Reederei Deilmann

News , Informationen der Reederei Peter Deilmann

Die Reedere Deilmann wurde im Jahr 1972 vom Peter Deilmann gegründet. Peter Deilmann führte das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 2003. Begonnen hatte die Reederei mit bis zu zehn Frachtschiffen, ehe man Butterfahrten angeboten hat und damit den Einstieg in die Passagierfahrt gewagt hat. Die Frachtschiffe wurden verkauft und die Reederei Deilmann kaufte vier Passagierschiffe die unter den Namen „MS Nordlicht“, „MS Nordwelle“, „MS Nordbrise“ und „MS Nordschau“ gefahren sind.



Die erste Kreuzfahrt begann in Holstein, wo auch noch heute die Reederei ansässig ist. Mit der MS Nordbrise gint es in die DDR, nach Grönland und nach Polen.

MS-Deutschland / ZDF-Traumschiff

MS-Deutschland / ZDF-Traumschiff / © Deilmann Kreuzfahrten



Kurz darauf im Jahr 1979 entschied sich Peter Deilmann stärker in das Kreuzfahrtgeschäft einzusteigen, so wurde die MS Berlin die heute für FTI Cruises fährt auf der HDW in Kiel in Auftrag gegeben. Zeitgleich wurde die Regina Maris gekauft. Ein Kreuzfahrtschiff mit dem 276 Passagiere befördert werden konnten. Die Regina Maris wurde für weltweite Kreuzfahrten eingesetzt und wurde in Singapur registriert.

Ab 1980 hat Peter Deilmann die MS Berlin seiner Flotte gehabt, mit ihr wurden Luxuskreuzfahrten angeboten in der ganzen Welt. Noch heute gilt das damalige Motto „Deutsche Kreuzfahrtentradition“ unter dem Peter Deilmann seine Kreuzfahrten angeboten hat.

1983 verkauft Deilmann die Regina Maris, es wurde das erste Flusskreuzfahrtschiff, die „MS Donauprinzessin“ gekauft. Hiermit bot Deilmann Flusskreuzfahrten ab und bis Passau auf der Donau an.

1986 entschloss sich Peter Deilmann die Passagierkapazität der MS Berlin auf 420 Passagiere zu erhöhen. Hierzu hat er die MS Berlin in der Mitte durchtrennen lassen und ein 20-Meter Stück eingefügt um das Schiff zu verlängern. Zeitgleich hat der ZDF-Traumschiff-Macher Wolfgang Rademann die MS Berlin ausgwählt als Traumschiff, für seine Sendung.

1991 baute man ein weitere Flusskreuzfahrtschiff, die „MS Prinzessin von Preussen“ – das Schiff wurde auf der Elbe eingesetzt bis zum Jahr 2002. Die Flusskreuzfahrten waren so erfolgreich das Deilmann 1992 eine baugleiche Schwester, die „MS Princesse de Provence“ bauen ließ. Mit diesem Schiff wurden Flusskreuzfahrten auf der Saone und der Rhone angeboten Im Jahr 1993 hat man das Angebot auf den Flüssen weiter ausgebaut.

1994 baute Deilmann ein besonderes Schiff, die Lili Marleen, einen Großsegler. Das war absolutes Neuland, 50 Passagiere auf einem Segelschiff unternehmen weltweite Kreuzfahrten in legerer Atmosphäre, das gab es zuvor noch nicht.

Ein Jahr später eröffnete Deilmann Verkaufsbüros in der USA und erschloss sich damit neue Märkte. 1996 kaufte er sogar eine Reederei, die River and Ocean Cruises Ltd. aus England – so konnte er auch auf dem englischen Markt durchstarten. Seitdem Zukauf gab es alle Broschüren der Reederei Deilmann sowohl in deutsch wie auch in englischer Sprache.

Im selben Jahr, 1996 wurde sodann auch der Grundstein für das zweite eigene und neue Kreuzfahrtschiff gelegt. Die MS Deutschland wurde bei HDW in Kiel bestellt. Am Nikolaustag 2006 begann der Bauprozess mit dem Stahlschnitt für die Deutschland. Ein einhalb Jahre später, an 4.Mai 1998 wurde sie von Richard von Weizsäcker in Kiel getauft.

Deilmann entwickelte sich zum Marktführer. Mit über 30.000 Kreuzfahrtpassagieren im Jahr spielte er ganz oben mit im Kreuzfahrt-Business. Ein weiteres Flusskreuzfahrtschiff wurde gekauft, die „MS Königstein, die nach großen Renovierungen auf der Elbe, Oder, Havel und Moldau gefahren ist für die Reederei Deilmann.

Die MS Berlin musst 1999 als Traumschiff abdanken, die MS Deutschland wurde das neue ZDF-Traumschiff. Zur selben Zeit wurden noch weitere Flusskreuzfahrtschiffe, die „MS Katharina von Bora“ sowie die „MS Cezanne“ gekauft.

Den größten Rückschlag erlitt das erfolgreiche Unternehmen im Jahr 2000. Deilmann hatte eine Concorde gechartert für seinen Luxuskunden. Sie sollten mit dem Flug AF4590 von Paris nach New York zur MS Deutschland fliegen. Die Concorde stürzte aber bereits kurz nach dem Start ab, alle 110 Personen an Bord wurden dabei getötet.

Für die deutschen Olympioniken lag die MS Deutschland im Jahr 2000 in Sydney vor Anker. Sie war das deutsche Schiff und zeitgleich die Unterkunft für die deutschen Sportler.

