Mein Schiff Herz Reisebericht

Mittelmeer mit Kanaren

Mein Schiff Herz Reisebericht – Die Route

 

Mittelmeer mit Kanaren vom 23. Januar bis 03. Februar 2019 | Destinationen: Mallorca – Cadiz – Fuerteventura – Lanzarote – Agadir – Gibraltar – Barcelona | Gastautor: Christopher Leipert

Texte und Fotos © Christopher Leipert

Mittwoch, 23.01.2019: Anreise, Palma de Mallorca und Leinen los!

Endlich wieder Seeluft schnuppen und in See stechen – Urlaub haben und eine Kreuzfahrt machen – das brachte gleich gute Laune in unsere 4-köpfige „Reisegruppe“ – bestehend aus Sigrid, Klaus, Sven und meiner Wenigkeit.

Da wir bereits einen Tag vor Beginn der Kreuzfahrt nach Mallorca angereist sind und eine Nacht in einem Hotel in S’Arenal verbracht haben, entfiel an diesem Tag die Fluganreise, sodass wir stressfreier zum Schiff anreisen konnten. Nach dem Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg in Richtung Hafen und zwar mit den öffentlichen Verkehrsmittelen – sprich mit dem Bus. Das haben wir schon öfter bei Kreuzfahrten ab Mallorca gemacht und hat auch jedes Mal gut funktioniert. Empfehlenswert ist die Anreise mit dem Bus jedoch nur, wenn man nicht den Anspruch erhebt auf dem schnellsten Weg zum Schiff zu gelangen, man einigermaßen „standfest“ ist und nichts gegen den Kontakt mit anderen Leuten und Gepäckstücken hat. Dafür ist es in jedem Fall günstiger als ein Reederei-Transfer oder gar einer Taxifahrt. Vom Flughafen kann man direkt mit der Linie 1 (Aeroport – Ciutat – Port) bis zum Hafen durchfahren (5,00€). Zumindest der Abschnitt vom Flughafen bis zum Plaça d’Espanya ist hochfrequentiert. Man muss sich aber vorher damit beschäftigen, zu welchem Liegeplatz man möchte – in unserem Fall Pier Dique del Oeste. Aus Richtung S’Arenal mussten wir dann einmal im Stadtgebiet von Palma umsteigen (erneut bezahlen 3,00€ da vom / zum Hafen) und fuhren mit der Linie 1 bis zur Endstation Escola de Nàutica (Haltestelle Nr. 18). Von dort aus muss man dann noch ca. 15 Minuten bis zum neuen Kreuzfahrtterminal gehen. Dort angekommen hatten wir Glück und beim Check-in herrschte gähnende Leere, sodass wir die Gepäckstücke schnell loswurden und auch ohne Warten direkt bei einem Mitarbeiter einchecken konnten. Nun noch ab durch die Sicherheitskontrolle und das obligatorische Begrüßungsfoto schießen lassen, dann war der Weg auf die Mein Schiff Herz frei. Das Schiff war für uns nicht neu, da wir bereits im Jahr 2016 eine Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 2 (jetzt Mein Schiff Herz) gemacht haben. Somit brauchte es nur eine ganz kurze Orientierungsphase an deren Ende wir uns erstmal einen Einstimmungsdrink im Außenbereich der Außenalsterbar genehmigt haben. Das Wetter ließ zu diesem Zeitpunkt leider zu Wünschen übrig, nichts desto trotz machten wir uns nach einer kleinen Stärkung im Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant nochmal auf in Richtung Stadtzentrum, um ein bisschen durch Palma zu schlendern. Die Entscheidung dort hin zu kommen fiel auf den von TUI Cruises angebotenen Shuttlebus (9€ pro Erwachsenen / 6€ pro Kind – An der Rezeption zu erwerben). Auch das ging für uns ohne längere Wartezeiten. Die Start- / Zielhaltestelle des Busses ist die Haltestelle La Escollera ganz in der Nähe der berühmten Kathedrale, welche auch unser erstes Ziel war, zumindest von außen. Da wir bereits mehrfach auf Mallorca und auch speziell in Palma waren, hatten wir kein spezielles Ziel und schlenderten einfach so durch die Altstadt-Gässchen bis hin zum Plaça d’Espanya. Da es sich absolut um Nebensaison handelt, waren einige Geschäfte und auch Restaurants / Bar geschlossen. Dies haben wir jedoch bereits einen Abend zuvor in S’Arenal gemerkt als sich auf der Strandpromenade am Ballermann sinnbildlich gesprochen Hase und Igel vor den verrammelten Bars, Clubs und Restaurants gute Nacht sagten.

Nach einem Bummel durch ein paar Geschäfte und einer Espresso-Pause machten wir uns wieder zum Ausgangspunkt des Shuttlebusses, der uns dann wieder direkt zur Mein Schiff Herz brachte. Der erste Weg führte uns jetzt zu unserer Innenkabine 9089 auf dem Korallen-Deck. Eine „normalgroße“ Kabine mit Pullman-Betten. Man sieht natürlich schon, dass es kein neues Schiff mehr ist auch an einigen Stellen in der Kabine, aber es war alles sauber und in einem guten Zustand. Ein großer Nachteil bei der Kabinenausstattung ist eindeutig die sehr geringe Anzahl von verfügbaren Steckdosen. Am Schreibtisch gibt es eine „deutsche“ Steckdose, in der jedoch die Nespresso-Maschine steckt und eine amerikanische Steckdose. Sonst gibt es nur noch je eine Steckdose am Nachttischchen, in der jedoch die darauf befindliche Lampe steckt.

Tipp: Da TUI Cruises sich auf diese Problematik eingestellt hat, kann man sich an der Rezeption eine der limitierten Mehrfachsteckdosenleisten sichern. Hat man eine solche ergattert, stehen dann 5 Steckdosen zur Verfügung. Das Mitbringen von eigenen Mehrfachsteckern etc. lohnt nicht, denn diese werden beim Entdecken bei der Sicherheitskontrolle konfisziert.

Insgesamt bietet die Kabine genug Stauraum für den Kofferinhalt von 2 Personen (Tipp: hinter dem Spiegel am Schreibtisch verbirgt sich noch mehr Stauraum und der Tresor). Ich könnte mir vorstellen, dass Platz in der Kabine selbst, als auch in den Schränken bei einer 3er oder 4er Belegung eher Mangelware ist.

Wir wurden bereits an diesem Tag vom Kreuzfahrtdirektor informiert, dass es auf dieser Reise zu Einschränkungen beim Fernsehempfang geben werde, da die automatische Satellitenausrichtungsanlage defekt sei und man bei jeder Kursänderung das Empfangsgerät manuell ausrichten müsste. An Hafentagen kein Problem, auf See jedoch schon, da es ja oft zu Kursänderungen kommt. Als Gegenmaßnahme wurde die Tagesschau immer aufgezeichnet und ins Bordsystem eingespielt. Für uns war das kein Problem, da wir sowieso auf Kreuzfahrten äußerst selten bis nie TV schauen. Für die Handballfans an Bord war das doch eher schlecht. Zu diesem Zeitpunkt fand ja die Handball WM statt. Wie ich später rausstellen sollte, gab es da nicht allzu viel zu verpassen.

Nachdem Sven und ich die Koffer ausgepackt hatten, ging es zum Abendessen in das Hauptrestaurant Atlantik – Klassik. Es handelt sich um ein Bedienrestaurant, bei dem ihr von einem Gastgeber einen Tisch nach Anzahl der Personen und Verfügbarkeit zugewiesen bekommt. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen dem klassischen-, dem Ganz Schön Gesund- und dem Veganen-Menü. Durchaus möglich und üblich ist die Kombination aus den Bestandteilen der verschiedenen Menüs zu einem sozusagen eigenen Menü. Zusätzlich gibt es noch die Lieblinge für jeden Tag, die wie der Name schon sagt, jeden Tag zur Wahl stehen. Vorgesehen ist die Abfolge: Vorspeise, Suppe, Zwischengericht, Hauptspeise und Nachspeise. Hier ist es aber auch möglich einzelne Gänge auszulassen oder mehrere Gerichte einer Art zu bestellen – es gibt kein Limit.

Für mich gab es eine Kombination aus den verschiedenen Menüs – Mein Highlight des Abendessens – Die Hauptspeise: Rinderfiletsteak mit geschmorten Schalotten und Chili-Schokolandenreduktion. Insgesamt war ich mit den Speisen vollkommen zufrieden – auch der Service unseres heutigen Kellners war sehr zuvorkommend und nett.

Die einzige Pflichtveranstaltung an Bord ist die gesetzlich vorgeschriebene Seenotrettungsübung – diese war für 21:15 Uhr angesetzt. Bei TUI Cruises ist das Mitnehmen der Rettungsweste (bei der Mein Schiff Herz lagern diese in der Kabine) nicht notwendig. Lustig finde ich immer die Tatsache, dass viele Mitreisende bereits einige Zeit vor Beginn der Seenotrettungsübung an den Musterstationen versammelt sind – bei dieser Reise bereits 30 Minuten vor Beginn. „Was soll das?“ geht mir da durch den Kopf. Ist die Vorfreude darauf so groß oder versucht man sich die besten Plätze zu sichern? Wobei es ja nicht darum geht in erster Reihe bei einem Konzert eines Rockstars zu stehen. Meiner Meinung nach geht es ja auch darum sich damit zu beschäftigen wie man von seiner Kabine zur Musterstation kommt, das machen die Meisten wohl nicht. Vielleicht habe ich das Prinzip auch falsch verstanden, vielleicht werden dort irgendwelche Geschenke verteilt und ich bekomme es nie mit, aber egal, „wenn’s schön macht“ 😉 Unsere Musterstation war B – der Konferenzraum „Geistreich“. Dort lief alles reibungslos ab, sodass nach gut 20 Minuten die Übung beendet war.

Nun ging es von Innen nach Außen – Ab auf das Pooldeck zum Auslaufen. Der Kapitän Omar Caruana stimmte uns per Durchsage schon auf die bevorstehenden Wetterbedingungen mit dem Motto: Wind, Wellen, Seegang ein – bis zu 4,5 m hohe Wellen seien zu erwarten und das direkt nach dem Verlassen des Hafens von Palma de Mallorca.

Kurz nach 22 Uhr war es dann soweit – Leinen los für unsere erste Kreuzfahrt im Jahr 2019. Mit der bekannten Auslaufmelodie „Große Freiheit“ von Unheilig verließen wir den Liegeplatz und steuerten hinaus Richtung Mittelmeer. Auf dem Pooldeck startete sogleich auch die Willkommensveranstaltung – moderiert von Kreuzfahrtdirektor Sönke Sieg. Es wurden die Hoteloffiziere vorgestellt und das Theaterensemble zeigte eine kleine Show, die meiner Meinung nach eher unspektakulär daherkam – im Anschluss legte der DJ auf und wollte die Partynacht einläuten, was mehr oder eher weniger funktioniert hat. Bis auf ein paar einzelne Tänzer blieb die Tanzfläche leer und das Pooldeck leerte sich auch sehr schnell. Wir entschieden uns dann noch für einen Absacke in der Schaubar.

Dort kam dann schon die Erkenntnis, dass es genauso kommen würde, wie es der Kapitän ankündigte – kaum aus dem Schutz des Hafens rausgefahren wurden die Schiffsbewegungen merklich mehr. Der Seegang nach von Zeit zu Zeit zu. Nachdem wir unseren Absacker ausgetrunken hatten, entschieden wir also den Tag zu beenden und in unsere Kabine zu gehen und ins Traumland schunkeln zu lassen.

Donnerstag, 24.01.2019: Seetag auf dem Weg nach Cádiz

Nach einer eher unruhigen ersten Nacht dieser Reise galt es nun in diesen Seetag zu starten. Wie macht man das besser als mit einem gemütlichen Frühstück? Für uns ging es in das Atlantik Klassik. Dort ist anders als am Abend freie Platzwahl und im Großteil des Restaurants kann man sich an dem reichhaltigen Frühstücksbuffet bedienen. Nur auf Deck 6 backbord gibt es Frühstück a la carte. Eierspeisen bestellt man direkt bei einem Kellner am Platz und nach der Zubereitung bekommt man sie direkt dorthin gebracht. Insgesamt ging es sehr gemütlich zu, was denke ich auch an dem immer noch unruhigen Mittelmeer lag.

Nach dem Frühstück machte ich mich dann auf den Weg auf das Pooldeck, das den Ausgangpunkt für meinen Spaziergang über die Außenbereiche des Schiffs war. Das Wetter war wechselhaft mit Sonne und Wolken und zeitweise doch auch mit starkem Wind und einer Höchsttemperatur von 16 Grad. Immer wieder wurden einige Außenbereiche wegen des Winds gesperrt – insbesondere die am höchsten gelegenen Bereiche. Bei meinen Runden traf ich nicht viele Mitreise, sodass ich die Ruhe und das Meeresrauschen genießen konnte. Ab 11:30 Uhr wurde am Pooldeck ein spanisches Buffet aufgebaut und mit Live-Musik begleitet. Wobei man meiner Meinung nach letztes streichen kann. 30 Minuten lustlos aussehende Musiker mit ihren Instrumenten auf der Poolbühne zu sehen ist nun nicht unbedingt ein Highlight. Aber gut, „wem’s gefällt“… Nachdem ich es mir mit einer Decke auf deiner Liege bequem gemacht habe und die Seeluft genoss, lockte mich dann doch auch noch das Buffet an und ich holte mir ein paar Kleinigkeiten, die soweit ganz in Ordnung waren, aber ein wirkliches Highlight war nicht dabei. Die alkoholfreie Welcome-Bowle mit vielen verschiedenen Beeren traf schon eher mein Geschmack. Insgesamt passierte für mich an dem 1. Seetag nicht so viel. Man schaukelte sich so entspannt durch den Tag. Als der Seegang dann etwas nachließ war es an der Zeit dem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen und ins Fitnessstudio zu gehen. Der Andrang war eher mäßig und ich hatte keine Probleme mein Programm flüssig durchzubekommen. Es ist ein eher kleines Studio mit einer kleineren Auswahl an Geräten, aber die wichtigsten sind dabei und die Lage des Studios ist echt toll. Es befindet sich auf Deck 12 ganz vorne und durch die großen Fensterflächen ist es sehr hell und man hat insbesondere bei den Cardiogeräten einen tollen Blick aufs Meer. Geöffnet ist es von 07 bis 21 Uhr. Warum die Fitnessstudios bei TUI Cruises nicht rund um die Uhr geöffnet haben, habe ich noch nicht nachvollziehen können. Klar, man setzt auf die Trainingsbetreuung, die sicherlich auch sinnvoll ist. Für die erfahrenen Gym-Gänger ist diese jedoch nicht zwingend notwendig und spricht für mich nichts dagegen die Studios 24/7 offen zu lassen.

Zwischenzeitlich war es schon Abend und ich machte mich frisch und als erstes ging es in die Außenalsterbar für einen Abend-Aperitif. Beim Essen stand heute das La Vela-Bistro auf dem Plan, welches am Heck des Schiffes auf Deck 11 quasi eine Einheit mit dem Innenbereich der Außenalsterbar und dem Gosch Sylt ergibt. Im La Vela gibt es vorwiegend italienische Spezialitäten – insbesondere Nudelgerichte und Pizza, die man sich individuell zubereiten lassen kann. Aber es gibt durchaus auch andere Gerichte. Am besten lässt sich das Konzept mit einem großen deutschen Systemgastronomen mit einem V im Namen vergleichen – bis darauf, dass man im La Vela am Platz bedient wird. Die verfügbaren Plätze sind jedoch stark begrenzt, da das Restaurant nicht wirklich groß ist. Für mich gab es eine Pizza, die mir sehr gut geschmeckt hat, da ich es mag, wenn die der Boden schön dünn und knusprig ist und die Pizza nicht mit allzu viel Belag durchweicht.

