Kreuzfahrer aufgepasst: Ich würde JETZT umbuchen!

Kreuzfahrer aufgepasst: Ich würde JETZT umbuchen!

Color Magic Heckwelle

Hallo liebe Kreuzfahrer! 

Vorweg, ich bin juristisch eine vollkommene Vollkatastrophe. Ich kann aber lesen und leide hier und da unter paranoiden Wahnvorstellungen. Das hier ist hochspekulativ, aber nicht undenkbar! 

Auch heute denke ich krumm und schief, nach dem ich gestern Abend einen Artikel bei der Touristik Aktuell gelesen habe. Nach ein paar Gedankengängen, hörte ich Stimmen in meinem Kopf, die mir sagten, dass es durchaus Sinn macht, schnell darüber nachzudenken, ob man nicht umbuchen sollte. Die Sache hier ist akut wie das Aktiengeschäft, das kann gut gehen, muss aber nicht!

Was war passiert? Die Touristik Aktuell schreibt davon, dass Reiseveranstalter im Glauben sind oder sein könnten, dass die Corona-Epidemie losgelöst von der aktuellen Rechtslage ist und sie daher denken könnten, dass sie keine Rückerstattungen von abgesagten Reisen mehr tragen müssen. 

Die Touristik aktuell schreibt in ihrem Artikel den hier finden könnt folgendes: 

Die deutschen Reiseveranstalter suchen nach Möglichkeiten, kostenlose Stornos oder Umbuchungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr zuzulassen. Das heißt in der Praxis: Alle Kunden, die aufgrund aktueller Regelungen im Zuge der Pandemie nicht reisen können, würden von den Veranstaltern kein Geld zurückbekommen.

Ob die Lösung – sollte sie umgesetzt werden – rechtmäßig ist und Bestand haben wird, ist offen. Fakt ist: Das Pauschalreiserecht, das bei Reiseabsage in Folge höherer Gewalt die Rückzahlung der Kundengelder vorsieht, hat eine Pandemie nicht vorgesehen. Die aktuellen Ansprüche der Kunden sind in der Masse derart hoch, dass wohl kein Veranstalter in Deutschland sie aus eigener Kraft stemmen kann. Mit dem Stopp des operativen Geschäfts könnte TUI eine Notlösung gefunden haben, um Rückzahlungen zu stoppen (siehe hier).

Quelle: Pauschalreisen: Gesetz ruiniert Veranstalter

Was heißt das für mich wenn das so kommt? 

 

Gezahlte Reisepreise und Anzahlungen verschwinden für die Endkunden und Umbuchungen sind im Zweifel auch keine mehr möglich. Wie kann man das lösen? Umbuchen in vermeintlich sicherere Zeiten. Bei den Reedereien kann man ja zwischenzeitlich auch bis ins Jahr 2022 umbuchen.

Folgendes Szenario stelle ich mir vor

 

Reisen müssen über einen Zeitraum von 3 Monaten abgesagt werden, weil es die Situation verlangt. Die Veranstalter sagen somit häppchenweise alle Reisen ab und müssen nach aktueller Rechtslage dem Kunden alle Gelder erstatten. Die Reiseveranstalter haben aber auch einen nicht unerheblichen Kostenblock und massiv viele Mitarbeiter  und bekommen zeitgleich kein frisches Geld rein. Ihr merkt, worauf ich hinaus will – es ist absehbar dass die Reiseveranstalter dann allesamt irgendwann über die Wupper gehen könnten – ergo die Kundengelder sind weg! Ich denke auch nicht, dass da ein paar nette Staatshilfen helfen, um die Gesamtproblematik aufzufangen.

Lösung 1: 

 

Es passiert gar nichts, die Reiseveranstalter regulieren solange bis sie pleite sind und zumindest ein Teil der Kunden bekommt das Geld wieder. Alle Arbeitsplätze in der Gesamt-Touristik gehen damit verloren und glaubt mir, dass sind massiv viele Arbeitsplätze – am Ende der Nahrungskette angekommen sprechen wir da von Millionen.

Lösung 2:

 

Die Regierung pumpt solange Geld in die Reiseveranstalter rein, bis alle Rückzahlungen erfolgt sind und die Reiseveranstalter dadurch überleben können. Allerdings weiß NIEMAND von welcher Zeitspanne man ausgehen muss, in der Geld reingepumpt werden muss für die abgesagten Reisen und für die Aufrechterhaltung der Veranstalter, damit diese ihre Mitarbeiter halten können.

Lösung 3:

 

Die Regierung verabschiedet ein Gesetz oder was auch immer – keine Ahnung wie das heisst, dass die Corona-Pandemie losgelöst der aktuellen Rechtssprechung nicht den Absagemodalitäten unterliegt und die Reiseveranstalter keinerlei Anzahlungen und Reisepreise mehr zurückerstatten müssen für Absagen die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Darüber hinaus gibt es Kredite für die Unternehmen um ihre Kosten zu decken.

Fazit

 
Ich für mich glaube nicht an die erste Variante, denn die Regierung wird sicherlich nicht mit ansehen, wie mit einem Schlag eine komplette Branche stirbt und damit Arbeitsplätze in massivstem Umfang wegfallen.
 
Die zweite Variante ist nicht kalkulierbar. Niemand weiß, wie viel Geld benötigt wird und wie immer, wird auch Niemand wissen woher es kommen soll das liebe Geld.
 
Variante drei ist per se erstmal leicht umzusetzen in der Theorie. Ob das in der Praxis auch funktioniert, weiß ich nicht, kann mir das aber in einer solchen Notsituation durchaus vorstellen.
 

Was sind also meine Gedanken?

Ich habe keine Ahnung ob das so kommt und wenn ja, wie schnell das passieren kann und wird. Akut zahlen die Veranstalter wohl noch zurück aber in Teilen auch schon mit Hinweisen, dass das bis zu sechs Wochen dauern kann. Ich hab auch keine Ahnung ob sowas dann rückwirkend gültig sein kann. Das sollte man auch im Hinterkopf haben.
 

Ich würde umbuchen, was wir nun auch machen werden mit unserer TUI Cruises Reise. Weitere Reisen im Herbst lassen wir erstmal noch offen. Umbuchungen sind ja generell bis ins Jahr 2022 möglich.

Ich für mich bin im Glauben, dass es zumindest bis Ende Mai nicht wirklich möglich ist zu planen. So sehen es scheinbar auch die deutschen Reedereien TUI Cruises und AIDA Cruises, die beide kostenlose Umbuchungs-Möglichkeiten für alle Reisen mit Abfahrt bis zum 31.05.2020 anbieten. Auch andere Reedereien bieten günstige Möglichkeiten an um auf andere Reisen zu wechseln. Auch wenn es vielleicht eine Umbuchungsgebühr kosten kann, sollte man sich den Auswirkungen die kommen könnten im klaren sein.

Ich habe jetzt ganz viele Leute gesehen die sagen, dass sie warten wollen bis die Reise abgesagt wird, da sie davon ausgehen dass die Reise abgesagt wird und dann ihr Geld erhalten. 

NOCHMAL: Ich habe keine Ahnung was faktisch passieren wird, ich habe lediglich den Artikel von Touristik Aktuell ernst genommen und für mich Thesen aufgestellt, die ich mit euch teilen möchte. Wenn weder Rückzahlungen erfolgen noch Umbuchungen noch möglich sind, habt ihr zwar alle im Nachgang wieder die Möglichkeiten Reisen zu unternehmen, aber im Zweifel habt ihr Geld verloren. 

Das hier sind ausschließlich meine Gedanken und meine Meinung. Ohne jegliche Gewähr auf rechtliche Korrektheit. Ich habe auch keine Glaskugel, wollte euch nur mal zum Nachdenken animieren.

