Reisebericht Antarktis Kreuzfahrt mit MS Delphin

Die Anreise nach Buenos Aires zu MS Delphin ist kein Katzensprung. Für mich ging die Reise um 17 Uhr gestern los an den Flughafen nach Hamburg, von dort ging es nach Frankfurt am Main. Um 22:15 Uhr sind wir planmäßig mit der LH510 einer Boeing 747-400 also einem Jumbo in Richtung Buenos Aires gestartet. Der Flieger ist schon ein paar Tage alt, war aber alles soweit ok. Ich hatte einen Sitzplatz in der Babyreihe, da hat man etwas mehr Beinfreiheit. Der Mittelsitz war frei, außen saß eine ältere Dame. Die Business-Class-Sitze, die waren toll – aber dafür soviel mehr zahlen – nein!

Der Flug von Frankfurt nach Buenos Aires sollte 13 Stunden und 30 Minuten dauern, die Hölle wenn man nichts mit sich anzufangen weiss. Schlafen ging auch nicht so gut, es war total unbequem, egal welche Position ich einnahm, es wurde nicht gemütlicher.



Gegen halb zwölf kam das Abendessen, vegetarisch oder Rind? – Rind war meine Antwort nachdem ich schon fast verhungert war. Optisch ist das Essen ja wirklich nicht das Beste, geschmacklich war es ok. Getränke gab es auch genügend an Bord, man war also versorgt.

Blick aus dem Flugzeug

Blick aus dem Flugzeug



Nach dem dann so ziemlich der ganze Flieger geschlafen hat, mich Stromberg und Disney im Entertainment-System auch nicht mehr bei Laune halten konnten, bin ich wohl auch mal ein paar Stunden eingenickt. Da kam dann eine hektische Stimme man solle sich doch bitte anschnallen und schon ging das Gerappel und Gepoltere los – ich hab nun auch verstanden was es heisst wenn man Turbulenzen hat, da ist Seegang nichts dagegen.

Heute Früh gab es in der ersten Runde, drei Stunden vor Landung wahlweise Apfelsaft, Orangensaft oder Wasser. Kurz darauf kam das Frühstück, optisch grenzwertig, geschmacklich doch ganz gut. Das Omelette schmeckte gut, das Brötchen im Flieger, das ist immer so lala, ne?! Dazu gab es Kaffee oder Tee – war alles ok und ausreichend als Vorspeise.

Die Portionen sind wirklich nicht groß, da macht es Sinn sich nicht wie ich mit einem leeren Magen in den Flieger zu setzen. ;)

Letztlich sind wir eine halbe Stunde vor der planmäßigen Landung in Buenos Aires gelandet, die Zollkontrolle war sehr langwierig und nervig, dauerte bestimmt eine Stunde. Den Koffer hat man danach sehr schnell gefunden, die drehten schon ihre Runden auf dem Gepäckband. Mit den Koffern ging es dann ein weiteres Mal durch eine Kontrolle, das dauerte gut eine halbe Stunde. Im übrigen haben wir hier rund 30 Grad – also gar kein antarktisches Wetter. ;)

Nach den ganzen Kontrollen fand man Mitarbeiter von Celebrity Cruises und Ibero Cruises neben den Leuten von Passat Kreuzfahrten rumstehen, es waren also noch mehr Kreuzfahrtgäste unterwegs in Buenos Aires. Man hat uns sicher und schnell zu den Bussen geführt, die uns dann binnen 45 Minuten vom Flughafen zum Hafen gefahren haben. Buenos Aires ist zumindest auf dieser Strecke einfach nur dreckig und hässlich. Es soll aber ganz tolle Ecken geben, das schaue ich mir morgen auf der Stadtrundfahrt dann mal an.

Im Hafenterminal angekommen ging das ganze Theater von vorne los. Koffer abgeben, dann Sicherheitskontrolle, nach der Sicherheitskontrolle wieder eine Zollkontrolle die genau so war wie am Flughafen, danach ging es raus aus dem Terminal. Vor dem Terminal standen sodann Shuttle-Busse von Passat Kreuzfahrten und Celebrity Cruises welche die Gäste zu den Schiffen gebracht haben. Es ging aus dem einen Hafengelände raus und in das andere Hafengelände wieder rein – so ein Theater wie hier im Hafen hab ich noch auf keinem anderen Hafen der Welt erlebt. :)

Angekommen an der MS Delphin hat man uns herzlich empfangen, während die Gäste alle direkt an die Rezeption gerannt sind um einzuchecken, bin ich ins Restaurant um Günter, Hannes, Anatoly, Günter den Koch und weitere Mitarbeiter der MS Delphin zu begrüßen.

Heute sind wir über Nacht noch in Buenos Aires, am morgigen Abend geht es dann um 19 Uhr (23 Uhr deutscher Zeit) los in Richtung Montevideo in Uruguay.

Heute Abend gehe ich mit dem Bordfotografen und seinem Team, den Damen aus dem Shop und ein paar weiteren Leuten in Buenos Aires Essen, wenn ich das überlebe, dann gibt es bestimmt auch davon ein paar Impressionen.

„Willkommen Zuhause“ heisst der Slogan der MS Delphin – ich fühle mich wie Zuhause und freue mich auf eine tolle Reise mit tollen Menschen und hoffentlich ganz vielen Pinguinen. :)

Buenos Aires Stadtrundfahrt: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

In Buenos Aires hatten wir mit MS Delphin einen Overnight im Rahmen der Antarktis-Kreuzfahrt. Heute Früh habe ich eine Stadtrundfahrt durch Buenos Aires gemacht. Wir haben uns einen Friedhof (La Recoleta) angesehen auf dem es ausschließlich die Mausoleum-Ruhestätten gibt, dann waren wir am Regierungsgebäude im Zentrum der Stadt und in La Boca – dem bunten Arbeiterviertel. Wenn man so durch Buenos Aires fährt, wird einem ganz schnell klar wie gut es uns in Deutschland geht, selbst mit Hartz-IV ist man da deutlich besser aufgehoben als mancher Arbeiter in Buenos Aires. In kleinen Häusern leben im Schnitt pro Zimmer 3 Menschen – die Zimmer sind winzig, Fenster überbewertet und die Gegend erschreckend.