Direkt nach dem Essen gingen wir ins Theater. Dort war die Willkommens-Show „Leinen los“ angekündigt. Erwähnenswert ist es, dass es auf einer Seite des Theaters (Steuerboard auf Deck 7) jeden Tag einen anderen alkoholischen und alkoholfreien Cocktail gibt, den man direkt mit zu seinem Platz im Theater mitnehmen kann, denn das Theater ist auch noch mit kleinen Tischen ausgestattet, auf die man seine Getränke stellen kann.

Die Willkommensshow wurde vom Kreuzfahrtdirektor moderiert und als ersten Programmpunkt wurde der Kapitän und die leitenden Offiziere vorgestellt und wünschten den Gästen eine schöne Kreuzfahrt an Bord der Mein Schiff Herz. Anschließend legte das Theaterensemble los und bot eine abwechslungsreiche und kurzweilige Show. Hier merkte ich schnell, dass sich bei TUI Cruises deutlich etwas am Entertainment getan hat. Von meinen vergangenen Reisen hatte ich es noch in Erinnerung, dass die Shows eher mit angezogener Handbremse durchgeführt wurden und deutlich Luft nach oben ist und TUI Cruises in diesem Punkt mit vielen anderen Reedereien nicht mithalten kann. Auch die Konzepte der Shows an sich waren oft eher langweilig. Die erste Show auf der Mein Schiff Herz zeigte mir jedoch, dass man da etwas macht und steigerte die Vorfreude auf die weiteren Shows. An diesem Abend war übrigens ausreichend Platz im Theater vorhanden, es gab also keine Tumulte beim Plätze finden.

Unser Ziel nach der Show war die TUI Bar, in der es dann mit dem Platz finden etwas schwieriger war. Insgesamt Zug sich das durch die Reise, dass diese Bar eine der beliebtesten ist und somit insbesondere abends immer gut besucht ist. Nach einer Runde Kartenspielen und ein paar guten Getränken ging es dann für uns ab in die Kabine.

Freitag, 25.01.2019: Cádiz

Nachdem wir in der Nacht die Straße von Gibraltar passiert haben, legten wir an diesem Tag pünktlich um 8 Uhr im Nebel in Cádiz an. Der Liegeplatz ist sehr zentrumsnah und lädt eindeutig dazu ein die Stadt zu Fuß zu entdecken. Die Wetterprognose sprach auch dafür – nach dem Nebel sollte es blauen Himmel und Sonne geben. Zunächst ging es zur Stärkung für den bevorstehenden Landgangstag zum Frühstücken ins Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant. Die Auswahl ist wirklich sehr vielfältig und die Qualität der Speisen ist sehr gut. Einzig die Kaffeespezialitäten aus dem Automaten, an dem es auch Milchgetränke gibt, können mich absolut nicht überzeugen. Egal welches Produkt man wählt, es wird aus Pulver mit Wasser zusammengemischt und meiner Meinung nach schmeckt man das auch. Schön, dass es auch die Alternative mit zwei Kaffeemaschinen gibt, aus denen Kaffee aus ganzen Bohnen gebrüht herauskommt.

Nun aber nichts wie runter von der Mein Schiffs Herz und eine der ältesten Städte Europas entdecken. Unser Spaziergang führte uns einmal durch die und um die Stadt drumherum und ist sehr zu empfehlen. Zunächst landeten wir nach wenigen Schritten auf dem Plaza de Espana mit dem Monumento a la Constitucion 1812. Ein schöner Platz, der umrahmt von einigen ansehnlichen Häusern und vor allem Pomeranzen-Bäumen ist. Durch die schönen Gassen der Altstadt ging es u.a. zur Kathedrale, dem Plaza de las Flores und dem Mercado Central. Zwischenzeitlich hat sich der Nebel komplett verzogen und der Himmel war blau und die Sonne kam heraus. Der Markt ist auf jeden Falls sehenswert und ist sehr verlockend zum Einlegen einer kleinen Rast. Hier kann man das typische Markttreiben erleben und die ein oder andere Leckerei zu sich nehmen.

Sehr hilfreich sind die durch die Altstadt verlaufenden verschiedenfarbigen Linien (Grün, Orange, Lila, Blau), die auf dem Boden aufgemalt sind und einen an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführen.

Unser Spaziergang führte uns nun zum Castillo San Sebastián, das man über eine Art Deich erreichen kann und quasi im Meer steht. Es ist Bestandteil der Festungsanlage, die die Stadt umgibt. Die Festungsanlage mit dem Castillo de San Sebastián und dem Balneario de la Palma am Playa de La Caleta ist den James Bond Fans aus der Episode „Stirb an einem anderen Tag“ sicher bekannt. Für uns ging es dann über den Strand weiter zum Castillo Santa Catalina, durch den Parque Genovés und Alameda. Auf dem Weg kommt man an einigen tollen Pflanzen und mächtigen Bäumen vorbei und nähert sich wenn man den Weg weiter ostwärts folgt, wieder dem Plaza de Espana. Wir steuerten noch den Torre Tavira an – ein Turm mit einer camera obscura. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass die nächste Besichtigung erst über zwei Stunden später möglich gewesen wäre, da immer nur eine kleine Gruppe von Menschen gleichzeitig auf en Turm darf. Wir wollten die nicht warten und machten uns durch die Altstadtgassen wieder zurück zum Hafen, um zurück auf die Mein Schiff Herz zu gehen. Nach der Sicherheitskontrolle liefen wir jedoch noch zum Bug des Schiffes um noch einige tolle Aufnahmen und Urlaubserinnerungen zu machen. Danach ging es dann aber wirklich zurück an Bord und da so ein Spaziergang hungrig macht, steuerten wir ohne Umweg direkt das Anckelmannsplatz-Restaurant zur Kaffee- und Kuchenzeit an. Auch hier wird eine reichhaltige Auswahl an Kuchen, Torten, Gebäck, Waffeln, Eis und auch herzhaften Leckereien geboten.

Da das Wetter nun wirklich wunderbar sonnig war, ging es raus in die Außenalsterbar und mit einem kühlen Drink in der Hand machten wir eine interessante Entdeckung. In der Ferne war erkennbar, dass ein weiteres Kreuzfahrtschiff den Hafen von Cádiz ansteuerte. Doch es war nicht irgendein Kreuzfahrtschiff, sondern die Golden Era von der ehemaligen Reederei SkySea Cruises. Ihr Ziel war nicht die Pier, sondern die Werft von Cádiz. Dort wird die als Celebrity Century gebaute Golden Era für Marella Cruises als Marella Explorer 2 umgebaut. Es handelt sich hierbei um ein Schwesterschiff der Mein Schiff 1 und 2. Ursprünglich sollte die heutige Mein Schiff Herz als Marella Explorer 2 fungieren, da sich TUI Cruises jedoch dafür entschieden hat das Schiff vorerst zu behalten, handelt es sich bei der Golden Era um den Ersatz dafür.

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Um 18 Uhr war es dann an der Zeit Cádiz zu verlassen. Zum Auslaufen ging es mit einem Cocktail in der Hand auf das Außendeck ganz oben am Bug. Nach 3 kurzen, aber kräftigen Tönen am Schiffshorn startete die Auslaufmelodie „Große Freiheit“ und wir verfolgten gespannt das Auslaufmanöver. Zunächst ging es parallel weg von der Pier und dann ging es mit einer 180 Grand Wendung raus aus dem Hafen und Richtung Atlantik. Weiterhin verfolgte ich gespannt wie die Golden Era in die Werft manövriert wurde; sowas sieht man ja auch nicht alle Tage. Gleichzeitig erlebten wir einen tollen Sonnenuntergang und warfen einen letzten Blick auf die andalusische Stadt Cádiz.

Was passierte am Abend noch so? Insgesamt ging es ruhig und entspannt zu. Zum Abendessen gingen wir diesmal ins Gosch – Sylt, dort gab es für uns leckeren Fisch. Im Anschluss ging es für uns nicht besonders weit; einfach um die Trennung herum in den Innenbereich der Außenalsterbar. Mit einigen leckeren Drinks und Livemusik konnte man den Abend entspannt genießen. Als letzten Programmpunkt für diesen Abend führte uns die Lust auf einen Absacker in die Himmel & Meer Lounge auf Deck 12 – Abends ab 22 Uhr die Disco an Bord. Insgesamt war der Andrang eher mäßig, sodass wir uns an die Bar setzten und einen Gin Tonic bzw. ein Bier tranken und danach so müde vom Tag waren, dass wir unsere Kabine auf Deck 8 ansteuerten und schlafen gingen.

Fazit: Cádiz ist eine sehr sehenswerte Stadt – sie hat es auf unsere „Wanna go there again“-Liste geschafft. Hasta pronto.

Samstag, 26.01.2019: Seetag auf dem Weg nach Puerto del Rosario

Kurz gesagt: Dieser Tag stand ganz im Zeichen der Entschleunigung.

Die vorangegangene Nacht war durch die Zeitumstellung eine Stunde länger und trotzdem hieß es erstmal Ausschlafen – Schließlich ist diese ganze Reise Urlaub. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Buffetrestaurant zog es auf Grund der guten Wetterbedingen auf das Pooldeck. Angekündigt war ein Sonnen-Wolken-Mix mit bis zu 18 Grad. Ziemlich genau so kam es dann auch, bis in den späten Nachmittag hinein sogar mit mehr Sonne als Wolken. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Liege an Deck Ziel unserer Begierde war. Das kann ja manchmal schon mal eine Hürde sein. In diesem Fall nicht. Eine Liege in guter Lage war schnell gefunden. Auch an diesem Seetag wurde wieder ein Tapas-Buffet angerichtet, das sich von Speisen sehr mit dem am ersten Seetag ähnelte. Der Mittag und Nachmittag verstrich mit Buch lesen, Kreuzworträtseln, Eis essen, Trinken und Nickerchen machen. Die Seeluft und der Blick aufs Meer bekräftigten nochmal das Urlaubsfeeling. Den ganzen Tag auf der „faulen“ Haut liegen wollte ich aber auch nicht. Ich drehte ein paar Runden an Deck, machte Zwischenstation in unserer Kabine um mir die Sportklamotten anzuziehen und begab mich ins Fitnessstudio. Auch nun war der Andrang mäßig, sodass ich gut mit meinem Programm vorankam. Schön war, dass man im Studio auch wunderschön den Sonnenuntergang genießen konnte.

Nachdem ich mein Sportprogramm beendet hatte, ging es zurück in die Kabine Duschen und frisch für den Abend zu machen. Heutiges Ziel zum Abendessen war das Restaurant Atlantik Klassik. Meine gewählten Speisen waren durchweg gut – Mein Highlight: Das Kalbsfilet mit Kartoffelscheiben und Gemüse – Sehr lecker.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg ins Theater, denn es stand eine Highlight-Show an: „Die Magie des Musicals – Die Musical-Gala“. Also nichts wie einen Drink geschnappt und einen Platz im Theater gesucht. Wie vermutet war „volles Haus“. Um 21:30 Uhr fiel der Vorhang und die Show begann. Es wurden einige Ausschnitte aus bekannten Musicals dargeboten und das Theaterensemble sorgte so für eine kurzweilige Show. Auch hier bestätigte sich mein Eindruck, dass die Shows bei TUI Cruises deutlich an Qualität gewonnen haben. Nach dem Theater haben wir es an diesem Abend sogar geschafft einen Platz in der immer sehr gut besuchten Schaubar zu ergattern. Dort wurde Live-Musik von den Flying Wizzards gespielt und mit leckeren Getränken und netten Gesprächen verging der Abend wie im Flug. Da am nächsten Tag wieder ein Landtag anstand und wir relativ früh loswollten, beließen wir es bei dem Tagesausklang in der Schaubar und steuerten kurz vor Mitternacht unsere Kabine an.

Sonntag, 27.01.2019: Puerto del Rosario, Fuerteventura und Ankunft in Arrecife, Lanzarote

An diesem Sonntag hieß es wieder Land in Sicht. Pünktlich legten wir in Puerto del Rosario auf Fuerteventura an.

Da wir diese Hafenstadt bereits von unserer letzten Kanaren-Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 1 kannten, haben wir uns bereits im Vorfeld dazu entschlossen einen Mietwagen zu nehmen und Fuerteventura außerhalb Puerto del Rosario zu entdecken. Denn ganz ehrlich gesagt hat man nichts verpasst, wenn man nicht in diese Stadt geht. Sehenswürdigkeiten gibt es so gut wie keine (da fällt mir nur die Kirche „Nuestra Senora del Rosario“ ein). Die einzige nette Location meiner Meinung nach ist der Stadtstrand der nur wenige Gehminuten von der Pier entfernt ist und bei gutem Wetter zum Baden und Sonnen einlädt. Wer gerne shoppt kann das Einkaufscenter „Las Rotondas“ schnell zu Fuß erreichen und die verhältnismäßig vielen Shops abklappern. So viel erstmal zu Puerto del Rosario.

Auf dem Weg von unserer Kabine im vorderen Teil des Schiffs auf Deck 8 zum Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant im mittleren Teil auf Deck 11 legten wir beim Gang über das Pooldeck einen kurzen Stopp ein als wir die AIDAcara direkt gegenüber sahen. In Kombination mit dem bezaubernden Sonnenaufgang und dem Morgenlicht konnte ich einige tolle Aufnahmen von der AIDAcara machen. Mit den Anlauf von der Mein Schiff Herz und der AIDAcara lagen an diesem Sonntag die beiden ältesten Schiffe der jeweiligen Flotten im Hafen von Fuerteventura. Dies stachelte mich schon mal weiter an einen Foto Spot zu finden von dem aus ich beide Schiffe auf ein Bild bekommen konnte. Auch die Wettervorhersage für diesen Tag sprach dafür. Angekündigt war sonnenreiches Wetter bei bis zu 19 Grad.

Nach dem gemütlichen Frühstück ging es dann auch schon runter vom Schiff und auf dem Weg die Pier entlang Richtung Hafenausgang konnte ich dann wirklich ein paar schöne Bilder von den beiden alten Schönheiten – AIDAcara und Mein Schiff Herz machen.

Direkt am Hafenausgang befindet sich ein kleines mobiles Büro von der Autovermietung Cicar.

Hinweis: Wir lagen mit der Mein Schiff Herz an der Pole Position was die Liegeplätze in Puerto del Rosario angeht – an der Muelle de Cruceros – direkt an der Av de los Reyes de Espana. Liegt das Schiff an dem Liegeplatz gegenüber in der Nähe des Fährterminals, wo die AIDAcara lag, ist der Fußweg etwas weiter da man erst um das Hafenbecken herumlaufen muss. Aber die Entfernung ist auch dort überschaubar.

