Meyer Werft: MSC Milliardenauftrag scheint sich zu verzögern
Meyer Werft: MSC Milliardenauftrag scheint sich zu verzögern
- Jan Klostermann
Der MSC Milliardenauftrag über bis zu sechs Schiffe aus der neuen New Frontier Class von der Meyer Werft in Papenburg lässt weiter auf sich Warten. Nach Unterzeichnung einer ersten Vereinbarung im Bundeswirtschaftsministerium im Dezember vergangenen Jahres hatte man sich ursprünglich einen Zeitrahmen von einem halben Jahr zur Finalisierung des Bauvertrags zum Ziel gesetzt.
Die Unterzeichnung einer festen Bestellung von vier Kreuzfahrtschiffen plus Sicherung von zwei Bauslots durchs Optionen erfolgte allerdings noch nicht. Werft und Reederei scheinen weiterhin in Verhandlungen zu stecken, die länger als ursprünglich veranschlagt dauern. Die Akteure meldeten sich Ende Juni mit einem gemeinsamen Statement. Damals zeigte man sich zuversichtlich die Verhandlungen in den kommenden Wochen erfolgreich abschließen und die Öffentlichkeit entsprechend informieren zu können.
Über den Sommer wurde bisher nichts weiter verkündet. Ohnehin sind Erklärungen zum aktuellen Stand von Verhandlungen über neue Bauverträge für Kreuzfahrtschiffe eher unüblich. Dies ist normalerweise vertraulich und dringt oft erst nach Vertragsabschluss an die Öffentlichkeit. Die Umsetzung der Vereinbarung aus dem Dezember vergangenen Jahres ist für Werft und Reederei äußerst wichtig. Die Meyer Werft würde Auslastung und Beschäftigung bis weit in die 2030er Jahre hinein absichern und MSC Cruises die Weichen für weiteres Wachstum stellen.
Die Kreuzfahrtreederei aus der Schweizer MSC Group setzte beim Bau von Kreuzfahrtschiffen bisher auf Chantiers de l'Atlanique aus Frankreich und Fincantieri aus Italien. Der Wechsel nach Deutschland ist auch erforderlich, um sich Baukapazitäten für Kreuzfahrtschiffe zu sichern. Die Auftragsbücher anderer europäischer Werften sind schon bis weit in die 2030er Jahre mit Bestellungen anderer Reedereien gefüllt. Daher greift MSC Cruises voraussichtlich auf die Bauslots der Meyer Werft aus Papenburg zurück.
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