PS: Natürlich könnt ihr auch jetzt nach wie vor eure Ansprüche geltend machen, solange das funktioniert. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es im Zweifel ganz schnell nicht mehr so sein kann. Daher überlegt was ihr tun wollt. Ob das so kommt weiß kein Mensch. An Corona dachte vorher auch keiner und es kam dennoch so.

UPDATE: MSC Kreuzfahrten weist auf EU-Erlass hin und zahlt nur Gutscheine aus


Es ist uns bewusst, dass Sie sich auf die Reise gefreut haben und eine Erstattung Ihres Reisepreises wünschen. Da es sich bei dieser Pandemie um ein weltweit außergewöhnliches, nicht vorhersehbares und für uns ebenso unvermeidbares Ereignis handelt, für welches die reiserechtlichen Vorschriften der EU keine Regelung haben treffen können, orientieren wir uns an den Vorschriften die Italien, Frankreich und Spanien für diese Fälle bereits erlassen haben und die in Deutschland zwischen dem Deutschen Reisebüroverband und der Bundesregierung derzeit geprüft werden. Daher werden wir aktuell ausschließlich einen Reisegutschein für unsere Gäste, zuzüglich des genannten Bordguthaben anbieten. Wir bitten Sie auf Basis dieser Informationen um Ihr Verständnis, dass derzeit eine Rückzahlung des Reisepreises nicht möglich ist.

Anstelle des genannten Gutscheines können Sie für noch nicht gestartete Kreuzfahrten jedoch auch kostenlos eine Umbuchung auf Ihren Wunschtermin vornehmen lassen.

 

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42 Kommentare gepostet

  1. Vorsicht, wegen akuten finanzielle Problemen der Reisebranche sollte man nicht gleich unsere Verfassungsgrundsätze sprichwörtlich über Bord werfen wollen. Auch wenn die Kreuzfahrtbranche, die ja gerne mit der steuerlichen Verlagerung durch Registrierung ihrer Schiffe im Ausland alle legalen rechtlichen Möglichkeiten zur ihren Gunsten ausgenutzt hat, nun plötzlich nach rechtlichen Veränderungen zu ihren Gunsten verlangt, gilt weiterhin der rechtliche Grundsatz, dass Gesetze niemals rückwirkende Folgen haben dürfen, d.h. auf bestehende Reiseverträge gar nicht anwendbar sind. Pandemien sind übrigens auch grundsätzlich nichts neues,wer nicht immer mit der Möglichkeit kalkuliert hat, dem könnte man auch fahrlässige Sorglosigkeit vorhalten (jetzt nicht als juristischer Begriff gemeint). Dass Pandemien durchaus einkalkulierbar waren, zeigen ja die Ausschlußkriterien der Vertragsbedingungen mancher (nicht aller) Reiserücktrittsversicherungen, im deutschen Pauschalreiserecht steht davon aber nichts. Der früher beliebte Begriff der Höheren Gewalt wurde ja mit den letzen Gesetzesänderungen zugunsten des Kunden ersetzt.

    Juristisch ist die Lage klar, es liegt hier kein juristisches, sondern ein wirtschaftliches Problem vor. Und hier scheint es durchaus so zu sein, dass Insolvenzen drohen, die zumindest bei den Megaveranstaltern die unternehmensbezogene Absicherungssumme durch Sicherungsscheine übersteigen könnte.

    Es wäre aber vielleicht auch mal an der Zeit, dass die Veranstalter auf ihren Homepage-Seiten jetzt mal endlich auf ihre Schöne-Welt- Gaukeleien verzichten sollten, Gutschein-Regelungen nicht als Wohltat, sondern tatsächlich als Möglichkeit der Verhinderung einer aus der rechtlichen Situation drohenden Insolvenz(und damit dem möglichen Verlust von geleisteten Kundengeldern) darstellen würden. Mehr Ehrlichkeit wäre jetzt tatsächlich angezeigt (nicht nur in Fachpublikationen, von denen man hofft, dass die meisten Kunden sie nie lesen). Viel wäre schon gewonnen, wenn man zumindest für die eingezahlten Gelder eine gleichwertige Reise zu einem späteren Zeitpunkt anbieten würde, schaut man aber nach, soll da der Kunde oft noch einen Aufpreis bezahlen, da es ja auch jährliche Preissteigerungen gibt.

    Für eine Gutschein-Lösung braucht es das Vertrauen des Kunden, dass der Anbieter ehrlich mit ihm umgeht und auch wohl noch die nächsten Jahren überstehen wird, gerade da haben die großen Anbieter in den letzten Woche ja nicht gerade Vertrauen aufgebaut. Es gibt Anbieter, da werde ich (habe mehrere bestehenden Buchungen) einer Anrechnung der bisher eingezahlten Gelder auf spätere vorgebuchte Reisen wahrscheinlich sogar zustimmen, dieser Anbieter hat aber auch aktuell recht klar kommuniziert, dass er im Falle einer Absage von Reisen eingezahlte Gelder zurückerstatten will. Es gilt für mich da immer noch der heute unmoderne kaufmännische Grundsatz: Vertrauen gegen Vertrauen.

    Und man kann noch die politische Seite betrachten. Wen soll die Politik eigentlich schützen? Die Firmen, die sich steuerrechtlich und mit ihren Arbeitsverträgen schon lange ins Ausland abgesetzt haben (auf welchem Schiff haben die Beschäftigten noch Verträge nach dem deutschen Arbeitsrecht?) oder doch lieber direkt die Kunden, denen sonst ein Verlust ihrer Einzahlungen durch ungenügende Summen in der Absicherung der Sicherungsscheine droht? Ist da nicht der Weg besser, ähnlich der Cook-Insolvenz die offenen Beträge aus den finanziell ungenügend ausgestatteten Sicherungsscheine den Kunden direkt zu ersetzen? Zumal es da ja durchaus juristische Begründungen für eine Staatshaftung gibt, da mit der 110-Millionen-Begrenzung in Deutschland üblicher Sicherungsscheine Deutschland EU-Recht nicht ausreichend umgesetzt habe.

    Soweit die Überlegungen ebenfalls eines Nichtjuristen, der aber auch mal sowohl die Neustimmungen des Pauschalreiserechts als auch die Geschäftsbedingungen der Reederein gelesen hat und auch wahrnimmt, welche Urteile Gerichte denn so in den letzen Jahren gefällt haben.

    Eines sollte aber jedem klar sein: Jetzt mal schnell gemäß der Rechtslage die eingezahlten Gelder zurückzubekommen, um dann für Ostern oder diesen Sommer eine neue Reise buchen und anzahlen zu können, dürfte nicht nur wirtschaftlich eine Illusion sein. Und die Annahme eines Gutscheins ist ein Vertrauensvorschuss auf den jeweiligen Anbieter, bei dem man die Rechte auf die eigentlich günstigeren juristischen Regelungen (deren Abwicklung aber im Fall von Insolvenzen länger dauern wird) aufgibt. Dier Entscheidung muss dann jeder selber treffen, aber bitte nicht aufgrund der bunten Homepage der jeweiligen Reederei.

    • Moin Gerd, isoliert auf die Kreuzfahrtbranche magst Du recht haben, aber die TUI Group beispielsweise forciert das gerade, es geht da um die gesamte Touristik-Branche, da ist die Kreuzfahrt eher nachgelagert.

      Im übrigen ist das ein Problem der gesamten Wirtschaft, nicht nur der Touristik, insofern ist das schon sehr spannend abzuwarten was die Regierung da tut. Wenn das nur die Kreuzfahrt beträfe, dann würde man das mit einfachsten Mitteln geregelt bekommen.

    • Guter Beitrag. Die Rechtslage ist aber klar: keine Leistung = keine Gegenleistung. Aber mal ne andere Frage. Wem gehören die Schiffe bei TUI, MSC, COSTA UND AIDA? Da sollte genug Kapital sein, um Insolvenzen zu verhindern.