Unser erster Stopp war der Friedhof La Recoleta (Cementerio de la Recoleta) in Buenos Aires, wohl eher für die Besserverdiener, dort gibt es nur Mausoleum-Gräber, die einen sehr prunkvoll, die anderen verwahrlost. Grundsätzlich eine schöne Ruhestätte, feiner als so mancher schnöder Grabstein. Dort liegen einige Prominente Menschen aus Argentinien, unter anderem ein ehemaliger Präsident (Julio A. Roca) oder auch  Evita Perón, die ehemalige Präsidentengattin. Manch ein Mausoleum kann man auch kaufen, andere will man gar nicht mehr kaufen. Selbst direkt neben den Toiletten ist ein riesiges Mausoleum, da kann man schon mal an der falschen Tür stehen…

Tangotänzer in La Boca - Buenos Aires

Tangotänzer in La Boca – Buenos Aires

Im Zentrum der Stadt ist das Regierungsviertel und das große Regierungsgebäude. In der Mitte ist eine Parkanlage, dort haben sich ehemalige Soldaten in einem Zeltcamp verschanzt seit etwa 3 Jahren, sie dienten auf dem Festland und erhalten keine Rente und keinen Veteranen-Status, dafür kämpfen sie – wohl eher erfolglos.

Die letzte Stelle an der wir Ausgang hatten war La Boca, ein Arbeiterviertel mit vielen bunten Häusern und ebenso viel Armut. Die bunten Häuser, sind durch Restfarben entstanden, die man früher gefunden hat am Hafen, als dort hin und wieder Schiffe eingelaufen sind. In den Häusern gibt es mehrere Zimmer, in einem Zimmer leben etwa drei Personen. Fenster sind meist nur mit einem Tuch abgedeckt, Scheiben gibt es nur selten. Die Kriminalitätsrate ist entsprechend hoch jenseits der Touristenstrassen und man wird gewarnt sich der Gegend zu später Stunde zu nähern.

Ich habe mir das nicht so wild vorgestellt als sich es letztlich gezeigt hat, Dreck, Armut, viele Tiere die auf der Strasse leben, Handtaschendiebe wie Sand am Meer und eine Regierung die für sich viel und für das Land nur wenig tut… – Es gibt aber auch sehr schöne und teure Ecken in Buenos Aires. Es kommt wie immer auf die Sichtweise an und wo man sich aufgehalten hat. So findet der Eine Buenos Aires arm und dreckig und der andere meint es sei reich und edel.

Dennoch sollte man sich das mal ansehen, es gibt tolle Souveniers, die Tango-Tänzer auf der Strasse sind nett anzusehen und alles in allem war es ein toller Ausflug.

Seenotrettungsübung: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute vor unserer Abfahrt von Buenos Aires nach Montevideo hatten wir die gesetzlich vorgeschriebene Seenotrettungsübung auf der MS Delphin. Die verlief sehr gesittet, auf anderen Schiffen wird deutlich mehr gelacht, gealbert und mit der Trillerpfeife gespielt, war sehr angenehm das auch mal etwas ruhiger zu erleben. Auf der MS Delphin gibt es zwei Musterstationen, zum einen den Grand Salon, dort treffen sich alle Passagiere die den Rettungsbooten 1 bis 6 zugeordnet sind, die Passagiere die den Rettungsbooten 7-10 zugeordnet sind treffen sich im Restaurant Pazifik.

Meine Kabine ist dem Rettungsboot mit der Nummer vier zugeordnet, so hab ich mich mit meiner Weste aufgemacht in den Grand Salon. Dort stehen Crewmitglieder mit Schildern auf denen die Rettungsbootnummer vermerkt ist und weisen einem den richtigen Platz zu.

Die Rettungsübung ist wie überall gleich, Sonja und Dana haben erklärt wie man die Rettungsweste anzieht, Steffen gab die allgemeinen Sicherheitshinweise in deutsch und englisch über die Bordlautsprecher durch. Nach dem zweiten Alarmsignal sind wir gemeinsam – Boot für Boot zu den Rettungsbooten gelaufen. Dort angekommen wurden die Kabinen ausgerufen und auf Anwesenheit überprüft. Ein paar warme Worte was es zu Essen und Trinken gibt an Bord der Rettungsschiffe und dann war auch die Seenotrettungsparty beendet. Das erste Mal das es kein Gedränge gab in den Gängen und auf den Treppen – hier geht alles deutlich ruhiger voran, schön.

MS Delphin - Seenotrettungsübung

MS Delphin – Seenotrettungsübung

Montevideo: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute lagen wir bis 13 Uhr in Montevideo mit der MS Delphin. Montevideo wird auch das kleine Buenos Aires genannt – ich fand es recht nett dort. Viele kleine Gassen mit Geschäften, einen Markt, den Platz am Zentrum und die riesige „Fleischhalle“ die sehr gutes Essen bietet, aber doch sehr schäbig aussieht habe ich mir angesehen.

Ich habe mich entschlossen auf eigene Faust nach Montevideo zu gehen, der Fussweg aus dem Hafen zur Fleischhalle beträgt keine 5 Minuten, dahinter verbergen sich dann einige Gassen mit Geschäften und Verkäufern auf der Strasse. Weiter oben gelegen ist der Stadtkern mit einem schönen Platz, etwas weiter davor war ein kleiner schöner Flohmarkt mit vielen antiken Gegenständen aufgebaut.

Man hat sehr viel Polizei gesehen, wenig herumlaufende Tiere, dafür einen Obdachlosen der vor der Fleischhalle auf einer Bank geschlafen hat. Interessant war auch ein Einheimischer der mit einem Einkaufswagen herumgelaufen war und den Verkäufern Getränke angeboten hat.

Getränkelieferant: Montevideo in Uruguay

Getränkelieferant: Montevideo in Uruguay

Alles in allem ist Montevideo ein schönes kleines Städtchen das mit viel Souveniers und Bekleidungsgeschäften aufwartet. Die Preise für Souveniers sind ok, das Fleisch hingegen ist sehr teuer in der Halle – aber es soll sich lohnen dort auf jeden Fall etwas gegessen zu haben.