Bei Cicar hatten wir im Vorfeld online für 09 Uhr einen Mietwagen reserviert – Kostenpunkt 55€ für den ganzen Tag inklusive Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Die Abholung lief sehr problemlos und die Mitarbeiter waren sehr nett (deutschsprachige Mitarbeiter waren vor Ort). Das Auto stand auf einem Parkplatz direkt um die Ecke auf einem Parkplatz. Es handelte sich um einen recht neuen Seat Ibiza. Etwas gewöhnungsbedürftig für uns war, dass der Füllstand des Autos bei Abholung ¾ betrug und es auch so wieder zurückgegeben werden sollte. Macht das Tanken nicht gerade einfach, aber dennoch handelt es sich um eine machbare Aufgabe.

Wir hatten uns vorab schon ein paar Orte rausgesucht wie wir abklappern wollten; zusätzlich bekommt man von Cicar eine tolle Karte von der gesamten Insel auf der auch Sehenswürdigkeiten markiert sind und man sich so gut orientieren kann.

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Zunächst führen wir auf der FV-1 nördlich in Richtung Corralejo. Nach circa 20 Minuten Autofahrt erreichten wir unser erstes Ziel – die Dünen von Corralejo im Parque natural de corralejo. Die FV-1a führt direkt durch die Dünen und man hat mehrere Möglichkeiten das Auto direkt am Straßenrand zu parken um einen Spaziergang durch die Dünen zu unternehmen. Das machten wir auch. Es ist wirklich ein schöner Ort und die Kombination aus Sand, Dünnen, schwarzem Gestein und dem leuchtend hellbauen Meer macht hier den Reiz aus. Man kann hier wirklich schön an der Küste entlang gehen oder auf der anderen Seite der Straße die unendlich wirkende Weite der Dünen entdecken. Natürlich wirkt das ganze bei gutem Wetter wie wir es hatten mit Sonne, blauem Himmel und Temperaturen um die 20 Grad noch reizvoller. Von dort hat man auch einen Blick auf die vor Fuerteventura liegende „Isla de Lobos“ und auch auf die Südspitze von Lanzarote.

Mit einigen tollen Aufnahmen und Eindrücken im Gepäck machten wir uns in unserem Seat Ibiza der FV-1a folgend weiter auf den Weg in Richtung Corralejo. Dort kamen wir nach kurzer Fahrt auch an. Wir fuhren Richtung Zentrum und erkannten relativ schnell, dass es sich nicht lohnen würde das Auto dort abzustellen und die Stad zu erkunden. Es handelt sich um einen künstlich hochgezogenen Touristenort mit vielen Hotelanlagen, Restaurants, Supermärkten, Shops etc. Alles wiederholte sich von Straßenecke zu Straßenecke. Wer es mag in solche Touristenorte zu fahren, ok – für uns ist es definitiv nichts. Also steuerte ich das Auto wieder raus aus Corralejo und wir machten die ehemalige Inselhauptstadt Betancuria als nächstes Ziel aus.

Wir fuhren also die FV-1 wieder südwärts und über die FV-101, FV-10, FV-207 und FV-30 durch die Orte La Oliva, Tefia und Valle de Sante Ines. Als wir an den Estatuas de Guise y Ayose vorbeikamen, legten wir einen kurzen Halt ein. Es handelt sich um zwei Königsstatuen an einem Aussichtpunkt. Von dort aus kann man auch den Mirador De Morro Velosa erreichen. Da wir aber sonntags unterwegs waren, hat die Straße nach oben zum Aussichtspunkt geschlossen und auch das dortige Lokal hat Ruhetag. Somit entschieden wir uns u.a. aus Zeitgründen nicht dort hoch zu laufen, sondern setzen unsere Fahrt Richtung Bentacuria fort. In dem kleinen Ort angekommen parkten wir unseren Mietwagen im Dorfzentrum und stellten fest, dass dieser Ort wohl auch Teil von Touren der beiden Reedereien TUI Cruises und AIDA ist, denn dort standen auch mehrere Ausflugsbusse. Der Ort ist recht überschaubar und man findet sich gut zurecht. Bei einem Spaziergang durch den Ort kann man einige schöne Bürgerhäuser und typisch kanarische Häuser, nette Cafés und Restaurants und die Kathedrale „Santa Maria de Bentacuria“ entdecken. Die gesamte Stadt steht unter Denkmalschutz und ist wirklich nett anzusehen. Nach einer kleinen Rast in einem Café war es an der Zeit weiterzuziehen. Da wir auch etwas von einem Windmühlenpark gelesen haben und dieser auf dem Weg Richtung Süden der Insel lag, steuerten wir diese Destination an. Über die FV-30, FV-426 und FV-20 ging es Richtung Antigua. Noch vor Antigua liegt der „Windmühlenpark“ names „El Molino de Antigua“. Genauer gesagt handelt es sich um eine einzige Windmühle, die einsam und verlassen in einem Wohngebiet steht. Ist ganz nett anzusehen, wenn man sowieso in der Nähe ist. Extra dort hinfahren lohnt nicht wirklich. Möchte man die kleine Windmühle und das kleine angeschlossene Museum von innen besichtigen werden pro Erwachsenen 4€ fällig. Wir entschieden uns dagegen nach dem eher enttäuschenden Außenanblick das Ganze noch von innen sehen zu wollen. Also ab ins Auto und weiter fahren. Nun fuhren wir ein ganzes Stück südwärts über die FV-20, FV-511, FV-56 und die FV-2 bis in den Urlaubsort Costa Calma. Ursprünglich wollten wir weiter Richtung Jandia bzw. Morro Jable. Da die Zeit aber fortgeschritten war entschieden wir uns nach Costa Calma zu fahren und noch einen kleinen Strandspaziergang bei dem schönen Wetter zu unternehmen. Auch hier handelt es sich um einen klassischen Touristenort, jedoch deutlich netter als Corralejo. Nach wenigen Gehminuten von unserem Parkplatz entfernt erreichten wir den Strand und liefen dort entlang und genossen die Sonne und den Blick aufs Meer. Nach einiger Zeit erreichten wir ein kleines Strandlokal, das zur Rast einlud. Für das kleine Hüngerchen zwischendurch bestellte ich mir etwas typisch kanarisches – Papas Arrugadas mit Mojo Rojo (in viel Salzwasser gekochte Kartoffeln mit einer roten Soße aus Paprika, Chili und Knoblauch). Da der Nachmittag schon vorangeschritten war, machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Seat Ibizia und ich steuerte den Ausgangspunkt unserer Inseltour Puerto del Rosario an. Das bedeutete immer nur der FV-2 zu folgen. Fahrzeit von Costa Calma ca. 1 Stunde. Der Weg ist relativ monoton. Am Hafen von Puerto del Rosario angekommen befindet sich direkt am Parkplatz, auf dem man das Auto von Cicar wieder abstellen muss, eine BP-Tankstelle an der es für uns hieß auftanken auf ¾ des Tanks. Mittels Bordcomputer konnten wir unseren Spritverbrauch berechnen und ungefähr ausrechnen was aufzutanken ist. Schlussendlich haben wir an diesem Tag 215 km zurückgelegt und waren dann mit 15€ Tanken dabei. Rechnet man also den Mietpreis und die Tankkosten zusammen, lagen wir bei 70€. Geteilt durch 4 Personen bedeutet dies einen Pro-Kopf-Preis von 17,50€. Zusammengefasst jeden Cent wert. Nachdem das Auto auf dem davor vorgesehen Parkplatz abgestellt war, packte ich den Autoschlüssel in dem von Cicar bereitgestellten Umschlag in einen schon leicht überquellenden Briefkasten für die Schlüsselrückgabe und wir gingen zurück auf unser Zuhause auf See.

Fazit unseres individuellen Landgangs: Insgesamt waren wir etwas enttäuscht von der mangelnden Anzahl von Sehenswürdigkeiten und der monotonen Landschaft. Highlight waren für uns die Dünen von Corralejo – Flopp: Die Windmühle von Antigua. Wer also viele Sehenswürdigkeiten entdecken möchte, ist auf Fuerteventura definitiv falsch. Sollten wir nochmal eine Kreuzfahrt unternehmen und Puerto del Rosario anlaufen, so kann ich mir entweder vorstellen einen Tag an einem schönen Strand zu verbringen, die es dort definitiv gibt, oder auf dem Schiff zu bleiben.

Zurück auf der Mein Schiff Herz steuerten wir unsere Kabine an, um uns kurz auszuruhen und frisch für den Abend zu machen. Fast schon ein Ritual ist es, dass wir zum Auslaufen ein Plätzchen in der Außenalsterbar suchten und mit einem leckeren Drink das Verlassen des Hafens verfolgten und damit auch den Abend an Bord einläuteten. Die AIDAcara lag dabei noch im Hafen und beim unseren Auslaufen hatten wir einen guten Blick auf das älteste Kussmundschiff und ich machte mich mit der Spiegelreflexkamera und verschiedenen Objektiven bewaffnet auf den Weg tolle Bilder aus verschiedenen Perspektiven von der AIDAcara zu machen, was mir letztendlich auch gelang.

Für das heutige Abendessen entschieden wir uns ins Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant zu gehen. Auch heute gab es wieder eine reichhaltige Auswahl an Speisen und der Andrang hielt sich in Grenzen, sodass die Platzwahl mühelos war. An diesem Abend hatte ich Lust etwas von der Wokstation zu holen. Dort wählt man sich selbst die Zutaten – verschiedene Nudel- bzw. Reis, Gemüse-, Fleisch-, Fisch- und Meeresfrüchtesorten, Soßen und Toppings – aus und gibt sie zum Zubereiten ab. Man bekommt dort ein kleines Gerät, das vibriert, wenn das Gericht fertig zubereitet ist. Man holt es dann nur noch ab und kann es heiß genießen. Gut gestärkt ging es dann raus aufs Pooldeck, denn dort stand die Poolparty mit integriertem Kuchenbuffet statt.

Vor uns lag eine kleine Etappe zur nahegelegenen Nachbarinsel Lanzarote. Abfahrt in Puerto del Rosario 18 Uhr, Ankunft in Arrecife: 23 Uhr.

Mit einem dünnen Jäckchen angezogen konnte man es ganz gut auf dem Pooldeck aushalten. Dort wurde in der Zwischenzeit das versprochene Kuchenbuffet aufgebaut – dies war eine Premiere, denn in der Vergangenheit wurde dies nicht angeboten. Nach einer kleinen Showeinlage des Theaterensembles wurde um 21:30 Uhr das Kuchenbuffet vom Kreuzfahrtdirektor eröffnet. Dargeboten wurde eine große Auswahl an Kuchen, Törtchen und Desserts. Da war etwas für jeden Geschmack dabei. Hunger hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich, aber das konnte ich mir nicht entgehen lassen – Süßes geht immer 😉. Alles, das ich mir vom Buffet geholt habe, war wirklich sehr lecker und versüßte mir zusätzlich den Abend.

Nach kurzer Zeit kam auch schon die Insel Lanzarote in Sicht und nach dem erst kürzlich stattgefunden Auslaufen aus Puerto del Rosario, konnten wir schon wenige Stunden später das Einlaufen in den Hafen von Lanzarote verfolgen. Nach dem pünktlichen Anlegen hätte es noch die Möglichkeit gegeben das Schiff zu verlassen, doch das war nicht unser Plan. Nach diesem ereignisreichen Tag war es uns noch nach einem Absacker, den wir in der Himmel & Meer Lounge zu uns nehmen wollten. Ich entschied mich wiedermal für meinen Standard-Longdrink: Den Gin Tonic. Als dieser dann ausgeschlürft war, war es an der Zeit den Tag zu beenden und schlafen zu gehen. Von der Himmel & Meer Lounge war es ein kurzer Weg zu unserer Kabine – einfach 4 Decks tiefer. Ab ins Bett – Gute Nacht.

Montag, 28.01.2019: Arrecife, Lanzarote

Der Ablauf an diesem Montagmorgen ähnelte sehr stark dem des Vortags.

Aufstehen, Frühstücken im Anckelmannsplatz, runter vom Schiff und ab zur Cicar-Autovermietung am Hafen. Nach ca. 10 Minuten Fußweg erreichten wir die Station und wie am Vortag auch gestaltete sich die Abholung des vorher gebuchten Mietwagens einfach und problemlos. Mietpreis für diesen Tag: Ebenfalls wie am Vortag: 55€ inkl. Vollkasko und aller Kilometer. An diesem Tag wartete auf dem Parkplatz direkt an der Station ein Seat Leon auf uns. Nicht das allerneuste Modell und schon etwas abgenutzt. Dennoch sauber und diesmal authentisch spanisch – mit einigen Macken und Kratzern, sehr passend zu einem spanischen Kennzeichen 😉 Mir wurde noch einige Male von Mitarbeitern von Cicar zugerufen, dass auf Grund der Vollkasko „alles gut“ sei. Scheinbar bin ich zu oft kritisch um das Auto herumgelaufen. Auch hier gab es seitens des Autoverleihers einer Lanzarote-Karte mit der Markierung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wir starteten bei bewölktem Himmel und leichten Wind in unser Tagesprogramm und fuhren zunächst aus Arrecife raus über die LZ-1 Richtung Guatizo, um den Jardin de Cactus, den berühmten Kakteengarten zu erreichen. Wir waren pünktlich zur Öffnungszeit um 10 Uhr vor Ort. Der Eintritt ist mit 5,80€ pro Erwachsenen (Kinder: 2,90€) moderat gehalten. Der großzügig gestaltete Kakteengarte wurde von dem lanzarotischen Künstler César Manrique angelegt. Man kann dort rund 1400 verschiedene Arten von 5 verschiedenen Kontinenten entdecken. Die Vielfalt ist wirklich beeindruckend. Auch eine kleine Windmühle befindet sich auf dem höchsten Punkt des Parks und man kann diese auch betreten und hat einen guten Blick über den gesamten Park. Der Cardin de Cactus hat uns echt sehr gut gefallen und machte Lust auf mehr Lanzarote. Nun ging es mit dem Mietwagen weiter nordwärts zu einer weiteren Sehenswürdigkeit – den Jameos del Agua. Ein teilweise unterirdisches Lava-Höhlen- und Röhrensystems, welches ebenfalls von César Manrique gestaltet wurde. Dort angekommen stellten wir fest, dass es auch Kombitickets für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote gibt, die eine Preisvorteil versprechen. Wir entschieden uns für eine solche Kombination – da wir neben den Jameos del Agua auch die Cueva de Los Verdes und den Mirador del Rio besuchen wollten. Pro Erwachsenen bezahlten wir also für diese 3 Sehenswürdigkeiten 21€. Der Einzeleintritt für die Jameos del Agua beträgt 9,50€.

Nach ein paar Treppenstufen nach unten erreicht man die Grotte und entdeckt den kleinen See, der durch Meerwasser gespeist wird. Blickt man hinein, sieht man ein wirklich tolles blau und viele kleine weiße Krebse, die in dem See leben. Macht man hier Fotos und schaut sich diese dann an, könnte man denken man hätte jedes einzelne bearbeitet und das blau des Wassers künstlich hervorgerufen. Aber nein, das blau des Wassers wird wirklich durch das Fotografieren sehr stark hervorgerufen. In dieser Grotte befindet sich außerdem auch ein Restaurant, welches wir aber außer Acht ließen. Wenn man auf der anderen Seite die Treppenstufen wieder nach oben kommt, erreicht man ein weißes Schwimmbecken. Meiner Meinung nach ganz nett angelegt, aber ist dort nicht unbedingt notwendig. Weiterhin gibt es noch einen Grotten-Konzertsaal. Insgesamt ein lohnenswertes Ziel.

