Zwischen Zweifel und Hoffnung – die Kreuzfahrt wird sicherlich zurückkommen!

Zwischen Zweifel und Hoffnung – die Kreuzfahrt wird sicherlich zurückkommen!

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Der Pessimismus gewinnt überhand – doch ein Untergang der Kreuzfahrt ist nicht vorstellbar

Mit jedem Tag der Krise, mit jedem Tag des Stillstands wird der Pessimismus gegenüber der Kreuzfahrtbranche immer größer – manch einer glaubt gar an das gänzliche, harte Ende der Branche. Doch es ist davon auszugehen, dass dies nicht so weit kommen wird. Dazu hat diese Urlaubsform in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu viel Zuspruch und Vertrauen ernten können – auch wenn die Reedereien in der aktuellen Situation natürlich auch Fehler machen!

Vor allem in den sozialen Medien ist mehr und mehr erkennbar, dass die einstigen Fans und Freunde der Kreuzfahrt immer mehr Abstand von dieser nehmen – aus Gründen, die derartiges nicht rechtfertigen. Natürlich ist der Ärger groß, wenn die Rückzahlung der abgesagten Reise monatelang andauert. Das ist auch vollkommen verständlich. Doch darf nicht vergessen werden, dass auch am anderen Ende der Leitung nur Menschen sitzen. Menschen die sich ihren Lebensunterhalt verdienen möchtet, Menschen, die vielleicht auch Angst um ihren Arbeitsplatz haben. 

Zudem nehmen die negativen Schlagzeilen derzeit wieder überhand, TUI Cruises musste seine Blauen Reisen umrouten, Hurtigruten hat seinen Neustart abgebrochen, AIDA Cruises musste seinen Neustart erneut verschieben, immer wieder werden Reisezeiträume durch die unterschiedlichen Reedereien abgesagt – Ja, das ist ein großes Ärgernis für die Gäste. In erster Linie aber auch für die Reedereien. 

Doch weder die Absagen, noch mögliche Schiffsabgaben, Verschrottungen und weiteres sagen aus, dass die Kreuzfahrtbranche ihrem Ende zu geht. Das Wachstum der Branche wurde definitiv gestoppt. Auch ist es denkbar, dass es zu weiteren Pleiten unter den kleineren Veranstaltern kommen könnte – doch es ist davon auszugehen, dass die größeren bleiben werden. Auch wenn sie ihre Flotten teilweise ausdünnen müssen. 

Die Ausdünnung der Flotte könnte gar positive Auswirkungen haben. Natürlich gehen in der Krise kleine, klassische Kreuzfahrtschiffe verloren, doch die Flotten der Reedereien werden auch verjüngert. Dies könnte dazu führen, dass die weltweite Flotte der Kreuzfahrtschiffe am Ende der Krise im Durchschnitt eine umweltfreundlichere sein wird. Ein positiver Punkt neben dem traurigen Anblick verschiedener Kreuzfahrtschiffe am Strand der Abwrackwerft im türkischen Aliaga. 

Besonders auffällig in den sozialen Medien sind auch die endlosen Diskussionen um die Rückzahlungen. „Zinsloser Kredit“, „die hätten Rücklagen bilden sollen“, „Hinhaltetaktik der Reedereien“, „Ich hole mir einen Anwalt“ – diese und weitere Aussagen fallen hierbei immer wieder. Immer wieder geht es darum, dass die Kunden vereinzelt keine Geduld mehr haben, ein tödlicher Punkt für die Branche. Hier gilt es auch sich solidarisch gegenüber der Unternehmen zu verhalten. Sollten die Reedereien per Knopfdruck sofort alle nicht durchführbaren Reisen auszahlen, so bräuchten sie überhaupt nicht weiterarbeiten. Zudem befinden sich zahlreiche Mitarbeiter der Reedereien in Kurzarbeit. Es geht ums Überleben des jeweiligen Unternehmen – und sehr viele Arbeitsplätze. Denn mit den Reedereien würden auch die Werften, zig Zulieferer und viele weitere zugehörige Unternehmen den Bach heruntergehen. 

Der wohl bösartigstes Vorwurf ist die Aussage über die Rücklagen. Natürlich bilden die Reedereien Rücklagen für schlechte Zeiten. Doch es gibt kein Unternehmen, dass einen kompletten Stillstand über ein halbes Jahr mit Rücklagen ausgleichen kann. Das funktioniert nicht. Die Reedereien investieren seit Jahren in Verbesserung der Produkte, in Schiffsneubauten – für die Kunden, die sich heute darüber beschweren. 

Natürlich wissen auch wir nicht, wann es mit der Kreuzfahrt wieder so richtig los gehen wird, natürlich wissen auch wir, dass es noch etwas Zeit brauchen wird. Vielleicht sogar noch einige Monate. Doch der Erhalt der Branche ist davon abhängig, dass sich die Fans der Flotte trauen etwas unbekanntes zu buchen, Reisen zu buchen, die eventuell nicht dem gewohnten entsprechen. 

Trotz der derzeitigen Widrigkeiten und immer wiederkehrender Rückschläge ist es absolut nicht vorstellbar, dass die Kreuzfahrtbranche gänzlich untergehen wird – auch wenn es manch einer hofft und manch einer befürchtet. Dennoch wird die Kreuzfahrt nach der Krise eine andere sein. Die derzeitigen neuen Regelungen werden die Kreuzfahrer noch eine Weile lang begleiten. Die Menschen und auch die Kreuzfahrtbranche werden lernen müssen, wie sie mit dem Virus umzugehen haben. Ein plötzliches Verschwinden, wie es sich manch einer ausmalt, wird es nämlich nicht geben. 

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