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Verpflichtende Hafengebühren für Kreuzfahrtgäste in Griechenland

Santorin / © MSC Cruises
Santorin / © MSC Cruises
Griechenland bittet Kreuzfahrturlauber zur Kasse!

Seit Juli 2025 reagiert Griechenland auf den Kreuzfahrttourismus – indem die Gäste ordentlich zur Kasse gebeten werden. Es wird eine verpflichtenden Landgangsgebühr für Kreuzfahrtgäste erhoben. Diese kann bis zu 20 Euro pro Gast und Hafenanlauf kosten, variiert aber je nach Hafen und Saison. Mit den Einnahmen aus der Gebühr will man die lokale Infrastruktur verbessern. Die Gelder kommen also den touristischen Hotspots im Land zugute. 

Für Kreuzfahrtgästen können beim Anlauf mehrerer griechischer Häfen durchaus erhebliche Zusatzkosten zusammenkommen. Die Reedereien reagieren unterschiedlich auf die neuen Gebühren in Griechenland. Manche übernehmen die Kosten selbst, andere geben sie vollständig an ihre Gäste weiter. Die Gebühr muss nur gezahlt werden, falls Gäste in einem griechischen Hafen auch an Land gehen. Sie muss nicht pauschal für jeden Gast auf einem Kreuzfahrtschiff gezahlt werden. 

In gerundeten Zahlen begrüßte Griechenland im vergangenen Jahr 2024 rund 40 Millionen Urlauber, darunter auch 8 Millionen Kreuzfahrtgäste. Schon seit Jahren erlebt das Zielgebiet einen ordentlichen Boom, auch unter den Kreuzfahrer, die oftmals mehrere griechische Häfen im Rahmen von Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer besuchen. 

Höhe der Gebühren

Die Gebühr ist nach Saison und nach Hafen gestaffelt. Auf den Inseln Mykonos und Santorin fallen mit 20€ pro Gast in der Hauptsaison vom 1. Juni bis 30. September die höchsten Zusatzkosten an. In allen anderen griechischen Kreuzfahrthäfen liegt die Gebühr je nach Saison zwischen 1€ und 5€ und fällt somit deutlich geringer aus. 

Hauptsaison (01.06. bis 30.09.):
  • Mykonos & Santorin: 20,00€
  • Sonstige: 5,00€
Nebensaison (01.10. bis 31.10. und 01.04. bis 31.05.):
  • Mykonos & Santorin: 12,00€
  • Sonstige: 3,00€
Wintersaison ( 01.11. bis 31.03.):
  • Mykonos & Santorin: 4,00€
    Sonstige: 1,00€

Ob die entsprechenden Kreuzfahrten durch die Gebühr in Zukunft weniger Interessant sein werden ist noch unklar, dennoch ist davon auszugehen, dass die Gebühr der Sache keinen Abbruch tun wird und Griechenland mit dieser Maßnahme in Summe einen spürbaren Millionenbetrag an Zusatzeinnahmen generieren wird. 

Umgang der Reedereien mit den Mehrkosten

Die Kreuzfahrtreedereien haben unterschiedlich auf die neue Gebühr und weitere Beschränkungen für den Kreuzfahrttourismus reagiert. Teils wurden Routen angepasst und Ziele mit hohen Zusatzkosten, also Mykonos und Santorin, aus den Routen gestrichen. 

AIDA Cruises: 

AIDA Cruises ist im Sommerhalbjahr 2025 mit AIDAblu und AIDAstella im östlichen Mittelmeer unterwegs. Laut Informationen aus dem AIDA Urlaubskompass muss gegenwärtig in keinem Zielhafen eine zusätzliche Tourismusabgabe für den individuellen Landgang gezahlt werden. Die anfallenden Hafengebühren sowie Abgaben werden von AIDA abgeführt und sind bereits im Reisepreis berücksichtigt. Falls sich daran etwas ändert, gibt es im AIDA Urlaubskompass alle Informationen dazu. 

Celestyal Cruises: 

Celestyal Cruises aus Zypern ist als Experte für Reisen im östlichen Mittelmeer mit zwei Schiffen in der griechischen Ägäis unterwegs. Die Reederei hat mitgeteilt, dass die Bordkonten mit der neuen Gebühr belastet werden. Falls Gäste in einem Hafen nicht an Land gehen, wird der entsprechende Betrag nachträglich wieder vom Bordkonto gestrichen. 

Costa Crociere: 

Costa wird den Betrag für die Landgänge in Griechenland vor dem Ende einer Kreuzfahrt auf dem jeweiligen Bordkonto belasten. Die italienische Reederei überweist die eingenommen Beträge an die örtlichen Behörden. Die Gebühr ist in allen griechischen Häfen fällig, in denen Gäste von Bord gehen. Dies betrifft Ein- und Ausschiffungs- sowie Landgangshäfen. Es spielt keine Rolle, ob die Gäste mit einer Costa Landausflug oder auf eigene Faust an Land gehen.

MSC Cruises: 

MSC Cruises wird das Bordkonto jeweils am Vorabend eines Hafenanlaufs in Griechenland mit der Landgangsgebühr belasten. Bei allen Gästen, die in einem griechischen Hafen nicht von Bord gehen, wird der Betrag innerhalb von 24 Stunden nach dem Hafenanlauf wieder vom Bordkonto gestrichen. MSC Cruises betont, dass das Unternehmen keinen Einfluss auf die neue Gebühr hat. Diese wurde von der griechischen Regierung beschlossen und gilt für alle Kreuzfahrtanläufe im Land. 

Royal Caribbean International:

Der Umgang von Royal Caribbean International mit der neuen Gebühr hängt vom Buchungszeitpunkt ab. Bei Buchungen seit dem 20. September 2024 ist die neue Gebühr bereits im Reisepreis inbegriffen. Andere Gäste müssen die Mehrkosten selbst tragen, sodass das Bordkonto mit dem entsprechenden Betrag belastet sind. Falls in einem Hafen kein Landgang erfolgt, wird der Geldbetrag unabhängig vom Buchungszeitpunkt auf dem Bordkonto gutgeschrieben.

TUI Cruises – Mein Schiff: 

Mein Schiff läuft in diesem Sommer mit Mein Schiff 5 und Mein Schiff 6 Ziele in Griechenland an. TUI Cruises gibt die neuen Zusatzkosten nicht an die eigenen Gäste weiter. Alle anfallenden Hafengebühren und Abgaben werden von der Reederei getragen. Die Gäste merken also nichts von der neu eingeführten Landgangsgebühr. 

Weitere Reedereien: 

Alle Reedereien aus der Norwegian Cruise Line Holding, also Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas, sowie Ponant Yachtkreuzfahrten übernehmen die Mehrkosten in Griechenland selbst. Alle Hafengebühren und Abgaben sind im Reisepreis inbegriffen. Die Gäste bekomme nichts von der neu eingeführten Abgabe mit. Leider liegen nicht von jeder Reederei transparente Angaben zum Umgang mit der Gebühr für Kreuzfahrtgäste in Griechenland vor. 

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