
Neuer TUI Cruises Kapitän Adam Świetlik hat die Mein Schiff 4 übernommen
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Die Meyer Gruppe mit den Werftstandorten in Papenburg und Turku steckt in erheblichen finanziellen Problemen. Die Werftengruppe, die großteils Kreuzfahrtschiffe fertigt, benötigt dringend neues Geld. Der IG Metall Küste zufolge benötige die Meyer Gruppe bereits im September neue Kredite zur Fortsetzung des Betriebs. Das Eigenkapital müsse um 450 Millionen Euro aufgestockt werden. Der gesamte Finanzierungsbedarf liege bei etwa 2,8 Milliarden Euro.
Woher das Geld kommen soll, ist derzeit noch nicht klar. Die Eigentümerfamilie Meyer habe nicht ausreichend finanziellen Spielraum. Bei Unternehmen in finanziell schwierigen Lagen agieren die Banken natürlich auch etwas vorsichtiger. Mittlerweile kümmert sich auch die Bundes- und Landespolitik um die Rettung des wichtigen Industriestandorts im Emsland. Für die Werft muss nun eine tragfähige Zukunftsperspektive und eine Lösung der finanziellen Probleme her, sonst droht die Insolvenz mit unabsehbaren Folgen.
Eine gewisse Unruhe in der Geschäftsführung kommt dabei natürlich zur Unzeit. Jan und Tim Meyer, die Söhne von Seniorchef Bernhard Meyer, haben zuletzt die Geschäftsführung der Werftengruppe verlassen. Sie sind zwar weiterhin für die Meyer Gruppe tätig, die wichtigen Entscheidungen werden nun allerdings von anderen Managern herbeigeführt. Geschäftsführer Bernd Eikens und Sanierer Ralf Schmitz müssen nun wegweisende Entscheidungen für den Fortbestand der Traditionswerft in Papenburg treffen.
Allein auf der Meyer Werft in Papenburg arbeiten 3.300 Mitarbeitende direkt im Schiffbau. Schätzungsweise hängen insgesamt etwa 10.000 Arbeitsplätze in den Landkreisen Emden und Leer an der Traditionswerft, die seit etwa 25 Jahren nahezu ausschließlich Kreuzfahrtschiffe baut. Daher ist die Lage der Meyer Gruppe auch in der Politik ein Thema. Die Verhandlungen laufen. Eine Verlegung des Unternehmenssitzes zurück aus Luxemburg nach Papenburg dürfte bei staatlicher Unterstützung eine der Bedingungen sein.
In den letzten Jahren sind viele Steuergeld rund um den Schiffsbau an der Ems geflossen. Laut NDR Informationen habe die Meyer Werft mit Hauptstadtort in Papenburg seit 2005 gut 120 Millionen Euro aus Fördergeldern erhalten. Hinzu kommen hohe Kosten für das Ausbaggern der Ems, Bau und Betrieb Emssperrwerks und die Brücken zwischen Papenburg und der Nordsee.
Die Meyer Werft kämpft aktuell mit den Spätfolgen der Coronapandemie und mit erheblichen Preissteigerungen. Die Werft ist nicht voll ausgelastet und Preissteigerungen können nur vertraglichen Vereinbarungen entsprechend weitergegeben werden. Teils sei es bereits zu Nachverhandlungen mit den Reedereien gekommen. Die meisten Aufträge der Werft stammen noch aus der Zeit vor Corona. Bei einigen Neubauten wurden die Auslieferungstermine verschoben. Während des Schiffsbaus muss die Meyer Gruppe den Bau vorfinanzieren, da üblicherweise etwa 80 Prozent des Baupreises erst mit der Auslieferung gezahlt werden.
Im Auftragsbuch des Papenburg Standorts stehen derzeit nur fünf Kreuzfahrtschiffe, ein Forschungsschiff und der Stahlbau für Windkraft-Konverterplattformen auf der Nordsee. Auf der Werft im finnischen Turku ist die Auftragslage ebenfalls relativ dünn, bei der ebenfalls zu Meyer gehörenden Neptun Werft in Warnemünde sieht es ein wenig besser aus. Damit vor allem in Papenburg weiterhin Schiffe gebaut werden können, muss nun dringend eine Lösung für die finanziellen Probleme her.
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