Ich habe mich nur in ein Café gesetzt und eine Cola getrunken und etwas die Leute beobachtet. Auch ohne Ausflug waren das ein paar nette Eindrücke von Montevideo. Von Passat Kreuzfahrten wurde unter anderem eine Stadtrundfahrt angeboten die sich ebenso sehr gelohnt haben soll, die Stimmen verschiedener Gäste waren gleichlautend positiv.

Seetage nach Südgeorgien: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Wir sind nun den dritten Tag auf See von Montevideo kommend in Richtung South Georgia im Rahmen der Antarktis-Kreuzfahrt mit MS Delphin. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß an Bord. Günter Schmid, der Herrscher des Restaurants hat mir da einen ganz tollen Tisch zusammengewürfelt – Die „jüngsten Alleinreisenden“ an Bord. Das Alter von 27 – 48 Jahren, jede menge Geschichten und Spaß noch oben drein.

Am Tisch sitze ich mit Scheich Jens, der 5 Jahre in Dubai lebte, Planet Stefan einem total crazy Men – einem Archäologen , Thomas aus Gelsenkirchen, eher der ruhige Typ – findet aber immer das Positive, beispielsweise, dass Schalke gut gekämpft hat bei der 5:0 Klatsche gegen die Bayern, das waren die Herren der Schöpfung. Dann gibt es noch Simone aus der Schweiz die so ein paar Sprachprobleme hat, vor allem das deutsche CHS bekommt sie mit ihrem CH einfach nicht unter einen Hut und last but not least Claudia aus Sachsen, eine Heilerziehungspflegerin die sich nun hoffentlich dem Planet Stefan annimmt und rettet was zu retten ist.

Wie man sieht eine Mischung die besser, schlimmer und lustiger nicht sein kann. Die Themen gehen nicht aus und wenn Planet Stefan mit einer Geschichte beginnt weiss man, das es etwas länger dauern wird – aber es ist immer lustig und fröhlich am Tisch.

Der Pool hatte etwas Seegang

Der Pool hatte etwas Seegang

Neben vielen tollen Vorträgen von den Lektoren haben wir auch schon Wale sichten können, die waren etwas weiter weg aber man konnte sie gut sehen. Mal sah man nur die Rückenflosse, mal den Blas – gesprungen ist leider noch keiner. Das scheint in der Realität auch gar nicht so zu sein das die ewig umherspringen. Jetzt demnächst kurz vor Georgien soll es dann mehr Wale geben, ich freue mich sehr drauf was uns da erwartet. Heute haben wir auch das erste Eis zu sehen bekommen – 17 Seemeilen entfernt, daher erspar ich euch das Foto dazu. Morgen kommt da sicher schon deutlich mehr.

Das Essen ist wie immer super, durch die Gespräche noch viel besser, die Zeit rennt unaufhaltsam wenn man sich an alle Vorträge und Speisepläne hält kommt man auch kurzzeitig mal in Stress. Zum Teil gibt es bis zu fünf Lektorenvorträge am Tag, das ist schon eher außergewöhnlich, selbst auf Expeditionsschiffen wäre das eher eine untypische Schlagrate.

Heute Früh gab es die Zodiac und IAATO-Einweisung, dort wurde erklärt wie das mit den Anlandungen funktioniert, mit der Reinigung vor den Landgangen, wie wo was abgesaugt werden muss und wie man sich zu verhalten hat an Land. Wer zu diesem Termin nicht erschienen ist oder keine Unterschrift geleistet hat, der wird dann die nächsten Tage an Bord verbringen und nicht an Land – denn die Einweisung war Pflicht für alle Passagiere und Crew-Mitglieder die an Land wollten.

Ich freue mich auf den morgigen Tag da findet unsere erste Anlandung in Süd-Georgien statt, wenn wir das überleben dann kommen viele tolle Bilder und ein paar Weisheiten die ich mir hoffentlich merken und korrekt wiedergeben kann hier in den Blog. Fortuna Bay fällt leider aus, da sind gerade ein paar Jungs und Mädels unterwegs um  Rentiere auszurotten. Hat den einfachen Grund das die vor gut 100 Jahren von Norwegern eingeschleppt wurden, letztlich dort aber nichts zu suchen haben und viel kaputt machen. Man ist aktuell dabei alles was nicht ursprünglich aus Süd-Georgien stammt auszumerzen, darunter Rentiere, Ratten und Pflanzen.

Stromness Bay: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute hatten wir unsere erste Anlandung in Süd-Georgien während unserer Antarktis-Kreuzfahrt mit MS Delphin, genauer gesagt in Stromness Bay. Das Ganze Prozedere hat sich stark verschoben durch zum Teil heftigen Wind, so sind wir etwas später als geplant angelandet da die Delphin einen geeigneten Ankerplatz suchen musste. Ich habe und hatte das Privileg mit dem Expeditionsteam zuerst an Land zu fahren, hat den Vorteil das ich schneller durch bin um Euch die Bilder zu zeigen und natürlich das Ganze dann auch zeitnah ins Internet zubringen. Direkt nach der Anlandung sieht man schon sehr viele Seebären an Land und auch im Wasser sowie Königspinguine beim Mausern. Mausern bedeutet simple gesagt – Federwechsel.

Das ist schon absolut beeindruckend was für eine (fast) unberührte Gegend man da sieht, ok die alte Walfangstation trübt das Bild zeigt aber auch nur das was wir Menschen dort angestellt haben. Die Walfangstation in Stromness darf nicht mehr besichtigt werden, man muss mindestens 200 Meter Abstand halten weil diese verseucht ist mit Asbest.

Von Pinguinen hat man sich mindestens 5 Meter und von Seebären mindestens 15 Meter fern zu halten. Ich habe kaum Pinguine, besser gesagt Königspinguine gesehen die sich wirklich bewegt haben, dafür sind die Robben / Seebären doch relativ aktiv. Da kommt auch mal eine von hinten angehüpft und will sich prügeln oder paaren was eher unlustig ist. Die Tiere können beissen und das kann bös nach hinten losgehen. Durch sehr viele Keime im Mund und zwischen den Zähnen ist eine sofortige Wunddesinfektion von Nöten oft folgt auch eine Amputation. Einige Robbenforscher haben daher auch nur ein Bein oder sind daran verstorben.

Hält man sich an die Abstände ist alles gut, es waren auch eher Jungtiere am rumhüpfen die alten Tiere haben ihr Harem beschützt und waren daher eher in schützender Entfernung und interessierten sich auch nicht groß für uns Touristen.

