MS Berlin von FTI Cruises
MS Berlin von FTI Cruises

MS Berlin Reisebericht: Rund um Westeuropa 2018

MS Berlin Reisebericht Rund um Westeuropa vom 24.05.2018 – 07.06.2018 / Route: Nizza – BarcelonaIbiza – Almeria – Malaga – Seetag – Lissabon – Lissabon – Leixoes – La Coruna – Seetag – Honfleur – Scheveningen -Scheveningen – Bremerhaven / Autor: Niklas 

Klein, kleiner, MS Berlin. Bei ihr handelt es sich um das kleinste Schiff, das ich bis dato betreten habe, damit löst sie das ehemalige Clubschiff AIDAcara ab. Diese kenne ich aber halt auch nur von einem Tagesbesuch, nicht aber aus dem laufenden Betrieb. Die Erwartungen sind komplett auf Spannung fixiert, denn vieles, was so öffentlich kommuniziert wird, geht dahin, dass jüngere Menschen nicht auf dieses Schiff passen – das wollen wir doch mal sehen!


Aber davon lasse ich mich nicht einschüchtern, vor allem aufgrund der Route freue ich mich auf diese fantastische Reise. Es wird meine erste Reise sein, die über eine Woche hinaus geht, sie wird 14 Tage andauern. Und sie wird fulminant beginnen, denn vom Starthafen Nizza geht es ohne Zwischenstopp und ohne Seetag nach Barcelona. Hier war ich noch nie, ich freue mich diese Stadt erkunden zu können.

MS Berlin - weltweite Kreuzfahrtenab
MS Berlin von FTI Cruises - das klassische deutsche Kreuzfahrtschiff

Alle Reisen und Infos der MS Berlin von FTI Cruises

ganzjährig

diverse, weltweite Routen. Mitunter Kuba Kreuzfahrten

Klassisches Kreuzfahrtschiff, wenige Passagiere

Die MS Berlin

Aber kommen wir erst einmal zum Schiff zurück. Die MS Berlin ist das einzige Schiff der FTI Cruises Flotte. Sie hat keine festen Routen, fährt Reise zu Reise eine andere Strecke. Das klingt doch schon mal sehr sympathisch. Auf ihren 139 Metern beherbergt sie auch maximal 412 Personen, auf dieser Reise werden 350 Personen an Bord sein.

Auch ihr Alter von 38 Jahren ist sehr beachtlich, da bin ich tatsächlich auf die Abnutzung gespannt, die muss ja trotz regelmäßiger Renovierungen eher hoch sein, denke ich. Aber im Gegenzug ist es natürlich einfacher, ein kleines Schiff zu pflegen und instand zu halten als ein großes. Dennoch sollte man ja nie ein Buch nach seinem Einband bewerten, das werde ich auch nicht tun.

Kleine Vorschau

Landausflüge werde ich auf dieser Reise keinen einzigen buchen, die Preise sind objektiv und oberflächlich  betrachtet aber völlig in Ordnung. Denn die kleine MS Berlin passt in jeder Stadt in den kleinsten Hafen, somit liegt ihr immer in der Nähe oder sogar innerhalb der Stadt – ein großer Vorteil für ein kleines Schiff. Im Regelfall muss man zum erreichen der Stadt sogar einfach nur das Schiff verlassen, da sich die Berlin gerne einmal direkt im Zentrum niederlässt.



Angeboten wurde die Reise unter dem Thema Wein uns Genuss, zusätzlich sollte Patrick Lindner, ein Schlagerstar aus München, an Bord sein. Er spielte bereits beim Traumschiff mit. Als die Berlin diesen Titel noch inne hatte.

Die Route

Tag Hafen Aufenthalt 
Donnerstag 24.05.2018NizzaEinschiffung, Abfahrt 15:00 Uhr
Freitag 25.05.2018Barcelona13:00 – 22:00 Uhr
Samstag 26.05.2018Ibiza11:30 – 17:00 Uhr
Sonntag 27.05.2018Almeria14:00 – 21:30 Uhr
Montag 28.05.2018Malaga7:00 – 23:00 Uhr
Dienstag 29.05.2018Seetag
Mittwoch 30.05.2018LissabonAn 7:00 Uhr
Donnerstag 31.05.2018LissabonAb 16:00 Uhr
Freitag 01.06.2018Leixoes8:00 – 14:30 Uhr
Samstag 02.06.2018La Coruna8:00 – 17:00 Uhr
Sonntag 03.06.2018Seetag
Montag 04.06.2018Honfleur13:00 – 23:30 Uhr
Dienstag 05.06.2018SchreveningenAn 19:00 Uhr
Mittwoch 06.06.2018SchreveningenAb 13:00 Uhr
Donnerstag 07.06.2018BremerhavenAn 6:00 Uhr, Ausschiffung

Routenbild

MS Berlin Routenbild / © FTI Cruises MS Berlin Routenbild / © FTI Cruises

24.05.2018 – Anreise nach Nizza

Flug nach Nizza

Puh war das knapp! 4 Uhr klingelte der Wecker. Ich wusste genau, wenn auch nur eine Sache schief geht, werde ich nicht an dieser Reise teilnehmen können. 12:40 Uhr sollte mein Flieger aus Düsseldorf in Nizza landen. Bis 14 Uhr müssen alle Passagiere an Bord sein. Fahrtzeit mit dem Taxi: etwa eine halbe Stunde. Und dann braucht man ja noch sein Gepäck zurück!

Lasst uns aber einmal von vorne beginnen, 4 Uhr in der Früh klingelte der Wecker, ab zum Flughafen nach Hamburg! Alles etwas eng getimt, sodass ich nach allen Pflichten (Kofferabgabe, Securitycheck, Gate suchen) bereits sofort einsteigen konnte. Beim letzten Mal viel zu früh, diesmal etwas knapp. Aber alles gut, der Flug nach Düsseldorf dauerte mit Germanwings 40 Minuten. Keine Turbulenzen, alles nach Plan. In Düsseldorf musste ich dann irgendwie drei Stunden tot schlagen, schlafen wäre keine gute Idee gewesen, sonst hätte ich den Anschluss im schlimmsten Falle verpasst.

 

Auch die Wartezeit war kein Problem, aber dann begann das Drama. Der Flieger hatte 15 Minuten Verspätung, als wir im Flieger saßen bekamen wird die Nachricht, dass wir nämlich genau so lange auf die Freigabe warten mussten. In Nizza angekommen, begab ich mich sofort zur Gepäckausgabe, alle Bänder liefen, nur das unsere nicht. Es war schon 13:05 Uhr. Um 13:10 Uhr begann das Gepäckband zu laufen. Packstück für Packstück, meins war einfach nicht dabei.

Mit dem Taxi zum Quai du Commerce

Um 13:25 Uhr kam dann mein Koffer, als etwa hundertstes Gepäckstück und ganz am Ende. Musste natürlich so kommen. Schnell raus aus dem Flughafen und zu den Taxen. Belegt, belegt, belegt, keins mehr da. Und nun? Abwarten, 13:35 Uhr kamen weitere Taxen. Eines habe ich mir direkt gesichert. Der Fahrer wollte für die knapp 10 Km vom Flughafen zum Quai du Commerce 80 Euro haben, er durfte alleine fahren. Der zweite erschien mir kein Abzocker zu sein, vielleicht auch doch, naja in jedem Fall fuhr er mich für 45 Euro zum Quai du Commerce, an dem die MS Berlin liegen sollte.

Der Fahrer hat extra für mich etwas mehr Gas gegeben. Wenige Minuten vor 14 Uhr waren wir am Quai du Commerce. Hier lagen die Club Med 2, eine kleine Ponant Yacht und die Azamara Quest. Moment, wo ist die MS Berlin? Liegt sie etwa doch in Monaco oder Villefranche? Nach kontaktieren der Notfallnummer und eines Mitarbeiters der Azamara Quest waren wir immernoch nicht schlauer. Die Mitarbeiterin wusste von nichts. Die Notfallnummer sagte nur „Ja, die liegt da irgendwo“.

Dann habe ich dem Fahrer gesagt, er soll einfach noch ein paar Meter weiter fahren. Und mein spontaner Verdacht bestätigte sich, die MS Berlin hatte sich einfach nur hinter der Azamara Quest versteckt. Der Check-In war noch voll im Gange, alles gut gegangen. Es hatte, so schien es, ein anderer Flieger auch eine Verspätung gehabt.

Check – In

Ja, der war merkwürdig. Direkt am Schiff stand ein Pavillon, mit einem Sicherheitsband. Mehr nicht, das war das Terminal für heute. Aber ist ja auch nicht relevant, den Technik-Rucksack durfte ich mal wieder öffnen, das ist halt so. Der Körperscan erfolgte komplett durch ein Handgerät. Nichts gefährliches oder fragwürdiges dabei – also ab an Bord.

