MSC Kreuzfahrten: Crew nach Hause geschickt – Cirque Du Soleil Artistin in Isolation mit positivem Befund

MSC Kreuzfahrten: Crew nach Hause geschickt – Cirque Du Soleil Artistin in Isolation mit positivem Befund

MSC Bellissima geht in 2020 nach Asien / © MSC Kreuzfahrten
MSC Bellissima geht in 2020 nach Asien / © MSC Kreuzfahrten

Seit Corona hört man  von MSC Kreuzfahrten nichts schlechtes. Die Gäste meckern maximal über den Gutschein den MSC ausstellt, um die Crew hat sich Niemand sorgen gemacht – kennen wir allerdings auch nicht anders. So ist doch auch immer die Hauptfrage, wie man das Service Entgelt streichen kann, man würde es der Crew ja selbst geben. 

MSC Kreuzfahrten hat früh angefangen die Crew nach Hause zu transferieren mitunter durch Evakuierungsflüge der Regierungen und das auch sehr erfolgreich. Nun ist ein Video aufgetaucht was wirklich tragisch ist, aber ein Einzelschicksal, was MSC Kreuzfahrten weder beeinflussen noch ändern kann. Es ist eine fürchterliche Situation für die Frau, die mir wahnsinnig leid tut, aber Behördenentscheidungen, kann eben Niemand ändern, vor allem dann nicht, wenn positive Coronabefunde vorliegen.

Es handelt sich um eine Artistin von Cirque Du Soleil. Die Frau hat ein Flugticket für die Heimreise gehabt, einen Tag vor Abreise wurde sie wie alle Anderen auch auf Corona getestet. Der Schock war groß, nach dem sie den positiven Test erhalten hat. Denn Symptome hatte sie keine. Die Quintessenz daraus war, dass die Behörden in Dubai die Ausreise und entsprechend auch die Ausschiffung verweigerten. Auch weiteren Crewmitgliedern ging es so, sie war demnach wohl nicht die einzige Person die an Bord bleiben musste.

Nun ist die Frau noch immer nach drei Wochen an Bord der MSC Bellissima. Wieder scheint sie positiv getestet worden zu sein, entsprechend ist auch die Handlungsanweisung der Behörden: Ausschecken verboten. Erst mit negativem Test, darf die Frau das Schiff verlassen und damit in die Emirate einreisen, so dass sie letztlich zurück in ihre Heimat fliegen kann.

Was die Versorgung betrifft, MSC Bellissima ist im Hafen von Dubai. Dort sind auch diverse andere Schiffe, mitunter auch AIDAprima. Meine Informationen sind, dass dort ständig Proviant auf diverse Schiffe verladen wird, entsprechend wird auch MSC Proviant bekommen, da immer eine Notbesatzung an Bord sein muss und die eben auch versorgt werden muss.

Hier findet ihr das Statement von MSC Kreuzfahrten dazu, darunter das Video

 

In enger Zusammenarbeit mit den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate arbeitet MSC Cruises unermüdlich daran, die sichere Rückführung aller Besatzungsmitglieder der MSC Bellissima, die in ihre Heimatländer zurückreisen müssen, zu gewährleisten.

Wir haben mehr als 17.000 Crew-Mitglieder in unserer Flotte und die meisten von ihnen wurden in ihre Heimatländer zurückgeführt – trotz der weltweit schwierigen Umstände, die durch die Schließung einiger Landesgrenzen und von Flughäfen sowie der massiven Einschränkung des kommerziellen Flugverkehrs insgesamt entstanden sind. Ein erheblicher Teil der Crew bleibt an Bord, weil ihre Heimatländer ihnen die Rückkehr nicht gestatten oder aus sonstigen Gründen. 

Wir tun alles, was in unserer Macht steht – einschließlich des Charterns von Flugzeugen zum Zwecke von Rückführungen in verschiedene Länder der Welt –, um unsere Besatzungsmitglieder sicher in ihre Heimatländer zurückzubringen, damit diese in diesen für alle schwierigen Zeiten bei ihren Familien sein können. Dies hat absolute Priorität.

Wir können bestätigen, dass ein österreichisches Besatzungsmitglied der MSC Bellissima bisher nicht in der Lage war, nach Hause zurückzureisen und daher noch an Bord des Schiffes ist. Wir standen in engem Austausch und hatten auch einen Heimflug organisiert. In Erwartung ihrer Ausschiffung testeten wir sie auf COVID-19. Dies ist in unserem Unternehmen eine bewährte Vorgehensweise und geschah auch in Übereinstimmung mit den örtlichen Vorschriften. Obwohl sie keine erkennbaren Symptome hatte, war das Testergebnis positiv und die örtlichen Bestimmungen machen es ihr daher unmöglich, nach Hause zu reisen.

