Kreuzfahrt: 2021 wird kommen – aber Corona wird bleiben

Kreuzfahrt: 2021 wird kommen – aber Corona wird bleiben

costa-smeralda-taufe-51

Das Coronavirus wird nicht mit dem Jahreswechsel verschwinden – jegliche Buchungen mit Risiko behaftet 

Schon seit über einem halben Jahr, genauer gesagt seit März 2020, steckt die Kreuzfahrtbranche in der tiefsten Krise seit ihrem bestehen. Und diese Krise ist noch lange nicht beendet – obwohl der Ein oder Andere Fan der Reiseform glaubt, dass Corona mit dem Jahreswechsel verschwinden wird. „Ich buche nächstes Jahr wieder“, „Ich warte nächstes Jahr ab“. Diesen und ähnlichen Aussagen begegnet man immer wieder in diversen Kreuzfahrtforen. 

Doch eines wird dabei immer vergessen: Das Coronavirus wird bleiben, auch im Jahr 2021. Und auch in den Jahren danach. Es ist nicht vorstellbar, dass das Virus plötzlich verschwinden wird, wir werden lernen müssen, mit diesem Virus zu leben – sobald es weltweit in den Griff bekommen wurde. 

Auch im Jahr 2021 wird das Virus vor allem in der Reise- und somit auch in der Kreuzfahrtbranche präsent sein. Es könnte mehrere Jahre dauern, bis die Branche wieder die ehemalige Normalität erreicht hat. Es könnte gar sein, dass das Coronavirus die Kreuzfahrt nachhaltig und spürbar verändern wird. Die tatsächlichen und langfristigen Folgen bleiben abzuwarten. 

Unabhängig vom Reisezeitpunkt spielt es derzeit und auch im nächsten Jahr keinerlei Rolle welche Kreuzfahrt in welchem Reisegebiet gebucht wird. Das Risiko der Absage, vor dem viele zögern und Angst haben, wird bestehen bleiben. So lange, bis die Pandemie im Griff ist. Und das zählt nicht nur für die Kreuzfahrtbranche – sondern für den gesamten Tourismus. Jegliche Buchung eines Urlaubs ist mit einem Risiko behaftet. 

Zum Schutz und zum Erhalt der Branche müssen sich die Gäste nun trauen dieses Risiko einzugehen, denn das Risiko der Absage wird uns eine längere Zeit begleiten. Auch das Risiko eines Ausbruchs an Bord wird bleiben – die Menschheit und auch die Branche müssen lernen, mit dem Virus umzugehen. Dieses „trauen“ ist richtig und wichtig für den Tourismus. Traut sich niemand mehr, so wird der Tourismus leiden – mit einer Nachhaltigkeit, die sich auf die Zeit auswirken wird, in der der Mensch gelernt hat, mit dem Coronavirus zu leben. 

Es ist nicht vorhersehbar, was im Jahr 2021 passieren wird, welche Schiffe dann wieder im Dienst stehen – auch viele weitere, offene Fragen stehen im Raum. Die Buchenden haben Angst um ihr Geld, obwohl dieses mittlerweile zumeist umfassend abgesichert wird. Haben Angst davor, bei der Einschiffung abgewiesen zu werden, obwohl die Reedereien auch hier teils für kleine Gebühren schon Absicherungen anbieten. Doch wie erwähnt: Es ist wichtig sich zu trauen, wichtig, das was angeboten wird, anzunehmen. Denn nur so kann die beliebte und geliebte Kreuzfahrt wieder Fahrt aufnehmen. 

Nur mit der richtigen Nachfrage können Reedereien Schiffe wieder in Dienst nehmen, Reisegebiete nach Freigaben wieder bereisen – die Kreuzfahrt ein Stück weit normal werden lassen. Ein gutes Beispiel an dieser Stelle ist die TUI Cruises. Sie hat den Neustart mit Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 geschafft. Doch auch hier wurden Steine in den Weg gestellt. Es sollte per Panoramafahrt in die norwegischen Fjorde gehen. Doch Norwegen hat dicht gemacht. Kurzer Hand hat TUI Cruises die Schiffe nach Stockholm und Turku umgeleitet – dennoch gibt es durchweg positive Resonanzen, die Gäste sind trotz des gebuchten Risikos und auch trotz der Umroutung zufrieden, gesund und erholt nachhause zurückgekehrt. 

So wie die Kreuzfahrtfans vom Bestehen der Reedereien abhängig sind, so abhängig sind auch die Reedereien vom Mut und den Buchungen der Kreuzfahrtfans. Nur wenn wir uns trauen, kann die Branche überleben und Schritt für Schritt in eine neue Normalität starten.

Jetzt kostenlos Mitglied in unserer Facebook-Community werden

Mehr Kreuzfahrt News

4 Kommentare zu „Kreuzfahrt: 2021 wird kommen – aber Corona wird bleiben“

  1. Naja, Meinungen sind verschieden. Vielleicht ist es ein bisschen komisch, gerade in einem Kreuzfahrtform derart pessimistische Prognosen zu lesen. Die Impfung steht bevor, die Intensität des Virus wird schwächer (siehe Infektionszahlen im Gegensatz zu Hospitalisierten). Sogar die Börse erholt dich aus diesen Gründen und positiven Prognosen.