In den Jahren 2001. 2002 und 2004 hat Deilmann mit den Schiffen „MS Casanova, „MS Frederic Chopin“ und „MS Heidelberg“ die Flusskreuzfahrt-Flotte weiter ausgebaut und bot auf fast allen westeuropäischen Flüssen Kreuzfahrten an.

Im Jahr 2004 ist Peter Deilmann durch eine schwere Krankheit verstorben, die Töchter Hedda und Gisa Deilmann, haben das Familienunternehmen übernommen von ihrem Vater. Von da an, ging es steil bergab.

2004 wurde der Großsegler „Lili Marleen“ verkauft, dass war wohl im Sinne von Peter Deilmann und auch seine Planung. Die Berlin wurde ebenso verkauft, sie ging zu Saga Cruises. Zuvor fuhr sie eine Abschiedsrunde nach dem sie 25 Jahre im Dienst war für Peter Deilmann. Eigentlich sollte sie durch einen Neubau ersetzt werden. Das Schiff sollte im Stil der 20er Jahre gebaut und im englischen wie amerikanischen Markt eingesetzt werden. Der Neubau sollte 700 Passagiere befördern können. Das Schiff wurde aber nie in Auftrag gegeben, die Pläne wurde immer wieder verschoben.

Im Jahr 2008 wurden die Flusskreuzfahrtschiffe „Princesse de Provence und „MS Königstein“ verkauft – mit einem direkten Rück-Chartervertrag. Im März 2009 musste die Reederei Deilmann zwei Flusskreuzfahrtschiffe ausser Dienst stellen, die „MS Dresden“ und „MS Königstein“ wurden aufgelegt nach dem die Passagierzahlen innerhalb eines Jahres um rund 45 Prozent zurückgegangen waren.

Die Lage wurde immer schlechter, die Peter Deilmann Reederei GmbH & Co. KG wurde im Juni 2009 nach Cuxhaven verlegt. Darauf folgten die Insolvenzanträge für die Gesellschaften von Peter Deilmann.
Die Staatsanwaltschaft ließ 2009 diverse Flusskreuzfahrtschiffe und Geschäftsräume der Reederei untersuchen, es bestand der Verdacht der Steuerhinterziehung. Grund dafür seien Beschäftigungsverhältnisse mit tschechischen Leiharbeitern gewesen die keine Arbeitserlaubnis hatten.

Man konnte sodann im November 2009 sieben der neun übergebliebenen Flusskreuzfahrtschiffe verkaufen an eine Schweizer Firmengruppe. Die Peter Deilmann GmbH & Co. KG wurde indes weiter geführt vom Insovelzverwalter.

Im Januar 2010 startete die neugegründete Firma „Reederei Peter Deilmann GmbH“ ihre Tätigkeit. Gegründet wurde das Unternehmen als Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Ganderkesee, danach wurde sie nach Holstein verlegt. Die Geschäftsführung hatten Gisa und Hedda Deilmann inne. Sie übernahmen 45 Mitarbeiter der insolventen GmbH & Co. KG.

Nur wenig Später, bereits im Mai 2010 kam der nächste große Rückschlag. Der Maschinenraum der MS Deutschland brannte. Der Schaden von rund 2 Millionen Euro war nicht stemmbar, hinzu kamen mehrere Millionen Euro für abgesagte Reisen und Provisionsvergütungen der Reisebüros.

Die Deilmann-Schwestern haben das Unternehmen im August 2010 an Aurelius verkaufen müssen, beziehungsweise hat die Aurelius AG eine Mehrheitsübernahme durchgeführt. Aurelius sah auch den Neubau, denn man zurückgestellt hatte wieder vor Augen, setzte die Pläne aber nicht um.

Die Aurelius AG übernahm mit der neugegründeten MS Deutschland Gesellschaft für einen zweistelligen Millionenbetrag die 95 Prozent Mehrheit an der Reederei Deilmann und wurde dadurch auch Mehrheitseigentümer der MS Deutschland.

Die Deilmann-Schwester wurden durch Andreas Demel in der Geschäftsführung ersetzt als Interimsgeschäftsführer, Gisa und Heda Deilmann waren sodann nur noch als „Botschafterinnen“ für die MS Deutschland unterwegs und kümmerten sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Aurelius AG schaffte es nicht die MS Deutschland aus dem unruhigen Fahrwasser zu bringen, auch einen 50-Millionen Euro Mittelstandsanleihe konnte dem Schiff und dem Unternehmen nicht helfen. So wurde das Unternehmen von Aurelius im Januar 2014 an die Callista Private Equity verkauft, einen Minterheitsanteil behielt Aurelius. Manche Branchenkenner sind der Meinung, dass Callista und Aurelius nicht so weit voneinander entfernt sind wie man glauben mag.

Im Herbst 2014 zeichnete sich ab das der Untergang der Reederei Deilmann immer näher kommt, das Schiff sollte umgebaut werden durch die Mittelstandsanleihe, man musste die Klasse im Winter erneuern – aber für all das war kein Geld mehr da. So hat man im November 2014 die Insolvenz für die Reederei Deilmann, sowie die MS Deutschland Beteiligungs GmbH eröffnet.

Die MS Deutschland soll verkauft werden, der Insolvenzverwalter – Reinhold Schmid-Sperber ist hier in Verhandlungen. Das Schiff ist seit bekanntwerden der Insolvenz in den Hoheitsgewässern von Gibraltar – die einen recht ordentlichen Schutz bieten

Zudem wurde der MS Deutschland der Traumschiff-Titel abgenommen. Ab Januar 2015 ist die MS Amadea von Phoenix Reisen das neue Traumschiff.

 
 
 
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