Einen Steinwurf entfernt von den Jameos del Agua befindet sich die nächste Sehenswürdigkeit; nämlich die Cueva de Los Verdes. Den Eintritt haben wir ja durch das Kombiticket schon beglichen (Einzelpreis: Erwachsener: 9,00€, Kinder: 4,50€). Bei den Lavahöhlen Cueva de Los Verdes handelt sich um ein ganzes Lavahöhlensystem, das man nicht selbstständig, sondern nur als geführte Gruppe besuchen kann. Zeigt man also sein Ticket bzw. kauft dort eines, wird man der nächsten freien Besuchergruppe zugewiesen. In unserem Fall startete die Tour nur 2 Minuten nach unserer Ankunft. Der Guide sprach abwechselnd auf Spanisch und Englisch. Für uns also kein Problem. Die Führung durch die Gänge dauert 45 Minuten. Dabei geht es einige unebene Stufen hoch und runter, die Deckenhöhe ist manchmal sehr niedrig und manche Durchgänge sind insgesamt sehr schmal und sowieso ist alles uneben – es ist halt nun mal eine Höhle. Für mobilitätseingeschränkte Personen ist das absolut nicht machbar. Die Höhlen an sich sind alle naturbelassen – lediglich Beleuchtung und Geländer wurden installiert. Das Farbenspiel in den Höhlen ist sehr interessant. Man legt einen Stopp in einem Auditorium ein, in dem auch Konzerte veranstaltet werden. Am Ende der Führung versammelt man sich an einer gewissen Stelle und der Guide führt einen beeindruckenden Effekt vor, den keiner der Teilnehmer vorhersehen konnte. Ist schon eine gewisse Überraschung. Um diese nicht vorweg zu nehmen, lasse ich hier mal die konkrete Beschreibung. Uns hat der Besuch dort sehr gut gefallen und nicht zuletzt die Info dazu, dass – wie sollte es auch anders sein – der Lokalkünstler César Manrique an der Gestaltung der Anlage beteiligt war.

Bei unserem Kombiticket haben wir uns noch dafür entschieden den Mirador del Rio zu besuchen. Wir machten uns also mit dem Mietwagen auf den Weg dort hin und der Weg führte uns durch eine Landschaf aus Vulkangestein und Weinreben. Nach kurzer Fahrt kamen wir auch schon am Mirador del Rio an und was soll ich sagen – César Manrique lässt wiedermal grüßen. Betritt man das kleine unscheinbare Gebäude steuert man direkt auf die große bodenteile Fensterfront zu, die einen beeindruckenden Ausblick von diesem Aussichtspunkt in Richtung der Insel La Graciosa ermöglicht. Im unteren Bereich des Gebäudes befindet sich besagte große Fensterfronst in dem sich ein Café befindet in dem Getränke, kleine Snacks und Kuchen angeboten werden. Die Preise sind sogar relativ modert, obwohl es sich um einen Touristenhotspot handelt. Im oberen Bereich befindet sich der obligatorische Souvenirshop und eine Tür durch die man den Außenbereich der Anlage erreicht. Dort draußen hat man wirklich nochmal eine beeindruckendere Aussicht als von Innen. Man sieht den Abgrund, einige hohe Felsenwände mit unterschiedlichen Gesteinsschichten, das blaue Meer, die gegenüberliegende Insel La Graciosa und in unserem Fall den strahlend blauen Himmel. Es ist eindeutig ein Spot zum Verweilen und auf sich wirken lassen. Absolute Besuchsempfehlung. Wir gingen nun noch eine Etage tiefer ins Café tranken etwas und setzten uns danach in unseren Seat Leon und steuerten als nächstes den Südwesten der Insel an – nächster Halt: El Golfo. Über die LZ-1, LZ-3 und LZ-2 fuhren wir durch eine abwechslungsreiche Landschaft wieder durch Arrecife und ab Yaiza durch einen Teilbereich des Timanfaya Nationalpark. Die Straßen Richtung El Golfo führen durch unberührte Vulkanlandschaften, die sich hauptsächlich durch schwarze oder rote Gesteinsschichten zeigten. In dem kleinen Ort El Golfo angekommen parkte ich das Auto auf einem Parkplatz direkt an der berühmtesten Sehenswürdigkeit des Ortes; dem Lago de Los Clicos oder auch Lago Verde. Nach kurzem Fußweg hat man bereits dieses Highlight vor Augen. Der See hat sich einem Vulkrankrater gebildet und schimmert durch die im Wasser enthaltenen Algen sehr grün. In Kombination mit den in verschiedenen Rottönen vorhandenen Gesteinsschichten drumherum, dem schwarzen Strand und dem blauen Meer im Hintergrund ist es wirklich ein besonderer Anblick, den man dort erleben kann. Auch absolut sehenswert.

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Da die Zeit nun deutlich vorangeschritten war, begannen wir die Rückfahrt in Richtung Inselhauptstadt Arrecife. Jedoch nicht ohne noch einen kurzen Halt an den Los Hervideros einzulegen. Es handelt sich um Gesteinsmassen, die von einem Vulkanausbruch dort im Meer erstarten. In diese Gesteinsformation peitscht das Wasser des Atlantiks hinein und man kann je nach Dynamik des Meers mehr oder weniger hohe Fontänen beobachten. Ein schönes Schauspiel.

Ganz in der Nähe befinden sich die Salinas de Janubio für die wir aber leider keine Zeit mehr hatten. Wir setzten also unsere Fahrt nach Arrecife fort – und zwar hauptsächlich über die LZ-2. Nach gut 45 Minuten erreichten wir am Hafen die Cicar-Autovermietung, wo wir unseren fahrbaren Untersatz für diesen Tag parkten. Auch die Rückgabe lief wieder problemlos. Das Büro vor Ort war noch besetzt, aber man gibt nur den Schlüssel ab. Es schaut sich keiner an, was ihr mit dem Auto gemacht habt; denn die Vollkaskoversicherung ist ja immer dabei und deshalb ist, so betonen die Mitarbeiter gerne, „immer alles gut“. An diesem meist sonnigen Tag haben wir 169 km zurückgelegt und auch wieder 15€ an Sprit gezahlt. Diesmal in der Variante voll auf voll.

Nach kurzem Fußweg erreichten wir wieder den Hafen und gingen sofort zurück auf die Mein Schiff Herz. Gerne wollten wir zum Auslaufen zu einem meiner Lieblingsplätze auf diesem Schiff – dem Außenbereich der Schaubar auf Deck 7. Auf Grund des angekündigten Winds war hier jedoch alles abgesperrt. Sonst ist das hier wirklich ein toller Ort, da man direkt hinten an der Heckwelle des Schiffes ist und so das Meeresrauschen noch besser genießen kann.

Wie sollte es anders sein, steuerten wir stattdessen die Außenalsterbar an. Auch hier war schon einiges verzurrt worden, doch einige Sitzplätze waren dennoch vorhanden.

Nach der obligatorischen Durchsage des Kapitäns begann das Ablegemanöver und wir verließen den Hafen von Arrecife mit etwas Wehmut.

Sven und ich waren nun das dritte Mal auf Lanzarote und es hat mich immer nicht besonders überzeugt, doch bei diesem Besuch hat es nun Klick gemacht und Lanzarote hat mich begeistert. Die von uns angesteuerten Sehenswürdigkeiten sind wirklich alle lohnenswerte Ziele und haben Eindruck hinterlassen. Alle guten Dinge sind nun eben doch 3.

Mit einer beeindruckenden Abendstimmung, die durch die Wolken durch die sich die Sonne beim Untergehen noch kämpfte und der Blick zurück auf die schroffen Berge, schaukelten wir hinaus auf den Atlantik und setzten den Kurs auf den afrikanischen Kontinent.

Nach dem Auslaufen haben wir einen kurzen Stopp in unserer Kabine eingelegt, in der ein Bettdecken-Krokodil auf uns wartete. Ein ungefährlicher Zeitgenosse. Unsere Kabinenstewards haben fast jeden Tag ein neues Tier aus den Bettdecken gestaltet und uns damit immer ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert, wenn wir die Kabine betreten haben.

In der Zwischenzeit war es Zeit für das Abendessen und dafür gingen wir ins Atlantik Klassik – Restaurant. Das von mir gewählte Menü war wirklich schmackhaft und war eine gute Grundlage für den weiteren Abend. Ab diesem Abend wurde im Theater die Show „The Cruise Direcor’s Show – Volle Fahrt voraus“ dargeboten, die wir aber nicht besucht haben.

Die ganzen Eindrücke des Tages haben uns schon auch ein bisschen Müde gemacht und durch den Seegang wurde man immer mehr müde geschaukelt. Wir rafften uns allerdings nochmal auf und gingen in den Wintergarten der Außenalsterbar, gönnten uns einen alkoholischen Cocktail des Tages und spielten noch ein bisschen Karten. Allzulange hielten wir aber nicht mehr durch und nach einem Ramazotti als Absacker entschlossen wir uns schlafen zu gehen und den Tag so zu beenden, u.a. auch weil wir am Morgen einen langen Tag vor uns hatten und uns durch das Umstellen der Borduhren um eine Stunden nach vorne auch eine Stunde Schlaf geklaut wurden.

Dienstag, 29.01.2019: Agadir, Marokko

Für mich war es das erste Mal auf dem afrikanischen Kontinent als wir an diesem letzten Dienstag im Januar um 09 Uhr in Agadir anlegten. Agadir selbst wurde bei einem Erdbeben 1960 fast komplett zerstört und danach an leicht versetzter Stelle neu aufgebaut.

Bei der Reiseplanung im Vorfeld hatten Sven und ich uns dazu entschlossen einen Ausflug nach Marrakesch zu unternehmen und nicht in Agadir zu bleiben. Sodass wir bereits von Zuhause über TUI Cruises den Ausflug „Faszination Marrakesch“ für 89€ pro Erwachsenen gebucht hatten. Es handelt sich um einen Ganztagesausflug, der letztlich 12 Stunden dauert. Insgesamt ca. 7 Stunden sind reine Fahrzeit. Wir haben mehrfach drüber nachgedacht, ob es das Wert ist und haben uns letztlich dafür entschieden.

Nach dem Frühstück gingen wir also mit Sack und Pack und den Ausflugstickets im Gepäck zum vereinbarten Treffpunkt – Dem Theater auf Deck 7 um 09 Uhr. Wir nahmen dort Platz und warteten auf unseren Aufruf zum Start des Ausflugs. Nach kurzer Zeit kam eine Durchsage vom Kreuzfahrtdirektor, dass sich der Aufbau der Gangway schwierig gestaltet, da ein Kran im Weg stehe. Dazu muss man wissen, dass Agadir kein reines Pier für Kreuzfahrtschiffe verfügt, sondern man im Frachtbereich des Hafens festmacht und es da Kräne für Schiffsbeladungen gibt. Das Theater füllt sich immer mehr mit diversen Ausflüglern und wir waren zum Warten verdammt. Gegen 09:45 Uhr war es dann endlich soweit und wir konnten das Schiff verlassen und gingen direkt zu den bereitgestellten Bussen. Es handelte sich um einen modernen Reisebus. Kurz vor 10 verließen wir dann den Hafen von Agadir und fuhren in Richtung des 260 km entfernten Marrakesch. Der örtliche Reiseleiter sprach sehr gut deutsch und erklärte während der Fahrt einiges über Agadir, Marrakesch, Marokko im Allgemeinen, die Menschen, die Kultur und die Natur. Die Fahrt verlief über die Autobahn, die nicht besonders dich befahren war. Ein Teilstück führte durch Ausläufer des Atlasgebirges. Dort gibt es sogar einige hohe Berge, die wir in der Entfernung sehen konnten und auf einigen Bergspitzen lag eindeutig Schnee. Der Reiseleiter erklärte uns auch, dass es sogar ein Skigebiet dort gäbe. Hatte ihr ehrlich gesagt gar nicht auf dem Schirm, dass es dort so etwas geben könnte. Nach guten 2 Stunden Fahrt gab es eine kurze Rast, die hauptsächlich als Toilettenpause fungierte. Ca. 1,5 Stunden später erreichten wir dann um 13:30 Uhr Marrakesch und bei der Fahrt mit dem Bus durch diese Stadt konnten wir schon einen Eindruck gewinnen was uns dort erwarten würde. Auf der Agenda stand zunächst das im Ausflugspreis enthaltene Mittagsessen. Das Restaurant war in einem typischen arabischen Stil eingerichtet. Zur Vorspeise wurden verschiedene kalte Kleinigkeiten gereicht. Die Hauptspeise bestand aus einem in einer traditionellen Tajine zubereiteten Zitronenhähnchen mit Oliven und Kartoffeln und Couscous mit verschiedenem Gemüse und Rindfleisch. Die Nachspeise bestand aus Clementinen, Mürbegebäck und einem traditionellen Minztee. Getränke waren während des Essens auch inklusive. Es gab marokkanischen Rotwein und Mineralwasser. Das Essen war insgesamt schmackhaft und die Gerichte, die man erwartet, wenn man an Marokko denkt, wurden serviert. Zum Schluss trat dann noch eine Tänzerin auf, die von einer kleinen Band musikalisch begleitet wurde. Natürlich handelte es sich dabei um ein typischen Touristenlokal, aber man hat sich nicht irgendwie zu irgendwas genötigt oder belästigt gefühlt.

Frisch gestärkt führte uns der Reiseleiter zum Bahia Palast – einem Palast aus dem 19. Jahrhundert, der aus einigen schön gestalteten Räumen und Gartenanlagen besteht. Hier gab uns der Reiseleiter einige interessante Informationen, sodass wir die Funktion des Palasts richtig einordnen konnten. Da zu diesem Zeitpunkt Bauarbeiten im Inneren des Palasts einige Bauarbeiten stattfanden, konnten nicht alle Bereiche besichtigt werden, doch aus meiner Sicht hat man da nicht allzu viel verpasst. Dieser Palast ist nicht ein prunkvolles Gebäude wie man es sich vorstellen mag, wenn man an das Wort Palast denkt, nichts desto trotz ist es ein Teil der marokkanischen Kultur und es ist immer wichtig sich mit anderen Kulturen auseinander zu setzen.