      • Die Rechtslage spielt keine Rolle wenn kein Geld mehr da ist, das ist relativ einfach. Und der Schaden ist immens groß wenn die Schiffe nicht fahren und die Unternehmen die gezahlten Kundengelder zurückzahlen müssen, da schätze ich liegt man durchaus im Monat auch mal bei einer dreistelligen Millionensumme pro Brand.

        Und klar, Schiffe haben einen Gegenwert, in Anbetracht der zusammenbrechenden Gesamtwirtschaft stelle ich mir aber die Frage wer die Schiffe kaufen soll um für Liquidität in den Unternehmen zu sorgen da ja die gesamte weltweite Touristik-Branche gerade dem Abgrund in die Augen schaut.

        Wem die Schiffe gehören?

        TUI => TUI
        MSC => MSC
        AIDA => Costa Group
        Costa => Costa Group

        Aber wie oben erwähnt, hier geht es ja nicht drum das eine Sache wackelt, sondern die komplette Gesamtbranche wackelt und da sind Kreuzfahrten eher untergeordnet im Hinblick auf das was in der Gesamt-Touristik so passiert.

  2. Was ist das für ein Schwachsinn? Es gibt einen Vertrag zwischen Reeder und Kunden mit den Pflichten, die Reise zu geben und das Geld zu bezahlen. Wenn einer seine Pflicht (z.B. der Reeder) seine Pflicht nicht erfüllt, hat er auch keinen Anspruch auf Bezahlung. Denkt doch bitte auch mal über den idiotischen Begriff „kostenlose Umbuchung“ nach.

    • Ich denke im anderen Kommentar ist alles gesagt worden. Schwachsinnig empfinde ich es auf Verträge zu pochen in einer solchen Situation in der klar ist, dass das Ende nah ist, sofern die Regierung nicht einschreitet und Geld bei schafft. Denn wenn kein Geld da ist, bringt Dir weder ein Anspruch noch ein Vertrag etwas und die Tatsache, dass Veranstalter solche Möglichkeiten ausloten, sprechen nicht dafür, dass sie unendlich Geld in der Kasse haben um alles zu retournieren. Auch dass sie direkt nach Staatshilfen greifen schaut nicht so aus, als könne man nun wochenlang alles stornieren und zurückzahlen.

      Und genau für den Fall habe ich Möglichkeiten aufgezeigt, um zumindest seine Restzahlung in Sicherheit zu haben. Aber es kann nach wie vor jeder für sich entscheiden was er macht, insbesondere die Androhung mit den Anwälten fand ich die letzten Tage sehr spannend, die lachen sich kaputt und nehmen mit großer Freude jedes Mandat an, dem Anwalt ist es doch egal was am Ende rauskommt, sein Geld ist ihm sicher – das zahlt der Gast, nicht der Veranstalter.

  3. Hallo Pascal,

    es ist sicher spannend, was nun wirtschaftlich passieren wird. Was aber sicher nicht passieren darf, sind rückwirkende Aufhebungen von gesetzlichen Bestimmungen (die Lösung drei), unsere Regierung ist an die Verfassung gebunden, soviel Vertrauen habe ich. Und gesetzliche Veränderungen beschließt in Deutschland nicht die Regierung, sondern Bundestag und Bundesrat. Das gilt im übrigen auch für die angekündigten finanziellen Rettungsschirme, die werden sich nicht aus den schon bewilligten Haushalten finanzieren lassen. Das Haushaltsrecht ist eine der wichtigsten Errungenschaften parlamentarischer Demokratien.

    Welche Prioritäten man politisch bei der Rettung von Unternehmen setzen wird, wird sicher auch davon abhängen, wieviele Arbeitsplätze damit direkt in Deutschland verbunden sind. Ob da die Großen der Reisebranche ganz oben auf der Liste stehen werden? Sind darunter schon Veranstalter zu groß, um sie fallen zu lassen? Hat man von Cook auch mal geglaubt. Die Antworten kenne ich auch nicht.

    • Moin Gerd, was passieren kann und was passieren darf ist in meinen Augen heute nicht mehr gesichert zu sagen. So ein Virus darf auch nicht ausbrechen und das er die Welt still legt kann eigentlich auch nicht sein, ist aber passiert – leider.

      Ich sagte ja, ich habe keine Ahnung wer letztlich die Beschlüße fasst, das spielt auch keine Rolle, aber das was passieren muss ist vollkommen klar.

      Was die Rettungsschirme angeht: Allein für die Touristik gesehen sind die gar nicht bezifferbar und wie oben erwähnt ist die Gesamt-Touristik in der aktuellen Problematik der Wirtschaft nicht mal mehr ein großes sondern eher ein kleines Sorgenkind, insofern stellt sich mir die Frage was „unbegrenzte Gelder“ bedeuten wird. Die Touristik an sich braucht schon Milliarden und das ehe zwei als einstellig.

      Was die Konzerne betrifft, ich denke Lufthansa hat schon sehr viele Mitarbeiter in Deutschland, die TUI Group sicher auch, dann nehmen wir mal alle Reisebüros in Deutschland, alle Hotels, AIDA hat glaub um die 5000 Leute in Rostock beschäftigt, TC in Hamburg nicht ganz so viel – Hapag ist auch eher dünn besetzt im großen Vergleich, aber da bekommt man schon siebenstellige Existenzen zusammen wenn man die Gesamtbranche sieht. Die kann man natürlich alle in die Arbeitslosigkeit jagen, ob das Sinn macht ist eine andere Frage.

      Betrachten wir allein AIDA: Meines Erachtens einer der größten wenn nicht der größte Arbeitgeber in MV, kann man noch deutlich weiterspinnen was bei der Touristik im Gesamten alles dranhängt.

      Dann haben wir aber noch immer nicht von der gesamten Wirtschaft außen herum gesprochen. Also in der Quintessenz: Mal eben erklären, dass das Stornorecht außer Kraft gesetzt wird aufgrund der Notlage ist sicher der beste, schnellste und effektivste Weg um diesen Wirtschaftszweig nicht zu töten – vor allem kostet er in erster Instanz keinen Cent und schmälert die benötigten Hilfsmittel enorm.

      Auch ich bin betroffen, aber mir ist es tatsächlich lieber 1000 Euro zu verlieren und damit viele Existenzen beim Überleben zuschauen zu können als das ich die 1000 Euro in der Tasche habe und das alles zusammenbricht.

      Aber das ist nur meine Meinung, ich weiß dass das in der Gesellschaft so nicht gesehen wird, da ist sich jeder selbst am nächsten und wenn es danach kracht sind immer die Anderen schuld.

  4. Zu Rudi: Kann ich auch nicht direkt beantworten, vermute bei dem Schiffsbauboom der letzten Jahre aber, dass auf den Schiffen noch hohe Kreditlasten liegen und bedient werden müssen, d.h. von den Reedereien diese nicht unbedingt zur Rekapitalisierung durch Überbrückungskredite herangezogen werden können. Aber wie gesagt, nur eine Vermutung.

    • Moin Gerd, was die Schiffe betrifft: In Teilen sind die natürlich je nach Alter bereits auch schon bezahlt oder unter Kreditfinanzierung. Aber selbst wenn sie alle bezahlt wären, finde in einer Situation in der die gesamte Touristik weltweit wackelt mal einen Käufer für Schiffe. Von den Großen ist derzeit Niemand in der Lage den Anderen zu übernehmen um damit Cash in irgendeine Tasche zu wirtschaften, die halten gerade alle die Hand auf. In den USA sollen 50 Milliarden nur für Airlines und Reedereien geflossen sein. Soll angeblich ausreichen um die Cruise Lines für 6 Monate über Wasser zu halten – rein auf das Überleben der Unternehmen bezogen – ohne jedwede Entschädigungslast oder Ähnliches.

