AIDAmar Reisebericht Transatlantik – La Romana nach Hamburg

Reisebericht AIDAmar – Route: Transatlantik Kreuzfahrt von La Romana / Dom. Republik nach Hamburg vom 09. Februar bis 27. Februar 2016

Destinationen: La Romana (Dom. Republik), Basseterre (St. Kitts), Fort de France (Martinique), Bridgetown (Barbados), Funchal (Madeira), Leixoes (Portugal), La Coruna (Spanien), Le Havre (Frankreich), Hamburg



Sandra und ihr Mann Boris befinden sich gerade an Bord der AIDAmar auf einer hoffentlich unvergesslichen Transatlantik Kreuzfahrt von La Romana nach Hamburg und sind so nett uns während ihrer Reise hier ein wenig auf dem Laufenden zu halten. Sandra und Boris sind AIDA-Kenner, denn sie haben an Bord der Kussmundflotte schon die ein oder andere Kreuzfahrt erlebt. In einem kurzen Vorgespräch mit den beiden ist mir aufgefallen, zu den „typischen“ AIDA Gästen gehören die beiden aber keineswegs und deshalb freue ich mich mich ganz besonders auf diesen wahrscheinlich mal ganz anderen Reisebericht einer AIDA Kreuzfahrt. Seid gespannt, denn ab hier übernimmt nun Sandra das Kommando!

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Tag 1: Anreise ab Hamburg

Der Tag am 09.02.2016 begann früh aber entspannt. Mit dem Taxi zur Bahn und dann mit der S-Bahn zum Flughafen Hamburg. Dort angekommen erstmal die Koffer am Germanwings Schalter abgegeben. Wider Erwarten haben wir dort gleich unsere Tickets für den Weiterflug mit Eurowings erhalten. Vor einigen Wochen musste man wohl in Köln noch zum Transferschalter.

Nach einem kleinen Frühstück um 07:00 Uhr sind wir dann Richtung Gate gegangen. Kurzer, ruhiger Flug nach Köln. Drei Stunden Aufenthalt…. Was tun? Essen war eine gute Idee was sich im Nachhinein nochmals bestätigte.

Die Zeit ging recht schnell vorbei und Boarding für die A330 für den Flug nach La Romana ging etwas verspätet los.

Die Crew war supernett, die Sitze okay, der Rest ging gar nicht. Dass wir schon länger als Condor, AirBerlin und Co fliegen mussten war uns im Vorfeld klar. Dadurch, dass Eurowings in der Langstrecke neu auf dem Markt ist, müssen die sich ihren Status erstmal „erfliegen“. Sie habe ETOPS 90 was bedeutet, dass sie innerhalb von 90 Minuten wieder landen können. Durch den Orkan auf der Strecke kam noch ein weiterer Umweg dazu. Wir sind letztlich mit einer Stunde Verspätung und 11 Flugstunden um Mitternacht deutscher Zeit gelandet! Abflug war um 13:00 Uhr und wir haben nach erreichen der Reiseflughöhe um ca 14 Uhr ein warmes Essen erhalten. Es gab entweder Ravioli oder Huhn. Beides war lecker, doch nicht viel. Dazu gab es ein trockenes Brötchen sowie eine kleine Tafel Ritter Sport. Hierzu wurden Softdrinks sowie Kaffee und Tee gratis gereicht. Danach war dann Schluss mit lustig… Wasser gab es gratis, alles andere nur gegen Zahlung! Es war ein Charterflug von AIDA und wenn man weiß, dass die Flieger von Condor und AirBerlin All Inc haben für denselben Preis ist man schon sauer. Wie gesagt, die Crew war suuuuupernett (da können sich andere Airlines wiederum ein Scheibchen von abschneiden). Um 21 Uhr deutscher Zeit wurde noch ein popeliges Sandwich (Toastbrot zusammengeklappt mit Käse oder Laugenstange mit Wurst) serviert sowie eine zweite Runde Softdrinks for free….

Ich war kurz davor mir was Warmes für 11,90 zu bestellen… Ich habe durchgehalten, doch viele haben in die eigene Tasche gegriffen.

Da wir nun anstatt 18 Uhr Ortszeit erst um 19 Uhr gelandet sind wären wir auch erst gegen 19:40 am Check In. Ich dachte, die Seenotrettungsübung wird sicherlich ein wenig später stattfinden. Tat sie auch: anstatt 20:00 Uhr dann um 20:10… Wir waren um 19:50 auf unserer Kabine, beim Check In standen noch rund 150 Gäste als wir dran waren. Ich war froh, dass ich wenigstens noch Zeit für’s Klo hatte.

Übung dann tatsächlich um 20:10 und es fehlten viele Kabinen. Kein Wunder, die müssten ja erstmal auf ihre Kabinen und die Westen holen. Das war purer Stress, immerhin waren wir auch schon 22 Stunden auf den Beinen…

Danach fing der Urlaub mit einem Schnitzel im Brauhaus an! Wer braucht schon das Auslaufen an Deck.

Als wir zur Kabine kamen, waren die Koffer schon da… Die blieben aber bis auf Nachtzeug rausnehmen unberührt. Wir waren einfach nur müüüüüde….

Tag 2: Auf dem Weg nach St. Kitts

Wettervorschau: leicht bewölkt
Sonnenaufgang: 06:59 Uhr
Sonnenuntergang: 18:19 Uhr
Nächste Etappe: 393 Seemeilen (728 Kilometer) bis Basseterre

Nachdem wir nach der etwas stressigen Anreise früh ins Bett gegangen sind, waren wir natürlich dank Jetlag und ausreichend Schlaf sehr früh wach. Um genau zu sein, um da. 04:30… Was tun, wenn kein Hafen in Sicht ist? Richtig: Kofferauspacken! Gesagt, getan. Der Schrank war eingeräumt und es war immer noch so früh… Lesen, auch eine gute Alternative. Um 07:00 Uhr öffnete dann unser Lieblings-Frühstück-Restaurant, das EAST. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass viele Gäste denken, weil es so klein ist, gibt es so wenig. Es ist aber alles vorhanden, aber halt nur einmal und nicht gespiegelt wie im Markt Restaurant oder im Bella Donna. Wir hatten gleich eine supernette Bedienung, freundlich, aber nicht übertrieben…

Frisch gestärkt hatte ich um 09:00 Uhr meine erste Massage: „Karibik auf der Haut“. Ich liebe es! Da wird es ein Papaya-Sand-Peeling auf dem gesamten Körper einmassiert, danach einmal geduscht und dann eine tolle Ganzkörpermassage. Ich habe mir natürlich die Sonnencreme von St. Barth mit LSF 30 dafür ausgesucht. Danach ab in die Wellness Oase und da es windstill und sonnig war, haben wir dies auf dem Meyer Balkon draußen genießen können. Boris hat für die gesamte Reise eine Wellness Flatrate und ich ein Paket mit 7x Wellness Oase, eine Massage mit 50 Minuten, Sonnenbank, ein Sportworkshop (…nun ja….) sowie AIDA Badelatschen und Produkte zum Hübscher werden.

Um 12:00 Uhr haben wir uns dann den Vortrag von unserem Lektor Boris Henn angehört zum Thema: „Willkommen in der Karibik“. Boris habe ich im Vorfeld schon über Facebook „kennengelernt“ und war natürlich gespannt auf den Vortrag, der super war. Er ist TV Moderator, Journalist und Lektor. Bekannt wurde er als Moderator der Sendung „Explosiv“ auf RTL. Es macht viel Spaß ihm zuzuhören…

Und schwupp gab es wieder Mittag… Es war entspannter als erwartet… Ich finde die Mittagszeiten an Seetagen, die generell von 12:30 – 14:00 Uhr sind nach wie vor nicht so gut gelöst, aber solange man noch draußen sitzen kann, geht es. Das wird sich sicherlich im Laufe der Reise noch ändern.

Um 15:00 Uhr hatte ich bei unserer kleinen Facebookgruppe für diese Reise einen kleinen Geburtstagstorten-Essen-Termin eingestellt. Treffpunkt um 15 Uhr im Café Mare. Es ist der Geburtstag von meinem Mann. Wir waren acht Personen und es war wirklich eine nette Runde und für ihn ein gelungener Geburtstag auf See.

Geburtstagstorte auf AIDAmar

Geburtstagstorte auf AIDAmar

Am Abend ging es dann endlich in unser Lieblingsrestaurant ROSSINI, welches auf dieser Reise noch oft besucht wird. Wir gehören zu der Kategorie AIDA Gäste, die lieber eine Innenkabine nehmen und das gesparte Geld im Rossini oder Buffalo ausgeben, weil es so einfach sehr entspannt ist.

Menü Restaurant Rossini AIDAmar

Menü Restaurant Rossini AIDAmar

Daniel, der Restaurantleiter hat unseren Tisch schön geschmückt. Es gab ein wunderbares 6 Gang Menü.

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Tag 3: Basseterre / St. Kitts

Liegeplatz: Port Zante West (direkt im Stadtzentrum)
Liegezeit: 08:00 – 18:00 Uhr
Wettervorschau: sonnig, 26 Grad
Sonnenaufgang: 06:40 Uhr
Sonnenuntergang: 18:11 Uhr
Nächste Etappe: 192 Seemeilen (356 Kilometer) bis Fort de France auf Martinique

Heute früh gab es schon das erste Highlight des Tages: gemeinsames Einlaufen mit dem Schwesterschiff, der AIDAluna. Für die AIDAmar war es sogar das erste Mal hier auf dieser Insel. Ich habe schon desöfteren zwei Kussmundschiffe im selben Hafen gesehen, eigentlich nichts besonderes. Aber in viele Häfen der Karibik liegen die Schiffe nebeneinander und nicht hintereinander. Und so war es diesmal auch. Es war wirklich faszinierend. Man könnte schön in die Balkonkabinen gucken und die Leute beim Schlafen beobachten. Noch ein Vorteil einer Innenkabine… Ich glaube, man könnte auch die Augenfarbe des Kapitäns auf der AIDAluna erkennen.

Wir haben gefrühstückt und sind dann um 08:30 Uhr von Bord. Da uns die Insel nicht ganz so zugesagt hat beim recherchieren, haben wir uns für einen Tagespass im Marriott Hotel entschlossen. Eine gute Wahl. Die Taxifahrt kostete 12 USD und dauerte cm 10 Minuten. Dort angekommen wurden wir herzlich empfangen. Dann haben wir unsere Handtücher geholt und uns in eins der Strandbungalows gelegt. Der Strand ist wirklich sehr schön. Da es aber leider die Atlantikseite ist, war das Meer sehr aufgewühlt und Baden war nicht drin…. Es war trotzdem sehr erholsam.

Strand vom Marriott Hotel St. Kitts

Strand vom Marriott Hotel St. Kitts

Nach zwei Stunden nichts tun haben wir ein wenig die sehr weitläufige Anlage erkundet. Ganz toll angelegt, flach gebaut, sehr grün und toll bepflanzt. Ich habe zwei Miezekatzen gesehen, was die Sehnsucht nach meinen beiden Räubern ein wenig schmälerte. Und dann saß da auf einmal der grüne Affe. Turnte auf den Balkonen rum und posierte für die Kamera. Herrlich…

Kleines Äffchen auf St. Kitts

Kleines Äffchen auf St. Kitts

Am frühen Nachmittag sind wir zurück zum Schiff und haben vorher noch ein bisschen RUMgeguckt… Kleines Wortspiel. Der kleine Stadtkern ist hübsch angelegt.

Zurück zum Schiff wurde mir das erste Mal die Dimension der Kussmundschiffe bewusst. Normalerweise ist die AIDA in der Karibik immer das kleine Schiffchen am Steg und es es fällt nicht auf. Dadurch dass die beiden ähnlich groß sind, war es diesmal anders: Gänsehaut!

