Reisebericht VASCO DA GAMA von nicko cruises – 6 Tage kulinarische Höhepunkte des westlichen Mittelmeers – 22. – 27.10.2021

Reisebericht VASCO DA GAMA von nicko cruises – 6 Tage kulinarische Höhepunkte des westlichen Mittelmeers – 22. – 27.10.2021

Reisebericht VDG - Titelbild

[Christopher / Schiffe und Kreuzfahrten reiste auf Einladung von nicko cruises]

VASCO DA GAMA Reisebericht „6 Tage Palma de Mallorca-Ajaccio-Calvi-Marseille“ / „Kulinarische Höhepunkte des westlichen Mittelmeers“ vom 22.10.2021 – 27.10.2021  | Route: Palma de Mallorca – Nizza (Villefranche-sur-mer) – Ajaccio – Calvi – Marseille

Autor: Christopher Leipert

Im Rahmen einer sechstägigen Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer hatte ich die Gelegenheit den 2021er Hochseeflotten-Neuzugang von nicko cruises – VASCO DA GAMA – kennenzulernen. Zum Zeitpunkt der Reise befanden sich 490 Passagiere an Bord.

Diese Reise wurde auch als Reise entlang von kulinarischen Highlights vermarktet, sowie mit der Ankündigung, dass sich auch der bekannte Sterne- und Fernsehkoch Björn Freitag an Bord befindet.

Bei VASCO DA GAMA handelt es sich um ein gebrauchtes, mehrfach renoviertes Schiff, das im Jahr 1993 als MS Statendam für die Holland America Line an den Start ging. Im Jahr 2015 wurde das Schiff an P&O Australia übergeben und dort als Pacific Eden eingesetzt. Weitere drei Jahre später wurde das Schiff an die ehemalige britische Reederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) verkauft und im Jahr 2019 übergeben. Das nun in VASCO DA GAMA umbenannte Schiff wurde auf dem deutschen Markt für die ehemalige Marke TransOcean Kreuzfahrten eingesetzt. Durch die Corona-Pandemie mussten CMV und TansOcean Insolvenz anmelden und VASCO DA GAMA wurde versteigert. Erworben wurde sie von der portugiesischen Reederei Mystic Ocean, die das Schiff seit Juli 2021 unter der Marke nicko cruises auf dem deutschen Markt betreibt.

Das Schiff ist 219 Meter lang, 31 Meter breit und weist einen Tiefgang von 7,8 Metern auf. In 630 Kabinen haben etwas mehr als 1000 Passagiere (kommunizierte Belegungsanzahl von nicko cruises) Platz. Bei Vollauslastung sorgen rund 550 Crewmitglieder für das Wohl der Reisenden.

Corona-Schutzmaßnahmen zum Zeitpunkt der Reise:

  • Die Gäste müssen geimpft, getestet oder genesen sein (3G) – auch alle geimpften und genesenen Passagiere wurden während des Check-Ins kostenfrei mittels Antigentest getestet
  • Masken (Mund-Nasen-Bedeckung) mussten in den Innenräumen des Schiffes getragen werden, sofern man in Bewegung ist. In den Außenbereichen besteht keine Maskenpflicht, sofern der Mindestabstand zu anderen Personen eingehalten werden kann
  • Speisen, die in Buffetform angeboten werden, wurden vom Personal aufgelegt
  • An Bord befinden sich zahlreiche Desinfektionsspender
  • In Spanien und Frankreich galt eine Maskenpflicht in Innenräumen
  • Im Anschluss an diese Reise (ab 22.10.2021) hat nicko cruises die 2G-Regel eingeführt

Bilder der öffentlichen Bereiche von VASCO DA GAMA

Inhaltsverzeichnis

Freitag, 22. Oktober 2021: Anreise & Palma de Mallorca

Der erste Reistag begann mit einer individuellen Anreise nach Palma de Mallorca. Ich hatte mich dazu entschieden weder die An- noch die Abreise über nicko cruises zu buchen, sondern mich selbst um alles zu kümmern.
Mein Lufthansa-Flug um 10:00 Uhr von Frankfurt am Main nach Palma verlief reibungslos, wenn auch mit einer kleinen Verspätung, die jedoch nicht ins Gewicht fiel. Am Flughafen von Palma gegen 12:30 Uhr angekommen, wurde zur Einreise auch der benötigte QR-Code, den man nach Ausfüllen der Einreiseerklärung erhält, kontrolliert und eingescannt. Die Gepäckausgabe hat sich etwas gezogen, doch da die Zeit für die Einschiffung zwischen 15 und 17 Uhr angesetzt war, stellte dies kein Problem dar.

Ich entschied mich dafür mit dem öffentlichen Bus der Linie A1 vom Flughafen in die Stadt zu fahren. Die Bushaltestelle ist gut ausgeschildert und folglich einfach zu finden. Der Bus fährt je nach Uhrzeit in kürzeren oder längeren Abständen, fährt viele wichtige Stationen in der Innenstadt an und endet an der Haltestelle „Passeig Mallorca – Jaume III“ – die einfache Fahrt kostet 5€; Tickets gibt es beim Fahrer. An der Endstation der Linie A1 kann man dann in die Linie 1 Richtung Hafen Porto Pi umsteigen. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass der Bus in der Regel nur alle 60 Minuten fährt, also muss man sich schon vorher mit dem Fahrplan beschäftigen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Da ich noch etwas zu früh für den Check-In dran war, machte ich noch einen kleinen Spaziergang in der Nähe der Endstation der Linie A1 und fuhr dann mit der Linie 1 (2€ für die Einzelfahrt) bis zur Haltestelle „Club de Mar“, um das Kreuzfahrtterminal „EM3“ zu erreichen. Dort kam ich dann auch um kurz nach 15 Uhr, also passend zur Check-In-Zeit an.

Entgegen meiner Erwartung war ich einer der letzten Passagiere, die an diesem Tag eincheckten, obwohl die Einschiffungszeit gerade erst begonnen hatte. Dies lag daran, dass alle Passagiere, die die Anreise über nicko cruises gebucht hatten, bereits eingecheckt hatten und an Bord waren. Der Check-In lief äußerst zügig ab. Es wurde der Personalausweis und das Impfzertifikat erfasst, sowie meine Kreditkarte für die Bordrechnung eingescannt. Wenige Minuten nach Betreten des Terminals hielt ich also schon meine Bordkarte in der Hand. Nach einer obligatorischen Sicherheitskontrolle konnte ich bereits an Bord gehen. Zu Beginn der Kreuzfahrt wird ein kostenfreier Antigenschnelltest durchgeführt. Da der Check-In-Prozess aufgrund der nur noch geringen Menge an noch einzuschiffenden Gäste gerade auf das Schiff selbst verlagert wurde, musste ich den Antigentest im Bordhospital durchführen lassen, während dieser bei den anderen Passagieren im Terminal selbst durchgeführt wurde. Der Test fiel entsprechend negativ aus und somit stand dem Beginn der Kreuzfahrt nichts mehr im Wege.

Meine Außenkabine mit Balkon (so bezeichnet nicko cruises die Balkonkabinen an Bord) lag auf Deck 9. Dort angekommen habe ich zunächst einen Videorundgang gedreht, der auf demYouTube-Kanal von Schiffe und Kreuzfahrten bereits online ist – Link: https://youtu.be/VLN7me7Fcrs

Meine Kabine hatte eine sehr angenehme Größe, ebenfalls der Balkon. Natürlich muss man betrachten, dass es sich nicht um einen Schiffsneubau, sondern um ein Schiff aus dem Jahr 1993 handelt, das jedoch mehrfach modernisiert wurde. In meiner Kabine war das Bad in einem recht modernen, der Rest der Kabine in einem guten Zustand. Alles weitere könnt ihr dem Video entnehmen.

Gegen 17:45 Uhr stand dann die obligatorische Seenotrettungsübung an, die in Präsenz im Auditorium durchgeführt wurde. Hierfür war es nicht notwendig die Schwimmwesten aus der Kabine mit zu nehmen. Mittels eines Films und weiteren Erklärungen durch den Kreuzfahrtdirektor wurden wir mit den Sicherheitsmaßnahmen an Bord vertraut gemacht. Zum Abschluss der kurzen Veranstaltung wurde auf freiwilliger Basis noch ein Gang zu den Rettungsbooten angeboten. 