Ich habe mir Pinguine agiler vorgestellt, wackeliger – aber beim Mausern haben die einen so hohen Energieverbrauch das es zum rumtoben nicht reich, sie gehen in den 31 Tagen auch nicht ins Wasser und bleiben nahezu an ihrer Position stehen.

Pinguin-Kolonie beim Mausern in Stromness vor einer verlassenen Walfangstation

Pinguin-Kolonie beim Mausern in Stromness vor einer verlassenen Walfangstation

Man sieht aber auch Tierkadaver, einige haben es einfach nicht geschafft als Jungtier den Winter zu überstehen, die größeren Seebären sind im Kampf mit anderen Seebären ums Leben gekommen.

Was die Kälte betrifft, heute in der Früh war es sau kalt und die Klamotten wirklich notwendig, später an Land hätte ein Pulli eigentlich ausgereicht durch die Sonne die dann doch kam. Man kam also mit den dicken Jacken und der dicken Unterbekleidung durchaus auch ins Schwitzen. Zuvor als die Sonne noch weg war hatten wir rund 5 Grad, aber sehr kalten Wind. Später war es nicht wirklich wärmer aber der kalte Wind war nicht mehr so stark.

Stromness Bay beherbergt eine von mehreren alten Walfangstationen. Anfang des 19.Jahrhunderts hat man mit einer schwimmenden Walfangstation begonnen, bevor die noch heutige existierende Walfangstation 1912 errichtet wurde. Heute darf man die Station aufgrund von Asbestverseuchung nicht mehr betreten. Geschichtliche Bedeutsamkeit bekam die Station nachdem Sir Ernest Shackleton 1916 hier seine Expedition beendete mit einem offenen Boot. Die Walfangstation wurde bis 1931 betrieben.

Stromness ist der mittlere von drei Häfen an Süd-Georgiens Nordküste. Die alte Walfangstation wurde von 1931 bis 1961 als Maschinengeschäft einer Gießerei und Schiffsreparaturwerft. 1961 wurde Stromness Bay komplett von den Menschen im heutigen Zustand verlassen. Mittlerweile ist man dabei Schrott zu entfernen und die alte Manager-Villa zu restaurieren. Etwas außerhalb vom Stromness befindet sich ein kleiner Friedhof auf dem 14 Grabsteine zu sehen sind.

Jason Harbour: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute Nachmittag sind wir nach der Anlandung in Stromness Bay mit der MS Delphin weitergezogen in Richtung Jason Harbour. Unterwegs gab es riesige Eisberge zu bestaunen, man sagte mir aber das es da noch deutlich interessantere geben wird auf der Reise. Der Wellengang legte ordentlich zu und der Wind war kräftig und sehr kalt. In der Bucht vor Jason Harbour in Südgeorgien angekommen wurde der Wind ruhiger und die Anlandung konnte relativ schnell beginnen. Wie heute in der Früh bin ich mit dem zweiten Expeditionszodiac rausgefahren, die Besonderheit bei Jason Harbour – keiner des Expeditionsteams kannte die Insel.

Die Insel wurde von der Regierung in Süd-Georgien als Ersatz für Fortuna Bay ausnahmsweise vorgeschlagen. Im Regelfall sind hier nur sehr kleine Yachten in der Bucht zugelassen. Auf der Insel findet man auch wieder Seebären ohne Ende, Königspinguine – unter anderem eine Brutkolonie und auch See-Elefanten haben wir sehen können.

Pinguin Kolonie beim Mausern in Jason Harbour (South Georgia)

Pinguin Kolonie beim Mausern in Jason Harbour (South Georgia)

Eisberge in Südgeorgien

Direkt nach der Anlandung haben wir uns erstmal am Strand aufgehalten. Heidrun, die Pinguinexpertin neben Klemens Pütz hat sich auf die Suche nach der Kolonie der Königspinguine gemacht, während Klemens uns erklärte wie wir uns auf der Insel zuverhalten haben, wo wir lang laufen können und wo nicht. Etwas problematisch waren die Seebären die komplett überall herumgelegen sind. Wir müssten sodann über einen Pfad mit Wasserlöcher, Unebenheiten und wie gesagt einer Menge von Seebären. Zwischen diesen vielen Seebären lagen dann auch einige See-Elefanten herum, Presswürste nennt Klemens die auch liebevoll. Dicke hässliche Tiere, aber irgendwie doch interessant – das muss man einfach mal gesehen haben.

Die Seebären haben miteinander gespielt und herumgetollt, der eine oder andere Seebär versuchte sich dann auch mal uns zu näher mit ein paar Drohgebärden, die Expeditionsleiter hatten das aber alles im Griff, so dass letztlich jeder problemfrei und gesund durch die Herde gekommen ist. Ich habe extrem Respekt, vielleicht auch etwas Angst, aber bestimmt nicht zu unrecht, die Dinger sind einfach komisch. ;)

Zodiacfahrt mit der MS Delphin im Hintergrund

 

Grytviken: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Die Anlandung heute in Grytviken hat viele Nerven gekostet. Ab 7 Uhr in der Früh haben wir gewartet auf den Start der Anlandung, angefangen haben wir gegen 15 Uhr glaube ich. Das Problem waren starke Winde in der Bucht. Nach dem dann irgendwann nach einem hin und her der Harbour Master von Grytviken der in Personalunion so ziemlich alles ist was man sein kann doch per Boot zur MS Delphin kam, dachte ich das wir dann auch nicht mehr rausfahren. Der Kollege hat die Einklarierung gemacht die von Nöten ist wieder aus Süd-Georgien zu verschwinden. Die Zodiacs wurden dann aber doch zu Wasser gelassen nach dem der Wind abflachte und der Schnee kam.

In Grytviken angekommen erwartete uns nasskaltes Wetter mit viel Schnee, leicht agressive Seebären, Königspinguine und Seeelefanten. Der Expeditionsdoktor machte uns den Weg frei, ich hatte da wenig lust mich mit den Seebären anzulegen, mir macht mein Leben gerade echt Spaß und da kann ich auf einen Kampf verzichten mit den Viechern.