Eigentlich war für heute kein Rossini geplant, da es aber „Rossini einmal anders“ gab, mussten wir natürlich hin, denn dies gehört zu unseren Lieblingsveranstaltungen. In der Regel wird die Anytime Bar gesperrt und der erste Gang wird dort serviert. Treffen ist dann um 17:45 Uhr um das Auslaufen dort zu genießen. Natürlich standesgemäß mit einem Glas Champagner (dabei wäre mir ein Bierchen viel lieber). Der Wettergott hatte andere Pläne: er weinte so sehr, dass sie die AIDAluna und AIDAmar voneinander trennen mussten und das Auslaufspektakel war ziemlich feucht…. Denn immer wenn man einen Regenbogen in der Karibik sieht, kommt auch der Regen. Liquid Sunshine wird es hier so liebevoll genannt. Diesmal war es aber mehr als das: es war richtig nass!

Sonnenuntergang St. Kitts

Sonnenuntergang St. Kitts

Nach dem ersten Gang durften wir dann unsere Rossini Stammplätze einnehmen und die restlich fünf Gänge genießen. Ein Traum wie immer und die Müdigkeit schlug wieder zu….

AIDAmar - Rossini mal anders

AIDAmar – Rossini mal anders

Einmal noch schlafen und dann wieder in Europa: Martinique….

Tag 4: Willkommen in Europa – Willkommen auf Martinique

Liegeplatz: Pointe Simon Cruise Terminal East (direkt im Stadtzentrum)
Liegezeit: 08:00 – 18:00 Uhr
Wettervorschau: heiter, 28 Grad
Sonnenaufgang: 06:30 Uhr
Sonnenuntergang: 18:07 Uhr
Nächste Etappe: 133 Seemeilen (246 Kilometer) bis Bridgetown auf Barbados

Kaum hat man die Insel im Blick sieht man an Bord Leute mit ihren Mobiltelefonen in der Hand: Europäisches Netz, günstiges Surfen und Telefonieren ist angesagt… Natürlich habe auch ich ein paar Telefonate nach Hause gemacht….

Wir sind in Frankreich, genauer gesagt auf Martinique. Die Karibikinsel Martinique gehört zur Inselgruppe der Kleinen Antillen und zu den Inseln über dem Wind. Etwa 380.000 Einwohner zählt das kleine Eiland in der östlichen Karibik, das sich auf einer Fläche von etwa 1.100 Quadratkilometern ausdehnt. Nachbarinseln sind Dominica und St. Lucia. Hauptstadt mit etwa 110.000 Einwohnern ist Fort de France. Martinique ist ein französisches Übersee-Département und gehört damit zur Europäischen Union. Regenwälder, herrliche Strände und zahlreiche Gärten prägen das Landschaftsbild der Tropeninsel, die als Blume der Karibik gilt.

Martinique

Martinique

Wir haben schon von Deutschland aus einen Ausflug bei Cathrin und Arnaud gebucht. Cathrin kommt aus Deutschland und ist schon vor sehr vielen Jahren ausgewandert. Ihr Mann Arnaud kommt zur Hälfte aus Paris, zur anderen Hälfte von Martinique. Da wir nicht die normale Sightseeing Route haben wollten hat Cathrin einen Ausflug in den Süden organisiert. Arnaud war unser Guide und er hat sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, deutsch zu sprechen. Gerade für einen Franzosen nicht gerade typisch und glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche… Wir haben erst ein wenig von der Insel gesehen und der erste Stop war ein toller Blick auf’s Meer und ein lustiges Pferd, das einfach dort an der Straße stand.

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Weiter ging es nach Le Vauclin, wo wir einen kleinen süßen einheimischen Markt besucht haben. Natürlich durfte die Bananenverkostung sowie ein kleiner Rum nicht fehlen. Die Bananen sind natürlich die besten in der ganzen Karibik – wie immer…. Für mich persönlich, war es eine europäische Standardbanane. Die kleinen Bananen von anderen Insel wie z. B. St. Lucia finde ich geschmacklich wesentlich besser… Geschmacksache!

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Frisch gestärkt ging es weiter zum Strand „Anse Moustique“… Arnaud und Cathrin wollten uns nicht zu den typischen Touristenstränden bringen. Auf Martinique wäre das zum Beispiel „Grande Anse des Salines“ gewesen. Wir waren in der Nähe und waren fast alleine. Ein schattiges Plätzchen gesucht und dann ab ins Wasser. Traumhaft! Endlich karibisches Meer! In der Zwischenzeit hat Arnaud ein Picknick arrangiert. Es gab u.a. geräuchertes Hühnchen auf kreolische Art, frisches Baguette, Taboulé und einem Flan Coco. Es war wundervoll. Und ich hatte wieder Glück: eine kleine Miezekatze gesellte sich zu uns. Nachdem Sie uns deutlich erzählt hat, dass allein essen dick macht wurde sie von allen gefüttert. Ich glaube, für sie war Weihnachten, Ostern und Geburtstag an einem Tag.

Nachdem wir drei Stunden am Strand gewesen sind ging es dann weiter zu einer Rumfabrik. Auch hier haben Cathrin und Arnaud eine tolle Idee gehabt und sind nicht zu der Touristen Rumfabrik Nr. 1 Rumerie Clement gefahren, sondern zu einer kleinen Fabrik namens Trois Riviere. Sehr klein, sauber und die Herstellung erfolgt nicht industriell. Das bedeutet, der Rum wird direkt aus dem Zuckerrohrsaft hergestellt und nicht aus der Melasse. Dort haben wir probiert und natürlich auch eingekauft. Es war ja nicht unsere erste Besichtigung einer Rumfabrik, aber diese hat einen sehr bleibenden, positiven Eindruck hinterlassen.

Rumfabrik Trois Riviere auf Martinique

Rumfabrik Trois Riviere auf Martinique

Danach ging es zurück Richtung Schiff, welches wir um 16:30 Uhr wiedergesehen haben. Ein toller Ausflug der uns in Erinnerung bleiben wird. Er hatte nichts von Massentourismus.

Außerdem müssen Boris und ich uns eingestehen, dass uns Martinique sehr sehr gut gefallen hat. Und da nehmen wir glatt in Kauf, dass es französisch ist….

AIDAmar im Hafen von Martinique

AIDAmar im Hafen von Martinique

Zurück auf dem Schiff wurde erstmal geduscht und – ihr könnt es schon erraten – weiter ins Rossini. Michael Simon, der Chef de Cuisine im Rossini, übertrifft sich jeden Tag selbst…

Morgen geht’s nach Barbados und – oh Wunder – mal nicht ins Rossini am Abend. Lasst Euch überraschen…

Tag 5: Barbados – Unsere persönliche Lieblingsinsel

Liegeplatz: Sugar Berth (Stadtzentrum da. 20 Minuten Fußweg, Taxi 5 US Dollar)
Liegezeit: 07:00 – 20:00 Uhr
Wettervorschau: leicht bewölkt, 28 Grad
Sonnenaufgang: 06:22 Uhr
Sonnenuntergang: 18:04 Uhr
Nächste Etappe: 2.633 Seemeilen (4.876 Kilometer) bis Funchal auf Madeira

Nun sind wir endlich auf unserer Lieblingsinsel angekommen. Wir haben hier schon einige Urlaube verbracht und für uns ist die schönste Insel in der Karibik. Sie ist sehr vielseitig und hat eine raue sowie auch eine wunderschöne ruhige Seite.

Da wir natürlich genau wussten was wir tun werden, saßen wir schon um 7:15 Uhr im Taxi zu unserem Lieblingsstrand. Das ist der Pebbles Beach.

Pebbles Beach Barbados

Pebbles Beach Barbados

In der Nähe des Strandes befindet sich die Pferderennbahn und am frühen Morgen gehen die Pfleger mit den Pferden immer schwimmen.

Unsere Wertsachen haben wir kurz bei der Hotelrezeption abgegeben, die uns aus den vorher vorangegangenen Urlauben schon kannten. Dann haben wir unsere Schnorchelsachen genommen und sind losgeschwommen. Wir haben das Glück gehabt, dass wir genau wissen wo die Schildkröten sind. Da wir natürlich keine Fische zum anlocken hatten tut es auch eine Banane. Den Trick mit der Banane haben wir vor zwei Jahren auf St. Lucia gelernt. Banane gepellt und innerhalb von Sekunden hast du nur noch Fische um dich herum. Die Schildkröten sind natürlich auch neugierig. Nachdem Kurzbesuch bei den Kröten sind wir zurück zum Strand geschwommen und haben uns in die Sonne gelegt.

Das mich nicht sehr lange am Strand hält, bin ich wieder zurück ins Wasser. Selbstverständlich mit Schnorchel und Taucherbrille. Als ich dann so ein bisschen rumgeschwommen bin sahen mich auf einmal zwei wunderschöne kleine Knopfaugen an, die ganz langsam auf mich zuschwammen. Ich war doch sehr neugierig was für ein lustiger kleiner Fisch das wohl sein wird. Als ich nah genug dran war erkannte ich – leider zu spät – dass der lustige kleine Fisch eine Qualle ist und sich gerade mit meiner Hand vertraut gemacht hat. Ich nannte die Qualle Ulla. Wie von einer Tarantel – oder besser gesagt Qualle – gestochen, schwamm ich wie eine Bekloppte zurück. Ich war mir sicher dass Ulla und Ihre Familie mich verfolgt. Wieder an Land angekommen erzählte mir mein Mann, dass Quallen gar nicht schwimmen können, sondern nur so durchs Wasser wabern. Da hat Blondie wieder etwas dazu gelernt. Aber Ulla eins verspreche ich dir: Nächstes Jahr werde ich dich finden und dann kommst du auf den Grill. Dich vergesse ich nämlich so schnell nicht und den Schmerz in meiner Hand auch nicht.

Zur Mittagszeit hatten wir geplant, an unserer Lieblings Fischbude ein Fischbrötchen zu essen. Leider hatte diese an diesem Samstag geschlossen. Ein Foto möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. Das Brötchen ist ein weiches Weizenbrötchen mit einem frisch gebratenen Stück Fisch. Die Krönung ist eine dicke Scheibe Käse und ein Spiegelei da drauf. Es klingt nicht gerade lecker aber es ist einfach göttlich.

Fischbrötchen Barbados

Fischbrötchen Barbados

Dann sind wir mit dem Taxi wieder zurück zum Schiff gefahren um uns für den Nachmittag frisch zu machen. Mein Mann hatte ja Geburtstag und er hat sich gewünscht, dass wir auf Barbados ins beste Hotel der Insel – das Sandy Lane Hotel ***** – zum Afternoon Tea fahren. Hier waren wir schon einige Male und ist einfach traumhaft.

Sandy Lane Hotel Barbados

Sandy Lane Hotel Barbados

Einen Tisch hatte ich natürlich schon reserviert. Dort angekommen führte uns das freundliche Personal zu einem sehr schönen eingedeckten Tisch mit Geburtstags Glitter. Nachdem wir mit unserer Tea Time fertig waren, kamen die Kellner auf einmal mit einem kleinen Schokoladenkuchen, einer Wunderkerze und einem Geburtstagsständchen um die Ecke. Boris war sichtlich gerührt. Ich allerdings auch, denn das hatte ich nicht bestellt.

Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück zum Schiff gefahren und haben uns noch ein bisschen an Deck die Britannia von P&O angeschaut, die gerade ihre Rettungs Übung durchgeführt haben. Wenn ich mir das so angeguckt habe dachte ich nur ein Glück wir sind auf der AIDA. Ich möchte nicht dabei sein, wenn ein P&O Schiff untergeht… Zeitgleich lag mit uns im Hafen ja auch noch die Royal Clipper. Wir haben schon einige Male damit geliebäugelt auf diesem Schiff eine Reise zu machen. Als wir nun gesehen haben wir dieses Schiff allein schon im Hafen gewackelt hat haben wir beschlossen, diesen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal über Bord zu werfen.

Heute haben wir ausnahmsweise mal kein Rossini geplant. Kaum zu glauben aber wahr. Wir haben den Abend im Brauhaus ausklingen lassen. Es gab hausgemachte Sülze und die weltbesten Bratkartoffeln die ich je gegessen habe.