  5. Nochmal hallo Pascal,

    auch ich habe kein Interesse, dass alles zusammenbricht, dazu reise ich auch zu gerne. Für mich ist das Recht aber immer noch ein höheres Gut als das Geld, notfalls verliere ich lieber das Geld.

    Und nun eine gute Nacht.

    • Moin Gerd, ich bin auf deiner Seite. Aber was bringt Dir Recht wenn kein Geld mehr da ist. Ergo hast Du dann ganz viele Arbeitslose und keinerlei Möglichkeiten mehr zu Reisen, weil das stirbt ja alles weg, wenn dann jeder seinen Euro wieder in der Tasche hat.

      Wir werden sehen was passiert. Schön wird es aber für Niemanden am Ende sein. Ich hoffe es bleibt zumindest erträglich.

    • Meine Antwort an Pascal: Moin Pascal, finde es gut, dass Du Dir solche Gedanken über das Überleben der Kreuzfahrer gemacht hast. Finde sie jedoch etwas nutzlos, da die Grundrechte der Bürger unantastbar sind. Fragen wir uns doch mal, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Corona war nur der Auslöser. Reiseveranstalter haben jahrelang die Anzahlung des Kunden A, der erst in zig Monaten reist, genommen, um die Reise von Kunde B, der morgen reist, zu bezahlen. Sie haben sich dadurch einen Riesenkredit verschafft, den sie kontinuierlich vor sich hergeschoben haben. Diese Lücke muss plötzlich geschlossen werden, weil die Kunden ihre Anzahlung berechtigterweise zurück haben wolle. Dieses miese Spiel ist von der Politik geduldet worden. Mir hat mal ein Führer vom Handelskonzern REWE (Penny, REWE usw.) gesagt, mit unserem Reisekonzern ITS verschaffen wir uns eine tolle Liquidität. Dein Vorschlag, Gutscheine zu akzeptieren, macht es nur schlimmer. Dann kannst Du auch gleich eine Spendenaktion vorschlagen. Das wäre ehrlicher. Es wird, und das haben viele noch nicht begriffen, eine Auslese unter den Reiseveranstaltern geben. Kenne da einige, die schon jahrelang auf dieser Masche reiten. Und es ist notwendig, hier klare Verhältnisse zu schaffen. Die Kreuzfahrtanbieter, jedenfalls, die die Schiffe besitzen, sind da noch etwas besser aufgestellt. Schiffe kann man beleihen, wenn auch zZt. zu erbärmlichen Konditionen. Ich schlage meinen Kunden vor, sie sollen sich ihr Geld jetzt schnell und mit Druck zurück holen. Die letzten werden dann leider auf ihren Forderungen sitzen bleiben.

      • Du kannst das ja nutzlos finden, aber was bringt es einzelnen Menschen ein paar Euro zu bekommen weil das Recht es sagt, die Wirtschaft es aber nicht leisten kann und damit eine komplette Branche zusammenstürzt, Milliardenschäden in dreistelliger Höhe da sind und Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren?

        In der akuten Situation ist alles antastbar und das muss es auch sein!

        Korrekt ist, dass insbesondere Reedereien enorm hohe Kosten im laufenden Betrieb haben, ich würde sogar behaupten, dass sie keinen Cent mit den Reisepreisen verdienen sondern lediglich ihre Kosten damit decken, das heisst die Kunden decken immer erstmal nur ihre eigene Fahrt und keine Fahrten im voraus.

        Das Geld wird faktisch an Bord verdient mit Zusatzverkäufen und Landausflügen.

        Ich sehe kein mieses Spiel und vor allem kann man einen Pauschalveranstalter wie ITS dem NICHTS gehört nicht mit einer Reederei vergleichen der alles gehört und die alles selbst betreibt und finanzieren muss. ITS bucht sich ja nur in diverse Dinge ein, die haben weder Schiffe noch Immobilien noch sonstwas – das ist ja ein komplett anderes Geschäftsmodell.

        Ich habe keinen Vorschlag für Gutscheine gemacht, ich habe gesagt, dass es wahrscheinlich so kommt und wer nicht auch noch einen Restzahlungspreis hinterherballern will, soll tunlichst und möglichst schnell umbuchen um seine eigene Liquidität zu retten.

        Und lustig die Aussage, dass man Schiffe beleihen kann: a) wer soll sie beleihen b) so viel Geld wie man braucht bekommt man nie beliehen.

        Und wenn Du deinen Kunden das so empfiehlst ist das dein Ding, ich denke die Kunden wären anderweitig besser beraten, denn aus einem leeren Topf holt man sich gar nichts mehr raus. Ist das Geld in 21 geschoben – wir irgendwer vermutlich weitermachen und die Buchung übernehmen. Aber nicht mein Problem, die Menschen sind alt genug, ich wollte nur einen Denkanstoss geben.

  6. Ich denke, aus reinem Ratio, dass man das angezahltes Geld abschreiben kann. Diese Krise werden nicht alle überleben (Wieler vom RKI sprach davon das die getroffenen Maßnahmen bis zu 2 Jahrn dauern könnten). Wenn die Versicherung insolvent geht, helfen auch die Sicherungsscheine nicht weiter (Das funktioniert nur solange es eine Firma betrifft, wie bei der MS Deutschland damals und auch da brauchte man Geduld, selbst betroffen). Milliarden an Staatshilfen (also das Schulden machen durch auf Knopfdruck erzeugtes Geld ohne Gegenleistung, werden eine gigantische Inflation verursachen) halte ich für die Tourismusbranche für ziemlich ausgeschlossen, da gehen lebenswichtigere Branchen vor. Es wird sehr viele Arbeitsplätze kosten, ja, wie bei all den anderen Branchen auch. Das Umbuchen bis nach Ultimo hilft nicht so wirklich, wenn die Firma dann nicht mehr existiert. Ich sehe zu schwarz? Vielleicht, in 2 Jahren wissen wir es.

      • Dazu habe ich noch eine Nachfrage. Was passiert wenn man die Restzahlung nicht überweist? Klage und Pfändung, bei vielen tausend Kunden? Ich habe noch bis April Zeit. Entweder (mit Eigenanteil) stornieren oder es darauf ankommen lassen.

        • Ich weiß das nicht was dann passiert. Aber ich würde halt noch immer eine Umbuchung machen und damit die Restzahlung erstmal retten und dem Unternhmen ermöglichen noch Cashflow zu haben. Du hast ja auch nichts davon wenn der Veranstalter tot ist. Irgendwann wirst Du auch wieder in den Urlaub wollen.

  7. Auch ich bin momentan in der Situation, dass meine Reise mit AIDA Ende April möglicherweise nicht stattfinden kann.
    Nun muss ich bis Ende März eigentlich die Restzahlung leisten. Alternativ könnte ich umbuchen. Beides behagt mir nicht so richtig.

    Was würde eigentlich passieren wenn ich nicht bis Ende März die Restzahlung leiste. Storno durch AIDA zu meinen Kosten nach gültiger Stornotabelle? Oder mahnt AIDA da vorher immer nochmal die Restzahlung an.

    Ich wünsche allen betroffenen die nötige Besonnenheit die aktuelle Lage gut zu meistern.

    • Moin Robert, Du hast ja einen Vertrag geschlossen und bist daher erstmal verpflichtet auch den Reisepreis zu zahlen. Was da im Detail passiert müsstest Du eigentlich in den AGB nachlesen können. Hab da keine Erfahrung mit.

  8. Morgen, das folgende ist sehr spekulativ. Wer überlebt am ehesten? Ich würde dabei eher auf die Anbieter der kleineren Schiffe tippen, deren Hauptklientel vermögende Ruheständler sind. Sobald die Krise vorbei ist, dürften für Berufstätige entweder schon viele Urlaubstage verbraucht oder soviel Rückstände aufzuarbeiten sein, dass Urlaub hinten an steht. Aber letztlich alles Spekulation.