Vom Palast aus wurden wir in Richtung der örtlichen Souks der Medina geführt. Gleich zu Beginn unseres Bummels stellten wir fest: Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Lederwaren, Teppiche, Lampen, Kleidung, Lebensmittel, Spielzeug, Schuhe, Tee, Gewürze und so weiter. Dabei sind die Stände nach einzelnen Bereichen aufgeteilt, sodass die direkten Konkurrenten immer direkt nebenan waren. In den teilweise engen Gässchen ist es üblich, dass Einheimische auch mit Roller hindurchfahren, da muss man also als Fußgänger in Acht sein. Aber irgendwie macht es auch dieses für uns Europäer chaotisch wirkende Flair aus. Natürlich kennen die örtlichen Händler auch den Weg, auf den Touristen durch die Souks laufen, sodass ständig von irgendwoher ein Verkäufer angesprungen kam, um etwas mehr oder weniger Nützliches zu verkaufen. Teilweise war es echt ein bisschen wie „und täglich grüßt das Murmeltier“, denn einige Verkäufer tauchten an verschiedenen Stellen immer wieder auf. Fast wie ein Katz und Maus Spiel. Unser Reiseleiter hatte bei unserem Spaziergang durch die Medina auch noch Verstärkung durch einen örtlichen „Aufpasser“, der die Gruppe zusammenhalten sollte, da man sonst kaum geschlossen durch die Gassen gehen kann ohne dass jemand verloren geht. Dies hat auch ganz gut geklappt, sodass man auch wenn man nicht ganz vorne lief immer wusste wie man zu laufen hat. Am Ende des Spaziergangs durch die Souks landeten wir auf einem berühmtesten Plätze Marokkos – dem Platz Djemaa el Fna; dem sogenannten Gauklerplatz. Hier hatten wir eine Stunde Freizeit um die Gegend selbstständig zu entdecken. Und so zogen wir los und konnten dabei einige Gaukler antreffen, die quasi nur darauf warteten „frische“ Touristen vorgesetzt zu bekommen. Von einem Meter auf den anderen wurde man angesprochen und zu irgendetwas aufgefordert – natürlich mit dem Ziel Geld einzunehmen. Es gibt dort Schlangenbeschwörer, Affen an Leinen, Wasserträger, Wunderheiler, Musikgruppen, Hahnenkämpfe und vieles mehr. Es ist schon eine spezielle Atmosphäre die dort herrscht. Schlussendlich muss ich sagen, dass dies nicht wirklich mein Fall ist. Dieses ständige Angelabert werden ist irgendwann lästig und wird nicht besser wenn man sich dann wieder als Gruppe mitten auf diesem Platz sammelt – mal ganz abgesehen von den tierschutzmäßig bedenklichen Themen. Selbst hier am Schluss tauchte wieder unser „täglich grüßt das Murmeltier“-Gürtelverkäufer auf, neben natürlich vielen anderen. Vom Gauklerplatz machten wir uns dann auf den kurzen Weg in Richtung der Hassan-II.-Moschee. Es ist eine der größten Moscheen der Welt und das Minarett ist stolze 200 m hoch. Hier gab es jedoch nur einen kurzen Fotostopp von dem Platz davor. Dort warteten auch die Busse, die uns wieder ins über 200 km entfernte Agadir bringen sollten. So startete unsere Rückreise gegen 17:30 Uhr über die Autobahnen Marokkos. Auch auf dieser Etappe gab es wieder eine kleine Pause auf einem Rastplatz an der Autobahn. Gegen 21:30 Uhr erreichten wir dann wieder den Hafen von Agadir und noch im Bus gab es die Information, dass das Buffetrestaurant heute länger aufhat (obwohl es nach Tagesprogramm so nicht vorgesehen war). Zu dem Ausflug muss man sagen, dass man sich im Klaren sein muss, dass man sehr lange im Bus sitzt und nicht sehr viel Zeit in Marrakesch selbst hat. Aber man hat die Möglichkeit einen ersten Eindruck von dieser großen marokkanischen Stadt zu bekommen. Was für mich nicht gut gelöst war, war dass es gleich am Anfang Mittagsessen gab und später dann nichts mehr, sodass der Magen sehr knurrt, wenn man zu später Stunde zurück auf dem Schiff ist. Klar, man hätte sich in Marrakesch selbst noch etwas besorgen können, aber so ein kleiner Snack während der Busfahrt zurück nach Agadir hätte sicherlich auch seinen Zweck erfüllt. Den Preis von 89€ halte ich für akzeptabel. Man kann aber schon sagen, dass der Ausflug ein Erlebnis war – ich bereue nicht ihn gebucht zu haben. Die Mentalität der Menschen ist schon speziell und so vom ersten Eindruck her wird es, so glaube ich, nicht unsere Lieblingsdestination.

An Bord zurück zog es uns zum Hunger stillen heute mal an den Cliff 24 Grill. Sagen wir mal ein Schnellimbiss am Pooldeck, der 24 Stunden am Tag geöffnet hat. Für uns gab es je einen leckeren Burger und eine Portion Pommes. Der Hunger gehörte nun der Vergangenheit an und zum Auslaufen aus dem nächtlichen Agadir zog es uns in einer unserer Stammlocations – der Außenalsterbar. Mit einer Jacke ließ es sich hier noch gut aushalten. Mit der Melodie von Unheiligs „Große Freiheit“ verließen wir Afrika mit einigen neuen Eindrücken und machten uns auf in Richtung Europa.

Da die Schlagershow „Es ist nie zu spät“ wie jeden Abend um 21:30 Uhr stattfand, wir da aber gerade erst zurück aufs Schiff gekommen waren, konnten wir diese leider nicht besuchen.
Als Ausklang zu diesem schon anstrengenden Tag entschieden wir uns noch in die TUI Bar zu gehen, gemütlich etwas zu trinken und noch eine Runde Karten zu spielen. Als um 00:30 Uhr die Bar schloss, war es für uns auch Zeit den Tag zu beenden und ins Bett zu gehen – Eindrücke verarbeiten und „Batterien auftanken“.

Mittwoch, 30.01.2019: Seetag auf dem Weg nach Gibraltar

Wie sollte es an diesem 3. Seetag der Reise auch anders sein, erster Programmpunkt nach dem Aufstehen ist das Frühstück. Auch an diesem Tag im Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant. An Seetag ist es hier gewöhnlich etwas voller, aber Probleme einen Platz zu finden hatten wir nie.

Die Wetteraussichten für dieses Tag waren eher mittelmäßig. Vorwiegend bedeckter Himmel, einzelne Regenschauer, frischer Wind und Temperaturen bis 16 Grad. Aber sagen wir mal so: Alles besser als Ende Dezember in Deutschland.

Ich hatte das Bedürfnis nach Seeluft uns so drehte ich meine Runden über die Außendecks der Mein Schiff Herz. Vom Bug zum Heck, von oben nach unten und umgekehrt. Gerade in den nicht windgeschützten Bereichen spürte man doch schon eine gute Brise, aber zu diesem Zeitpunkt kein Regen in Sicht. Auf dem Pooldeck fand um 11:15 das Früchte- und Obstschnitzen statt, bei dem zwei Mitarbeiter zeigten, wie man aus Obst und Gemüse Kunstwerke herstellen kann. Insbesondere auf den Philippinen hat diese Art des Schnitzens lange Tradition. Gleich im Anschluss wurde – wie an den Seetagen üblich – ein Buffet am Pool eröffnet. Heute: Suppen-Buffet. Ich war schon mal ganz froh, dass es nicht wieder ein Tapas-Buffet war. Es standen verschiedene Salat und natürlich vor allem Suppen wie z.B. Linsensuppe oder Chili con care zur Auswahl. Entweder gereicht in einer normalen Suppenterrine oder in einem kleinen Brotlaib. Nachdem das Frühstück einigermaßen verdaut war und ich ja schon ein paar Runden auf dem Schiff gedreht hatte, holte ich mir dann eine Portion Linsensuppe im Brotlaib und was soll ich sagen: die Suppe und auch das Brot war sehr lecker.

Nach der Suppe setzte erstmal bei mir das sogenannte „Suppenkoma“ ein und so schmiss ich mich in einer Decke eingehüllt auf einer der Liegen direkt am Pool, in dem das Wasser durch den leichten Seegang vor- und zurückschwappte. Wenn ich nicht gerade ruhte, habe ich in meinem Buch gelesen oder mich an Kreuzworträtseln versucht. Letzteres klappt mal mehr und mal weniger gut. Ich habe die Zeit auch noch ein bisschen genutzt, um mir in der Fotogalerie die Fotos anzuschauen, die zwischenzeitlich von uns gemacht wurden. Schön ist hier, dass das Ganze digital ist und nicht wie bei manch anderen insbesondere internationalen Reedereien die Bilder alles ausgedruckt werden und in 10 verschiedenen Varianten dann noch als Krönung zusammengetackert werden. Schade ist nur, dass es auf der Mein Schiff Herz keine Gesichtserkennung an den Terminals gibt, sodass man wirklich Arbeit hat, seine Bilder zu finden. Diese sind nach Destination bzw. Thema aufgeteilt und teilweise noch nach Uhrzeiten, sodass man manchmal doch etwas in seinem Gedächtnis wühlen muss, um nicht alle Bilder durchgehen zu müssen. Letztlich gibt es für uns sowieso immer nur ein Bild und das ist das Willkommensfoto – mittlerweile eine feste Tradition. Nachdem ich das Bild dann aus dem System gefischt hatte, kommt ein weiteres Manko. Man kann das Bild nicht digital bestellen, sondern füllt einen Bestellzettel aus und gibt diesen ab. Das ist etwas „old school“, aber ok, es ist ein älteres Schiff, aber sowas lässt sich nachrüsten; gibt aber auch Schlimmeres.

Nun ja auch vom Nichtstun vergeht die Zeit wie im Nu und nach der ganzen Entspannung musste auch noch ein bisschen was Aktiveres her und so warf ich mich in mein Sportoutfit und begab mich ins Fitnessstudio „Sport & Gesundheit“. Erstaunlicherweise war der Andrang dort sehr gering. Bis dato ahnte ich noch nicht, dass sich ein kleines aber feines Highlight anbahnte.

In einer Pause zwischen zwei Geräten ging ich kurz an die Reling am Außenbereich direkt am Studio (es gibt eine Tür direkt nach draußen) und wie es der Zufall so wollte, tauchten in diesem Moment einige Delfine am Bug der Mein Schiff Herz auf. Das Glück meinte es sogar so gut mit mir, dass ich ein paar Schnappschüsse von ihnen machen. Ein schönes, spontanes Erlebnis.

Weiter am Abend kam es dann wieder zu der Frage: „Wo geht’s heute hin zum Abendessen?“. Die Entscheidung fiel auf das Buffetrestaurant auf Deck 11. Und was soll ich sagen: Ich drehte eine Runde durch das Restaurant und schaute mir die Speisen an – nach einer kleinen Vorspeisenauswahl landete ich wieder an der Wokstation. Ich stellte mir eine Komposition zusammen und gab meinen Teller der super freundlichen und immer gut gelaunten asiatischen Mitarbeiterin am Ende der Station und bekam einen Pager und nach kurzer Zeit konnte ich mein Gericht super heiß in Empfang nehmen. Ich war wieder ausgesprochen zufrieden und als Dessert gönnte ich mir noch zwei Kugeln Eis: Heute gab es auch meine beiden absoluten Lieblingssorten: Schwarze Schokolade und Grüner Apfel. Außerdem gab es eine absolute Premiere an der Obststation. Ich entdecke eine Schale voll mit halbierten Passionsfrüchten. Bisher gab es diese leckeren kleinen Früchte noch an keinem anderen Tag; geschweige denn auf anderen Reisen mit der Mein Schiff-Flotte. Entweder habe ich sie nie gesehen oder es gab sie wirklich nie. An diesem Abend gab es sie quasi eimerweise und so sicherte uns einige davon und damit konnte ich Sven eine große Freude machen, denn er liebt diese Früchte.

Gesättigt und glücklich ging es dann zur Show „Bailando“ ins Theater – wie immer um 21:20 Uhr. Mit einem Cocktail bewaffnet genossen wir diese Show im karibischen Flair, die wirklich von den Gesangseinlagen, der Songauswahl und dem Bühnenbild überzeugte. Wir kannten diese Show bereits von vergangenen Reisen, doch nie war diese so gut wie auf der Mein Schiff Herz. Ich kann mich nur wiederholen, aber TUI Cruises hat sich bei den Shows wirklich sehr verbessert; wirklich gut.

Zum Ausklang des Tages zog es uns in die Himmel & Meer Lounge – Abends: Die Disco an Bord auf Deck 12 ganz vorne. Der DJ legte eine gute Mischung an Musik auf und so „zappelten“ wir dem Ende des Tages entgegen.

Donnerstag, 31.01.2019: Gibraltar, Gibraltar (Vereinigtes Königreich)

Nachdem wir auf dem Weg aus dem Mittelmeer Richtung Kanaren vor ein paar Tagen die berühmte Straße von Gibraltar passiert hatten, war es nun heute Zeit in dem nur 6,5 km² großen britischen Überseegebiet Gibraltar festzumachen. Dies war um 08 Uhr an diesem letzten Tag im Januar der Fall.

Als wir unsere Kabine verließen um Frühstücken zu gehen bemerkten wir schnell, dass sich das Wetter von seiner „very british“-Seite zeigte. Somit erstmal relativ passend, wenn man an Großbritannien denkt, jedoch nicht wenn sich erinnert an der Südspitze Spaniens zu sein. Aber „so what“ – können wir nicht beeinflussen und nach Wetterprognose sollte ab Nachmittag die Sonne rauskommen.

Unser Plan für den Tag sah vor, dass wir vormittags die Stadt auf eigene Faust erkunden und mit der Seilbahn den berühmten Felsen „Rock of Gibraltar“ fahren wollten und um 14 Uhr mit einem Ausflugsboot auf Delfinbeobachtung gehen wollten.

Wir hatten online bereits vor Beginn der Reise bei dem örtlichen Anbieter „Dolphin Advenure“ die „Dolphin Watch and Cable Car Combination“ – also eine Kombination aus Delfinbeobachtungsfahrt und Seilbahnticket – gebucht. Kostenpunkt pro Person 27£ (~ 31€). Wenn man bedenkt, dass ein Ticket für die Seilbahn (Hin- und zurück) mit 16£ (~ 19 €) zu Buche schlägt, empfanden wird die Kombination mit der Ausflugstour zur Delfinbeobachtung als eine lohnende Kombination.

An diesem Morgen wurden wir per SMS von dem Anbieter informiert, dass auf Grund der Wetterbedingungen der die Bootsfahrt auf 12:30 Uhr vorverlegt wurde. Somit mussten wir unseren Plan ein wenig umstricken und wie sich später rausstellen sollte, war dies ganz gut so.

Um kurz nach 09 Uhr verließen wir die Mein Schiff Herz und machten uns zu Fuß auf ins Stadtzentrum. Unglücklicherweise fing es genau dann an zu regnen. Würde man nicht bemerken, dass in Gibraltar interessanterweise Rechtsverkehr herrscht, könnte man wirklich denken, man befände sich in Großbritannien. Ok, bis auf die Vegetation, die dann doch eindeutig südeuropäisch ist.