Ein kleiner Abschluss Cocktail an der Mar Bar auf Deck 9 läutete dann die Müdigkeit ein. Eine kleine Info zum Thema Getränkekarten kann ich für die Aidamar noch geben. Es gibt sämtliche Getränkepakete an der Mar Bar auf Deck 9 zu kaufen. Außerdem ist es auch hier möglich die Lieblingscocktails von früher zu bestellen. Diese sind ja leider vor einem Jahr der großflächigen Cocktail Streichung zum Opfer gefallen. Bei mir waren es Cocktails wie zum Beispiel der BBC oder der Chica. Diese kann man hier problemlos bestellen. Auf der AIDAblu auch.

Morgen ist der erste Seetag auf unserem Weg nach Europa und es ist Valentinstag. Lassen wir uns überraschen was passiert….

Tag 6: Unser erster Seetag

Auf gehts nach Europa

Wettervorschau: bewölkt, 26 Grad
Sonnenaufgang: 07:15Uhr
Sonnenuntergang: 18:39 Uhr
Nächste Etappe: 2.633 Seemeilen (4.876 Kilometer) bis Funchal auf Madeira
Umstellung der Borduhren von 02:00 Uhr auf 03:00 Uhr

Nun geht es tatsächlich los… Der weite Weg über den Atlantik nach Europa. Heute ist der erste Tag auf See und jetzt schon überall nur Wasser… Ich bin gespannt. Bisher ist die See recht ruhig, es wackelt zwar, aber für uns alles in Ordnung.

Heute Nacht haben wir gleich das erste Mal die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Nur noch vier Stunden Differenz zu Deutschland. Da wir an Seetagen bei Frühstück die Ruhe bevorzugen, wurde der Wecker auf 06:30 Uhr gestellt. Das EAST öffnet immer um 07:00 Uhr die Pforten. Dort angekommen war am Eingang ein Sektempfang zum Valentinstag. Ich war sehr überrascht über so eine Aktion, auch wenn es nur ein Orangensaft wurde. Wenn ich überlege, dass wir Silvester auf der AIDAluna vor zwei Jahren nicht mal um Mitternacht einen Gratissekt zum Anstoßen bekommen haben muss ich sagen: „Hut ab“. Es ist immerhin „nur“ Valentinstag. In einem Jahr sind wir am 14. Februar auf einem Carnival Schiff, ich bin jetzt schon gespannt, was da abgeht.

Nach dem Frühstück sind wir in die Wellness Oase. Wir haben uns eine Wellness Oasen Flatrate gegönnt und können so jederzeit an jedem Tag dort rein. Das Wetter draußen war sehr schön, nur leider zu windig, um das Sonnendach zu öffnen. Der Meyer Balkon, der zur Wellness Oase gehört war auch extrem windig. So haben wir nach dem Mittagessen beschlossen, uns oben auf Deck 15 vorn hinzusetzen. Da war es windig aber gut auszuhalten und sogar recht leer.

Am Nachmittag auf der Kabine gab es dann noch eine Überraschung: ein Foto vom AIDA Team mit Valentinstagsgrüssen und ein Schokiherz. Tolle Idee und nun war Silvester auf der Luna wirklich getoppt. Wir haben uns sehr gefreut.

Am Abend gab es dann natürlich ein Valentinstagsmenü im Rossini, welches – wie soll es auch anders sein – sehr schmackhaft war….

Gute Nacht

Tag 7: Seetag Nummer 2

Wettervorschau: bewölkt bis wechselhaft, 25 Grad
Sonnenaufgang: 07:53 Uhr
Sonnenuntergang: 19:11 Uhr
Nächste Etappe: noch da. 1.970 Seemeilen (3.648 Kilometer) bis Funchal auf Madeira
Umstellung der Borduhren von 02:00 Uhr auf 03:00 Uhr

Das schöne an der Zeitumstellung – heute Nacht wieder eine Stunde vor – ist die Ruhe am Morgen auf dem Schiff. Ein paar Impressionen anbei.

Frühstück wie immer im EAST und dann ab in die Wellnessoase. Windig wie gestern, nach dem Essen wieder oben an Deck gesessen. Noch spielt sich vieles draußen ab und die Situation in den Restaurants am Mittag ist relativ entspannt, wir kennen das anders… Aber wer weiß, wie es wird, wenn es Kälter und stürmischer wird.

Am frühen Abend gab es eine Lesung von unserem Lektor an Bord, Boris Henn, aus dem weltberühmten Roman von Alessandro Baricco. Es ging um folgendes:

An Bord des Ozeandampfers Virginian wird am Neujahrsmorgen des Jahres 1900 ein Säugling gefunden, den die Crew „Novecento“, Neunzehnhundert, tauft. Der Junge wird von einem der Seemänner großgezogen. Als er sein musikalisches Talent entdeckt, spielt er erst heimlich auf einem Flügel im Ballsaal der Ersten Klasse. Später wird er sogar Pianist der Bordkapelle – Das Schiff aber verlässt er nie.

Er hat es großartig vorgetragen und wir freuen uns jetzt schon auf die Lesung „Der kleine Prinz“ vom ihm.

Ansonsten muss man sagen, wird wirklich viel an Bord geboten. Wir selber nehmen davon nicht viel wahr, aber langweilen muss sich wirklich niemand. Morgen dazu mehr, denn wir sind im Brauhaus verabredet.

Tag 8: Seetag Nummer 3

auf dem Weg nach Funchal 

Wettervorschau: bewölkt bis wechselhaft, 23 Grad
Sonnenaufgang: 07:30 Uhr
Sonnenuntergang: 18:41 Uhr
Nächste Etappe: noch 1.550 Seemeilen (2.871 Kilometer) bis Funchal auf Madeira

Dank modernster Technik mit Radar und GPS wissen wir immer genau, wo wir uns befinden und in welche Richtung wir fahren müssen. Gesteuert wird all das von der Brücke, die ständig mit Nautischen Offizieren und ei- nem Matrosen besetzt ist. Sie kontrollieren die Hightech-Geräte und können jederzeit manuell eingreifen. Die Brücke ist die Kommandozentrale von AIDAmar und sie erinnert eher an ein überdimensionales Cockpit als an einen Raum, von dem aus ein Schiff gesteuert wird. Aber genauso, wie heute nur Fachleute die Funktionsweise der Geräte verstehen, taten sich in früheren Zeiten die Menschen mit Errungenschaften schwer, die mittlerweile selbstverständlich sind wie zum Beispiel: dem Kompass. Die unerklärliche Kraft einer Nadel, den Norden zu orten, erschien vielen als schwarze Magie, und die Kapitäne konsultierten den Kompass in diesen Zeiten nur geheim.

Es scheint ein wenig windig zu sein. Wir haben ein Glück kein Problem bisher gehabt und finden auch nicht, dass es wirklich Seegang ist. Die Ansage unseres Kapitäns war allerdings super:

Ein Tipp von der Brücke: bei Seegang empfehle ich Ihnen, eine gute Bitterschokolade zu essen und dazu einen starken Pfefferminztee zu trinken. Ehrlich gesagt hilft dies zwar nicht bei Seekrankheit, aber beim Erbrechen schmeckt es dann wenigstens nach After Eight

Ich lag am Boden vor Lachen.

Wir haben wie immer an Seetagen den Tag in der Wellness Oase verbracht, wobei ich noch eine 50minütige Ligne St. Barth Harmony Massage hatte. Eine entspannende, sanfte Ganzkörpermassage mit speziell auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten, intensiven Pflegeprodukten wie zum Beispiel reinem Kokosöl, kaltgepresstem Avocado-Öl, Efeu-Gel oder Menthol-Öl. Eine reichhaltige Bodylotion in den Duftvarianten Bourbonvanille, Tiaré-Blüte oder feine Lilie verwöhnt
einen zum Schluss mit einem Hauch von Karibik

Obwohl es draußen schon etwas frischer wird, ist es erstaunlich entspannt bei dieser Tour sowohl mittags (wenn man so gegen 13:15 Uhr essen geht) als auch am Abend so eine 3/4 Stunde nach Öffnung der Restaurants. Der Altersdurchschnitt dieser Reise ist recht hoch, aber ich glaube, dieses Publikum ist nicht das „Ich blocke meinen Tisch für drei Stunden, weil es gerade Getränke frei gibt – Essen interessiert mich nicht“… Allerdings werden dafür morgens um 05:00 an Deck die ersten Liegen reserviert. Kein Kommenatar nötig…

Auch wenn wir das Programm kaum wahrnehmen, wird wirklich viel für die Gäste geboten.
An Bord dabei sind:

Astrologie
Stephan Schumacher
Bekannt als Medienastrologe (ARD, ZDF, WDR, ARTE, 3SAT, RTL, VOX, PRO7 etc.) Er hält Vorträge wie z.B. „Faszination und Möglichkeiten der Astrologie“

Astronomie & Raumfahrt
Dr. Hartmut Renken
Vortrag u.a. „Sonne, Mond und Sterne über der AIDAmar“

Über- & Unterwasserfotografie
Martin Helmers
Er ist als Journalist und Kameramann für SeaStar.TV weltweit unterwegs.
Workshop: „Filmen mit dem IPhone“

Lektorin Fabiola Henning
Meeresbiologin

Lektor Boris Henn
TV- Moderator, Journalist und Lektor. Seine zahlreichen Reisen und Dreharbeiten führten ihn schon rund um den Globus.

Mitreden können wir ehrlich gesagt bisher auch nur bei den Vorträgen bzw. Lesungen von Boris Henn, die wirklich großartig waren. Wir haben gerade „Der kleine Prinz“ hören dürfen und ich war wieder in meiner Kindheit… Mal mir ein Schaf, bitte

Heute Abend saßen wir im Brauhaus und hörten das Gerücht, dass wir nicht nach Madeira fahren, sondern die Azoren anlaufen….

Wir sind gespannt. An Gerüchten ist ja häufig etwas Wahrheit dran. Genau wie an dem Gerücht: „AIDA = 3 Kilo Zunahme pro Woche“…

In diese Sinne, guten Appetit

Tag 9: Seetag Nummer 4

auf dem Weg nach Funchal

Wettervorschau: bewölkt bis wechselhaft, 21 Grad
Sonnenaufgang: 08:06 Uhr
Sonnenuntergang: 19:11 Uhr
Nächste Etappe: 1.074 Seemeilen (1.989 Kilometer) bis Funchal auf Madeira

Die Borduhren werden mal wieder eine Stunde vorgestellt… Nur noch zwei Stunden Differenz zu Hamburg

Was soll ich sagen: ein Seetag hat.
Allerdings meldete sich der Kapitän morgens direkt auf die Kabinen und in dem Moment war uns klar, dass Gerücht ist kein Gerücht. Er teilte uns mit, dass es tatsächlich aufgrund von Wetterverhältnissen auf die Azoren geht. Mehr dazu um 10:30 Uhr im Theatrium.

Da war es mehr als voll. Alle lauschten gespannt seiner Erklärung. Er sagte, dass er schon so oft in Funchal gewesen ist, aber noch nie auf den Azoren und das bot sich einfach an, da wollte er schon immer einmal hin. Geht uns genauso. Die Wahrheit ist natürlich, dass das Wetter Richtung Madeira extrem schlecht war und nach Rücksprache mit der Reederei aus Sicherheitsgründen diese Umroutung stattgefunden hat. Wir freuen uns. Natürlich sind wir überhaupt nicht darauf vorbereitet wie der Rest der Passagiere auch. Da wird wohl ausnahmsweise mal ein AIDA Ausflug gebucht…

Wir sind gespannt. Auch auf den Vortrag von Boris Henn über die Azoren am morgigen Tag. Unverhofft kommt oft…

Ich habe mir mal wieder eine Massage gegönnt. Diesmal war es 80 Minuten „La Stone Therapy“: Das indianische Massageritual bringt Körper und Seele wieder in Einklang. Die Wechselwirkung von warmen und kühlen Steinen wirkt besonders entspannend.
Nun bin ich total entspannt und brauche ein kleines Nachmittagsschläfchen.

Am Abend ging es mal in das Mark Restaurant und danach an die Mar Bar für einen Schlummertrunk.

