Müll auf Kreuzfahrtschiffen: Wie wird damit verfahren?

Was passiert mit den an Bord erzeugten Abfällen? 

Wir kennen es alle: Wir kommen spät nachhause, der Magen knurrt, also muss was schnelles her. So greifen wir oft zu umfangreich, in Plastik, verpackten Fertig-Artikeln. Was in den gelben Sack gehört, das werfen wir in den gelben Sack. Pappe falten wir im besten Falle zusammen, damit sie möglichst wenig Platz wegnimmt. Laut einer Statistik von 2013 (Tendenz steigeng) verursacht der Bundesbürger etwa 600 Kilogramm Müll im Jahr.

Am Ende des Tages stellt ihr eure Mülltonne vorne an die Straße, ein Unternehmen kommt und holt eure Abfälle ab. Dann ist das Thema für uns beendet für diesen Monat. Die Entsorgungsunternehmen kümmern sich dann um die Themen Verbrennung und Recycling. Aber wie wird denn an Bord der Kreuzfahrtschiffe mit dem Müll verfahren? Würde jeglicher Dreck ins Meer geleitet würde die Schiffe mittlerweile nur noch auf Müll herumrutschen.

Müllsammler in Buenos Aires Müllsammler in Buenos Aires

Buffets sind umweltfeindlicher als Bedienrestaurants

Viele Kreuzfahrer, mich eingeschlossen, gehen lieber an die üppigen Buffets an Bord als in eines der zahlreichen Bedienrestaurants. Ich selbst brauche es nicht, dass mich jemand bedient oder ich warten muss bis ich essen kann, denn wenn ich an Bord essen möchte, möchte ich es jetzt und nicht in einer Viertelstunde. Aber diese Ungeduld schadet unseren Ozeanen. An den Buffets werden wahre Unmengen an Nahrungsmitteln nicht verspeist. Auf einem mittelgroßen Schiff entstehen je Woche etwa 16 Tonnen Speiseabfälle, ein Großteil davon entstammt den Buffets.

Einige Reedereien steuern hierbei bereits mit kleineren Schalen an den Buffets entgegen. Man will lieber öfter nachfüllen, als mehr wegwerfen. Seitens der Schiffbetreiber versucht man immer weiter, die Abfall Mengen zu reduzieren. Auch der kleine Passagier kann hierbei helfen. Überlastet eure Teller nicht, so wird weniger nachgefüllt und auch die Reste auf eurem Teller landen nicht auf dem Müll. Die Vielfältigkeit der Konsumenten überfordern die Meere, besonders bei der Schiffsgröße ist erkennbar wie auch die Auswahl der Speisen mit wächst.

Wie wird mit Essensabfällen an Bord verfahren?

Nun ja, ich persönlich halte es nicht für eine optimale Lösung, aber viele der Essensreste landen am Ende des Tages im Meer. Das liegt einfach daran, dass durch die gigantischen Mengen die Lagerkapazitäten der Schiffe überfordert werden und Regelung das durchgehen lassen. JA, Essenreste bauen sich leicht ab. Aber: die Meere werden so überdüngt, das Algenwachstum steigt laut NABU enorm und der Sauerstoffmangel im Meer wächst. Regelungen der IMO zufolge darf Müll geschreddert in den meisten offenen Meeren drei Seemeilen von Land entfernt ins Meer gelassen werden. In besonderen Zonen gilt die Regelung mit zwölf Seemeilen. Bei diesen Regelungen dachte man wohl aber eher an Schiffe mit unter 3000 Passagiere. Mittlerweile sind wir bei manchen Schiffen bereits über 6000 Gästen.

In den besonderen Müllverbrennungsanlagen der größeren Schiffe werden die meisten zerkleinerten Essensreste verbrannt. So werden die meisten Abfälle einfach nur zu Asche. Dennoch landet weiterhin einiges was über die Lagerkapazitäten hinaus geht in den Meeren. Moralisch verwerflich, aber dennoch laut Statuten der verantwortlichen Ämtern geduldet.

Mülltrennung steht im Vordergrund

Wie bei uns allen Zuhause, steht auch an Bord die Mülltrennung im Vordergrund. Viele Schiffe haben einen Umweltbeauftragten an Bord, der das ganze prüft. Ohne Mülltrennung würde jegliche Chance auf Wiederverwertung verloren gehen. Weder Plastik, Pappe, Metall oder Glas werden an Bord gemeinsam gelagert. Was sofort in die Verbrennungsanlage an Bord gegeben werden kann, gelangt dort umgehend hin. Die aus der Verbrennungsanlage entstandene Energie wird dem Schiffskreislauf wieder zugeführt.

Was passiert mit Pappe, Metall, Plastik und Glas?

Hier hat sich bei den allermeisten Reedereien das Thema Recycling sehr breit gemacht. Pappe, Metall und Plastik werden gesammelt und zusammengepresst, wie man es auch an Land kennt. In den Häfen geben die Reedereien die gebündelten Müll Pakete dann an örtliche Entsorgungsunternehmen weiter. Im besten Fall und heute üblich ist es, dass die Reedereien ihre Partner vor Ort regelmäßig und ausgiebig kontrollieren, sodass jeglicher Müll seiner Eigenschaften entsprechend verbrannt oder recyclet wird. Auch Glas wird in den Häfen abgegeben aber bereits vor ab an Bord so zerkleinert, dass nur Scherben überbleiben, sodass möglichst wenig Lagerplatz gedeckt wird.

Reduzierung des Abfalls durch die Reedereien

Mit einigen kleinen Maßnahmen versuchen die Reedereien bereits ihre Müllerzeugung zu senken. Beispielsweise mit Seifenspendern in den Duschen wird die Anzahl an Plastikflaschen gesenkt. im besten Fall können Lebensmittelreste (natürlich nicht die von euren Tellern) an örtliche Tafel oder ähnlichem gegeben werden. Aber hierbei stoßen die Reedereien oft an ihre Grenzen, da viele dies nicht zulassen. Auch mit den erwähnten, kleineren Schalen an den Buffets steuert man der Müllerzeugung entgegen.



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Über den Verfasser
Niklas
Der Kreuzfahrtpraktikant! Ne, das ist ja rum, ich bin ja jetzt fester Mitarbeiter! Juhu! Ich versuche euch Einblicke in die Welt der Kreuzfahrten zu geben aus einer ganz neuen und frischen Sicht. Ich habe keine Ahnung von Kreuzfahrten und bin absoluter Anfänger in dem Bereich. Auch von meiner Arbeit bei SuK werde ich hier und da berichten, dann werden wir mal sehen wie viel „Urlaub“ man hier so hat... Ach so, eines meiner Hauptthemen ist es, euch die besten und schönsten Kreuzfahrten zu präsentieren. Das mache ich, in dem ich täglich für euch die besten Kreuzfahrtangebote durchstöbere und für euch auf SuK präsentiere. Mit der AIDAprima war ich schon zwei Mal auf hoher See, die Mein Schiff 5 habe ich schon einmal besucht, ebenso wie die Mein Schiff 1. In 2018 werde ich mit der Ocean Majesty und der MS Berlin in See stechen, sicherlich wird noch viel mehr auf mich warten, in meinem ersten Jahr! Diese Schiffe kenne ich bereits persönlich: AIDAprima - AIDAcara - Mein Schiff 1 - Mein Schiff 5 - Norwegian Breakaway - MS Berlin - Costa Mediterranea - Neue Mein Schiff 1 - MSC Meraviglia - MSC Seaview