Die alte Walfangstation und die Überreste der Walfangschiffe sind schon sehr beeindruckend, ebenso wie der Friedhof auf dem auch Sir Ernest Shackleton beerdigt wurde. Vor dem Friedhof lagen mehrere Presswürste (Seeelefanten), einer sogar fast mitten auf dem Weg, der war aber relativ cool und ignorierte die gaffende Mannschaft. Anders die Seebären die doch hin und wieder mal schnellen Fusses hinter dem Ein oder Anderen hergelaufen ist.

Das heruntergekommen Walfangboot "Petrel" in Grytviken

Das heruntergekommen Walfangboot „Petrel“ in Grytviken

Grytviken ist der einzige bewohnte Ort und zugleich die Hauptstadt von Süd-Georgien. Die Landeswährung sind britische Pfund das es ein britisches Überseegebiet ist, ebenso wie die südlichen Sandwichinseln. In dem Ort leben nur vier Einwohner, der Mann der so ziemlich alles in Personalunion macht, zwei Frauen und ein weiterer Mann. Im Jahr 1904 wurde der Ort von Carl Anton Larsen gegründet und war über 50 Jahre lang eine industrielle Basis für den Walfang und die spätere Verarbeitung der Wale.

Noch heute sieht man die Überreste der Walfangstation, beziehungsweise hat man die Gebäude rund um die Maschinen entfernt so das die Maschinen frei liegen. Zudem sieht man noch die riesige Walöl-Tanks und einzelne Gebäude. Die Petrel, ein großes Walfangboot liegt auch noch am Strand herum. 1913 wurde eine Kirche errichtet die noch heute in gutem Zustand ist und in Gebrauch ist. Gerade eben hat eine Passagierin ihr Ja-Wort hier wiederholt – deshalb durften später keine Passagiere mehr in die Kirche. Auch hat ein Ehepaar aus dem Expeditionsteam vor zwei Jahren hier geheiratet.

Pinguine vor der Kirche in Grytviken

Pinguine vor der Kirche in Grytviken

Sir Ernest Shackleton beendete Expedition 1916 auf Grytviken die er in Elephant Island begonnen hatte. 1922 ist Shackleton auf einer anderen Expedition verstorben und wurde in Grytviken beerdigt. Der Friedhof ist daher immer ganz beliebt bei den Expeditionstouren in Grytviken.

Grab von Shackleton in Grytviken

Grab von Shackleton in Grytviken

Die Bilder sind jetzt nicht so gut geworden, zeigen aber alles was relevant und interessant ist in Grytviken. Die Poststelle war sehr beliebt, man hat viele Postkarten gekauft mit tollen Pinguin-Briefmarken. Im Museum sieht man einiges aus vergangenen Tagen, unter anderem auch das Boot (ein Replica) von Shackleton mit dem er in Grytviken ankam im Jahr 1916. Im Musem ist noch ein kleiner Souvenir-Shop in dem man T-Shirts, Jacken und einige andere Dinge erwerben kann.

Heute Abend ziehen wir auch direkt weiter, Steffen kündigte Wellenhöhen von vier Metern an, man sollte drauf achten das nichts zerbrechliches rumliegt in der Kabine. Ich bin gespannt ob es bei vier Metern bleibt oder ob wir doch ein wenig mehr Spaß bekommen. Zwei Schiffe müssen hier böse erwischt worden sein die Tage, eines kämpft wohl noch mit knapp 10 Meter hohen Wellen, da bin ich mit vier Meter hohen Wellen doch sehr zufrieden. Das zweite Schiff ist wohl wieder auf dem Weg nach Südgeorgien. Ich freue mich sehr auf die Antarktis und wenn man dazwischen mal vor dem Klo sitz, dann ist das auch ok.

Seetag ins ewige Eis: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Aktuell sind wir mit der MS Delphin auf dem Weg von Süd-Georgien in die Antarktis. Wir haben nun 1,5 Seetage, rund 1000 Kilometer bis Elephant Island was wir am morgigen Abend gegen 18:30 Uhr erreichen sollen wenn alles gut geht. Die MS Delphin stampft durch das Wasser, wir haben Windstärke 5, Seegang 5, die Wellenhöhe sollte heute Nacht bei 4 Meter gelesen sein, also eher kleinere Wellen. Der Kapitän hat den Kurs so geändert das wir die Wellen von vorne und nicht von der Seite abbekommen, so ist das alles relativ human. Ich hab am Bug ein paar Bilder aufgenommen und bin ordentlich nass geworden, ich hoffe die Kamera hat es überlebt – die Gischt war auch manchmal schneller über mich gehuscht als ich mich ducken konnte.

Bisher war die Antarktis-Kreuzfahrt mit der MS Delphin wunderbar, die Anlandungen haben alle stattgefunden, bis auf Fortuna Bay was gesperrt wurde wegen Rentier-Fängern, aber Jason Harbour als Alternative war auch super. Zwar ist die Zeitplanung immer mal verschoben und korrigiert worden – aber das ist nun auch nichts außergewöhnliches auf einer Expeditionsreise, da muss man halt etwas flexibel sein.

Etwas Seegang - die Delphin stampft durch die Wellen ins ewige Eis

Etwas Seegang – die Delphin stampft durch die Wellen ins ewige Eis

Die Stimmung an Bord kann besser nicht sein, auch durch den Seegang hab ich noch keine großen Verluste im Restaurant erkennen können, somit denke ich das alle ihren Spaß haben, die Reise genießen und wenn überhaupt nur wenige seekrank geworden sind. Ich kann das wirklich nur empfehlen, gerade die nächsten beiden Reisen die auch noch zu buchen sind, wird man nie wieder so günstig bekommen. Preis/Leistung ist da absolut top, wobei der Preis um Welten geringer ist als die Leistung. Man muss das hier erlebt haben, die Bilder können das Ganze gar nicht transportieren was man so sieht.

Elephant Island: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Am heutigen Abend haben wir Elephant Island passiert, die Elefanteninsel ist durch Sir Ernest Shackleton erst richtig bekannt als er 1916 mit seinem Rettungsboot „James Caird“ die Insel in Richtung Süd-Georgien verlassen hat. Elephant Island anzulanden scheint gar nicht so einfach zu sein, nur einer von dreißig Anlandeversuchen würde gelingen.