Nichtstun mach müde.

Tag 10: Seetag Nummer 5 – Auf dem Weg zu den Azoren

Wettervorschau: wolkig bis leicht bewölkt, 17 Grad
Sonnenaufgang: 08:39 Uhr
Sonnenuntergang: 19:39 Uhr
Nächste Etappe: 330 Seemeilen (612 Kilometer) bis Ponta Delgada auf den Azoren

Schon seit Jahren gibt es sie: Geschichten über Klabautermänner und Meerjungfrauen und allerhand skurrile Geschichten vom Schiff. Im Volksmund nennt man das auch „Seemannsgarn spinnen“. Der Begriff stammt aus der Seefahrt, denn früher mussten die Matrosen der Segelschiffe – wenn Zeit war oder Flaute herrschte – Seemannsgarn spinnen. Das ist dünnes Kabelgarn aus altem Tauwerk zum Bekleiden der Trossen und Taue. Dabei erzählte man sich gern „Döntjes“ (plattdeutsche Anekdoten) und Geschichten. Diese waren oft langatmig, voller Prahlereien und ohne jeglichen Tiefgang. Wenn es dann wieder nach Hause ging und der Seemann seinen Freunden und Bekannten die Geschichten von den Abenteuern mit Meeresungeheuern, Piraten und Klabautermännern zum Besten gab, hingen die Zuhörer gespannt an den Lippen des Erzählers.

Was soll man an Seetagen schreiben, wenn der Tagesablauf irgendwie immer sehr ähnlich ist…?! Also: Frühstück wie immer im EAST morgens früh, dann in die Wellness Oase.

Um 11:30 Uhr hat unser Lektor Boris Henn einen Vortrag im Theatrium über die Azoren gehalten, der natürlich unheimlich gut besucht war. Mein größter Respekt geht an Boris, der den Tag vorher um die 60 Folien vorbereitet hat, denn eigentlich wäre ja Madeira dran gewesen 😀

Den Rest des Tages haben wir nichts getan ( okay, gegessen…).

Am Abend waren wir wieder im Markt Restaurant, welches wieder recht angenehm war. Kein Gedränge und Geschubse.

Danach ein Cocktail an der Mar Bar. Dort haben die Solokünstler ein wenig gesungen und ich war begeistert. Endlich mal wieder richtig tolle Stimmen. Das war bei unseren letzt üben drei Reisen leider nicht der Fall…

Noch einmal schlafen und dann wieder LAND IN SICHT!

Tag 11: Ponta Delgada und Sao Miguel auf den Azoren

Liegeplatz: Passenger Terminal Portas do Mar (direkt in der Stadt)
Liegezeit: 10:00 Uhr bis 06:00 Uhr am 20.02.2016 (Overnight)

Wettervorschau: leicht bewölkt, 16 Grad
Sonnenaufgang: 07:26 Uhr
Sonnenuntergang: 18:25 Uhr
Nächste Etappe: 818 Seemeilen (1.515?Kilometer) bis Porto / Leixões

Etwa 1.500 Kilometer westlich der portugiesischen Küste liegt im Atlantik das Inselarchipel der Azoren. São Miguel ist dessen Hauptinsel und gehört zur östlichen Gruppe. Sie ist die größte unter ihnen, erstreckt sich auf einer Fläche von 746 Quadratkilometern, ist knapp 64 Kilometer lang, 16 Kilometer breit und hat 155 Kilometer Küstenlinie zu bieten. Auf São Miguel leben gut 140.000 Menschen, 65.000 davon in der Hauptstadt Ponta Delgada und Umgebung, die gleichzeitig die größte Stadt des gesamten Archipels ist. „Dünne Spitze“ bedeutet ihr Name, der von der kleinen Landspitze herrührt, auf der die Stadt entstanden ist.

Es war einfach schön, endlich wieder Land zu sehen obwohl ich sagen muss, dass die fünf Tage wahnsinnig schnell vorbeigegangen sind. Hatte es mir wesentlich schlimmer vorgestellt.

Jeder an Bord war glaube ich aufgeregt, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Unser Ausflug ging erst um 13:15 Uhr los, so dass wir Zeit hatten, die Stadt zu erkunden. Das Schiff liegt sehr zentral, der Hafen ist hübsch angelegt. Das erste Café war unseres: Cappuccino mit viiiiel Zimt (typisch für Portugal) und Pasteis de Nata. Kleine, schweineleckere Puddingtörtchen 👌

Danach war ein Spaziergang in der Stadt angesagt. Leider gibt es keine Fußgängerzone, sondern nur viele kleine schmale Straßen.

Ein Hauch Großstadt weht an der Uferpromenade im Anblick der Kulisse Ponta Delgadas. Doch ist die Hauptstadt mit den vier Gemeinden Santa Clara, São Jose, São Pedro und São Sebastião trotz ihrer Bedeutung als wirtschaftliches Zentrum der Azoren gemütlich und im Kern auch historisch geblieben. Viele alte Kirchen, Parks und Plätze sowie kleine Paläste prägen das Stadtbild. Das Leben pulsiert an der Avenida Infante Dom Henrique, wo Banken, Büros und Geschäfte ihren Sitz haben. Zentraler Platz ist der Largo de Gonçalo Velho Cabral, benannt nach dem ersten Inselverwalter, dem hier auch ein Denkmal errichtet wurde. Wie die meisten Gehwege ist auch der Platz kontrastreich im Schwarz der Basalt- und Weiß der Kalksteine gepflastert. Kaum vorstellbar, dass sich hier im 18. und 19. Jahrhundert der Hafen befand. Reste davon finden Sie noch am Café Mascote, dessen älterer Gebäudeteil einst ein Stück der Hafenbebauung war. Das Stadttor Portas da Cidade aus dem Jahr 1783 mit seinen drei Bögen bildete am alten Hafen die Eingangspforte zur Stadt, bevor es 1947 an seinen heutigen Platz umgesiedelt wurde und als Wahrzeichen Ponta Delgadas gilt. Das Rathaus aus dem Jahr 1724 findet man am Largo da República. Im angrenzenden barocken Turm läutet noch immer eine Glocke aus dem 16. Jahrhundert, die älteste Glocke der Azoren. Die Statue vor dem Rathaus stellt den Schutzheiligen der Insel, São Miguel, dar. Das Phänomen des Platzes Praça 5 de Outubro ist der große australische Eisenholzbaum. Er wurde 1870 gepflanzt und hat seitdem die Jahrhunderte überdauert. Zwei schöne Kirchen befinden sich ganz in der Nähe: die Igreja de São José und die Klosterkirche Igreja de Nossa Senhora da Esperança. Erstere stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde in rund 60 Jahren errichtet. Noch heute ist das dreischiffige Gotteshaus der größte Kirchenbau auf den Azoren. Im unteren Chor der schmale Klosterkirche Nossa Senhora da Esperança findet man die mit Juwelen besetzte Figur des Senhor Santo Cristo dos Milagres. Einen schönen Blick auf Ponta Delgada hat man vom Forte de Sao Braz aus, das zum Schutz vor Piraten im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Heute hat hier die Armee ihren Sitz. Ebenfalls eine gute Sicht genießt man vom Vorplatz der Ermida da Nossa Senhora de Mãe de Deus aus. Sie wurde 1925 auf einem kleinen Hügel gebaut. Eines der wichtigsten Museen der Azoren ist das Museu Carlos Machado, das bereits 1876 gegründet wurde und seit 1930 im ehemaligen Kloster Convento des Santo André untergebracht ist. Dargestellt wird das Leben auf den Azoren mit all seinen Facetten. Es gibt Ausstellungen zur Geologie, zur Geschichte, zum Ackerbau und zum Handwerk sowie eine Spielzeugsammlung und eine Präsentation von Azulejos. Auch zahlreiche Paläste schmücken das Stadtbild. Dazu gehören der Palácio da Conceição aus dem 17. Jahrhundert, der Palácio de Fonte Bela (1839), heute ein Gymnasium, sowie der Palácio Santa Catarina, in dem einst der Gouverneur residierte. Erholung finden die Hauptstädter im Stadtgarten Jardim António Borges. Er wurde im 19. Jahrhundert als Privatgarten des Ananaszüchters Borges angelegt. Eine romantische Brücke, uralte Farne, Fontänen und Wasserspiele laden Erholungssuchende zum Verweilen ein. Die Kanäle des Gartens nutzten die Herrschaften früher für kleine Bootsausflüge.

Dann ging es zurück zum Schiff, einen kleine Stärkung und dann war der Ausflug dran. Nach ca. 30 Minuten Busfahrt haben wir den Ort „Ribeira Grande“ erreicht. Eine kleine – wie ich allerdings finde unspektakuläre – Kleinstadt. Nach ca. 30 Minuten Aufenthalt ging es weiter zum Aussichtspunkt „Pico de Ferro“ mit Blick in das Tal von Furnas. Wir hatten Glück und konnten den Ausblick genießen, was wohl aufgrund der niedrigen Wolkendecke recht selten ist.

Danach ging es weiter zum Botanischen Garten „Terra Nostra“ in Furnas. Ein Traum! Wir hatten eine geführte Tour dort, man kann aber locker den ganzen Tag dort verbringen. Wunderschön!

Danach eine kurze Weiterfahrt zu den heißen – und stinkenden – Quellen von Furnas. Ein Duft von verfaulten Eiern hing in der Luft. Aber es war beeindruckend, wie aktiv hier die Erde noch ist. Wohnen möchte ich hier nicht.

Dann hatten wir die Rückfahrt zurück zum Schiff und waren gegen 18:30 Uhr hier.

Ich muss sagen, die Insel war ein Traum. Irgendwie eine Mischung aus Island mit den Quellen, La Palma und dem Schwarzwald und hunderten von Kühen. Total grün, bergig, einzigartig. Gäbe es hier schöne Strände, ein tolles Reiseziel.

Und zum krönenden Abschluss ging es ins Rossini. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Tag 12: Seetag – Schon wieder Wasser

Auf dem Weg nach Porto/Leixões AIDAmar

Wettervorschau: bewölkt, 16 Grad
Sonnenaufgang: 07:23 Uhr
Sonnenuntergang: 18:03 Uhr
Nächste Etappe: 818 Seemeilen (1.515 Kilometer) bis Porto/Leixões

Seit Beginn der Seefahrerzeit entwickelte sich an Bord eine eigene seemännische Sprache, die noch heute verwendet wird. Da Schiffsbesatzungen meist international waren, prägten zum Beispiel Niederländisch, Plattdeutsch und Englisch dieses Vokabular. Die Seemannssprache hat ihren Ursprung vor allem im Bedürfnis nach Sicherheit. Um mehrdeutige Bezeichnungen zu vermeiden war es zum Beispiel notwendig, nicht einfach von einem „Seil“ zu sprechen, sondern es nach Funktion und Art genauer zu bezeichnen: „Leinen“, „Tampen“, „Festmacherleinen“ und „Drähten“. Natürlich wird auch auf AIDA eine seemännische Sprache gepflegt. Außer Back- und Steuerbord fällt oft der Begriff „achtern“. Das bedeutet auf einem Schiff: ganz hinten.

Mal wieder ein Seetag und heute liegt wirklich gar nichts an. Nur in der Wellness Oase relaxen. Am Nachmittag gab es eine Fragestunde mit dem Kapitän. War sehr interessant gemacht. Wir hatten Jörg Miklitza auf einer seiner ersten Reisen im September 2012. Da war er noch relativ ruhig und wortkarg. Inzwischen hat er sich toll entwickelt. Es macht Spaß, ihm zuzuhören. Manche finden seine Ansagen zu lang, ich finde sie informativ und witzig. Zumal er an Seetagen nicht nur um 10:00 Uhr eine Durchsage macht, die man in der Wellness Oase nicht hört, sondern auch am Nachmittag und abends gegen 18:30. So ist wirklich jeder informiert…

Morgen noch ein Seetag, diesmal aber mit etwas Programm.

