Christopher A-ROSA Donna 05.07.2020

A-ROSA Donna Kreuzfahrt während Corona: Reisebericht Donau-Klassiker – 05.07 – 12.07.2020

[Christopher reist auf eigene Kosten]

A-ROSA Donna Reisebericht Donau Klassiker vom 05.07.2020 – 12.07.2020  | Route: Engelhartszell – Wien – Esztergom – Budapest – Bratislava – Melk – Engelhartszell / Autor: Christopher

Es ist für mich die erste Kreuzfahrt seit Beginn der Corona-Pandemie und es ist meine zweite Flusskreuzfahrt überhaupt. Außerdem ist es generell eine der ersten Kreuzfahrten seit Beginn der Corona-Krise. Mit der A-ROSA Donna geht es die Donau entlang bis nach Budapest und wieder zurück zum Ausgangspunkt Engelhartszell. Was ich auf dieser Reise erlebe und welche Besonderheiten es bezüglich der Corona-Pandemie gibt, könnt ihr meinen nachfolgenden Reisebericht entnehmen, der während der Reise stetig aktualisiert wurde.

Route: Donau Klassiker mit A-ROSA Donna

Inhaltsverzeichnis

Sonntag, 05. Juli 2020: Engelhartszell

Nach einer gefühlt ewig langen Zeit ohne Kreuzfahrten geht es nun heute endlich wieder auf ein Kreuzfahrtschiff. Es handelt sich für mich um die erste Reise seit Beginn der Corona-Pandemie, welche das tägliche Leben von uns allen, die Kreuzfahrt-Branche und die Tourismus-Branche im Allgemeinen sehr stark verändert hat. 
Wochenlang konnten die Flusskreuzfahrtschiffe den Betrieb nach der Winterpause nicht aufnehmen und so ist die Saison 2020 eine ganz besondere, leider jedoch im negativen Sinne. Mittlerweile gibt es jedoch einige Fortschritte, sodass A-ROSA uns vor einigen Tagen mitteilte „Ihre Reise findet auf jeden Fall statt!“. Hierbei handelt es sich um eine Nachricht, die man in dieser Zeit natürlich sehr gerne entgegennimmt und so war die Vorfreude auf diese 7-tägige Flusskreuzfahrt entsprechend hoch. Es ist meine zweite Flusskreuzfahrt überhaupt.

Um eine besonders entspannte Anreise zu haben, sind wir bereits einen Tag, also am Samstag, 04. Juli 2020, mit der Bahn nach Passau angereist. Das hat sehr gut funktioniert und so hatten wir noch genug Zeit die Stadt am Dreiflüsse-Eck zu erkunden. 

Am heutigen Sonntag nachmittag sind wir dann an den Hauptbahnhof von Passau zurückgekehrt, da dort unser gebuchter A-ROSA-Transfer ins österreichische Engelhartszell startete. Dieser Transfer wurde mit einem Kleinbus gemeinsam (mit Mund-Nasen-Schutz) mit den Gästen der MS Anesha (Phoenix Riesen) durchgeführt. Gegen 15:10 Uhr waren wir dann in Engelhartszell am Anleger der A-ROSA Donna. Nachdem die ersten Schiffsbilder „im Kasten“ waren, ging es zum Check-In, der natürlich etwas anders ablief als in der der „Vor-Corona-Zeit“. Bereits vorab bekam man von A-ROSA ein Formular „Erklärung zur Reisetauglichkeit“ zugeschickt, welches entsprechend ausgefüllt und am Anleger abgegeben werden musste und auch dort von einem Mitarbeiter überprüft wurde. Auch dort war ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend vorgeschrieben. Anschließend wurde kontaktlos die Körpertemperatur gemessen und somit überprüft, ob jemand Fieber hat. Eine Körpertemperatur von größer gleich 37,8 Grad Celsius würde hier zu einem Problem führen, doch dazu sollte es bei uns nicht kommen. Als nächstes mussten die separat zum Schiff transportierten Koffer identifiziert werden, welche dann von einem Mitarbeiter mit Handschuhen direkt zur Kabine gebracht wurden. Auch für uns ging es dann an Bord an direkt nach Betreten des Schiffs mussten die Hände desinfiziert werden. Anschließend ging es dann zur Rezeption der A-ROSA Donna, wo das eigentliche Einchecken stattfand. Der Personal-Ausweis wurde eingelesen und der überprüfte Gesundheitsfragebogen wurde abgegeben. Nun ging es dann erstmal kurz zur Kabine auf Deck 2. Unser Domizil für die nächsten Tage ist eine Außenkabine mit französischen Balkon. Die Kabine ist durchaus geräumig und vom Platzangebot völlig ausreichend. 

Da wir noch etwas Zeit bis zum Ablegen des Schiffes hatten, nutzen wir noch die Zeit für einen kleinen Spaziergang in Engelhartszell. Für ein paar Fotos ging es vorbei an der MS Anesha von Phoenix Reisen und anschließend zum Stift Engelszell – dem einzigen Trappistenkloster in Österreich. Vom Schiffsanleger aus handelt es sich lediglich um einen Spaziergang von 5 Minuten. Für alle Fans von Kirchen und von Bier durchaus lohnenswert. In diesem Stift wird auch Bier gebraut und ist für kleines Geld gekühlt in der Flasche dort erhältlich. Da man dort ja nicht alle Tage ist, haben wir das natürlich auch gemacht- Fazit: Durchaus empfehlenswert. 

Nach diesem kleinen Spaziergang mit Umtrunk ging es dann zurück auf die A-ROSA Donna. Da das Wetter absolut mitspielte und sich mit Sonnenschein pur, blauen Himmel und fast 30 Grad zeigte, ging es für uns auf das Sonnendeck. 
Dort muss anders als in den innenliegenden öffentlichen Bereichen keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Überall an Bord gelten jedoch die üblichen Abstandsregelungen, doch bei 60 Gästen und 50 Crewmitgliedern an Bord (Maximal 242 Personen zulässig) lässt sich das sehr gut realisieren. 

Nach dem Auslaufen aus Engelhartszell konnte man den frühen Sonntag Abend entspannt an Deck genießen und man saß dank des aufmerksamen Services nie auf dem Trockenen.

Um 17:45 Uhr folgte dann die einzige Pflichtveranstaltung bei einer Kreuzfahrt – nämlich die Sicherheitsunterweisung. Diese fand in der Lounge statt. Vorangestellt war eine sehr knappe Vorstellung des Kapitäns und der Gastgeber. 
Neben der üblichen Sicherheitsunterweisung wurde außerdem ein Video zur Umsetzung der Maßnahmen in der aktuellen Situation und den entsprechenden Hygienemaßnahmen gezeigt. 

Anschließend ging es dann wieder auf das Sonnendeck um das Wetter und die vorbeiziehende Landschaft zu genießen, bevor es dann um 19 Uhr zum Abendessen ins Restaurant ging. Auch hier zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie Wirkung, denn normalerweise setzt A-ROSA auf Buffet, doch nun findet hier bei allen Mahlzeiten Service am Platz statt. 
Man hat im Restaurant jeden Tag den selben Platz und in unserem Falle auch einen sehr schönen Zweier-Platz direkt am Fenster. Es gibt verschiedene Speisen zur Wahl und allesamt waren sehr schmackhaft und sehr schnell serviert. Ich habe keine Sekunde das sonst übliche Buffet vermisst. Der Service war sehr nett und aufmerksam. Auf Grund der sehr geringen Gästeanzahl ging es auch entsprechend schnell – innerhalb von 45 Minuten waren die 4 servierten Gänge verzehrt. 

Den restlichen Abend verbrachten wir auf dem Sonnendeck bzw. auf dem Außenbereich auf Deck 2 Achtern, wenn das Sonnendeck auf Grund von niedrigen Brückendruchfahrten gesperrt wurde. Die sommerlichen Temperaturen ließen das entsprechend zu und so zog die Landschaft an uns vorbei und der erste Schwung Entschleunigung setzte ein. Auch ein paar Schleusungen beobachteten wir interessiert.

Fazit des ersten Tages: Die Crewmitglieder sind alle extrem freundlich und freuen sich, dass sie wieder Gäste empfangen können und das merkt man deutlich. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind durchaus verkraftbar und mit denen an Land zu vergleichen. Die Mund-Nasen-Bedeckung ist für die Passagiere nur in den öffentlichen Bereichen auf den Wegen zu tragen – somit nicht an dem eingenommenen Platz in der Lounge oder im Restaurant – und die Crewmitglieder tragen jederzeit eine Maske.
Der Abstand lässt sich bei der Passagieranzahl von 60 Personen gut einhalten und das Wetter spielt mit. Was will man mehr?