Im Anschluss erkundete ich das Schiff ein wenig, ganz ohne Plan – ich habe mich einfach instinktiv leiten lassen. Das mache ich in der Regel immer zu Beginn, wenn ich zuvor auf diesem Schiff noch nicht war. Ich stellte somit relativ schnell fest, dass dieses kleinere Kreuzfahrtschiff mehr öffentliche Bereiche im Innern und auch draußen zu bieten hat, als man vermuten mag und dass diese viel moderner sind, als man bei dem Alter des Schiffes vermuten mag.

Da ich bereits schon einige Male in Palma war, entschied ich mich dazu den weiteren Abend an Bord von VASCO DA GAMA zu verbringen und nicht mehr an Land zu gehen.

Zum Abendessen entschied ich mich an diesem Abend für das Buffetrestaurant „Club Bistro“. Das modern gestaltete Restaurant befindet sich auf Deck 11 und verfügt auch über einen kleinen Außenbereich. Die an verschiedenen Stationen angebotenen Speisen werden durch das Personal aufgelegt – man sagt also was und in welcher Menge man etwas haben möchte. Dies ist wahlweise in Deutsch oder Englisch möglich – die Deutschkenntnisse des Personals empfand ich durchweg als gut. Tagtäglich gibt es auch die Möglichkeit sich ein asiatisches Gericht selbst an der Wok-Station zubereiten zu lassen. Von diesem Angebot machte ich auch Gebrauch. 

Im Restaurant an sich herrscht freie Platzwahl – an den freien Tischen findet man jeweils Besteck in einer Papierverpackung samt Serviette vor. Es gibt eine Getränkestation für Kaffee und Wasser, die weiteren Getränke werden von dem Servicepersonal nach Bestellung direkt am Platz serviert.

Für 20:30 Uhr wurde eine Zaubershow im Hollywood’s, dem Theater an Bord, am Bug der Decks 7 und 8 angekündigt. Diese Show wollte ich mir nicht entgehen lassen und somit suchte ich pünktlich das Theater auf. Positiv angetan war ich auch von der Tatsache, dass es an allen Sitzplätzen Tische und auch einen Barservice am Platz gibt, somit kann man die Shows auch mit einem netten Getränk genießen. Dies ist kein Standard auf Kreuzfahrtschiffen, sondern schon etwas Besonderes.

Die Zaubershow an sich war sehr kurzweilig und gut gemacht. Zum Abschluss der Show gab es von dem Zauberer auch eine Erklärung eines Zaubertricks. Das finde ich ja persönlich immer ganz spannend, wenn man erklärt bekommt, wie so ein Trick funktioniert. In diesem Fall wurde gezeigt, wie man ein rotes Tuch durch die Handfläche verschwinden lässt.

Nach Abschluss der Show habe ich noch eine Runde über die Außendecks des Schiffes gedreht. Eine Besonderheit dieses klassischen Kreuzfahrtschiffes ist auch auch das durchgehende Promenadendeck auf Deck 6, das einen schönen unverbauten Blick auf die Heckwelle ermöglicht. Im vorderen Bereich ist leider kein Gang auf die Außenfläche direkt am Bug möglich – diese ist derzeit der Crew vorbehalten.

Zum Abschluss des Tages zog es mich noch in „The Dome“ – eine Bar und Disco an Bord ganz vorne auf Deck 12. Später sollte es sich herausstellen, dass sich diese Bar zu meiner Lieblingsbar entwickeln sollte. Es handelt sich um einen sehr großen Raum mit vielen Sitzplätzen, einer Tanzfläche, einer Bar und einer durchgehenden Fensterfront nach vorne und zu den beiden Seiten, sowie auch in Richtung des rückwärtig gelegenen Außendecks – man hat also fast einen 360 Grad Blick an einer bevorzugten Position des Schiffes. Musikalisch wurde ein Mix querbeet durch die verschiedenen Genres gespielt. Zum Zeitpunkt der Reise war es auch erlaubt zu tanzen.

Nachdem ich ein paar leckere Drinks zu mir genommen hatte, war es Zeit diesen Tag zu beschließen. VASCO DA GAMA verlieb in dieser Nacht im Hafen von Palma und sollte diesen erst am nächsten Tag um 12:00 Uhr verlassen. 

Samstag, 23. Oktober 2021: Palma de Mallorca & Halber Seetag

Bereits um 8 Uhr stand an diesem geteilten Hafen- bzw. Seetag ein Landausflug auf der Agenda – diesen geführten Landausflug hatte ich über nicko cruises gebucht. Der Ausflug namens „Valldemossa und Son Marroig“ dauert ca. 3 Stunden und kostete zum Zeitpunkt der Reise 59€ p.P..

Vom Hafen in Palma aus ging es zunächst in den ca. 25 Kilometer entfernten Ort Valldemossa, einem beliebten Ausflugsziel auf Mallorca. Der Aufenthalt in diesem Ort bestand aus einem kleinen geführten Rundgang entlang des Kartäuserklosters und des dort angelegten Gartens, sowie einer etwa 25 minütigen Freizeit vor Ort. Diese Zeit nutze ich für einen kleinen Spaziergang durch den kleinen Ort in der Morgenstimmung.  

Von dort aus ging es dann per Bus weiter nach Son Marroig. Dort befindet sich ein ehemaliges Herrenhaus des Erzherzogs Ludwig Salvator mit Panoramablick auf das Meer. Die Besichtigung dieses Hauses mit Erklärungen des Reiseleiters war ebenfalls Bestandteil des Ausflugs. Besonders spektakulär ist auf jeden Fall die Aussicht auf das Meer und die Felsformationen. Gegen 10:15 Uhr verließen wir dann Son Marroig wieder und steuerten den Hafen von Palma an, wo wir gegen 11:10 Uhr eintrafen. Der Ausflug hat mir gut gefallen, da ich so ein paar schöne Stellen von Mallorca sehen konnte, die ich noch nicht kannte. 

Für 12 Uhr war an diesem Tag das Auslaufen aus dem Hafen von Palma angekündigt, doch aufgrund von konträrem Verkehr im Hafen verzögerte sich das Ablegen um ca. 40 Minuten. Bei strahlendem Sonnenschein und ca. 20 Grad Celsius setzte sich dann VASCO DA GAMA mit leichter Verspätung in Bewegung und steuerte aus dem Hafen von Palma. Das Manöver verfolgte ich von einem besonderen Platz, der mehr oder weniger ein kleiner Geheimtipp ist. Vor dem Fitnessstudio auf Deck 11 gibt es einen kleinen umlaufenden Außenbereich direkt am Bug des Schiffes, der einen uneingeschränkten Blick nach vorne ermöglicht. Einen weiteren Außenbereich direkt am Bug gibt es nämlich nicht. 

Während eines kurzen Besuchs auf meiner Kabine hatte ich ein Erlebnis der anderen Art, denn beim Öffnen des Kleiderschranks hatte sich eine Tür fast komplett gelöst und kam mir entgegen. Nach dem kurzen Schock und der temporären Fixierung der losgelösten Tür, ging ich zur Rezeption und schilderte den Mangel. Da ich auch ein Foto gemacht hatte, konnte ich dieses an der Rezeption zur Unterstreichung meines Anliegens vorzeigen. Die erste Reaktion der Mitarbeiterin war etwas irritierend, da sie anfing zu lachen, doch nach kurzer Zeit kehrte sie zu einer professionellen Problemlösung zurück, entschuldigte sich und kontaktierte die Schiffsschreiner, die sich dem Problem annehmen sollten. Das Lachen der Mitarbeiterin fasste ich so auf, dass es wohl nicht das erste Mal war, dass so etwas passiert – das Schiff ist nun eben auch fast 30 Jahre alt.

Den weiteren frühen Nachmittag verbrachte ich dann mit mehren Spaziergängen entlang der Außendecks, um so auch das gute Wetter und die Seefahrt an sich zu genießen. Besonders das auf Deck 6 gelegene durchgehende Panoramadeck lädt dazu ein sich die Beine zu vertreten und das Meeresrauschen zu genießen. 

