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Zukunft der Meyer Werft scheint durch staatliche Unterstützung gesichert

Zukunft der Meyer Werft scheint durch staatliche Unterstützung gesichert

© Meyer Werft
© Meyer Werft

Die Zukunft der Meyer Werft in Papenburg scheint nun gesichert. Am heutigen Donnerstag, den 22. August 2024, besuchten Bundeskanzler Olaf Scholz und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil die Werft und informierten über die sich abzeichnende Übereinkunft zur Sicherung der Werft mit großer wirtschaftlicher Bedeutung. 

Eine Mehrheitsübernahme durch Bund und Land, was das bisherige Familienunternehmen vorübergehend zu einem staatlichen Unternehmen machen wird, ist bis auf letzte Details sicher. Offizielle Informationen zu finanziellen Einzelheiten gibt es noch in. In Berufung auf interne Kreise schreibt der NDR, dass Bund und Land jeweils mit etwa 900 Millionen Euro für die Werft bürgen und gemeinsam 80 bis 90 Prozent der Mehrheitsanteile an der Meyer Werft übernehmen. Die übrigen Anteile verbleiben bei der bisherigen Eigentümerfamilie. 

Der staatliche Einstieg bei der Meyer Werft ist allerdings zeitlich bis 2027 befristet. Wenn das Sanierungsprogramm voraussichtlich weit fortgeschritten ist, die Werft jährlich wieder mindestens zwei große Kreuzfahrtschiffe ausliefert und sich somit auch hoffentlich wieder in einer gute finanziellen Lage befindet, soll die Meyer Werft wieder privatisiert werden. Die Eigentümerfamilie Meyer, für die der anstehende Staatseinstieg schwierig, aber wohl unausweichlich ist, besitzt ein Rückkaufrecht und möchte die Werft mittelfristig wieder zu einem Familienunternehmen machen. 

Für die Beschäftigten der Werft ist der Staatseinstieg eine gute Nachricht. Somit wurde eine Pleite in Folge der schwierigen finanziellen Lage abgewendet. Das ist nicht nur für die Werft direkt, sondern auch für die gesamte Region von großer wirtschaftlicher Bedeutung. 

Der staatliche Einstieg wird voraussichtlich sowohl die Meyer Werft aus Papenburg, als auch die Neptun Werft aus Warnemünde betreffen. Nur Meyer Turku in Finnland verbleibt weiterhin im Eigentum der Familie Meyer. Um Konkurrenz mit Turku, wo ebenfalls Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, zu vermeiden, sollen die drei Werftstandorte zu einer europäischen Holding zusammengeschlossen werden. 

Pressemitteilung: Kanzler Scholz besucht MEYER WERFT – Geschäftsleitung und Eigentümerfamilie begrüßen die sich abzeichnende Übereinkunft zur Zukunftssicherung des Unternehmens

  • Scholz lobte den gemeinsamen Kraftakt von vielen Beteiligten vor Ort sowie in Hannover und Berlin. Dieses Engagement für die Werft und ihre Arbeitsplätze sei fast am Ziel. Bundes- und Landesregierung seien zuversichtlich, dass die endgültige Zukunftssicherung der MEYER Gruppe gelingen werde
  • Kanzler und Ministerpräsident sprechen mit Mitarbeitenden, Geschäftsführung und Eigentümerfamilie
  • Sanierungsexperte Schmitz und MEYER-CEO Eikens zeigen sich zuversichtlich für den Umbau und die Neuausrichtung der Werft
  • Bernard Meyer: „Für die Familie keine leichte Entwicklung – aber die Interessen des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden gehen vor. Mittelfristig arbeiten wir an einer Rückkehr des Erfolgsmodells Familienunternehmen.“

Bundeskanzler Olaf Scholz und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil haben bei einem Besuch der MEYER WERFT in Papenburg ihren festen Willen unterstrichen, das Unternehmen im Rahmen eines Sanierungs- und Zukunftskonzepts zu unterstützen. Diese Unterstützungsbereitschaft würdigten Geschäftsleitung und die Eigentümerfamilie. Der CEO des Unternehmens, Bernd Eikens und der vom Unternehmen eingesetzte Sanierungsexperte Ralf Schmitz stellten in einer gemeinsamen Erklärung fest, „der Weg für den Beginn der Restrukturierung und Zukunftssicherung der Werft ist jetzt bereitet.”