Nach den bisherigen Erkenntnissen am ersten Tag lässt sich eine Flusskreuzfahrt in der Corona-Krise gut realisieren. An verschiedenen Stellen wird man auf das Abstandhalten aufmerksam gemacht und beim Check-In und im kleinen Bordshop gibt es Markierungen, die das Abstand halten erleichtern sollen. Zahlreiche Bereiche wie in der Lounge an der Bar, im Restaurant und an der Rezeption haben zusätzliche Plexiglas-Scheiben erhalten. Es ist nicht möglich an der Bar auf Barhockern zu sitzen. Auch die Sauna und die Toiletten in den öffentlichen Bereichen sind geschlossen (das Waschbecken ist jedoch nutzbar). Der Fitnessbereich kann genutzt werden, jedoch sind einige Geräte gesperrt, um den Abstand einhalten zu können. Besonders interessant dürfte für Pool-Liebhaber sein, ob der Pool geöffnet ist und ja, das ist er. Auch dort gelten die Abstandregelungen. Bereits in den den wenigen Stunden an Bord konnte man immer wieder Mitarbeiter sehen, die Türklinken, die Reling und weitere häufig benutzte Objekte desinfizieren.
Es werden auch von A-ROSA angebotene Ausflüge durchgeführt. In den Ausflugsbussen gibt es ebenfalls die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Radausflüge sind auf 6 Personen beschränkt. Veranstaltungen in der Lounge sind auf Abspielen von Musik durch den DJ und eine „Prime Time“ (Talk-Runde der Gastgeberin) beschränkt.
Besucher sind während der gesamten Kreuzfahrt auf dem Schiff nicht erlaubt und die Zugangstür ist jederzeit verschlossen und kann nur mit dem Zahlencode, den man erhält und auf der Landgangskarte vermerkt ist, öffnen.

Alles in allem macht es den Eindruck, dass man sich hier viele Gedanken gemacht hat und die nächsten Tage werden zeigen, ob das so passend ist.

Wir befinden uns nun auf dem Weg in die österreichische Hauptstadt Wien, die wir morgen gegen 13 Uhr erreichen werden. Somit haben wir noch einen halben Flusstag vor uns bevor es wieder an Land geht. 

Montag, 06. Juli 2020: Wien (Tag 1)

Am heutigen Montag stand zunächst ein halber Flusstag auf der Agenda und so war das Bedürfnis früh aufzustehen nicht besonders groß, doch dies wurde uns dann schnell zum Verhängnis, denn informiert man sich nicht vorab genau wann die Frühstückszeiten sind, geht man leer aus – so wie in unserem Fall. Das Frühstück war in der Zeit von 07:30 Uhr bis um 09:00 Uhr angesetzt. Da wir fälschlicherweise davon ausgegangen sind, dass es gerade an so einem halben Flusstag etwas länger Frühstück gibt, gab es für uns am heutigen Tag kein Frühstück. Zugegebenermaßen haben wir uns auch nicht genau vorab informiert und das wurde auch zum Verhängnis, da es das „A-ROSA Journal“, welches sonst über alle wissenswerte Dinge zum Tag berichtet, nicht mehr auf die Kabinen verteilt wird. Dieser Zeitplan hängt nun im Rezeptionsbereich und die Essenzeiten werden wiederkehrend auf den Infosscreens angezeigt. Letztlich ist es aber so gedacht, dass man die Zeiten für den nächsten Tag als ausgedruckte Unterlage beim Abendessen vorfindet – als „Platzdeckchen“. Da muss man erstmal darauf kommen, dass es so gedacht ist, dass man sich das mitnimmt. Das wurde vorab leider nicht kommuniziert. 
Somit war es so, dass wir um wenige Minuten nach 9 Uhr im Restaurant waren und dort schon abgeräumt war und sauber gemacht wurde – also gab es für uns kein Frühstück. Die Speisen sind das eine, doch es gab auch dann keinen Kaffee mehr bevor die Lounge um 10:00 Uhr öffnete. Es handelte sich demnach um doppeltes Pech, aber war nich zu ändern. Klar ist, man muss sich informieren, aber ein kleiner Hinweis auf die neuen Abläufe und Zeitfenster hätte ich als angebracht gefunden. 

Das Wetter war bereits seit dem Morgen vielversprechend und so verschlug es uns, wie fast alle anderen Gäste auch, auf das Sonnendeck, das dem Namen alle Ehre machte. Bei nur 60 Passagieren gab es entsprechend auch keinen Platzmangel und man konnte die vorbeiziehende Landschaft in vollen Zügen bei Spitzenwerten um die 30 Grad Celsius genießen. Glücklicherweise bot sich eine besondere Art des Frühstücks, indem eine Servicekraft Eis verkaufte und so schlugen wir da zu. Ein Eisfrühstück hat man ja auch nicht alle Tage. Ab diesem Zeitpunkt gab es auch die Möglichkeit Getränke zu bestellen und so waren ein paar Cappuccino Pflicht.
Die Fahrt ging in einem sehr gemütlichen Tempo Richtung Wien, da es an der letzten Schleuse vor Wien (Greifenstein) Wartezeiten gab. 

Der nächste sehnsüchtig erwartete Termin war dann das Mittagessen um 12:00 Uhr, das im Restaurant auch mit Service am Platz angeboten wird. Es handelt sich um ein 3-Gang-Menü und ich war mit den Speisen wirklich zufrieden.
Während des Essens begann bereits das Anlegemanöver am Handelskai Nummer 8. Bis zu unserem Liegeplatz sind wir auch noch an drei weiteren Kreuzfahrtschiffen, u.a. der A-ROSA Mia vorbeigefahren. Gegen 12:30 Uhr waren wir dann am Liegeplatz fest – Geplant war 13:00 Uhr.
Wichtig ist bei einem bevorstehenden Landgang immer, dass man an der Rezeption die zur Kabine gehörenden Landgangskarten abholt und beim Zurückkehren auf dem Schiff wieder abgibt. Damit ist auf jedem Schiff jederzeit bekannt, ob man an Bord oder von Bord ist. Dies geschieht anders als bei Hochsee-Kreuzfahrten nicht über die Bordkarte. Diese wird bei einer Flusskreuzfahrt bei A-ROSA lediglich als Zimmerkarte, als Beleg für die gebuchte Verpflegung und als Grundlage für Käufe an Bord verwendet.

Am frühen Nachmittag verließen wir dann die A-ROSA Donna und machten uns auf den Weg Richtung Reichsbrücke. Von dort aus erreicht man in wenigen Gehminuten die U-Bahnstation „Vorgartenstraße“ (vom Anleger ca. 450 m). Dort fährt die U1 ab, welche sehr gut für eine Fahrt in die Innenstadt (Richtung Oberlaa) geeignet ist. Eine 24-Stunden-Karte für Erwachsene kostet 8,00€ und gilt in allen öffentlichen Verkehrsmittel in Wien. Da wir ja über Nacht in Wien liegen und am nächsten Tag nochmal in die Innenstadt möchten, handelt es sich um eine gute Wahl. 

Zum aktuellen Zeitpunkt besteht bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich die Verpflichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das wars dann aber auch schon mehr oder weniger zum Thema Regelungen während der Corona-Pandemie, denn Österreich hat weitgehende Lockerungen eingeführt.
In der U-Bahn selbst war das obligatorische Abstandhalten absolut nicht möglich. Die Züge waren sehr voll, was sicherlich auch am Beginn des Feierabendverkehrs lag, jedoch scheint es hier wieder normal zu sein mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen – wenn auch in diesem Fall mit Mund-Nasen-Schutz. 

Wir sind an der Haltestelle Schwedenplatz ausgestiegen und haben uns dort mit in Wien lebenden Freunden getroffen und so gab es für uns heute nicht das klassische Touristen-Programm, was auch darin begründet ist, dass wir bereits mehrfach in Wien zu Gast waren und die gängigen Sehenswürdigkeiten bereits kennen. Nichts desto trotz haben wir einen kleinen Spaziergang durch den 1. Bezirk gemacht und sind an Orten vorbeigekommen, an denen man sonst nicht so vorbeikommt. Vorbei an der zunächst unauffällig wirkenden Synagoge ging es über das sogenannte Bermuda-Dreieck zum Hohen Markt, an dem zunächst noch ein leckerer Käsekrainer-Hot-Dog als Snack verzehrt wurde. Weiter ging es dann zum Stephansplatz mit dem berühmten Stephansdom und die Kärntener Straße entlang bis zum Hotel Sacher und der Staatsoper. Von dort aus ging es dann mit der U-Bahn zurück zur Station Praterstern. Dort schlenderten wir dann ein wenig über den bekannten Prater, der deutlich leerer war, als man ihn sonst kennt. Viele Fahrgeschäfte waren geöffnet, doch einige waren auch geschlossen, was mit den Auswirkungen der Corona-Krise zusammenhängt. Auch das bekannte Riesenrad war an diesem Tag geschlossen.

Das Ziel für den weiteren Abendverlauf war der berühmte Biergarten „Schweizerhaus“. Dort haben wir einen netten Platz draußen bekommen und wir hatten genug Zeit uns bei Speis und Trank mit unseren Freunden auszutauschen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Zunächst war es jedoch etwas befremdlich, dass es in Österreich seit Beginn des Monats keine Verpflichtung mehr gibt, dass eine Mund-Nasen-Maske bis zum Tisch getragen werden muss, geschweige denn, dass das Personal eine solche Maske tragen muss. Ehrlich gesagt kam man sich ein bisschen vor wie in der „Vor-Corona-Zeit“ bis auf die an vielen Stellen vorhandenen Desinfektionsspender. Der Biergarten war sehr gut besucht, jedoch war es schon auch möglich den Abstand zu Gästen an den anderen Tischen zu halten. Eine Pflicht, dass Namen und Telefonnummern abgefragt werden gibt es hier nicht. Wir hatten jedoch einen sehr schönen Abend dort und wie wir erfahren haben handelt es sich um eine alteingesessene Institution, die jeder Wiener kennt und schätzt. Wir haben dann entsprechend das Abendessen auf dem Schiff ausfallen lassen. Zwischenzeitlich hatte es auch etwas angefangen zu regnen und abzukühlen, jedoch war es nicht so viel Regen wie in der Wetterprognose angekündigt. Bis dahin war es wirklich auch ein sehr sommerlicher Tag bei 30 Grad Celsius. 

