MV Werften erhält Mittel aus dem Rettungsschirm des Bundes

MV Werften erhält Mittel aus dem Rettungsschirm des Bundes

MV Werften - Standort Wismar / © MV Werftgruppe
MV Werften - Standort Wismar / © MV Werftgruppe

MV WERFTEN erhält 193 Mio. EUR Überbrückungs-Kredit für die Fertigstellung der Crystal Endeavor und Weiterführung des Betriebs bis März 2021

Wismar, 9. Oktober 2020 | Die Geschäftsführung von MV WERFTEN informierte diese Woche die Belegschaft über den aktuellen Stand der Verhandlungen zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und über den Erhalt eines Darlehens in Höhe von 193 Mio. EUR. Die zugesagten Mittel dienen der Fertigstellung des Expeditionsschiffs Crystal Endeavor bis zur Ablieferung im März 2021 und der Fortführung des Werftbetriebs.

Die Beantragung von Mitteln aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes ist eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung des Fortführungskonzeptes der Werft. Die Geschäftsführer Peter Fetten und Carsten J. Haake gaben einen Überblick über die Komplexität der zurückliegenden Gespräche mit Vertretern des Bundes, des Landes, der Banken und des Gesellschafters in den letzten Monaten. Beide lobten ausdrücklich die intensiven und vertrauensvollen Verhandlungen sowie die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten. „Wir freuen uns sehr über diese positive Entscheidung und die damit erreichte Zwischenetappe und danken allen beteiligten Partnern für ihr zielgerichtetes Engagement.“ so Carsten J. Haake. „MV WERFTEN sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen die Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Bundes.“ so Peter Fetten weiter. „Alle Mittel aus dem Darlehen werden ausschließlich in Deutschland für die Werften verwendet.“

Bezüglich der Schiffbauprojekte von MV WERFTEN informierten die beiden Geschäftsführer die Belegschaft sowohl über die konkreten Planungen, um ab Oktober die Finalisierung von Crystal Endeavor voranzutreiben, als auch über die Erreichung des nächsten Fertigungsmeilensteins der Global Dream.

MV WERFTEN ist nach wie vor im Lockdown-Modus, d.h. der überwiegende Teil der Belegschaft befindet sich in Kurzarbeit. Nach einer Phase der Arbeitsvorbereitung wird die Produktion in den kommenden Wochen in Teilen und unter Einhaltung strenger Hygieneregeln schrittweise hochgefahren.

Hintergrund Genting Hong Kong (GHK)

Genting Hong Kong (GHK), Gesellschafter von MV WERFTEN, hat bislang rund 2 Mrd. Euro in die Werftstandorte Wismar, Rostock und Stralsund sowie den Bau von Global Dream und Crystal Endeavor investiert. Parallel wurden über 3.000 direkte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern und Tausende indirekte Jobs in der Lieferkette und der regionalen Wirtschaft geschaffen.

GHK ist traditionell eng mit Deutschland verbunden und seit Jahren ein sehr guter Kunde der deutschen Industrie. So ließ der Konzern bislang 22 Kreuzfahrtschiffe in Deutschland bauen. Die unter Genting-Flagge stehenden Kreuzfahrtmarken machen damit ca. die Hälfte der deutschen Produktion seit 1996 aus. Im Jahr 2016 kaufte GHK dann den Werftenverbund im Nordosten und firmiert seitdem, als Zeichen der Verbundenheit zum Land, unter „MV WERFTEN“. Ziel war und ist es, Schiffe für die drei Kreuzfahrtmarken des Genting-Konzerns zu fertigen und liefern zu lassen. Denn andere, bis dato bestehende Werftkapazitäten konnten eine Lieferung frühestens in 7 Jahren garantieren.
GHK investierte in MV WERFTEN, früher Nordic Yards, um die Schiffbauexpertise aus dem Bau zweier AIDA-Schiffe und Fähren zu erlangen. Viele der 3.000 Fachkräfte von MV WERFTEN stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, die Werft zudem ist ein tarifgebundenes Unternehmen und zahlt Tariflöhne der M+E-Branche.

„GHK ist ein verlässlicher Gesellschafter, vorbildlicher Investor und vertraut auf das deutsche Management von MV WERFTEN. Wir schätzen die bedeutende Investition, die wahrscheinlich eine der größten in Deutschland ist, und damit die Schaffung tausender direkter und indirekter Arbeitsplätze für Deutschland und die EU ermöglicht hat“, sagt Peter Fetten, Geschäftsführer MV WERFTEN. „MV WERFTEN hat bislang vier luxuriöse Flusskreuzfahrtschiffe für Crystal Cruises abgeliefert, sie wurden zu den besten Flussschiffen in Europa gekürt. Jetzt werden wir Crystal Endeavor fertigstellen, auch dieses wird das luxuriöseste Expeditionsschiff mit Polarklasse für Crystal Cruises werden“, so Fetten weiter.

„Es sind die COVID-19-Auswirkungen, die die weltweite Kreuzfahrtflotte, einschließlich der Genting-Flotte, gestoppt haben. Daher begrüßen wir außerordentlich, dass der Bund und die Bundesregierung einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds eingerichtet haben, um von COVID-19 betroffene Industrien zu unterstützen. Wir haben nunmehr, nach einem komplexen und strukturierten Prozess, Unterstützung in Form einer Brückenfinanzierung aus diesem Fonds erhalten.“ fügte Carsten J. Haake, Geschäftsführer Finanzen hinzu. „Genting hat die Werft seit dem ersten Tag im Jahre 2016 in jeder Hinsicht unterstützt, sei es mit Know-how oder mit Finanzmitteln. Ausnahmslos alle investierten Mittel kamen unseren Werftstandorten in Deutschland zugute.“

GHK-Kreuzfahrtschiffe sind hauptsächlich in Asien im Einsatz. Dream Cruises, eine der Genting-Marken, ist die weltweit erste Reederei, die seit dem 26. Juli Ozean-Kreuzfahrten in Taiwan anbietet.
Genting Cruise Lines gab gestern bekannt, dass die in Deutschland gebaute World Dream, Platz 9.im Berlitz Guide der besten Ressortschiffe, am 6. November die Inlandskreuzfahrten wieder aufnehmen wird. Mitte November folgt Genting Dream mit Kreuzfahrten startend in Hainan und China.

In der Corona-Zeit hatte GHK zudem zwei Star-Cruises-Schiffe an die Regierung Singapurs verchartert, um dort von COVID genesende Patienten unterzubringen, dabei gab es keinerlei Zwischenfälle. GHK ist eines der wenigen Unternehmen, die, aufgrund ihrer in den letzten 30 Jahren Kreuzfahrterfahrung entwickelten Gesundheits- und Sicherheitsstandards, keine COVID-19-Fälle auf einem ihrer Kreuzfahrtschiffe hatten. Genting Cruise Line ist zudem die erste Kreuzfahrtlinie, die bereits im Juni die CIP-M-Zertifizierung der norwegisch-deutschen Klassifizierungsgesellschaft DNV GL für Infektionsprävention, inkl. COVID-19, für die maritime Industrie erhalten hat.

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