Vom Kreuzfahrtdirektor war bereits angekündigt worden, dass wir Windstärke 8 bis 10 erwarten und somit VASCO DA GAMA etwas in Bewegung sein wird und so war es auch. Jedoch hielt es sich mit den Schiffsbewegungen in Grenzen. Punktuell gab es mal ein paar stärkere Bewegungen, die beispielsweise dafür führten, dass der Pool auf dem Lido-Deck überschwappte, doch insgesamt waren es lediglich kleinere Schiffsbewegungen, die zu einer Seefahrt mit dazu gehören. Im kulinarischen Sinne habe ich den Nachmittag auch für erste Speisen vom Alfresco Grill und der Eisbar des Cappuccino’s genutzt. Beides ist im Reisepreis inklusive. Der Burger und die Pommes vom Alfresco Grill wurden frisch zubereitet und waren von einer soliden Qualität. Die vielfältigen Eissorten stammen von dem mittlerweile bekannten Hersteller Bruno Gelato. 

Um 17:45 wurde zu einem Kapitäns-Willkommensempfang im The Dome auf Deck 12 eingeladen – diese Veranstaltung stand auch auf meiner Agenda. Vorgestellt wurden der Kapitän Charilaos Petridis, der Hotel Direktor Orazio Caci und der Kreuzfahrtdirektor Konstantin Patschke. Mit einem Glas Sekt wurde auf die Reise angestoßen. Es handelte sich somit um eine kleine feine Veranstaltung, die jedoch gut besucht war, denn wenn der Kapitän eines Schiffs angekündigt wird, ist das für die meisten Passagiere immer etwas Besonderes. 

Zurück in der Kabine habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass die losgelöste Schranktür wieder befestigt worden war und auch die weiteren weiteren Scharniere der Schranktüren nachgezogen worden waren. Im weiteren Verlauf des Abends erhielt ich auch einen Brief auf die Kabine, in dem ich gebeten wurde eine Rückmeldung zu geben, ob das Problem beseitigt worden oder ob noch etwas zu tun sei – in diesem Falle wurde der Mangel entsprechend beseitigt.

Bevor es darum ging den Abend an Bord in vollen Zügen zu genießen, wollte ich erst noch ein paar Kalorien abtrainieren und suchte somit das umfangreich ausgestattete Fitnessstudio auf Deck 11 auf. Für die Größe des Schiffs ist dies wirklich ein großer Bereich mit vielfältigen Geräten und einer Freifläche für Kurse. Zu dem Zeitpunkt meines Besuchs hatte ich „freie Fahrt“ für mein Fitnessprogramm, denn in der Spitze waren außer mir noch zwei weitere Personen dort. Zwar war bereits Abendessenszeit, doch auch in den Folgetagen stellte sich das Fitnessstudio nie als gut besucht heraus.

Nach der sportlichen Einheit war es dann an der Zeit zu Abend zu essen und somit suchte ich das Mediterranean Restaurant auf Deck 8 auf. Hier bekam ich einen netten Platz zugewiesen und erhielt einen zuvorkommenden Service. Grundsätzlich kann man sich in diesem Bedienrestaurant ein individuelles 5-Gang-Menü zusammenstellen – es gibt ein täglich wechselndes Menü, sowie Standard-Gerichte, die es jeden Tag gibt, sowie an Bord zubereitete Pasta mit verschiedenen Saucen, die ebenfalls jeden Tag angeboten werden. Die Speisen, die ich an diesem Abend verzehrt habe, waren allesamt sehr schmackhaft und auch gut gewürzt, das hat mir gut gefallen. Lediglich das Dessert versprach von der Zubereitungsart nicht ganz dem, was angekündigt war – es sollte ein Pekannuss-Parfait sein, doch mit einem Parfait hatte das nichts zu tun, sondern es war ein stichfestes Mousse. Ein Parfait ist etwas Halbgefrorenes und dieses Dessert war nicht ansatzweise gefroren. Ich habe das aber auch schon bei vielen Kreuzfahrten erlebt, dass ein Parfait angekündigt wurde und es keins war. Scheinbar wird der Begriff einfach verwendet, weil es besser klingt. Geschmacklich war das Dessert wirklich gut, aber es ist einfach falsch deklariert und schürt andere Erwartungen.

Den weiteren Abend verbrachte ich zunächst im Blue Room, einer Bar, die ihrem Namen alle Ehre macht und in der abends regelmäßig Live-Musik angeboten wird. Generell wird an verschiedenen Orten des Schiffs vielfach Live-Musik angeboten, was ich als sehr angenehm empfinde.  

Zum Abschluss des Abends wechselte ich noch in den gut besuchten „Nightclub“ The Dome. Dort kann man wirklich sehr angenehm sitzen und den Abend mit leckeren Getränken genießen. Es erfolgt stets Bedienung am Platz – die Kellner waren stets sehr präsent, sodass es keine langen Wartezeiten zur Getränkebestellung gab. Bei The Dome handelt es sich auch um die Bar, die am längsten auf dem ganzen Schiff auf hat, in der Regel bis 01:30 Uhr. Über die dort gespielte Musik lässt sich je nach Geschmack streiten, denn sie folgte keiner einheitlichen Linie. Eine Besonderheit ist jedoch, dass man als Passagier selbst Titel an einem Touchscreen wählen kann, quasi eine Jukebox in modern. Folglich kam auch der unterschiedliche, nicht einheitliche Mix an Genres zustande. 

Auch zur später Stunde war der Wind auf den Außendecks relativ stark, jedoch war der Seegang nicht so, wie man ihn bei einer Windstärke 10 erwarten könnte. Mit leichten Schiffsbewegungen verabschiedete ich mich zur späteren Stunde in meine Kabine und beendete diesen Samstagabend.

Sonntag, 24. Oktober 2021: Villefranche-sur-mer (Nizza)

Da nach wie vor starke Winde herrschten und der Hafen unseres nächstens Reiseziels, nämlich Nizza, aufgrund dessen gesperrt war, entschied sich der Kapitän dafür den Ort Villefranche-sur-mer in unmittelbarer Nähe Nizzas anzusteuern. Dieser Ort liegt in der Nachbarbucht von Nizza und ist etwas geschützter, sodass ein sicheres Anlaufen dort möglich war. Da es dort jedoch kein Pier für Kreuzfahrtschiff gibt, wurde eine Position auf Reede angekündigt, was einen Tenderbetrieb voraussetzt. Da wir den Hafen erst um die Mittagszeit erreichen sollten, gab es am Vormittag noch genügend Zeit das Schiff und das gute Wetter zu genießen. Auch an diesem Tag begleitete uns wieder die Sonne bei ca. 22 Grad und ein blauer Himmel.

Das Frühstück nahm ich im Club Bistro ein. Wie auch beim Mittag- und Abendessen gibt es verschiedene Stationen, an denen den Gästen die gewünschten Speisen aufgelegt werden. Beim Frühstücksbuffet mangelte es einer Meinung nach an nichts – für jeden Geschmack wird etwas geboten. Kaffee, Tee und Säfte kann man sich selbstständig an einer der Getränkestationen nehmen. Der Kaffee hat eine mittlere Qualität aus einem Automat, der nicht mit ganzen Kaffeebohnen, sondern mit Pulver arbeitet. Leider sind diese Automaten ja Standard bei vielen Kreuzfahrtschiffen in den Buffetrestaurants. Dieser Kaffee ist absolut nicht vergleichbar mit dem aus den Siebträgermaschinen der Bars an Bord – dazwischen liegen Welten.

Für 10:45 war ein Programmpunkt angekündigt, der auch viele Gäste, inklusive mir, auf das Lido-Deck gezogen hat, nämlich das Ice-Carving inklusive einem Bierfestival. Gezeigt wurde somit die Kunst des Schnitzens einer Figur aus einem Eisblock. Das ganze wurde Schritt für Schritt erklärt und man konnte somit dem Künstler auch gut folgen. Nachdem die Figur fertiggestellt war, wurde diese als Schmuck für das Buffet, das im Poolbereich aufgebaut war, genutzt. Angeboten wurden verschiedene deftige und süße Speisen passend zu einem Frühschoppen. Weiterhin wurde an die Gäste kostenfreies Bier und Bailey’s verteilt. 