Nach einigen Stunden im „Schweizerhaus“ haben wir uns dann wieder auf dem Weg zurück auf die A-ROSA Donna gemacht – gegen 21:45 Uhr waren wir wieder vor Ort und haben sofort die Lounge aufgesucht, um den restlichen Abend dort ausklingen zu lassen. Beim Betreten des Schiffes gab es keine zusätzlichen Maßnahmen wie z.B. erneutes Fiebermessen oder dass darauf geachtet wurde, dass man sich auch wirklich die Hände desinfiziert. Die Einhaltung der Regeln liegt dann im Ermessen der Gäste.
Zunächst ist es dann nach den Erfahrungen, die man in Wien gesammelt hat, wieder ein Umdenken, denn in den öffentlichen Innenbereichen gilt bis zum Erreichen des Sitzplatzes eine Maskenpflicht und das Personal trägt dauerhaft eine – anders als nun in Österreich üblich.

Der DJ spielte die Wunschlieder der nicht besonders vielen anwesenden Gästen und der Service war, die am Vortag auch schon, sehr aufmerksam und nett. Wir haben uns dann noch einige Zeit mit Mitreisenden unterhalten und um 23 Uhr wurde dann auch der Betrieb in der Lounge eingestellt, sodass es Zeit war die Kabine aufzusuchen und ins Bett zu gehen. Am morgigen Tag haben wir noch bis 18.00 Uhr Zeit weitere Unternehmungen in Wien zu machen. Morgen gibt es sogar eine veränderte Frühstückszeit, nämlich von 08 bis 09:30 Uhr. In einem Gespräch mit einem Besatzunsgmitglied wurde uns erläutert, dass man gemerkt habe, dass auch mehr jüngere Gäste an Bord sind und man deshalb die Frühstückszeit um eine halbe Stunde nach hinten geschoben habe. Ich bin gespannt, ob es Beschwerden gibt, dass man nun nicht mehr um 07:30 Uhr frühstücken kann. Diese begrenzen Restaurantöffnungszeiten sind wohl auch Auswirkungen der Corona-Krise und sind seitens der A-ROSA Zentrale so vorgegeben und können nur nach Rücksprache geändert werden. Morgen sollte es also klappen mit dem Frühstück, sodass wir gestärkt in den zweiten Tag in der österreichischen Hauptstadt starten können.

Dienstag, 07. Juli 2020: Wien (Tag 2)

Da wir die österreichische Hauptstadt Wien am gestrigen Tage noch nicht verlassen haben, sondern dort planmäßig ein „Overnight-Stopp“ durchgeführt wird, gab es also am heutigen Tag noch genug Zeit für Unternehmungen in dieser schönen Stadt. Da wir bereits mehrfach in Wien waren und alle klassischen Sehenswürdigkeiten kennen, hatten wir kein fest definiertes Programm erstellt, sondern wollten uns einfach so durch die Stadt treiben lassen.
Zunächst Stand aber das Frühstück auf der Agenda, das an diesem Morgen in der Zeit von 08 Uhr bis 09:30 angeboten wurde, somit also 30 Minuten verschoben zum Vortag und diesmal wussten wir auch entsprechend bescheid. Um 08:45 Uhr suchten wir das Restaurant auf, wo ein bereits vorgedeckter Tisch auf uns wartete. Eine Auswahl an Brot und Brötchen stand bereit und ein Teller mit abgepackter Marmelade, Honig, Nutella und Frischkäse war bereits auf dem Tisch vorhanden. Als wir dort saßen wurde Kaffee eingeschenkt, die Wünsche nach Eierspeisen und Säften abgefragt, süße Teilchen, Quark, Joghurt und Obstsalat angeboten. Auch weitere bzw. andere Brötchen konnten noch bestellt werden. 
Alles in allem ein solider Standard, den ich als durchaus angemessen bezeichnen würde. und mir völlig ausgereicht hat. Gepaart mit einem aufmerksamen Service ist das ein guter Start in den Tag.

Nachdem wir nochmal kurz auf unserer Kabine waren, ging es dann gegen kurz nach 10 Uhr los auf Entdeckungstour durch Wien. Vom Anleger Nr. 8 am Handelskai ging es zunächst wieder an die ca. 700 m entfernte U-Bahn-Station Vorgartenstraße und von dort aus mit der U1 (Richtung Oberlaa) bis zur Station Stephansplatz. Dort angekommen haben wir zunächst kurz den Stephansdom besichtigt und sind dann zu Fuß durch die bekannte Einkaufsstraße Kärtnerstraße und weitere Seitenstraße zur Hofburg gelaufen. Dort sind wir dann entlang geschlendert und haben noch einen Blick auf die Präsidentschaftskanzlei und das Bundeskanzleramt geworfen, bevor wir dann auf dem Karlsplatz mit der Karlskirche einen Kaffee-Stopp eingelegt haben. 
Weiterhin haben wir noch einen Blick auf das Rathaus geworfen, bevor es dann zu einem „Würtstelstand“ am Albertinaplatz ging, um den obligatorischen Käisekrainer als Mittagssnack einzunehmen. Irgendwie gehört das zu einem Wien-Besuch einfach dazu. Danach ging es fußläufig zum Naschmarkt, welcher auch eine der typischen Sehenswürdigkeiten ist. Dieser Markt mit allerlei Verkaufsständen lädt zum drüber schlendern ein und auch hier wird deutlich, dass derzeit viel weniger Touristen dort sind, also sonst üblich – für uns natürlich nicht zum Nachteil. 

Weiter ging es dann mit der U-Bahn mit einem Umstieg zurück zum Stephansplatz. Zwischenzeitlich hatte ich nämlich auf meine Agenda genommen den Südturm des Stephansdoms „hochzukraxeln“, doch dazu sollte es nicht kommen, denn der Südturm, der mit 343 Stufen Fußmarsch erreicht werden kann, war geschlossen. Somit entschied ich mich den Nordturm zu erklimmen, was deutlich einfacher ist, da der Turm ausschließlich mit einem Fahrstuhl erreicht werden kann. Erreicht werden kann dieser durch den Haupteingang des Stephansdom. Die Fahrt für einen Erwachsenen kostet 6,00€ und in der der aktuellen Situation ist im Aufzug ein Mundschutz zu tragen. Insgesamt hatte ich Glück, denn es war nicht viel los und so konnte ich die Aussicht uneingeschränkt genießen. Von dort oben hat man einen tollen Blick über Wien und das bekannte Dach des Stephansdoms und den höheren Südturm. Hierbei handelte es sich um eine Aktivität, die ich in Wien noch nicht gemacht hatte und ich muss sagen es lohnt sich.  

Anschließend war es wieder mal an der Zeit etwas zu relaxen und so besuchten wir noch die ganz in der Nähe befindliche Lamée Rooftop-Bar. Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Bar auf einem etwas  höheren Haus und so hat man ebenfalls eine tolle Aussicht über viele Dächer Wiens und direkten Blick auf den Stephansdom.
Bei den Preisen muss man bedenken, dass man den Ausblick mitbezahlt, jedoch ist es noch alles im Rahmen. 
Uns hat es dort wirklich gut gefallen, um gemütlich etwas zu Trinken und die Aussicht zu genießen.
Das Wetter war heute insgesamt wechselhafter als noch gestern, doch es hat nicht gerechnet und bei ca. 21 Grad ließ es sich gut aushalten und wenn die Sonne rauskam, war es gleich richtig warm – also kein Grund zum Meckern.

Mittlerweile war es bereits 15:30 Uhr und wir traten den Weg zurück Richtung Schiff an – mit der U1 vom Stephansplatz bis zur Vorgartenstraße. Die A-ROSA Donna erreichten wir gegen 16 Uhr und wir verbrachten den weiteren Nachmittag am Sonnendeck. Das Landgangsende war heute für 18:00 Uhr und das Ablegen für 18:30 Uhr terminiert. Bereits um kurz nach 18:00 Uhr verließen wir bereits den Liegeplatz in der österreichischen Hauptstadt und weiter geht es nun donauabwärts in Richtung Slowakei und Ungarn. 
Seit dem Ablegen haben wir eine Verfolgerin, denn gleichzeitig mit uns hat auch die MS Anesha von Phoenix Reisen abgelegt und steuert in die gleiche Richtung. Auch dort sie es so aus, als wären dort auch nicht so viele Gäste an Bord. Das konnte man ganz gut sehen als wir parallel in der Schleuse Wien-Freudenau waren.

