihrer Auslegung der Sichtweise.
 
Das Amtsgericht in Rostock hatte den Fall verhandelt unter der Aktennummer 47 C 59/20 und machte sehr deutlich, dass Reisenden kein Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden zusteht, wenn man eine Reise absagt mit Bezug auf die Ausbreitung einer Pandemie.
 

Reiseveranstalter, in dem Fall AIDA Cruises haben natürlich die Berechtigung den Reisevertrag zu kündigen, wenn nicht sichergestellt werden kann, dass die Reise ordnungsgemäß und sicher durchgeführt werden kann. Das gilt auch dafür, wenn keine entsprechende Reisewarnungen für die Länder vorliegen, die angefahren werden sollen. AIDA Cruises hatte die Reiseabsage damit begründet, dass die Corona-Pandemie existent ist und sich weiterhin rasant ausbreitet und der sichere Betrieb und die Durchführung der Kreuzfahrt nicht gegeben ist.

Zu der Zeit als die Reise stattfinden sollte, lag bereits ein Kreuzfahrtschiff in Quarantäne, weitere Kreuzfahrtschiffe wurden weltweit an verschiedenen Häfen abgewiesen, vor allem auch im asiatischen Raum.

Unberührt davon ist natürlich die Rückzahlungspflicht die AIDA Cruises unterliegt bei der Absage von Pauschalreisen. Hier gilt weiterhin die 14 Tage Frist.

Letztlich hat das Gericht klar festgestellt, dass es sich bei der Corona-Pandemie um unvermeidbare außergewöhnliche Umstände handelt, die das Vorgehen komplett rechtfertigen ohne Recht auf Schadensersatz für die Gäste, sehr wohl aber mit dem Recht, dass der Reisepreis vollumfänglich zu erstatten ist.

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2 Kommentare zu „Gast verklagt AIDA wegen Corona-Absage einer Kreuzfahrt“

  1. Was es nicht alles gibt?!
    Und welcher Anwalt rät seiner Mandantin tatsächlich mit sowas Klage einzureichen? Erfolgsaussicht gleich 0. Oder hat die Dame allein, ohne Anwalt geklagt? Kosten dürfte sie nun so oder so aber haben dadurch…

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