    • Moin Gerd. Ich denke damit liegst Du falsch, ich vermute eher, dass die Kleinen auch die ersten sind die wahnsinnige Probleme haben.

      • Erstmal eine Berichtigung. RKI spricht nicht davon, dass die aktuellen Massnahmen 2 Jahre aufrecht erhalten werden können, sondern dass es zwei Jahren dauern könnte, bis das Risiko von Corana auf der Stufe der Grippe liegen wird, da legt ja auch keiner die Weltwirtschaft lahm. Der Zeithorizont hängt auch von der Frage ab, wann ein Impfstoff kommt. Die aktuellen Massnahmen ergeben keinen Sinn mehr, wenn man die Schulen wieder öffnen muss, da wird man neue Risikobewertungen für Risikopatienten einführen müssen
        Ob die kleinen oder die großen Anbieter eher überleben werden, kann nur die Zukunft zeigen. Im Insolvenzfall reicht aber die Versicherungssumme ( die ja pro Veranstalter gilt) bei den kleineren eher aus, gegenseitige Anrechnungen, um die gleiche prozentuale Abdeckung bei allen Anbietern zu erreichen, sind da ja nicht rechtlich möglich. D.h. jeweils 110 Millionen werden dann jeweils an die Kunden jedes einzelnen Anbieters aufgeteilt, ist einfache Mathematik, bei welchem Anbieter man mehr zurückbekommen dürfte. Und die Versicherer spielen insgesamt in einer ganz anderen Liga als die Touristikbranche, bis man die staatlicherseits in die Insolvenz gehen lässt, da muss wohl noch viel mehr passieren als die aktuelle Situation.

        Sicher ist aber aktuell gar nichts, bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Situation nicht dazu führt, dass man bald nicht mehr um den Urlaub, sondern um den Arbeitsplatz bangen muss.

        • Moin Gerd, deine Insolvenzdarstellungen mögen auf einen „normalen Fall“ zutreffen, im akuten Fall sehe ich das beduetend anders als Du. Die Rückversicherer haben ja nicht nur einen Kunden und Geld ist nunmal nicht unendlich.

          Ich denke, dass auch hier die aktuelle Situation massiv unterschätzt wird. Geht die Touristik über die Wupper, reden wir von Ausfällen im dreistelligen Milliardenbereich, das fängt keine Versicherung ab und auch die Regierung nicht – es betrifft hier dann noch immer nur eine Branche.

          Aber, da MSC bereits mitteilt nur noch mit Gutscheinen zu arbeiten, weil das in Italien, Frankreich und Spanien so schon erlassen wurde, gehe ich davon aus, dass das hier nun auch passieren wird und dann ist die gesamte Insolvenz-Diskussion auch hinfällig – dann gibt es ein paar Milliarden Kredite und alles ist im Veranstalterbereich tutti. Dann muss man schauen was mit den Reisebüros ist, denn die bluten auch aus.

  9. Wir haben auch bei AIDA gebucht und am 01.05.20 soll es losgehen (vermutlich). Zunächst gehört AIDA (wie u.a. auch Costa) mit zum Konzern von Carnival Cruises, die kanpp 50% Marktanteil weltweit besitzen und mehr als 100 Dampfer auf den Weltmeeren unter Wind haben. Das sichert schon mal Größenvorteile und bevor dieser (gesunde) Konzern umkippt muss schon mehr geschehen als ein vielleicht 3 bis 4 wöchiges Pausieren der Flotte, was letztlich auch die Kosten drückt. Ausserdem ist es auch schon mal ein kluger Schachzug die Crews vor Ort zu lassen, damit das Geschäft ggf. kurzfristig wieder anlaufen kann.
    Der Kunde wird nach dem Ende der Krise schnell wiede zur Tagesordnung übergehen, das hat man nach der Concordia schon gehsehen und zur Not wird eben der Preis gesenkt und so werden die Schiffe schon gefüllt. Außerdem liest man auch regelmässig vom Novovirus auf den Schiffen und seien wir mal ehrlich, das juckt doch keinen wirklich. Die Branche boomt doch seit den letzten 10 Jahren ohne Ende. Natürlich wird es für die Reedereien (und für den gesamten Touristikbereich) ein schwieriges Jahr, aber die großen werden überleben. In der Luftfahrt ist die Situation ähnlich. Ich bin davon überzeugt, dass Lufthansa sehr gute Chancen hat gestärkt aus der Krise hervorzugehen.
    Kurzum, ich mach mir null Sorgen mein Geld im Falle eines Stornos durch die Reederei nicht wiederzubekommen, gerade bei AIDA nicht.

    • Es ist also ein Vorteil über 100 Schiffe im Betrieb zu halten ohne einen Cent zu verdienen aber massive Rückforderungen zu haben? Steile These, Respekt dafür.

      Ein Unternehmen ist immer nur solange gesund, wie das Geschäftsmodell läuft und nicht steht. Es kommt derzeit kein Geld rein und es läuft sehr viel Geld raus. Nicht nur dass der Betrieb der Schiffe kontinuierlich Geld kostet und die Kosten eben da sind ob man will oder nicht, ist deine Aussage halt vollkommen falsch. Wir reden hier von vielen vielen Millionen pro Woche, pro Schiff und davon gibt es allein bei Carnival über 100 wie Du selbst festgestellt hast.

      Die vier respektive 6 Wochen Pause sind im übrigen schon eingetreten, die Kosten sind da und die Kohle muss derzeit komplett ausgeschüttet werden, insofern solltest Du mal überlegen was die nächsten vier Wochen bedeuten, wenn die Reisen ab Mitte April bis Mitte Mai abgesagt werden…

      Du weißt ja sicher auch dass man 30 Tage vor Abfahrt zu zahlen hat und wer demnach akut noch zahlen muss, akut NIEMAND – heisst kein Geld kommt rein aber man muss vergüten!

      Allein der Vergleich mit der Concordia ist schon ein Zeichen dafür, dass Du nicht begriffen hast um was es hier gerade geht. Der Vergleich mit dem Norovirus offenbart hingegen noch viel Schlimmeres. Schade.

  10. Hallo Pascal,

    noch mal zu den Versicherungssummen, die Touristikbranche kann mit zig Milliarden in Konkurs gehen, aber das betrifft die Versicherungswirtschaft bezüglich der Sicherungsscheine ja nicht. Pro Anbieter haften sie maximal mit je 110 Millionen Euro, egal wie groß oder klein und egal, wieviele Milliarden der jeweilige Veranstalter mit einer Insolvenz sprichwörtlich in den Sand setzt. Dies bedeutet also, es kommt nicht auf die Insolvenzsumme an, sondern auf die Zahl der deutschen Anbieter mal jeweils 110 Millionen. Die Versicherungunternehmer kennen also ihren möglichen Maximalverlust schon lange. Viele kleine Reiseunternehmer (z.B. vielleicht mit einigen Bussen) werden nicht 110 Millionen benötigen (was aber nicht gegeneinander aufrechenbar ist), das Risiko sind tatsächlich die Megaveranstalter, aber auch da nur maximal 110 Millionen Versicherungssumme pro Veranstalter und das auch meist erst im Jahr 2021 fällig. Und wenn dann möglicherweise eine Dachfirma für alle ihre Unterfirmen nur einen Vertrag abgeschlossen hat, noch besser für den Versicherer und noch blöder für den Kunden. Und wenn wir von Milliarden reden, da sind ja dann auch mögliche offene Forderungen von Lieferanten, Werften, zu bedienenden Krediten etc. beinhaltet, damit haben die Versicherer der Sicherungsscheine überhaupt nichts zu tun.

