Kreuzfahrt mit Kindern: Wenn die Familienkreuzfahrt zum Albtraum wird


    Auf unseren Reisen mit Kindern auf Kreuzfahrt treffen wir immer wieder sehr viele gleich gesinnte, Familien die mit ihren Kindern auf Kreuzfahrt gehen, in meinen Augen eine Form des Reisens die gerade für Familien unheimlich viel bietet so dass auch jeder was vom Urlaub hat.

    Auf den meisten Familienkreuzfahrten gibt es Betreuungs-, Spiel-, und Sportangebote für Kinder und auch für die Eltern wird einiges an Programm geboten. Auf Kreuzfahrt sieht man in kürzester Zeit unheimlich viele Destinationen so dass man mit den verschiedensten Eindrücken wieder Nachhause kommt. An Bord selbst gibt es Ruhezonen zum Erholen, aber auch Orte an den gefeiert wird bis spät in die Nacht.



    Man sollte meinen der perfekte Ort für Familien, denn für jeden Geschmack wird das passende geboten.

    AIDA Kidsclub / © AIDA Cruises

    AIDA Kidsclub / © AIDA Cruises



    Dennoch, hört man sich bei den Familien an Bord um, unterhält sich mit anderen Eltern über die Erfahrungen während der Kreuzfahrt mit Kind, ist nicht immer alles rosig. Der Urlaub artete in Stress aus, man wäre besser Daheim geblieben, die Reise war rausgeschmissenes Geld, Kreuzfahrt und Kinder das passt einfach nicht, für viele war es die erste und sicherlich letzte Kreuzfahrt mit einem Kind.

    Für mich unverständlich, wo ich doch so schöne Erfahrungen während meiner AIDAcara Reise mit Kleinkind über den Maifeiertag gemacht habe.

    Ich fange also an die Meinungen und Erfahrung der unzufriedenen Eltern zu hinterfragen, was genau denn so schrecklich und stressig war an der Reise, wieso sie nie wieder mit ihren Kindern auf Kreuzfahrt gehen würden. Und es stellte sich raus, dass das Problem immer die Erwartungshaltung war. Nicht die Kreuzfahrt an sich war das Problem, sondern die Vorstellung einer Familien-Kreuzfahrt vor der Reise.

    So berichteten mir Eltern, dass sie mit ihrem nicht mal 3-Jährigen Sohn eine Halbtagestour gebucht hatten. Nach einer halben Stunde begann das Dilemma, dem Kleinen war langweilig, er schrie nur noch rum, außerhalb vom Bus hörte er nicht, lief nur noch weg. Der Auflug war der reinste Horror, man musste sich nur noch um das quängelnde und lustlose Kind kümmern, wirklich viel gesehen hat man nicht.

    Andere berichteten, dass man gar keine Aufflüge buchen konnte, dass diese durchweg nicht für kleine Kinder geeignet seien, somit hätten sie auf der kompletten Reise nichts gesehen von den Destinationen und hätten demnach auch Urlaub in einem Hotel machen können.

    Doch nicht nur die Ausflüge stimmen viele Eltern unzufrieden. Man könne nicht mal eine Stunde in Ruhe am Pool liegen, da das Kind überall hinrennt und man ununterbrochen hinterher sein muss, die Angst zu groß, das Kind könne in den Pool oder über die Reling fallen. Auch die Shows abends im Theater konnte man nicht sehen, weil das Kind zu müde war um mitzugehen aber auch nicht allein in der Kabine bleiben wollte, da nütze einem auch die ganzen Babyphone-Funktionen nichts.

    Die Spielräume für Kinder seien ja wirklich super, aber man habe sich eine Kreuzfahrt schon anders vorgestellt als den ganzen Tag mit seinem Kind im Spielzimmer zu sitzen.

    Und genau hier kommt der Punkt, man hat es sich anders vorgestellt.

    Viele Eltern gehen mit einer völlig falschen Erwartungshaltung an einen Urlaub an eine Kreuzfahrt heran. Sie erwarten von ihrem Kind auf Kreuzfahrt plötzlich Dinge von denen sie wenn sie ehrlich sind genau wissen dass es nicht funktionieren kann.

