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Whittier-Kreuzfahrtpier: Brand tobte, weil Hydranten fehlten

Norwegian Jade vor Kapstadt / © Norwegian Cruise Line
Norwegian Jade vor Kapstadt / © Norwegian Cruise Line
Zuletzt aktualisiert: 16.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der brandneue, rund 80 Millionen US-Dollar teure Kreuzfahrtpier in Whittier (Alaska) brannte am Montag – und ausgerechnet vor Ort gab es keine funktionierenden Hydranten.
  • Die Feuerwehr musste Löschwasser mit Tanklastwagen im Pendelverkehr heranschaffen, insgesamt rund 161.000 Gallonen (knapp 610.000 Liter).
  • Norwegian Jade musste deshalb bereits am Montag ihren Liegeplatz räumen, ich hatte euch darüber berichtet.
  • Das Ausflugsboot „Klondike Express“ von Phillips Cruises & Tours wurde schwer beschädigt, verletzt wurde niemand.
  • Die Brandursache ist weiterhin unklar: US-Küstenwache und Alaska State Fire Marshal's Office ermitteln.

Jetzt kommt raus, wie knapp es in Whittier wirklich war! Der gerade erst fertiggestellte, rund 80 Millionen Dollar teure Kreuzfahrtpier in dem kleinen Alaska-Ort brannte am Montag lichterloh – und die Feuerwehr musste feststellen, dass es an der neuen Anlage schlicht KEINE funktionierenden Hydranten gab. Insofern war das, was ich euch bereits zur Norwegian Jade berichtet hatte, nur die halbe Geschichte.

Laut der Feuerwehr von Whittier (AFD) brach das Feuer am Montagvormittag gegen 11 Uhr Ortszeit am neuen Kreuzfahrtterminal aus. Als die Einsatzkräfte eintrafen, funktionierte vor Ort kein einziger Hydrant. Um überhaupt löschen zu können, richteten die Feuerwehrleute eine improvisierte Wasserversorgung ein: Tanklastwagen pendelten in Zehn-Minuten-Schleifen zwischen der Brandstelle und dem nächsten funktionierenden Hydranten im Ort. Auf diese Weise wurden bis zur vollständigen Löschung in den frühen Dienstagmorgenstunden rund 161.000 Gallonen Wasser herangeschafft – ein Kraftakt, der zeigt, wie improvisiert die Löscharbeiten an einer erst 2022 begonnenen, nagelneuen Infrastruktur ablaufen mussten.

Warum mussten Tanklaster das Löschwasser heranfahren?

Genau das ist der Punkt, der bei mir hängen bleibt: Ein Pier, der die Kreuzfahrtsaison in Whittier eigentlich sicherer und leistungsfähiger machen sollte, hatte im Ernstfall keine einsatzbereite Löschwasserversorgung. Ob es an einem Baumangel, einer noch nicht abgeschlossenen Inbetriebnahme oder schlicht an eingefrorenen beziehungsweise nicht angeschlossenen Leitungen lag, ist bislang nicht geklärt. Die US-Küstenwache hat eine eigene Untersuchung eingeleitet, zusätzlich ermittelt das Alaska State Fire Marshal's Office zur Brandursache. Mit belastbaren Ergebnissen ist nicht vor Wochen zu rechnen.

Was ist mit der Norwegian Jade und dem Ausflugsboot?

Wie berichtet, musste die Norwegian Jade als Vorsichtsmaßnahme sofort ablegen und den Gästewechsel an einem Ausweichliegeplatz fortsetzen – dem Schiff selbst ist nichts passiert. Deutlich schlimmer traf es das benachbart liegende Ausflugsboot „Klondike Express“ von Phillips Cruises & Tours: Der 137 Fuß lange Katamaran war zum Brandzeitpunkt unbemannt und außer Dienst, wurde durch Flammen, Hitze und Rauch aber erheblich beschädigt. Verletzte gab es bei dem gesamten Einsatz glücklicherweise keine, allerdings musste der Anton Anderson Memorial Tunnel – die einzige Landverbindung nach Whittier – für mehrere Stunden gesperrt werden.

Was heißt das für eure Alaska-Kreuzfahrt?

Für schon gebuchte Gäste ändert sich erst einmal nichts: Der eigentliche Kreuzfahrtbetrieb in Whittier läuft weiter, betroffen war ein einzelner Liegeplatz und ein Ausflugsanbieter vor Ort. Ich würde an dieser Stelle aber ehrlich sagen: Wer für die kommende Saison eine Landausflugsbuchung in Whittier mit genau diesem Anbieter plant, sollte kurz vor Abreise noch mal nachfragen, ob das Boot wieder einsatzbereit ist. Und generell zeigt der Vorfall, dass frisch gebaute Kreuzfahrt-Infrastruktur eben nicht automatisch auch zuverlässig funktioniert – das gilt für Alaska genauso wie anderswo. Wenn ihr euch bei der Planung eurer nächsten Alaska-Reise unsicher seid, welcher Hafen und welcher Termin wirklich zu euch passen, meldet euch einfach bei uns in der Kreuzfahrtlounge, gerne auch am Wochenende: telefonisch und per WhatsApp unter 06451 7186001 oder per Mail an post@meine-kreuzfahrtlounge.de.

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Häufige Fragen zu dieser Meldung

Das ist bislang ungeklärt. Die Feuerwehr (AFD) stellte beim Eintreffen fest, dass vor Ort kein Hydrant funktionierte, und musste Löschwasser per Tanklaster heranfahren. Die genaue Ursache wird derzeit untersucht.

Nein. Die Norwegian Jade musste lediglich vorsorglich den Liegeplatz wechseln, um Schäden zu vermeiden. Der Gästewechsel wurde an anderer Stelle fortgesetzt, der Schiffsbetrieb selbst war nicht beeinträchtigt.

Nein, es gab keine Verletzten. Beschädigt wurde vor allem das Ausflugsboot „Klondike Express“ von Phillips Cruises & Tours, das direkt neben der Brandstelle lag.

Sowohl die US-Küstenwache als auch das Alaska State Fire Marshal's Office haben Untersuchungen eingeleitet. Mit einem Ergebnis ist nicht kurzfristig zu rechnen.

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