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Kieler Ostseekai: Landstromanlage ist offiziell eröffnet

Kieler Ostseekai: Landstromanlage ist offiziell eröffnet

Vorstellung der LED-Fassade der Landstromanlage / © Port of Kiel
Vorstellung der LED-Fassade der Landstromanlage / © Port of Kiel

Landstromanlage am Kieler Ostseekai offiziell eröffnet

  • Landstromanlage mit 16 Megawatt Leistung kann zwei Schiffe parallel versorgen.
  • Nach erfolgreichem Integrationstest wird „AIDAsol“ im Regelbetrieb angeschlossen.
  • Fährschiffe der Stena Line beziehen seit Anfang 2021 Landstrom am Schwedenkai.
  • Einsparung von ca. 8.000 Tonnen CO2 durch die Landstromanlage am Ostseekai.

Am Ostseekai nahmen der damalige Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Bernd Buchholz, Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer gemeinsam mit dem CEO der Costa Gruppe, Michael Thamm, und Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer PORT OF KIEL, eine der leistungsstärksten Landstromanlagen in Europa offiziell in Betrieb. Nach dem erfolgreichen Integrationstest wurde am 16. Juni 2021 als erstes Kreuzfahrtschiff die „AIDAsol“ an die Landstromversorgung angeschlossen. Mit 16 Megawatt kann die Anlage ein Kreuzfahrtschiff am Ostseekai und die Fährschiffe der Stena Line am Schwedenkai parallel mit Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Wasserkraft versorgen. Minister Buchholz erklärte dazu, man mache mit diesem Tag einen großen Schritt, die Schifffahrt in Schleswig-Holstein lokal emissionsärmer zu gestalten. Das Land Schleswig-Holstein hat den Bau der 13,5 Millionen Euro teuren Anlage mit rund 9 Millionen Euro unterstützt und sich auf Bundesebene erfolgreich für eine Reduzierung der EEG-Umlage auf Landstrom eingesetzt. „Mit dieser Investition, die Landstrom nun an insgesamt drei Stellen in Kiel ermöglicht, dürfte der Seehafen auch im internationalen Vergleich sehr weit vorn liegen. Die Anlage wird tausende von Tonnen CO2 einsparen und damit die Menschen in der Landeshauptstadt erheblich entlasten“, so Buchholz. Dies zeige einmal mehr, dass Ökologie und Ökonomie gut in Einklang zu bringen sind. Man wolle als Kreuzfahrt-Metropole im Spiel bleiben, aber mit den besten technischen Voraussetzungen zur Emissionsminderung.

Bereits am 26. April 2018 unterzeichneten das Land Schleswig-Holstein, die Landeshauptstadt Kiel, der PORT OF KIEL und die Costa-Gruppe am Ostseekai an Bord der „AIDAluna“ eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Förderung eines ressourcenschonenderen Kreuzfahrttourismus im Kieler Seehafen. Damit wurden die Weichen für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Ziel gestellt, die maritime Infrastruktur, die Wirtschaft und den Tourismus in Norddeutschland zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Mit der „AIDAsol“ wurde ab Mai 2021 die Landstromanlage am Ostseekai getestet und zertifiziert. Das Schiff bezieht seitdem in Kiel Landstrom im Regelbetrieb.

Die Landstromanlage versorgt bereits seit Anfang 2021 auch die Fähren der Stena Line täglich mit Ökostrom. Für jedes Kreuzfahrtschiff, das mit Landstrom versorgt wird, kommt eine Einsparung von durchschnittlich ca. 45 Tonnen CO2 am Ostseekai hinzu. Darüber hinaus werden seit Mai 2019 die Fähren der Color Line am Norwegenkai an das landseitige Netz angeschlossen, wodurch weitere 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr weniger anfallen. Oberbürgermeister Kämpfer hob hervor, dass alle innerstädtischen Terminalanlagen nunmehr über einen Landstromanschluss verfügen. Die skandinavischen Fährreedereien seien bei der Stromnutzung vorangegangen, und er freue sich sehr, dass mit AIDA Cruises jetzt auch die erste Kreuzfahrtreederei Landstrom in Kiel beziehe. Man decke so bereits den überwiegenden Teil des Energiebedarfs der im Innenstadtbereich liegenden Schiffe ohne direkte lokale Abgasemissionen. Diesen Weg wolle man konsequent weitergehen und plane bereits weitere Landstromanlagen für den Ostuferhafen.

Dirk Claus: „Ich bedanke mich beim Land Schleswig-Holstein und bei der EU für die finanzielle Unterstützung beim Bau der Landstromanlage. Mein Dank gilt ebenso dem Bundeswirtschaftsministerium für die Reduzierung der EEG-Umlage. So kann annähernd Wirtschaftlichkeit erreicht werden, sodass die Anlagen auch tatsächlich genutzt werden und damit zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen.“ Landstrom stellt neben der wirtschaftlichen auch eine technische Herausforderung dar. „Ich freue mich, dass die Landstromanlage zudem architektonisch herausragend gestaltet wurde. Mein Dank gilt den Architekten, Bauunternehmen, Fassadenbauern und Lichtdesignern.“ Für das erste volle Betriebsjahr plante der Kieler Hafen damals, 70 Kreuzfahrtanläufe mit Landstrom zu versorgen.

Siemens lieferte die elektrischen und elektronischen Kernelemente der Landstromanlage. Sie besteht im Wesentlichen aus Umrichtern, Mittelspannungsschaltanlagen, Automation und einem Energiemonitoring. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Landstromanlage am Kieler Ostseekai und am Schwedenkai nun das erste System in Betrieb nehmen, das zwei große Seeschiffe parallel von Land aus mit Strom versorgen kann. Die elektrische Verbindung von Bord- und Landnetz ist nicht trivial. Unser bewährtes Landstromsystem SIHARBOR sorgt dafür, dass nicht nur die unterschiedlichen Netzfrequenzen an Bord und an Land automatisch miteinander synchronisiert werden, sondern koordiniert hier erstmals auch die Parallelversorgung der zwei mit unterschiedlicher Leistung abnehmenden Schiffe“, so Lars Nürnberger, Leiter der Siemens-Niederlassung in Kiel. Die fahrbare Vorrichtung für die Übergabe der Starkstromkabel zum Schiff stammt von der Firma Stemmann-Technik, einem Unternehmen der Wabtec Corporation. Das Kabelsystem ist in Verbindung mit den Anschlussboxen auf dem Terminalgelände flexibel einsetzbar und ist damit für Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Größe und Bauform geeignet. 

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