Tag 13: Seetag auf dem Weg nach Porto / Leixoes

Sonntag, 21. Februar 2016

Wettervorscbau: wechselhaft, später Auflockerung, 15 °C
Sonnenaufgang: 07:27 Uhr
Sonnenuntergang: 18:03 Uhr
Nächte Etappe: 352 Seemeilen (652 Kilometer) bis Porto/Leixões

Nähert sich AIDAmar einem Hafen, kommt oft ein Lotse an Bord. Er ist ein nautischer Berater des Kapitäns und gehört nicht zur AIDA Crew. Trotzdem bildet er zusammen mit der Schiffsleitung ein Team und berät, wenn es um Wetter, Strömungen, Gezeiten, Kursvorgaben oder mögliche Gefahren geht. Lotsen an Bord zu nehmen, ist eine alte Tradition: Schon früher holten sich die Kapitäne ortskundige Fischer an Bord, die ihnen Auskunft über fremde Fahrtgebiete lieferten. Heute muss ein Lotse gut ausgebildet sein. In einigen Ländern braucht der Lotse das uneingeschränkte Kapitänspatent sowie eine gewisse Erfahrung in Navigation und Manövrieren. In anderen Teilen der Welt, wie den USA, ist es ein regulärer Ausbildungsberuf, in dem die Lotsen durch Simulatortraining und Aspirantenzeiten mit einem erfahrenen Lotsen an Bord verschiedener Schiffe die Lotsenreife erwerben können. Erst nach vielen Jahren darf ein Lotse selbständig Schiffe aller Größen betreuen.

Ein weitere Seetag liegt vor uns. Langsam finde ich Gefallen an diese Tagen seit dieser Reise. Vorher war ich kein Freund von Seetagen aber inzwischen finde ich die toll. Warum weiß ich nicht, ist einfach entspannend.

Der Tag fängt für uns immer früh an, da das EAST morgens um 07:00 Uhr öffnet und es dann immer so schön leer ist, weil es doch wenig Frühaufsteher gibt 😀

Den Vormittag haben wir wie immer in der Wellness Oase verbracht. Am frühen Nachmittag gab es dann einen Geburtstagskuchen. Wir haben am Hamburger Flughafen ein sehr nettes Paar – Marina und Klaus – kennengelernt und Klaus hatte Geburtstag. Es gab eine leckere Mokkatorte und Kaffee. Und dann ist uns Sarah über den Weg gelaufen, worüber wir uns sehr gefreut haben. Sarah haben wir auf einer Karibikreise auf der AIDAluna kennengelernt, dort war sie Restaurantleiterin im Buffalo. Es hat immer superviel Spaß mit Ihr gemacht, sie ist uns in sehr guter Erinnerung geblieben. Und auf den Azoren ist sie dann auf die AIDAmar gestiegen. Es ist schön, bekannte Gesichter wiederzusehen.

Am Abend ging es dann mit Marina und Klaus zur Feier des Tages ins Rossini. So konnten wir endlich unserem Flasche Champagner vom Valentinstag nutzen und zu viert vernichten. Zu zweit ist das etwas schwierig für uns…

Für uns gab es im Rossini auch eine Premiere: Rossini Live

Die Variante hatten wir noch nicht und wir waren wirklich schon sehr oft dort essen auf all unseren Reisen 😀 Der Chef de Cuisine – Michael Simon – hat das Sorbet sowie das Dessert vor den Augen der Gästen angerichtet. Da es relativ leer war, konnte jeder etwas sehen und es war klasse. Ich bin ja auch der Meinung, Michael Simon wäre der perfekte Fernsehkoch! Er kann fantastisch kochen und hat eine tolle Art, sich auszudrücken. Vor einem Jahr hat er auf unserer Rettungsstation die Übung durchgeführt und das war schon klasse. Hatte zwar nichts mit Kochen zu tun, war aber trotzdem klasse.

Der Abend im Rossini war – wie soll es auch anders sein – wie immer perfekt und wir sind vollgefuttert (ja, im Rossini kann man satt werden) und glücklich ins Bett gefallen.

Tag 14: Der perfekte Tag in Porto

Liegeplatz: Leixões Cruise Terminal (superneues Spaceterminal, das leider nicht funktioniert; Industriehafen mit kostenlosem Hafenshuttle zum Ausgang)
Liegezeit: 08:00–16:00 Uhr
Wettervorschau: heiter bis bewölkt, 15 °C
Sonnenaufgang: 07:21 Uhr
Sonnenuntergang: 18:17 Uhr
Nächste Etappe: 214 Seemeilen (396 Kilometer) bis La Coruña

Porto wurde für den Portwein-Handel mit den Briten bekannt. Guckt man in die Kellereien am Südufer des Flusses Douro, findet man den bekannten Wein lagernd in alten Fässern. Die Stadt ist geprägt von Bankhäusern, Juwelierläden und Kontoren. Leixões mit dem Hafen Porto de Leixões ist der größte künstlich gebaute Hafen Portugals und der wichtigste Umschlagsplatz der Stadt Porto und der Region, gebaut wurde er Ende des 19. Jahrhunderts. Nicht nur Güterumschlag findet hier statt, der Hafen verfügt auch über einen Passagierterminal und einen Yachthafen mit Marina. Porto ist nach Lissabon die zweitgrößte Stadt Portugals und zählt rund 250.000 Einwohner.

Von der UNESCO 1996 zum Weltkulturerbe erklärt, reckt sich am Douro entlang, die Altstadt Ribeira bis hinauf in die Hügel Portos – malerisch, geschichtsträchtig, einfach sehenswert! Ob man tagsüber in einem der vielen Cafés sitzt oder nachts durch die Bars zieht – Porto bietet immer die richtige Kulisse. Beeindruckend geht es weiter mit Sé – der romanischen Kathedrale von Porto. Oberhalb der Altstadt auf dem Hügel Pena Ventos steht sie, im 13. Jahrhundert fertig gestellt. Skulpturen, eine Marmorkapelle, kunstvolle Schnitzereien – um nur ein paar der Schönheiten zu nennen, die man in dieser Kathedrale bestaunen kann. Und nun zum Bahnhof. Zu einem Bahnhof? Ja, denn in diesem gibt es etwas Besonderes zu sehen. Im Estação de São Bento verzieren in der großen Halle des Bahnhofs tausende Azulejos, Mosaikfliesen, die Wand. Zusammengesetzt stellen sie Bilder aus dem portugiesischen Landleben und historische Ereignisse dar. Künstlerisch geht es weiter im

Leixoes

Leixoes

Museu de Serralves, dem Museum für Zeitgenössische Kunst. Kulturelle Events finden hier statt und das Museum verfügt über eine Sammlung regionaler und nationaler Kunst der 60er Jahre. Und weiter geht es mit Kultur, auf zum Casa da Música, der modernen Konzerthalle, die den Titel Portos als europäische Kulturhauptstadt 2001 bekräftigt. Ein Kulturzentrum ist hier entstanden, mit einem Restaurant und Bars, Konzerte von Klassik über Jazz bis zu DJ-Auftritten finden hier statt. Im Zentrum der Stadt befindet man sich, wenn man auf dem Praça da Liberdade steht und auf die Reiterstatue König Joãos IV. blickt. Man kann aber auch ein paar Schritte gehen und zwar den Glockenturm der Kirche Igreja dos Clérigos hinauf. Hat man die über 200 Stufen geschafft, wird man mit einem traumhaften Blick über Porto belohnt.

Leixoes

Leixoes

Wir haben einen Ausflug gebucht. Mach anfänglichen Schwierigkeiten beim Anlegen des Schiffes dank der modernen, nicht funktionierenden, Technik im neuen Super-Duper-Terminal hat sich Porto dann doch dazu hinablassen müssen, dass AIDA den Ausgang zur Verfügung stellt. Deren Finger ins Terminal wollte nicht so.

Wir haben eine Stadtrundfahrt gemacht. Porto ist ungefähr nur 4 km von dem nicht ansprechbarem Ort Leixœs entfernt, aber so groß und Verkehrsrechten, dass ein Bus oder Taxi eine gute halbe Stunde benötigt. Wir haben sehr viel sehen können bei so einer Bustour. Als erstes stand dann die Besichtigung der Kirche São Francisco an. Sehr unscheinbar von außen, sehr schön von innen. Da wir es nicht so mit Kirchen haben, konnten wir ein wenig bummeln. Der Fluß und die süße Altstadt war ganz nah und nach einer kurzen Katzenstreichelpause haben wir in einem schönen Café am Wasser getrunken. Das Wetter war ein Traum: 15 Grad und Sonne satt. Wenn Engel reisen…

Danach ging es weiter zur Portweinprobe. Ein Glück sind wir nicht zu Sandeman gefahren, sondern zu einer Fabrik mit dem wohlklingenden Namen Real Companhia Velha. Eine sehr schöne Fabrik und wir waren fast alleine. Nach einem Einführungsfilm über die Entstehung, ging es weiter in den modrig riechenden Keller mit hunderten von Portweinfässern. Hier wurde uns in einem tollen Deutsch erklärt, wie der Portwein entsteht. Danach ging es in den Verkaufsraum, wo es auch die Verkostung gab. Es waren für jeden Gast jeweils ein Glas roten und ein Glas weißen Portwein hingestellt.

Verkostung in Porto

Verkostung in Porto

Alles war sehr sauber. Wir wollten einen weißen Port mitnehmen, jedoch der zum Probieren war uns nicht lieblich genug. Nach Rückfrage bekamen wir sofort einen anderen zum Testen, den wir auch mitgenommen haben. Und das Highlight für mich: ganz viele kleine Junge Miezekatzen (ca. 6 Monate), die alle aussahen wie unser Kater Grobi.

Danach ging es zurück zum Schiff. Um 13:30 Uhr hatten wir die Wellness Suite gebucht für vier Stunden gebucht. Wie immer ein tolles Erlebnis. Bei dem Wetter haben wir natürlich mehr den Balkon mit den tollen Lounge Liegen genutzt, da die Sonne einfach draufknallte. Es gehört noch eine eigene Sauna dazu, ein Wasserbett, eine Whirpoolwanne und zwei Massageliegen. Sämtliche St. Barth Produkte – die ich übrigens über alles liebe – stehen zur freien Benutzung zur Verfügung.

Eigentlich war Abfahrt um 16:00 Uhr geplant. Durch die Verzögerung hatte der Kapitän morgens entschieden, etwas später abzufahren, Zeit für Alle Mann an Bord, wurde auf 16:00 Uhr raufgesetzt. Trotzdem gibt es immer noch Leute, die zu spät kommen. Drei Personen kamen dann um 16:20 Uhr und fanden es scheinbar noch lustig. Idioten gibt es überall. So sind wir leider erst um 16:30 Uhr ausgelaufen. Das war die Zeit, um die ich für meinen Mann und mich eine 30minütige Massage in der Wellness Suite gebucht. Wir haben uns das Auslaufen als beim Massieren vorgestellt…

Das Abendessen fiel aus wegen keinem Hunger mehr. Dafür haben wir uns abends mal den Gastkünstler “ Mario Wilson“ angeguckt. Ein Zauberer mit sächsischem Akzent und wirklich einen großartigen Unterhaltungswert und ein fantastischer Zauberer…

Ein Schlummertrunk und ab ins Bett. Einmal noch die Uhren stellen.

Tag 15: Endlich in Spanien – Hola La Coruna

Liegeplatz: Muelle de Trasatlánticos (direkt in der Stadt; sollte das Schiff nicht vorn liegen, fährt ein kostenfreier Pendelbus zum Ausgang)
Liegezeit: 08:00–18:00 Uhr
Wettervorschau: heiter bis leicht bewölkt, 14 °C
Sonnenaufgang: 08:21 Uhr
Sonnenuntergang: 19:14 Uhr
Nächste Etappe: 594 Seemeilen (1.100 Kilometer) bis Paris/Le Havre

Noch einmal die Uhren umstellen, dann haben wir wieder Hamburger Zeit 😀

Auf dem Jakobsweg kommen Pilger unweigerlich durch die Hafenstadt La Coruña. Aber nicht nur das Grab des Apostels Jakobus zieht die Menschen magisch an. Die ganze Stadt mit ihrer mächtigen Kathedrale, den prächtigen historischen Gebäuden, ihren romantischen Gassen, Arkaden und Plätzen übt eine besondere Faszination aus. Doch auch Galiciens Hauptstadt selbst bietet interessante Sehenswürdigkeiten. Auf Europas längster Promenade können Sie unter Palmen über ein farbenfrohes Mosaik schlendern und sich am Hafen die verglasten Balkone einiger Häuser mit Hunderten von Fenstern ansehen. Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist der Herkulesturm, der weltweit älteste „aktive“ Leuchtturm.

