MS Artania Reisebericht rund um Westeuropa


    Dies ist ein Reisebericht von Steffi, von einer 16-tägigen Kreuzfahrt mit der MS Artania von Phoenix Reisen rund um Westeuropa

    Tag 1- Einschiffung

    Angekommen in Triest heißt es erst mal warten. Da MS Artania das Keuzfahrtterminal nicht nutzen darf, landen wir im Freihafen. Alles improvisiert, trotzdem werden wir lächelnd von den Phoenixmitarbeitern empfangen. Die Einschiffung selber findet dann auch ungewöhnlicher Weise im Schiff statt, da es außer einer Lagerhalle nichts weiter gibt hier. Aber auch das geht reibungslos von statten. Man hört lediglich an den Ansagen von der Brücke, dass man doch von den italienischen Behörden und ihrem procedere in diesem Hafen leicht genervt ist. Anscheinend filzt man das Gepäck auch schärfer, so dass es erst sehr spät an Bord kommt und wir teilweise bis 21 Uhr darauf warten. Es gibt aber  auch immer wieder Durchsagen, bei denen um Verständnis und Entschuldigung gebeten wird, dass es so lange dauert.  Erstmals kommt sowieso die Seenotrettungsübung dran, die sehr geordnet abläuft und auch ernst genommen wird. Es werden die Kabinen abgefragt, damit auch wirklich alle da sind. Schon hier zeigt sich der Vorteil eines rein deutschsprachigen Schiffes. Die Ansagen sind verständlich und dauern auch nicht ewig, weil in 5 Sprachen gehalten. Kein Fotograf flitzt dazwischen rum der unnötig ablenkt. Alles ganz korrekt. Und man lernt gleich die ersten netten Mitreisenden kennen.





    Da mein Gepäck immer noch nicht da ist, gehe ich zum Essen ins Lido-Buffet Restaurant. Erste Überraschung, kenne ich doch bisher nur die „Italiener“. Die Tische sind mit Stoffservietten und Gläsern eingedeckt, Getränke wie Wein und Softdrinks sind inklusive. Dazu kann man auch herrlich im Außenbereich sitzen und auf das Meer schauen.  2 Gläschen Wein gönne ich mir noch  und dann ist das Gepäck auch da. Also die Kabine eingerichtet für die nächsten 2 Wochen. Da ich alleine in der Kabine bin, gibt es Stauraum satt (aber auch für 2 Personen ausreichend) . 2 große Schränke, auch mit Einlegeböden, einen Schreibtisch mit vielen Schubkästen und ein kleines Schränkchen mit 2 offenen Fächern, was allerdings irgendwie nicht so richtig rein passt. Im Bad ein Spiegelschrank mit 3 Böden, Badewanne!!!! Und großer Waschtisch mit ausreichender Ablage. Alles neu gemacht. Hier hätte ich mir allerdings noch ein kleines Unterschränkchen gewünscht für  z.B. meinen Fön oder so. Aber alles in allem war die Kabine für das Alter des Schiffes in Top zustand.  Sicher ist es nicht hochgestylt und top modern wie bei anderen Neubauten. Aber es hat Charme und Stil. Und einen Flachbildfernseher…

    Dann noch schnell das Tagesprogramm für den nächsten Tag gelesen. Und siehe da, ein Beiblatt mit allen wichtigen Hafeninformationen inkl. kleinem Stadtplan liegt auch da. Wer also individuell von Bord möchte, hat hier sowohl geschichtliche Informationen als auch nützliche Hinweise. In Kanal 2 des Bordfernsehens läuft „Auf ein Wort“ mit dem Kreuzfahrtdirektor. Er erklärt alles rund um das Schiff,  Abläufe und die Route noch mal ausführlich. Also wer noch nie auf einem Schiff war, wird hier rundherum mit allem wichtigen versorgt, ohne nachfragen zu müssen. Dank Silberservice Kabine gab es eine Flasche Sekt zur Begrüßung – schöner erster Abend entspannt auf dem Balkon.