Zwischenzeitlich war es dann Zeit für das Abendessen und da wir bereits nach dem Frühstück angekreuzt hatten was wir am Abend gerne essen möchten, lief das ganze sehr geschmeidig und wie von selbst ab. Letztlich muss man sich nicht vorher für die gewünschten Speisen entscheiden, sondern das geht auch spontan und auch wenn man etwas vorab angekreuzt hat und dann doch etwas anders essen möchte, ist eine Umstellung kein Problem. Mit dem System des Ankreuzens sind die benötigten Mengen für A-ROSA besser kalkulierbar.
Heute war mediterraner Abend und meine ausgewählten Gerichte waren bis auf den Nachtisch allesamt lecker. Der Nachtisch war eine Apfeltarte mit Calvados-Sahne und Eis. Insbesondere die Tarte hatte ich mir anders vorgestellt. Sie bestand aus viel Teig und einer Art Gelee oben drauf und wenig Apfel darin. Schade, aber verkraftbar. 

Den weiteren Abend haben wir im Außenbereich Achtern an einem Tisch direkt an der Heckwelle verbracht. Dort hatten wir alles was eine Flussfahrt ausmacht: Blick auf das Wasser, Sonne mit Sonnenuntergang, schöne Landschaft und gute Getränke. Es ist eine tolle Art der Entschleunigung.

Gegen 21 Uhr haben wir dann die österreichisch-slowakische Grenze passiert. Kurze Zeit später stand schon die abendliche Passage der slowakischen Hauptstadt Bratislava auf dem Plan. Bei untergehender Sonne und der entsprechenden Beleuchtung der Gebäude ein schöner Anblick. Am Freitag sind wir dann dort vor Ort und haben Zeit die Stadt zu erkunden. Nun geht es aber weiter nach Esztergom in Ungarn, wo wir morgen lediglich von 08 Uhr bis 10 Uhr Zeit haben die kleine Stadt zu entdecken. Von dort geht es dann weiter nach Budapest, wo wir auch morgen bereits ankommen werden.

Insgesamt war es heute ein schöner Tag in Wien und ein toller Abend im Außenbereich, bei dem man die Vorzüge einer Flusskreuzfahrt voll genießen konnte.

Mittwoch, 08. Juli 2020: Esztergom / Budapest (Tag 1)

Am heutigen Mittwoch standen gleich zwei Destinationen in Ungarn auf dem Plan, wovon die erste Station früh und nur sehr kurz erkundet werden konnte. Es handelt sich hierbei um die kleine Stadt Esztergom, die gleichzeitig eine Grenzstadt mit der Slowakei darstellt – die Städte Esztergom und Sturovo sind durch eine Brücke über die Donau von einander getrennt. 
Der Landgang in Esztergom war von 08 Uhr bis um 10 Uhr möglich, folglich hieß das früh Aufstehen und zum Frühstück gehen, welches ab 07.30 Uhr serviert wurde. Beim Frühstück gibt es meiner Meinung nach genug Auswahl und für alle Lachs-Liebhaber sei gesagt: es gibt auch Lachs. Lediglich von den Brötchen werde ich wohl kein Freund mehr bei A-ROSA. Ich empfinde sie nicht als besonders hochwertig und grundsätzlich zu hart, aber auch das ist Geschmackssache.

Um kurz nach 8 Uhr verließen wird dann auch schon die A-ROSA Donna und gingen zunächst auf die Maria-Valeria-Brücke (Grenze Ungarn – Slowakei), um ein paar schöne Bilder von der A-ROSA Donna, der MS Anesha, die ebenfalls vor Ort war und auch dem Panorama zu machen. Von dort aus spazierten wir dann durch die Straßen dieser beschaulichen Kleinstadt und steuerten die Sehenswürdigkeit Nummer eins in dieser Stadt auf – die Basilika Mariä Himmelfahrt (Föszekesegyhaz). Sie liegt auf dem Burgberg und ist entweder entlang des Weges einer Straße zu erreichen oder von der anderen Seite über mehrere unebene Treppen und einen Spazierweg. In keinem Fall dauert der Aufstieg besonders lange und er lohnt sich auf jeden Fall – alleine der Aussicht wegen.

Bei der imposanten Basilika handelt es sich um die größte Kirche Ungarns und man ist zunächst verwundert, dass solch ein Bauwerk in einer so kleinen Stadt steht, doch dem ist so. Die Basilika kann auch besichtigt werden (gegen Gebühr). Doch bei der knappen Liegezeit muss man sich wirklich beeilen und sich dann auf den Besuch dort konzentrieren, was wir nicht gemacht haben und somit auch nicht hineingegangen sind. 
Letztlich sind wir dann nach diesem Spaziergang wieder zurück auf das Schiff gegangen, wo wir gegen 09:40 Uhr eintrafen. Pünktlich um kurz nach 10 Uhr setzte sich die A-ROSA Donna in Bewegung, startete ein 180 Grad Wendemanöver und steuerte bei bestem Wetter in Richtung Budapest. Insbesondere in der Sonne war es den ganzen Tag sehr warm und so war das gründliche Eincremen mit Sonnencreme eine Pflicht.

Wie fast alle anderen Passagiere auch verbrachten wir die Fahrzeit bis Budapest (geplante Ankunftszeit 15:00 Uhr) auf dem Sonnendeck, das seinem Namen wir einmal alle Ehre machte. Lediglich für das Mittagessen verließen wir den Außenbereich. Es ist derzeit auf Grund der Bestimmungen zum Coronavirus leider nicht möglich draußen zu essen, sondern ausschließlich an dem festzugewiesenen Platz im Restaurant. Das Essen war wieder sehr schmackhaft, schön angerichtet und von den Portionen her mehr als ausreichend dimensioniert. Die Landschaft zog schön an einem vorbei und konnte sich durchaus sehen lassen, sodass die heutige Zeit auf dem Fluss auch wieder zur Entschleunigung beigetragen hat.

Gegen 13:30 Uhr startete dann das Einlaufen in die ungarische Hauptstadt Budapest, welches ein Highlight dieser Reise darstellt. Auf dem Sonnendeck spielte der DJ und Gastgeber ein paar markante Lieder ab, die die Stimmung untermauern sollten und ergänzt wurde dies von Erklärungen zu einzelnen Bauwerken von der Gastgeberin. 
Im gemächlichen Tempo ging es vorbei am Parlament auf der einen Seite und dem Burgviertel mit der Fischerbastion auf der anderen Seite. Es folgte die Passage der berühmten Kettenbrücke und der Elisabeth-Brücke. Hinter letzterer begannen wir ein Wendemanöver, sodass wir unseren Liegeplatz Nummer 1 direkt an der Elisabeth-Brücke erreichen und entgegen der Strömung mit der Steuerborard-Seite anlegen konnten. Hierbei parkten wir direkt vor dem Schwesterschiff A-ROSA Mia ein, die noch bis 18 Uhr am Liegeplatz Nummer 2 angelegt hatte. Wiederholt handelte es sich also um eine planmäßige Begegnung der beiden Schwestern. Gegen 14:30 Uhr – also etwas vor Plan – waren wir dann an unserem Liegeplatz fest und der Startschuss zum Langgang war gegeben. Da wir auch in Budapest bis zum darauffolgenden Tag bis um 18:00 Uhr zu Gast sind, hat man auch genug Zeit die Stadt tagsüber und nachts zu erkunden.

Da wir erst im Februar diesen Jahres Budapest besucht und dabei auch die gängigsten Sehenswürdigkeiten entdeckt hatten, hatten wir auch wieder keinen Zeitdruck.

Wir verließen die A-ROSA Donna um 15:30 Uhr und passierten die Elisabeth-Brücke und wechselten somit von dem Stadtteil Pest auf die Buda-Seite, denn wir wollten den Gellertberg erklimmen und die Zitadelle und die Freiheitsstatue anschauen. Praktischerweise beginnt der Wanderweg hinauf direkt an der Elisabeth-Brücke. Mit einigen Fotostopps zwischendurch erreichten wir den höchsten Punkt in gut 25 Minuten. Oben angekommen hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sowas auf der Buda-Seite, als auch auf der Pest-Seite (kleine Eselsbrücke falls man die Stadtteile nicht auseinander halten kann: Berg und Burg befinden sich in Buda (Anfangsbuchstabe B) und das Parlament befindet sich in Pest (Anfangsbuchstabe P)).
Die Zitadelle und alle möglichen dort vorhandenen Verkaufsstände waren geschlossen, was die Folge des Coronavirus darstellt. Nichts desto trotz geht man ja dort hin für den Ausblick und der ist wirklich sehr schön.
Anschließend ging es wieder nach unten und da wir gerade spaziertechnisch gut in Form waren und noch nicht direkt zum Schiff wollten, beschlossen wir auf der Buda-Seite von der Elisabeth-Brücke bis zur Kettenbrücke zu laufen, letztere dann zu überqueren und auf der Pest-Seite zurück zur Anlegestelle des Schiffes zu gehen. 
Das Wetter spielte, wie den ganzen Tag schon, mit und bei ca. 25 Grad Sonne und blauem Himmel handelte es sich um einen sonnigen Tag.

