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Expeditionskreuzfahrtschiff St. Helena: Angeblicher Beschuss in der Straße von Hormus

© Christopher Leipert
© Christopher Leipert
Zuletzt aktualisiert: 19.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • UKMTO meldet für den 14. September 2026, 22:40 Uhr deutscher Zeit, einen Vorfall in der Straße von Hormus: Ein Schiff wurde von einem unbekannten Projektil getroffen, Schäden oder Umweltfolgen wurden nicht gemeldet.
  • Mehrere Fachmedien ordnen den Vorfall der St. Helena zu, einem seit 2025 unter der Flagge Dschibutis fahrenden Expeditionskreuzfahrtschiff.
  • Belegt ist diese Zuordnung nicht: UKMTO nennt grundsätzlich keine Schiffsnamen, und keines der Medien führt eine Quelle für die Zuordnung an.
  • Die St. Helena sitzt seit Kriegsbeginn im Persischen Golf fest, ihr letztes AIS-Signal stammt von Anfang August 2026, zuletzt lag sie vor Dubai.
  • Charterer Terra Nova Expeditions hat deshalb bereits Ende August auf ein Ersatzschiff für die Antarktis-Saison 2026/27 umgestellt.

Ein umgebautes Expeditionskreuzfahrtschiff soll in der Straße von Hormus beschossen worden sein! Die britische Sicherheitsbehörde Untited Kingdom Maritime Trade Organisiations (UKMTO) bestätigt einen Vorfall am Abend des 14. September, mehrere internationale Fachmedien ordnen ihn dem seit Monaten im Persischen Golf festsitzenden Expeditionsschiff St. Helena zu. Belegt ist diese Zuordnung bislang allerdings nicht.

Am Montagabend, 14. September 2026, soll die St. Helena versucht haben, unbemerkt die Straße von Hormus zu passieren – jene enge, strategisch entscheidende Wasserstraße zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die ein Großteil des weltweiten Öltransports läuft. Um 22:40 Uhr deutscher Zeit (20:40 UTC) soll dabei ein nicht näher identifiziertes Projektil das Schiff getroffen haben. UKMTO bestätigte, mit Verzögerung, einen Vorfall: Eine verifizierte Quelle habe gemeldet, dass ein Schiff von einem unbekannten Geschoss getroffen wurde, Berichte über Schäden oder Umweltauswirkungen lägen nicht vor.

Ist es wirklich die St. Helena?

Genau hier wird es unübersichtlich, und ich will das auch so unübersichtlich stehen lassen, wie es ist: UKMTO nennt in seinen Reports grundsätzlich keine Schiffsnamen, insofern lässt sich aus der offiziellen Meldung allein gar nicht ableiten, um welches Schiff es sich handelte. Mehrere internationale Fachmedien haben den Vorfall dennoch der St. Helena zugeordnet – OHNE dafür auch nur ansatzweise eine Quelle zu nennen, sodass es sich ohne Belege um eine Spekulation handelt. Auch wo sich die St. Helena nach dem Vorfall befindet, wenn sie es denn tatsächlich war, ist völlig offen.

Warum sitzt die St. Helena überhaupt im Persischen Golf fest?

Die St. Helena ist selbst kein Schiff einer der großen Reedereien, sondern ein ehemaliges Post- und Versorgungsschiff, das erst zum Expeditionskreuzfahrtschiff umgebaut wurde und seit 2025 unter der Flagge des ostafrikanischen Staates Dschibuti fährt. Seit Beginn des Kriegs im Persischen Golf hängt sie dort fest, ohne dass sich eine Änderung der Lage abzeichnet – ihr letztes AIS-Signal stammt Berichten zufolge von Anfang August 2026, zuletzt lag sie vor Anker bei Dubai. Eigentlich hatte Terra Nova Expeditions die St. Helena für die Antarktis-Saison 2026/27 gechartert. Weil sich die Lage im Golf aber partout nicht entspannte, entschied sich der Veranstalter bereits Ende August, stattdessen ein anderes Schiff einzusetzen – die „Vestland Adventurer“, die für die Saison in „Terra Nova Adventurer“ umbenannt wird.

Meine Einordnung: Vorsicht vor voreiligen Schlüssen

Ich würde diesen Vorfall, so wie er aktuell dokumentiert ist, weder kleinreden noch dramatisieren. Fest steht: Irgendein Schiff wurde in der Nacht auf den 15. September in der Straße von Hormus von etwas getroffen, das ist von einer offiziellen Stelle bestätigt. Alles Weitere – welches Schiff, wer verantwortlich ist, wie schwer der Vorfall überhaupt war – ist Spekulation, und genau deshalb würde ich auf Berichte, die die St. Helena da ganz selbstverständlich hineinschreiben, ohne Beleg, auch nicht allzu viel geben. 

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Häufige Fragen zu dieser Meldung

Laut der britischen Sicherheitsbehörde UKMTO wurde ein Schiff um 22:40 Uhr deutscher Zeit von einem unbekannten Projektil getroffen. Schäden oder Umweltfolgen wurden nicht gemeldet.

Nein. UKMTO nennt keine Schiffsnamen, und die Fachmedien, die den Vorfall der St. Helena zuordnen, belegen das nicht mit einer Quelle.

Das Expeditionsschiff sitzt seit Kriegsbeginn im Persischen Golf fest und konnte die Region bislang nicht verlassen. Charterer Terra Nova Expeditions nutzt für die kommende Antarktis-Saison inzwischen ein Ersatzschiff.

Nein, große Reedereien wie AIDA, Mein Schiff, MSC oder Costa fahren die Region seit Kriegsbeginn ohnehin nicht mehr an.

Quellen

  • Eigene Recherche auf Basis von UKMTO-Meldungen und AIS-Daten

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