    Interessanter wird die Reaktion der Banken sein, stellen sie die Kredite der Unternehmen fällig und lassen sie damit in die Insolvenz gehen oder verlängern sie Kreditlinien, um den Unternehmen über einige Monate zu helfen. Aber auch Banken sind in Risikoabwägungungen von Kreditgeschäften sehr geübt. Die Banken sollen ja von der EZB mit genügend Geld versorgt werden.

    Es waren übrigens gerade die großen Anbieter, die politisch dagegen gekämpft haben, die Versicherungssummen der Sicherungsscheine höher (d.h. näher an der möglichen Insolvenzsumme)vorzuschreiben, die Versicherer hätten da nichts dagegen gehabt, hätte ja höhere Gebühren eingebracht. Die Versicherungswirtschaft lebt seit jeher davon, das Risiko gerade von außergewöhnlichen Umständen (incl. weltweiten Pandemien) einzuschätzen (deshalb finden dort schon immer viele Mathematiker gutbezahlte Arbeitsplätze), da sind sie deutlich besser aufgestellt als die Tourismusbranche.

    Dass man die Tourismusbranche nicht untergehen lässt, da damit auch die Versicherungsbranche in den Abgrund geraten würde, klingt für mich etwas wie der verzweifelte Hoffnungsschimmer aller derjenigen, deren Arbeitsplätze oder Geschäftsmodelle in Abhängigkeit von der Branche jetzt in Gefahr sind. Und die Hoffnung, dass man dafür den deutschen Rechtsstaat aufgeben könnte, ist mich schon etwas irreal. Wir haben eine Wirtschaftskrise zu erwarten, ich sehe aber keine Staatskrise. Dass jeder Deutsche ein Recht auf Urlaubsreisen hat, steht nirgendwo im Grundgesetz. Und wer daran glaubt hat, die Sicherungsscheine würden bei den Megaanbietern ihn als Urlauber tatsächlich absichern, hätte mal einfach die Bedingungen durchlesen und etwas nachrechnen müssen.

    • Moin Gerd, ja korrekt – pro Kunde bis 110 Millionen. Aber da ja die gesamte Touristik-Branche betroffen ist und nicht nur Kreuzfahrtreedereien sondern alle Veranstalter und Reisebüros und und und – ist die Summe im Gesamten bei den Versicherern eben auch in etwa die gesamte Schadensumme der Touristik, ist ja klar. Darf ja kein Veranstalter ohne Sicherungsschein arbeiten. Ich glaube dass die Versicherungen den Totalausfall der Touristik-Branche noch nie auf dem Schirm hatten und daher keine Ahnung haben wie sie da verfahren können.

      Und ja, Du isolierst das alles fein, aber die Versicherer versichern ja nicht nur Sicherungsscheine sondern auch diverse andere Dinge – insofern werden auch die Versicherungsgesellschaften aus allen Löchern qualmen wenn es soweit ist.

      Was die Banken machen spielt doch gar keine Rolle, kommt kein Geld rein, ist es egal wie lange die Kredite zurückgestellt werden, man wird sie nicht bedienen können.

      Ich weiß nicht wer da wie bei den Versicherungssummen agiert hat, aber rechnen ist ja nicht so schwer, ansonsten gibt es Taschenrechner. Für die Versicherer natürlich toll das es gedeckelt ist, für die Geschädigten nicht.

      Ich sehe die einzige Möglichkeit für die Branche, dass die Regierung eben diese Sache kippt, ansonsten ist die Branche weg und alles was damit zusammenhängt, kreditfinanzierende Banken, Versicherungsgesellschaften usw – also viele Millionen Jobs. Ich glaube nicht, dass die Regierung soviel Geld drucken lässt bis auch der letzte Michel glücklich und die Spaßgesellschaften gerettet sind. Das heisst man wird die günstigste Lösung wählen und dem Volk ein Recht beschneiden um auf der anderen Seite dem Volk viel Leid zu ersparen in dem man viele Millionen Existenzen killt.

      Aber wie auch immer, wir haben das nicht zu entscheiden und sich jetzt an Recht und Gesetz zu klammern hilft auch nur für 10 Minuten, weil danach eh alles zusammen knallt und ungeahnte Dinge in ungeahnten Ausmaßen das Land auseinandernehmen. Da helfen die 500 oder 5000 Euro die jeder für sich in die Tasche bekommen hat auch nicht wenn man im Hintergrund dann vielleicht auch noch seinen eigenen Job verloren hat.

      Aber viele Menschen denken erst im Nachgang, erstmal um sich selbst kümmern, dann kann man immer noch den Anderen die Schuld geben.

  11. Ja fragt sich denn mal jemand, wo das Geld geblieben ist, welches der Kunde dem Veranstalter in Form der Anzahlung gutgläubig übergeben hat. Das muss doch noch da sein. Alles andere ist kriminelle Verunträuung. Es gibt eine klare Rechtslage: Storniert ein Reiseveranstalter eine Reise weil er sie nicht durchführen kann, so ist dem Kunden innerhalb von 14 Tagen die Anzahlung zu erstatten. Es muss Schluss sein mit der Zweckentfremdung von Kundengeldern durch die Veranstalter für andere Leistungen. Hätten sich die Veranstalter daran gehalten, müssten sie jetzt nicht dieses erbärmliche Spiel mit den Gutscheinen abziehen. So hat es MSC zB.rundweg abgelehnt, Anzahlungen zu erstatten. Sind wir hier in einer Bananenrepublik oder in einem Rechtsstaat?

  12. Hallo Pascal,
    dass Du mit viel Herzblut, d.h. auch nicht ganz emotionsfrei argumentierst, ist klar erkennbar. Als Naturwissenschaftler sind mir da doch mehr belegbare Fakten und rationales Analysieren näherliegend. Wer nun näher an der Zukunft liegt, kann nur die Zukunft zeigen.

    Ursprünglich war ja die Ausgangsstellung Deines Artikels die Frage, ob die nun von Absagen betroffenen Kunden mit Annahme einer Reisegutscheinoption auf die Zukunft sowohl die Situation der Veranstalter als auch eine zukünftige Reise retten können. Im Prinzip ist ja das Reisegeschäft eher umlagefinanziert, die Kunden finanzieren mit ihrer Anzahlung weniger ihre zukünftige, sondern mehr die aktuell fälligen Reisen, d.h. nicht ihre eigenen. Sie können dann nur hoffen, dass bei ihrem Reiseantritt wieder genügend andere Anzahlungen eingehen. Wenn nun die finanziellen Verflechtungen nach Deiner Argumentation so riesig sind, dass auch die Versicherer und selbst die Staaten in Gefahr sind, dann kommen wir in finanzielle Größenordnungen, die weit über die Tourismusbranche herausgehen, d.h. die Frage, wieviele Umwandlungen von Erstattungsrechten in Reisegutscheinoptionen erfolgen oder nicht, hätte dann eher marginale Bedeutung für die Problemlösung. Logischer wäre dann sogar ein genereller Schuldenschnitt, d.h. Löschung aller Ansprüche aus bisher geleisteten Zahlungen sowohl auf die Erstattung aktuell abgesagter Reisen als auch zukünftige Reisen. Wenn man schon von der Hypothese ausgeht, rechtlich alles ändern zu können, wäre dies noch effektiver. Umlagenfinanzierung beruht auf Vertrauen, warum sollten dann in einem Jahr wieder genügend neue Einzahlungen eingehen, wenn man zuvor das Recht so gebeugt hat, dass Kundenrechte ausgehebelt wurden. Und falls wir mal unterstellen, die Situation auch für den Staaten würde so prekär wie in Deinen Andeutungen, dann wird sich eh in einem Jahr niemand mehr für Reisekunden interessieren, die nun gerne ihre verschobene Reise antreten möchten.