    Es ist durchaus anzunehmen, dass das Virus so verschwindet, wie es bei anderen Viren in der Vergangenheit auch war. Ich finde jedoch auch, dass Corona in kleinen Zahlen durchaus Teil unseres Lebens bleiben könnte … Haben ja viele Viren, mit denen wir leben.

    Die Kreuzfahrt 2021 wird keine Mega-Lotterie für uns Kunden werden, keine Mega-Angst vor permanenten Umbuchungen und Stornos.

    Die nächsten Monate werden wohl noch ein bisschen turbulent. Das ist klar.

    1. Danke für die Rückmeldung.

      Es geht an der Stelle allerdings nicht um Pessimismus, sondern unsere persönliche Einschätzung der Entwicklung. Es geht darum, den Kreuzfahrtreisenden klar zu machen, dass in den nächsten Wochen und Monaten immer ein gewisses Risiko zu einer Buchung dazugehört. Und auch darum aufzuzeigen, dass die Buchungen trotz des Risikos enorm wichtig für den Erhalt der Branche sind. Man soll keine Angst vor Absagen oder Umroutungen haben – denn dieses Risiko wird derzeit einfach mitgebucht. Alles was man dagegen tun kann ist gar nichts buchen. Und das wäre verheerend – sowohl in der Kreuzfahrt, als auch im allgemeinen Tourismussektor.

      1. Hallo Niklas! Bin voll bei Dir und habe das auch geschrieben, dass due nächsten Wochen und Monate noch ein bisschen kritisch sein werden.

        2021 wird meines Erachtens aber nicht nur bei Kreuzfahrten, sondern im Allgemeinen bereits wieder positiv werden.

        Die Hygienestandards werden gelockert (Maskenpflicht wird wohl ab 2021 fallen, Buffetrestaurants wieder öffnen). Alleine die Testungen bei der Einschiffung, die umgebauten Klimaanlagen (Frischluft statt Umluft) und Maskenpflicht für das Personal werden künftig extrem helfen. Händewaschen und Desinfektion sind ohnehin logisch.

        Ciao und Schiff ahoi

  2. Gerd Habersack

    Als Naturwissenschaftler (in Ruhestand) finde ich es immer wieder erstaunlich, mit welcher Sicherheit Zukunftsprognosen abgegeben werden, ohne dabei die komplette Faktenlage zu berücksichtigen.

    Natürlich hat jeder Hoffnungen, dass bald wieder alles normal wird, aber Hoffnung und eine kleine Auswahl der dazu zu scheinbar passenden Fakten ergibt keine aussagefähige Prognose.

    Natürlich warten wir auf eine wirksame Impfung und die bisherigen Ergebnisse machen Hoffnung, aber die meisten Quellen sprechen davon, dass diese eher im Laufe des Jahres 2021 statt schon am Anfang zur Verfügung stehen könnte, falls überhaupt.

    Ja, es gibt Hinweise, dass das Virus mutiert und dabei weniger tödlich wird, aber auch ansteckender.
    Muss man dann auch im Zusammenhang sehen.

    Von der Zeit, zu dem es zu einem hochansteckenden, aber harmlosen Schnupfenvirus mutiert, sind wir vermutlich noch einige Zeit entfernt, falls es je dazu kommt.

    Ja, da die Todesrate auf die Zahl der Infizierten hochgerechnet geht in Deutschland deutlich zurück. Die meisten Ansteckungen geschehen aber aktuell in der Altersgruppe 15-35, da war die Todesrate immer schon gering, aber nie null und auch nie nur völlig „harmlose“ Verläufe. Es gibt sogar vage Hinweise, diese momentan besonders von Infektionen betroffenen Personengruppe könnte eine Infektion dies mit einer verringerten Lebenserwartung bezahlen, da momentan erworbene übersehene Langzeitfolgen sie im höheren Alter zu Risikopatienten machen könnten, die sie ohne Infektion vielleicht nicht wären. Wie gesagt, nur vage Hinweise, nichts ist wirklich sicher.

    Ja, Kreuzfahrten sind wieder möglich unter penibler Beachtung der Hygieneregeln, dies sind aber keine Kreuzfahrten mit Clubschiffcharakter. Ob es diesbezüglich 2021 schon wieder voll losgehen wird? Hoffen darauf kann man, sicher sein aber wirklich nicht.

    Nach vielen Umbuchungen und Stornierungen hoffe ich in zwei Wochen wieder auf eine Kreuzfahrt gehen zu können und habe bei unter 300 Gästen auch keine besondere Sorgen, wenn die bekannten Regeln eingehalten werden. Dass von den angebotenen Landgängen tatsächlich welche durchführbar sein werden, da habe ich meine Zweifel, wusste ich aber auch schon bei der Auswahl dieser Ersatzreise für mehrfache Absagen. Hatte noch nie so viele Buchungen und Ersatzbuchungen wie 2020, ohne bisher einen Tag auf See gewesen zu sein.

    Was wird also 2021 für Kreuzfahrten bedeuten? Keine Ahnung, zumindest keine, die ich aktuell aus der Faktenlage untermauern könnte. Bestehende Buchungen für 2021 habe ich trotzdem.

    Vor allem: Gesund bleiben, sofern durch Vermeidung von fahrlässigem Handeln möglich, ist sicher keine schlechte Option.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.