Reisebericht AIDAsol: Ihre erste Fahrt – Emsüberführung

Nicht umsonst trägt die AIDAsol ihren Namen, denn als wir am Freitag, 11. März 2011 gegen 7.30 Uhr die Dockschleuse der Meyer Werft in Papenburg passierten, ging über Ostfriesland die Sonne auf. Doch beginnen wir mit der Reise ganz am Anfang, denn schon einen Abend zuvor durften einige wenige geladene Gäste den Charme und die Wärme des neusten Schiffes von AIDA Cruises genießen und an Bord der AIDAsol einchecken um mit ihr das für jedes Schiff einmalige Event die „Emsüberführung“ zu erleben.

Einem kurzen Blick auf die Gästeliste folgte eine freundliche Begrüßung und schon erhielt ich den Schlüssel zum Glück – eine Kabinenkarte, die mich nun ganz offiziell zu einer der ersten Passagiere an Bord der AIDAsol machte. Kabine Nummer 8162, eine wunderschöne Balkonkabine auf Deck 8, war schnell gefunden, der Gedanke in dieser Nacht in einem Bett auf einem Kreuzfahrtschiff zu schlafen, in dem vor mir noch kein anderer schlief, unbeschreiblich. Auch wenn an Bord noch nicht alles fertig war, einiges noch an eine Baustelle erinnerte, so konnte man den Zauber den die AIDAsol versprüht schon sehr deutlich spüren.



Beim Abendessen überzeugte und überraschte das Team mit einem sehr üppigen und vielfältigen Buffet im Restaurant Bella Donna, dessen Ausmaß auf dieser Reise noch kein Passagier erwartet hatte. Den Meisten ist vor lauter Begeisterung wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen, dass das Personal noch über keine Uniformen verfügte – wie auch, denn die Mitarbeiter im Restaurant machten dennoch einen kompetenten und eingespielten Eindruck und übten ihren Job mit sichtbar großer Freude und Stolz aus.

In der Sol Bar, die erst am Morgen mit Stühlen und Gläsern bestückt wurde, bekamen die Passagiere um 22.00 Uhr einen Begrüßungsdrink gereicht. Die Stimmung war ausgelassen, schließlich gab es einen Grund zu feiern. Nach drei wirklich schönen und auch gelungenen Reden von Herrn Bernard Meyer, der das Familienunternehmen Meyer Werft nun bereits in der 6. Generation führt, Herrn Michael Thamm, dem Präsident von AIDA Cruises und Herrn Thorsten Bednarz, dem Clubdirektor der AIDAsol, konnte der Abend gemütlich und teils feuchtfröhlich ausklingen.

Am nächsten Morgen klingelte bereits sehr früh der Wecker. Um kurz nach 6.00 Uhr in der früh erreichte uns auf den Kabinen eine Borddurchsage des noch derzeitigen Kapitäns Wolfgang Tohs, dass wir wie geplant und pünktlich um 7.00 Uhr ablegen werden.

Gegen 7.30 Uhr befanden wir uns bereits inmitten der Dockschleuse, die es zu passieren galt. Es schien sehr knapp zu sein, demzufolge spektakulär war es für uns Passagiere. Doch das geübte und erfahrene Team der Emdener Lotsenbrüderschaft manövrierte uns sicher und in Windeseile durch dieses Nadelöhr, während über den Hallen der Meyer Werft die Sonne aufging. Ein sonniger und aufregender Tag wartete auf uns.

Dockschleuse in Sicht

Dockschleuse in Sicht



Passieren der Dockschleuse

Passieren der Dockschleuse

 

Bis zum nächsten Highlight in Weener blieb nun einiges an Zeit, um zu frühstücken und sich in aller Ruhe die AIDAsol anzuschauen. Im Cafe Mare und in der Sol Bar konnte man bereits die ersten Kaffeespezialitäten und andere leckere Getränke zu sich nehmen, während auf der Bühne des Theatriums Proben für die zukünftigen Shows stattfanden. Tolle Tänzer und Sänger warten hier in Zukunft auf ihre Gäste mit erfrischenden Choreografien, grandiosen Stimmen und atemberaubenden Akrobatiken.

Cafe Mare

Cafe Mare

Sol Bar

Sol Bar

 

Um kurz nach 9.00 Uhr erreichten wir Weener, wo uns von Land aus unzählige AIDA-Fans zugewunken haben. Auch hier gab es beim Passieren der Friesenbrücke keinerlei Probleme, so dass wir diese bereits um kurz vor halb neun hinter uns gelassen haben. Nun ging alles sehr schnell, der Wind auf den Decks pfiff uns um die Ohren und das nächste Highlight, die Jann-Berghaus-Brücke konnten wir bereits gegen 10.15 Uhr passieren, wo wir wiederum neben vielen feiernden Fans auch von Naturschützern, die zukünftige Überführungen über die Ems unterbinden möchten, begrüßt wurden.

