Woher kommt das Trinkwasser auf Kreuzfahrtschiffen?

Herkunft des Wassers auf Kreuzfahrtschiffen 

Eure erste Kreuzfahrt. Nach dem erfolgreichen Check – In bezieht ihr mal eben eure Kabine, um im Anschluss sofort das Schiff unter die Lupe nehmen zu können. Doch Stop – die Blase drückt. Ihr geht vor eurer Erkundung euren Bedürfnissen nach. Ihr betätigt die Spülung, wascht eure Hände, begebt euch vor Durst an einen Wasserspender. Schließlich befindet ihr euch auf einem älteren Schiff, da sind sie ja noch vorhanden. Der Magen knurrt auch schon ein wenig, Zeit für den ersten Gang ins Restaurant! Moment mal – mit welchem Wasser wurden denn die Nudeln gekocht? Ach egal, ihr schaut euch erstmal das Schiff an. 28 Grad sagt das Thermometer, auf in den Pool!

Fünfmal habt ihr also Wasser benötigt, obwohl ihr eure Kreuzfahrt noch gar nicht richtig begonnen habt. Doch wo kommt das Wasser überhaupt her?

AIDA Wasserspender: Nur auf den kleineren Kreuzfahrschiffen: AIDAaura, AIDAcara und AIDAvita AIDA Wasserspender: Nur auf den kleineren Kreuzfahrschiffen: AIDAaura, AIDAcara und AIDAvita

Wie hoch ist der Wasserverbrauch pro Kopf auf Kreuzfahrtschiffen?

Erstmal vorab: Der Wasserverbrauch pro Tag und pro Kopf auf Kreuzfahrt wird durch die Meyer Werft auf etwa 200 – 250 Litern gesetzt. Wir gehen einmal vom krassesten Wert aus – den wird die Symphony of the Seas von Royal Caribbean bieten. Hier haben wir eine maximale Kapazität von 6780 Passagieren. Das wären im höchsten Fall 1.695.000 Liter Wasser pro Tag. Und hierbei habe ich die Besatzung nicht beachtet. Da aber nicht jeder 250 Liter verbraucht gehen wir mal von 1,5 Millionen Liter Wasser am Tag aus. Die müssen ja auch irgendwo her kommen. Einfach aus dem Meer nehmen funktioniert natürlich so nicht, das Wasser ist verschmutzt, es kann weder zum Duschen, für die Pools, zum trinken oder zum kochen verwendet werden.

In früheren Zeiten lagerte man das Wasser in Fässern an Bord der Schiffe. Die Segelschiffer klagten oft über fauliges und daher sehr knappes Wasser an Bord. Die Lagerung in Fässern war alles andere als optimal gelöst.

Aufbereitung des Meerwassers auf Kreuzfahrtschiffen

Tatsächlich handelt es sich beim Wasser an Bord aber doch um Meerwasser. Wie das möglich ist? Es wird aufbereitet. Im ersten Zug wird es in das Kreuzfahrtschiff gepumpt und mit speziellen Systemen entsalzt. Für die Aufbereitung benötigt es ein gesondertes System an Bord –  mit Vorratstanks, Rohrleitungen, Drucktanks und Pumpen. Doch selbst nach der Entsalzung ist das Wasser untrinkbar. Im nächsten Schritt wird das Wasser also unter anderem mit Kalzium versetzt. Laut der Meyer Werft gelingt es den Reedereien so, Wasser nach deutschen Normen zu gewinnen. Als weiteren Schritt wird Chlor zugesetzt, weshalb viele den Geschmack des Wassers auf Kreuzfahrtschiffen nicht leiden können.

Das gewonnene Frischwasser wird in Tanks gelagert, die in der Regel im Rumpf der Kreuzfahrtschiffe aufzufinden sind. Mithilfe von speziellen Pumpen gelangt das Wasser schließlich an den Endverbraucher in der Wäscherei, der Küche, etc. Bei der Konstruktion der Tanks wurde vor allem auch darauf geachtet, dass das Wasser vor Verunreinigung geschützt wird. Auch tägliche Kontrollen und Zirkulationen sollen dafür sorgen, dass das Wasser frisch bleibt. Moderne Kreuzfahrtschiffe nutzen auch nur Frischwasser und kein Brauchwasser. Jeder genutzter Wassertropfen wurde bio-chemisch gereinigt.

Könnte man die Tanks nicht einfach in jedem Hafen füllen?

Ja natürlich könnte man das, das kommt aber nicht oft vor. Man muss an dieser Stelle beachten, dass die Wasserqualität in vielen Ländern einfach nicht der gewünschten und geforderten Qualität entspricht. Ihr wollt ja schließlich auch reines Wasser in den Pools, etc. haben. Die Anlagen zur Bereinigung von Meerwasser bietet eine bessere und gleichbleibendere Qualität, als würde man sie Hafen für Hafen extra mit örtlichem Wasser füllen. Zumal man mit Ladung von zwei oder drei Millionen Litern, den Städten vor Ort dieses Wasser wegnehmen würde, was vor allem für Staaten mit Wasserknappheit fatal wäre.

Gibt es Wassersparende Maßnahmen?

Ja gibt es, laut Meyer Werft senkt man den Verbrauch mit speziellen Duschbrausköpfen, Durchflussbegrenzern in Duschen und Waschbecken oder auch Zeitschaltungen im Sanitärbereich. Toiletten beispielsweise werden auf neuen Schiffen Vakuumgetrieben gespült, das hat den Hintergrund, dass so pro Spülung nur 1,5 Liter Wasser anfallen. Bei Schwerkraftspülungen würden 6 Liter anfallen. Generell fällt der Wasserverbrauch pro Kopf mit jedem neuen Schiff, da immer neue und bessere Techniken angewandt werden. Auch der einzelne Passagiere – ja, ihr habt Urlaub, aber das sollte euch auch hier interessieren – kann Wasser sparen. So müssen stundenlange duschen nicht sein, ebenso wie unnötig den Wasserhahn laufen zu lassen, während man sich die Zähne putzt.



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Über den Verfasser
Niklas
Der Kreuzfahrtpraktikant! Ne, das ist ja rum, ich bin ja jetzt fester Mitarbeiter! Juhu! Ich versuche euch Einblicke in die Welt der Kreuzfahrten zu geben aus einer ganz neuen und frischen Sicht. Ich habe keine Ahnung von Kreuzfahrten und bin absoluter Anfänger in dem Bereich. Auch von meiner Arbeit bei SuK werde ich hier und da berichten, dann werden wir mal sehen wie viel „Urlaub“ man hier so hat... Ach so, eines meiner Hauptthemen ist es, euch die besten und schönsten Kreuzfahrten zu präsentieren. Das mache ich, in dem ich täglich für euch die besten Kreuzfahrtangebote durchstöbere und für euch auf SuK präsentiere. Mit der AIDAprima war ich schon zwei Mal auf hoher See, die Mein Schiff 5 habe ich schon einmal besucht, ebenso wie die Mein Schiff 1. In 2018 werde ich mit der Ocean Majesty und der MS Berlin in See stechen, sicherlich wird noch viel mehr auf mich warten, in meinem ersten Jahr! Diese Schiffe kenne ich bereits persönlich: AIDAprima - AIDAcara - Mein Schiff 1 - Mein Schiff 5 - Norwegian Breakaway - MS Berlin - Costa Mediterranea - Neue Mein Schiff 1 - MSC Meraviglia - MSC Seaview