    Tag 2 – Sibenik

    Wachgerüttelt durch das Anlegemanöver  geht’s gleich zum Frühstücksbuffet. Ich liebe Frühstücksbuffets und werde auch hier nicht enttäuscht. Es ist aber auch wirklich alles da!! Auf den Kaffee bin ich gespannt, da gibt es ja die tollsten Kreationen auf anderen Schiffen, die alles nur kein Kaffee sind. Aber auch hier – Überraschung!! Der schmeckt richtig gut und man sieht auch keinen Tassenboden. Natürlich laufen die Kellner zu den Tischen und schenken Kaffee ein, bringen auch Säfte auf Wunsch.

    Das Wetter ist ein Traum, und bei strahlendem Sonnenschein geht es nach Sibenik, zunächst per Tender, dann per Bus weiter. Ein schöner Stadtrundgang mit einer sehr guten Reiseleiterin! Kurz nach 13 Uhr zurück auf dem Schiff, schnelles Mittag und ab in die Sonne auf diesen herrlichen Loungeliegen auf dem Sonnendeck. Dumm nur, wenn man dabei einschläft und als nicht vorgebräunter Nordeuropäer innerhalb von 30 min einen derben Sonnenbrand bekommt. Naja, selbst Schuld.

    Also raus aus der Sonne wieder und erst mal das Schiff entdecken. Pooldeck, Sonnendeck, Pazifik-Lounge und meinen späteren Lieblingsplatz – die Phoenixbar auf Deck 4. Sonnendeck und Pooldeck sind echt ein Traum. Keine Planken die heiß werden, sondern eine Art Teppich, dazu Lounge Möbel und bequeme Sonnenliegen und viel Grün drum herum. Einfach gemütlich. Das Heck ist über 5 Decks offen, man kann sich also die Heckwelle ausgiebig anschauen. Hier ist allerdings das Problem, dass der Schornstein doch Ruß auspustet, der schon mal auf den Möbeln landet. Sicherheitshalber einfach eine der bereitliegenden Decken drunter legen.

    Und schon war es wieder Zeit für das Abendessen. Es war bis auf eine Unterbrechung bis zum Ende der Reise immer das Lido-Restaurant. Ich liebe nun mal Buffet. Und ich muss sagen, selten so ein gutes gesehen. Alles was es im Restaurant als Menü gab, stand hier in Büffetform. Dazu immer frische Salate, zum selber mischen oder auch fertig. Für jeden Geschmack was dabei. Wein wurde auch reichlich nachgeschenkt, so schnell konnte man gar nicht trinken.  Ok kurz vor Ende der Reise, nach knapp 10 Tagen stand ich dann auch am Büffet und war sehr unschlüssig. Eine Scheibe Brot – normales Graubrot, irgendwas einfaches hätte mir schon gereicht. Das ist das einzige was ich am Abendbuffet vermisst habe – normales Brot!

    Mein einziges wirkliches Problem war die Abendunterhaltung. War alles nicht so mein Fall, also was anstellen? Am Ende bin ich meist in der Phoenix-Bar gelandet, wo man irgendwie immer nette Menschen trifft. Und wenn nicht kann man auch mal ein Buch lesen. Die Abendunterhaltung ist für das Stammpublikum toll, aber ich falle unter den Altersdurchschnitt.

    Tag 3 – Kotor

    Aufwachen, vorhänge zurück und WOW!!! Was für eine Landschaft – aber ich wollte doch in den Süden, nicht nach Norwegen … Ein toller Fjord und das bei Sonnenaufgang. Die Einfahrt in den Kotorfjord ist ein absolut sehenswertes Erlebnis. Und er ist größer als gedacht. Irgendwann legen wir dann an und fallen quasi vom Schiff in die Altstadt. Stadtrundgang stand heute auf dem Programm. Und Kotor ist ein wirklich tolles Städtchen- sehr sehenswert!! Und die Landschaft dazu – umwerfend. Definitiv ein Höhepunkt der Reise, nicht nur für mich. Nur leider hat die Zeit gefehlt, auf die alte Burganlage zu klettern, die hoch über der Stadt steht und von wo man einen grandiosen Blick haben soll. Aber die 2 stunden die man einplanen sollte dafür hatten wir leider nicht mehr.