Wir haben vollstes Verständnis dafür, wie stressig diese Situation für sie ist und wir tun alles, was wir können, um ihr beizustehen. Sie hat keine erkennbaren Symptome, wird aber weiterhin nonstop medizinisch versorgt und ihr wurde auch psychologische Unterstützung angeboten. Wie alle anderen verbliebenen Besatzungsmitglieder ist auch sie einzeln in Passagierkabinen untergebracht. Die Crew hat kostenlosen Zugang zum Internet, damit sie mit Familie, Freunden oder Einrichtungen in Kontakt bleiben können.

Sobald sie sich vollständig erholt hat und nicht mehr positiv getestet wird werden wir ihre sichere Rückkehr nach Österreich arrangieren können. Dies wird in enger Abstimmung mit den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate und Österreichs geschehen. Unser Team steht in regelmäßigem Kontakt mit ihr und prüft alle Möglichkeiten, damit sie nach Österreich zurückkehren kann, sobald es die Situation erlaubt.

Weiteres Statemen von Julia Katharina:

 

Nachdem ich über viele Jahre hinweg daran gearbeitet habe, mir meinen größten Wunsch zu erfüllen, ging dieser endlich in Erfüllung: Ich wurde Mitglied des Ensembles „Cirque du Soleil“. Ich bekam einen Vertrag und arbeitete an Board der MSC Bellissima.

Unsere letzte Show fand am 12. März statt. Mit Aufflammen der Corona-Krise verließen die Gäste anschließend bis zum 16. März das Schiff.

Ich selbst versuche seit 13. März meine Heimreise zu organisieren. Da Österreich so gut und so schnell auf die Ausbreitung des Virus reagierte, hatte ich Angst, selbst als Staatsangehörige vor geschlossenen Grenzen zu stehen.

Ich bat die Verantwortlichen der MSC um eine Möglichkeit, schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Seitens MSC wurde mir versichert, dass man sich darum kümmern würde. Natürlich verlässt man sich dann auch zunächst auf seinen Ansprechpartner (also die Reederei) vor Ort.

Mit Auslaufen unserer Visa am 18.03. und der Schließung des Hafens Dubai hatte ich auch keine Möglichkeiten, aus eigener Kraft das Schiff zu verlassen. In diesem Fall wäre ich nämlich als illegale Einwanderin in den Emiraten gewesen. Ein eigens organisierter Rückflug hätte mir damit zum Verhängnis werden können. Eine Buchung durch MSC wäre die weitaus sicherer Variante gewesen, da mit Hilfe eines sogenannten „Port Agents“ sichergestellt worden wäre, dass ich mein Flugzeug sicher erreiche und auch abheben kann (oder unterstützt werde, sollten Schwierigkeiten auftreten). Ich denke, man kann nachvollziehen, dass diese Option in einem fremden Land wie Dubai die deutlich ansprechendere Variante ist. Dadurch habe ich mit vielen anderen Crew-Mitgliedern weiterhin auf dem Schiff ausgeharrt und gewartet, bis die Ausreise vom Schiff durch MSC organisiert und ermöglicht wird.

Am 18. März bin ich an die österreichische Botschaft herangetreten, um mir nun doch auch von dieser Seite Hilfe zu holen. Dabei wurde ich von meiner Familie unterstützt. Internet und Netzverbindung sind hier nicht immer verlässlich vorhanden. Mir wurde von der Botschaft sehr freundlich geholfen, aber mir wurde auch erklärt, dass Warten in meiner speziellen Lage momentan das Einzige sei, das ich wirklich tun könne. Am 21. März hätte es einen möglichen Rückflug gegeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits ein gecanceltes Visum, wodurch oben geschilderte Probleme auftraten. Ein einfaches Verlassen des Schiffes war mir nicht mehr möglich.
Eine Heimreise mit der MSC ist aufgrund der geringen Mannschaftsstärke, die sich noch an Bord befindet, war ebenfalls nicht mehr möglich. Am 26. März wurde der Flughafen Dubai gesperrt.

Am 11. April hätte es eine erneute Möglichkeit gegeben, von der Botschaft zurückgebracht zu werden. Quarantänemöglichkeiten in Österreich waren bereits organisiert. Leider machte ein positiver Schnelltest am 10. April dieses Vorhaben ebenfalls zunichte. Durch diesen positiven Schnelltest wurde ich (wie viele andere Crewmitglieder auch) in Einzelisolation gesteckt. Die Verpflegung reicht fürs Überleben, die Vorräte werden aber langsam knapp. Außenministerium und auch Botschaft waren stets höflich und bemüht. Ich habe zu keinem Zeitpunkt angebotenen Flüge aufgrund meines Gehalts abgelehnt.