Zunächst führte unser Weg zu Dolphin Adventure, um unsere Tickets für die Tour abzuholen. Theoretisch ist es zu jedem Zeitpunkt möglich mit der Seilbahn zu fahren, da die Bootsfahrt jedoch um 12:30 Uhr starten sollte, behielten wir uns das für den Nachmittag vor. Ganz in der Nähe des Büros von Dolphin Adventure befindet sich der Flughafen von Gibraltar. Wirklich auch eine Sehenswürdigkeit. Denn die Start- und Landebahn des Flughafens kreuzt die einzige Zugangsstraße von Gibraltar. Die Winston Churchill Avenue verbindet Gibraltar mit der spanischen Stadt La Linea de la Concepción. Läuft oder fährt man also von der Halbinsel Gibraltar in Richtung Spanien belangt man unweigerlich auf den Flughafen. Landet oder startet ein Flugzeug, so wird die Straße aus beiden Richtungen komplett gesperrt und somit ist für diesen Zeitraum der Verkehr von Gibraltar isoliert und es kann keine Ein- oder Ausreise stattfinden. Wir machten also den Spaziergang bis zur spanischen Grenze, machten dann einen „U-Turn“ und gingen abermals über die Rollbahn des Flughafens in Richtung Fußgängerzone der Stadt. In der Main Street angekommen, bemerkten wir schnell, dass es doch einige Geschäfte für eine so kleine Stadt gibt. Alle werben mit günstigen Preisen, da man dort zollfrei einkaufen kann und in dieser Einkaufsstraße war sogar einiges los, was nicht nur an den Gästen der Mein Schiff Herz lag, sondern auch an einigen Tagestouristen, die explizit zum Einkaufen nach Gibraltar kommen. Insbesondere Alkohol ist hier vergleichsweise günstig und so ist es nicht verwunderlich, dass hier ein Geschäft neben dem anderen zu finden ist. Wir schlenderten durch ein paar Geschäfte und in manchem war es gewissermaßen wie in einer gut laufenden Disco. Musik sehr laut aufgedreht, ein Haufen Leute in dem engen Laden und sogar eine Nebelmaschine. Ein besonderes Shoppingerlebnis nennt man das wohl. Wir folgten der Main Street bis zu ihrem Ende und gingen dann über den Queensway, den Commenwealth Park und dem Casemates Square zum Ocean Village. Dort kehrten wir noch für einen kurzen Augenblick in ein kleines Café ein, bevor wir zum Anleger unseres Ausflugsboots gingen. Dieser liegt direkt neben einem interessanten Gebäude – dem 5 Sterne Hotel Sunborn Gibraltar. Es ist nicht wirklich ein Gebäude oder ein gewöhnliches Hotel, ziemlich sieht es auch wie ein kleines Kreuzfahrtschiff. Wirklich interessant anzusehen und zum Verwechseln ähnlich.

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Zwischenzeitlich hatte es zum Glück aufgehört zu regnen und unser Ausflugsboot füllte sich mit einigen Touristen. Dabei waren kaum Gäste der Mein Schiff Herz. Das Boot verließ den kleinen Hafen im Ocean Village und steuerte die Bucht von Gibraltar an. Dabei ging es teilweise zu wie in einer Berg- und Talbahn gepaart mit einer Wildwasserbahn. Gut, dass wir alle eine gewisse Seetauglichkeit mitbrachten. Die Reiseführer an Bord haben einige Informationen zu den Meeresbewohnern gegeben, die wir zu Gesicht bekommen können. Das Boot drehte einige Runden und fuhr einige Bahnen ab, bis es endlich soweit war und einige Delfine auftauchten. Mal näher und mal weiter weg. Teilweise direkt unter der Wasseroberfläche schwammen die Säugetiere vorbei und begleiteten das Boot eine Weile. Wirklich ein schönes Schauspiel. Passend zu der Szenerie konnte man im Hintergrund über dem spanischen Festland an den Bergen einen Regenbogen erkennen. Nach einiger Zeit kehrten wir in den Hafen zurück und verließen glücklich – nachdem wir wirklich Delfine gesehen haben – das Boot. Insgesamt dauerte der Bootsauflug knappe 1,5 Stunden und ist sehr zu empfehlen.

Für uns sollte es nun zur Hauptsehenswürdigkeit Gibraltar gehen – dem Felsen von Gibraltar. Dieser ist quasi in der gesamten Stadt von überall her sichtbar und ein Naturschutzgebiet. Man kann in verschiedenen Varianten auf den Berg kommen – entweder mit der Seilbahn, dem Taxi oder zu Fuß. Wir hatten ja bereits vorab die Seilbahnkombi gebucht und so gingen wir wieder über die Main Street zur Talstation des „Cable Car“. Der Fußweg betrug ca. 20 Minuten. Dort angekommen tauschten wir unsere Gutscheine für die Tickets in tatsächliche Tickets um und waren erstaunt, dass gar nichts los war – keine Schlange, kein langes Warten. Ich denke, dass die meisten Touristen und Gäste vom Schiff schon früher hochgefahren sind und dazu kam auch noch, dass an diesem Tag die Seilbahn immer wieder den Betrieb einstellte und wieder aufnahm. Wird der Wind nämlich zu stark, wird der Betrieb eingestellt. Dies ist dann der perfekte Moment für die örtlichen Taxifahrer, die Touren auf den Berg anbieten und deutlich flexibler sind, als die Seilbahn. Wir trafen auch einige die das gemacht hatten und je größer die Gruppe ist, desto preiswerter wird es.

Wir konnten sofort in eine Seilbahnkabine steigen und nach wenigen Minuten ging es dann los auf den 426 m hohen Fels. Während der Fahrt (6 Minuten) nach oben hat man wirkliche eine tolle Aussicht auf die Umgebung. Bei der Einfahrt in die Bergstation konnten wir bereits ein erstes Ereignis mit den dort oben lebenden Berberaffen beobachten. An der Bergstation warteten einige Menschen auf die Ankunft unserer Gondel, um damit wieder nach unten zu fahren. Ein Mädchen überbrückte die Wartezeit mit dem Essen von Chips. Ein Affe hatte wohl auch Hunger und klaute in Sekundenschnelle die Chipstüte aus der Hand des Mädchens und machte sich damit aus dem Staub. Für uns unbeteiligte ein amüsantes Schauspiel. Es wird mehrfach gewarnt die Affen anzufassen oder dort oben etwas offensichtlich zu essen oder Wertgegenstände offen zu tragen. Diese Affen sind als frech bekannt und können sozusagen alles gebrauchen. Als wir ausgestiegen waren begegneten uns gleich auch einige Affen – manche relativ faul und manche sehr agil. Hält man sich an die Hinweise in Umgang mit den Felsenbewohnern, kommt man gut klar. Auf der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Rundumblick und man kann tolle Fotos machen – auch in Kombination mit den Berberaffen; da muss man immer schnappschussbereit sein. Wir hatten auch das Glück, dass Affeneltern mit ihrem kleinen Baby auf der Plattform unterwegs waren und der Nachwuchs eigene Gehversuche unternommen hat. Uns war natürlich klar, dass hier erhöhte Vorsicht geboten ist und dies war sogar jedem der Touristen klar, sodass es zu keinem Zwischenfall kam. Ein Zwischenfall anderer Art ereignete sich jedoch direkt vor unseren Augen. Ein Affe verspürte wohl ein kleines Hüngerchen und sprang deshalb kurzerhand auf den Rücken eines Mannes, öffnete seinen geschlossenen Rucksack, holte eine geschlossene Packung Cookies raus und machte sich blitzschnell aus dem Staub. Wahnsinn, wie schnell die sind. Der Mann wusste gar nicht wie ihm geschah, sah es aber mit dem notwendigen Humor. In der Zwischenzeit hatten wir mitbekommen, dass die Seilbahn auf Grund des aufkommenden Windes den Betrieb wieder eingestellt hatte. Wir hatten also Glück, dass wir überhaupt noch mit der Seilbahn hochfahren konnten, nach uns kam nur noch eine Gondel hoch, danach war Schluss. Das Personal oben hat dann alle informiert, dass der Betrieb auf unbestimmte Dauer eingestellt sei und statt dessen würden uns Busse nach unten bringen. Diesen seien bereits auf den Weg nach oben. Nach Vorlage des „Return-Tickets“ bekam jeder dann einen Zettel mit einer Busnummer drauf. Ganz so schnell funktionierte das mit den Bussen jedoch nicht. Es dauerte ca. 30 Minuten bis wir aufgefordert wurden zu einem gewissen Punkt auf der Straße zu gehen. Dort kamen dann nach weiteren 10 Minuten kleine Busse, die anschließend gemütlich vollgemacht wurden. Nun begann die Abenteuerfahrt nach unten über die kleinen, engen Straßen. Das war wirklich sehr interessant, denn manche Kurven konnten mit dem Kleinbus nicht gefahren werden, weshalb es dann oftmals zu einer Ausweichbucht ging um zu Rangieren und die Richtung zu ändern, um so die Kurve mit dem kleinen Radius zu umfahren. Alles wirkte aber sehr aufeinander abgestimmt und man fühlt sich nicht in Gefahr. Die Fahrt nach unten bis zur Talstation dauerte ca. 20 Minuten. Für uns war die Talfahrt mit dem Bus nicht schlimm. Wir waren eher froh, dass wir so viel Glück hatten, dass wir mit Seilbahn hochfahren konnten. Den Windverhältnissen zu diesem Zeitpunkt sei Dank.

Interessanterweise wurde das Wetter nachmittags wirklich besser und der Himmel lockerte auf und die Sonne schien; einzig der Wind war doch mäßig da – gefühlt aber nicht überdurchschnittlich stark.

Unser nächstes Ziel war unser Zuhause auf See und so traten wir den Rückweg zum Cruiseterminal an. Dort kamen wir nach ca. 25 Minuten Fußmarsch an.

Unglaublich aber wahr: wir haben es nicht geschafft die Sehenswürdigkeiten des kleinen Gibraltars nicht alle an einem Tag besichtigen können. Dies lag aber daran, dass wir ja die Ausflugsfahrt zur Delfinbeobachtung gemacht hatten, ansonsten kann man das schon schaffen. Übrig für einen weiteren Besuch in dem britischen Überseegebiet sind noch die Tropfsteinhöhe „St. Michaels Cave“, die „Great Siege Tunnels“ und der Europapoint.

Zurück auf dem Schiff war es an der Zeit einen neuen Bereich der Mein Schiff Herz zu entdecken und nach den Eindrücken an Land den Abend entspannt einzuläuten. Wir betraten die X-Lounge, deren Zugang auf Deck 12 im Gang zur Himmel & Meer Lounge liegt. Es handelt sich um einen exklusiven Bereich, zu dem i.d.R. nur für Suiten- und Juniorsuitengäste Zutritt haben. In der Zeit von 07 bis 19 Uhr wird hier Service mit Speisen und Getränken angeboten. Nachdem wir uns ein bisschen umgeschaut hatten, suchten wir uns einen schönen Platz an der großen Fensterfront, machten es und in einem gemütlichen Sessel bequem. Der Service war sehr aufmerksam und fragte gleich nach unseren Getränkewünschen – wir bestellten uns einen Champagner und stießen damit auf diesen tollen Urlaub an. In der X-Lounge ist auch ein kleines Buffet aufgebaut, bei dem es verschiedene herzhafte und süße Kleinigkeiten, sowie Suppe und Obst gibt. Ich entschied mich für ein kleines belegtes Brötchen mit Roastbeef, eine kleine Portion Sushi und Pfifferlingssalat. Beides war sehr lecker. Da Süßes aber immer geht, konnte ich der Schokotarte und ein paar Pralinen nicht widerstehen. Es herrschte eine angenehme, ruhige Stimmung, sodass nach kurzer Zeit der Erholungseffekt eintrat; was auch dadurch verstärkt wurde, dass zwischenzeitlich die Sonne wunderschön in diesen Bereich hineinschien und ich mit Füßen hochgelegt die Sonne genießen konnte.

Da jedes Auslaufen aus einem Hafen ein besonderes Erlebnis ist, entschieden wir uns dafür dieses Ereignis vom Außendeck auf Deck 12 zu verfolgen. Zwischenzeitlich hatte es sich wieder etwas zugezogen und zu einigen Regentropfen kam auch noch relativ starker Wind dazu. Die Mein Schiff Herz hatte beim Ablegen um 18 Uhr schon gefühlt ihre Last von der Pier wegzukommen, da der Wind sie an die Pier drückte. Letztlich lief aber das Manöver normal ab und wir fuhren am Europa Point und der dort errichteten großen Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee vorbei und nahmen Kurs in Richtung Barcelona. Wir machten es uns noch einige Zeit in der Außenalsterbar mit dem Cocktail des Tages bequem und schauten zurück auf den beeindruckenden Felsen von Gibraltar.

Zum Abendessen ging es an diesem Abend ins Atlantik Klassik Restaurant. Der Service war wieder aufmerksam und freundlich, nur mit dem Essen war ich an diesem Abend nicht ganz so zufrieden. Insbesondere das Kalbsschnitzel mit der Kräuterkruste ist bei mir leider durchgefallen. Das Fleisch war leider nicht zart, sondern eher bissfest und die Kruste war kein bisschen knusprig, sondern durchgeweicht. Schade, aber es kann nicht immer alles perfekt laufen und letztlich war es kein Weltuntergang und entsprach halt einfach nicht meinen Vorstellungen.

Was stand an diesem Abend noch so auf der Agenda? Im Theater war die Crew-Show angesagt, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. So wie viele andere Mitreisende auch. Erwartungsgemäß war das Theater gut gefüllt. Pünktlich um 21:30 Uhr startete die Show „Bühne frei – Die Show der Crew“ moderiert vom Kreuzfahrtdirektor. Auf die Bühne trauten sich an diesem Abend einige Talente, die sonst nicht so im Vordergrund stehen, sondern eher Hinter den Kulissen arbeiten und leider nicht durch alle wahrgenommen werden. Aus den verschiedenen Abteilungen wie z.B. Küche, Housekeeping, Maschine wurden verschiedene Tanz-, Gesangs- oder Showeinlagen präsentiert. Einige Crew-Mitglieder haben wirklich versteckte Talente und da ist es schön, dass es so etwas wie die Crew-Show gibt, bei der sie sich präsentieren können. Eine unterhaltsame, kurzweilige Show.

Nach der Show hat es uns dann noch in die TUI Bar gezogen um eine Runde Karten zu spielen. Da so ein Tag mit Landgang aber auch mühe macht, machten wir nicht mehr lange, sondern verzogen uns noch nach einem nächtlichen Spaziergang über Deck in unsere Kabine und beendeten den Tag. Am nächsten Tag war erstmal ausschlafen angesagt – wann kann man das besser machen als an einem Seetag.

Freitag, 01.02.2019: Seetag auf dem Weg nach Barcelona

Dieser erste Tag im Februar war ein Seetag und so war mein Körper schon darauf eingestellt zu entspannen. Deshalb entschied ich mich auch ganz in Ruhe frühstücken zu wollen und entschied mich deshalb für das Frühstück in der X-Lounge. Als ich dort gegen 09:15 Uhr erschien, war der Andrang wirklich sehr überschaubar, kaum jemand da und so hatte ich die freie Wahl an Sitzplätzen. Der Blick nach draußen machte Hoffnung auf gutes, sonniges Wetter an diesem Seetag. Ich bestellte mir einen Latte Macchiato und einen frisch gepressten O-Saft und verschaffte mir einen Überblick über das Angebot am Buffet. Insgesamt ist es hier deutlich kleiner, aber ich denke es ist trotzdem etwas für jeden dabei; u.a. das bekannte Artinsanbrot, eine Brötchenauswahl, eine kleine Wurstauswahl und eine umfangreiche Auswahl von speziellen Käsen, belegten Brötchen und Croissants, Marmelade, Joghurts und Müsli und Kaviar. Ich probierte mich einmal querbeet durch und machte es mir dann mit einem Champagner in einem Sessel am Fenster und mit den Füßen hochgelegt gemütlich. Ich habe die Zeit und die Ruhe schon mal genutzt um schon mal ein paar Bilder durchzuschauen und in meinem Buch weiterzulesen. Zwischenzeitlich hatte sich auch die X-Lounge etwas mehr gefüllt, aber da es sich hier um eine begrenzte Anzahl und einen besonderen Bereich handelt, war die Ruhe immer gegeben, die ich sehr genoss.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit klassischen Seetage-Beschäftigungen: Essen, Trinken, Nickerchen auf einer Liege in der Sonne und wieder von vorne. Schön war auch, dass wir fast immer die spanische Süd- bzw. Ostküste auf unserer Backbordseite hatten und es dadurch etwas Abwechslung beim Ausblick gab – nicht nur Meer.