    Kein Mensch würde mit seinem nicht mal 3jährigen Kind Zuhause eine 4stündige Bustour machen, weil sie genau wissen, dass das nicht gut geht. Warum erwartet man es dann im Urlaub? Weil der eigene Egoismus diese Tour machen zu wollen und diese Stadt eben in dieser Form zu sehen größer ist als der eigene Verstand.

    Man muss sich bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass man das Kind immer dabei hat und wenn es zu jung ist um in die Kinderbetreuung zu gehen oder vielleicht nicht da bleiben möchte, dann wirklich rund um die Uhr – genauso wie Zuhause auch! Man behält die Verantwortung für seine Kinder auf einer Kreuzfahrt genauso wie die restlichen Tage im Jahr und gibt sie nicht beim Betreten des Schiffs ab.

    Natürlich muss ich jederzeit ein Auge auf mein Kind haben, vielleicht noch mehr als Zuhause, denn es ist alles neu und es gibt viel zu entdecken. Die vielen unterschiedlichen Eindrücke des Tages, die fremde Umgebung, da fällt es dem einen oder anderen Kind sicherlich schwer abends zur Ruhe zu kommen und wollen Mama und Papa ganz nah bei sich haben.

    Man sollte sich schon Zuhause während der Reiseplanung ganz genau überlegen was man mit seinem Kind machen kann und was nicht, was ihm zuzumuten ist und was zu viel verlangt ist. Die meisten Stresssituationen entstehen doch nur, weil man selbst mit einer völlig falschen Vorstellung die Reise angetreten hat.

    Wenn ich den Vormittag Sightseeing machen will, mittags am Pool entspannen möchte, mir nachmittags die eine oder andere Behandlung im SPA gönnen mag um dann schick  und erholt zum Abendessen ins a la carte Restaurant gehen zu können und anschließend den Tag im Theater und an der Bar ausklingen lassen möchte – ja dann ist es sehr gut möglich dass ein Kind in diese Vorstellung von Urlaub und Kreuzfahrt nicht reinpasst.

    Passt man aber seinen Urlaub ein wenig an die Bedürfnisse seines Kindes an, die man als Eltern wahrscheinlich mehr als gut kennt, dann wird der Urlaub auf  einem Kreuzfahrtschiff wirklich zu einem Traumurlaub an den im Nachhinein alle sehr gerne zurück denken.

    Schließlich ist eine Familienkreuzfahrt ein Urlaub MIT Kind und nicht Urlaub vom Kind!



    4 Kommentare

    1. Marc sagt:

      Oh je, das wünscht man wirklich keinem, dass der Traumurlaub so jäh zu einem Albtraum wird! Das sehe ich auch so: Auch im Urlaub werden die Interessen des Kindes nicht auf einmal anders werden, und ebensowenig seine Gewohnheiten.

    2. Peter Heck sagt:

      Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Aber ich denke auch das man das eigentlich vorher wissen sollte. Ich meine man kann sich denken das ein Kind keine Lust auf Sightseeing hat.

    3. Weidner sagt:

      Ich habe eine 19 Jährige Erfahrung mit Kindern Kreuzfahrten zu machen.Mein Jüngster ist nun 3 und liebt es auf dem Schiff zu sein.Planung ist einfach alles.Tip für Ausflüge…Taxi preis aushandeln wenn der Wagen eine Klima hatund dann 1-4 Stunden alles sehen.Im heißen Klima perfekt.

    4. Miki sagt:

      Wenn man die betreffenden Eltern typisieren würde, sind das sicher oft die späten Eltern, die nach gebautem Haus das ExtraPaket Kinder gebucht haben (im richtigen Leben meine ich) und nicht wussten, dass man sich mit der Anschaffung von Kindern in eine mindestens 18 Jahre währende Sklaverei begibt – gern!- Schlimm. Ich konnte meinem Sohn sowas nicht bieten, aber wir hatten eine schöne Zeit mit „Urlaub“ bei Oma. Warum sind manche Menschen so resistent gegen die Bedürfnisse anderer, einschließlich ihrer Kinder…

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