 

An Bord war in diesem Moment Highlife, die Mitarbeiter gaben in Schlangen das Gepäck an den nächsten weiter, bis es im richtigen Kabinengang ankam. Ich wurschtelte mich mit meinem Koffer da mal eben durch, dann hieß es, ich solle mich, für Foto und Bordkarte im Sirocco melden. Gesagt getan, hier kam es aber zu einem kleinen Brüller. Von vier Mitarbeitern wurde ich herzlichst empfangen, allerdings glaubten sie ich sei ein neues Crew-Mitglied und lachten, weil ich sagte, ich muss eingecheckt werden und brauche eine Bordkarte. Brauchen Mitarbeiter natürlich in der Form nicht, aber ich war halt als Gast vor Ort. Hat dann einen Moment gedauert bis sie wahrgenommen haben, dass ich sagte, ich sei Gast. Dann kam „Oh das ist ungewöhnlich, du bist ja noch so jung“.

Das dämpfte dann etwas den ersten Eindruck. Aber nachdem alle Passagiere an Bord waren, schien der Altersschnitt rein optisch betrachtet gar nicht so unmenschlich hoch, der Großteil ist zwischen 60-70 Jahren, es gibt auch nicht so sehr viele, die darüber liegen zu scheinen. Auch einige die deutlich unter 60 Jahren alt sind waren an Bord. Aber gut, wer lernen will, muss mit älteren Menschen Reisen. Ich glaubte, dass der Schnitt zu interessanten Gesprächen für mich führen würde. Denn die meisten Menschen an Bord erschienen mir trotz ihres hohen Alters körperlich und mental echt fit. Die MS Berlin ist, glaube ich, aufgrund ihrer vielen Stufen etc, auch wirklich nur etwas für Personen, die sich auch noch auf eigenen Beinen gut bewegen können. Definitiv ist sie nicht für Rollstuhlfahrer geeignet.

Bordprogramm

UhrzeitAktivität
12:30 Uhr – 14:30 UhrTischplatzreservierung für das Hauptrestaurant
15:00 UhrSeenotrettungsübung
15:30 UhrAuslaufen aus dem Hafen von Nizza
17:00 UhrWillkommen an Bord ! Kreuzfahrtdirektor Stelios stellt sein Team vor
19:15 Uhr – 24:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena im Yachtclub
20:15 UhrDas Berlin Trio begrüßt die Gäste in der Sirocco Lounge

Seenotrettungsübung

Etwas später als geplant ertönten die sieben kurze und der eine lange Ton, die auch international als Generalalarm gelten. Die Passagiere wurden aufgefordert, ihre Rettungswesten zu nehmen und sich zu ihren Musterstationen zu begeben. Halt, nein so war das nicht. Richtige Musterstationen gibt es hier nicht. Eigentlich waren fast alle bei mir im Sirocco platziert. Der zweite Sammelplatz befindet sich ein Deck höher. Wie gewohnt gab es bei der Übung die Informationen, wie ihr euch im Notfall zu verhalten habt. Ungewohnterweise ging es im Anschluss für alle Passagiere zu ihren Rettungsbooten, bei denen wir uns im Falle einer Evakuierung einzufinden haben. Hier wurden den Passagieren die, für sie, zuständigen Mitarbeiter bzw. Begleiter ihres Rettungsbootes bekannt gemacht.

Auslaufen aus Nizza

Einfach nur unglaublich, das Meer schimmerte blau, die Sonne lachte auf uns herab und Nizza wurde mit jedem Meter der Entfernung gigantischer, eine wunderschöne Stadt, die ich mir gerne einmal angeschaut hätte. Auf den Außenbereichen war die Hölle los, hier steppte richtig der Bär, die Menschen genossen diesen herrlichen Ausblick. Vor sieben Jahren war ich bereits ins Nizza, da wurden vor allem auf der Taxifahrt zum Teil Erinnerungen wach – Aber Blick nach vorne ! Die MS Berlin wird in etwa 22 Stunden im Stadthafen von Barcelona anlegen!

 

Nachmittagsprogramm 

Ja also ja, ehm ja. Es passiert nicht wirklich viel an Bord, das Auslaufen war um 16 Uhr beendet und dann kam bei mir doch recht schnell ungewohnte Langeweile auf. 30 Mal habe ich mir das Bordprogramm angesehen, aber es passiert heute wirklich nicht viel, dann habe ich mir einfach mal angeschaut, was die anderen Passagiere so machen. Sie entspannten. Ob in der Berlin Lounge, am Bug, am Heck, die Leuten saßen einfach beisammen, unterhielten sich, lernten sich kennen und entspannten sich.

Ich glaube, ich war zu diesem Zeitpunkt einfach noch zu hektisch für dieses Schiff, aber das sollte sich in den nächsten Tagen legen, als ich mich in den traumhaften Häfen tagsüber austoben konnte. Was mir an Bord aber besonders ins Auge gefallen ist, war die Bibliothek, die unheimlich großzügig gestaltet und auch sehr üppig bestückt wurde. Sie wird auch sehr gut besucht, die Menschen fühlen sich hier wohl und können ganz in Ruhe Bücher ihres Lieblingsautoren lesen, während sie immer mal wieder einen Blick aus dem Fenster und somit auf das Meer werfen.

Abendprogramm

Auch am Abend entspannten sich die meisten einfach, ich weiß einfach nicht was ich dazu sagen soll. Urlaubsstimmung pur halt. Und ganz viel kennenlernen und erkunden des Schiffes. Die Leute saßen da, betrachteten einen traumhaften Sonnenuntergang, genossen am Heck einen Drink oder saugten die letzten Vitamin D Strahlen auf, die durch die Sonne abgegeben wurden. Nach dem Abendessen, habe ich persönlich mich erstmal hingelegt, denn die letzte Nacht brachte mir nur drei Stunden Schlaf. Im Anschluss setzte ich mich bei Live Musik noch etwas in die Sirocco Lounge, um ein paar Beiträge zu planen. Das Berlin Trio spielt im Übrigen jeden Abend entweder in der Sirocco Lounge oder auch einmal in der Verandah Bar. Und nein, das h ist kein Schreibfehler, und Sirocco schreibt man wirklich so. Diesen Sachen werde ich im Laufe der Reise noch auf den Grund gehen.

 

Fazit

Um 22:30 Uhr war mein erster Tag an Bord der kleinen Berlin beendet, sehr lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich sie umschreiben soll, ohne das es negativ aufgenommen oder gar falsch ist. Ich glaube ich habe die entsprechende Umschreibung gefunden: Wenn die neuen Schiffe Städte auf See sind, dann ist die kleine MS Berlin euer Zuhause, dass ihr nach täglichen Städtetrips aufsuchen werdet. Denn die Häfen sind kleiner und schöner. Aber die Städte, die zu den Häfen gehören sind gigantisch und für große Schiffe einfach nicht zugänglich. Verlasst ihr die MS Berlin, befindet ihr euch im Regelfall bereits mitten in der Stadt.

Der Zustand des Schiffs ist echt unglaublich gut für ihr Alter. Die Atmosphäre ist sehr sehr familiär, jeder grüßt jeden, jeder probiert mit jedem ins Gespräch zu kommen. Es ist anders als meine bisherigen Kreuzfahrten. Das Schiff steht hier noch nicht im Mittelpunkt, es ist die Kreuzfahrt die im Mittelpunkt steht. Das Schiff ist „lediglich“ das kleine, bescheidene Zuhause, das euch am Abend empfängt und bei ruhigen Klängen entspannen lässt und euch zudem Tag für Tag ein neues Highlight unseres fantastischen Planeten bietet. Jeden Tag ein neues Abenteuer.

MS Berlin Vlog: Anreise

 

Freitag, 25.05.2018 – Barcelona

Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens. Ein Name der einiges zu Versprechen scheint. Eine spanische Metropole, mit dem Drang dazu, die Hauptstadt eines eigenen Staates zu werden. Barcelona ist bekannt, wird geliebt, wird gehasst. Berühmt vor allem für die Sagrada Familia. Die konnte ich mir an diesem Tag natürlich auch nicht entgehen lassen.

Bordprogramm

UhrzeitAktivität
08:00 UhrPower Walking – Kreuzfahrtdirektor Stelios geht vorweg!
08:45 UhrRan an den Speck! – Sportprogramm mit Stelios in der Sirocco Lounge
10:00 UhrLektorat über Barcelona – Lektorin Nadja gibt die wichtigsten Tipps
11:00 UhrShuffleboard – Der Kreuzfahrtklassiker
ca. 13:00 UhrDie MS Berlin läuft in Barcelona ein
19:15 – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena im Yachtclub
21:30 UhrFilmabend – Das Traumschiff – Karibik
21:30 UhrBlack & White Party auf dem Außendeck der Verandah
21:30 UhrAlle Gäste zurück an Bord !
22:00 UhrDie MS Berlin lässt den Hafen von Barcelona hinter sich

Mein erster Vormittag an Bord

Ich hatte in der Nacht wunderbar geschlafen, das Meer war so unfassbar ruhig, das Schaukeln, das ich von einem solch kleinen Schiff erwartet hatte, blieb überraschenderweise aus. Die Kabine ist lauter als ich es gewohnt bin, das stellte für mich aber kein Problem dar. Ich befand mich allerdings sehr weit unten , hinten am Heck und so auch sehr nache der Schraube. Erst um dreizehn Uhr sollten wir an diesem Tag den Hafen von Barcelona erreichen, das bietet vorab doch genügend Zeit, um ein bisschen was zu erleben.

