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Die Meyer Werft in Papenburg steckt gemeinsam mit der Neptun Werft, einer Tochtergesellschaft in Rostock-Warnemünde, in einem umfangreichen Sanierungs- und Restrukturierungsprozess. Seit dem Staatseinstieg vor eineinhalb Jahren sollen die Werften aus der Meyer Gruppe fit für die Zukunft gemacht werden. Derzeit häufen sich allerdings Medienberichte über Millionenverluste an beiden Standorten.
Das Kerngeschäft der Werft in Papenburg ist der Bau von Hochsee-Kreuzfahrtschiffen. In diesem Segment zählt man seit über 20 Jahren zu den führenden Werften weltweit. Mangels Aufträgen aus der Kreuzfahrtbranche nahm man in den vergangenen Jahren auch andere Bestellungen aus den Bereichen Offshore-Windkraft und Militär an.
Wie die Bild-Zeitung Ende vergangenen Monats erfahren haben will, soll sich der Verlust im Geschäftsjahr 2025 auf 271 Millionen Euro belaufen haben. Das tatsächliche Ergebnis ist derzeit noch nicht veröffentlicht. Zudem hieß es von der teilverstaatlichten Werft, dass man bei der bis Ende 2028 vorgesehenen Sanierung im Plan liege. Die Meyer Werft weist den Bericht der Bild-Zeitung zurück und bezeichnet ihn als in hohem Maße irreführend. Alle Belastungen und Verluste aus Altaufträgen seien in der aktuellen Planung berücksichtigt.
In einem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wird nun auch von Problemen auf der Neptun Werft in Warnemünde berichtet. Diese sei zum Problemfall geworden, da es beim Bau von Flusskreuzfahrtschiffen Abweichungen von den Planzahlen gebe. Die Rostocker Experten für den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen seien zu einem Risiko für die Sanierung der Meyer Werft insgesamt geworden. An der Ostseeküste gebe es demzufolge Bauverzögerungen, Nachbesserungen und verspätete Auslieferungen. Aus einem Auftrag über zwölf Flusskreuzfahrtschiffe könne ein Verlust von 120 Millionen Euro resultieren.
Die Zahlen aus Papenburg und Warnemünde, welche aus Medienberichten stammen und sich aktuell nicht bestätigen lassen, hinterlassen keinen guten Eindruck. Zuletzt kam es an beiden Standorten auch zu Wechseln in den Geschäftsführung. Neptun Werft Chef Stephan Schmees wurde Anfang 2026 abgelöst und in Papenburg räumte Finanzchefin Melanie Freytag kürzlich ihren Posten. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Nachfolger die Situation auf den Werften wieder in den Griff bekommen. Die Sanierung ist äußerst wichtig für den Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze in Norddeutschland sowie wichtiger Expertise beim Bau von Fluss- und Hochsee-Kreuzfahrtschiffen.
Wenigstens die Auftragslage erlaubt einen halbwegs zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Auf der Meyer Werft konnte man MSC Cruises als neuen Kunden gewinnen. Ende vergangenen Jahres wurde eine Absichtserklärung über sechs große Neubauten unterzeichnet, aus der bald eine feste Bestellung werden soll. Nur für die Jahre 2029 und ab 2032 gibt es noch Kapazität für eine zweite Neubau-Bestellung. Auf der Neptun Werft ist man die nächsten Jahre mit dem Bau von Flusskreuzfahrtschiffen für Viking River Cruises beschäftigt.
Meyer Werft veröffentlicht Statement entgegen des Bild-Berichts (Pressemitteilung vom 25.03.2026):
Die MEYER WERFT weist den aktuellen, in hohem Maße irreführenden Bericht der BILD Zeitung mit Nachdruck zurück. Die bekanntlich bis zum Jahr 2028 laufende Sanierung des Unternehmens befindet sich voll im Plan. Alle Belastungen und Verluste aus Altaufträgen sind in der aktuellen Planung berücksichtigt.
Bei der angeblich aus „Geheimdokumenten“ stammenden Warnung vor einem Existenzrisiko des Unternehmens zitiert die Zeitung aus dem bereits vor Wochen veröffentlichten Jahresabschluss 2024 der MEYER WERFT GmbH. Dabei handelt es sich um einen bei Sanierungen üblichen Hinweis für den Fall von Planabweichungen.Entscheidend ist jedoch folgende Feststellung des Wirtschaftsprüfers im Testat:
„Das Sanierungskonzept basiert auf einer integrierten Unternehmensplanung, aus der sich der Finanzierungsbedarf zur Durchfinanzierung im Planungszeitraum bis 2028 ergibt. Dieser Finanzierungsbedarf ist durch kontrahierte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt.“
Diese Feststellung unterschlägt die BILD Zeitung.
Die Verhandlungen der MEYER WERFT mit MSC Cruises über die im Dezember im Grundsatz vereinbarten Aufträge verlaufen konstruktiv und plangemäß. Die Aufträge über vier Kreuzfahrtschiffe plus zwei Optionen würden die Werft bis Mitte des kommenden Jahrzehnts auslasten.