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Norwegian Prima: Whirlpools nach Legionellen-Fällen gesperrt

Norwegian Prima / © Norwegian Cruise Line
Norwegian Prima / © Norwegian Cruise Line
Zuletzt aktualisiert: 12.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der Norwegian Prima sind seit Anfang September 2026 alle Whirlpools und Hot Tubs gesperrt.
  • Auslöser sind drei gemeldete Fälle der Legionärskrankheit bei Gästen, die in den Wochen davor an Bord waren.
  • NCL lässt das Wasser testen, nachchloren und desinfizieren, die übrigen Wasserbereiche laufen unter verschärfter Kontrolle.
  • Abgesagt oder verkürzt wurde nach bisherigem Stand keine einzige Reise – das Schiff fährt normal weiter.
  • Wer zuletzt an Bord war, sollte einige Wochen auf Symptome einer Lungenentzündung achten.

Auf der Norwegian Prima sind die Whirlpools zu! Nach drei gemeldeten Fällen der Legionärskrankheit bei Gästen, die in den Wochen zuvor an Bord waren, hat Norwegian Cruise Line Anfang September sämtliche Whirlpools und Hot Tubs gesperrt und das komplette Wasserprogramm hochgefahren – Tests, Nachchlorung, Desinfektion. Wer in den vergangenen Wochen auf der Prima war, sollte diesen Beitrag wirklich zu Ende lesen.

Der Ablauf ist so, wie man ihn aus der Branche kennt, und insofern wenig überraschend: Gäste an Bord haben Anfang September ein Schreiben auf die Kabine bekommen, in dem von drei identifizierten Fällen der Legionärskrankheit die Rede ist – bei Reisenden, die in den Wochen davor mit dem Schiff unterwegs waren. In demselben Schreiben steht, dass Whirlpools und Hot Tubs geschlossen bleiben, solange zusätzlich getestet und gereinigt wird, und dass die übrigen Wasserattraktionen unter verschärfter Beobachtung laufen. Eine offizielle öffentliche Stellungnahme von NCL habe ich bis zum Redaktionsschluss dieses Beitrags nicht gefunden; die Angaben stammen aus dem Bordschreiben und aus übereinstimmenden Berichten mehrerer Fachmedien vom 10. und 11. September 2026.

Warum ausgerechnet die Whirlpools gesperrt werden

Weil ein Whirlpool für Legionellen so ziemlich das gemütlichste Zuhause ist, das ein Kreuzfahrtschiff zu bieten hat. Warmes Wasser, permanente Verwirbelung, feiner Sprühnebel – und genau dieser Nebel ist das eigentliche Problem, denn Legionellen werden nicht getrunken, sondern eingeatmet. Wenn Desinfektion und Filterung auch nur kurz nicht sauber laufen, hat man ein Thema. Deshalb ist das Sperren der Whirlpools der erste Reflex, an Land wie auf See: Man nimmt die wahrscheinlichste Quelle vom Netz, bevor man überhaupt weiß, ob sie es tatsächlich war. Das ist im übrigen kein Schuldeingeständnis der Reederei, sondern schlicht Lehrbuch.

Was heißt das für Gäste an Bord?

Erst einmal wenig: Pools, Rutschen, Restaurants und der ganze Rest des Schiffes laufen normal, und nach allem, was bekannt ist, wurde keine Reise abgesagt oder verkürzt. Ihr müsst also nichts umplanen. Ärgerlich ist es trotzdem, gerade auf der Prima, wo die Infinity-Whirlpools an den Außenkanten zu den Dingen gehören, für die man dieses Schiff überhaupt bucht. Wie lange die Sperrung dauert, hängt an den Laborergebnissen – das sind erfahrungsgemäß Tage, nicht Stunden.