Da das Leben an Bord aber einfach langsam und komplett entspannt ist, habe ich mich lange Zeit auf dem Außendeck niedergelassen, die Fahrt genossen und einige Aufnahmen von der, sich in der See wiederspiegelnden, Sonne gemacht. Natürlich gab es dann auch schon Frühstück. Das war ein kleines Highlight am Morgen, ich hatte nicht erwartet, dass ich auch hier zum Frühstück Rührei, Speck und Würstchen bekomme, das war super! Das Essen allgemein war immer lecker, die Ausgabeschalen im Buffetrestaurant waren klein, umwelttechnisch ist das natürlich top.

Einlaufen in Barcelona

Der Vormittag lief bis elf Uhr auch ganz entspannt ab, dann putzte ich gerade meine Zähne, schaue dabei aus meinen Bullaugen. Auf einmal lachen mir da die AIDAprima und Costa Fascinosa entgegen. Das hätte eigentlich nicht sein dürfen, naja schnell ausspucken und ab mit der Kamera aufs Deck, denn wir waren zwei Stunden zu früh im Hafen von Barcelona angekommen. Die Haupteinfahrt habe ich noch mitbekommen, sah echt gut aus. Die größeren Schiffe liegen ja außerhalb, wir haben gefühlt direkt auf La Rambla gehalten. Faktisch aber auch nur 100 Meter von La Rambla entfernt. Das ist echt angenehm, dass man sofort in eine große Stadt gelangt, ohne große Strapazen auf sich nehmen zu müssen.

 

Auf nach Barcelona !

Ruckzuck war der Koffer mit Ausweis, Powerbank, Ersatzakku, Ladekabeln und einer Wasserflasche bestückt. Es stand ein harter Tag bevor, denn ich hatte genau bis 21:30 Uhr Zeit, diese gigantische Stadt zu erobern. Doch da ich nicht wusste wo ich anfangen sollte, habe ich euch bereits vor ab auf Facebook befragt. Danach habe ich die einzelnen Punkte abgearbeitet. Vielen Dank an alle, die einen Kommentar mit einem Tipp dagelassen haben!

Aber zu erst wollte ich in Richtung Industriehafen marschieren, denn hier lagen mittlerweile drei andere Schiffe, die ich gerne kurz aufgenommen hätte. Aber ich kam nicht weit, das Terminal stand im Weg, es gab keine Möglichkeit sie aufzunehmen. Noch ein Vorteil der Berlin: in den Stadthäfen kann man sie immer irgendwie ablichten.

Aber gut, zurück zu Barcelona, um meine Ziele zu erreichen musste ich natürlich erstmal über La Rambla. Und sie ist gigantisch, da ich nicht bis zum Ende durchgegangen bin, weiß ich immernoch nicht, ob und wo diese Straße wohl enden mag. Aber La Rambla hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen. Überall Touristen, wenig Einheimische, Souvenirs zum Abzockerpreis. Diese sehr überfüllte Straße hat mir echt nicht gefallen. Was ich gut fand, waren hier am Eingang nach Barcelona die Kolumbussäule und die Seilbahn. Für beides war ich an diesem Tag nicht so wirklich zu haben. Zumal ich den Eingang/Aufstieg zur Seilbahn einfach nicht gefunden habe. Und die Straßenkünstler auf La Rambla fand ich sehr gut. Auf dem Rückweg, das nehme ich jetzt vor weg, hatte sich die Straße zum Abend hin sehr verändert, sie war deutlich leerer und an jeder Ecke hat man versucht, den Leuten Drogen anzudrehen – traurig!

Von La Rambla bin ich dann irgendwann abgewichen und in eine Markthalle rein. Die war zwar voll aber unglaublich, hier hat man alles bekommen, was man so zum Leben benötigt. Auch köstliche, typisch spanische Speisen und Lebensmittel wurden hier vertrieben. Aber wie gesagt, auch sie war sehr voll und das zum Großteil mit Touristen.

Sagrada Familia

Nächster Stop: die 3,5 Kilometer entfernte Sagrada Familia. Ja, Taxi wäre möglich gewesen, ja, die sind nicht mal sonderlich teuer in Spanien. ABER: Ich gehe lieber zu Fuß, da mir so nichts entgeht und wenn ich stehen bleiben möchte um Bilder zu machen, dann kann ich das zu Fuß ganz in Ruhe tun. Außerdem sieht man so das Leben der Stadt, die Aktivitäten der Stadt, die kleinen und doch so wertvollen schönen Ecken und Winkel der Stadt. Ich gehe also lieber zu Fuß.

Etwa 40 Minuten später war ich da. Die Sagrada Familia. Ich kannte sie von Bildern, aber hätte niemals geahnt, dass sie so unfassbar gigantisch ist. Und in Natura noch viel schöner. Ich bin zwar aufgrund des Andrangs und da ich nicht vorab gebucht hatte nicht reingegangen, aber von außen war sie einfach beeindruckend. Das Wahrzeichen Barcelonas, das man sich bei einem Besuch keineswegs entgehen lassen sollte.

Camp Nou

Aber damit nicht genug, auf dem Weg zur Sagrada Familia konnte ich viele wunderschöne Stellen Barcelonas entdecken. Also beschloss ich, da ja mehr als genug Zeit da war, weiterzugehen. Weitere fünf Kilometer. Und das für etwas, das ich unbedingt sehen wollte: das Camp Nou, das Zuhause des FC Barcelona. Ohne Vorabbuchung konnte ich auch hier natürlich nicht rein, aber es war dennoch schön, die Heimat eines der besten Fußballvereinen der Welt einmal zu sehen. Ich war dann auch so frech und habe mich auf das Gelände geschmuggelt, da draußen der Zaun im Weg stand. Der Security Mensch konnte ein Glück kein Englisch so haben wir uns beide nicht verstanden und mit Shakehands vor dem Tor getrennt. Was auch immer er mir die fünf Minuten davor erzählt hatte – war auf jeden Fall schön, das Stadion mal zu sehen.

Aber dann wars auch gut für heute. Es war dann schon 16:30 Uhr und durch die belebten Straßen Barcelonas schlenderte ich mit aufmerksamen Blick und brennender Haut in Richtung Heimat. Ähm MS Berlin meine ich natürlich. Aber ist ja irgendwie dasselbe. In jedem Fall freute ich mich darauf Zuhause ein Feierabend Bier zu trinken und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Aber auch auf dem Rückweg gab es noch einiges zu sehen.

Zurück nachhause

Unter anderem machte ich noch einen kurzen Stopp am Plaza de Katalunya. Der ist echt schön, ein kleiner Platz mit Brunnen und Skulpturen mitten in der Stadt von Barcelona. Aber dann war auch wirklich Schluss, immerhin lagen zwischen Camp Nou und der MS Berlin 7 Kilometer. Der La Rambla zeigte sich auf dem Rückweg von einer anderen Seite. Von einer noch schlechteren Seite. Er wollte einfach nicht enden und an sämtlichen Ecken wollte man mir Drogen andrehen. Beim nächsten Mal glaube ich, werde ich dieses Touristenstraße einfach umgehen, so etwas muss ich nicht haben, hat mir nicht gefallen.

Barcelona an sich fand ich toll. Allerdings gibt es hier sehr viel Stadt mit eher weniger schön, die Sehenswürdigkeiten liegen zum Teil doch sehr weit auseinander, die Stadt ist sehr laut. Mir persönlich hat da im Vergleich London besser gefallen. Aber das ist ja Geschmackssache. Außerdem ist Barcelona dennoch eine fantastische Stadt, auch wenn mir die Highlights eher zu weit von einander entfernt liegen.

Abendprogramm

Um 19:45 Uhr war ich nach 30 (!) Kilometern durch die Stadt von Barcelona fix und fertig zurück an Bord der MS Berlin. Die Haut war verbrannt, die Oberschenkel aufgerieben und ich zufrieden. Also lief doch alles so, wie es laufen sollte. Wir hatten traumhaftes Wetter an diesem Tag und eigentlich an jedem Tag auf dieser Reise. Ganz entspannt ging es für mich dann erst einmal auf die Kabine und im Anschluss zum Essen ins Restaurant. Die Luft war an dieser Stelle für den Tag einfach raus, ich freute mich einfach nur auf eine kalte Dusche und dann ab ins Bett. Aber eines fehlte an diesem Tag natürlich noch.

Auslaufen aus Barcelona – Auf nach Ibiza !