    Beim Ablegen gab es noch eine nette Geste. Mitten in dem Fjord befinden sich 2 Inselchen, mit einem Kloster und einer Kirche. Unser Kapitän umrundete absichtlich diese Inseln und grüßte – die Mönche grüßten mit der Kirchenglocke zurück (alles in korrektem Abstand versteht sich!!)  Die Ausfahrt aus dem Kotorfjord haben wir uns alle von Deck aus angeschaut, wunderschön. Dazu die Kommentare und Erklärungen von der Brücke zu allem wissenswertem.

    Als die Küste dann hinter uns lag, hieß es schick machen – Begrüßungscocktail stand auf dem Programm. Geteilt nach Decks, da die Artania Lounge nicht alle fassen kann.  Den Kapitän hab ich mir gespart, also das Bild. Die Schlange war unendlich.

    Dann standen sie alle da, Offiziere und Reiseleiter, vorgestellt von Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka, dem man wirklich gerne zuhört, und einem lockeren entspannten Kapitän, der auch mal ein Späßchen macht und nicht nur steif die Leute begrüßt mit Ansagetext A. Locker plaudert er über dies und das.  Sehr schöne Veranstaltung. Danach natürlich das Gala-Abendessen. Da ich aber irgendwie keine Lust auf Gala-Dinner hatte,  bin ich doch wieder in das Lido gegangen. Herrlich leer heute. Und siehe da – das gleiche Essen wie im Restaurant, sogar Carpaccio gab es !!! Später bin ich dann noch an der Phoenix Bar versackt mit netten neuen Bekannten.

    Tag 4 – Auf See / La Valetta

    Der Tag begann entspannt mit ausschlafen, planmäßig sollten wir erst gegen 20 Uhr in Valetta ankommen. Es gab einen Maritimen Frühschoppen mit Austern und allem Drum und Dran.

    Es wurde dann doch 18 Uhr schon und eine wunderschöne Einfahrt war zu sehen. Natürlich immer mit vielen Informationen von der Brücke zum Hafen, der Geschichte usw. Das ist übrigens überall so – find ich toll!

    Da an diesem Abend in Valetta das Ende des einwöchigen Feuerwerksfestivals im Hafen anstand, durften wir auf den Liegeplatz ganz vorn um alles zu sehen. Ich habe allerdings das Schiff verlassen und bin per Pedes erst zu den Upper Baccara Gardens, da dort zu viel Wind war wieder ein Stück nach unten. Der Hafen liegt sehr zentral, man erreicht eigentlich alles zu Fuß. Die Stadt war voll mit Menschen, die Malteser sind ausgesprochen freundliche Leute. Und das Feuerwerkt war auch Extraklasse.

    Tag 5 – Malta

    5:30 -Wie angekündigt wurde unser Schiff an einen anderen Liegeplatz verholt, nur muss das so laut sein???  Na gut, wenn ich schon mal wach bin auf zum Frühstück, ausnahmsweise ins Restaurant. Aber hier gab es genauso ein Frühstücksbüffet – perfekt! Bis auf die Schubser und Drängler – manchmal fragt man sich wirklich….