Gegen 18:20 Uhr zurück am Schiff angekommen hatten wir noch kurz Zeit uns frisch zu machen und entsprechend für das Abendessen zu kleiden. Heute stand der ungarische Abend auf dem Plan. Zunächst wussten wir noch nicht, ob wir heute überhaupt an Bord essen oder in einem Lokal in der Stadt. Letztlich entschieden wir uns für das Essen an Bord, was definitiv kein Fehler war. Es wurden äußerst leckere lokale Speisen auch mit einigen Zutaten von hier angeboten und wie die anderen Abende auch war der Service sehr aufmerksam und zuvorkommend, das Essen durchweg lecker und mehr als ausreichend und somit hatten wir diesbezüglich einen schönen kulinarischen Abend. Weiter ging es mit einem „Sundowner“-Drink im Außenbereich des Schiffes, bevor wir abermals das Schiff verließen, um noch einen Spaziergang in Budapest bei Nacht zu machen. Alle Sehenswürdigkeiten sind abends angeleuchtet und haben somit nochmal einen anderen Charme als tagsüber. 
Es ging erneut über die Elisabeth-Brücke und anschließend hoch ins Burgviertel. Dieses kann man über verschiedene Fußwege oder per Standseilbahn (bei der Kettenbrücke) erreicht werden. Wir entschieden uns für einen der Fußwege und kamen als erstes beim Burgpalast – dem größten Gebäude Ungarns – an. Von dort aus kann man schöne Bilder von der Kettenbrücke, dem Parlament und natürlich den verschiedenen Gebäuden des Burgpalasts machen. 
Anschließend liefen wir weiter in Richtung Fischerbastei mit der dort befindlichen Matthiaskirche. Auch hier ist alles sehr schön angestrahlt und man kann den ganzen Charme der Sehenswürdigkeiten Budapests erleben und hat tolle Ausblicke. 

Nun war es an der Zeit den Burgberg zu verlassen und so steuerten wir die Kettenbrücke an, überquerten sie und liefen wieder auf der Pest-Seite zurück zum Schiffsanleger. 
Dabei fiel besonders deutlich auf, dass es in Ungarn bezüglich der Coronavirus-Pandemie zahlreiche Lockerungen gibt. Lediglich beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, das wars dann auch schon. Folglich konnte man besonders im Bereich der Kettenbrücke zahlreiche Zusammenkünfte in Lokalen oder auch einfach nur so sehen, bei denen keinerlei Abstand gehalten wurde und auch niemand einen Mundschutz trug – auch kein Servicepersonal im Restaurant. Dies ist in Bezug auf die derzeitige Situation doch eher erstaunlich und es sieht tatsächlich so aus, als würde hier gelebt wie in „Vor-Corona-Zeiten“. Wir haben es dann gehandhabt wie die ganze Zeit schon und haben auf unseren Eigenschutz geachtet und solche Menschenansammlungen vermieden. Mit einem Besuch in so einer Gaststätte würde man schließlich die Vorkehrungen auf dem Schiff ad absurdum führen. Auch wenn man derzeit überall anlegen darf und einem die Möglichkeit gegeben wird eine solche Reise zu unternehmen, so ist jeder trotzdem noch für sich selbst und auch für alle anderen Beteiligten verantwortlich, denn ein erneutes Fiebermessen oder Prüfen auf etwaige Symptome gibt es nicht – auch die Benutzung des Desinfektionsspenders an einem Landgang wird nicht gesondert überprüft.

Gegen 22:30 Uhr waren wir dann zurück am Schiff, welches wir selbstverständlich vorschriftsmäßig betraten und auf direktem Wege in die Bar gingen, um noch einen letzten Drink zu bekommen – denn die Bar schließt jeden Abend um 23 Uhr – das hängt mit dem Konzept in Corona-Zeiten zusammen. Eine längere Öffnungszeit sei nicht möglich. Außerdem ist es zusätzlich so, dass alle öffentlichen Toiletten an Bord außer Betrieb sind (bis auf die Handwaschbecken), sodass man jedes Mal seine eigene Kabine aufsuchen muss, wenn man eben mal das WC aufsuchen muss. Auch dies hängt mit dem speziellen Hygienekonzept von A-ROSA zusammen. 

Das letzte Getränk des Tages verzehrten wir dann oben auf dem Sonnendeck, wo es immer noch angenehm von den Temperaturen war und man noch ein wenig die Lichter Budapests genießen konnte.

Nichts desto trotz qualmten uns die Füße nach diesem Tag mit gleich zwei Zielen. Der Schrittzähler zeigt 29299 Schritte am heutigen Tag an, was der App nach 21,77 km entsprechen soll. Wenn ich meine Füße dazu befrage kommt das wohl hin. Somit heißt es nun ins Bett, Schlaf nachholen und die Füße regenerieren lassen. Morgen ist ja auch noch ein Tag, an dem Budapest bis abends entdeckt werden will.

 

Donnerstag, 09. Juli 2020: Budapest (Tag 2)

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht startete dieser Donnerstag – wie sollte es auch anders sein – mit dem Frühstück im Restaurant gegen 09 Uhr und auch heute hatten wir wieder einen zuvorkommenden Service, der keine Wünsche offen lief und wir somit alles bekamen, um frisch gestärkt in den Tag starten zu können. 
Klar war bereits vorab, dass es laut Wetterprognose ein heißer, sonniger Sommertag werden sollte und so kam es dann auch. Bereits gegen 09:45 Uhr waren es 25 Grad Celsius. Gegen kurz nach 10 Uhr verließen wir dann die A-ROSA Donna, um Budapest weiter zu erkunden. Genauer gesagt hatten wir uns für den heutigen Tag vorgenommen im Stadtteil Pest unterwegs zu sein. Dort ist es flach und es gibt keine Anstiege wie in Buda, welches wir bereits am Vortag besucht hatten. Rückblickend war das demnach eine gute Aufteilung, da es heute doch nochmal deutlich wärmer war als am Tag zuvor.

Vom Schiff aus ging es fußläufig zur großen Markthalle. Im Vergleich zum Februar – als wir bereits schon einmal in Budapest waren – war dort viel weniger Betrieb als üblich. Die Marktbesucher haben sich auf Grund der geringen Anzahl sehr stark verteilt, sodass die breiten Gänge teilweise wirklich leer erschienen. Keine Touristen waren vor Ort, sondern es waren Einheimische, die dort Lebensmittelbesorgungen machten. Die meisten Verkaufsstände waren geöffnet, es gab jedoch auch welche, die scheinbar das Geschäft aufgeben mussten. Die meisten Personen trugen Mundschutz, doch eine Verpflichtung dazu scheint es nicht zu geben. Außerdem scheint es nicht verpflichtend zu sein, dass die Stände entsprechend umgestaltet werden müssen zum Beispiel mit Plexiglas-Scheiben oder Ähnlichem. Einige hatten es, andere nicht. 
Letztlich waren nur die Lebensmittel-Stände und ein paar kleinere Restaurants geöffnet. Die weiteren Stände mit allem anderen außer Lebensmitteln hatten geschlossen. Letztere brauche ich in einer Markthalle sowieso nicht, sodass ich sie nicht unbedingt vermisst habe. Wie gewohnt gab es jedoch die für Ungarn urtypischen Dinge wie Paprika und Salami weiterhin im Überfluss.

Von der Markthalle aus ging es dann über die bekannte lange Einkaufsstraße Váci utca grob gesagt in Richtung Stephansbasilika.
Wir haben auch mal in verschiedene Geschäfte geschaut, haben jedoch im Endeffekt nichts gefunden, was wir kaufen wollten. Die meisten Angestellten in den Länden trugen einen Mund-Nasen-Schutz und für Kunden scheint dies aber nur eine freiwillige Sache zu sein – es gibt keine Verpflichtung. Einige haben es gemacht, andere nicht.
Über ein paar Seitenstraßen und die „Fashion Street“, in der sich die namhaften Luxus-Klamotten-Läden befinden und einer Kaffeepause haben wir dann die Stephansbasilika erreicht, die wir jedoch nur von außen bewundert haben.
In unmittelbarer Nähe dazu konnten wir uns noch einen guten Imbiss erinnern, der leckeren Langos anbietet. Das gehört auch irgendwie zu einem Ungarn-Besuch dazu. Da unser Hunger jedoch nicht besonders groß war, teilten wir uns nur einen Langos mit Sauerrahm, Käse und Knoblauch. Bei dem Zeitpunkt der Bestellung waren wir die einzigen Kunden, was sicherlich auch mit der Corona-Zeit zusammenhängt, jedoch hatte es für uns den Vorteil, dass der Langos ganz frisch zubereitet wurde und so schmeckt er eben am besten. Insgesamt war deutlich zu merken, dass in der Stadt derzeit viel weniger Touristen als sonst unterwegs sind. Das macht das ganze etwas entspannter und man kann Fotos von Sehenswürdigkeiten machen ohne dass ständig andere Touristen vor die Linse laufen.