Um 22 Uhr war es dann endlich so weit, die MS Berlin zog die Leinen ein und startete mit den Klängen von Andrea Bocellis Time to say goodbye in Richtung Ibiza. Im Sirocco gab es an diesem Abend den Film „Das Traumschiff – Karibik“ und in der Verandah Bar wurde eine Black an White Party gefeiert. Dieser wohnte ich nach dem Auslaufen auch noch bei. Und das sogar noch sehr lange, denn diese Party fand erst gegen ein Uhr in der Nacht sein Ende. So jetzt aber ab ins Bett. Gute Nacht !

Bilder aus Barcelona

 

MS Berlin Vlog aus Barcelona

 

Samstag 26.05.2018 – Ibiza

Ibiza – Wow. Eine traumhafte Insel, von der ich bis dato nichts negatives gehört hatte. Leider oder auch zum Glück schaffte es unser Kapitän wieder über eine Stunde zu früh anzulegen, das verschafft Zeit. Aber auf der anderen Seite habe ich genau deshalb die Einfahrt in diesen wunderschönen Hafen verpasst. Er bietet eine traumhafte Aussicht auf die kleine Insel. Zu Beginn zeigte sich allerdings das Wetter doch ziemlich trüb, aber bereits in den frühen Stunden war es doch schon sehr warm. Uns stand also erneut ein traumhafter Tag bevor.

 

Bereits nach dem Erreichen des Hafens war mir klar – ich wollte wieder einmal den höchsten erreichbaren Punkt der Stadt erklimmen, dass hat sich während der Reise für mich zu einem neuen Hobby entwickelt, da hatte ich richtig Spaß dran. Das kann ich so auch immer weiterempfehlen wenn ihr gut zu Fuß seid und wirklich etwas von den erreichten Städten erleben wollt.

Bordprogramm

Uhrzeit Aktivität
08:00 UhrPower Walking – Kreuzfahrtdirektor Stelios geht vorweg!
08:30 UhrRan an den Speck! – Sportprogramm mit Stelios in der Sirocco Lounge
09:30 UhrLektorat über Ibiza – Lektorin Nadja gibt die wichtigsten Informationen
ca. 11:30 UhrDie MS Berlin legt im Hafen von Ibiza an
16:30 UhrAlle Gäste zurück an Bord
17:00 UhrDie MS Berlin verlässt den Hafen von Ibiza
17:20 Uhr – 19:30 UhrCocktail Empfang mit Kapitän Alberto Tarozzi
im AnschlussDas Berlin Trio stimmt einen wunderbaren Abend an
20:15 UhrChampions League Finale im Yachtclub
22:00 UhrEin Abend mit Patrick Lindner
Im AnschlussTanzmusik mit dem Berlin Trio

Auf nach Ibiza!

Nachdem ich bemerkt hatte, dass wir angelegt haben, ich war eigentlich gerade im Innenraum des Schiffes zu Gange, stürmte ich an das Buffet, um mich zu stärken bevor das Schiff durch die Behörden freigegeben wurde.

Alles in den Rucksack bepackt und ab die Post – welch beeindruckender Hafen! Schnell verschwand auch das graue trüb und ich begann mir meinen Weg auf den höchsten Punkt Ibizas zu bahnen. Hierbei durchquerte ich natürlich schon einen Teil der Stadt. Sie ist wirklich sehr schön und auch typisch spanisch – viele Flachdächer mit großzügigen Dachterrassen und zum Teil integrierten Pools. Es muss ein Traum sein hier zu wohnen. Aber es wäre wohl nicht so schön, wenn der Alltag hier Einzug erhalten würde. Das ist ja leider immer so – Gewohnheit nimmt einem den Blick für die schönen und kleinen Dinge.

 

Der Aufstieg war bei der Hitze, die von jetzt auf gleich aufkam gar nicht mal so einfach, aber mir jeder gemeisterten Erhöhung, zeigte sich eine noch schönere Aussicht auf die Insel. Wenn ihr einen Blick von oben erhaschen wollt, gibt es hier zwei Optionen – einmal eine Plattform, die zwar die Dächer überragt aber noch nicht den höchsten Punkt darstellt und einmal eine alte Burg.

 

Ibizas Burg

Die Burg wollte ich natürlich erreichen, also ging es von der Plattform noch weiter nach oben. Schweißgebadet habe ich dieses Ziel natürlich erreicht und eine Pause eingelegt. Die hatte ich mir verdient und bei einem solchen Ausblick noch umso mehr. Außerdem gab es auf dem Weg nach oben noch eine Kathedrale zu sehen. Eine sehr kleine – aber dennoch sehr sehr hübsch, wenn man schon auf dem Weg ist, sollte man sich diese nicht entgehen lassen.

 

Ganz oben angekommen war auch hier noch einmal eine große Kathedrale.

 

Doch viel beachtlicher war die Aussicht in alle Richtungen nach „hinten“. Dort habe ich einen wunderschönen Steinstrand entdeckt, den wollte ich mir einmal anschauen. Schließlich war es ja auch erst 12 Uhr, planmäßige Abfahrt sollte um 17 Uhr sein. Auf dem Weg nach unten habe ich zwei befreundete Paare aus dem Allgäu kennengelernt, die vier haben mir in den folgenden Tagen mitunter den größten Spaß gebracht – vier tolle und lustige Mitreisende! Wir trennten uns aber flott wieder, da die vier lieber an den Sandstrand wollten und den Steinstrand hatte es mir persönlich einfach viel zu sehr angetan.

 

Steinstrand

Als ich dort angekommen bin war es einfach nur – WOW. Ein Traum, aber es sollte nicht die schönste Aussicht heute werden. Ich hielt mich etwa eine Stunde am Strand auf, ließ etwas die Beine im Wasser baumeln, aber für einen richtigen Strandbesuch sind die Steine im Hintern dann doch nicht so das wahre. Ich entschloss mich aber nicht den herkömmlichen Weg zurück zu nehmen. Sondern über den Berg, denn hier schien es einen Weg zu geben.

 

Der Aufstieg hat richtig Spaß gebracht und hier hatte ich den schönsten Ausblick des Tages. Sowohl auf den Steinstrand, auf die Burg und auch auf einen Teil der Stadt, einfach nur unvergesslich. So eine unfassbar schöne Insel. Aber dann ging es auch schon wieder zügig zurück, denn ich hatte vergessen etwas zu trinken mit zu nehmen, deshalb suchte ich so schnell wie möglich einen Supermarkt auf, klappte dann auch dank Google sehr schnell.

 

Ibizas Gassen

Zum Abschluss des Ausflugs schlenderte ich noch einen wenig durch Ibizas Straßen, hier gibt es Cafes, kleine Geschäfte, Straßenkünstler, alles etwas kleiner und romantischer als am Vortag in Barcelona. Am Ende bewegte ich mich entlang des Yachthafens uns der wunderschönen Promenade wieder in Richtung MS Berlin. Die Insel hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet, aber für mich war der Tag an der Stelle dann soweit beendet, denn ich habe mir am Vortag so einen heftigen Sonnenbrand zugezogen, dass ich es heute trotz eincremen langsam angehen lassen habe. So war ich bereits um 15 Uhr wieder an Bord der Berlin.

 

Auslaufen

Um siebzehn Uhr hieß es dann auch schon wieder: Leinen Los! Die MS Berlin nimmt Kurs auf Almeria. Auch hierbei bot sich uns ein wunderbarer Blick auf die Insel und die Stadt Ibizas. Immerhin liegen wir mit der kleinen Berlin immer so optimal, dass die Stadt quasi vor unserer Haustür gelegen ist.

 

Grundsätzlich habe ich den Abend ganz entspannt beginnen lassen, habe mich nach dem Auslaufen noch etwas an Deck aufgehalten und unterhalten und habe mich dann zum Essen begeben. Um Halb neun gab es dann wieder Abend, denn der Kapitäns Empfang stand an. Hier gab es ein Glas Sekt während der Kapitän sich selbst und seine Offiziere präsentierte. War ganz interessant, das kannte ich in der Form nicht, hatte ich so noch nicht gesehen.

Abendprogramm

Kurz darauf führte mich mein Weg in den Yachtclub, denn hier fand heute das Champions League Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool statt. Allerdings schaute ich mir hier nur die erste Halbzeit an. Zum Glück. Real gewann 3:1, ich hoffte aber auf einen Sieg für Liverpool.

Die zweite Halbzeit und auch einige Zeit danach verbrachte ich in der Sirocco Lounge, denn hier stand der erste Auftritt vom Stargast Patrick Lindner statt. Viele an Bord kannten ihn bereits, ich nicht. Seine Musik ist mir dann doch etwas zu Volksmusiklastig. Dennoch habe ich es mir angeschaut und auch für gut befunden. Man kann zwar sagen, dass mein Geschmack nicht getroffen wurde, aber den Leuten hat es gefallen. Und, dass Patrick Lindner, der nächstes Jahr seit 30 Jahren im Geschäft ist, singen kann und musikalisch sehr begabt ist, steht denke ich außer Frage. Ärgerlicherweise gab es zu Beginn ein technisches Problem, das er aber professionell überspielt und mit Humor genommen hat, ein Profi halt.