    Ausflug heute – Valetta und Mdina. Nach einer kurzen Busfahrt haben wir die Upper Baccara Gardens erreicht und von dort geht die Erkundungstour durch La Valetta. Wirklich eine schöne, saubere Altstadt. Vor dem ehemaligen Großmeisterpalast, der heute Amtssitz des Staatspräsidenten ist, erwartete uns zufällig noch eine Überraschung. Condolezza Rica kam nämlich just in dem Augenblick mit großer Escorte an uns vorbei gefahren, als wir vor dem Palast standen. Sie hat auch ganz freundlich gewunken. Zurück zum Bus ging die Fahrt nun nach Mdina, einer wunderschönen kleinen Stadt, die noch um einiges sehenswerter als La Valetta ist. Nach einer Stadtführung haben wir noch Freizeit für eigene Erkundungen. Mdina ist echt niedlich, blitzsauber, top Zustand, ganz auf Touristen eben ausgelegt.

    Zurück nach Hause. Noch ein bisschen Sonnen und schon geht’s weiter. Nach der Costa Deliziosa und der MSC Splendida, die vor uns lagen, sind auch wir an der Reihe. Tschüß Malta, ich komme im Oktober nochmal wieder.

    Tag 5 – Trapani

    Sizilien ist unser nächste Ziel, ein Ausflug nach Erice steht an. Unser Reiseleiter spricht akzentfrei deutsch, so gefällt mir das. Erst mal geht es zur Seilbahn, Erice liegt 700m über Trapani. Da die Gondeln recht klein sind, wir aber mit 6 Bussen dort ankommen, dauert die Auffahrt und das wieder sammeln der Gruppen seine Zeit. Aber es ist warm, die Sonne scheint, niemand stört sich daran, zumindest unten noch. Oben angekommen empfängt uns ein eisiger Wind, Erice ist wolkenverhangen. Es ist kalt, aber der Nebel gibt diesem sehr mittelalterlich angehauchten Städtchen schon einen fast unwirklichen Touch. Wir spazieren durch die Stadt und haben am Ende noch eine Stunde Freizeit.

    Die Rückfahrt auch wieder mit der Seilbahn. In der Gondel sitzt noch eine weitere Reiseleiterin, die noch viel erzählt. Alles in allem ein sehr schöner und informativer Ausflug.

    Zurück auf dem Schiff erstmals aufwärmen. Es war echt kalt da oben. Jetzt teste ich die Badewanne mal ausgiebig.  Ich passe auch gerade sitzend mit ausgestreckten Beinen rein, größer als 1,60m sollte man nicht sein. Nur beim Ablassen des Badewassers gibt eine kleine böse Überraschung. Das ganze Wasser drückt durch den Abfluss im Boden wieder nach oben. Sehr unappetitlich. Aber ein Anruf bei der Rezeption, 10 Minuten später sind die Handwerker da, 30 min später alles repariert und sauber gemacht.

    Tag 6 – Cagliari/Sardinien

    Heute mal kein Ausflug – also gehe ich so in die Stadt. Es gibt einen kostenlosen Shuttle zum Ausgang des Hafens. Von dort ist man gleich in der Innenstadt. Die Prachtstraße hinauf schlendern bis zur Bastion San Remy. Von hier hat man einen wirklich traumhaften Blick über die Stadt. Nur Achtung Fußgänger, durch die engen Gassen fahren wirklich Autos, im typisch italienischem Stil… Also Vorsicht.  Danach war ich noch ein bisschen bummeln. Aber irgendwie hab ich mich wohl auch erkältet in Erice, so wie das halbe Schiff bis zum Ende der Reise, also gehe ich zurück und entspanne. Mein erstes Buch habe ich dann auch durch.

    Tag 7 – Auf See

    Heute also kompletter Seetag. Aber wenigstens passt das Wetter und das Mittelmeer ist ein Ententeich.

    Wieder gab es eine Art Frühschoppen, diesmal wurde gegrillt. Brechend voll die Kopernikus Bar. Aber die Leute hatten ihren Spaß. Seetage sind echt nichts für mich. Shufflebord und Dart sind auch nicht so meins. Aber ich hab ja noch ein Buch dabei und die Sonnenliegen sind wirklich bequem.