Um die Mittagszeit herum erreichten wir die Bucht, in der Villefranche-sur-mer liegt. Das Manöver des „Anlegens“ war relativ unspektakulär, da wir einfach in der Nähe von fest installierten Bojen stoppten und dann mittels Leinen dort festgemacht wurden. 

Zur Stärkung für den bevorstehenden Ausflug nahm ich dann noch ein kleines Mittagessen, das gut geschmeckt hat, im Club Bistro ein. 

Ich hatte mich dafür entschiedenen einen von nicko cruises angebotenen Landausflug zu buchen und mich somit gegen einen komplett individuellen Landgang, der jedoch möglich gewesen wäre. Die Gäste, die individuell von Bord gehen wollten, stellte der Hafenwechsel von Nizza nach Villefranche-sur-mer vor die Herausforderung, dass sie sich selbst darum kümmern mussten, wie man von dort nach Nizza kommt, sofern sie dieses Ziel für den Landgang hatten. Die Informationen dazu waren seitens der Reederei bzw. nicko cruises sehr dürftig, sodass die Passagiere auf sich alleine gestellt waren. Klar ist, dass ein Kreuzfahrtanbieter bevorzugt seine eigenen Ausflüge verkauft, aber abgesehen davon, dass es gar nicht die Kapazität für alle Passagiere gäbe, wäre es illusorisch zu glauben, dass alle Passagiere ausschließlich geführte Landgänge unternehmen. Wenn es schon einen Hafenwechsel gibt, kann man die Situation für die individuellen Landgänge sicherlich besser lösen, als das in diesem Fall war. Schließlich gibt es die Möglichkeit von Villefranche-sur-mer mit dem Linienbus, dem Zug oder Taxi nach Nizza und auch wieder zurück zu kommen. Da ich einen geführten Landausflug gebucht hatte, hatte ich diese Herausforderung auch nicht, aber ich konnte mich gut in diese Situation hineinversetzten.

Der Treffpunkt für meinen Ausflug „Nizza & Eze entdecken“ war um 13:30 Uhr in der Hollywood’s Lounge auf Deck 7. Dort angekommen wurde die Gruppeneinteilung vorgenommen, man erhielt einen Sticker zum Aufkleben auf ein Kleidungsstück und anschließend konnte ich auch schon Ausgang für die Tenderboote auf Deck 3 von VASCO DA GAMA gehen. Die Überfahrt an den kleinen Anleger für Tenderboote in Villefrance-sur-mer dauerte nur wenige Minuten und verlief reibungslos. 

Die Ausflugsbusse steuern eine Bushaltestelle in der unmittelbarer Nähe des kleinen Terminalgebäudes an, sodass nur ein kurzer Fußweg bis dahin zu bewältigen war. Zunächst ging es mit dem modernen Reisebus in das ca. 10 Kilometer entfernte Nizza. Bereits auf der Fahrt hat der fachkundige örtliche Reiseleiter wertvolle Informationen zur Geschichte und Gegenwart der Region vermittelt. Zunächst handelte es sich um eine Art kleine Stadtrundfahrt, bei der man einen ersten Eindruck von der Stadt erhalten konnte. Unter anderem ging es vorbei an dem Hafen, der bekannten Promenade des Anglais und am Hotel Le Negresco. In der Nähe des Parks „Jardin Albert I.“ verließen wir den Bus und als nächstes stand ein geführter Rundgang auf dem Programm. Dieser Spaziergang führte entlang der Oper und des bekannten Blumenmarkts, der jedoch zu dem Zeitpunkt des Besuchs nicht mehr stattfand und die meisten Händler bereits zusammengepackt hatten. Im Anschluss an den Spaziergang mit den entsprechenden Informationen zu den Bauwerken durch den Reiseleiter, hatten wir eine Freizeit von rund 50 Minuten, die wir zur freien Verfügung nutzen konnten. Mich zog es zunächst zurück zur Strandpromenade, die bei dem schönen Wetter dazu einlud entlang zu flanieren und die Sonnenstrahlen aufzusaugen und das Meeresrauschen in Verbindung mit den tollen Farben des Wassers zu genießen. Weitere Stationen meines Spaziergangs waren das Kunstwerk „Neuf Lignes Obliques“, der Springbrunnen mit der Apollostatue auf dem Place Masséna mit dem bekannten Sachbrettmuster und die Fontaine Miroir d’Eau. Schließlich gönnte ich mir noch ein Eis, bevor es zurück zum Bus ging, der uns dann zu unserem nächsten Ziel, nämlich nach Eze bringen sollte. Auch diese Entfernung ist relativ gering, die beiden Orte liegen nur ca. 12 km von einander entfernt. 

Bereits auf der Fahrt in das auf einem Berg gelegenen Eze gibt es viele schöne Ausblicke entlang der Côte D’Azur. Bei Eze handelt es sich um einen kleinen mittelalterlichen Ort, der auch ein bekanntes Touristenziel ist. Der Bus lies und an einer lokalen Bushaltestelle heraus. Um den eigentlichen historischen Ort zu besuchen, ist noch ein kleiner Aufstieg zu meistern, den man je nach körperlicher Konstitution schneller oder langsamer bewältigen kann. Im Rahmen eines gemeinschaftlichen Spaziergangs ging es zunächst zur kleinen Kirche „Église Notre-Dame-de-l’Assomption“ und zu einem kleinen, feinen Aussichtspunkt am Ende des Friedhofs – von dort hatte man einen schönen Ausblick auf das Meer, die umliegenden Berge und einen Teil von Eze. Schließlich gab es vor Ort noch ca. 35 Minuten Zeit den kleinen Ort individuell zu erkunden und den Charme auf sich wirken zu lassen. Es gibt zahlreiche kleine Gallerien oder Geschäfte mit lokalen Produkten, sowie viele schöne Plätze, um Fotos zu machen. Der ganz weit oben gelegene Kakteengarten war nicht Bestandteil der Tour und auch die Zeit reichte nicht dafür, diesen individuell zu erkunden. Letztlich reichte aber die Freizeit vor Ort um alle Gässchen entlang zu schlendern. Mir persönlich hat der Ort sehr gut gefallen, er hat auf jeden Fall das gewisse Etwas und ist somit nicht umsonst ein beliebtes Touristenziel. 

Von Eze aus ging es dann zurück via Nizza nach Villefranche-sur-mer. In einer auf einem Berg gelegenen Gegend von Nizza konnten wir bei einem Fotostopp zumindest kurz die Sonnenuntergangsstimmung über der Bucht von Nizza genießen und dies auch fotografisch eingefangen. Einen weiteren Fotostopp gab es noch etwas oberhalb von Villefranche-sur-mer. Dort hatte man einen schönen Ausblick auf die entsprechende Bucht und auch auf die auf Reede liegende VASCO DA GAMA. Schließlich endete der Ausflug gegen 18 Uhr wieder am Ausgangspunkt. Auch dieser etwa 4-stündige Ausflug (65€ p.P.) hat mir gut gefallen. Ich konnte einen ersten Eindruck von Nizza erhalten und konnte Eze erkunden – mir für mich eine gute Mischung für so einen Halbtagesausflug. 

Ich entschied mich dafür, nicht direkt zurück aufs Schiff zu gehen, sondern noch ein wenig durch Villefranche-sur-mer zu laufen. Es handelt es sich eher um ein kleineres Städtchen, das kaum Sehenswürdigkeiten aufweist, jedoch einiges an Gastronomie zu bieten hat. Circa 50 Minuten später ging es für mich dann auch Richtung des Anlegers der Tenderboote. Das letzte Tender zurück zum Schiff war an diesem Abend für 22:30 Uhr vorgesehen, doch ich zog es vor den weiteren Abend an Bord zu verbringen und nicht länger an Land zu bleiben. Auch die abendliche Überfahrt in dem wenig besetzten Tenderboot verlief problemlos.