Nach Lindners Auftritt bin ich noch etwas mit ein paar Leuten in der Sirocco Lounge verblieben und habe hier bis um halb eins den Abend bei netten Gesprächen ausklingen lassen. Auf der Berlin ist man zwar alleinreisend, reist aber nicht alleine. Das ändert auch die Altersstruktur nicht. Patrick Lindner hatte nach seinem Auftritt auch noch nicht Feierabend, für ihn stand noch eine kleine Autogrammstunde auf dem Plan.

 

MS Berlin - weltweite Kreuzfahrtenab
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ganzjährig

diverse, weltweite Routen. Mitunter Kuba Kreuzfahrten

Klassisches Kreuzfahrtschiff, wenige Passagiere

 

Sonntag 27.05.2018 – Almeria

Welch wunderschöne Einfahrt in einen scheinbar wunderschönen Hafen. Auch heute hieß es Halt machen – im Zentrum der Stadt. Das ist wirklich angenehm und eine große Erleichterung. Zudem erhält man so natürlich auch viel schönere Aussichten.

Bordprogramm

UhrzeitAktivität
08:00 UhrPower Walking – Stelios geht vorweg
08:30 UhrRan an den Speck in der Berlin Lounge
10:00 UhrVorstellung der Landausflüge in Leixoes, La Coruna, Honfleur und Schevningen
10:30 UhrLektorat über Malaga – Nadja gibt die wichtigsten Tipps
11:00 UhrShuffleboard – Der Kreuzfahrtklassiker
11:15 UhrWeinland Spanien – Weinjournalist Wolfgang stellt die Weine vor
ca. 14:00 UhrMS Berlin erreicht Almeria
19:15 – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena im Yachtclub
20:00 UhrDas Berlin Trio stimmt auf den Abend ein
21:00 Uhr„Golden 60is “ Show mit dem Entertainment Team
im AnschlussBerlin Trio
21:30 UhrAlle Gäste an Bord
22:00 UhrMS Berlin verlässt den Hafen von Almeria

Vormittagsprogramm

Ja, da wir nun erst um 14 Uhr anlegen sollten hatte ich am Vormittag noch einiges an Zeit, erst um neun Uhr bin ich an diesem Morgen aufgestanden. Kurz darauf gab es die Durchsage, dass wir auch heute erneut eine Stunde früher als geplant eintreffen würden. Also dann doch dreizehn Uhr. Bringt natürlich den Vorteil, dass der Kapitän uns dadurch erneut eine weitere Stunde Freizeit gewährt hat.

Kurz nach dem Frühstück habe ich einmal kurz in das Lektorat über Malaga reingeschaut. Das fand ich gut, zu den bedeutendsten Häfen gab es hier fast täglich Lektorate. Anhand dieser konnte ich dann auch meine Wege etwas planen, wusste was ich unbedingt sehen sollte. Aber das Lektorat war für mich heute Vormittag nur eine Übergangsstation. Denn es stand etwas besonderes an, etwas klassisches, etwas das ich vor der Berlin Reise noch nie gemacht habe: Shuffleboard.

 

Klingt brutal unspektakulär und uninteressant. Aber Shuffleboard hat extrem Spaß gemacht. Es ist natürlich ein klassischer Zeitvertreib aber ich werde mit Sicherheit im Laufe der Woche noch öfter auf dieses Spiel zurückgreifen. Soll ja schließlich auch am Seetag stattfinden, vielleicht lässt sich auch der ein oder andere kennenlernen, mit dem ich zwischendurch eine Partie spielen kann.

Um dreizehn Uhr war es dann auch soweit: die MS Berlin machte in Almeria fest.

 

Ausflug nach Almeria

Schon bei der Anfahrt war klar, ich möchte nach oben auf die Burg. Zumal sowieso Sonntag war und in der Stadt wohl nicht all zu viel passieren würde. Entlang einer schönen Promenade mit angelegten Parks bewegte ich mich langsam aber sicher in Richtung Aufstieg zur Burg.

 

Der erste Eindruck der Stadt war fantastisch. Allerdings nahm ich den falschen Weg. Ich bewegte mich vom Schiff aus nach links. Damit wanderte ich gerade in Richtung des wohl ärmsten Viertels Almerias. Je näher ich kam, desto mehr Dreck fand man auf den Straßen, die Häuser sahen aus der Entfernung gut aus, waren aber mehr als nur heruntergekommen. Überall liefen streunende Hunde und Katzen umher. Und die Einwohner schienen nicht erfreut gewesen zu sein, dass ich dort entlang gelaufen bin. Immer wieder wurde ich auf spanisch angepöbelt, das habe ich aber ignoriert. Bilder habe ich an dieser Stelle dann lieber etwas weniger gemacht.

Im weiteren Verlauf ist mir auch ein Schäferhund hinterher gerannt, das war dann weniger lustig. Dieses Viertel muss man wirklich nicht gesehen haben. Oben angekommen musste ich dann auch feststellen, dass links kein Zugang zur Burg besteht, deshalb musste ich sowieso noch einmal ein Stück nach unten und die Burg von rechts anlaufen. Mein Tipp: vom Schiff nach rechts. Alles schön, alles weitestgehend sauber, alles ungefährlich.

 

Alcazaba de Almeria

Aber gut, oben angekommen war mir das geschehene dann auch ziemlich egal, denn die Aussicht machte das mehr als wett. Wer nicht laufen möchte, kann hier auch ganz entspannt für 5 Euro mit einem Taxi anfahren. Die Burg war ein absoluter Traum, ihr müsst keinen Eintritt bezahlen, hier wurde ein riesiger Park angelegt, ihr könnt Türme besteigen, die alte Stadtmauer entlang wandern und etwas tiefer im Inneren der Festung findet ihr gar noch alte Ruinen die ihr begutachten könnt. Dieser Aufstieg hat sich gelohnt. Das ist der schönste und sauberste Platz von Almeria hier oben.

 

Vom hinteren Ende der Burg erblickte ich weiter weg noch eine Ruine mit einer Jesus Statue und da ich gerade schon voll im Bergsteiger Modus war, habe ich mich auch auf dieses Berg noch einmal hochgearbeitet. Den regulären Aufstieg habe ich zuerst nicht gefunden, also bin ich hoch geklettert. War aber gar nicht nötig, denn auch hier gibt es die Möglichkeit für wenig Geld mit dem Taxi nach oben zu kommen.

 

Zurück an Bord

Zu Fuß sind die beiden Aufstiege echt relativ hart, aber wenn ihr noch gut unterwegs seid, sind sie überhaupt kein Problem, denn vom Hafen ist die Entfernung zum Aufstieg auch mehr als überschaubar. Und es lohnt sich allemal. Vor allem eben an einem Sonntag, an dem in der Stadt nicht sonderlich viel passiert. Auf dem Rückweg bin ich dann noch einmal durch den neueren Teil der Stadt gewandert, aber es war hier heute wirklich nichts los, sodass ich recht schnell zurück an Bord gegangen bin. Vor allem auch, um meine verbrannte Haut etwas zu schonen. Denn auch heute hatten wir wieder knapp über dreißig Grad.

Aber es war noch nicht genug für diesen Tag, ein Punkt fehlte mir noch, den wollte ich noch abarbeiten: den Strand. Also verließ ich die MS Berlin um halb sieben noch einmal. Nur 15 Minuten braucht es zu Fuß an den nächsten Strand. Ein Kieselstrand. Aber mittlerweile wurde es doch etwas zu frisch, deshalb entschloss ich mich dazu, nicht mehr ins Wasser zu gehen, sondern einfach den schönen Ausblick etwas zu genießen.

 

Abendprogramm

Heute war es endlich so weit: das Showteam der MS Berlin hatte seinen ersten Auftritt im Sirocco. Vorher waren ausschließlich das Trio Berlin und die Pianistin Elena für die Abendunterhaltung zuständig. Und natürlich auch Stargast Patrick Lindner, nicht zu vergessen. Es handelte sich um eine 60er Jahre Party, nicht unbedingt meine Musik. Aber fantastisch was das Team aus den Gegebenheiten gemacht hat. Da die Bühne relativ klein ist, nutze das Team kurzer Hand einfach die gesamte Lounge für ihren Auftritt. Vor allem die beiden Sänger sind verdammt gut. Und das warten hatte sich gelohnt, denn das Team fand ich persönlich deutlich besser, als das Trio Berlin.

 

Das Auslaufen im dunklen war dann noch einmal ein kleines Highlight zum Tagesabschluss. Schade das dieser Tag schon wieder vorbei war. Und traurigerweise lässt sich Almeria mit einer Aussage schon zusammenfassen: Almeria ist genauso schön, wie es dreckig ist. Sehr viele streunende Tiere, verdreckte Straßen – Sehr schade!

 

Aber so ließ ich den Abend dann entspannt ausklingen und freute mich auf eine erholsame Nacht in der wir Kurs auf das nächste Highlight der Reise nahmen: die fantastische Stadt Malaga!