Die Insel ist rund 47 Kilometer lang und 27 Kilometer breit. Sie liegt am östlichen Rand der südlichen Shetlandinseln im südlichen Ozean. Elephant Island wurde 1821 von George Powell entdeckt und für die britische Regierung in Besitz genommen.

Wir sind nun also rund 1300 Kilometer von Süd-Georgien aus gefahren um die Elephant Islands zu passieren, ein ordentliches Stück was Shackleton damals in seinem kleinen Boot zurückgelegt hat. Wir haben viele tolle Eisberge gesehen, auch die eher seltenen blauen Eisberge. Die sind blau weil ihnen die Luft fehlt – das ist die kurze Version die lange bekomm ich nicht mehr zusammen, auch wenn die Lektoren sich hier überschlagen haben mit ihren Erklärungen.

Pinguine auf einer Eisscholle vor Elephant Island

Pinguine auf einer Eisscholle vor Elephant Island

Sehr interessant waren Pinguine die auf ihre eigene Art und Weise auf Kreuzfahrt gegangen sind, die saßen einsam und verlassen auf einer Eisscholle die durch das Meer getrieben wurde. Am Abend haben wir noch das deutsche Forschunugsschiff die „Polarstern“ gesehen, die fuhr erst an uns vorbei und durchquerte dann unsere Heckwelle. Das Schiff versorgt unter anderem die deutsche Forschungsstation „Neumayer III“ in der Antarktis und die „Koldewey Station“ in der Arktis. Die Polarstern ist 117 Meter lang, besitzt die höchste Eisklasse. Ebenso fungiert sie als Eisbrecher. Einige der Lektoren auf unserer Reise waren auch schon mit der Polarstern in der Antarktis unterwegs im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten.

Half Moon Island: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute Morgen sind wir vor Half Moon Island, der Halbmondinsel mit der MS Delphin angekommen. Die Insel liegt etwa 120 Kilometer von der antarktischen Halbinsel entfernt, ist aber atemberaubend. Wir haben viele Zügelpinguin-Kolonien gesehen, springende Pinguine, laufende Pinguine, schwimmende Pinguine und liegende Pinguine. Die Landschaft ist ein Traum, viel Schnee, viel Berge und Gletscher – das Wetter hat da natürlich gut mit reingespielt – die Sonne schien – alles perfekt.

Die Insel stellt einen Kraterrand von einem Vulkan da, beziehungweise eines einstigen Vulkans. Auf der nördliche und südliche Seite gibt es viele Steigungen, der mittlere Bereich ist eher flach. Dort findet sich auch eine Forschungsstation, die Cámara-Station die von Argentinien betrieben wird. Auf der Insel leben auch ganz viele Seevögel, beispielsweise die Dominikanermöwen und die Küstenseeschwalbe.

Das Wetter war wie gesagt einmalig und vor allem echt warm in den dicken Klamotten, wenn da die Sonne raus kommt und der Wind relativ schwach bis gar nicht weht entsteht da eine ordentliche Hitze in den Klamotten.

Zügelpinguine auf Half Moon Island vor der MS Delphin

Zügelpinguine auf Half Moon Island vor der MS Delphin

Die Videos zeigen ein paar Zügelpinguine untem am Strand, direkt an der Landestelle, sowie eine Kolonie auf einem Fels wo auch Jungtiere die vor kurzem geschlüpft sind zu sehen sind. Ebenso gibt es eine Zodiacfahrt zurück von Half Moon Island zu der MS Delphin zusehen. (Die Videos kommen nach und nach – dauert hier ein wenig beim uploaden)

Videos von Half Moon Island und Zügelpinguinen

 

 

 

 

 

Heute Mittag fahren wir nach Deception Island – dort kann man auch schwimmen. ;)

Im übrigen hat unser Expeditionsdoc heute Geburtstag! Gerhard, noch mal alles Gute und ich hoffe Du hattest Spaß beim Lesen und Bilder ansehen! ;)

Deception Island: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute Nachmittag haben wir Deception Island angesteuert mit der MS Delphin. Deception Island ist eine subantarktische Inselgruppe und eine der südlichen Shetlandinseln. Die Insel beherbergt einen Vulkan, dessen letzer Ausbruch 1970 war, das sieht man auch heute noch sehr deutlich. Auf der Insel kann man sogar schwimmen, das Wasser kann bis zu 70 Grad heiss werden, ich hab mal den Finger in den Strand gesteckt – das war feuerheiss. Ein paar Pinguine hatten sich auch zu uns verlaufen, die eigentliche Kolonie war ein gutes Stück entfernt von uns und liegt in einem Schutzgebiet das man demnach nicht betreten darf. Einige Möwen hat man herumfliegen sehen und Enten im Wasser. Genial fand ich im Flugzeughangar die Coladose und die Folie – sehr unberührte Natur, ne?!

Ich bin auf so einen großen Berg gewandert, das sah von unten gar nicht so hart aus. Das ging ganz schön in die Beine und die letzten Schritte bin ich auf dem Zahnfleisch gegangen, da haben mich fast noch Rentner überholt – ich muss mehr Sport machen. ;) Der Ausblick war aber sensationell, also wer da mal vorbeikommen sollte, straight on den Buckel hoch!

Deception Island wurden 1920 durch Edward Bransfield und William Smith das erste Mal gesichtet, aufgrund der schlechten Wetterbedingungen war aber eine Anlandung nicht möglich. Das erste Schiff Das die Insel erreicht hat soll der Robbenfänger „Hero“ die von Nathaniel Palmer gesteuert wurde, gewesen sein.

Deception Island

Deception Island

Auf der Insel hatten sich Robbenschläger, Walfänger und Forscher niedergelassen, auch hatten die Briten einen Hangar erstellt der mit einer einmotorigen Maschine bestückt war, deren Schrott im Jahr 2004 zurück nach England transportiert wurde. Die ganzen Einrichtungen und Gegenstände wurde so ziemlich komplett zerstört beziehungsweise bis zur Unbrauchbarkeit demoliert durch den Vulkanausbruch am 23. Februar 1967. Die noch heute sichtbaren Überreste der Walfangstation wurden zum Historic Site No.71 gemäß dem Antarktisvertrag von 1995 erklärt.