Zurück an Bord suchte ich kurz meine Kabine auf, um mich für den Abend frisch zu machen und schon wenig später ging ich zum Abendessen in das große Hauptrestaurant Waterfront. Die an diesem Abend servierten Speisen überzeugten mich auf ganzer Linie – von der Vorspeise bis zum Dessert. Ich entschied mich durchweg für das Waterfront-Menü. Die Speisen waren appetitlich angerichtet und schmackhaft gewürzt. Das Highlight des Abends wer unbestritten das Hauptgericht, denn es wurde Hummer serviert. Es handelte sich ganz und gar nicht um eine kleine Portion und der Hummer war auf den Punkt zubereitet worden. Dass diese Qualität und ein solches Produkt im inkludierten Hauptrestaurant angeboten wird, ist etwas besonderes und hat mich absolut positiv überrascht. 

Direkt nach dem Abendessen suchte ich das Hollywood’s auf, um mir die für diesen Abend angekündigte Show „Schlagergiganten“ anzuschauen. Ich bin ja durchaus auch ein Freund von Schlager und somit war die Show für mich ein Muss. Auch hier wurde ich positiv überrascht, denn ich habe schon einige Schlagershows auf Schiffen gesehen, doch oftmals waren diese „eher schlecht als recht“. Dies hängt in erster Linie auch mit den Sängern zusammen, die oftmals keine deutschen Muttersprachler sind. In diesem Fall war das genauso, doch alle waren sehr bemüht und konnten den Text sehr gut, sodass die Songs auch entsprechend gut rüber kamen. Die Show war sehr kurzweilig und hat mir Spaß bereitet. 

Für den weiteren Abend suchte ich zunächst den Blue Room auf, um bei Livemusik einen leckeren Drink zu genießen und anschließend noch The Dome für einen Absacker. Auch an diesem Abend war dort wieder einiges los. Die Gäste konnten auch selbst wieder Musiktitel an einem Touchscreen wählen, sodass es keinen DJ an sich gab. Auch das Tanzen mit Abstand auf der Tanzfläche war erlaubt. 

Montag, 25. Oktober 2021: Ajaccio (Korsika)

Das angenehme daran, wenn ein Kreuzfahrtschiff nicht am frühen Morgen im Hafen anlegt, ist für mich insbesondere, dass man ohne Stress in den Tag starten kann und so machte ich dies auch an diesem Montagmorgen. Nach dem Ausschlafen packte mich zunächst der Sportsgeist und so suchte ich das gut ausgestattete großzügige Fitnessstudio auf Deck 11 auf. Zu meinem Überraschen war ich die meiste Zeit alle dort, doch für mich war das natürlich sehr angenehm und ich kam mit meinem Programm entsprechend ohne Zeitverluste vorwärts. Während des Trainings konnte ich auch das Anlegen in Ajaccio auf Korsika verfolgen. Durch die Lage des Gyms am Bug auf Deck 11 hat einen besonderen Blick nach vorne und auf die Backbord-Seite. Gegen 10:30 Uhr lag VASCO DA GAMA bereits längsseits an der Pier von der Inselhauptstadt Korsikas. 

Da mein heutiger Ausflug „Panoramafahrt über die Insel“ erst um 14:30 Uhr begann, entschied ich mich dafür die Zeit bis dahin mit einem individuellen Spaziergang durch Ajaccio zu füllen. Das Kreuzfahrtterminal vor Ort liegt nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, was individuelle Erkundungen sehr einfach macht. Da ich bereits während einer vergangen Kreuzfahrt bereits schon einmal in Ajaccio war, ging ich ohne besonderes Ziel los und schlenderte gemütlich durch die Straßen der Stadt. Unweigerlich nimmt man dabei auch einige Sehenswürdigkeiten mit – so kam ich beispielsweise an den Napoleon-Statuen, der Napoleon-Höhle, dem Place de Gaulle, der Zitadelle und dem Stadtstrand vorbei. Außerdem schlenderte ich auch ein wenig durch die Einkaufsstraßen mit ihren kleinen Geschäften, Bäckereien und Gastronomie. Besonders viele Sehenswürdigkeiten hat Ajaccio an sich nicht zu bieten, deshalb war ich froh, dass der bevorstehende Auslug ins Umland führte. Nichts desto trotz kann man in Ajaccio etwas Zeit verbringen und beispielsweise auch einen Strandaufenthalt einplanen. 

Pünktlich um 14:30 Uhr war ich am Treffpunkt für den Ausflug direkt am Kreuzfahrtterminal. Der Ausflug „Panoramafahrt über die Insel“ sollte 3,5 Stunden andauern und wurde mit 59€ p.. bepreist. Zunächst führte die Busfahrt über kurvenreiche Straßen von Ajaccio aus gesehen in nordwestliche Richtung bis wir die Landschaft erreichten, in der der Prunelli-Fluss fließt und wo auch die gleichnamigen Schluchten zu finden sind. Bereits auf der Fahrt dort hin erhielten wir von der örtlichen Reiseleiterin zahlreiche Informationen zu Korsika an sich, der Flora und Fauna, dem Leben vor Ort und zu den Einwohnern. Im Bereich der Prunelli-Schluchten machten wir einen Fotostopp. Die Felsformationen, die die Natur vor Ort zeigt, sind beeindruckend und der Busfahrer musste mehrfach seine Fahrkünste unter Beweis stellen. 

Weiter ging es dann zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Tolla-Sees, der schöne Aussichten und Fotomotive bot. 

Der letzte Stopp auf diesem Ausflug war ein Besuch des kleines Ortes Ocana. Hier hatte man rund 40 Minuten Zeit für Erkundungen auf eigene Faust. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinne, aber dennoch lohnt ein kleiner Spaziergang durch den Ort, um die verschiedenen Facetten der umgebenden Landschaft zu sehen. Wenn nicht gerade ein Auto durch den Ort fuhr, hörte man dort quasi nichts.

Weiterhin war im Ausflugspreis ein Getränk (Kaffee, Tee, Bier, Wein) in einer lokalen Bar enthalten. 

Von hoch gelegenen Ort Ocana aus ging es über kurvenreiche Strecken wieder talwärts zurück nach Ajaccio. Dort trafen wir gegen 18:20 Uhr wieder ein. Auch wenn man viel Zeit im Bus verbracht hat, hat mir der Ausflug gut gefallen, da man während der Fahrt und bei den Fotostopps immer etwas Interessantes zu sehen hatte – so konnte man durchaus weitere Facetten von Korsika abseits der Inselhauptstadt sehen. 

Zurück an Bord von VASCO DA GAMA hieß es für mich erstmal frisch für den Abend machen – schließlich möchte man für das anstehende Gala-Dinner entsprechend gekleidet sein. In diesem Fall ist die Kleiderempfehlung an Bord jedoch nicht übermäßig hoch gegriffen oder zu bieder, sondern sie lautet „sportlich elegant“ – eine sehr angenehme Empfehlung wie ich finde.

Das Gourmet-Abendessen, das von dem auf dieser Reise an Bord befindlichen TV-Koch Björn Freitag kreiert wurde, wurde in allen drei Bedienrestaurants (Waterfront, Mediterranean, Fusion) angeboten. Als Alternative konnte man sich auch für das Buffet-Restaurant Lido Bistro entscheiden, doch ich wollte gerne das Gala-Dinner genießen. Dafür steuerte ich zunächst das Waterfront-Restaurant an, doch dieses war bereits voll belegt und mir wurde nahe gelegt das Mediterranean-Restaurant aufzusuchen, was ich tat und auch gleich einen Platz erhielt. 

Das Menü war bereits festgelegt, sodass an diesem Abend keine Auswahl zwischen verschiedenen Gerichten bestand – ich war mit dem angebotenen Menü zufrieden und habe keine Unverträglichkeiten, die eine Änderung auslösen würden, somit war das Vorgehen für mich so in Ordnung. Es wurde ein 5-Gänge-Menü geboten – beispielsweise als Vorspeise Onsen-Ei mit Trüffel-Espuma oder als Zwischengang Sauerbraten vom Steinbutt. 

Insgesamt hat mir das Abendessen sehr gut geschmeckt und auch die Kreationen von Björn Freitag haben mich überzeugt, sodass man das Gala-Dinner als absolut gelungen bezeichnen kann. 