Passieren der Friesenbrücke / Weener

Passieren der Friesenbrücke / Weener

Passieren der Jann-Berghaus-Brücke

Passieren der Jann-Berghaus-Brücke

 

Nun war es erst mal wieder Zeit zu relaxen und die Atmosphäre an Bord zu genießen. Spätestens ein Blick in den Body & Soul SPA zeigte einem wie gut man es sich bei einer Reise auf der AIDAsol gehen lassen kann. Die Saunen bieten einen unübertrefflichen Blick aufs offene Meer, oder wie in unserem Fall auf das Emsufer.

Bio Sauna

Bio Sauna

Zu Mittag wurde wieder ordentlich aufgetischt bevor es dann auf einen kleinen und sehr beeindruckenden Rundgang hinter die Kulissen des Ozeanriesen ging. Im Kontrollraum flüchteten die Mitarbeiter durch die Hintertür, als sie hörten die Presse kommt zu Besuch, im Maschinenraum verstand man als sein eigenes Wort nicht mehr und spätestens in den Vorratsräumen wurde einem das Ausmaß der Logistik, die an Bord betrieben wird, so richtig bewusst. So bekommen die Schiffe der AIDA-Flotte, egal auf welchem Standort sie sich gerade befinden, wöchentliche Lebensmittellieferung aus Hamburg, die 8-10 LKWs füllen. Befindet sich ein Schiff beispielsweise in der Karibik, so muss der Küchenchef bereits fünf Wochen im Voraus seine Bestellungen abgeben, damit die frischen Waren pünktlich geliefert werden können. Zum Umladen dieser Waren bleiben den Teams lediglich zwei Stunden um die Standzeiten der Schiffe nicht zu überziehen. Auch die Hauptküche der AIDAsol, mit einer eigenen Bäckerei, bringt einen ins Staunen. Von hier aus werden die drei Büffetrestaurants (Bella Donna, Marktrestaurant, California Grill) bekocht. Die Spezialitäten-Restaurants haben jeweils nochmal ihre eigenen Küchen.

Kontrollraum

Kontrollraum

Maschinenraum

Maschinenraum

Küche

Küche

 

Nach einem Glühwein auf Deck 10 erreichten wir ein knappe Stunde vor Zeitplan das Ems-Sperrwerk, welches wir um 15.00 Uhr bereits komplett passiert hatten, nachdem ein „Pott“, der uns entgegen kam wenden musste um der AIDAsol Platz zu machen.

Passieren des Ems-Sperrwerks

Passieren des Ems-Sperrwerks

Bei leckerem Kaffee und Kuchen im Restaurant Bella Donna konnten wir uns nun auf unsere früher als geplante Ankunft in Emden vorbereiten. Kurz nach 16.00 Uhr wendete die AIDAsol vor dem Hafen von Emden um dann dort am Omya-Kai anzulegen, was sie um 16.30 Uhr dann auch wie auf der gesamten Überfahrt ohne Probleme tat.

Emden in Sicht

Emden in Sicht

An dieser Stelle war mein „Kurzurlaub“ auf der AIDAsol auch schon wieder zu Ende und so verließ ich gegen 17.15 Uhr das Schiff mit einem lachenden und auch einem weinenden Auge. Weinend, da ich gerne noch eine Weile auf dem Schiff geblieben wäre – auch wenn ich nicht mal 24 Stunden an Bord verbrachte und die AIDAsol nicht mal zu 100% fertig gestellt war, so fühle ich mich nach der Überfahrt erholt wie nach einer guten Woche Urlaub. Lachend, weil mit dieser Erfahrung natürlich meine Vorfreude auf den geplanten Urlaub mit der AIDAsol gewachsen ist, den ich im nächsten Jahr mit meiner kompletten Familie auf der Ostsee verbringen werde.

Bereits heute Morgen gegen 8.30 Uhr hat die AIDAsol Emden bereits wieder verlassen und startete ihre erste Probefahrt auf der Nordsee.

Bernard Meyer

Bernard Meyer

Nun sind es nur noch wenige Tage bis am 31. März 2011 die AIDAsol offiziell von der Meyer Werft an AIDA Cruises übergeben wird. Herrn Meyer blutet dabei ein wenig das Herz. Jedesmal wenn ein Schiff die Werft verlässt sei es ein wenig so, als würde das eigene Kind das Haus verlassen. Doch auch Stolz ergreift ihn in solchen Momenten, Stolz vor allem seinen Mitarbeitern gegenüber, die bei jedem Schiffsbau kleine Wunder vollbringen um ein Paradies für die zukünftigen Passagiere zu erschaffen. Und so lebt nicht nur seine Seele auf diesen Schiffen, sondern auch und vor allem die seiner Mitarbeiter.

 
 
 
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