So viele Schiffe benötigt die Carnival Corporation für die Gewinnschwelle

So viele Schiffe benötigt die Carnival Corporation für die Gewinnschwelle

AIDAmar auf der Elbe
AIDAmar auf der Elbe

Die Carnival Corporation benötigt zahlreiche Kreuzfahrtschiffe um die Gewinnschwelle zu erreichen 

ACHTUNG: Die Aussagen muss man sich genau anschauen – wir reden von einem Aktienkonzern und ein Aktienkonzern ist auch immer darauf angewiesen, dass die Shareholder gut gelaunt sind. Ich persönlich sehe die Äußerungen etwas skeptisch. Ich kenne andere Zahlen die mir in guten Zeiten genannt wurden, die deutlich darüber liegen! Kann also jeder für sich selbst bewerten was er da liest.

Die Kreuzfahrtbranche steckt durch das Coronavirus in der tiefsten Krise ihres Bestehens. Natürlich sind auch die größten Kreuzfahrtkonzerne der Welt davon betroffen. Schaut man sich einmal den Verlust der Carnival Corporation, dem größten Kreuzfahrtkonzern der Welt an, so kann einem beinahe nur noch schwindelig werden. Durch die Folgen der Corona-Pandemie mussten die neun Kreuzfahrtmarken des Konzerns im Jahr 2020 auch zahlreiche Kreuzfahrtschiffe abgeben. Auch der deutsche Marktführer AIDA Cruises ist ein Teil der Carnival Corporation, sie musste bisher glücklicherweise keine Kreuzfahrtschiffe abstoßen. 

Durch die Coronakrise kommt es allerdings immer wieder zu äußerst interessanten Informationen, die ohne die Krise in der öffentlichen Wahrnehmung wohl eher untergegangen wären. So beispielsweise die Anzahl der Schiffe, die die Carnival Corporation im Dienst haben muss, um die Gewinnschwelle zu erreichen. 

Wie David Bernstein, CFO der Carnival Corporation, gegenüber Seatrade- Cruise mitteilte, würde die Gewinnschwelle pro Schiff bei etwa 30-50% Belegung des Schiffes liegen. Hierbei kommt es natürlich auf das jeweilige Kreuzfahrtschiff an. Die aktuelle Situation erfordert allerdings, dass wenige Schiffe die anderen, nicht im Dienst befindlichen Schiffe, mittragen müssen. Auch die Kosten auf der Landseite dürfen hierbei nicht außer Acht gelassen werden. 

Kurz bedeutet das: Um die eigenen Kosten zu decken benötigen die Kreuzfahrtschiffe der Carnival Corporation eine Belegung von 30-50%. Erst Belegungen darüber können weitere Kosten decken und Gewinne erzielen. 

Weitergehend wird angegeben, dass die Carnival Corporation 25 Kreuzfahrtschiffe mit 100% Belegung bräuchte, um den Break-Even-Point (die Gewinnschwelle) zu erreichen. Im aktuellen Sinne würde dies also auf Basis der genannten Schätzungen bedeuten, dass die neun Marken der Carnival Corporation über 50 Schiffe auf 50% Belegung (durch aktuell reduzierte Bettenzahlen) benötigen würden, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Stand heute ist allerdings folgendes der Fall: KEIN Kreuzfahrtschiff der Carnival Corporation befindet sich im Dienst seiner Reederei. Insgesamt beinhalten die neun Reedereien über 90 Kreuzfahrtschiffe, zu Beginn der Pandemie waren es noch über 100. All diese Schiffe stehen aktuell still. 

Im Januar sollen drei Schiffe der Marken AIDA Cruises und Costa Kreuzfahrten wieder den Dienst aufnehmen. Am 07.01.2021 soll Costa Smeralda starten, am 23.01.2021 AIDAperla, am 24.01.2021 AIDAmar. Ob die drei Schiffe mit den nächsten Fahrt überhaupt auf 50% Belegung kommen ist unklar. AIDA Cruises setzt seine beiden Kreuzfahrtschiffe auf den Kanaren ein. Aus deutscher Sicht liegt auf den Kanaren allerdings eine Reisewarnung, daher könnte die Belegung auch etwas weniger als 50% betragen. Auch die Auslastung der Costa Smeralda ist nicht bekannt. 

Zum Ende des Monats werden also voraussichtlich drei halbbesetzte Kreuzfahrtschiffe der Carnival Corporation im Dienst stehen, obwohl etwa 25 vollbesetzte Schiffe für die Gewinnschwelle nötig werden. Logische Schlussfolgerung: der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern beginnt auch das neue Jahr 2021 mit Verlusten. 

Marken der Carnival Corporation & plc

  •  AIDA Cruises
  • Carnival Cruise Line
  • Costa Crociere
  • Cunard Line
  • Holland America Line 
  • Princess Cruises
  • P&O Cruises
  • P&O Australia
  • Seabourn Cruise Line
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