Montag 28.05.2018 – Malaga

Planmäßige Ankunft in Malaga: 7 Uhr am Morgen. Tatsächliche Ankunft: Keine Ahnung, um halb sieben waren wir bereits fest. Schade auf der einen Seite, denn dadurch verpasste ich des Öfteren das Einlaufen. Aber eine Medaille hat ja immer zwei Seiten, denn legen wir eher an, haben wir für die Destinationen natürlich viel mehr Zeit, was man natürlich nur positiv sehen kann.

Bordprogramm

Uhrzeit Aktivität
ca. 07:00 UhrDie MS Berlin erreicht Malaga
19:15 – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Elena
21:30 UhrFilmabend: Das Traumschiff – Jamaika
21:45 Uhr60-er und 70er Jahre Party auf dem Außenbereich der Verandah
23:00 UhrAlle Gäste an Bord
23:30 UhrDie MS Berlin verlässt den Hafen von Malaga

Erkundung Malagas

Nach dem Frühstück ging es dann auch flott von Bord, es sollte heute vieles zu entdecken und zu erleben geben. Aber dennoch ein harter Tag für mich, dazu aber später mehr. Liegeplatz: erneut unschlagbar. Mitten in der Stadt, unweit der wichtigsten Sehenswürdigkeiten machten wir auch heute wieder fest.

 

Mein Plan war es, ohne viel Spannungsaufbau direkt zum Wahrzeichen Alcazaba durchzustarten. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen maurischen Palast, etwa einen Kilometer vom Liegeplatz entfernt.
Was mir auch heute auf den ersten Metern wieder sehr positiv aufgefallen ist, war, dass sich zwischen den endlos lauten und breiten Straßen immer wieder ruhige Parks befanden, an denen man sich entspannt fortbewegen kann, ohne den Lärm der Straße.

Kleiner Fauxpas

Dann nahm das Unheil dieses Tages aber auch schon seinen Lauf, nachdem ich bereits schwitzend ganz oben an der Alcazaba ankam, wollte ich mein Portemonnaie zücken, um den Eintritt von etwa 3,50 Euro zu zahlen. Aber Scheibenkleister. Das Portemonnaie lag noch gemütlich im Bett und hat geschlafen. Blöd! Also wieder runter. Kein Problem. Zurück zum Schiff, dann in die Stierkampfarena und später dann doch noch Alcazaba.

Gesagt getan, Portemonnaie in der Tasche und ab die Post. Diesmal habe ich mich von der anderen Seite zur Alcazaba hochgearbeitet. Hier gab es eine Plattform auf dem Weg, die einen wunderschönen Ausblick auf Malaga gewährt. Aber mein Ziel lag höher. Der Aufstieg ist nicht ganz ohne. Man sollte sich klar machen, dass es ein steiler Weg ist, der zur Not auch mit einem Taxi von der anderen Seite bewältigt werden kann.

 

Rutschpartie auf dem Berg

Oben an der Alcazaba spiegelte sich dann mein Glück an diesem Tag wieder: eine schier unendliche Schlange hatte sich vor dem Eingang gebildet, es wollte auch nicht weniger werden. Und die Stierkampfarena hat ja auch nicht so lange offen. Also wieder runter. Aber erst noch einmal auf die fantastische Aussichtsplattform. Oh schau mal! Ein eingezeichneter Naturweg nach unten. Super! Ja nein. Also dieser Naturweg direkt an der Plattform führt in gewisser Weise nach unten. Aber nicht so wie man es sich wünscht. Er ist extrem Uneben. Wurde immer schmaler und schmaler. Bis er mir schließlich abhanden kam, ich wegrutschte und mich ein paar Meter tiefer wieder fand. Jetzt brauchte es Bergsteigermentalität. Und weil es so Spaß gemacht hat, bin ich nicht auf den Naturweg, sondern direkt auf den 5-7 Meter höheren regulären Weg zurückgeklettert.

 

Oh endlich mal Glück gehabt heute. Etwa 5 Meter einen Berg runtergerutscht, dann etwa 12-15 Meter hochgeklettert. Und das alles ohne Kratzer oder Beschädigungen der Kamera. Jetzt lief es doch. Oder auch nicht?

Bei etwa 30 Grad klettern ist jetzt nicht all zu angenehm in Jeans und Freizeitschuhen, dementsprechend war ich doch ziemlich außer Puste. Unten angekommen bewegte ich mich erneut rasch in Richtung Stierkampfarena, den Eintritt von 1,80 Euro hatte ich ja diesmal dabei.
Wieder kein Glück, sie hatte bereits geschlossen. Dann muss ich bei Zeit wohl noch einmal hierher kommen. Nach einem langsamen und erholsamen Marsch zurück an Bord der MS Berlin, ließ ich mich erst einmal am Computer nieder.

Ein zweites mal nach Malaga

Da wir ja aber bis 23 Uhr hier liegen sollten und auch gelegen haben, hatte ich noch nicht genug von dieser wunderschönen Stadt. Es sollte noch einmal heruntergehen. Denn auch heute wollte ich mir das Fußballstadion des örtlichen Erstligisten einmal anschauen. Auch wenn der Weg dorthin recht unspektakulär war. Aber die zwei Kilometer dort hin sind ja auch sehr schnell gelaufen.

 

Was mir bereits die letzten Tage aufgefallen war, ist eine Gemeinsamkeit zwischen den Spaniern und mir. Sie achten nicht besonders auf ihre Autos. Ich glaube, ich habe in allen spanischen Häfen maximal eine Hand voll Autos gesehen, die ohne Schramme, Kratzer, Delle oder sonstiges unterwegs waren. Auch die Hinterlassenschaften der Möwen sahen zum Teil so aus, als befänden sie sich bereits seit Wochen auf den Fahrzeugen. Im Punkto Fahrzeugpflege und Umgang mit dem eigenen PKW muss ich wohl Spanier sein.

Malagas Strand

Nach einem erneuten Abstecher an Bord, allerdings nur zum Kleidungswechsel, begab ich mich an einen Ort den ich die letzten Tage verpasst hatte: an den Strand. Und Malaga hat einen sehr schönen Strand in Angebot. Etwa 10 Minuten zu Fuß vom Hafenterminal.

Es waren immernoch bestimmt 25 Grad auch wenn es schon sieben Uhr war. Ich spazierte einmal den Strand entlang. Natürlich schön mit den Füßen und vor allem den sehr verbrannten Waden im kühlenden Nass. Der Strand zieht sich auch sehr. Als ich dachte am Ende zu sein, zog er einen Bogen, auf dessen anderer Seite sich bestimmt noch einmal 2 Kilometer Sandstrand zeigten. Beim Wellengang konnte ich es mir natürlich auch nicht entgehen lassen, einmal ins Meer zu hüpfen und so noch eine kleine Abkühlung zu genießen, ehe es zurück an Bord und somit auch zum Abendprogramm ging.

 

Abendprogramm

Mit der erneuten Ankunft an Bord der MS Berlin war dieser wunderschöne Tag in der wunderschönen Stadt Malaga dann aber auch schon wieder beendet – leider. Am Abend gab es für mich dann auch nur noch zwei große Termine, das war einmal die 60er und 70er Jahre Party mit dem Entertainment Team an Bord. Das fand optimalerweise auf dem Außenbereich der Verandah statt. Denn der zweite Termin war das Auslaufen. Eine fantastische Aussicht! Der Tag hätte auch kaum schöner enden können. Zum Teil war der Tag etwas ärgerlich. Aber ich werde zurückkommen und alles nachholen, was mir am heutigen Tag verwährt blieb.

 

Dienstag 29.05.2018 – Seetag

Achja, Seetage sind doch etwas besonders schönes! Zumindest manchmal, an diesem Tag eher weniger, da hätte ich doch lieber etwas Auslauf gehabt. Lag daran, dass das Leben an Bord der MS Berlin langsam ist. Es gibt zwar einige Angebote, aber eben solche von der gemütlichen Art. Viele ließen sich in der Sonne nieder, andere versanken in die Bücher der Bibliothek, wieder andere sind, glaube ich zumindest, gar nicht erst aufgestanden. Denn obwohl nur 350 Menschen an Bord sind, kommt es vor, dass man dem ein oder anderen mal einen oder zwei Tage gar nicht begegnet. Zumindest wenn kein Seetag dabei ist.

Uhrzeit Aktivität
08:00 UhrPower Walking – Stelios geht vorweg
08:30 UhrRan an den Speck mit Stelios in der Berlin Lounge
10:00 UhrLektorat über Lissabon – Nadja gibt die wichtigsten Informationen
10:00 Uhr – 11:30 UhrBrückenführungen
11:00 UhrServierttenfalten
15:30 UhrTuchbindeworkshop
15:30 UhrAlleinreisendetreff
16:30 UhrPatrick Lindner höchstpersönlich – der Stargast im Interview
17:15 UhrLeinen Los! Verkaufsleiterin Heidi stellt die kommenden Reisen der Berlin vor
17:00 UhrWein + +Schokolade ? Eine genussvolle Verkostung! 10 Euro Teilnahme.
19:15 Uhr – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena im Yachtclub
20:00 UhrDas Berlin Trio läutet das Abendprogramm ein
21:45 UhrAbendshow „Broadway is on“ mit dem Entertainment Team
22:30 UhrDas Berlin Trio lässt den Abend mit Tanzmusik ausklingen

Vormittagsprogramm

Ich hatte mich in den letzten Tagen daran gewöhnt, dass ich mit meiner hektischen Art hier nicht vorwärts komme. Also hieß es erst einmal ausschlafen und entspannen. Aber um 10 Uhr begann dann mein Tag, als erstes stand das Lektorat über Lissabon auf dem Plan. Ja richtig, Lektorat. Für 5 Vorträge hatten wir eine Lektorin an Bord, die einen sehr guten Job gemacht hat. Aber auch ein Lektor war an Bord, dieser bot Vorträge über Weine an.