Seitens MSC Cruises fehlt mir die effektive Unterstützung. Ein reines Abwarten und Ausharren werden mit jedem Tag schwieriger und belastender. Ich gerate momentan an meine psychischen Grenzen. Ich möchte nur nach Hause zu meiner Familie. Eine Quarantäne in Österreich, mit der Sicherheit unseres Landes, ist nicht vergleichbar mit den Zuständen hier am Hafen vor Dubai.

Kurier.at meldet: 


Laut Außenministerium in Wien habe Wutte frühere Rückreisemöglichkeiten abgeleht.  „Wir stehen seit Mitte März mit ihr in Kontakt und haben sie wiederholt darauf aufmerksam gemacht, möglichst schnell zurückzureisen“, sagte Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer am Montagnachmittag. „Es gab auch mehrere Rückflugmöglichkeiten, die sie alle abgelehnt hat.“ Die Frau werde trotzdem weiter intensiv von der Botschaft unterstützt. „Wir bemühen uns, die Frau vom Schiff zu holen“, betonte Guschelbauer.

https://kurier.at/amp/coronavirus/kaerntnerin-seit-wochen-auf-kreuzfahrtschiff-ich-kann-einfach-nicht-mehr/400832036
Werde Mitglied in der MSC Kreuzfahrten Facebook-Gruppe

1 Kommentar gepostet

  1. Weltweit stehen Politiker, Wissenschaftler und Unternehmen wie auch MSC Kreuzfahrten vor nie dagewesenen Problemen und verfügen über keine Erfahrungen im Umgang mit einer solchen weltweiten Krise. ABER:
    Dass Julia Katharina noch immer auf diesem Schiff ausharren muss, ist das eine Problem – dass sie jedoch psychisch sehr angeschlagen ist, hat zusätzlich sehr wohl mit einem menschlich nicht korrekten Umgang seitens MSC mit Julia zu tun.
    1. Nur wenn Druck ausgeübt wird bekommt Julia eine ordentliche Verpflegung (siehe Berichterstattung ORF 07.05.2020)
    2. MSC sagt, es wird Internet kostenlos zur Verfügung gestellt, um Kontakt zu halten (Rechtfertigung MSC Artikel im Standard)
    Eigentlich sollte da gar keiner Erwähnung bedürfen sondern selbstverständlich sein.
    Die Internetverbindung ist so dürftig, dass es meist nur möglich ist über What’s App zu schreiben, jedoch weder über What#s App zu telefonieren noch mit Videoverbindung zu telefonieren, Skype zu nutzen oder andere Plattformen – dass sie einmal ein Familienmitglied oder Freunde sehen kann. Selbst Daten zu laden ist am Schiff nicht ausreichend möglich, dauert ewig lange…
    3. Julia bekam nie ausreichend ordentliche Informationen, dadurch konnte sie nichts einschätzen oder einordnen – wie verhalte ich mich, wie lange muss sie noch ausharren?
    4. zu langes Warten auf das 2. Testergebnis
    Wenn man jedoch isoliert ist, keine Informationen erhält, ungenügend sozialen Kontakt über Internet halten kann und zusätzlich keine Zukunftsperspektive hinsichtlich eines Endes der Situation – ich frage alle, die das lesen – wer haltet das durch? Wie lange halten sie das durch?

    Wir würden uns von MSC wünschen
    dass ordentliche Verpflegung kein Thema mehr ist, um das man kämpfen muss
    dass Julia Informationen erhält
    dass das Internet so funktioniert, dass man ordentlich mit ihr Kontakt halten kann (zoom, skype) – das ist doch das mindeste

    Soziale Isolation macht krankt – diese verschärfte soziale Isolation macht krank und zornig!
    Wäre es uns möglich, mit ihr beispielsweise über Zoom auch Videokontakt zu halten – wäre ihr schon sehr geholfen.

    Wir brauchen keine Rechtfertigungen mehr, keine Ausreden, keine Schuldzuweisungen – solange Julia auf der MSC Bellissima eingesperrt ist braucht sie Unterstützung und Hilfe. Vom Österreichischen Außenministerium bekommt sie diese, wir als Familie und Freunde tun was wir können,
    nun ist MSC in der Verantwortung ihre Lage auf dem Schiff zu verbessern, solange sie dort ausharren muss!!!!

    Und Julia muss schnellstmöglich nach Hause!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht


*


Mehr MSC Cruises News