MS Delphin Reisebericht Mittelmeer 2012: Cagliari


    Am 5. Tag unserer Kreuzfahrt mit der MS Delphin legten wir schon sehr früh in Cagliari auf Sardinien an, als wir gegen 9.00 Uhr zum Frühstück gingen hatten wir bereits an der Pier festgemacht und die meisten Passagiere waren bereits an Land. Auf Sardinien freut ich mich im Vorfeld besonders, schon seit einigen Jahren nahm ich mir des öfteren vor mal nach Sardinien zu fliegen, irgendwie hatte es sich aber nie ergeben. Daher verloren wir nach dem Frühstück nicht viel Zeit und gingen ebenfalls von Bord.

    Sardinien 02





    Der Hafen von Cagliari ist im Vergleich zu den meisten Industriehäfen wirklich schön gemacht, mediterran gestaltet, mit vielen Natursteinen und diversen Sonnensegeln. Ich bin mir sicher, dass man hier im Sommer während der Saison auch wunderschön sitzen kann. Schaut man entlang der Küste entdeckt man nicht weit vom Hafen entfernt etwas Grünfläche mit einigen Palmen und einem kleinen Yachthafen – dies machten wir zu unserem Ziel. Da wir nur bis 14.00 Uhr auf Sardinien sein würden, wollten wir uns nicht allzu viel zumuten.

    Nach circa 15 Minuten Fußmarsch, vom Hafen aus rechts, entlang einer ungepflegten und streckenweise sehr übel riechenden Strasse kamen wir dann auch schon an der Park ähnlichen Grünanlage an. Das was wir von weitem vermuteten traf aber leider keineswegs ein. Der Park war wohl eher die Gassi Strecke für Hundebesitzer und der Yachthafen glich auch eher einem Schrottplatz für Boote die keiner mehr haben will. Zudem roch es in der Gegend echt übel, so dass wir uns recht bald auf den Rückweg zu Schiff machten.

    Einige Passagiere gingen vom Hafen aus links die Strasse entlang, wir vermuteten also, dass wir einfach in die falsche Richtung gegangen sind und der andere Weg uns ein schöneres Sardinien gezeigt hätte. Nach Rücksprache mit einigen anderen Passagieren von Bord erfuhren wir allerdings, dass auch der linke Weg es nicht wert war ihn zu gehen. Auch hier war es wohl alles sehr schmutzig, ungepflegt und übel riechend. Sollte ich nochmal irgendwann auf Sardinien sein, jedenfalls in Cagliari, so werde ich wohl einen Landausflug unternehmen, denn in Cagliari etwas auf eigene Faust zu unternehmen ist verschenkte Zeit, jedenfalls bei einem recht kurzen Aufenthalt auf der Insel.

    Zurück an Bord der MS Delphin legten wir uns nach einem fantastischen und entschädigenden Mittagessen erst Mal eine Runde aufs Ohr. Zum Essen und auch zum Service an Bord möchte ich an dieser Stelle auch mal ein Wort verlieren. Dass das Essen unglaublich gut und lecker ist habe ich ja schon das ein oder andere Mal erwähnt. Zwar gibt es wie auch auf anderen Kreuzfahrtschiffen scheinbar ununterbrochen Essen, doch irgendwie schafft man es nicht an Gewicht zuzulegen, was ich sehr begrüße. Die Küche von Günter Weber ist sehr ausgewogen, gesund und vor allem nahezu fettfrei. Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker kennt man auf der MS Delphin nur vom Hören und Sagen, an den zubereiteten Speisen findet man davon allerdings nichts. Auch der Service im Restaurant ist positiv hervorzuheben. Als gelernte Gastronomin achtet man auf manche Dinge vielleicht etwas genauer als andere. Wenn was fehlt vom „guten Service“ dann stört es nicht, schließlich ist man es nicht gewohnt in einem Restaurant bedient zu werden wie man es selbst einmal gelernt hat. Werden klassische Serviceregeln allerdings beachtet und eingehalten, so wie auf der MS Delphin,  fällt einem das sofort positiv auf. Ein Kellner nur für die Getränke, ein Kellner der das gewählte Menü aufnimmt, ein Kellner der das Essen bringt, einer der die Teller abräumt. Dazu wird die Serviette vom Kellner auf den Schoß des Gastes gelegt, die Teller von rechts eingesetzt, überflüssiges Besteck nach der Wahl des Menüs entfernt und und und. Was soll man dazu sagen – Top Küche, top Service!

    Nach unserem Nickerchen befanden wir uns bereits wieder auf See in Richtung Palma de Mallorca. Vor allem gegen Abend fiel mir auf, dass es scheinbar an Bord leerer geworden ist. Einige Passagiere sah man gar nicht, andere sahen sehr blass ums Näschen aus. Auch meine Reisebegleitung wirkte irgendwie anders. Grund hierfür scheinbar „starker Seegang“ mitten drin im Mittelmeer. Ich muss zugeben, auch wenn man wie ich finde bei Windstärke 5 nicht wirklich von Seegang sprechen kann, so spürt man auf einem kleinen Schiff wie der MS Delphin die Wogen des Meeres schon deutlicher als auf einem großen Liner der Platz für mehrere Tausend Passagiere bietet. Man spürte die teilweise Schräglage der Delphin, schon allein deswegen weil man viel näher am Wasser ist als auf großen Schiffen und auch merkte man frontale Wellen etwas mehr, wenn die Delphin mit dem Bug förmlich wieder aufs Wasser aufschlug.

    Nach dem Abendessen gönnten wir uns dann noch einen Drink in einer nahezu einsamen Delphin Lounge und schaukelten dann gemütlich in unsere Kabine wo die Wellen uns sanft, andere vielleicht eher unsanft, in den Schlaf schaukelten.



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