Direkt im Anschluss an das Lektorat ging es für mich erneut zum Shuffleboard und es war bei weitem nicht die letzte Runde auf dieser Kreuzfahrt, denn durch das Shuffleboard lernte ich viele Leute kennen, mit denen ich wieder und wieder die Scheiben flitzen ließ.

 

Mittagsprogramm

Auch am Mittag wurde es nicht deutlich spannender, die Leute suchten sich ihre Plätzchen zum entspannen und genossen diesen sonnigen Seetag in vollen Zügen, während ich weiter nach Aufgaben suchte. Dabei bin ich auch heute wieder auf viele interessante Gespräche gestoßen. Nach dem Mittag ging es für mich in die zweite Shuffleboard Runde an diesem Tag.

Nörgler auf Kreuzfahrt

Um 15:30 Uhr habe ich mir den Alleinreisendentreff angesehen. Beziehungsweise daran teilgenommen. Allerdings habe ich mich von dort auch recht zeitig verabschiedet. Das war einfach nicht meins. Scheinbar begeben sich einige Menschen nur dort hin, um zu meckern und Frust abzulassen. Generell gab es auf dieser Reise viele Meckerer. Und das über Dinge, bei denen ich nur den Kopf schütteln kann. Eigentlich traurig, dass man sich den eigenen Urlaub wegen Nichtigkeiten wie eine fehlende Limette, nach der man einfach hätte fragen können, schlecht reden muss. Ein älterer Herr hat beispielsweise auch gemotzt, dass das Schiff bei Seegang hier und da knarrt und knackt. Ja, das habe alte Schiffe so an sich. Knochen knacken auch mal bei plötzlichen Bewegungen.

Aber gut, der nächste Punkt auf dem Programm war sowieso deutlich wichtiger, denn das Interview mit dem Stargast, Patrick Lindner, stand in der Sirocco Lounge an. Im Anschluss an die Fragen, die durch Cruisedirector Stelios gestellt wurden, wurde das Interview noch um eine freie Fragestunde erweitert. Da das ganze aber nicht ganz mein Milieu ist, war es für mich weniger spannend. Für die Anhänger des Volksmusikers war es bestimmt eines der Highlight bis zum derzeitigen Zeitpunkt.

 

Abendprogramm

Nach dem Abendessen, wollte ich heute mal mit etwas anderem als dem Berlin Trio in den Abend starten, denn dieses spielt Abend für Abend die gleichen Lieder, es ist sehr eintönig. Um dies heute zu umgehen, setzte ich mich in den Yachtclub. Hier spielt die Pianistin Abend um Abend von 19:00 Uhr bis 23:00 Uhr. Und sie spielt nicht nur Klavier, sondern singt dazu auch noch. Das hat mir an der Stelle doch deutlich besser gefallen, als das Berlin Trio.

Im Yachtclub verblieb ich allerdings auch nicht so lange, denn um 21:30 Uhr begann die Broadway Show des Entertainment Teams. Die Show war gut, es war allerdings nicht wirklich meine Musik. Dennoch gefallen mir die Stimmen schon sehr und der Tanz ist im Regelfall sehr stimmig. Die sechs machen da schon einen sehr guten Job.

 

Nach einem längeren Absacker in der Sirocco Lounge ging es für mich dann auch schon wieder ins Bett. In der Lounge war ich noch mit einem Vierergespann aus dem Allgäu (zwei Ehepaare mittleren Alters). Die vier waren echt der Wahnsinn. Die haben einen Brüller nach dem anderen rausgehauen, mit denen gab es bei jedem Treffen auf der Reise immer etwas zu lachen. Man kann sich eben auch mit älteren Menschen unterhalten und auch mit ihnen einen Riesenspaß haben. Man muss sich eben nur einmal darauf einlassen.

Mittwoch 30.06.2018 – Lissabon

Lissabon – ein großer Name, der sehr viel verspricht. Aber ob der Name dies gehalten hat? Bei meinem ersten Besuch leider nicht so wirklich. Aber lasst uns einmal ganz von vorne beginnen. Vorab gilt es zu wissen, dass in Lissabon ein Overnight anstand. Der Tag begann für mich schon sehr früh. In der vergangenen Nacht hatten wir allerdings, zum Glück, eine Stunde geschenkt bekommen. Die Zeitverschiebung nach Portugal war mir an dieser Stelle allerdings neu. Aber wie dem auch sei, um sieben Uhr Ortszeit legten wir bereits in der portugiesischen Hauptstadt mit dem großen Namen an. Die Einfahrt war bereits sehr spektakulär, es wurden wunderbare Aussichten auf die Brücke des 25.April, unter die wir hindurch fuhren, und die Jesus Statue auf der anderen Seite der Brücke geboten.

 

Da, wie erwähnt, ein Overnight anstand, ließ ich es erst einmal gemütlich angehen. Ganz stressfrei. Frühstücken und einige Stunden an den Rechner – so lief mein Morgen nach dem Einlaufen ab. Gegenüber hatte die Costa Pacifica festgemacht. Der Unterschied zwischen 350 und 3000 Passagieren ist bei dem Blickwinkel wirklich gigantisch.

 

Bordprogramm

UhrzeitAktivität
ca. 07:30 UhrDie MS Berlin erreicht den Hafen von Lissabon
09:30 UhrJakkolo – Geschicklichkeitsspiel für Jedermann
16:30 UhrKaffeeplausch
19:15 Uhr – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena
21:00 UhrTanzmusik vom Berlin Trio auf dem Außenbereich der Verandah
21:30 UhrFilmabend – Ziemlich beste Freunde

Mittagsprogramm – Zeig was du zu bieten hast, Lissabon!

In die Stadt war es heute schon fast ungewohnt weit, denn bevor man dorthin gelangt mussten wir uns erst durch das Terminal und dann noch etwa 10 Minuten ins Innere begeben. Aber das ist ja überhaupt kein Problem, denn näher an der Stadt konnten wir natürlich auch heute gar nicht liegen. Was mir vor allem ins Auge viel waren die TukTuks, das sind kleine Fahrzeuge, die als Taxen fungieren. Die sahen auf jeden Fall interessant aus und die Passagiere der Fahrzeuge hatten sichtlich Spaß. Allerdings fehlte mir das Ziel, um eine solche Fahrt wahrzunehmen. Sehr schade, aber beim nächsten Mal mit Sicherheit. Und da auch die Taxen auf der iberischen Halbinsel sehr günstig sind, glaube ich nicht, dass die TukTuk vehement überteuert sein dürften.

Cathedral Se Patriacial

Recht schnell hatte ich die Cathedral Se Patriarcal erreicht. Hierbei handelt es sich um ein sehr schickes Bauwerk sie wurde ab 1147 errichtet und wurde von zwei Erdbeben im 14. und im 18. Jahrhundert schwer beschädigt. Nach dem ersten wurde die westliche Fassade im Stile der Romanik neuerrichtet. Nach dem zweiten Erdbeben hat die Hauptkirche Lissabons mit Dachabschlüssen des Barocks gekrönt.

 

Das fing doch schon einmal gut an, die erste Sehenswürdigkeit war dann direkt ein kleiner Hingucker und ein wirklich schönes Bauwerk. Weiter aufwärts der Kirche fand ich Ruinen eines römischen Theaters – mitten in der Stadt. Das hatte schon einen gewissen Charme, finde ich. Am obersten Punkt der Stadt ist die Festung Castelo de Sao Jorge zu finden. Allerdings war mir in diesem Moment der Andrang an dieser Stelle echt viel zu groß. Die ganze Festung war einfach überfüllt, so beschloss ich, mich einen Tag später um die Festung zu kümmern.

Praca do Commercio

Wieder unten angekommen, gelangte ich an den größten Platz Lissabons, dem Praca do Comercio. Hier findet ihr unter anderem ein riesiges Tor, dass in die Einkaufsstraße führt. In dieser Einkaufsstraße findet ihr von Cafes bis hin zu Schuhläden alles was das Städterherz begehrt. Auf dem Platz verweilte ich aber ungewollt nicht all zu lange, denn es war wirklich nervig, dass echt alle 10 Meter jemand auf mich zu kam und mir Drogen verkaufen wollte. Diese Personen sind in ihrem Vorhaben auch wirklich nervig und sehr penetrant. Ähnlich verhält es sich in der Einkaufsstraße mit den Sonnenbrillen und Selfiestickverkäufern. Ich kann es wirklich nicht guten Gewissens empfehlen sich hier vor einem der Cafes niederzulassen, denn auch vor diesen machen sie nicht halt. Wenn ihr euch dieses Erlebnis allerdings nicht entgehen lassen wollt, dann solltet ihr euch einfach in den Innenräumen der Geschäfte niederlassen.