La Coruña besitzt eine Viertelmillion Einwohner und ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz innerhalb der autonomen Region Galicien. Die Hafenstadt befindet sich auf einer felsigen Insel hoch im Nordwesten Spaniens, die durch einen Sandstreifen mit dem Festland verbunden ist. Vor allem wegen des Hafens ist La Coruña heute ökonomisch gesehen von großer Bedeutung für das gesamte Land. Die Wirtschaft konzentriert sich hier vor allem auf den Ölimport, den Fang von Thunfisch, Kabeljau und Sardinen – sowie die Fisch verarbeitende Industrie. Die Stadt unterteilt sich grob in drei Bereiche: „La Ciudad Vilja“ (Altstadt) an den Hängen des Vorgebirges zum Hafen hin erinnert mit seinen engen Gassen und ruhigen Plätzen an den Wohlstand vergangener Tage. La Pescaderia auf der Landenge war einst, wie der Name schon andeutet, eng mit dem Fischfang verbunden – heute dominieren hier neuere Straßen und Geschäfte. Und weiter südlich befindet sich das Industriegebiet Ensanche.

Die Ursprünge der Stadt gehen zurück bis ins Altertum. Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es hier eine Anlegestelle der Phönizier, die zwischen den Säulen des Herkules und dem britischen Cornwall hin- und hersegelten, um mit Zinn zu handeln. Die Griechen nannten die Kelten „Galatae”, was auch auf einen bestehenden Kontakt mit Galicien hindeutet. Mit Sicherheit bestand die Stadt bereits zu Beginn der Besetzung des Landes durch die Römer. Monumente aus dem Altertum sind in dieser Gegend eher selten, da Coruña in seiner Geschichte doch recht häufig unter Attacken von See aus zu leiden hatte.

Im 12. Jahrhundert plünderten die Mauren unter el-Mansur die Stadt und machten sie dem Erdboden gleich. Die Stadt hatte sich von diesem Schlag jedoch erholt, als der Herzog von Lancaster 1386 hier landete, um die Krone von Kastilien einzufordern.

Von La Coruña aus sandte König Felipe II. von Spanien im Jahre 1588 die Schiffe seiner Armada gegen England in die Schlacht. Sie wurden jedoch von den moderner bewaffneten und schnelleren englischen Schiffen unter der Führung von Charles Howard und Sir Francis Drake besiegt. Das dritte historische Ereignis bezieht sich auf die europäischen Kriege: Im Jahre 1809 flüchteten die englischen Truppen vor den Franzosen. John Moore, der versuchte sich im Hafen von La Coruña in Richtung England einzuschiffen, wurde eingeholt und starb in einer blutigen Schlacht in den Feldern von Elviña. Damals verwüsteten die französischen Truppen die Stadt abermals, bis sie einige Monate später vertrieben wurden. Mit dem Wachsen des christlichen Widerstands geriet Galicien unter die Kontrolle der Städte Asturias und León. Als sich dann die Königreiche von León und Kastilien vereinigten, wurde Galicien ein Teil des neuen, größeren Reiches, ohne jedoch eine eigene historische Rolle darin zu spielen. Da die Landstriche Galiciens jedoch ein wenig abgelegen sind, blieben viele der hier so typischen Traditionen erhalten.

Junge Leute sieht man auf dem Lande nicht mehr oft, da sie ihr Glück in den Städten suchen. Ausländische Touristen sind eher selten, doch viele Spanier verbringen ihren Erholungsurlaub in dieser ländlichen Idylle. Und sie beteiligen sich gerne an den lokalen Festen und tanzen ausgelassen zu den Klängen der Dudelsäcke.

Nicht umsonst nennt man Galicien die „grüne Ecke“ im Nordwesten Spaniens. Die Galicier oder „gallegos“ erzählen gerne, Gott habe sich an seinem letzten Arbeitstag noch etwas Besonderes für sie einfallen lassen. Mit den fünf Fingern einer Hand habe er in die Erde gegriffen und die fünf Fjorde geschaffen, die so genannten Rias, die oft auch als „versunkene Täler“ bezeichnet werden. Julio Iglesias hat in seinem „Canto a Galicia“ die Schönheit Galiciens besungen, die Atem beraubenden Steilküsten, die prachtvollen Sandstrände, die immergrünen Hügel und fruchtbaren Täler. Das Bundesland ist der nasseste und grünste Teil Spaniens – eine ganz eigene Welt weit weg von den Touristenhochburgen der Costa del Sol und Benidorm. Jeweils eine Gebirgskette im Osten und Süden trennt das Land von Portugal und dem Rest Spaniens, der unerbittliche Atlantik bildet eine gewaltige Barriere im Westen und Norden.

Dichte Wälder aus Kastanien, Kiefern und Eukalyptusbäumen sind von fruchtbaren Feldern durchsetzt. Der Nieselregen wird hier frei übersetzt „Tölpels Dusche“ genannt – er ist verantwortlich dafür, dass die Felder hier so grün sind wie in Irland und die Kühe so fett wie in Bayern. Aber wohl am beeindruckendsten ist die wilde und raue Küste mit dem Wind umtosten Kap Finistere an der Westspitze und den tiefen Einbuchtungen der „Rias“, die an norwegische Fjorde erinnern.

Fangfrischen Fisch und Schalentiere gibt es in Galicien im Überfluss. Versuchen sollte man gekochten Oktopus oder gefüllten Tintenfisch (in der eigenen Tinte gekocht), gebratene Krabben mit Knoblauch, Austern, Hummer und Muscheln. Sardinen werden meist gegrillt. Empañadas sind gefüllte Teigfladen – als Füllung werden Schweinefleisch, Aal oder alle anderen Arten von gerade fertigem Fleisch oder Fisch verwendet, so eine Art leckere gastronomische Wundertüte!

Eine Karaffe Hauswein (vino de la casa) empfiehlt sich als Getränk zum Essen. Es gibt keine besonderen Weinanbaugebiete in Galicien, aber die Region ist bekannt für ihre frischen Weißweine und kecken Rotweine, die in der Regel aus weißen Tassen ohne Henkel getrunken werden. Frisch, jung und fruchtig sind denn auch die Charaktere des roten Ribeiro oder Chantada sowie des weißen Betanzos, Cambados und Sotomayor. Schwacher Kaffee wird hier als „café americano” bezeichnet, mit Milch heißt er „con leche“. Espresso heißt in Spanien „solo”. „Aqua fresca“ ist frisches, gekühltes Wasser.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt

Torre de Hercules:

Der römische Leuchtturm ist fast 60 Meter hoch und stammt aus dem 2. Jahrhundert. Vor etwa 200 Jahren ließ Charles III. die damals bestehende Rampe in ein spiralförmiges Treppenhaus ändern und gab dem Turm damit sein heutiges Aussehen. Noch heute lotst das Licht des einzigen noch betriebenen Leuchtturms aus der Römerzeit die Schiffe durch die Bucht.

Iglesia de Santa Maria del Campo:

Die Kirche Santa Maria del Campo ist zwischen dem 13. bis 15. Jahrhundert entstanden. Beachtenswert sind besonders die fein gestalteten Portale und Kapitelle sowie die Statuen der Jungfrau Maria und der Erzengel auf den Säulen.

Jardin de San Carlos:

Der Garten von San Carlos, in dem auch der steinerne Sarkophag des Generals Sir John Moore (siehe auch „Geschichte”) zu finden ist, bietet eine Auswahl exotischer Bäume sowie einen schönen Ausblick auf die kleine Bucht.

Avenida de la Marina:

Wohl kaum eine andere Straße hat den Ruf von Coruña als „Kristallstadt“ so unterstrichen wie diese. Die typische galicische Architektur erkennt man an den verglasten Fronten mit Balkonen und kleinen Türmchen, die es den Bewohnern ermöglichen, gut geschützt vor dem starken Wind die Aussicht zu genießen.

Kastell San Antón:

Auf der Festung San Antón, die im 16. Jahrhundert für die Verteidigung der Bucht auf einer kleinen Insel an der Hafeneinfahrt errichtet wurde, befindet sich heute das sehenswerte Archäologisch-Historische Museum der Provinz.

Museo de Bellas Artes:

Dieses Museum der Schönen Künste befindet sich im Kapuzinerinnenkonvent an der Calle Zalaeta. Es birgt eine sehenswerte Gemäldesammlung alter Meister wie Murillo, Rubens, Bruegel, Tintoretto und Goya.

Santiago de Compostela:

Etwa 63 Kilometer südlich von La Coruña liegt Santiago de Compostela. Es heißt, dass im Mittelalter kein Schrein in Europa mehr verehrt wurde, als der des heiligen Apostels Jakob (Sankt Jakob = Santiago). Die Pilger kamen aus allen Ländern des Christentums zum Grab des Heiligen. Die Zahl der Pilger mit ihren Kerzenlichtern erreichte solche Ausmaße, dass noch heute in der spanischen Umgangssprache die Milchstraße als die „Straße von Santiago” bezeichnet wird. Ich würde behaupten, dass Hape Kerkeling mit seinem Buch “ Ich bin dann mal weg“ für uns Deutsche nochmal attraktiver gemacht.

Wir sind nach dem Frühstück, welches wir heute etwas später eingenommen haben. Ein Glück hat das Wetter mitgespielt. Es war zwar nicht sonnig, aber mit 15 Grad, keinem Regen und wirklich toller frischer Luft ein schöner Tag. Leider ist das Einkaufszentrum direkt am Terminal nach wie vor total ausgestorben. Ein einziger Laden ist dort und es gibt WLAN. Schade eigentlich, es ist ein sehr modernes Gebäude. Als wir im Herbst 2012 das erste Mal hier waren, gab es noch ein paar geöffnete Läden. Letztes Jahr im Mai waren es dann nur noch drei und nun nur noch einer.

Im „Café Hispano“ haben wir erstmal einen Kaffee getrunken. Ich kenne das Café noch vom letzten Jahr und war total begeistert, da die Kaffeespezialitäten im Original genauso aussehen wie auf der Getränkekarte. Sehr zu empfehlen ist hier der „Canario“, bestehend aus Kaffee mit Milchmädchen (feste Kondensmilch), Orangenlikör und Likör 43. einfach göttlich, auch schon morgens.

"Canario" in La Coruna

„Canario“ in La Coruna

La Coruna ist jetzt nicht unbedingt die schönste Stadt Spaniens, aber zum Bummeln laden die kleinen Gassen ein. Und es gibt viele hübsche Cafés und Tapas Bars.

Am Nachmittag hatte ich um 16 Uhr eine wundervolle Lomi Lomi Massage, eine Hawaiianische Tempelmassage mit warmem Öl: Tiefenentspannung durch lange, kräftige Ausstreichungen und eine überwältigende energetische Wirkung. 80 Minuten einfach nur schön.

Es lohnt sich immer, Massagen an Hafentagen vorab über MyAIDA zu buchen. Es gibt bis zu 30 % Rabatt, bei dieser Reise waren es 25 %. Wenn man keine Ausflüge geplant hat und eventuell den Hafen schon kennt, diese zu buchen.

Ablegen sollten wir um 18:00 Uhr, aufgrund eines Medizinischen Notfalls hat sich die Abfahrt um 45 Minuten verzögert, Gesundheit geht natürlich vor.