Am Nachmittag drehten wir noch eine Runde durch die Bordshops und über die Außendecks. Seit Beginn der Reise waren auch Handwerker an Bord, die bereits vor der anstehenden Werftzeit nach der nächsten Reise, einige Arbeiten vornahmen. U.a. die Erneuerung des Holzbodens auf dem Promenadendeck auf Deck 6. So waren immer mal verschiedene Bereiche abgesperrt, aber das hielt sich alles in Grenzen. Nach dem obligatorischen Seetag-Fitnessstudio-Besuch begann auch schon der Abend an Bord. Da Sven und ich bereits mehr als 3 mal mit TUI Cruises unterwegs waren, bekamen wir bereits am Anfang der Reise je einen Gutschein für 1 Glas Champagner bzw. 1 Champagner-Cocktail und 2 Pralinen. Es war an diesem letzten Seetag also mal Zeit die Gutscheine einzulösen. Dafür suchten wir die Blaue Welt Bar – Apero auf Deck 5 auf. Nach diesem Aperitif ging es für uns zum Abendessen und zwar heute wieder ins Buffetrestaurant. Auch an diesem Tag gab es eine große Auswahl an kalten und warmen Speisen und wir wurden zu unserer Zufriedenheit satt.

Wie sollte es auch anders sein zog es uns nach dem Essen ins Theater. Dort stand heute die obligatorische Seekartenverlosung mit dem Kapitän und die Show „Ich mach mein Ding – Die Deutschrock-Show“ auf dem Programm. Die Show war eine Mischung aus Pop und Neuer Deutsche Welle Songs in Kombination mit der Hamburger Reeperbahn und dem Kiez. Die Show hat uns ganz gut ganz gefallen, auch die Mischung war mal was anderes.

An diesem Abend stand dann noch ein Highlight für alle Dessertfans auf dem Programm – nämlich die Dessertparty in der Außenalsterbar auf Deck 11. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen und so ging es direkt aus dem Theater einmal quer durchs Schiff zu dem Ort des Geschehens. Es ist ja nicht so, dass ich Hunger gehabt hätte, aber es wurde wirklich einiges aufgefahren und sehr ansprechend dekoriert. Dazu gab es noch Live Musik und die Veranstaltung war gut besucht. Klar, gibt ja auch was zu essen. Mit meiner Auswahl von einem kleinen Törtchen, einer Pistaziencreme und ein paar hervorragenden Macarons war ich sehr zufrieden. Toll, was die Küchencrew da wieder gezaubert hat.

Als letzte Station des Abends ging es dann nochmal in die Himmel & Meer Lounge, wo die Partynacht mit dem DJ stattfand. An diesem Abend war es dort etwas übersichtlicher als an den Abenden davor und das obwohl die Musik für meinen Geschmack an diesem Abend ganz gut war. Aber es ist ja ganz normal, dass mal mehr und mal weniger los ist. Um kurz nach 0 Uhr ging es dann für uns in die Kabine und somit ins Bett.

Samstag, 02.02.2019: Barcelona, Spanien

An diesem letzten kompletten Tag der Reise war die katalonische Hauptstadt Barcelona unser Ziel. Bereits einige Male zuvor waren Sven und ich bereits in dieser tollen Stadt – sowohl mit Kreuzfahrtschiffen als auch individual.

Bereits um 07 Uhr morgens machten wir am Terminal A des Kreuzfahrthafens – der Pole-Position -fest – und das als einziges Kreuzfahrtschiff an diesem Tag. Ein doch eher seltenes Ereignis in Barcelona.
Eine Stunde später, also um 08 Uhr, gingen wir frühstücken und stärkten uns so für den Tag.

Bereits vor Beginn der Reise fragten wir uns: „Was macht man in einer Stadt, in der man schon so oft war und alle gängigen Sehenswürdigkeiten besucht hat?“. Da das aber nicht auf alle in unserer kleinen, feinen Reisegruppe zutraft, entschieden wir uns etwas total „tourimäßiges“ zu machen: Mit dem Hop-on-hop-off-Bus durch die Stadt fahren. Denn tatsächlich hatten wir das dort noch nie gemacht, obwohl wir so oft dort waren.

Gegen 08:45 Uhr verließen wir die Mein Schiff Herz und machten uns zunächst auf den Weg zu der direkt am Terminalgebäude befindlichen Haltestelle des Hafenbusses. Denn keiner der Hop-on-hop-off-Busse – egal von welchem Anbieter – fährt den Kreuzfahrthafen an. Der Cruise Bus ist eine gute und günstige Möglichkeit von dem nicht gerade in der Stadt gelegenen Kreuzfahrtterminal in die Stadt zu kommen. Eine Einzelfahrt mit dem Cruise Bus kostet 3€ und das Ticket für eine Hin- und Rückfahrt kostet 4€ pro Person. Im Vergleich hier zu: Mein Schiff bietet auch einen Shuttle an – dieser kostet pro Erwachsenem 9€. Also mehr als das doppelte und die Haltestellen der beiden Shuttle-Services liegen in unmittelbarer Nähe. Ok, beim Mein Schiff-Shuttle kann man belieb viele Fahrten unternehmen, doch wer macht das schon?

Wir hatten das Glück, dass der blaue Cruise Bus bereits an der Haltstelle stand und wir direkt einsteigen konnten und nach kurzer Zeit fuhr er auch schon los. Manchmal kann es hier auch zu Wartezeiten kommen. Auch in Abhängigkeit wie viele Kreuzfahrtschiffe an diesem Tag im Hafen liegen variieren die angefahrenen Haltestellen, doch schlussendlich muss man sagen, dass das dort gut organisiert ist und es funktioniert. Feste Abfahrtszeiten gibt es nicht, aber lange gewartet haben wir noch nie. Nach etwa 10 Minuten Fahrt erreichten wir die Endhaltestelle in der Nähe des Kolumbus-Denkmal (Monument a Colom bzw. Mirador de colom) und am Anfang der bekannten „La Rambla“. Genauer gesagt zwischen diesem Denkmal und dem Plaça de les Drassanes in der Ronda Litoral an der Rückseite des Finanzamts bzw. vor dem Fährterminal. Es gibt keine Zwischenhalte und die Ankunftshaltestelle ist auch die Abfahrtshaltestelle Richtung haben. Die Shuttlebusse der Redereien halten eine Straße weiter in der Moll 18 C Barcelona. Es gibt zwei Haltstellen für die Hop-on-hop-off-Busse, die hier in Frage kommen und beide sehr nah zu beiden Shuttle-Services sind. Entweder die Haltestelle Colom / Museu maritim oder World Trade Center.

Wir entschieden uns jedoch dafür erstmal einen kleinen Spaziergang zu unternehmen und der La Ramba in Richtung Plaça de Catalunya zu folgen. Noch so früh am Tag war hier noch nicht so viel los und kamen so gemütlich voran. Eine unserer Lieblingsorte in Barcelona ist der Mercat de la Boqueria und so durfte dieser Marktbesuch auch heute nicht fehlen. Natürlich ist der Markt mittlerweile sehr touristisch, doch das Treiben dort zu beobachten und die angebotenen Waren zu betrachten und ein paar Kleinigkeiten an verschiedenen Ständen zu kaufen und dann zu genießen macht einfach Spaß. Mit einem frisch gepressten Saft in der Hand gingen wir weiter bis zum Plaça de Catalunya. Dort wollten wir in einen Hop-on-hop-off-Bus steigen und so unsere Stadtrundfahrt beginnen.

Die Tickets hatten wir bereits vorab online für 27€ p.P. gebucht und so 10% gespart. Wir haben uns dabei für den Anbieter Barcelona Bus Turistic entschieden – dahinter steckt das weltweit bekannte Unternehmen Citysightseeing Worldwide in Kooperation mit dem ÖPNV-Anbieter Barcelonas Transporte Metropolitans de Barcelona (TMB). Kauft man die Tickets vor Ort, so kostetet das pro Person über 12 Jahren 30€ und pro Kind im Alter von 4 bis 12 Jahren 16€ für einen Tag. Kinder unter 3 Jahren sind kostenlos und für Personen über 65 Jahren kostet das Tagesticket 25€. Je nach Saison fahren die Busse in unterschiedlicher Häufigkeit – 5 Minuten bis maximal 25 Minuten werden hier versprochen. In der Sommersaison (März bis Oktober) fahren 3 Linien in der Zeit von 09 bis 20 Uhr und im Winter (November bis Februar) von 09 bis 19 Uhr 2 Linien. Die zusätzliche Sommerlinie ist eine kleine Runde, die hauptsächlich verschiedene Strandabschnitte anfährt.

Zunächst zählten wir die blaue Route. An der passenden Bushaltestelle vor dem Kaufhaus „El Corte Ingles“ angekommen, erkannten wir gleich den bunt gestalteten Doppeldeckerbus von Barcelona Bus Turistic und stiegen mit unserem Online-Voucher ein und bekamen dafür problemlos die Originaltickets, die obligatorischen Kopfhörer und ein Heft mit Rabattgutscheinen für einige Attraktionen. Wir suchten uns einen Platz auf dem Oberdeck im Freien, stöpselten die Kopfhörer in die entsprechenden Buchsen und warteten auf die Abfahrt des Busses. Lange warten mussten wir nicht und der Bus startete die blaue Route auf dem Passeig de Gracia. Vorbei an den bekannten Casa Batllo und Casa Mila „la Pedrera“ – beide entworfen von Antoni Gaudi – ging die Fahrt weiter bis zur Sagrada Familia. Dort stiegen wir aus um dieses beeindruckende Bauwerk besser betrachten zu können. Es handelt sich auch um einen Touristenmagnet, was an der Menschenmenge dort deutlich zu merken ist. Einen Innenbesuch der Kirche hatten wir dieses Mal nicht auf der Agenda. Für alle Interessierten: Ein Basisticket für den individuellen Eintritt kostet 17€, ein Ticket mit Audio-Guide 25€, mit geführter Tour 26€, mit Audio-Guide und Gaudi Wohnhaus 27€ und ein Ticket mit Audio-Guide und Besuch der Türme 36€. Wer egal mit welchem Ticket rein möchte sollte unbedingt vorab online Tickets buchen, da sonst vor Ort nur noch freie Zeitfenster buchbar sind und das lange Wartezeiten mit sich bringen kann. Aus einer vergangenen Reise kann ich ein Besuch der Türme wirklich empfehlen; ist ein schönes Erlebnis.

Bei diesem Besuch sollte es aber dabei bleiben diese Basilika, deren Bau bereits 1882 begonnen hat und nach Planung 2026 fertiggestellt sein soll, von außen zu bestaunen. Es gibt verschiedene Fassaden wie z.B. die Geburtsfassade, die sehr detailreich gestaltet sind und mit jedem weiteren Schritt ändert sich der eigene Blickwinkel und man kann verschiedene Facetten entdecken. Man kann gut einmal drumherum laufen und so auch gut sehen, welche Stellen älter und welche neuer sind. Denkt man sich die vielen Baukrane weg, so sieht es noch besser auf.

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Nachdem wir eine Weile diesen Ort erkundet hatten, gingen wir zurück zur Bushaltestelle des Hop-on-hop-off-Busses und mussten dort nicht lange auf den nächsten Bus warten. Weiter ging es auf der blauen Route in den Stadtteil Gracia. An der Haltestelle Park Güell stiegen wir aus um diesen zu besichtigen. Von der Haltstelle muss man noch ein Stück bergauf laufen, aber man erreicht den Eingang relativ schnell. Der Großteil des Parks kann frei besichtigt werden und ist wird kein Eintritt fällig. Ein paar Bereiche wie z.B. Gaudis Wohnhaus und die Drachentreppe sind kostenpflichtig (ab 10€). Wir machten einen Spaziergang durch den freizugänglichen Bereich des Parks und genossen die tolle Aussicht die man von hier aus hat. Die Stadt liegt einem quasi zu Füßen und man hat einen guten Überblick über die Stadt und kann sogar bis zum Kreuzfahrthafen schauen. Das Wetter an diesem Tag war sagen wir mal medium. Ein Mix aus Sonne und vor allem Wolken bei bis zu 14 Grad und leichtem Wind. Aber gerade im nicht überdachten Bereich der Hop-on-hop-off-Busse war es durch den Fahrtwind doch eher kalt, aber immerhin regnete es nicht.

Nach diesem Programmpunkt gingen wir zurück zur Haltestelle der blauen Linie und auch diesmal kam gerade ein Bus angefahren, als wir die Haltstelle erreichten. Bereits vereinbart hatten wir den nächsten Punkt zum Aussteigen: Camp Nou – das Stadion des FC Barcelona. Die Fahrt dort hin nimmt etwas Zeit in Anspruch, doch auch während der Fahrt kann man einiges entdecken. Auch wenn es nur schön angelegte Gärten, beeindruckende Häuser oder Märkte sind.

Am größten Fußballstadion Europas angekommen, drehten wir eine kleine Runde über die Anlage. Auch kann man schon die beeindruckende Größe erkennen. Eine Führung machten wir nicht, zumal an diesem Tag auch Spieltag des FC Barcelona war. Zwischenzeitlich hatten wir auch ein bisschen Hunger, sodass wir einen kleinen Stopp bei Pans & Company einlegten und eine Kleinigkeiten aßen und tranken. Anschließend ging es wieder zurück zur Bushaltestelle. Und was soll ich sagen? Auch dort mussten wir keine 5 Minuten auf den Bus der blauen Linie warten. Der Bus fuhr auf der Avinguda Diagonal stadteinwärts und an der Haltestelle Francesc Macia / Diagonal stiegen wir aus und wechselten die Linie – von blau nach rot. Auch das klappte problemlos und ohne lästige Wartezeiten. Vorbei am Bahnhof „Estacio de Sants“, dem Plaça d’Espanya, dem Caixa Forum und des Museu Nacional D’Art de Catalunya ging es für uns bis zum Halt Anella Olimpica. Dort sind wir ein bisschen über das Gelände der Olympischen Spiele von 1992 spaziert. Zwischenzeitlich kam auch etwas mehr die Sonne raus und so sah die Umgebung, die man von dort aus betrachten kann, auch etwas netter aus. Nichts desto trotz waren wir ein bisschen durchgefroren, sodass wir ein Café aussuchten und uns mit einem Kaffee aufwärmten. Danach ging es für uns wieder zur Bushaltestelle und wir fuhren über den Montjuic bis zum Bus-Stop Colom / Kolumbusdenkmal. Wir beschlossen unsere Bus-Tour dort für den Tag zu beenden, wohl wissen, dass man noch viel mehr sehen kann. Illusorisch ist sowieso alles an einem Tag sehen zu wollen – in einer Stadt wie Barcelona nicht machbar. Da nun auch die Sonne rauskam, wollten wir noch einen kleinen Spaziergang durch Altstadtgässchen machen und so liefen wir ein Stück am Passeig de Colom entlang und dann durch einige schöne Gassen bis zur Kathedrale von Barcelona und schließlich über die La Rambla zurück zur Haltestelle des Cruise Busses – schließlich war die Zeit doch fortgeschritten und bis 17:30 Uhr mussten wir zurück an Bord sein. Auch beim Cruise Bus lief alles ohne Wartezeit reibungslos. Zurück am Terminal A angekommen, fing es dann doch noch an etwas zu regnen. Also perfektes Timing um den Landgang zu beenden und zurück an Bord zu gehen.