    Am Abend dann Extra-Empfang für Gold- und Silberservicekabinen. War sehr interessant. Der Kapitän plauderte aus dem Nähkästchen, wie es so ist als Kapitän, wie man das wird und was es bedeutet. Er geht auch kurz auf die Concordia ein, als er erklärte in welchem schnelldurchlauf heutzutage Kapitäne ausgebildet werden da akuter Nachwuchsmangel herrscht. Er erzählt über das Schiff, die Renovierung usw.  Der Kreuzfahrtdirektor  plaudert noch ein wenig, wie es auf der Artemis aussah,  als sie noch für P & O fuhr und was er da alles sehr wunderlich fand, inkl. einer Schlange über 3 Decks zum Tee. War ein netter Abend.

    Tag 8 – Malaga

    Geschafft, Seetag ist um, endlich wieder Land. Die Sonne strahlt weiterhin was das Zeug hält. Heute geht es nach Marbella und Puerto Banus. Marbella ist auch wieder so ein typisch südländisches Städtchen – zumindest die Altstadt – mit weißgetünchten Häusern, die sehr eng beieinander stehen. In Puerto Banus kann man mal sehen, wie viel Geld manche Leute ins Wasser werfen. Eine Yacht an der anderen, jeder will die größere haben. Dazu noch der ein oder andere Ferrari im Hafen… Aber wir sind uns alle einig, dass man das nicht haben muss. Malaga selber ist eine wunderschöne Stadt muss ich sagen. Nur leider hatten wir keine Zeit mehr nochmal auf eigene Faust los zu gehen. Beim nächsten Mal dann.

    Zurück auf dem Schiff heißt es Zeit totschlagen bis Mitternacht. Dann nämlich sollen wir Gibraltar passieren. Mittlerweile hat man auch nette Bekanntschaften gemacht, so geht der Abend sehr angenehm und lustig rum. Dann ist es soweit, Gibraltar. Es ist 1 Uhr Nachts, aber anhand der Stadtbeleuchtungen von Tanger und Gibraltar sieht man doch, wie eng diese Stelle ist. Wir winken Afrika und gehen schlafen.

    Tag 9 Cadiz – Sevilla

    Heute geht’s nach Jerez mit anschließender Sherry-Probe… Wir besuchen das Alcazar – sehr interessant und auch nicht völlig überlaufen von Touristen. Danach geht’s zu Tio Pepe, Sherry Probe. Aber erst bekommen wir eine ausgiebige Führung über das Weingut. Zu ausgiebig meiner Meinung nach, über eine Stunde laufen wir an alten Fässern vorbei, durch riesige Hallen und überall gibt es was zu erzählen. Aber ich staune wie gut das Mädel deutsch spricht. Dann endlich Sherry-Probe – um festzustellen, dass das so gar nicht mein Getränk ist. Entweder lag es am vorherigen Abendausklang… oder das schmeckt wirklich nicht. Naja, ich hab es mal probiert. Unsere Reiseleiterin Antonia war übrigens eine Perle, witzig, charmant und fast akzentfreies Deutsch. Sie hatte diese Gabe, die Leute wirklich zu fesseln wenn sie spricht. Toll.

    Zurück im Hafen liegt ein weiteres Kreuzfahrtschiff neben uns. Und zwar die Arcadia von P&O. Da die Mannschaften sich teilweise noch aus alten Zeiten kennen, wird eine spontane Abschiedsparty organisiert. Riesige Winkehände an Bord werden ausgepackt, Fähnchen verteilt und Stimmungsmusik gemacht. Auf der anderen Seite wird auch gewunken was das Zeug hält. Alle Außendecks beider Schiffe sind voll. P & O  fährt als erstes, wir folgen mit etwas Verspätung. Allerdings hat auch noch ein Ausflugsbus aus Sevilla gefehlt. Natürlich wird da gewartet.