Weiter ging es dann vorbei am sowjetischen Kriegsdenkmal zum beeindruckenden Parlamentsgebäude. Das Gebäude misst an der Donauseite eine Länge von 268 Metern, es hat eine 96 m hohe Kuppen, 27 Tore, 29 Treppenhäuser und fast 700 Räume. Das ist schon ein gewaltiges Gebäude, welches sehr gut in Schuss ist und auch die Außenanlagen drumherum sind in einem sehr guten Zustand. Hier hat alles seine Ordnung. Sogar der bevor befindliche Flaggenmast wird von Soldaten entsprechend bewacht. Gerade an diesem heißen Tag – das Thermometer zeigte zwischenzeitlich 31 Grad an – gibt es an einem der Vorplätze einen Bereich, wo aus dem Boden ein feiner Sprühregen verteilt wird und man sich zumindest an den Beinen etwas erfrischen kann. Eine nette, kleine Sache. 
Nachdem wir das Gebäude einmal umrundet hatten, ging es immer der Donau entlang zurück in Richtung Elisabeth-Brücke und damit zur Anlegestelle der A-ROSA Donna. Dabei kamen wir noch an dem Mahnmal für die Pogrome an den Juden in Ungarn vorbei. Hierbei handelt es sich um verschiedene Schuhpaare, die am Donauufer befestigt sind. Von dort aus ging es dann non stop zurück zum Schiff, denn alle wichtigen Sehenswürdigkeiten hatten wir gesehen und auch die Fast 30000 Schritte vom Vortag steckten uns noch in den Knochen und in Kombination mit dem sommerlichen Wetter sorgte dies für eine gewisse Erschöpfung. Nichts desto trotz sind heute auch wieder fast 12 km Fußmarsch zusammen gekommen. Budapest lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, jedoch ist das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs auch sehr gut ausgebaut und man muss solch weite Distanzen nicht zurücklegen, wenn man das nicht möchte.
Insbesondere der Weg vom Parlament bis zum Anleger an der Elisabeth-Brücke „zieht“ sich.

Um 14:00 Uhr waren wir dann zurück an Bord der A-ROSA Donna und wir wollten dann das schöne sommerliche Wetter noch auf dem Sonnendeck genießen, entspannen und ganz wichtig uns im Pool erfrischen. Erstaunlicherweise war der Pool scheinbar nicht begehrt, sodass wir diesen weitestgehend für uns alleine hatte. Die Wassertemperatur war schön erfrischend und der Pool wenn man drin ist, ist größer als man denkt. Am Einstieg zum Pool befindet sich Desinfektionsmittel und im Pool ist der übliche Mindestabstand zu anderen Passagiere einzuhalten. Andere ergänzende Regeln gelten derzeit nicht.

Am frühen Abend passierte uns dann noch ein im Bau befindliches Flusskreuzfahrtschiff, welches mit Hilfe eines anderen Schiffes wohl von der Werft, die den Bau an sich vorgenommen hatte, zur Innenausrüstung und Finalisierung an einen anderen Ort gebracht wurde. Es handelte sich um die „Spirit of the Rhine“. Das war auch mal ganz interessant zu sehen, wie so ein Transport abläuft. 

Gegen 17:45 Uhr verließen wir dann unseren Liegeplatz in Budapest und das Auslaufen wieder zurück in die Richtung aus der wir kamen wurde gestartet. Nahezu alle Passagiere waren an Deck um sich dieses Schauspiel bei bestem Wetter nicht entgehen zu lassen. Nach der A-ROSA Auslaufmelodie wurden noch weitere Musiktitel abgespielt, die die Szenerie unterstrichen haben. Somit war nicht nur die gestrige Einfahrt nach Budapest, sondern auch die heutige Ausfahrt etwas ganz besonderes und beides ist ein Highlight dieser Reise. Es werden die bekannten Brücken Elisabeth-Brücke, Kettenbrücke und Margaret-Brücke passiert und man hat nochmal den Blick vom Wasser auf nahezu alle wichtigen Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Gellert-Berg, den Burgpalast, die Fischerbastei und das Parlament.

Nachdem die Margaret-Brücke unterquert wurde ging es dann schnell in die Kabine und wir zogen uns um, um passend gekleidet für das Abendessen und den weiteren Abend zu sein. Das Abendessen startete um 18:30 Uhr, jedoch waren wir erst gegen 18:55 Uhr dort, was aber kein Problem darstellte. Man muss also nicht pünktlich auf die Minute dort sein, jedoch sollte man auch nicht zu spät dort erscheinen, um die Abläufe nicht zu sprengen. 
Thema des heutigen Abends war „BBQ Spezialitäten“ und meine ausgewählten Speisen waren wieder allesamt lecker und schön präsentiert. Wir hatten also ein gelungenes Abendessen. 

Den weiteren Abend verbrachten wir dann auf dem Sonnendeck, wo wir auch wieder aufmerksamen Service erlebten und uns zudem auch nett mit Mitreisenden unterhalten haben. Zudem wurde heute alles von der Natur aufgefahren, was möglich ist, denn wir steuerten direkt einem Sonnenuntergang entgegen, der minütlich ein anderes Farbspiel hervorrief und in Kombination mit dem Wasser und dem dadurch gleitenden Schiff eine Art Flussromantik aufkommen lief, die man nur so aufsaugen und auf sich wirken lassen konnte. Dies war wirklich ein schönes Erlebnis und in Verbindung mit der langsam vorbeiziehenden Landschaft steht es für das, was die Flusskreuzfahrt ausmacht und versetzt einen wieder in den Zustand der Entscheunigung.

Gegen 23 Uhr haben wir dann wieder die Stadt Esztergom passiert und während ich Fotos von der besonderen Basilika gemacht haben und noch weitere machen wollte, wurde die Beleuchtung abgestellt. Die Situationskomik bestand darin, dass wir kurze Zeit zuvor das Gespräch darüber hatten, dass manche Sehenswürdigkeiten nicht die ganze Nacht über angestrahlt werden und wir das schon bei unserem Februar-Besuch in Budapest erlebt hatten. Lustige Zufälle gibt es eben immer wieder. 

Über Nacht steuern wir durch die Donau aufwärts in Richtung unseres nächsten Ziel Bratislava. Dort sollen wir morgen um 12:00 Uhr anlegen – auch dort wird es wahrscheinlich wieder ein einer Sightseeing-Wanderung enden. 

Freitag, 10. Juli 2020: Bratislava

Bereits kurz nach dem Aufstehen und dem ersten „Begehen“ des französischen Balkons stellte ich fest, dass die Wettervorhersage für diesen heutigen Freitag wohl zutreffend sein wird, denn bereits gegen 08:30 Uhr war es bereits sehr warm und ein wunderschöner blauer Himmel vorzufinden.

Da wird erst planmäßig um 12 Uhr in der slowakischen Hauptstadt Bratislava festmachen sollten, gab es also genug Zeit den Vormittag entspannt an Bord zu verbringen. Nach dem Frühstück ging es dann für uns auf das Sonnendeck. Bereits um 10 Uhr war die Sonne schon so intensiv, dass quasi alle Gäste den Schatten aufsuchten – so auch wir. Mit 60 Passagieren an Bord ist das durchaus machbar, jedoch stößt das ganze dann wohl an die Grenzen je mehr Passagiere an Bord sind. Es gibt lediglich 3 Sonnensegel und ein paar Schirme, die Schatten spenden können. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. 
Hat man jedoch einen Schattenplätzchen gefunden muss man auch öfter mal die Position verändern, da der Sonnenstand je nach Kurs und Fahrtverlauf zum Beispiel durch Kurven verändert wird. Folglich sieht man ständig auch andere Gäste, die entweder die Liegen verschieben oder den Schirm.

Nachdem wir einige Zeit entspannt an Deck verbracht haben, uns im Pool erfrischt und zwischenzeitlich bereits gegen kurz nach 11 Uhr unseren Liegeplatz in Bratislava erreicht hatten, machten wir uns kurz auf der Kabine frisch und gingen dann zum Mittagsessen. Für mich gab es allerdings nur eine Vorspeise und ein Dessert, denn mehr Hunger hatte ich noch nicht. Anschließend war es dann an der Zeit das Schiff zu verlassen und die Stadt zu erkunden. Allzu viel Zeit hatten wir nämlich nicht, da wir spätestens um 16:30 Uhr wieder an Bord sein mussten.