Videos von Deception Island

 

 

Auch gab es einen Friedhof mit knapp 50 Gräbern, der ist allerdings verschüttet worden durch einen Vulkanausbruch, heute sieht man nur noch 2 Kreuze die daran erinnern das dort mal ein Friedhof war.

Noch heute gibt es zwei Forschungsstationen auf Deception Island, die „Base Decepción“ wird von Argentinien betreut, aber nur in den Sommermonaten seit dem Vulkanausbruch in 1967. Anfang der 90er Jahre hatte Spanien die Forschungstation „Gabriel de Castilla“ eröffent, diese wird mit 14 Mann Besatzung ebenso nur im antarktischen Sommer betrieben.

Es soll auf der Insel zwischen 50.000 und 100.000 Zügelpinguin-Brutpaare geben.

Lemaire Kanal: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Die MS Delphin hat heute Morgen den Lemaire Kanal durchfahren – ein Traum. Das Wetter war spitzenmäßig und die Kulisse wie gemalt. Der Kanal ist etwa sechs Kilomter lang und an der schmalsten Stelle rund 720 Meter breit. Man sieht überall Berge, Gletscher und Eis, das auch im Wasser. Die Brücke war höchst konzentriert, denn oftmals ist eine Durchfahrt nicht möglich weil Eis den Kanal verstopft beziehungsweise dann nur noch Eisbrecher den Kanal passieren können.

Die Durchfahrt war eigentlich unbeschreibbar, das muss man erlebt haben, wir haben das Glück das wir heute Nachmittag auch wieder durch den Kanal zurückfahren. Unterwegs haben wir die Expeditionsyacht „Suri“, die gibt´s für 150.000 US-Dollar zu mieten pro Woche und die L´Austral von Compagnie Du Ponant gesehen. Die MS Fram auch, die hat unseren Liegeplatz vor Petermann Island wohl unberechtigterweise belegt, ist aber auch recht schnell verschwunden.

MS Delphin bei der Einfahrt in den Lemaire Kanal

MS Delphin bei der Einfahrt in den Lemaire Kanal

Video vom Lemaire Kanal

Der Lemaire Kanal ist eine Meerenge zwischen der antarktischen Halbinsel in der Antarktis, etwa acht Kilometer entfernt von der Booth-Insel. Eduard Dallmann hat die Meerenge im Jahr 1873 entdeckt. Der Name des Kanals allerdings erst während der Belgica-Expedition im Jahr 1898 vergeben von Adrien Gerlache nach dem Afrikaforscher Charles Francois Lemaire. Die Berge rund um den Kanal sind bis zu 1000 Meter hoch. Die Passage führt wie erwähnt zu Petermann Island. Wenn der Kanal nicht passierbar ist, müssen die Schiffe um die Booth-Inseln herumfahren um Petermann Island zu erreichen.

Petermann Island: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Heute Früh haben wir mit der MS Delphin nach der Lemaire Kanal Passage eine der wohl schönsten Inseln in der Antarktis besucht – die Petermann Insel (Petermann Island). Neben Kolonien von Eselpinguinen und Adeliepinguine haben wir auch Kormorane gesehen. Allesamt hatten sie auch Jungtiere bei sich. Die Insel bietet eine traumhafte Kulisse, die Anladung erfolgt in einer Bucht mit glasklarem Wasser und einigen Untiefen, da muss man extrem aufpassen sonst fliegt auch mal ne Schraube davon. Ich hab nix gehört von defekten Zodiacs, scheint demnach alles super gelaufen zu sein.

Die Petermann Island ist eine Insel in der Antakrtis die nördlich der argentinischen Inseln und vor der Küste der antarktischen Halbinsel liegt. 1873 hat der deutsche Walfänger Eduard Dallmann die Insel entdeckt und nach August Petermann benannt, einem deutschen Geographen. Auf der Insel gibt es nur wenig Eis, dafür aber viel Schnee. Auf der ein Kilometer langen Insel liegt der höchste Punkt etwa 150 Meter.

MS Delphin auf Reede vor Petermann Island

MS Delphin auf Reede vor Petermann Island

Videos von Petermann Island

 

 

 

Auf der Insel befindet sich eine Hütte die von Argentiniern in den fünfziger Jahren erbaut wurde, heute wird sie von Ukrainern genutzt und gepflegt. Im Winter 1982 sind drei britische Forscher auf der Insel ums Leben gekommen, ein Kreuz erinnert an dieses Unglück.

Paradise Bay: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Am Abend sind wir mit der MS Delphin in Paradise Bay angekommen, die Bucht trägt ihren Namen definitiv zurecht. Es war traumhaft schön, die Gletscher spiegelten sich im Wasser und waren beeindruckend groß. Als wir mit den Zodiacs herumgefahren sind muss auch irgendwo ein Stück abgebrochen sein, es tat einen riesigen Knall, aber dieses Mal kam keine Welle. Heute Mittag hatte sich nachdem ein Stück vom Gletscher sich löste der Wasserspiegel um gut 2 Meter verändert an der Anlegestelle. Paradise Bay ist zugleich antarktisches Festland, also keine Insel. Man könnte wenn man wollte von hier rund 3000 Kilometer weit laufen, dann wäre man am Südpol.

In der Bucht gibt es Blauaugen-Kormorane, Wale und Robben. 2-3 Wale haben sich auch gezeigt, waren aber relativ weit weg, einen hab ich erwischt mit seinem Blas. Den Kontinent konnten wir leider nicht betreten, das Gletschereis versperrte die Zufahrt zum Land, die Schrauben der Zodiac-Motoren wurden es wohl nicht lange mitmachen wenn da das harte Eis dran kommt, schade. Es schaffte nur ein Zodiac an Land zu kommen, die paar wenigen Passagiere können sich glücklich schätzen, wenn es denn wichtig war für Sie auch den antarktischen Kontinent zu betreten. Viele Antarktis-Reisende legen da großen Wert drauf auch einmal den Fuss auf den Kontinent Antarctica gesetzt zu haben.

Ein Wal in der Paradise Bay

Ein Wal in der Paradise Bay

Wir sind dann ein wenig in der Bucht herumgekurvt und relativ nahe an die Gletscher gefahren, das war schon beeindruckend schön. Wenn die Motoren ausgemacht wurden war eine unheimliche Stille in der Bucht, herrlich. Der Ausblick einmalig und ebenso irgendwie unwahr, man kann das gar nicht so recht glauben was man hier sieht.