    Tag 10 – Lissabon

    Einfahrt in den Tejo, das muss man gesehen haben. Wenn man denn was sehen würde. Dichter Nebel, man sieht kein Ufer. Von der Brücke heißt es auch, man wird jetzt nichts erklären, da man nichts sieht. Das wurde aber bei der Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein nachgeholt.

    Die Stadt, auf die ich mich am meisten gefreut habe, die mich aber auch am meisten enttäuscht hat. Der Ausflug geht erst am Nachmittag los, also gehen wir morgens erst mal so in die Stadt. Die Gegend besticht durch ziemlich kaputte Häuser, dreckige Straßen und überhaupt hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Aber kann ja noch kommen, wir sind ja nicht in der berühmten Alfama, sondern nur in irgendeinem Stadtteil.  Dazu Nieselregen und schwüle Temperaturen. Wie in der Waschküche. Aber die Sonne kämpft sich langsam durch.

    Auf dem Programm am Nachmittag stehen Altstadtrundgang und Panoramafahrt. Erst mal geht es ziemlich steil nach oben – zu Fuß – zum höchsten Punkt der Stadt, dem Castelo Sao Jorge mit herrlichem Ausblick. Der Weg nach unten führt durch die berühmte Alfama… nur ist hier auch alles ziemlich runtergekommen. Die Erklärung folgt auch durch die Reiseleiterin. Es gibt in Lissabon noch Mietverträge aus den 30er und 40er Jahren, die bis heute Bestand haben. Also auch die Mieten in stattlichen Höhen von 30 – 40 €! Pro Monat. Wie soll man davon ein Haus sanieren. Ok sehe ich ein. Die Fahrt durch den neueren Teil der Stadt sieht schon anders aus. Das macht schon eher Lust auf mehr. Nur haben wir mal wieder keine Zeit. Wir müssen noch zum Hieronymus Kloster – was für mich nach Santiago del Compostella einer der schönsten Sakralbauten überhaupt ist – der Turm von Belém und natürlich das Seefahrerdenkmal.

    Zurück auf dem Schiff geht’s auch fast gleich wieder los. Die Ausfahrt auf dem Tejo ist immer wieder sehenswert. Die Brücke, der Jesus und alles wieder im strahlenden Sonnenschein. Wieder im Atlantik angekommen sieht man aber schon von weitem, dass die nächsten Tage wohl nicht so toll werden. Da hängt eine dichte Nebelwand. Am Abend steht dann die „Black and White Party“ an… Wer entsprechend gekleidet kommt, kriegt einen Wodka. Da es ziemlich leer war, war es dann mehr als ein Wodka und weit nach Mitternacht ging es erst ins Bett. Aber war egal, denn jetzt kam der schlimmste Teil der Reise für mich:

    Tag 11 & 12 – Biskaya

    Da sind wir, in der Biskaya, der Teil der Reise vor dem ich am meisten Angst hatte, da ich dort schon 2mal mächtig seekrank geworden bin. Ein Blick aus dem Fenster am Morgen – Nebel. Das kann ja spannend werden. Wellen gibt es auch schon ganz ordentlich… Aber seltsamerweise, trotz Seestärke 7 liegt das Schiff sehr ruhig. Klar schaukelt es, aber nicht wirklich schlimm. Das liegt einerseits daran, dass wir Rückenwind haben, was sich auch nicht änderte, andererseits an den 8m Tiefgang. Die Artania liegt im Wasser wie ein Brett.

    Ich suche mir eine Windgeschütze Ecke auf Deck 5, aber irgendwie ist das heute kein Wetter für draußen. Es regnet auch noch, windig und ungemütlich. Aber es gibt ja noch die Pazifik-Lounge auf Deck 9, da kann man rauchen und sitzt urgemütlich in riesigen Sesseln. Aber hier ist es auch recht voll. Irgendwann geh ich auf die Kabine und schlafe noch ein bisschen. Mittag fällt aus, nicht weil mir schlecht ist, sondern weil ich es verschlafen habe. Ist aber  auch mal gut bei den vielen Mahlzeiten an Bord.