Zurück an Bord hatten wir noch Lust auf einen letzten Champagner auf dieser Reise und besuchten deshalb nochmal die X-Lounge auf Deck 12. Zusätzlich naschte ich noch ein paar leckere Pralinen und nachdem wir den Champagner ausgetrunken hatten, gingen wir zum Auslaufen in die Außenalsterbar. Da wir mit dem Heck Richtung Stadt lagen, hatten wir hier noch einen schönen Blick auf die Stadt. Zwischenzeitlich regnete es auch nicht mehr und es gab auf Grund der Dämmerung schöne Lichtspiele am Himmel zu betrachten. Zwischenzeitlich informierte der Kapitän, dass sich unsere Abfahrt ein wenig verzögern würde, da das Loading noch nicht abgeschlossen sei. In der Tat konnte man an der Pier noch hektisches Treiben beobachten. Mit einer Verspätung von 40 Minuten war es dann soweit und ein letztes Mal für diese Reise hieß es „Leinen los“. Mit dem Cocktail des Tages – passenderweise namens Fernweh und zum ersten Mal mit einem Papier-Strohhalm – und mit dem Auslaufsong „Große Freiheit“ verließen wir den Hafen von Barcelona und stachen wir in See. Über Nacht sollte es zurück zum Ausgangspunkt der Reise nach Palma de Mallorca gehen. Relativ schnell frischte der Wind auf und da unweigerlich mein „Hass-To-Do“ noch offen war, gingen wir zunächst in unsere Kabine. Diese ungeliebte Aufgabe nennt sich Kofferpacken. Spaß macht das wirklich nicht. Insbesondere natürlich auch, weil man dann realisiert, dass der Urlaub so gut wie vorbei ist. Aber hilft ja nichts, muss eben sein. Wir erledigten diese ungeliebte Aufgabe recht zügig und machten uns fertig für den Abend und freuten uns außerdem auf einen schönen Abschlussabend der Reise.

Gegen 20 Uhr gingen wir zum Abendessen ins Atlantik Klassik Restaurant. Wie üblich bestellter ein jeder von uns seine Wunschgerichte und Wunschgetränke. Dort am Heck des Schiffs merkte man deutlich auch die Schiffsbewegungen, die der Kapitän in seiner Durchsage auch angekündigt hatte. Es schaukelte ganz gut und wahrscheinlich war es deshalb auch relativ überschaubar im Restaurant und die Menüabfolge ging relativ schnell. Auch heute gab es nur Kleinigkeiten am Essen auszusetzen. Im Großen und Ganzen war es wieder lecker.

Um 21:30 Uhr hieß es dann ein letztes Mal Theaterbesuch. Auf dem Programm stand „Auf Wiedersehen“. Dort wurden vom Kreuzfahrtdirektor nochmal ein paar Dinge zur Reise erörtert und der Hauptprogrammpunkt bestand darin, dass einige Crewmitglieder aus verschiedenen Abteilungen auf die Bühne kamen und sich stellvertretend für alle Crewmitglieder von den Gästen verabschieden wollten. Wie üblich bei TUI Cruises wurden auch alle Nationen genannt, die aktuell auf dem Schiff arbeiten, um u.a. zu zeigen, dass dieser „Mikrokosmos“ funktioniert.

Nach dem letzten Besuch im Theater ging es für uns nochmal in die TUI Bar und mit einem leckeren Getränk nach Wahl tauschten wir uns ein wenig aus, was uns besonders gut und was nicht so gut an der Reise gefallen hat. Ich löste dann noch meinen Gutschein für 2 Pralinen aus dem „Wohlfühlclub“ ein. Diese wollte ich mir dann auf dem Rückflug im Flugzeug schmecken lassen. Zu guter Letzt zog es Sven und mich nochmal in die Himmel & Meer Lounge, um an der Bar den letzten Drink des Abends einzunehmen. Wie üblich einmal Gin Tonic und ein Bier. Erwartungsgemäß war auch an diesem letzten Abend relativ wenig los dort oben, sodass wir nach kurzer Zeit den Weg Richtung Kabine antraten. Zum letzten Mal Gute Nacht auf der Mein Schiff Herz.

Sonntag, 03.02.2019: Palma de Mallorca, Spanien und Abreise

Bereits früh am Morgen als wir noch schliefen legten wir im Hafen von Palma de Mallorca an. Es handelte sich um denselben Liegeplatz wie zu Beginn der Reise: Pier Dique del Oeste.

Gegen 8 Uhr starteten wir in diesen Tag. Nachdem wir uns für den Tag frisch gemacht hatten, verließen wir pünktlich die Kabine. Diese muss am Abreisetag bis um 9 Uhr verlassen werden – auch wenn man bei TUI Cruises die An- und Abreise mit gebucht hat.

Bevor wir zum Frühstücken gingen, gab ich noch die Steckdosenleiste, die wir am ersten Tag von der Rezeption ausgeliehen hatten, wieder dort hin zurück. Die Steckdosenleiste hat echt einiges erleichtert, denn mit einer einzigen freien Steckdose in der Kabine kommt man nicht wirklich klar.

Das letzte Frühstück der Reise genossen wir im Buffet-Restaurant. Dort schlemmten wir uns nochmal gemütlich durch unsere Lieblingsfrühstückszutaten. Festzuhalten ist auch, dass auch am Abreisetag, der ja gleichzeitig wieder Anreisetag für neue Gäste ist, nichts am Buffetumfang reduziert wurde. Es gab das gleiche Angebot wie sonst auch.

Typisch für einen Abreisetag ist natürlich auch, dass sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte und der Himmel strahlend blau war und die Sonne freie Bahn hatte. Bereits früh am Morgen merkte man, dass es heute T-Shirt-Wetter gibt. Aber naja, wir hatten ja auch das ganze Angebot an Wetter auf der Reise bis auf Schnee – auch viel Sonne.

Da wir die öffentlichen Bereiche des Schiffs noch bis 11 Uhr nutzen konnten und unser individuell gebuchter Flug erst nachmittags startete und wir noch ein wenig die Sonne genießen wollten, gingen wir nochmal in eine unserer Lieblingsbars auf ein letztes Getränk. In der Außenalsterbar bestellte sich jeder nochmal das Getränk seiner Wahl und wir stießen auf diese gelungene Reise an.

Wer die Reise pauschal über TUI Cruises bucht, kann die öffentlichen Bereich des Schiffs bis zur Transferzeit zum Flughafen nutzen. Für alle, die die Flüge separat gebucht haben, endet die Reise offiziell um 11 Uhr und man muss dann das Schiff verlassen. So auch wir. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit einen Tagesaufenthalt für 25€ (Kinder bis 14 Jahre 0€) zu buchen, sodass man noch bis 17 Uhr auf dem Schiff bleiben kann. Es bestand auch die Möglichkeit einen Flughafentransfer von TUI Cruises für 15€ (7,50€ für Kinder von 4 bis 14 Jahren) zu buchen.

Um kurz vor 11 Uhr verließen wir dann schweren Herzens die Mein Schiff Herz und ließen so unser Zuhause der letzten Tage zurück. Aber wie heißt es so schön: Wer nicht geht kann nicht wiederkommen.

Da wir bei der Anreise gute Erfahrungen mit dem öffentlichen Linienbus gemacht hatten, wollten wir diesen auch für den Rückweg zum Flughafen nutzen. So machten wir uns mit Sack und Pack auf den Weg zur Bushaltestelle Escola de Nàutica (Haltestelle Nr. 18), die wir nach gut 15 Minuten erreichten. Dort wartete auch schon ein Bus der Linie 1 Richtung Aeroport. Das Ticket kostet bis zum Flughafen 5€ pro Person. Nähere Informationen zu Fahrplänen und Tarifen findet man übrigens bei EMT Palma.

Da der Linienverlauf durch einige Teile der Innenstand von Palma führt, ist man gut eine Stunde mit dem Bus unterwegs bis man den Flughafen erreicht. Für uns kein Problem, denn wir hatten noch genug Zeit am Flughafen. Unser Flug nach Frankfurt ging planmäßig erst um 17:35 Uhr.

Zunächst hatten wir überlegt nochmal ein bisschen Zeit in Palma selbst zu verbringen, aber letztlich haben wir uns dagegen entschieden, da wir zunächst das Gepäck hätten verstauen müssen und es wäre auch nicht so viel Zeit übrig geblieben.

Am Flughafen angekommen, warteten wir noch ein wenig bis der Check In für unseren Flug startete. Leider gibt es keinen Automaten, an dem man die Bordkarte erhält und man das Gepäck abgeben kann, sodass man auf einen menschlich betriebenen Check In angewiesen ist. Nachdem der Schalter geöffnet war, ging das recht zügig und wir begaben uns zur Sicherheitskontrolle, die insgesamt sehr schnell durchlaufen war. Anschließend schlenderten wir ein wenig durch den sehr großen Duty Free Shop. Dort gibt es wirklich ein reichhaltiges Angebot und gerade für mich als Gin-Liebhaber gibt es oft verlockende Angebote. Ich probierte mich ein wenig durch die lokalen Gins und entschied mich letztlich dafür zwei Flaschen zu kaufen, die dann meine Sammlung erweitern sollten.

Die weitere Zeit bis zum Boarding verbrachten wir noch mit einem Mittagessen bei Burger King und mit Karten spielen. So ging die Zeit doch relativ schnell um und wir konnten planmäßig den Airbus A312 der Lufthansa betreten. Wir hoben auch pünktlich ab, der Flug war angenehm und wir landeten ein paar Minuten vor Plan gegen 19:45 Uhr in Frankfurt am Main. Bis auf eine gewisse Wartezeit bei der Gepäckausgabe ging auch alles reibungslos und so waren wir bereits um 20:30 Uhr in der S-Bahn auf dem Weg nach Hause, wo wir dann gegen 21:10 Uhr ankamen. Nun war es wirklich soweit: Der Urlaub ist rum und der Alltag ruft und das für mich bereits wieder am nächsten Morgen.

Fazit und Schlusswort

Alles in allem gesehen war es eine wirklich tolle Reise, die wir erleben durften. Jedes Ziel für sich war besonders, unabhängig, ob wir schonmal dort waren oder nicht. Besonders gut hat uns diesmal Cádiz und Lanzarote gefallen. Letzteres hat uns erst bei diesem dritten Besuch richtig überzeugt – nicht zuletzt durch die tolle Landschaft und die vielen Dinge, die es zu entdecken gibt. Aber auch Gibraltar – das Mini-Großbritannien in Spanien – hat etwas und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch wenn Agadir und Marokko an sich bestimmt nicht unser Reiseziel Nummer 1 werden, waren wir froh dort gewesen zu sein und die Eindrücke mitnehmen zu können, die wir gesammelt haben. Letztlich gab es kein Ziel, das ein Flopp war. Auch der Mix aus Landgang zu Fuß, mit dem Mietwagen und organisiertem Ausflug von der Rederei ist uns gut gelungen.

Die Mein Schiff Herz kannten wir bereits – wenn auch noch unter dem Namen Mein Schiff 2 – kannten wir ja bereits. Im Vergleich zu vielen anderen Schiffen ist es relativ überschaubar und ich denke das ist es, was dieses Schiff auch auszeichnet. Es sind nicht zu viele Menschen drauf und man hat in aller Regel überall Platz. Sucht man jedoch ganztägige Unterhaltung und Party, so ist man hier falsch. Klar gibt es immer wieder Veranstaltungen, aber insgesamt geht es etwas ruhiger zu. Das muss man vorher wissen, um nicht mit den falschen Erwartungen dort aufzuschlagen. Auf Grund der Größe des Schiffs gibt es natürlich nicht so viele verschiedene Bereiche, aber alles Wichtige ist selbstverständlich vorhanden.

Die Kabinen sind relativ großzügig geschnitten und besonders nett ist es bei TUI Cruises, dass man auf der Kabine eine Nespresso-Maschine hat, bei der täglich zwei Kapseln frei sind und überall auf den Kabinengängen Wasserspender hat, bei denen man sich mit Mineralwasser versorgen kann.

Deutlich verbessert hat sich TUI Cruises im Bereich Entertainment. Bei unseren vergangenen Reisen war ich nicht sehr überzeugt von den Shows und Veranstaltungen, doch insbesondere die Shows waren auf dieser Reise wirklich top. Das hat mich sehr gefreut. Sehr bequem ist natürlich auch das Premium Alles Inklusive-Konzept (Alles inklusive stimmt natürlich nicht, aber die überwiegende Anzahl an Getränken ist im Reisepreis enthalten). Man wählt aus der umfangreichen Getränkekarte sein gewünschtes Getränk und kann seine Bordkarte getrost verstaut lassen. So geht alles auch bei der Bedienung etwas schneller, da der Bezahlprozess entfällt. Das Essen war durchweg sehr lecker und im Atlantik Klassik Restaurant auch schön angerichtet. Manchmal hat es zwischen den Gängen etwas gedauert, aber alles im Rahmen. Im Anckelmannsplatz-Buffetrestaurant könnten die Speisen etwas schöner angerichtet sein. Ich empfand das als eher spartanisch. Aber das ist jetzt „Jammern auf hohem Niveau“.

Beim Wetter war von allem etwas dabei. Super tolles Frühlingswetter mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein bis hin zu Regen und Wind. Kurz gesagt war es so, dass das Wetter auf den Kanaren erwartungsgemäß besser war als im Mittelmeerraum, aber alles besser als im kalten Deutschland im Januar / Februar. Ergänzend dazu war es auch so, dass wir Zwischendurch auch etwas Seegang mit bis zu 4,5 m hohen Wellen hatten. Interessanterweise auch im eher „geschützten“ Mittelmeer. Einigen Reisenden und auch Teilen meiner „Reisegruppe“ ging es zeitweise nicht so gut, aber es war alles noch im Rahmen.

Insgesamt können wir die Reise „Mittelmeer mit Kanaren I“ uneingeschränkt empfehlen. Die Ziele sind absolut sehenswert und auf ihre Weise reizvoll. Das Schiff ist wirklich, obwohl schon etwas älter, gut in Schuss und die Crew tut einiges dafür, dass die Passagiere eine tolle Reise haben. Die Massen verteilen sich ganz gut und es ist für jeden etwas dabei – so auch das Fazit für unsere „Reisegruppe“. Jeder hat auch mal „seins“ gemacht und so kam es auch zu keinen Differenzen.

Das soll es dann gewesen sein und ich sage an dieser Stelle „Auf Wiedersehen Mein Schiff Herz“.

Vielen Dank an alle, die diesen doch etwas ausführlicheren geratenen Reisebericht bis zum Ende gelesen haben. Ich hoffe, es sind einige nützliche Informationen für euch dabei.

Gebt mir oder Schiffe und Kreuzfahrten doch gerne ein Feedback, wie euch mein Bericht gefallen hat.

Mein besonderer Dank gilt natürlich auch Schiffe und Kreuzfahrten für die für die Veröffentlichung.

Wenn ihr an Bildern von meinen Reisen interessiert seid, dann folgt mit doch auf Instagram – chris_mz87. Dort gibt es immer mal wieder neues „Futter“.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal, euer Chris.

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