Das Thermometer kletterte an diesem Tag auf beachtliche 33 Grad Celsius, es war keine Wolke am Himmel, es wehte kaum ein Lüftchen und die Sonne war dementsprechend omnipräsent. Natürlich ließen wir uns davon aber nicht von der Erkundung der Stadt abhalten.
Zunächst ging es für uns nach oben zur Burg. Es war zwar kein besonders anspruchsvoller und langer Aufstieg dorthin, jedoch verzögerte das Wetter unser übliches Tempo doch ein wenig. Die Burg ist von außen wirklich schön anzusehen und in einem sehr guten Zustand – sie wurde im Jahr 805 zum ersten Mal erwähnt, wurde im Jahr 1811 durch ein Feuer nahezu vernichtet und erst nach dem Zweiten Weltkrieg (Fertigstellung 1968) wieder aufgebaut. Von dem Berg auf dem die Burg steht hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und das Umland. Im Innern kann man auch verschiedene Ausstellungen besichtigen, was wir aber auch in Anbetracht der kurzen Liegezeit nicht gemacht haben. Ebenfalls kann man von dem Hügel aus gut das zweite große Wahrzeichen der Stadt sehen: die Neue Brücke bzw. SNP-Brücke mit dem markanten „UFO“.  und somit ging es für uns wieder nach unten in Richtung der Altstadt. Dort haben wir dann sukzessive die weiteren Sehenswürdigkeiten wie den St. Martinsdom, das Michaelertor, das alte Rathaus und das Primatialpalais angeschaut. Auf den Weg zu diesen Bauwerken kommt man immer durch schöne Gassen mit einigen tollen Gebäuden, die das Flair der Altstadt ausmachen. Auch der Hauptplatz (Hlavné námestie) ist herrlich anzuschauen und lädt zum Verweilen ein. Besonders dann, wenn man sich kurz zuvor zwei Kugeln Eis besorgt hat. Bei dem sommerlichen Wetter genau das Richtige. In der Altstadt sind die Gassen geprägt durch eine Unmenge von Gastronomie, die größtenteils nur sehr wenig besucht waren. Dies hängt sicherlich mit der aktuellen Corona-Pandemie zusammen. 
Letztlich haben wir alle bekannten Sehenswürdigkeiten „abgeklapptert“ und vor Ort noch ein Getränk in einer Bar zu uns genommen, bevor es dann gegen 16 Uhr wieder zurück auf die A-ROSA Donna ging. Bratislava kann man sehr gut zu Fuß erkunden und auch die Beschilderung zu den Sehenswürdigkeiten ist gut gelungen, sodass man sich recht schnell orientieren kann.

Zurück an Bord stand fest: Nächster Halt = Sonnendeck. Glücklicherweise konnten wir auch wieder einen Schattenplatz ergattern, denn in der direkten Sonne war es heute wirklich viel zu warm. Das Auslaufen aus Bratislava startete gegen 16:45 Uhr und war auch nochmal schön anzuschauen. Dadurch, dass wir Bratislava bei Nacht bereits auf unserer Fahrt von Wien nach Budapest passiert hatten, hatten wir also die  Möglichkeit die Stadt bei Tag und bei Nacht vom Wasser – und heute auch von Land – anzuschauen.
Da eine weitere Abkühlung im Pool nicht fehlen durfte, beschloss ich dann nochmal in den Pool zu gehen. Gedränge gab es dort bisher nie und somit konnte auch der Corona-konforme Abstand immer eingehalten werden – selbst an einem solch heißen Tag.
Einige Zeit genoss ich dann die Zeit im Pool mit der vorbeiziehenden Landschaft. Das ist auch wirklich etwas Schönes, denn auch aus dem Pool heraus hat man immer etwas zu sehen. Mittlerweile war es jedoch auch Zeit sich für den Abend frisch zu machen und so tat ich das dann auch. Zwischenzeitlich hatten wir auch schon die Grenze zwischen der Slowakei und Österreich passiert.

Wie üblich stand als erstes das Abendessen auf der Agenda, welches heute unter dem Motto „Wachauer Abend“ stand. Bereits heute nach dem Frühstück hatte ich mich für die Speisenauswahl festgelegt. Für mich gab es einen schmackhaften Salat mit Karoffeldressing, eine Bouillon vom Kalb, gegrilltes Filet vom Saibling und Marillenknödel. Auch dieses Mal waren die Gerichte sehr lecker und auch schön gerichtet und gepaart mit einem aufmerksamen Service war es ein gelungener Auftakt für den Abend.

Den weiteren Abend haben wir dann an Deck verbracht, denn die Temperaturen und das Wetter im Allgemeinen ließen das absolut zu und was gibt es schöneres als bei einer Flusskreuzfahrt draußen zu sitzen und die vorbeiziehende Natur zu genießen. Leider gab es an diesem Abend keinen Sonnenuntergang wie am Vorabend zu beobachten, denn die Sonne verschwand zuvor hinter Wolken. 
Wir haben uns den Abend über nett unterhalten – und auch das geht hier auch trotz der Corona-Zeit. Manchmal muss auch im Außenbereich ein Formular ausgefüllt werden, welche Personen sich aus welchen Kabinen zusammen an einen Tisch gesetzt haben, manchmal aber auch nicht. Natürlich achtet man aber schon darauf, dass man Abstand hält uns sich nicht zu nahe kommt – eben so wie es gemäß Konzept vorgesehen ist.

Da das Wetter für den morgigen Tag nicht so gut ausschaut war es auch nicht verwunderlich, dass wir in der Ferne immer wieder Blitze aufleuchten saßen – denn meistens kommt ja nach Hitze ein Gewitter. Solange wir draußen waren lieb es jedoch trocken, doch das soll sich die Nacht über ändern. 
Gegen 23 Uhr haben wir dann die Schleuse Wien-Freudenau passiert und gegen Mitternacht dann auch die österreichische Hauptstadt Wien. Da die „Last order“ aus der Bar bereits um 22:30 Uhr – wie jeden Abend – gestartet wurde und diese auch um 23 Uhr schließt (Corona-Regelung), beschlossen wir dann auch nach dem Passieren von Wien den Tag zu beenden und schlafen zu gehen. Nun haben wir also noch einen Halt am morgigen Samstag in Melk, bevor es dann schon wieder zum Ausgangspunkt dieser Reise nach Engelhartszell geht, aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Samstag, 11. Juli 2020: Melk

Der heutige Samstag präsentierte sich wettertechnisch ganz anders als der Vortag. Gestern in Bratislava handelte es sich um einen absoluten Sommertag mit 33 Grad. Heute früh stand bereits fest, dass das auf diesen Samstag nicht zutreffen wird. Der erste Blick aus dem Fenster zeigte einen grauen Himmel und so sollt es auch den ganzen Tag bleiben, jedoch kam ergänzend noch dazu, dass es bereits am Vormittag anfing stark zu regnen und es auch so war, dass es nicht nachgelassen oder mal aufgehört hat zu regnen. Man kann natürlich nicht immer nur gutes Wetter haben – was wir ja bislang die ganze Reise hatten – und so nimmt man auch mal einen Tag mit schlechtem Wetter ein Kauf. Die Temperaturen erreichten lediglich 16 Grad, das ist also dementsprechend eine Halbierung zum Vortag.

Nach dem obligatorischen Frühstück ging es für uns zunächst zurück in die Kabine, um schon mal ein wenig mit dem Kofferpacken anzufangen, denn die Zeit dazu hatte man absolut, da man die Zeit bis zum Anlegen in Melk um 12 Uhr nicht in den Außenbereichen verbringen konnte. Es hat zum Teil wirklich heftig geregnet und das bei der Fahrt durch die landschaftlich schöne Wachau mit ihren Weinbergen.

Nachdem ein Großteil des Packens erledigt war, machten wir es uns noch ein bisschen auf dem Bett bequem und genossen von Ort die Passage der Wachau, die wirklich sehr nett anzuschauen ist. Durch den Nebel, der in den Bäumen an den Hügeln ging, war es eine ganz besondere mystische Stimmung, jedoch hätte es sicherlich bei gutem Wetter noch eindrucksvoller gewesen. Das ist aber auch der Vorteil an einer Kabine mit französischem Balkon, dass man einfach die Türen aufmachen kann und gemütlich auf dem Bett liegen und nach draußen schauen kann. 
Das letzte Stück der Fahrtstrecke bis nach Melk haben wir dann jedoch in der Lounge verfolgt, in der man einen guten Blick nach vorne hat. Wir legten pünktlich an und da ein Landgang nur bis 15:30 Uhr möglich war, gingen wir bereits kurz nach dem Anlegen von Bord, um Melk zu erkunden. Tipp: Wer keinen Schirm dabei hat kann sich einen von der Rezeption leihen (Pfand 15€). 

Der Fußweg in das Stadtzentrum ist gut beschildert und innerhalb von 15 Minuten zu erreichen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit mit einem Citybus (in Form eines Sprinters) ins Zentrum und wieder zurück zu kommen. Wir entschieden uns jedoch trotz des Regens für den Weg zu Fuß. 
Zunächst schlenderten wir ein wenig durch die kleine Altstadt, die eine besonderen Charme versprüht. Der Kern der Altstadt besteht vorwiegend aus kleinen Geschäften und Gastronomie. In weiteren 5 Gehminuten ging es für uns dann zur eigentlichen Sehenswürdigkeit in Melk – nämlich zum bekannten Stift Melk. Das Benediktinerkloster gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe und thront auf einem Hügel über der Stadt. Der Eintritt beläuft sich auf 12,50€ ohne Führung und 14,50€ mit Führung für Erwachsene. Auf Grund der knappen Zeit entschieden wir uns für einen Eintritt ohne Führung, auch deshalb, weil diese auf Grund der Corona-Krise von der Anzahl reduziert wurden und nur noch 3 Mal am Tag in deutscher Sprache stattfinden. In den Innenräumen ist derzeit eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und ein Abstand von 1 Meter einzuhalten. In der Ausstellung erfährt man viel über die Geschichte des Stifts, kann die beeindruckende Bibliothek, die Kirche und den Stiftsgarten besuchen. Der Zutritt zur Kirche ist im Übrigen frei – dafür benötigt man kein Ticket.
Insbesondere die Bibliothek und die Kirche sind sehr beeindruckend und sehenswert. Leider durfte man dort und auch in der Ausstellung keine Bilder machen, woran ich mich natürlich gehalten habe. Auf Grund des immer noch sehr starken Regens machte es auch keinen Spaß durch den Stiftsgarten zu spazieren und so entschieden wir uns dafür wieder nach unten in die Altstadt zu gehen und noch kurz ein örtliches Lokal aufzusuchen. Dort gab es ein Glas Grüner Veltliner – ein lokaler Wein aus der Wachau – und da ich österreichische Mehlspeisen liebe eine Portion Kaiserschmarrn. Dann war es auch schon wieder Zeit zurück zum Schiff zu gehen, denn es war mittlerweile bereits 15 Uhr. Je nachdem wie sehr man sich für die Ausstellung im Stift und die religiösen Dinge interessiert, sollte man ausreichend Zeit für den Stiftsbesuch einplanen.