    Ansonsten langweile ich mich so durch den Tag, wirklich was zu tun gibt es für mich nicht. Der 2. Tag sieht auch nicht besser aus, außer dass es einen bayerischen Frühschoppen mit Freibier gibt.  Und das war wieder mal echt sehenswert. Eigentlich bringen die Kellner das Bier zu den Tischen. Nur sind die von der Bar gar nicht weggekommen mit den Tabletts. Sobald die Jungs sich mit einem vollen umgedreht haben, war es auch schon wieder leer. Wenn es was kostenlos gibt, geht man nämlich auf Nummer sicher und bildet einen Pulk vor der Bar um auch ja was zu bekommen…  Ansonsten schallt bayerische Volksmusik über Deck 2 und 3 und im Vier-Jahreszeiten ist ein bayerischen Büffet aufgebaut mit allem was dazu gehört. Na wer es mag. Aber ich nutze die Zeit einige Leute wieder mal zu sehen, die seit ein oder zwei Tagen „verschollen „ sind. So wird es noch ein recht lustiger Vormittag.

    Woran erkennt man, dass man wirklich kurz davor ist, sich auf einem Schiff zu tode zu langweilen? Man spielt Shufflebord. Ich wurde regelrecht genötigt mit zu spielen. Super. Es regnet, es ist windig, es ist kalt aber wir stehen eine Stunde an Deck und schießen gelbe und schwarze Scheiben hin und her. .. Aber immerhin, wieder eine Stunde um und allen anderen hat es Spaß gemacht und dank mir haben die anderen auch gewonnen und sich dafür äußerst herzlich bedankt.

    Heute gibt es auch schon den Abschiedsabend in der Artania Lounge. Wie immer wird sehr großzügig mit Sekt umgegangen. Die Crew verabschiedet sich, so langsam nähert sich die Reise wirklich Ihrem Ende. Schade irgendwie.

    Tag 13 – Dover

    Land, endlich wieder Land!!!  So schön das Schiff auch ist, aber 2 Tage am Stück sind mir arg zu lang. Und wenn man in England ist, fährt man natürlich nach London. Nach grade mal 1,5 Stunden Fahrt sind wir schon am Tower und der Tower Bridge. 30 Minuten Freizeit um sich in Ruhe um zu schauen.

    Weiter geht es durch den Londoner Verkehr Richtung Westminster. Unsere Reiseleiterin erzählt die ganze Zeit, super Wissen die Frau. An Westminster angekommen haben wir auch 20 Minuten Zeit schnell ein paar Fotos zu machen. Buckingham Palace darf natürlich auch nicht fehlen. Wir sind zwar für den Wachwechsel 10 Minuten zu spät, aber macht auch nichts. Sind auch so genug Menschen dort unterwegs. Die Queen ist übrigens nicht zuhause, gibt es also keinen Tee.  Weiter geht’s nach Covent Garden über den Trafalgar Square. In Covent Garden haben wir nun 2 Stunden Freizeit. Da das Millennium Eye nicht weit ist, entscheiden wir uns dafür. Wenn man etwas mehr bezahlt, kann man auch die riesen Schlange umgehen und ist in 5 Minuten in der Gondel. Was für ein toller Ausblick über die erstaunlich Grüne Großstadt.

    Auf dem Rückweg stehen wir erst mal kräftig im Stau, Freitagnachmittag eben. Aber irgendwie schaffen wir es Punkt 18 Uhr (letzter Einschiffungstermin) am Schiff anzukommen. Der letzte Bus kam 10 Minuten zu spät. Natürlich hat die Artania wieder gewartet….

