Viele Reedereien könnten bei der Vergabe der US-Gelder leer ausgehen

Viele Reedereien könnten bei der Vergabe der US-Gelder leer ausgehen

Carnival Conquest © Carnival Cruise Line
Carnival Conquest © Carnival Cruise Line

Präsident Donald Trump bat die Reedereien um die Aussetzung der Kreuzfahrten ab den US-amerikanischen Häfen – im Gegenzug soll er Finanzhilfen versprochen haben, doch diese könnten nun nicht bei den Reedereien ankommen

Die meisten Reedereien weltweit haben ihren Betrieb auf Grund der Coronavirus-Auswirkungen vorübergehend eingestellt. US-Präsident Donald Trump bat die Reedereien kurz zuvor 45 Tage auf Kreuzfahrt ab / bis US-Häfen zu verzichten. Dem kamen die Unternehmen auch nach. Im gleichen Atemzug gab Donald Trump bekannt, dass es ein 2 Billionen US-Dollar starkes Coronavirus-Konjunkturpaket geben soll, von dem auch die Kreuzfahrtkonzerne profitieren würden. 

Internationale Medien berichten jedoch, dass das Konjunkturpaket vorsehe, nur in den USA ansässige Unternehmen mit einer Mehrheit von US-amerikanischen Arbeitnehmern hätten einen Anspruch auf die Unterstützung. Das Unternehmen soll demnach in den Vereinigten Staaten oder nach den Gesetzen der Vereinigten Staaten gegründet oder organisiert sein und die Mehrheit seiner Mitarbeiter muss in den Vereinigten Staaten beschäftigt sein. Somit wäre nun der Großteil der Kreuzfahrtkonzerne ausgeschlossen, was insbesondere aus dem Fakt erkennbar ist, dass die meisten Mitarbeiter der Reedereien keine US-Amerikaner sind. Die meisten Crewmitglider stammen aus unterschiedlichen asiatischen Ländern. Anders könnte es aussehen, wenn die Schiffsbesatzungen bei Subunternehmen bzw. Personaldienstleistern angestellt wären.

Beispielsweise könnte man auf den ersten Blick denken, dass z.B. die Royal Caribbean Cruises Ltd., die Muttergesellschaft von Royal Caribbean International, mit ihrem operativen Sitz in Miami ein US-Unternehmen ist, letztlich ist das Unternehmen aber trotz amerikanischen Sitz in Liberia eingetragen. 

Bei der Carnival Corporation, dem weltweit größten Kreuzfahrtkonzern, mit der Eigenmarke Carnival Cruise Line sieht es auf den ersten Blick  auch nach einem US-Unternehmen aus, aber die Reederei wurde in Panama registriert. Ähnlich verhält es sich mit der Norwegian Cruise Line Holdings Ltd., die ihren registrierten Sitz auf Bermuda hat. 

Die Unternehmen könnten auch schon deshalb leer ausgehen, da der Großteil der Mitarbeiter insbesondere auf den Schiffen keine Amerikaner sind. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl von Beschäftigten an den Stammsitzen in den USA, da alle drei Reedereien ihre Tagesgeschäft aus den USA führen mit jeweils mehreren Tausend Mitarbeitern

Es bleibt also spannend, ob die stark gebeutelte Kreuzfahrtbranche Geld aus US-Konjunktur-Töpfen bekommt.

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5 Kommentare gepostet

  1. Wenn man die Aktie z.B. von Royal Caribbean Cruises (RCCL) kauft bekommt man einen Anteil an der RCCL, die in Liberia im Register steht. Diese Firma in Liberia hat nie Steuern gezahlt und soll mit Steuergeldern gerettet werden ?! Das wird man dem Steuerzahler nur sehr schlecht verkaufen können. Wenn es zur Insolvenz kommt verlieren die Aktien Ihren Wert und man kann die Schiffe durch eine neue Gesellschaft z.B. in den Bermudas kaufen, die dann das Kreuzfahrtgeschäft weiter betreibt. Das Problem sehe ich nur bei den vielen Bestellungen neuer Schiffe , diese würden im Falle der Insolvenz alle der KfW Bank gehören.

    • Noch geiler ist doch das die nach 2 Wochen anfangen zu heulen. Das sind Milliarden Unternehmen. Alles nur damit die Hallunken wieder den Rahm abschöpfen können. Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

  2. Carnival, RCI sowohl ein Teil von MSC gehoeren eigentlich in der Wirklichkeit israilischen Mogulen, registriert sind eben wie oben beschrieben. Die Firmen werden durch Kredite sicherlich gerettet. Ich bezweifle sehr, dass nach dieser Kriese doch die Kreuzfahrtebpreise nach unten gehen, vielleicht nur kurzfristig, danach eben das Gegenteil. Viele kleine Redereien werden aber die Kriese nicht ueberleben, werden bald in Insolvenz gehen.

    • Bei einer „normalen“ Firmenstruktur : Holding in USA und Tochter in Bermudas (wie z.B Apple Google …) ist es relative einfach einen Kredit zu bekommen.
      Jedoch bei einer Firmenstruktur : Holding in Bermudas/Liberia/Panama und Tochter in USA denke ich ist es sehr schwierig eine Kredit zu bekommen zumal die Schiffe alles einzelne Firmen sind und die Firma in Bermuda/Liberia/Panama eben nur eine „Briefkastenfirma“ ist.
      Wenn man sich den Aktienkurs anschaut wird das auch deutlich.

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