Nichts desto trotz hat der Kapitän beim Ablegen noch seine angekündigte, kleine Sightseeingfahrt am berühmten Herkulesturm vorbei gemacht. Ziemlich nah dran, aber natürlich ein Highlight. Aber ich muss für mich gestehen, dass ich kurz an das Unglück der Costa Concordia gedacht habe. Nur war hier zu 100 % klar, dass unser Kapitän ganz genau wußte, wie er fahren kann. Er ist während der Reise mein Lieblingskapitän geworden und hat Jens Janauschek von meinem Platz 1 verdrängt.

Am Abend ging es in EAST zum Sushi satt essen. Es war sehr lecker, jedoch fehlte beim Sushi Reis ein wenig Reisessig, es schmeckte zu sehr nach „normalem Reis“. Meine Empfehlung: Wakame Salat vorweg, die AIDA Rolle mit Mango sowie das Nigiri mit geräucherter Ente. Nach wie vor mein Highlight: sie Süße Sushi Rolle mit Marzipan und Mangosauce…

Danach haben wir noch ein wenig unserem Tenor „Tobey Wilson“ gelauscht, der im Theatrium seine Show hatte. Eine tolle Mischung aus grandiosem Sänger und Entertainer.

Gute Nacht!

Tag 16: Seetag auf dem Weg nach Le Havre

Mittwoch, 24. Februar 2016
Wettervorschau: wechselhaft mit Aufheiterungen, 12 °C
Sonnenaufgang: 08:17 Uhr
Sonnenuntergang: 18:54 Uhr
Nächste Etappe: 594 Seemeilen (1.100 Kilometer) bis Le Havre

…Anders als an Land wird die Ge­schwindigkeit auf See in Knoten gemessen. Dabei entspricht ein Knoten einer Seemeile pro Stunde. Diese wiederum entspricht einer Strecke von 1.852 Metern, also 1,852 Kilome­tern. Nicht zu verwechseln mit der englischen Landmeile, die nur 1.609 Meter beträgt. Die Herkunft des Begriffes „Knoten“ ist noch aus früheren Seefahrertagen erhalten, als es zur Ermittlung der Geschwindigkeit noch keine technischen Messgeräte, sondern nur ein Log gab. Diese aufgerollte Schnur, auch Logrolle, die üblicherweise alle 7 Meter mit einem Kno­ten und am Ende mit einem Bleischeit versehen war, wurde vom Schiff aus ins Wasser gehängt. Mittels einer Sanduhr wurde dann gemessen, wie viele Knoten sich während der Fahrtdauer von 14 Sekunden abgespult hatten. Das ergab die gefahrene Geschwindigkeit in Knoten. Das Log war es übrigens auch, das dem Logbuch zu seinen Namen verhalf. Noch heute ist es Pflicht, alle wichtigen Ereignisse an Bord eines Schiffes darin zu dokumentieren…

Mal wieder ein entspannter Seetag… Viele haben wir ja nicht mehr. Ich habe die letzten beiden Seetage auf die Wellness Oase verzichtet, da die normalerweise an diesen Tagen – an denen es draußen schon kalt ist – immer brechend voll ist. Dem war auch so. Boris hatte ja seine Flatrate und es wimmelte wieder von Liegenbesetzern. Um 08:00 Uhr schnell rein, Handtuch auf die Liege, wieder raus und bis um 11 Uhr frühstücken bevor es dann um 12:30 Uhr wieder Mittag gibt. Warum gibt es so viele bekloppte Menschen? Ich frage mich, ob das alles Analphabeten sind, denn die Schilder, auf denen geschrieben steht, man solle genau dies nicht tun, sind überall sichtbar. Dasselbe gilt für das Rauchen: Deck 12 auf der Höhe wo die 6 Fahrstühle sind. Wenn man raus kommt steht ein Stuhl mit einem Schild dran: Auf dieser Seite des Schiffes bitte nicht rauchen. Daneben mindestens 4 Analphabeten mit Kippe in der Hand. Ich würde mir wünschen, dass AIDA Cruises hierfür Personal abstellt, die genau diesen Menschen laut vorlesen, was auf dem Schild steht und dafür sorgen, dass dies unterbunden wird. Wir hatten mal auf einer Reise einen Angestellten in der Wellness Oase der sich das mit den Handtüchern auf den Liegen genau angeguckt hat und immer die Handtücher entfernt hat (die gehören ja eh AIDA) und das Buch dann einfach brav irgendwo hingelegt hat. Nur wenn unsereins das machen würde, gäbe es ja Mord und Totschlag. Ich würde mich freuen, wenn AIDA hierüber mal nachdenkt. Es wäre ein entspannteres Reisen.

Wir befinden uns ja auch gerade in der Biscaya und auf meinen bisherigen Reisen, die durch die Biscaya gingen, war der Seegang doch deutlich zu spüren und die Spuckbeutel auf dem ganzen Schiff zu finden (in den Fluren, Treppenhäusern…). Tja, was soll ich sagen: Ententeich! Selbst der Kapitän entschuldigte sich bei den Seegangsfetischisten, dass es keinen Seegang gibt und das auch bis Hamburg so bleiben wird. Also auf dem Atlantik keine Wellen und in der Biscaya auch nicht. Dem einen oder anderen hätte ich es allerdings ein wenig gegönnt….

Auf jeden Fall habe ich an diesem Seetag nichts gemacht, dann kann man auch nicht viel schreiben. Es wurden natürlich viele Dinge an Bord angeboten, hier ein kleiner Auszug:

· Küchenführung
· Dart
· Tanzkurs El Tiburón
· Shuffleboard m
· Volleyball
· Sushi-Workshop
· Kunstauktion
· Französischer Frühschoppen im Brauhaus
· Tanzkurs Salsa für Einsteiger
· Vortrag von Edutainer Dr. Hartmut Renken: Menschen im Weltall: Die Internationale Raumstation ISS
· Vortrag von Lektor Boris Henn: Highlights der Normandie & Paris
· Foto-Workshop: Digitale Bildbearbeitung
· AIDA Boccia
· Lesung mit Ihren Schauspielern: Appetithäppchen
· Show: Klassische Momente
· AIDA Aktiv Bingo
· Gastkünstler: France Delon

Es ist also immer etwas los, wenn man möchte. Und wenn man nicht möchte, findet man auch ein ruhiges Plätzchen, um sich zurückzuziehen.

Am Abend ging es – wie soll es auch anders sein – ins Rossini. Diesmal: 11 Gang Menü. Eigentlich haben wir immer ein wenig Panik, wenn es 11 Gänge gibt, weil es sich häufig recht lange hinzieht. Aber auch hier mein großes Lob an Michael Simon, dem Chef de Cuisine: Er hat einfach ein super eingespieltes Team, so dass wir um 22 Uhr mit allen 11 Gängen durch waren und es waren keine langen Pausen zwischen den einzelnen Gängen. Es war ein gelunges Menü und ein toller Abend….

Morgen endlich wieder Land in Sicht!

Tag 17: Bonjour Le Havre

Liegeplatz: Terminal Croisière – Quai Roger Meunier
(Liegeplatz etwas außerhalb, zu Fuß bis zur Stadt gute 20 Minuten Fußmarsch – Shuttlebus nicht mehr kostenlos, sondern € 4,– pro Person für ein Ganztagsticket inkl. Bus und Straßenbahnnutzung wie es aussieht)
Liegezeit: 09:00 – 21:00 Uhr

Wettervorschau: leicht bewölkt, 4 °C
Sonnenaufgang: 07:52 Uhr
Sonnenuntergang: 18:35 Uhr
Nächste Etappe: 520 Seemeilen (963 Kilometer) bis Hamburg

Der wichtigste Ozeanhafen Frankreichs, Le Havre, liegt 200 Kilometer westlich von Paris. Die Stadt ist heute durch die Normandie-Brücke bestens mit ihrem Umland verbunden. Bei der letzten Volkszählung hatte Le Havre 177.000 Einwohner auf einer Fläche von 4.695 Hektar. An der Seine-Mündung gelegen, befindet sich Le Havre ca. drei Stunden von Paris entfernt. Le Havre ist heute der fünftgrößte europäische Hafen und der größte französische im Außenhandel und Containerumschlag. Vor den Toren der Stadt befindet sich in Sandouville eines der größten Werke des Automobilherstellers Renault. Die Geschichte hat es mit dem „Tor zum Meer“ nicht immer gut gemeint. Während ihrer unruhigen Vergangenheit wurde die Stadt mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Viele der alten Gebäude fielen den zerstörerischen Bomben des Zwei-ten Weltkriegs zum Opfer. Als moderne Industriestadt im Nordwesten Frankreichs gelegen, hat Le Havre dem Besucher eine Menge zu bieten.

AIDAmar Le Havre

AIDAmar Le Havre

Typische Speisen der Region sind Lamm von den Salzwiesen nahe Mont-Saint-Michel, frische Schalentiere, dazu schwere Soßen mit Normandie-Butter. Sonstige Fleischsorten entsprechen denen in Deutschland. Seezunge und Brasse sind beliebte Fischarten, Meeresfrüchte gibt es ohnehin in Hülle und Fülle. Sahne aus Isigny und Camembert wie der Pont L‘Évêque und Livarot sind weltberühmt. Nachspeisen, die vorzugsweise nach einem Käsegang gereicht werden, sind oft mit Äpfeln zubereitet. Zum Essen wird gerne Cidre getrunken. Calvados, der Brandy auf Apfelbasis, wird in der Normandie als krönender Abschluss angeboten. Gemischt mit etwas Apfelsaft ist er ein populärer Apéritif, der Pommeau genannt wird und den man am besten gekühlt trinkt.

Zum Wiederaufbau von Le Havre verwendete Auguste Perret hauptsächlich sein Lieblingsmaterial Beton, das zwar sehr widerstandsfähig aber ansonsten recht langweilig ist. Der Grundriss der Stadt ist sehr großzügig gestaltet – mit breiten Boulevards und weiträumig angelegten Plätzen. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, die wenigen Kirchen und Relikte, die den Krieg überlebt hatten, in den Grundriss der neuen City zu integrieren. Die Skyline ist niedrig und durch endlose Häuserblocks bestimmt, was jedoch auch Vorteile hat, denn das Meer ist von fast jeder Straße aus zu sehen. Im Zentrum befindet sich der Rathausplatz, Place de l‘Hôtel-de-Ville, ein riesiges Areal mit einem schönen Stadtgarten, in dem das Widerstands-Denkmal, die Touristen-Information und natürlich das Rathaus zu finden sind. Der Platz vermittelt einen recht modernen Eindruck, da die Gebäude kaum Zeit hatten, so etwas wie Patina anzusetzen, doch seine Größe und die vielen Blumen, Bäume und Brunnen geben ihm einen eigenständigen Charakter. In Richtung Süden führt die Rue de Paris mit ihren edlen Geschäften; die Avenue Foch verläuft westwärts Richtung Meer und Strand.

Das Musée de L‘Ancien Havre ist in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht, das einst dem Seefahrer und Reeder Dubocage de Bléville gehörte, einem Offizier der Kriegsmarine, der die Welt umrundet und den Weg nach China geöffnet hat. An Hand von Modellen, Fotos, Plakaten, Stichen, Werkzeugen und Archivunterlagen kann der Besucher die Entwicklung der Stadt von 1517 bis heute verfolgen, jeder Raum ist einer anderen Epoche gewidmet. Am alten Marktplatz befindet sich im Gerichtsgebäude aus dem 18. Jahrhundert das Naturgeschichtliche Museum von Le Havre. Die Schwerpunkte der Ausstellung gehören in die Bereiche Mineralogie und Ornithologie. In den ehemaligen Lagerhallen Magazins Générau am Quai Frissard stapelten sich ab 1846 die angelieferten Säcke mit Kaffee und Baumwolle. Heute widmen sich an diesem geschichtsträchtigen Ort im Espace Maritime et Portuaire des Docks Vauban Wechselausstellungen der Vergangenheit des Hafens und der Geschichte der Seefahrt. Die Kathedrale Notre Dame wurde offensichtlich aufwendig restauriert, ohne aber den Baustil der Gotik und der Renaissance aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu verändern. Beachtenswert sind die von Kardinal Richelieu gestiftete Orgel und die ionischen Säulen am Nordeingang. Im krassen Kontrast dazu steht die von Perret gebaute St. Josephs-Kirche aus Stahlbeton mit ihrem achteckigen Glockenturm, der sich stolze 92 Meter in den Himmel erhebt. Besonders beeindruckend ist jedoch das Kircheninnere, in dem die von den bunten Glasfenstern gebrochenen Sonnenstrahlen den Altar in ein Lichtermeer tauchen. Auf dem Place Gambetta etwas abseits der Rue de Paris trifft der Besucher auf den nach dem brasilianischen Architekten benannten Komplex Espace Oscar Niemeyer. Das recht „kurvenreich“ gestaltete Kulturzentrum, bekannt als der „Vulkan“, vereint Ausstellungshallen, Kinos und Theater unter einem Dach.