Die Ankündigung von Bundeskanzler Scholz und Ministerpräsident Weil werteten die beiden Manager als „zentralen Beitrag der Politik, um der Werft und ihren vielen tausenden Mitarbeitenden und deren Familien sowie den Geschäftspartnern eine sichere Zukunftsperspektive zu geben“. Zugleich richteten Geschäftsleitung und Betriebsrat ihren Dank an Bundeskanzler Scholz sowie den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, die am Donnerstag extra nach Papenburg gereist sind, um bei einer Betriebsversammlung alle Mitarbeitenden über die sich abzeichnende Lösung zwischen Unternehmen und Politik zu informieren. Damit, so sagten beide, „können wir jetzt auf Basis des Sanierungsgutachtens von Deloitte mit Hochdruck an der Neuausrichtung des Unternehmens weiter arbeiten.“ Zwar seien im Gespräch mit den Geschäftsbanken noch letzte Details zu klären. Die Weichenstellung, die jetzt von Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsident Stephan Weil vorgenommen wurde, werde dankenswerterweise – wie schon in den vergangenen Monaten von den jeweiligen Wirtschafts- und Finanzministerien auf Bundes- und Landesebene – konstruktiv und professionell umgesetzt.

„Wir sind zudem dankbar, dass es mit einer so großen Verantwortungspartnerschaft zwischen der Werft, der Familie, der Politik, den Banken und den Mitarbeitenden gelungen ist, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Krise hinter uns zu lassen, die Werft wieder wettbewerbsfähig zu machen und auf ein profitables Wachstum auszurichten“, stellten Bernd Eikens und Ralf Schmitz in ihrer Erklärung fest. Zudem entspreche die jetzt gefundene Lösung auch dem Wunsch der Familie, nicht nur dem Unternehmen emotional und aus Tradition verbunden zu sein, sondern auch „weiterhin als Mitgesellschafter und mit Sitz und Stimme im neu zu bildenden Aufsichtsrat auf die Entwicklung des Unternehmens Einfluss zu nehmen“.

Für die Familie dankte Bernard Meyer sowohl Bundeskanzler Scholz als auch Ministerpräsident Weil – beide Politiker hatten sich auf der Werft zu einem vertraulichen Gespräch mit Bernard Meyer getroffen und dessen unternehmerische Leistung gewürdigt. Bernard Meyer sagte in seiner Stellungnahme „Die jetzt gefundene Lösung ist zwar für die Familie nicht einfach, aber wir haben immer gesagt, dass die Belange des Unternehmens über denen der Familie stehen. Wir sehen die große Chance mit dem Unternehmen wieder auf Kurs Zukunft zu gehen – das zeigt auch die erfreuliche Entwicklung des Auftragsbuches auf 11 Milliarden Euro in den vergangenen Monaten. Die Bereitschaft von Bund, Land sowie den uns verbundenen Geschäftsbanken uns in dieser jetzt vereinbarten Form zu unterstützen, zeigt auch, dass wir uns mit unserem Unternehmen über Jahrzehnte eine Sonderstellung im Schiffbau erarbeitet haben.  Wir kennen unser Geschäft und sehen die Chance einer langfristigen und erfolgreichen Weiterentwicklung an unseren Standorten. Mit der Vereinbarung über ein Rückkaufsrecht für die Familie bleibt uns die Möglichkeit erhalten, wieder ein Familienunternehmen zu werden. Als dann zweitgrößter Gesellschaft nach der öffentlichen Hand und über die Mitwirkung im Aufsichtsrat – werden wir die Weiterentwicklung der Werft konstruktiv unterstützen.

Sowohl die Geschäftsleitung als auch die Familie teilten mit, dass man jetzt zügig an die Umsetzung der vom Bundeskanzler in Aussicht gestellten Lösung herangehen werde. Damit sollen so schnell wie möglich die Rahmenbedingungen für die Einnahme der neuen Strukturen sowie den Beginn der Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen geschaffen werden.

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