Am weiteren Abend stand in der Hollywood’s Show-Lounge die Crew-Show an. Diese wollte ich mir nicht entgehen lassen und steuerte deshalb nach dem Abendessen das Theater an. Mehrere Crewmitglieder zeigten während der Show ihre Talente – dies reichte von Tanzdarbietungen, über Gesang bis hin zur Sketchen. Meiner Meinung nach war es eine recht unterhaltsame Show. 

Gegen 22:00 Uhr verließ VASCO DA GAMA den Hafen von Ajaccio und steuerte das nächste Ziel der Reise an.

Zum Ausklingen des Abends suchte ich mal wieder einen meiner Lieblingsplätze an Bord auf, nämlich The Dome auf Deck 12. Der Nightclub an Bord war gut besucht und auch an diesem Abend konnten die Gäste mittels eines Touchscreens Einfluss auf die Wahl der gespielten Lieder machen, was natürlich teils zu kontroversen, aber auch lustigen Mischungen führte. 

Dienstag, 26. Oktober 2021: Calvi (Korsika)

Über Nacht absolvierte VASCO DA GAMA die überschaubare Strecke von 144 Seemeilen von Ajaccio bis Calvi. Es handelt sich um einen Ort, den ich zuvor noch nie gehört habe, war somit auch noch nie dort und war gespannt auf das heutige Ziel.

Wir errichten die Stadt im Nordwesten Korsikas bereits gegen 8 Uhr morgens und nahmen die Ankerposition für den Tag in der Bucht Calvis ein. Vor Ort gibt es keine Pier für Kreuzfahrtschiffe und somit wurde in Tenderbetrieb zwischen Schiff und Anleger in der Stadt eingerichtet. 

An diesem morgen stand für mich ein weiterer Ausflug ins Hinterland Korsikas auf der Agenda. Nach einem kleinen Frühstück suchte ich zunächst noch den Ausgabestand für die Tickets für die Kochshow von Björn Freitag auf. Damit jeder die Möglichkeit hatte die Kochshow von Björn Freitag zu besuchen, wurde sie gleich zweimal angeboten – einmal nachmittags und einmal abends. Hierfür musste man sich vorab entsprechend limitierte Tickets besorgen. Ich entschied mich für die abendliche Vorstellung um 20:15 Uhr.

Danach steuerte ich die Hollywood’s als Ausflugstreffpunkt aus und konnte danach direkt zur Tenderpforte und in das bereitstehende Tenderboot gehen. Die Überfahrt dauerte ca. 10 Minuten. 

Das Wetter machte bereits am frühen Morgen einen guten Eindruck und stimmte damit gut auf den Tag ein. 

Nur wenige Meter von der Anlegestelle der Tenderboote entfernt, standen bereits die Ausflugsbusse bereit. Für mich ging es auf den Ausflug „Malerische Dörfer und bezauberndes korsisches Hinterland“ – ca. 4 Stunden, 89 € p.P. 

Zunächst ging es mit dem Bus in den kleinen Ort Calenzana, der von Calvi aus gesehen im Südosten liegt. Hier hatten wir einen kurzen Aufenthalt, um ein paar Fotos zu machen oder einen Kaffee zu trinken. Es gibt in diesem Ort eine recht schöne Kirche, einige schöne Häuser und ein paar Restaurants, mehr jedoch auch nicht. Nach dem kurzen Halt ging es dann weiter über kurvenreiche Straßen in den hoch oben gelegenen Ort Sant Antoninu, doch bevor wir dort ankamen legten wir einen weiteren Fotostopp ein. An diesem Platz hatte man einen wunderbaren Blick von oben auf die Bucht von Calvi und die umgebende Landschaft.

Sant Antoninu ist mutmaßlich das älteste Dorf Korsikas und ist deshalb alleine aus geschichtlichen Gründen einen Besuch wert. Dort angekommen hatten wir etwas über 1 Stunde zur freien Verfügung. In einer Kelterei konnte man sich ein Getränk holen, das im Ausflugspreis enthalten war – es handelte sich um eine Mischung aus frisch gepresstem Trauben- und Zitronensaft. Der kleine Ort besticht mit seinen Häusern aus Granit, den gepflasterten Gassen und seiner Lage hoch oben auf einem Berg. Es gibt eine kleine Kirche, einige nette Fotospots und zahlreiche Souvenirläden, die lokale Produkte und auch übliche Souvenirs verkaufen. 

Nach dem Aufenthalt in Sant Antoninu ging es zurück in Richtung Calvi. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Fotostopp an der Küste in der Nähe von L’Île-Rousse – hier konnte man besonders schöne unterschiedliche Blautöne des Meeres sehen.

Gegen 13:15 Uhr waren wir dann zurück am Ausgangspunkt es Ausfluges, in Calvi. Mir hat der geführte Ausflug auch trotz teils langer Strecken mit dem Bus gut gefallen, da die Landschaft im Hinterland sehr beeindruckend ist und die örtliche Reiseleiterin viele Hintergrundinformationen gegeben hat. Bis auf den Stopp in Calzenzana haben mir die Halte auch gut gefallen.

Den weiteren Nachmittag verbrachte ich nun mit der individuellen Erkundung Calvis. Auch hierfür hatte uns die Reiseleiterin Tipps mit auf den Weg gegeben. 

Zunächst machte ich mich auf den Weg hoch zur Zitadelle. Dieser Weg lohnt sich auf jeden Fall, denn hier hat eine schöne Aussicht auf Calvi, die Bucht von Calvi und das Umland. Entlang der Mauer der Zitadelle bieten sich verschiedene schöne Aussichtspunkte. Im Innern befinden sich einige kleine Läden, Restaurants, Bäckereien und Eisdielen. Es ist wirklich ein schönes Viertel, um durch die gepflasterten Gassen zu schlendern. Von der Zitadelle führte mich mein Weg hinab durch kleine Einkaufsgassen und zur Hafenpromenade, die von Restaurants gesäumt ist – hier gibt es ein Lokal neben dem anderen. Schließlich ging ich noch weiter bis zum Beginn des Strands. Dies ist ein lang gezogener Sandstrand. 

Gegen 15:15 Uhr entschied ich mich dann zurück zum Schiff zu fahren – letztlich hätte man bis 17 Uhr in Calvi verbleiben können, zu dieser Uhrzeit fuhr das letzte Tenderboot zurück zum Schiff. 

Die Überfahrt mit dem Tenderboot funktionierte auch hier wieder problemlos.

Zurück an Bord nutze ich an diesem Nachmittag das Angebot des Alfresco Grills auf Deck 11. Für mich wurde es der Pulled Duck Burger mit Pommes und als Dessert noch ein Eis von der Eisbar am Cappuccino’s. 

Da dieser Tag der letzte Tag der Reise war, hieß es dann auch noch Kofferpacken, was ich ebenfalls am Nachmittag erledigt hatte, um den Abend an Bord ohne den Hintergedanken dies noch tun zu müssen, genießen konnte. 

Nicht nur die Kochshow wurde an diesem Tag geteilt, sondern auch auch die abendliche Show im Theater. Dadurch, dass ich mich für die späte Kochshow entschieden hatte, besuchte ich die frühe Vorstellung im Hollywood’s. Dargeboten wurde die Show „A night in New York“ und auch diese Show überzeugte mich auf ganzer Linie, sowohl von den Darstellern als auch vom Bühnenbild. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass es im Theater einen Barservice gibt und man die Vorstellung mit einem schönen Getränk genießen kann – dies ist nicht selbstverständlich auf Kreuzfahrtschiffen. Zum Abschluss der Show verabschiedeten sich noch verschiedene Crewmitglieder mitsamt des Kapitäns und es wurde zum Abschied „Con te Partiro“ von Andrea Bocelli angestimmt. Während der Show verließ die VASCO DA GAMA die Ankerposition in Calvi und starte auf die letzte Etappe dieser Reise nach Marseille.

Direkt im Anschluss an die Show steuerte ich das Waterfront-Restaurant zum Abendessen an. Leider haperte es an diesem Abend im Service, sodass es zunächst eine Weile dauerte, bis ich meine Bestellung aufgeben konnte und zum anderen entstanden teilweise lange Pausen zwischen den einzelnen Gängen. Dadurch kam es zu dem Umstand, dass ich mich zwischen Auslassen des Desserts oder dem Zuspätkommen bei der Kochshow entscheiden musste. In diesem Fall entschied ich mich dafür das Dessert auszulassen. So wie die Kochshow angekündigt war, ging ich davon aus, dass sie nahezu ausgebucht ist und es wäre schon ärgerlich zu spät zu kommen und dann den letzten Platz ganz hinten zu bekommen.