Ich persönlich finde Le Havre eine nette kleine französische Stadt. Man kann bummeln, sich in schönen Cafés niederlassen und einen Café au Lait trinken, toll Muscheln essen und einfach das französische Leben genießen.

Nichts desto trotz haben wir beschlossen, ein Auto zu mieten, da wir Le Havre schon so oft angelaufen haben. Ein Auto hatten wir natürlich auch schon, aber es gibt soviel zu sehen im Umland. Auf die Idee nach Paris zu fahren (AIDA Bus) würden wir jedoch nie kommen, denn ich denke, es ist einfach purere Streß: 3 Stunden Hinfahrt, Sightseeing (gern auch im Bus), 3 Stunden zurück im Feierabendverkehr. Da die Airlines inzwischen so günstig Flüge nach Paris anbieten und wenn man nicht ein Hotel am Eiffelturm haben möchte auch dort etwas günstigeres findet, sollte man sich mindestens ein langes Wochenende dort gönnen. Nur um einmal den Eiffelturm zu sehen, möchte ich nicht 10 Stunden im Bus sitzen….

Wir sind nach Deauville und Honfleur gefahren. Eigentlich dachten wir, wir hätten schon Deauville geparkt, aber es war noch Trouville – die beiden Städte sind durch den Fluß getrennt. Nun ja, trotzdem schön. Wir haben dann eine Fähre – also ein kleines Boot – genommen für € 1,20 pro Person und sind nach Deauville gefahren.

Fähre Trouville - Deauville

Fähre Trouville – Deauville

Ein sehr bekanntes Seebad. Ehrlich gesagt dachte ich die ganze Zeit ich bin im Osten von Deutschland. Es erinnerte an Rügen und einerseits gab es alte, runtergekommene Gebäude, der Stadtkern war dann wieder auf Teuer gemacht. Ich weiß nicht so genau, wie ich es fand. Irgendwie hatte ich mir mehr versprochen. Klar, ein riesiger langer und breiter Sandstrand, eine süße kleine Stadt mit hübschen Cafés. Aber da kostet ein Cappuccino dann mal eben € 5,–. Nun ja, ohne den Eiffelturm dabei zu sehen ein wenig übertrieben.

Zurück zum Auto sind wir gelaufen. Dann ging es weiter nach Honfleur. Der Ort hat mir schon besser gefallen, nur leider wollte die Sonne sich genau diese 90 Minuten, wo wir dort waren, nicht blicken lassen. Schön war es trotzdem. Wir haben ein kleines Café gefunden und es gab dort diverse Crèpes Varianten. Boris und ich haben uns für einen Café Gourmand entschieden. In Frankreich ein typisches Dessert. Es beinhaltet einen Espresso und Desserts diverse Dessertvariationen, aber das ist dann immer eine Überraschung. Preislich meistens immer viel günstiger als ein normales Dessert, da der Espresso schon inklusive ist. Hier gab es einen warmen Schokokuchen mit flüssiger Füllung, eine Kugel Eis (einmal Apfel und einmal Karamel) und einen landestypischen Macaron. Sehr lecker.

Café Gourmand Honfleur

Café Gourmand Honfleur

Das Beste an dem Café war: Es gab Leffe Blonde! Mein absolutes Lieblingsbier, welches ich immer in Frankreich trinke, obwohl es ein Belgisches Bier ist. Und seit neuestem auch in Deutschland zu kaufen. Yipppiiiieh!

Auf dem Rückweg sind wir noch in ein großes Einkaufszentrum gefahren, welches in der Nähe von Le Havre ist. Hübsch gemacht, aber nicht viel Auswahl… Wir brauchten doch noch einen dritten Koffer bzw. eine Reisetasche um den ganzen Schnaps etc. zu verstauen. Pustekuchen. Aber es gab einen Decathlon. Ein Sportgeschäft, dort sind wir fündig geworden – ein Glück wie sich noch herausstellen wird…

Zurück auf dem Schiff ein wenig ausgeruht und abends dann erstmal – wie es sich für Frankreich gehört – im Brauhaus ein Schnitzel für mich und eine Haxe für Boris.

Wir haben extra um 18 Uhr gegessen, da um 19 Uhr die Exklusiv Show der AIDAmar – Kauri – aufgeführt werden sollte. Diese Show ist meine absolute Lieblingsshow auf den AIDA Schiffen. Tja, war wohl nichts. Einem Tänzer wurde der Zehnagel gezogen und der Arzt hat ihn so verarztet, dass er nur um 21 Uhr tanzen durfte… Tja, was soll ich sagen. Da haben wir dann schon geschlafen.

Tag 18: Der letzte Seetag

Nur noch einige Seemeilen bis Hamburg…

Nachdem wir gestern Abend in Le Havre mit etwas Verspätung abgelegt haben, sind wir nun auf dem Weg in heimische Gefilde… Letzter Seetag, was tun?! Boris Wellness Oase – was sonst. Ich habe langsam angefangen, die Klamotten zu sortieren, unsere Ausbeute an Rum & Co. zu sichten und mir einen Überblick zu verschaffen. Bisher war Kofferpacken immer recht stressig, da wir am letzten Tag generell immer ins Rossini gehen und das meistens ein langer Abend ist. Dann war immer schnell schnell Kofferpacken angesagt. Sehr schön, wenn man das mal ganz in Ruhe machen kann. Wir haben natürlich noch in Le Havre ein Wäschepaket in Anspruch genommen: 16 Teile für € 30,– und das sogar kofferfertig zusammengelegt. Alle Hemden, Hosen und was sonst noch gebügelt werden muss, liegt also schön zusammengelegt im Koffer. Ein Glück haben wir gestern noch in Le Havre eine Tasche gefunden.. Ich habe keine Ahnung, wie wir die Sachen sonst alle von Bord bekommen hätte. Ich fürchte, mit tausend Plastiktüten und Leinenbeuteln.

Am Nachmittag haben wir noch einen Abschiedskaffee mit Marina und Klaus getrunken, die wir auf jeden Fall in Hamburg wiedertreffen werden. Ein sehr nettes Paar.

Um 18 Uhr öffneten die ersten Restaurants und natürlich möchte jeder ein Foto von der berühmten Torte ergattern. Schlangestehen war angesagt. Und wer den Fehler in der Torte findet bekommt ein Gummibärchen von mir.

Und schwuppdiwupp war es dann schon 18:30 Uhr und das Rossini öffnete seine Pforten. Es gab ein 8-Gang-Farewell-Menü vom Feinsten. Damit Euch einmal das Wasser im Mund zusammenläuft, hier die Speisefolge:

· Wagyu, Schwarzer Knoblauch, Sternanis-Schalotten Vinaigrette, Avocado und Normandie Senf

· Carnaroli Risotto, Steinpilze, Entenleber, Sauternes und Granny Smith Apfel

· Hummer, Saubohnen, Venusmuschel Vinaigrette und XO

· Bretonischer Steinbutt, Vénère Reis, Bärlauch und Barolo-Butter

· Himbeer-Cider Rote Bete und Olivenöl

· Bison Bratkartoffel, eingelegter Staudensellerie und Pommery Jus

· Mahónkäse, Weißer Portwein, Bananen-Essig und gegrilltes Wurzelbrot

· Popkorneis, Valrhona “Ivorie“, Walnuss Karamel und Stachelbeer Gelee

Einfach nur lecker!!! Ein großes Dankeschön hier noch einmal für ein grandioses Rossini Team – hinter und vor den Kulissen!!!!

Eigentlich wollten wir noch bis zur Lasershow durchhalten, aber irgendwie hat die Müdigkeit dann doch gesiegt… Wir haben beschlossen, morgens früh mit Gepäck von Bord zu gehen. Da wir leider in Steinwerder angelegt haben und die Pendelbusse zwar zwischen 08.00 – 11:00 Uhr zwischen Steinwerder und dem Hamburger Hauptbahnhof fahren, das Gepäck jedoch erst gegen 10 Uhr freigegeben wird, wollten wir uns gar nicht vorstellen, was dann abgeht… Und auch das war gut so…

Tag 19: Ankunft in Hamburg Steinwerder

Samstag, 27. Februar 2016 – Industriehafen vom Feinsten

Tja, alles Schöne geht einmal vorbei.

Nun liegen wir hier am A…. der Welt zwischen Containern und Kränen. Schön ist das definitiv nicht. Bisher war das Einlaufen / Auslaufen in Hamburg immer irgendwie etwas ganz besonders, da ist man gern ganz früh morgens aufgestanden um sich die Skyline von Hamburg anzuschauen – egal ob Schietwetter oder nicht. Aber diesmal war das nichts – und das obwohl es für uns das erste Mal ohne Regen war. So ein Industriehafen ist nirgends schön, weder in Hamburg noch sonstwo auf der Welt.

Wir sind früh frühstücken gegangen und haben dann die letzten Sachen gepackt. Kurz vor 08:00 Uhr wurde das Schiff freigegeben und wir sind runter… Natürlich mit Zollkontrolle, das hatten wir schon fast geahnt. Aber ich muss sagen, wirklich sehr sehr freundliches und zuvorkommendes Zollpersonal. Das schreibe ich jetzt nicht, weil wir etwas zuviel Rum dabei hatten.

Und die Entscheidung, früh morgens mit Gepäck von Bord zu gehen war genau richtig, denn die Anzahl der Busse war vielleicht nicht das Problem, aber die Gepäckfächer der Busse. Obwohl wirklich erst so um die 150 Gäste um die Zeit das Schiff verlassen haben, mußten wir doch auf einen Bus warten. Das Problem war, im Bus saßen ca. 20 Personen – mehr Koffer von den Passagieren ließen sich in den pendelnden Reisebussen nämlich nicht unterbringen. Wenn ich mir vorstelle, um 10:00 Uhr verlassen alle Passagieren schlagartig das Schiff, weil die Koffer freigegeben werden und die Busse pendeln nur noch bis 11:00 Uhr – na Prost Mahlzeit!

Solange das Terminal in Steinwerder keine Anbindung mit einer Fähre bekommt, ist es eine Frechheit: für Passagiere und für die Crew. Und dann auch noch € 5,– pro Strecke zum Hauptbahnhof pro Gast. Klingt ja eigentlich erstmal nicht viel, aber wenn man weiß, dass Passagiere, die Hafencity oder Altona anlegen für 6,20 Euro eine Tageskarte bekommen und mit dem HVV überall hinfahren können wo sie wollen und auch gleich in der Stadt sind… Unfair ist noch harmlos ausgedrückt. Hauptsache ein großes Terminal (was übrigens super kahl aussieht – da fehlen Bilder, da fehlt Leben….) aber wie die Leute dort hinkommen bzw. wegkommen: AIDAdochegal…

Angekommen am Hauptbahnhof ging es dann mit der S-Bahn bis Buxtehude und weiter mit dem Taxi nach Hause. Willkommen zurück!

Fazit: Es war eine tolle Reise mit ruhiger See und vielen schönen Momenten. Das Highlight für uns waren definitiv die Azoren. Eine Inselgruppe die es wert ist, auch ohne Kreuzfahrt besucht zu werden.

P.S. Ich habe gehört, auf Deck 11 gab es ein Fitness Center … Wenn ich das doch vorher gewußt hätte….

 
 
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