Selbstverständlich waren wir pünktlich zurück an Bord und gegen 15:30 Uhr setzte sich die A-ROSA Donna dann wieder in Bewegung donauaufwärts in Richtung unseres morgigen Ziels – dem Start- und Endhafen dieser Kreuzfahrt – Engelhartszell. Meinem Geschmack nach hätte der Aufenthalt in Melk länger dimensioniert sein können, aber das ist Geschmacksache. Wenn man nur das Stift oder nur die Altstadt besuchen möchte, reicht die Zeit aus.

Wie die meisten anderen Gäste auch besuchten wir zum Auslaufen die Lounge, da ein Aufenthalt in den Außenbereichen auf Grund des Regens immer noch undenkbar war. In der Zeit von 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr fand die Tea Time in der Lounge statt. Die Tische sind entsprechend mit Tassen und Tellern eingedeckt und die Kellner laufen mit Kuchenplatten umher und bieten verschiedene Kuchen an. Nach der Auslaufmelodie spielte der DJ diverse andere Lieder ab, die unseren Geschmack jedoch gar nicht traf, sondern dazu verleitete den Saal zu verlassen. Es waren diverse Songs, die indianisch anmuteten und unserer Meinung nach gar nicht zur Szenerie gepasst habe. Als dann noch angekündigt wurde, dass um 16:30 Uhr ein Film zum Thema Pavarotti und seine Freunde gezeigt wird, war das dann „höchste Eisenbahn“ die Lounge zu verlassen. Wir haben uns dann in hinteren Bereich des Restaurants, welcher zurzeit nicht genutzt wird, zurückgezogen und mit sehr netten Mitreisenden Karten gespielt und so zog der Nachmittag ins Land. Bei dieser Konstellation mussten wir im Übrigen in Bezug auf Corona einen Bogen ausfüllen, bei dem man einträgt wo man wie lange saß und mit wem.

Das Abendessen, welches heute erst um 19:00 Uhr serviert wurde, stand auf Grund des letzten Abends im Zeichen von „Farewell“. Auch heute haben wir wieder sehr gut gegessen und einen tollen Abend gehabt. Das zog sich wirklich durch die komplette Reise und ist sehr erfreulich uns lobenswert, da es für die Mitarbeiter natürlich eine Umstellung bedeutet, da A-ROSA in der „Vor-Corona-Zeit“ maßgeblich auf die Buffet-Form gesetzt hat.

Am restlichen Abend knüpften wir dann an unserem Spielenachmittag an und wandelten ihn in einen Spieleabend um. Auch hierfür gingen wir an den von uns am Nachmittag angestimmten Platz im hinteren Bereich des Restaurants, wo auch regelmäßig eine Bedienung vorbeikam und nach Getränkewünschen fragte und diese dann auch ausgeliefert hat. Die Zeit verging wie im Flug und wie jeden Abend gab es um 22:30 Uhr die „Last order“ und um 23 Uhr schloss die Bar – was nach Aussage der Mitarbeiter mit dem Vorschriften rund um das Coronavirus zu tun hat. Als wir dann die Schleuse Abwinden gegen 23:30 Uhr erreichten, hieß es dann zurück in die Kabine, den Koffer fertig packen und ab ins Bett, denn am nächsten Tag geht es früh raus. Der Transfer zum Bahnhof Passau startet bereits um 08 Uhr und zuvor möchte man ja auch noch etwas frühstücken. 

Sonntag, 12. Juli 2020: Engelhartszell / Abreise

Am heutigen Sonntag ist es dann soweit und unsere 7-tägige Flusskreuzfahrt auf der Donau ist schon wieder vorbei. Eine Woche ist eben auch nur eine Woche und in dem Moment, an dem man sich an alles gewöhnt hat, ist es schon wieder vorüber, aber so ist das eben.

Auf Grund der Abreise begann der Tag leider schon sehr früh, um genau zu sein um 06:50 Uhr. Kurz zuvor hatte die A-ROSA Donna wieder ihren regulären Liegeplatz erreicht. Am Abreisetag muss das Schiff bis spätestens 09 Uhr verlassen werden, doch soweit sollte es bei uns nicht kommen, denn wir hatten uns für den A-ROSA-Transfer um 08 Uhr zum Hauptbahnhof Passau angemeldet. Bereits zwei Tage zuvor musste man sich für die Variante Transfer nach Passau Hbf um 08 Uhr oder 09 Uhr, zur von A-ROSA vermittelten Parkgarage oder für die individuelle Abreise entscheiden. Dementsprechend erhielt man Gepäckbanderolen, die man an den Koffer machen soll.
Bereits in der Nacht zuvor haben wir unsere Koffer vor die Kabinentür gestellt – das wäre auch noch bis 07 Uhr am heutigen Tag möglich gewesen – und so wurden sie für uns raus zum Anleger gebracht. 

Bereits vorab hatten wir uns für die Variante eines schnellen Frühstücks entschieden, denn sonst wäre es auch etwas knapp geworden mit dem Aufstehen um 10 vor 7. Möglich war das Frühstücken am Abreisetag von 06:30 Uhr bis 09:00 Uhr. Es handelte sich um kein abgespecktes Frühstück, sondern um die übliche Auswahl.

Nach dem Verlassen der A-ROSA Donna um kurz vor 08 Uhr haben wir dann schnell unsere Koffer „identifiziert“, danach wurden diese in einen separaten Gepäckbus geladen und wir stiegen in den Transferbus in Form eines Sprinters und waren mit 4 weiteren Gästen und dem Fahrer in dem Fahrzeug. Leider handelte es sich um einen Bus voller meckernden Personen, die konstant während der 25 minütigen Fahrt jede noch so kleinste Kleinigkeit der Reise kritisiert haben. Dies wurde auch nicht in Verbindung mit der aktuellen Situation gebracht, sondern die 4 Personen hatten sich dann noch gegenseitig angestachelt zu meckern. Während der Fahrt habe ich dann für mich beschlossen auf Durchzug zu stellen, denn das was dort diskutiert wurde, war an den Haaren herbeigezogen.

Natürlich war nicht alles perfekt und wir haben auch Dinge kritisiert, sie aber konstruktiv angesprochen und das somit auch direkt an Bord, um der Crew die Chance zu geben darauf zu reagieren. Meiner Meinung nach ist das gerade in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Alle Mitarbeiter haben Feedback gerne entgegengenommen und viele Dinge wurden sogar sofort umgesetzt. Nach dem ersten Tag mit dem „schief gelaufenen Frühstück“ wurde die Frühstückszeit an die Bedürfnisse der meisten Gäste angepasst und abends gab es neben dem obligatorischen Brotkorb auch einen Teller mit Butter, Margarine, Salz und Pfeffer dazu, sodass das Brot bzw. Baguette nicht so „nackig“ daherkam. 
Dass manche Passagiere immer mal die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vergessen haben ist kein Verschulden der Reederei, sondern der entsprechenden Gäste.

Im Gegensatz zu der Hinfahrt sind die Transfer-Zeiten zum Bahnhof Passau leider nicht auf die Zugverbindungen abgestimmt. Da wir den ICE um 09:34 Uhr Richtung Frankfurt / Main nehmen wollten, mussten wir bereits den Transfer um 08 Uhr nehmen, denn der um 09 Uhr ist zu knapp bemessen und nicht mit Sicherheit realisierbar. Somit hatten wir noch etwas mehr als eine Stunde Zeit bevor der Zug in Richtung Heimat fuhr. Man hat also genug Puffer sich noch Proviant für die Fahrt zu besorgen und einen Kaffee zu trinken.

Die Bahnfahrt lief problemlos und pünktlich ab, sodass wir bereits am frühen Nachmittag mit vielen guten Erinnerungen an diese Reise Zuhause angekommen sind. Kurz und knapp gesagt geht eine Kreuzfahrt auch in Corona-Zeiten, jedoch nur wenn sich alle an die Regeln halten und dazu muss jeder seien Beitrag leisten. Die Crew tut dies und man konnte jedem einzelnen Mitarbeiter anmerken, dass er froh ist endlich wieder Gäste an Bord haben zu können. 

 

A-Rosa Flusskreuzfahrten: Angebote & Buchung

Die Reisen werden angeboten von der Kreuzfahrtlounge Apensen

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