Die Kochshow fand im Auditorium statt, das auch die Ausstattung eines Kochstudios beinhaltet. Am Eingang begrüßte Björn Freitag die Gäste persönlich, im Saal herrschte freie Platzwahl und Maskenpflicht. Die abendliche Veranstaltung war nicht annähernd ausgebucht, es gab noch viele freie Plätze, sodass ich noch einen Platz im mittleren Drittel einnehmen konnte. Tatsächlich hätte ich mir die Belegung anders vorgestellt. 

Neben Björn Freitag waren die Chefköchin von Bord und weitere Angestellte aus der Küche vor Ort. Mit einer Freiwilligen aus dem Publikum wurden dann zwei Gerichte gekocht und die Zubereitung erklärt – eine Suppe und ein Fischgericht. Zwischendrin gab Björn Freitag auch einige Tipps zu den verwendeten Lebensmitteln und der Zubereitungsart. Da nicht jeder von seinem Sitzplatz die Abläufe in der Küche sehen konnte, gibt es eine Kamera über der Kücheninsel, deren Bild auf je einen recht kleinen Bildschirm links und rechts neben der Bühne übertragen wurde – dies hilf etwas, doch besonders gut gelöst war dies auch nicht. Gleichzeitig war auch ein Kameramann vor Ort, der ganz nah am Geschehen war und auch in die Töpfe filmen konnte etc. Dieses Bild war jedoch im Auditorium nicht zu sehen, sondern das Videomaterial wurde nur für den Reisefilm produziert. Dies war doch sehr schade, da man ohne diese Bilder leider nur einen sehr eingeschränkten Blick in die Küche hatte.

Während der Kochshow gab es Probierportionen, die verteilt wurden, jedoch lief dies nicht besonders gut ab. Vorab wurde darauf hingewiesen, dass Personen, die schon eine Portion hatten, nicht noch eine nehmen sollten. Dieser Hinweis wurde von manchen Personen schlichtweg ignoriert und so lief es nach dem Prinzip ab „wer am lautesten schreit oder dreist ist, bekommt etwas“. Den Crewmitgliedern, die das Essen verteilten, mache ich da keinen Vorwurf, eher den Mitreisenden – doch insgesamt kann man das besser organisieren. Zwischenzeitlich fehlte auch Besteck und es musste gespült werden, um es erneut ausgeben zu können. Mein persönlicher „Ich schäme mich“-Moment war der, als ein Gast von einer vorbeilaufenden Kellnerin von hinten ein Schüsselchen mit Essen nahm – noch dreister geht es ja fast nicht mehr. 

Am Ende der etwa einstündigen Show konnte man mit Björn Freitag noch Fotos machen oder sich ein Autogramm holen.

Insgesamt fand ich die Kochshow ganz ok, aber nicht besonders aufregend und meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Etwas Besonderes im Form eines Reisehighlights war das für mich nicht. Komisch, wenn man bedenkt, dass die Reise extra mit diesem Zusatz verkauft wurde. Meiner Meinung kann man da organisatorisch und technisch nachbessern und der Show mehr „Pepp“ einhauchen. Eine eventuell vorhandene Freude der Mitwirkenden diese Show durchzuführen, kam bei mir nicht an. 

Den restlichen Abend nutzte ich noch für einen abendlichen Spaziergang über die Außendecks, bevor ich noch in – wie sollte es anders sein – The Dome für die letzten Drinks einkehrte und dort den letzten Abend an Bord ausklingen ließ. 

Mittwoch, 27. Oktober 2021: Marseille & Ende der Reise

Heute stand auch schon der letzte Tag, genauer gesagt der Abreisetag dieser Mittelmeer-Kreuzfahrt auf der Agenda. Bis um 7 Uhr musste an diesem Tag die Kabine verlassen werden und somit begann mein Tag auch schon entsprechend früh. Meinen Koffer hatte ich mit dem bereitgestellten Gepäckanhänger bereits in der vergangenen Nacht vor die Kabinentür gestellt, sodass dieser im Terminal auf mich warten sollte und ich diese Last beim Ausschiffen nicht mehr hatte. 

Ziemlich genau um 7 Uhr, nachdem ich die letzten Habseligkeiten im Handgepäck verstaut hatte, verließ ich die Kabine und begab mich zum Frühstück. Anders als an den anderen Tage der Reise führte mein Weg jedoch nicht ins Buffetrestaurant, sondern ins Waterfront-Bedienrestaurant auf Deck 7. Nach der Zuteilung eines Sitzplatzes wählt man die gewünschten Speisen zum Frühstück aus einer Karte und platziert die Bestellung bei einem Kellner. Die Frühstückskarte ist umfangreich und umfasst verschiedene Produkte von süß bis herzhaft. Somit kann man sein Frühstück individuell zusammenstellen und es wird bequem an den Tisch geliefert ohne sich die gewünschten Speisen am Buffet selbst zusammen suchen zu müssen. Mit meiner Bestellung hat alles gut geklappt und ich konnte das Frühstück in sehr ruhiger Atmosphäre zu mir nehmen. 

Allerdings mag ich es persönlich doch lieber, mich direkt an Buffets zu bedienen, zumal da die Auswahl auch etwas größer ist. Doch wer den Service am Platz auch beim Frühstück mag, ist hier im Waterfront gut aufgehoben.

Nach dem Frühstück entschied ich mich noch für einen Spaziergang über die Außendeck des Schiffs, denn die Lichtstimmung mit der aufgehenden Sonne lud dazu ein. Es stand ein schöner, sonniger Tag bevor.

Gegen 8:45 Uhr war es dann aber auch Zeit VASCO DA GAMA zu verlassen und final auschecken. Da ich meine Kreditkarte für die Bordrechnung im Laufe des Check-In-Prozesses hinterlegen ließ und somit die Rechnung bereits am Morgen an der Kabinentür hängen hatte, war das Auschecken sehr unkompliziert und ich konnte direkt zum Ausgang gehen und über die Gangway das Schiff verlassen. Somit war diese ereignisreiche Reise beendet, doch da ich an diesem Mittwoch noch nicht nach Hause abreiste, sondern mich im Vorfeld dafür entschieden hatte den Tag und die bevorstehende Nacht in Marseille zu verbringen und erst am Donnerstag abzureisen, lag vor mir noch ein City-Sightseeing-Tag abseits der Kreuzfahrt. 

Nachdem ich meinen Koffer im Kreuzfahrtterminal in Empfang genommen hatte, ging ich direkt zum Taxistand, der sich direkt vor dem Gebäude befindet und nahm ein bereitstehendes Taxi in Richtung Innenstadt von Marseille. Da das Kreuzfahrtterminal etwas außerhalb von Marseille liegt (ca. 7 Kilometer vom Alten Hafen entfernt), ist an eine fußläufige Abreise nicht zu denken. Die Taxipreise hielten sich zum Zeitpunkt der Reise auch in Grenzen – für die Strecke vom Kreuzfahrthafen bis in die Nähe des Bahnhofs Marseille St. Charles bezahlte ich mit einem Gepäckstück rund 18€.

P.S.: Für meine Abreise am nächsten Tag nutze ich einen durchgehenden TGV vom Bahnhof Marseille St. Charles nach Frankfurt am Main Hbf. Insbesondere für Personen mit einem Wohnort im süddeutschen Raum stellt die Zugverbindung eine gute Alternative zur Abreise per Flugzeug dar, auch wenn es insgesamt etwas länger dauert (für die genannte Verbindung knapp über 8 Stunden Fahrzeit). 

Fazit

Ich habe mich ganz bewusst für eine Reise abseits des üblichen Massenmarkts entschieden und ein Produkt gewählt, das eher in einer Nische unterwegs ist. Diese Reise auf VASCO DA GAMA hat mir erneut gezeigt, dass die Kreuzfahrtbranche sehr vielfältig aufgestellt ist und es unterschiedliche Konzepte gibt, die jeweils ihre Liebhaber haben. 