ABER ACHTUNG, und das ist der Teil, den man nicht überlesen sollte: Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung, und sie bricht nicht sofort aus. Zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen können zwei Wochen liegen. Wer in den vergangenen Wochen auf der Norwegian Prima war und jetzt Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen oder Atemnot bekommt, geht damit bitte zum Arzt – und sagt dort ausdrücklich, dass er auf einer Kreuzfahrt war. Das ist die eine Information, die den Unterschied macht, weil sie die Diagnose massiv abkürzt. Besonders gilt das für ältere Gäste, für Raucher und für alle mit Vorerkrankungen der Lunge oder geschwächtem Immunsystem.

Meine Einschätzung: richtig reagiert, aber zu leise kommuniziert

Ich halte die Reaktion für richtig und vor allem für schnell, und das sage ich als jemand, der sonst gern draufhaut, wenn eine Reederei Dinge unter den Teppich kehrt. Drei Fälle über mehrere Reisen hinweg sind bei einem Schiff mit rund 3.100 Gästen pro Woche noch keine Epidemie, aber es ist eben auch nicht nichts, und deshalb gehört genau das gemacht, was da gerade gemacht wird. Was mir fehlt, ist eine offene öffentliche Mitteilung statt nur eines Briefes auf der Kabine – denn die Gäste der vorangegangenen Reisen sind längst zu Hause und erfahren so unter Umständen überhaupt nichts davon. Genau deshalb steht dieser Beitrag hier.

Absagen oder umbuchen würde ich deswegen KEINE gebuchte Reise. Die Prima-Klasse bleibt eines der spannendsten Produkte am Markt, wir haben uns die Baureihe hier schon oft angeschaut – etwa bei den Neuheiten auf dem fünften Prima-Class-Schiff Norwegian Aura, das übrigens beim Bau in Italien auch schon einen Brand erlebt hat. Und dass auf ganz neuen Schiffen Dinge passieren, ist leider keine Ausnahme, siehe die Verletzten nach dem Deckeneinsturz auf der Norwegian Luna.

Wer jetzt unsicher ist, ob die Prima oder doch ein anderes Schiff besser passt – gerade mit einer Vorerkrankung im Gepäck –, der ruft mich vorher an, statt im Internet blind auf „Buchen“ zu klicken. Ich sage euch ehrlich, wenn ein anderer Termin oder eine andere Reederei die bessere Wahl ist, auch wenn ich daran dann weniger verdiene.

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Häufige Fragen zu dieser Meldung

Ja. Norwegian Cruise Line hat die Whirlpools und Hot Tubs der Norwegian Prima Anfang September 2026 vorsorglich geschlossen, nachdem drei Fälle der Legionärskrankheit bei früheren Gästen gemeldet wurden. Das Wasser wird getestet, nachchlort und desinfiziert. Eine Wiedereröffnung ist an die Laborergebnisse gekoppelt.

Nein. Es wurde keine Reise abgesagt oder verkürzt, das Schiff fährt im normalen Programm. Wer eine Lungenvorerkrankung oder ein geschwächtes Immunsystem hat und unsicher ist, sollte das vorher mit dem Hausarzt und mit seinem Reisebüro besprechen.

Die Legionärskrankheit hat in der Regel eine Inkubationszeit von etwa zwei bis zehn Tagen, in Einzelfällen auch länger. Wer nach einer Reise auf der Norwegian Prima Fieber, Husten oder Atemnot bekommt, sollte deshalb zum Arzt gehen und die Kreuzfahrt ausdrücklich erwähnen.

Eine pauschale Entschädigung hat NCL nicht angekündigt. Der Ausfall einzelner Bordeinrichtungen gilt reiserechtlich in der Regel als geringfügige Beeinträchtigung, solange der Hauptteil der Leistung erbracht wird. Wer trotzdem reklamieren will, sollte den Ausfall an Bord schriftlich bestätigen lassen.

Quellen

Persönliche Beratung: die Kreuzfahrtlounge

Ehrliche, kostenlose Beratung zu allen Kreuzfahrten – seit 2011 mit Schiffe und Kreuzfahrten, seit 2019 als Kreuzfahrtlounge auch als Reisebüro. Telefonisch, per WhatsApp, per E-Mail oder nach Terminabsprache im Ladengeschäft.

Erreichbarkeit

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