Video von Paradise Bay in der Antarktis

 

Paradie Bay ist neben Neko Harbour die einzige Anlandestelle für Kreuzfahrtschiffe auf dem antarktischen Festland.

Paradise Bay ist ebenso absolut empfehlenswert wie die Petermann Island, ich glaube ich muss hier nächstes Jahr noch einmal her, wer das nicht gesehen hat, hat wirklich was verpasst in seinem Leben.

Port Lockroy: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Port Lockroy – Postamt und Museum, umzingelt von Pinguinen – Den Naturhafen „Port Lockroy“ haben wir heute in der Früh angesteuert. Die Bucht Port Lockroy liegt im britischen Antarktisterritorium und gehört zu der Wiencke Insel. Die Goudier Insel befindet sich im Palmer Archipel, westlich der antarktischen Halbinsel gelegen. Neben brütenden Pinguinen findet man hier ein Museum und ein Postamt, davor, dahinter und daneben sitzen überall Pinguine. Im Museum gibt es auch einen Shop, dort findet man Plüschtieren, Jacken, Pullis, T-Shirts, Bücher und den ganzen Nippes den es überall gibt.

Das Museum ist eine alte Station die u.a. als Walfangstation und später für die Operation Tabarin vom Militär im zweiten Weltkrieg genutzt wurde , das Schlafzimmer, die Küche, die Werkstatt und vieles mehr ist im urpsrungszustand, sehr interessant anzusehen. 1996 hat man Port Lockroy renoviert und seither dient es als Museum mit Postamt das vom Unites Kingdom Antarctic Heritage Trust betrieben wird. Die Einnahmen aus dem Souvenir-Laden dienen dem Erhalt der britischen Stationen in der Antarktis. Im Antarktisvertrag wurde Port Lockroy als Historic Site no. 61 ausgezeichnet.

Pinguine in Port Lockroy

Pinguine in Port Lockroy

Der Hafen „Port Lockroy“ wurde von einem französichen Expeditionsteam 1904 entdeckt. Ab 1911 wurde er als Walfangstation von Norwegern die von Deception Island umsiedelten und vom Militär genutzt. Bis 1962 wurde ebenso eine britische Forschungstation (Station A) betrieben die 1944 errichtet wurde.

Heute haben sich dort Eselpinguin-Kolonien niedergelassen und brüten fleissig und das wirklich überall, vor dem Haus, hinter dem Haus, unter dem Haus, unter der Treppe – herrlich. ;)

Vor Port Lockroy lagen auch wieder die Expeditionsyacht „Suri“ die man auch mieten kann, kostet auch nur 150.000 US-Dollar in der Woche und zwei kleine Segelschiffe auf Reede.

Jougla Point: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Jougla Point in der Port Lockroy Bucht im Palmer Archipel: Pinguine und Seevögel – Der Jougla Point ist eine felsige Landspitze der Wiencke-Insel in der Bucht von Port Lockroy. Die Anlandung erfolgt meist mit der Anlandung an der Station A (Museum und Postamt) auf der Goudier Insel. Die Landestellen liegen sehr nah beieinander. In Jougla Point gibt es eine große Eselpinugin-Kolonie mit vielen Jungtieren aktuell, ebenso findet man dort Königskormorane, auch sie haben Jungtiere bei sich.

Auf Jougla Point findet man auch Skelette von Walen, riesige Knochen die da rumliegen, kaum vorstellbar das es sich dabei mal um einen Wal gehandelt hat.

Die Pinguine sind da sehr locker drauf und wandern hin und her, zwei haben sich auch zu unseren Zodiacs verlaufen und haben sich das mal im Detail angesehen was wir das so treiben. Danach haben die Jungs die Anlandestelle aus sicherer Entfernung beobachtet.

Bei den Eselspinguinen konnte man zum Teil sehr kleine Jungtiere sehen, die waren noch nicht älter als eine Woche, also noch recht jung und demnach deutlich jünger als die Pinguine die wir auf den anderen Inseln gesehen haben. Ganz nett waren auch die Männchen die den Weibchen Steine geholt haben um ihnen zu imponieren, die Weibsen waren aber eher nicht so beeindruckt, jedenfalls nicht von den beiden Herren die ich beobachten konnte.

Pinguin mit Baby-Pinguin

Pinguin mit Baby-Pinguin

Jougla Point und die Bucht Port Lockroy waren unsere letzten Anlandestellen. Von hier aus geht es nun durch den Neumeyer-Kanal in Richtung Ushuaia natürlich via Drake Passage. Der Wetter-Forecast lässt gute Stimmung aufkommen, es ist kein Sturm in Sicht und die See soll relativ ruhig sein.

Neumayer Kanal: Reisebericht Antarktis mit MS Delphin

Nachdem wir mit der MS Delphin aus Port Lockroy Bucht losgefahren sind, waren wir schon eigentlich direkt im Neumayer Kanal der die Anvers-Insel von der Wiencke-Insel trennt. Der Kanal ist spektakulär mit seinen Gletschern, die Risse und Abbruchkanten sind phänomenal. Eine tolle Kulisse die man hier genießt bei der Durchfahrt.

Die S-förmige Durchfahrt ist sehr spannend und irgendwie schwierig zu durchblicken, oft denkt man das es nicht weiter geht und dann ist da doch eine Kurve, toll.

Der Neumayer Kanal ist gut 26 Kilometer lang und hat etwa eine Breite von 2,4 Kilometer, da ist also genug Platz. Der Kanal wurde von dem deutschen Eduard Deilmann entdeckt und nach dem deutschen Georg von Neumayer benannt. Nach ihm wurde auch die Neumayer Station in der Antarktis benannt.

Neumayer Kanal

Neumayer Kanal

Die Passage des Neumayer-Kanals war so ziemlich das letzte Highlight auf unserer Antarktis-Reise mit MS Delphin, heute Nacht beziehungsweise morgen geht es durch die Drake-Passage die doch relativ ruhig zu sein scheint in Richtung Ushuaia wo wir am Sonntagnachmittag ankommen sollen. Nach einem Overnight in Argentinien fliegen wir dann am Montag zurück in die kalte oder doch eher warme Heimat. ;)

 
 
 
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