Ich hatte eine sehr schöne Zeit an Bord dieses zwar etwas älteren Schiffes (fast 30 Jahre alt), doch dieses wahre Alter bekommt man nur an wenigen Stellen zu Gesicht. Das Schiff ist äußerlich in einem echt guten Zustand und man sieht, dass über die Jahre hin immer wieder in den Erhalt des Schiffes investiert wurde. Auch insbesondere die öffentlichen Bereiche versprühen nun wirklich nicht den Charme eines fast 30 Jahre alten Schiffs, sondern sie sind modern und beinhalteten hochwertige Einrichtungsgegenstände. Lediglich ein Blick an die Deckenkonstruktionen erinnern an vergangene Zeiten. Die verschiedenen Restaurants und unterschiedlich gestalteten Bars laden zum Verweilen und Genießen ein. Lediglich den Bereich der Sports Lounge / Captain’s Club empfinde ich als wenig einladend, da es sich zum einen um einen großen Durchgangsbereich handelt und zum anderen von Teilen der Shopping Galleria umgeben ist – die Atmosphäre hat mich da einfach nicht angesprochen, sodass ich lieber andere Bars aufgesucht habe. Mein Favorit in Bezug auf die Bars ist „The Dome“ auf Deck 12. Hier hat man durch großzügige Fensterfronten einen tollen Blick aufs Meer. 

Die Qualität der Speisen und Getränke empfand ich stets als hochwertig und schmackhaft. Obwohl ich als Alleinreisender unterwegs war, entschied ich mich fast immer für das etwas zeitaufwändigere Dinieren in den Bedienrestaurants und nicht für die schnellere Variante im Buffetrestaurant. Teilweise kam es hier aber auch zu kapazitiven Engpässen in den Restaurants, da sich die meisten Mitreisenden auch eher für diese Variante entschieden hatten. Zusätzlich wurde der Engpass dadurch verstärkt, dass in der Regel neben dem Waterfront Restaurant nur das Mediterranean Restaurant oder das Fusion Restaurant offen hatte und nicht beide parallel. Das führte zum einen dazu, dass insgesamt weniger Tische zur Verfügung standen und zum anderen auch dazu, dass sich die Passagiere schlechter verteilten, da jeder mal das eine und auch mal das andere Restaurant ausprobieren wollte. Dies hätte man meiner Meinung nach besser lösen können. 

Beim Essengehen erlebte ich stets einen guten, teilweise sogar sehr guten und aufmerksamen Service. Je nach Stresslevel bei den Kellnern schwankte der Service etwas, das wirkte sich auch auf die Wartezeit zwischen den einzelnen Gängen aus. In aller Regel empfand ich die Zeit zwischen den Gerichten als angemessen, doch es kaum auch zu längeren Pausen, die beispielsweise an Tag 5 dazu führten, dass ich das Dessert ausfallen lassen musste, um rechtzeitig zur Kochshow zu gelangen. Insgesamt sind aber alle Servicekräfte stets bemüht und freundlich. Dies gilt auch für das Barpersonal. Schon nach wenigen Tagen führte dies dazu, dass mir meine Getränkewünsche quasi schon an den Augen abgelesen wurden. Bei dieser Reise war das Passagier-Crew-Verhältnis natürlich sehr gut, was zu einem persönlicheren Service führte, als dies bei Vollbelegung des Schiffes möglich ist. Generell gilt für die gesamte Crew an Bord, dass alle sehr freundlich sind und alle auch sehr bemüht sind deutsch zu sprechen. Wie bei allen Kreuzfahrtschiffen ist die Crew auch an Bord von VASCO DA GAMA international aufgestellt und somit kann man eine Perfektion von deutscher Sprache in Wort und Schrift nicht erwarten, doch dass man mit deutsch nicht weiterkommt, ist nur sehr selten der Fall. Im Zweifel kann es nicht schaden, wenn man ein paar englische Vokabeln im Hinterkopf hat.

Das angebotene Entertainment-Programm mit den Shows im Theater oder den Live-Bands in den Bars kann sich durchaus sehen lassen und steht dem Angebot manch anderer Kreuzfahrtanbieter in diesem Segment mit Nichts nach.

Etwas mehr als in den öffentlichen Bereichen sieht man in den Kabinengängen und Kabinen selbst das Alter des Schiffes. An Bord gibt es unterschiedliche Renovierungsstände was die Kabinen betrifft. Meine Außenkabine mit Balkon auf Deck 9 war großzügig und sauber, doch außer dem Flachbildschirm an der Wand und den Balkonmöbeln (die im Laufe der Reise komplett modernisiert wurden), versprühte die Einrichtung eher den Charme von vergangenen Zeiten. Dies gilt insbesondere für den Schreibtischbereich, die Couch / das Bettsofa und den Kleiderschrank. Zu letzterem schilderte ich bereits meine Erlebnisse mit einer losgelösten Schranktür. Eine Besonderheit im teilweise modernisierten Bad ist sicherlich die Badewanne mit Whirlpool-Funktion – das ist nicht gerade Standard auf Kreuzfahrtschiffen.

Ich denke wenn man kontinuierlich Instandhaltungs- und Modernierungsarbeiten in den Kabinen durchführt, kann man noch etwas mehr aus den Kabinen herausholen – als gutes Beispiel kann hier wieder der Kleiderschrank gelten. Die Scharniere und losen Schrauben waren sicherlich nicht erst am Tag meines Einzuges aufgetreten. Man darf nicht vergessen, dass es sich eben um ein fast 30 Jahre altes Schiff handelt und mit zunehmendem Alter mehr Instandhaltungsarbeiten erforderlich werden. Hier gibt es aus meiner Sicht noch Verbesserungsbedarf.

Das Wichtigste bei einer Kabine ist jedoch, dass es sauber ist, was stets der Fall war und nicht unterschätzen sollte man auch, ob das Bett bequem ist oder nicht, denn das ist für einen guten Schlaf essentiell und geschlafen habe ich stets gut.

Zum Zeitpunkt der Reise waren sowohl individuelle als auch geführte Landgänge möglich. In jedem Hafen entschied ich mich für einen von nicko cruises vermittelten Landausflug und ergänzte diese teilweise noch mit individuellen Erkundungen. Alle Ausflüge haben mir zugesagt und auch das Preis-Leistungsverhältnis hat durchweg gestimmt. 

Die angefahrenen Ziele waren auf dieser Reise eine Mischung aus gängigen Zielen, die auch von größeren Schiffe anderer Reedereien angefahren werden, aber auch Destinationen, die eher selten sind, wie z.B. Calvi auf Korsika. Dieses Routing gehört auch zum Konzept, das nicko cruises mit VASCO DA GAMA verfolgt und damit die Reisen mehr interessant macht. 

Ein Bereich, der derzeit auf dem Schiff völlig außer Betracht gelassen wird, sind digitale Gästeservices. Es gibt keine App oder ein Bordportal, in dem man beispielsweise das Tagesprogramm digital anschauen könnte, Ausflüge buchen oder das Bordkonto anschauen könnte. Dies wäre doch sehr wünschenswert und würde manche Situation erleichtern ohne auf gewisse Öffnungszeiten (beispielsweise Landausflüge) achten zu müssen. 

Insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass es sich bei Kreuzfahrten mit VASCO DA GAMA unter nicko cruises um ein gutes, überzeugendes Produkt handelt und absolut seine Daseinsberichtigung hat. Möchte man eine Reise mit einem Routing abseits der klassischen Fahrtgebiete unternehmen und / oder mit einem Schiff unterwegs sein, das von der Größe her eher überschaubar ist oder eine Kreuzfahrt mehr im klassischen Sinne unternehmen, so sollte man sich mit den Angeboten von nicko cruises intensiver beschäftigen.

Wie bereits ein paar Mal erwähnt, handelt es sich um keinen Neubau, sondern um ein gebrauchtes, fast 30 Jahre altes Schiff, das jedoch in einem guten Zustand ist. Würde man noch ein bisschen mehr in Kabinen investieren, könnte man meiner Meinung nach die Attraktivität weiter steigern, doch auch ohne dies kann man Bord und an Land eine wirklich schöne Zeit verbringen.

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