 

Dezent genervt durch die geschilderten Ereignisse und mangelnder Akkus beschloss ich schließlich, mich zum Nachmittag nochmal an Bord der MS Berlin zu begeben um kurz zu ruhen und die Akkus nach zu laden. Zusätzlich informierte ich mich noch weiter über die Stadt. Es wäre natürlich ein Highlight über die Brücke zu fahren und die Jesus Statue zu besuchen. Da steht nur ein großes aber dazwischen, denn dieser Ausflug würde doch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb spare ich mir dieses Vorhaben für meinen nächsten Besuch auf.

Überraschung

Zurück im Terminal gab es eine sehr freudige und überraschende Begegnung. Denn hier stieß ich auf die lieb Kati, mit der ich in der Vorwoche unterwegs war. Sie war nun die deutschsprachige Reisebegleitung an Bord der Costa Pacifica – wie klein die Welt doch ist! Aber es war doch ein sehr schönes aufeinandertreffen, das hat mich sehr gefreut.

An Bord verweilte ich dann aber auch nur eine Stunde, denn noch war ich weder zufrieden noch begeistert von einer Stadt mit großem Namen. Auf meiner zweiten Tour entdeckte ich viele schöne und spannende Bauwerke aus verschiedenen Zeiten der Baukunst, aber irgendwie fehlte noch so das große und entscheidende Highlight für mich – schade. Aber wir wurden in den letzten Tagen auch sehr verwöhnt von der Route und den dazugehörigen Städten. Auch das Wetter spielte heute nicht so mit wie bisher. Es war aber trocken, von daher war alles gut, da ich sowieso schon einen Ganzkörpersonnenbrand erlitten hatte.

 

Stadion von Sporting Lissabon

Für meinen zweiten Spaziergang hatte ich mir vorgenommen, die Stadt etwas weitläufiger zu erkunden und mich etwas von den Touristengebieten zu entfernen. Auch stand heute für mich das Fußballstadion auf der Checkliste. Beziehungsweise die beiden Fußballstadien. Natürlich wusste ich, dass ich so spontan keinen Eintritt bekommen würde, aber die Arena von Sporting Lissabon machte auch so einiges her. Aber auf dem Weg dahin hatte etwas anderes spannendes entdeckt. Denn gegenüber von der Medizinischen Fakultät Lissabons befindet sich ein Park. Klingt bis dahin unspektakulär. Aber jetzt kommt es. In diesem Park bewegten sich sämtliche Vogelarten frei und zum greifen nahe. Das reichte von Riesenenten bis hin zu Hühnern und auch Tauben. Diese zeigten auch keinerlei scheu vor dem Menschen. Ein wirklich schöner Park war das!

 

Von hier aus kam ich auch an der Stierkampfarena der Stadt vorbei. In Malaga hatte ich es ja leider nicht geschafft, die dortige zu besichtigen. Aber erstmal bewegte ich mich weiter in Richtung Fussballstadion.

Das Fussballstadion von Sporting Lissabon liegt bereits sieben Kilometer vom Schiff entfernt und mein eigener Akku neigte sich um 18 Uhr dann auch schon dem Ende entgegen.

Da ich die falsche Information hatte, dass die Festung um 18 Uhr schließt, bewegte ich mich langsam und gemütlich wieder in Richtung MS Berlin. Ärgerlich zu diesem Zeitpunkt, denn die Öffnungszeit in den Sommermonaten ist bis 21 Uhr.

Campo Pequeno

Auf dem Rückweg kam ich erneut an der Stierkampfarena vorbei, aber meine Neugier trieb mich dazu, mal einen Blick hinein zu werfen. Ich wollte wissen wie es sich anfühlt in mitten einer solch gigantischen Arena zu stehen. Der Eintritt kostet hier drei Euro. Vor Ort könnt ihr mit diesem Ticket auch ein Stierkampfmuseum besuchen. Ich bin ja eher gegen Stierkampf, deshalb bewegte ich mich lediglich in das Museum, um einige Aufnahmen zu machen. Im Anschluss wurde ich allerdings bitter enttäuscht,  denn es ist nicht möglich, sich in die Mitte der Arena zu stellen. Man kann lediglich vom Oberrang einen Blick in auf das Feld werfen.

Aber immerhin konnte ich der Arena auch etwas positives abgewinnen, denn ausserhalb der Saison wird sie sinnvoll genutzt. Als Konzerthalle. Dann hatte ich allerdings echt genug für diesen Tag und begab mich flott wieder in Richtung MS Berlin. Denn am ersten Tag hatte mich Lissabon, so schön die Stadt auch ist, nicht wirklich überzeugt. Geschweige denn umgehauen. Ich kann es mir bis heute nicht erklären, denn die Stadt ist schön. Ich vermute, dass die letzten Ziele die Hauptstadt Portugals einfach nur in den Schatten stellen. Aber wer weiß, vielleicht sollte sich morgen daran nochmal etwas ändern.

Abendprogramm

Dadurch, dass ich schließlich erst um halb neun dann zurück an Bord war, blieb vom Abend nicht mehr all zu viel übrig. Auch war das Schiff aufgrund einiger später Ausflüge nicht sonderlich belebt. Aber dafür gab es heute zum Glück ein wenig Live Musik im Aussenbereich der Verandah, dem Buffetrestaurant. Gespielt hat hier das Berlin Trio. Auch heute ließ ich den Tag entspannt mit einigen netten Gesprächen ausklinge. Und das aber nicht sonderlich zeit, dennoch musste ich früh raus, denn ich setzte all meine Hoffnungen auf die Festung Castelo de Sao Jorge am folgenden Morgen. Geplant ist eine Ankunft dort um kurz vor neun, sodass ich der erste vor Ort bin und mir nur wenige Menschen im Bild herum laufen.

 

Donnerstag 31.06.2018 – Lissabon

Der zweite Tag in Lissabon. Ablegen werden wir um 16 Uhr heute Nachmittag. Das bedeutet, dass ich an diesem Tag auch wieder einige Zeit hatte, um die portugiesische Hauptstadt näher kennenzulernen. Auch heute in der Früh reizte mich noch die Überfahrt über die Brücke des 25.April und zur Jesus Statue, dem Wahrzeichen Lissabons. Leider, das kann ich vorweg nehmen, habe ich es nicht mehr getan beziehungsweise nicht mehr geschafft. Dennoch haben die Stadt und ich uns an diesem Tag doch sehr angefreundet und versöhnlich getrennt, da der Vortag doch eher wenig überzeugend war.

Bordprogramm

UhrzeitAktivität
15:30 UhrAlle Gäste zurück an Bord
16:00 UhrDie MS Berlin verlässt den Hafen von Lissabon
16:00 UhrKommentation der Ausfahrt durch Stelios
17:00 UhrWeintasting
17:15 UhrPower Workout mit Stelios
19:15 Uhr – 23:00 UhrEntspannt in den Abend mit Pianistin Elena im Yachtclub
20:00 UhrDas Berlin Trio leitet den Abend ein
21:30 UhrTagesshow Berlin Cabaret
im AnschlussTanzmusik mit dem Berlin Trio

Früh von Bord

Bereits um acht Uhr habe ich mich von Bord der MS Berlin bewegt. Mein großes Ziel heute war die Festung am höchsten Punkt der Stadt. Nach den bisherigen, steileren Aufstiegen war dieser im Vergleich überhaupt kein Problem und vergleichsweise angenehm. Auch die älteren Gäste bezwangen diesen Aufstieg mit relativer Leichtigkeit. Natürlich sollte man dennoch noch gut zu Fuß sein. Oben angekommen war ich erst einmal leicht verdutzt. Es war nichts los, das war schön. Aber am Eingang wollte man von mir 8,50 Euro haben, da habe ich doch erstmal überlegt, ob da wirklich so viel dahinter stecken würde, das es sich lohnt. Aber dann habe ich es doch getan. Und es war eine der besten Entscheidungen, die ich auf dieser Reise getroffen habe.

 

Castelo de Sao Jorge

Auf dem riesigen Grundstück könnt ihr bereits am Eingang einen traumhaften Blick über Lissabon geniessen, aber das ist längst nicht alles. Denn auch auf die alte Mauer könnt ihr hinaufsteigen und euch auch auf den einzelnen Türmen der Festung bewegen. Hier ist es an der Zeit sich mit Vorsicht zu bewegen, denn die Flächen sind alles andere als eben und hundertprozentig sicher. Aber es machte Spaß sich hier zu bewegen und ein ein wenig herumzuklettern. Außerdem könnt ihr von dort oben fantastische Bilder machen.