    Am heutigen Abend kommt das Showhighlight der ganzen Reise – die Crewshow. Also Hut ab, was die Jungs und Mädels so drauf haben. Da singt ein Zimmermädchen mal eben Adele, ein Koch spielt Gitarre, der neue Kreuzfahrtdirektor bringt einen Sketch und die ganze Reiseleiterrunde zeigt mit der Nummer „Wenn ich nicht bei Phoenix wäre…“  das sie Humor haben und auch über sich selbst lachen können.  Und sie haben Spaß daran, das sieht man, wir im Übrigen auch! Die beste Show für die meisten.

    Tag 15 – Amsterdam

    Klingeling – was war das denn bitte??? 7 Uhr morgens schallt es in den Kabinen. Unser neuer Kreuzfahrtdirektor – Holländer, hat aus Versehen oder absichtlich den falschen Knopf  gedrückt, so sind seine Ansagen auch in den Kabinen zu hören. Und standesgemäß für Holland kommt erst mal das Fahrradklingeln.  Wir sind mitten im Nordseekanal Richtung Amsterdam, mit einer Stunde Verspätung, weil wir an der Schleuse warten mussten.  Aber er erklärt uns bis dahin jedes Gebäude, wenn es sein muss auch 2mal. Gegen 9 legen wir dann auch an. Die Verspätung wird dran gehangen, so dass die Zeit in Amsterdam die gleiche bleibt. Ausflug heute, Grachtenfahrt und Stadtrundfahrt… Die Grachtenfahrt ist für mich nun eher unspektakulär, aber unser Reiseleiter erzählt so charmant und witzig, dass es doch Spaß gemacht hat. Ca. 1 Stunde schippern wir durch die Kanäle, dann zurück in den Bus. Wir fahren alle Sehenswürdigkeiten ab und haben dann noch Zeit für einen Bummel, natürlich über den Blumenmarkt. Ist aber eine echt hübsche Ecke von Amsterdam, viele Geschäfte-aber wie immer keine Zeit. Schon sind die 4 Stunden wieder um und es geht zurück zum Schiff. Aber ich war überrascht wir dreckig Amsterdam allgemein so ist. Da stehen überall Müllsäcke rum, die Straßen wurden seit Wochen anscheinend nicht gekehrt und das Wasser in den Kanälen hat auch stellenweise einen fragwürdigen Belag.

    Aber da war doch noch was, ach richtig, packen müsste ich mal langsam. Bis 2 Uhr muss alles vor der Kabine stehen. Wie hab ich das eigentlich alles in den Koffer bekommen???

    Am Abend läuft nochmal die Crewshow, da es ja nach Decks eingeteilt wird. Ich schleiche mich auch nochmal rein, kontrolliert wird das nicht. Es geht ja nur darum, dass nicht alle in der Lounge Platz finden. Zum Ausklang der Kreuzfahrt sitzen wir noch bis halb 2 in der Pazifik Bar und bekämpfen die aufkommende Seekrankheit mit dem einen oder anderen Getränk. Jetzt haben wir nämlich Seitenwind und den nicht zu knapp. Da ist es da, das Rollen. Aber irgendwie macht es mir zum ersten Mal nichts aus. Im Gegenteil, es macht richtig Spaß. Kurz vor 2 steht dann auch mein Koffer vor der Tür. Ein letztes Mal in den Schlaf schaukeln lassen. Schade dass es vorbei ist…

    Tag 16  – Bremerhaven

    Aufstehen um 7:30, wir haben noch nicht ganz angelegt. Die Kabine muss bis 8:30 geräumt sein. Zeit um noch mal richtig ausgiebig zu Frühstücken. Heute gibt es zum Abschied sogar Sekt. Naja ein Gläschen kann man ja zum Schluss. Die Ausschiffung geht recht zügig von statten. Keine unnötigen Wartezeiten entstehen und als wir gegen halb 11 das Schiff verlassen, steht unser Gepäck schon an den Bussen. Zeit zum Abschied nehmen. Aber ich komme auf jeden Fall wieder!!




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