    Rational durchdacht kann ich daher einen Widerspruch in Deiner Argumentation nicht lösen. Entweder Dein Horrorszenario tritt ein, dann werden die Umwandlungen in Umbuchungen auch nichts mehr nützen oder Umbuchungen helfen tatsächlich, dann ist die Finanzlage aber nicht so unendlich schlecht, dass die bestehenden Rechtsverhältnisse zusammen mit dem Insolvenzrecht das Problem (mit schmerzlichen, aber spätetens seit Cook schon vorhersehbaren Folgen insbesondere für Kunden von Megaveranstaltern)zur Klärung der Situation ausreichen werden.

    Und nochmal: Wenn sich an Recht und Gesetz zu halten nur 10 Minuten helfen würden, ist eh alles verloren. Diesen von Dir geäußerten Gedanken kann ich mir nicht zu eigen machen.

    Hoffen wir, dass alle hier diskutierten Argumenten sich in der Zukunft als hypothetisch erweisen werden.

  13. Hallo Pascal, da ich für meinen Kunden um Rückzahlung (es geht übrigens um 12.250 €) kämpfe, muss ich nunmehr feststellen, dass MSC keinerlei Rückzahlungen vornimmt und nur noch Gutscheine verteilt. Das hat MSC so erklärt. Wenn du eine objektive Seite betreiben würdest, müsstest du folgende Schlagzeile bringen: MSC VERWEIGERT RÜCKZAHLUNG ALLER KUNDENGELDER. Es geht also nicht mehr um das Wahlrecht der Kunden, sondern es gibt nur noch Gutscheine.

    • Hallo Rudi, das ist seit Tagen bekannt seit der ersten Stornierung, insofern wundert es mich, dass Du überrascht bist im Namen deiner Kunden. Immerhin gibt MSC Gutscheine aus, ich kann nicht gesichert behaupten, dass überhaupt irgendein Veranstalter auch AKUT wirklich Gelder auszahlt.

      UND: Entsprechend der Mitteilungen von uns haben wir das auch schon zwei oder drei Mal mitgeteilt, dass es im Falle von Absagen bei MSC nur Gutscheine gibt. Wenn das nicht gelesen oder verstanden wird, ist das nicht mein Problem. Weder mache ich Gesetze, noch breche ich sie, noch bin ich verantwortlich ob sich Reedereien daran halten oder im letzten Step überhaupt dran halten können, da Geld eben endlich ist.

      • Bisher hat MSC das in den konkreten Antworten als Möglichkeit dargestellt und ein Wahlrecht suggeriert. OK…dann ist klar, wie schlimm die Sache steht. Ich hatte übrigens die gleiche Kreuzfahrt gebucht und kurz vorher noch mein Geld bekommen.

  14. Wenn ich die Informationen von MSC richtig gelesen habe, bietet MSC neben dem Reisegutschein über die geleistete Zahlung ein Bordguthaben von 50 bis 200 Euro pro Person (wenn man mal von einer Doppelkabinenbelegung ausgeht) an. Vergleicht man das letzte Umbuchungsangebot von Hurtigruten (sofern man nicht schon das vorletzte angenommen hat, da bekommt man nicht das aktuell bessere) mit unterdessen 125% des Reisepreises plus 10% Ermäßigung auf den neuen Reisepreis (was ja bei den Preissteigerungen dann mehr als 10% sein werden als auf den aktuellen Preis berechnet, die Hochpreissaison bei Hurtigruten beginnt ja erst, d.h. aktuell werden viele Reisen zu ehemaligen Sonderkonditionen abgesagt), so kann man daraus seine Schlüsse ziehen. Und ob Norwegen die Hurtigruten finanziell eher am Leben halten wird (Hurtigruten wurde ja zumindest in der Vergangenheit in der Wintersaison vom norwegischen Staat subventioniert, die aktuelle Situation kenne ich nicht) oder doch Panama bzw. die Schweiz (Registrierung der Schiffe oder Sitz der Firma) MSC, dann kann jeder sich auch seine Gedanken darüber machen. Die Annahme von Reisgutscheinen ist eine Option auf die Zukunft, bei der man recht gut abwägen muss, ob man an die Zukunft des jeweilgen Anbieters noch glaubt oder nicht. Und das ist meiner Meinung bei den verschiedenen Anbieter unterschiedlich zu bewerten.Dagegen steht das Risiko einer riesigen Deckungslücke der jeweiligen Insolvenzabsicherung durch Sicherungsscheine, auch dieser mögliche Verlust dürfte bei den verschiedenen Veranstalter unterschiedlich sein. Was momentan die großen Anbieter als angebliche Rechtslage verkünden, hat wenig mit der tatsächlichen rechtlichen Situation zu tun, sondern scheint mir eher pure Verzweiflung vor der bevorstehenden Insolvenz zu sein. Und diese Frage beginnt ja spätestens zwei Wochen nach der Reiseabsage akut zu werden, wenn man die eingezahlten Kundengelder nicht zurückerstatten kann, sowas nennt man dann Insolvenz (bzw. beginnt dann recht bald die für die Manager strafbewehrte Frage der Insolvenzverschleppung). Man könnte nun auch spekulieren, dass man auf soviele Kunden hofft, welche die Gutscheine akzeptieren, dass man den verbleibenden Rest gemäß der rechtlichen Grundlagen auszahlen kann, um nicht in die fast automatische Insolvenz zu kommen. Die Frist dafür beträgt aber nicht Wochen, sondern eher Tage. Von der Idee von Pascal, die Regierung würde im Prinzip durch Rechtsbeugung das Insovenzszenerio zu Lasten der Kunden abwenden, müsste man dann aktuell schon etwas bemerken, ich sehe davon nichts. Wie gesagt, wir reden hier nicht von Wochen, sondern von Tagen, das ganze müßte ja auch noch durch den Bundestag. Und ich stelle mir dann die Schlagzeilen in der Presse vor: Regierung und Bundestag beschließen Verfassungsbrüche (oder soll die Pressefreiheit auch noch schnell abgeschafft werden?). Verzweifelte Hoffnungen auf Rettung und die Realität sind zwei verschiedene Dinge. Gerade die Tourismusbranche arbeitet ja mit der Generierung von Traumwelten und wird jetzt leider brutal in den Wirklichkeit geworfen, leider zu Lasten vieler Kunden. Verfassungsgemäß ist eigentlich nur der Weg, den Kunden ihrer geleisteten Zahlungen vom Staat zu erstatten, wenn die Deckung der Insolvenzscheine nicht ausreicht. Es besteht ja seit der Cookpleite die rechtliche Meinung, mangels genügender Umsetzung von EU-Recht sei der deutsche Staat dazu sogar verpflichtet. Natürlich kommt dann das Geld nicht sofort zurück, sondern erst im Laufe des Jahres 2021. Im Tourismusbereich wird das dann viele Arbeitsplätze kosten, die nach deutschem Recht bestehenden (da gehören praktisch keine Schiffscrews dazu, sondern nur die in Deutschland sitzenden Verwaltungen) kann man mit erweiterten Kurzabeitsregeln erstmal abfedern, viele in Deutschland ansässige Kleinunternehmen (dazu dürften die meisten Reisebüros gehören) will man ja auch schnellstmöglich unterstützen. Ob das alles aufgehen wird, ist eine Option auf die Zukunft. Zumindest sieht man dazu aber entsprechende gesetzgeberische Aktivitäten.

    Nur wenn man bei den Kunden das Gefühl hinterlässt, letztlich nicht „hereingelegt“ worden zu sein, wird sich die Reisebranche schnell wieder erholen (wenngleich nicht alle aktuellen Veranstalter noch auf dem Markt sein werden).

