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An der Spitze der Meyer Werft steht zum 1. Juli 2026 ein Wechsel an. CEO Bernd Eikens übergibt seinen Posten an den bisherigen Airbus-Topmanager André Walter und hat der Neuen Osnabrücker Zeitung zuvor noch ein Abschiedsinterview mit Aussagen zur aktuellen Lage des Unternehmens gegeben. Die nach finanziellen Problemen teilverstaatlichte Werft befindet sich Mitten in einem Sanierungs- und Restrukturierungsprozess.
Als Sanierungsziel nennt der CEO wieder den profitablen Bau von zwei großen Kreuzfahrtschiffen pro Jahr. Dazu werden aktuell zahlreiche Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Prozessoptimierung implementiert. In den nächsten zwei Jahren erreicht die Werft dann einen neue Phase, da Aufträge ausgeliefert werden, die vor dem Hintergrund von Krisen der letzten Jahre geplant und kalkuliert wurden. Mit Abschluss der Sanierung Ende 2028 solle sich das Geschäftsergebnis nach großen Verlusten in den Vorjahren ins Positive umkehren.
Ein Blick ins Auftragsbuch der Papenburger Meyer Werft erlaubt mittlerweile auch leichten Optimismus. Obwohl in diesem Jahr keine neuen Kreuzfahrtschiffe ausgeliefert werden, sei die Werft gut ausgelastet. Es wird auch an Aufträgen abseits der Kreuzfahrtbranche gearbeitet. 2027 und 2028 erreicht man dann mit zwei großen Kreuzfahrtschiffen pro Jahr die Zielmarke der Sanierung. 2027 werden die Carnival Festivale für Carnival Cruise Line und ein viertes Wish Class Schiff für Disney Cruise Line ausliefert und 2028 folgen die Carnival Tropicale und ein fünftes Wish Class Schiff für Disney Japan.
Ab 2029 sind noch leichte Fragezeichen im Auftragsbuch. Um die 320 Meter lange Wohnyacht Ulyssia, dessen Bau ursprünglich Ende 2025 beginnen sollte, ist es zuletzt relativ still geworden. Ein neues Disney Schiff steht für 2029 bereits fest im Auftragsbuch. Zwei Schwestern folgen bis 2031. Ab 2030 beginnt voraussichtlich die Auslieferung der New Frontier Class für MSC Cruises, zu der bereits eine Absichtserklärung über vier Schiff plus zwei Optionen mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro existiert.
Auf der Meyer Werft ist ab dem 1. Juli 2026 mit André Walter ein neuer CEO in Verantwortung. Er übernimmt das Unternehmen mitten in der Sanierungsphase und kann dabei weiter auf die Expertise von Sanierer Ralf Schmitz setzen, der extra zu diesem Zweck nach Papenburg gekommen ist. Nach Abschluss der Sanierung könnte es in den nächsten Jahren wieder zu einer Privatisierung kommen, wenn Bund und/oder Land die eigenen Anteile wieder abgeben möchten.