    In vielen Fällen werden die Kunden aber schon in wenigen Wochen merken, ob die Umbuchungsoption eine für sie gute Regelung war. Wer nun die optimale Strategie wüßte, könnte wohl damit viel Geld verdienen. Ich halte mich da lieber an verfassungskonforme Regelungen, statt auf ja heute sehr beliebte Andeutungen noch streng geheimer Regierungspläne zu setzen, von denen Insider berichtet hätten.

    So oder so, die Urlaubssaison 2020 wird nicht normal verlaufen.

    • Ich denke wenn bei Dir Corona und die Ausmaße angekommen sind, kommst Du von deinem hier ist das Recht zu sehen und dort ist das Recht zu sehen runter und verstehst, dass es Niemanden braucht der von Rechten spricht, sondern dass man die breite Masse rettet und das tut man eben nicht in dem man ganze Branchen auslöscht mit allen Abzweigungen in andere Branchen.

      Wir warten mal ab.

      PS: Grundsätzlich hast Du recht, ja. Aber wir sind in einer nie da erdenklichen Situation. Es geht nicht um ein paar Kunden und eine Firma – es geht um eine gesamte Wirtschaftsbranche mit allem was drum und dran hängt. Da macht es schon mal Sinn auch Dinge zu tun die man sonst nie tun würde. Und ich wünsche mir sehr, dass es nicht in die Richtung geht, dass man ganze Branchen in die Existenzlosigkeit schickt, damit Leute wenige Prozentpunkte von Geld wieder bekommen, was für sie eh schon lange aus dem eigenen Cashflow weg war und verplant war und damit in keiner akuten Planung sein kann. Das einzige was faktisch passiert, ist dass der Urlaub ins Wasser fällt. Da hilft auch die Rückzahlung nicht, den auf den Mond kommt Niemand mit 1000 oder 5000 Euro und ausreisen dürfen sie auch nicht.

  15. Ja, Pascal, warten wir mal ab.

    Dass ich Deine Ansichten über den Erhalt des Rechtsstaates nicht teile und nie teilen werde, ist wohl klar geworden.

    Die Ausmaße von Corana halte ich sogar für so gewaltig, dass mir dabei die Probleme der deutschen Tourismusbranche im Gesamtwirtschaftskontext zu unbedeutend erscheinen, man muss dazu nur mal sich die Wirtschaftszahlen nicht nur für den Tourismus genauer anschauen. Und wenn man den Anteil der Touristik am BIP sich anschaut, klingt das erstmal gewaltig. Ganz andere Zahlen kommen allerdings heraus, wenn man dann innerhalb des Touristik den Wert des von den Reiseveranstaltern generierten Anteils sich anschaut, der liegt deutlich unter 10%. Bezüglich möglicher Rettungshoffnungen in Deutschland muss ma da nämlich sehr deutlich unterscheiden, welche Wertschöpfung im Inland und welche im Ausland stattfindet.

    Ich bleibe dabei lieber bei den Zahlen als bei Hoffnungen „auf eine gute Fee“, die schon alles wieder retten wird.

    • Ich denke, der Rechtsstaat macht keinen Fehler wenn er erlaubt Gutscheine statt Bargeld auszugeben damit Millionen Arbeitsplätze gerettet werden. Kostet die Regierung im ersten Step keinen Cent und hilft viel Ärger einzusparen.

      • Ein Freund von mir muss demnächst wegen Corona kurzarbeiten und obendrein
        droht ihm die Entlassung , weil sein Betrieb (kleines Sportgeschäft) durch die Schließung ins Wanken kommt. Wir haben zusammen eine TUI Kreuzfahrt gebucht.
        Kreta,Israel,Zypern,Athen am 19.4 Obwohl TUI längst diese Kreuzfahrt hätte stornieren müssen (Die Häfen sind schon seit längerm dicht) ) schieben
        sie diese Entscheidung vor sich her. Vermutlich auch , um für eine Reise, die sie nicht mehr durchführen können, noch die Restzahlung abzukassieren. Was gestern auch geschah. TUI wird wohl demnächst diese Stornierung durchführen und dann bin ich mal gespannt, wie die Abwicklung aussehen wird. Eines ist auch klar. Ich will zB keine Umbuchung oder Gutschein, weil ich mich seit Wochen über TUI ärgere.Fehlende Transparenz und auch das Hinauszögern längst fälliger Entscheidungen. Mein Freund allerdings würde das Geld inzwischen dringend benötigen. Sicher müssen die TUI Angestellten ihren Lebensunterhalt bestreiten.
        Mein Freund allerdings auch. Und es bleibt nach wie vor die Frage , ob das Geld der kleinen Leute nicht bei den Großanlegern landet und somit sowohl die TUI Angestellten wie auch die Kunden die Geschädigten sind.

        • Da frage ich mich wieso ihr nicht reagiert habt und die Umbuchung nicht schon lange gemacht habt, die Möglichkeit dazu gab es ja. Die Reise wird sicherlich abgesagt und ich denke am Ende läuft es auf Gutscheine hinaus weil das System anders nicht funktionieren kann in der Situation. Alternative ist kein Geld und tote Touristikbranche.

          Auch wird sind sehr stark betroffen, allerdings muss man auch einfach sehen: Das Geld für die Reise war lange abgeschrieben, lange aus dem Kopf weg – im Endeffekt fehlt erstmal nur die Reise die ihr nicht antreten könnt. Dass es wirtschaftlich für viele Menschen jetzt schwer wird ist mir vollkommen klar, da hilft es jetzt aber nicht wenn jeder das Geld aus dem System zieht, denn am Ende bricht genau dadurch alles zusammen und da geht es nicht darum ob man noch auf Kreuzfahrt gehen kann, sondern eben um das Große und Ganze.

  16. Ich glaube, hier ist nun alles zu diesem Thema an Argumenten und Meinungen ausgetauscht.

    Wenn ich die letzten Nachrichten verfolge, bin ich zunehmend skeptisch, ob z.B.der Kreuzfahrtbetrieb sich noch in 2020 wieder von Corona erholen und normalisieren wird oder ob die Krise sich auch noch in 2021 hineinzieht. Wie man in dieser Situation bezüglich seiner eingezahlten Gelder sich verhalten soll, kann nur jeder selbst entscheiden und hängt auch von der eigenen finanziellen Situation ab. Da ich schon mehrere Reisen bis in 2022 hinein gebucht habe, hätte ich bezüglich des genannten Zeitfensters überhaupt nichts dagegen, hier gründlich falsch zu liegen, hoffe es sogar entgegen meiner eher rational geprägten Überlegungen.

    Viel wichtiger im Moment:

    Gesund zu bleiben und durch sein besonnenes Verhalten dazu beizutragen, dass auch der Mitmensch nicht in Gefahr gebracht wird. Diese Verantwortung ist momentan von höherem Wert als der nächste Urlaub, wann immer der wieder möglich sein wird.Je mehr Leute dies aktuell begreifen, desto schneller wird auch der nächste Urlaub wieder möglich.

    • Moin Gerd, ich sehe durchaus Formen der Möglichkeit wie die Kreuzfahrt in diesem Jahr noch wieder starten kann, nur hat das mit der Kreuzfahrt wie wir sie kennen nichts zu tun. Ich denke innerhalb Deutschlands könnte man in ein paar Monaten wieder reisen, sofern bis dahin nicht alles abgetötet wurde durch das Rausziehen aller Gelder der Touristik.

      Bis man wieder in Südostasien, der Karibik usw. seine Reisen unternehmen werden kann, so glaube ich nicht dran, dass das binnen der nächsten 12 Monate passieren wird.

      Und vollkommen richtig, es wäre schon allen geholfen wenn man gesund bleibt und langsam versteht dass das sehr ernst ist und man in vier Wochen eh keine neue Reisen woanders buchen kann, weil alle am Ende sind derzeit.

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